StrahlenTelex [ Folgen der Katastrophe von Fukushima ]

 

 

 

Kommentiertes Register des Sachgebietes Folgen der Katastrophe von Fukushima

Gesundheitsfolgen

Umwelt- und Nahrungsmittelbelastungen

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Risikobewertung und Risikokommunikation

Siehe auch die Website der japanischen Organisation Cititzen’s Radioaktivity Measuring Station in Fukushima

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Gesundheitsfolgen

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Gesundheitsfolgen

Zur Belastung von Milchzähnen japanischer Kinder mit radioaktivem Strontium – Erste Ergebnisse. Die Analysen der ersten 200 Milchzähne japanischer Kinder ergaben eine mittlere Belastung mit 90Sr um 50 bis 100 mBq/gCa. Die Geburtsjahre reichen momentan bis 2009 zurück. Noch konnten keine Milchzähne von Kindern untersucht werden, die im Jahre 2011 geboren worden sind. Es bleibt abzuwarten, ob die Belastung ansteigen wird. Ein signifikanter Anstieg der Radiostrontium-Belastung wird durch Studien von Rinderzähnen von Tieren aus der Evakuierungszone belegt. Die Belastung der Molaren ist mit 550 mBq/gCa signifikant höher als bei Vieh aus einer Vergleichsregion wie auch höher als bei Tieren, deren Dentition vor dem Unfall bereits abgeschlossen war. Es wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Zahnbelastung und der Bodenkontamination festgestellt. Bei der Auswertung unserer eigenen Daten wurden einige Ausreisser eliminiert. Es handelte sich dabei um 22 Zahnproben mit Werten um 400 bis 500 mBq/gCa sowie einem sehr hohen Wert von beinahe 2000 mBq/gCa. Dieses Zahnmaterial stammte aus den Präfekturen Chiba, Fukushima, Saitama und Tokyo. Die Messungen werden fortgesetzt. Von Markus Zehringer, Michael Wagmann, Martin Walter und Eisuke Matsui.

Stx706-707.2016.1-3.3 (3 Seiten)

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5 Jahre nach Fukushima, 30 Jahre nach Tschernobyl: Materialien. Wie in der Dezemberausgabe 2015 angekündigt, fand vom 26. bis 28. Februar 2016 in der Berliner Urania der Kongress „5 Jahre Leben mit Fukushima, 30 Jahre Leben mit Tschernobyl“ der deutschen Sektion der internationalen Ärztevereinigung IPPNW statt. Er hat die Folgen der Katstrophen von Fukushima und Tschernobyl für Mensch und Umwelt eindrücklich in Erinnerung gebracht. Auf der Website www.tschernobylkongress.de haben die Veranstalter Materialien zu den Plenarsitzungen und Foren zur Verfügung gestellt, darunter viele Power-Point-Präsentationen, Manuskripte und Audio-Mitschnitte.

Stx702-703.2016.8.1 (1 Seite)

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„Netzwerk Milchzähne Aufbewahren“ in Japan gegründet. Unabhängige Strontium-90-Messungen. In Japan hat sich im Februar 2016 das „Netzwerk Milchzähne Aufbewahren“ konstituiert. Es ruft die Menschen in ganz Japan auf, die Milchzähne ihrer Kinder oder Enkel aufzubewahren und dem Netzwerk zur Verfügung zu stellen, um sie auf Strontium-90 zu untersuchen.

Stx700-701.2016.5.1 (1 Seite)

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30 Jahre nach Tschernobyl und 5 Jahre nach Fukushima:

Die Katastrophen gehen weiter. - IPPNW-Report „Gesundheitliche Folgen der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima“ - „Kein Schlussstrich unter die Akten Tschernobyl und Fukushima“ schrieb die deutsche Sektion der internationalen Ärzteorganisation für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) anlässlich der Veröffentlichung ihres Reports „30 Jahre Leben mit Tschernobyl – 5 Jahre Leben mit Fukushima: Gesundheitliche Folgen der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima“. Diesen Bericht veröffentlichte die IPPNW zu ihrem Kongress, den sie mit Wissenschaftlern aus Japan, der ehemaligen Sowjetunion, aus Deutschland, den USA und aller Welt vom 26. bis 28. Februar 2016 in Berlin veranstaltete.

Der Report zeigt, daß die gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophen weiterhin andauern, und die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima sich noch jahrzehntelang fortsetzen werden. Die Autoren Dr. med. Angelika Claußen, Europa-Vorsitzende der IPPNW, und Dr. med. Alex Rosen, stellvertretender Vorsitzender der deutschen IPPNW-Sektion, geben einen Überblick über wissenschaftliche Forschungsergebnisse und erläutern den derzeitigen Stand des Wissens zu den Folgen der beiden Atomkatastrophen. Jenseits der Kontroversen um die Folgen langfristiger Strahlenexposition mehren sich anerkannte wissenschaftliche Publikationen, die nachweisen, daß sogenannte Niedrigdosisstrahlung wesentlich gefährlicher ist als bislang angenommen. Schon sehr kleine Strahlendosen führen zu signifikant er-höhten Risiken für Krebs, Herzkreislauferkrankungen, perinatale Sterblichkeit sowie Fehlbildungen bei Neugeborenen, schreiben die Autoren. Außerdem sei in großen Teilen Zentral- und Osteuropas und in Teilen Asiens das Geschlechterverhältnis neugeborener Jungen zu Mädchen nach Tschernobyl sprunghaft und hochsignifikant zu Lasten der Mädchen angestiegen. Dieser Effekt weise deutlich auf eine Beeinträchtigung der menschlichen Erbanlagen durch Niedrigdosisstrahlung hin.

Stx700-701.2016.1-3.3 (3 Seiten)

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Hohe Strontium-Konzentrationen in Zähnen und Knochen. Hohe Konzentrationen von Strontium-90 in der Größenordnung der Konzentrationen von Cäsium-137 hat Hidekazu Nihei in Zähnen und Knochen junger Rinder aus den Evakuierungsgebieten um die havarierten Atomkraftwerke von Fukushima Dai-ichi ermittelt. In seiner Doktorarbeit an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Tohoku-Universität in Sendai (Japan) aus dem Jahr 2013 ist das dokumentiert. Demnach wurden in Zähnen und Knochen des Kopfes der Tiere teilweise mehr als 150 Becquerel Strontium-90 pro Kilogramm gemessen. Die Strontium-90-Konzentrationen übersteigen die Werte für Cäsium-137 speziell in niedriger vom radioaktiven Fallout belasteten Gebieten.

Stx694-695.2015.17-18.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Internationaler IPPNW-Kongress, 26. bis 28. Februar 2016 in Berlin: 5 Jahre Leben mit Fukushima – 30 Jahre Leben mit Tschernobyl. Eine aktuelle Bilanz der Folgen für Umwelt und Gesundheit. Die nukleare Kette – Vom Uranabbau zum Atommüll. Die Herausforderung Energiewende.

Stx694-695.2015.11-14.4 (4 Seiten)

Zur ausführlichen Einladung, zur Programmankündigung und zum Anmeldeformular

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Folgen von Fukushima: UNSCEAR bleibt bei seiner Meinung. In einem jetzt veröffentlichten Weißbuch „Fukushima 2015 White Paper“ hat das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkungen der Atomstrahlung (UNSCEAR) die Entwicklung seit seinem Bericht über die Auswirkungen der Strahlenexposition durch die Reaktorkatstrophe von Fukushima aus dem Jahre 2013 gewürdigt. Dem Weißbuch ist als Anhang eine Kommentierung von Kritiken beigefügt, die an dem UNSCEAR-Bericht von 2013 geübt worden waren.

Stx692-693.2015.8.1 (1 Seite)

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Folgen von Fukushima: Leukämieerkrankung eines Aufräumarbeiters in Fukushima Dai’ichi erstmals als berufsbedingt anerkannt. Das japanische Ministerium für Gesundheit und Arbeit hat zum ersten Mal dem Antrag eines unter anderem zu Aufräumarbeiten im havarierten Kraftwerk Fukushima I eingesetzten Arbeiters stattgegeben und dessen Leukämie als berufsbedingte Erkrankung anerkannt. Das berichtete das staatliche japanische Fernsehen NHK unter Berufung auf das Ministerium am 20. Oktober 2015.

Stx692-693.2015.8.1 (1 Seite)

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Gesundheitsfolgen

Folgen von Fukushima: Kinder und Jugendliche in der Präfektur Fukushima erkrankten schon in den ersten 4 Jahren seit der Reaktorkatastrophe deutlich vermehrt an Schilddrüsenkrebs. In der japanischen Präfektur Fukushima waren nach der Reaktorkatastrophe im März 2011 Ultraschall-Reihenuntersuchungen der Schilddrüse an allen Kindern und Jugendlichen durchgeführt worden, die am 11. März 2011 18 Jahre alt oder jünger waren. Im ersten Durchgang des Screenings wurden 298.577 Probanden (81 Prozent) von 367.687 Personen jünger als 19 Jahre erfasst. Mit einem erneuten zweiten Durchgang wurde im April 2014 begonnen. Toshihide TSUDA vom Department of Human Ecology der Graduate School of Environmental and Life Science der Universität von Okayama und Kollegen werteten die Ergebnisse dieses Screenings aus, die bis zum 31. Dezember 2014 ermittelt worden waren.

Stx692-693.2015.7-8..2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

„42 Millionen Menschen leiden unter Fukushima und Tschernobyl“. Etwa 32 Millionen Menschen in Japan sind durch den radioaktiven Fallout aus der Atomkatastrophe von Fukushima betroffen. Das erklärt die 1993 von Michail Gorbatschow gegründete, in Genf ansässige Organisation Green Cross in einem im März 2015 veröffentlichten Report. Die amerikanischen Autoren, Professor Jonathan M. Samet und Dayana Chanson von der University of Southern California, stützten sich ihren Angaben zufolge bei ihren Recherchen auf die Suchmaschinen Google, Google Scholar und PubMed. Vom Reaktorunfall von Tschernobyl seien dagegen nur 10 Millionen Menschen betroffen gewesen, wird erläutert. Entsprechend sei in Japan langfristig mit einem erhöhten Krebsrisiko und vermehrten neuropsychologischen gesundheitlichen Folgen zu rechnen.

Stx678-679.2015.3.1 (1 Seite)

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Unzureichend, unwissenschaftlich, unerheblich – das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkung von Atomstrahlung. Der Strahlenschutzexperte und langjährige WHO-Funktionär Keith Baverstock übt scharfe Kritik am Bericht des UNSCEAR zur Reaktorkatastrophe von Fukushima und fragt, ob man dieses Komitee noch braucht. (Bericht von Annette Hack)

Stx670-671.2014.1-3.3 (3 Seiten)

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Update: Säuglingssterblichkeit in Japan nach Fukushima. Die monatlichen Daten der Lebendgeburten und der Säuglingssterblichkeit liegen jetzt auch bis Ende 2013 vor. Im Jahre 2012 war die Säuglingssterblichkeit in den Präfekturen Fukushima und 6 benachbarten Präfekturen deutlich signifikant erhöht. Ein Maximum des Anstiegs zeigt sich um den Mai 2012. Damit könnte der Effekt auf den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln während der Erntezeit 2011 zurückzuführen sein. Ein Update der statistischen Auswertung von Alfred Körblein vom Februar dieses Jahres. Von Alfred Körblein.

Stx668-669.2014.5-7.3 (3 Seiten)

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Mutationen nach der Reaktoren-Katastrophe. In einer Reihe von veröffentlichten Symposium-Beiträgen zu den Folgen der Fukushima-Katastrophe, kommen Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Freisetzung von radioaktivem Material konkrete Auswirkungen auf Lebewesen hat. Die aktuellen Beiträge im „Journal of Heredity“ (Volume 105 Issue 5 September-October 2014) befassen sich im Wesentlichen mit bereits aufgetretenen genetischen Veränderungen bei Vögeln, Insekten und Pflanzen. Timothy Mousseau von der University of South Carolina befasst sich in seinem Beitrag mit Symptomen bei Schwalben. Sowohl im Jahr 1986, als auch im Jahr 2012, jeweils nach den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima, habe man Schwalben mit ungewöhnlichen weissen Punkten im Gefieder nachgewiesen. Die Zahl der Tiere in Japan sei in den beiden Folgejahren noch angestiegen.

Japanische Forscher von der Nippon Veterinary and Life Science University in Tokio berichten zudem, dass Japanmakaken in den Gebieten mit merklichem Fallout aus dem AKW Fukushima Daiichi deutlich schlechtere Blutwerte als Artgenossen aus einer weiter entfernten Region haben. Im April 2012 führten Kazuhiko Ochiai und Kollegen Blutuntersuchungen an einer Population von wild lebenden japanischen Affen durch, die die Waldfläche von Fukushima City besiedeln.

Stx666-667.2014.12.1 (1 Seite)

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Gesundheitsfolgen

Erhöhte Sterblichkeit und Fehlbildungen nach radioaktiv kontaminierter Nahrung. Gesäten Zweifeln, daß eine Ernährung mit radioaktiv kontaminierten Nahrungsmitteln biologische Auswirkungen auf Organismen haben könne, begegnen japanische Wissenschaftler der Ryukuyu-Universität von Nishihara auf Okinawa (Japan) um Joji M. Otaki erneut mit einem Bericht über Fütterungsversuche an Larven von Schmetterlingen der Bläulingsart Zizeeria maha von der am wenigsten belasteten japanischen Insel Okinawa. Sie hatten bereits im Jahr 2012 von Deformationen an den Schmetterlingen berichtet, wie Strahlentelex in seiner Ausgabe vom 6. September 2012 gemeldet hatte. Sie fütterten die Schmetterlingslarven mit unterschiedlich kontaminierten Blättern aus Ortschaften in Tohoku (Motomiya (161 Bq/kg Radiocäsium) und Koriyama (117 Bq/kg)) in Kanto (Kashiwa (47,6 Bq/kg) und Musashino (6,4 Bq/kg)), in Tokai (Atami (2,5 Bq/kg)) und von Okinawa (0,2 Bq/kg). Zusätzlich zu den Wirkungen auf die erste Generation untersuchten sie auch die Folgegeneration.

Stx666-667.2014.11-12.2 (2 Seiten)

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Die Zahl bisher entdeckter Schilddrüsenkrebsfälle steigt in Japan weiter an. Die Zahl bisher entdeckter Schilddrüsenkrebsfälle in Japan seit der Katastrophe von Fukushima ist hoch, stellt die deutsche Sektion der internationalen Ärzteinitiative IPPNW in einer Mitteilung vom 6. Juni 2014 fest. Bei 50 japanischen Kindern in der Präfektur Fukushima wurden mittlerweile Schilddrüsenkrebs-Operationen durchgeführt. Das geht aus einem Bericht des Fukushima Health Management vom 19. Mai 2014 hervor. 39 weitere Kinder haben krebsverdächtige Biopsieergebnisse und müssen noch operiert werden. Es sei zu erwarten, daß die Zahl der Krebsfälle weiter steigen wird, da bislang erst für 78 Prozent der betroffenen Kinder Ergebnisse publiziert wurden und bei rund 400 Kindern mit verdächtigen Ergebnissen in den ersten Reihenuntersuchungen noch keine Folgeergebnisse vorliegen. Japanische Krebsstatistiken belegen in der entsprechenden Altersgruppe normalerweise eine Inzidenz von weniger als einem Schilddrüsenkrebsfall pro Jahr.

Stx660-661.2014.10.1 (1 Seite)

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Gesundheitsfolgen

Streit um Nasenbluten in Japan. Nach Auffassung japanischer Behörden hat nichts, was an gesundheitlichen Beschwerden und an Krankheiten in Japan beobachtet wird, mit der Reaktorkatastrophe von Fukushima Dai’ichi zu tun – nicht die exorbitant angestiegene Zahl von Schilddrüsenkrebs und anderen Fehlfunktionen der Schilddrüse bei Kindern, nicht der Anstieg von Herz-Kreislauferkrankungen und nicht die vielen „plötzlichen“ Todesfälle bei relativ jungen Menschen. Jetzt also das Nasenbluten. Aus der ersten Zeit nach dem Reaktorunfall gibt es zahlreiche Berichte, daß Menschen in den verstrahlten Gebieten auch unter heftigem Nasenbluten litten, vor allem Kinder. Besorgte Kinderärzte nahmen vorsorglich Blutproben. Es ist von hier aus nicht zu beurteilen, ob das Phänomen systematisch untersucht wurde. Jetzt aber machte das Nasenbluten Schlagzeilen, weil es in einem vielgelesen Comic auftauchte. Die Behörden reagierten mit Verleugnung – „so etwas gab es nicht“ – und mit politischem und juristischem Druck auf den Verleger des Comics.

Stx658-659.2014.13-14.2 (2 Seiten)

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Vertuschung von gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophe. UNSCEAR-Bericht zu den Folgen von Fukushima. Am 2. April 2014 hat das Komitee der Vereinten Nationen für die Folgen der Atomstrahlung (UNSCEAR) den Teil A seines Berichts über die Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima veröffentlicht. Er spielt das wahre Ausmaß der gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima systematisch herunter, kritisiert die deutsche Sektion der internationalen Ärztevereinigung IPPNW. UNSCEAR behauptet in seinem 300-seitigen Abschlussbericht, daß „keine signifikanten Veränderungen künftiger Krebsraten zu erwarten sind, die mit der Strahlenexposition durch den Unfall in Verbindung gebracht werden können“. Ärzte und Ärztinnen der IPPNW dagegen gehen in ihren Berechnungen von mehreren Zehntausend zusätzlichen Krebserkrankungen aus.

Stx656-657.2014.11-12.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Fukushima und Tschernobyl: Den Opfern der atomaren Katastrophen eine Stimme geben. Internationale Tagung zu den Folgen von Atom-katastrophen für Mensch und Umwelt. Zu den Folgen von Tschernobyl und Fukushima für Natur und Menschen veranstaltete die IPPNW Deutschland – Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. zusammen mit der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau im hessischen Arnoldshain eine Tagung mit internationalen Referenten und Teilnehmern. Bericht von Annette Hack.

Stx654-655.2014.4-7.4 (4 Seiten)

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Japanese version

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Keine Transparenz erwünscht. Berichten der japanischen Zeitung „Tokyo Shimbun“ zufolge, hat die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) mit den Präfekturen Fukushima und Fukui sowie mit der Medizinischen Fakultät von Fukushima Verträge ausgehandelt, die eine gegenseitige Geheimhaltung zu bestimmten Informationen garantierten, wenn dies eine der Parteien wünscht.

Stx654-655.2014.3.1 (1 Seite)

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Erhöhte Säuglingssterblichkeit und Rückgang der Geburtenrate in Japan nach Fukushima. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima war die Säuglingssterblichkeit in den am stärksten radioaktiv belasteten Präfekturen um Fukushima im Mittel der ersten drei Quartale des Jahres 2012 um 25 Prozent gegenüber dem Trend der Jahre 2002 bis 2011 erhöht (P=0,005). Außerdem zeigt sich im Dezember 2011, 9 Monate nach der Reaktorkatastrophe, ein hochsignifikanter Rückgang der Anzahl der Lebendgeburten um 10 Prozent. Von Alfred Körblein.

Stx650-651.2014.7-9.3 (3 Seiten)

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English Version by Alfred Koerblein is available.

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Totgeburten und Säuglingssterblichkeit in Japan. In 11 durch das Erdbeben, den Tsunami und mutmaßlich durch die Fukushima-Katastrophe radiologisch betroffenen japanischen Präfekturen stieg 9 Monate nach dem Erdbeben die monatliche Gesamtfrühsterblichkeit um circa 5 Prozent gegenüber dem in ganz Japan zugrundeliegenden Abwärtstrend signifikant an, p=0,0097. In den vier mutmaßlich am höchsten belasteten Präfekturen Ibaraki, Fukushima, Miyagi und Iwate stieg die Totgeburtenrate ab Dezember 2011 sogar um circa 13 Prozent signifikant an, p=0,0075. Entsprechende Effekte sind in den übrigen, weniger belasteten Präfekturen weniger ausgeprägt bzw. (vorerst) nicht zu erkennen. Mit der hier erstmals durchgeführten einfachen, orientierenden Analyse der Frühsterblichkeit und Totgeburtlichkeit in Japan zeichnen sich strahleninduzierte genetische Effekte ab, wie sie bereits in Europa nach Tschernobyl beobachtet worden waren. Von Masao Fukumoto, Kristina Voigt, Ralf Kusmierz, Hagen Scherb.

Stx650-651.2014.3-6.4 (4 Seiten)

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Japanese Version

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Weiterer Anstieg der Schilddrüsenkrebs- und -krebsverdachtsfälle in der Präfektur Fukushima. Wie die Verwaltung der japanischen Präfektur Fukushima am 20. August 2013 bekannt gab, ist die Zahl der Schilddrüsenkrebserkrankungen und der Verdachtsfälle auf insgesamt 44 Fälle gestiegen. Die Krebsfälle wurden mit 18, die Verdachtsfälle mit 25 beziffert. Nur ein Verdachtsfall stellte sich als gutartig heraus. Das berichtete die Internetausgabe der Zeitung Asahi Shimbun vom selben Tag. Die Zahl der untersuchten Kinder wird mit rund 193.000 angegeben.

Stx640-641.2013.6.1 (1 Seite)

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Der Betriebsleiter von Fukushima Daiichi ist tot. Der Betriebsleiter des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi Masao YOSHIDA ist tot. Er starb am 9. Juli 2013 im Alter von 58 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung. Im Juni 2010 war er Betriebsleiter des Kraftwerks geworden und hatte die Maßnahmen nach der Havarie vom 11. März 2011 vor Ort geleitet. Im November 2011 war bei ihm Speiseröhrenkrebs diagnostiziert worden und im Juli 2012 erlitt er zudem einen Hirnschlag und mußte notoperiert werden.

Stx638-639.2013.4.1 (1 Seite)

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Gesundheitsfolgen

Anstieg der Schilddrüsenkrebs-erkrankungen nach Fukushima und Tschernobyl. Nach Fukushima ist in einigen Jahren mit einer möglicherweise explosionsartigen Zunahme an Schilddrüsenkrebserkrankungen zu rechnen.

Anders als in der japanischen Presse und in der Folge auch vom Strahlentelex vermeldet, beziffert der Kinderarzt Dr. TAKAMATSU Isamu die Zahl der Schilddrüsenkrebsfälle bei Kindern und Jugendlichen, die in den Schilddrüsenreihenuntersuchungen im Rahmen der Gesundheitsstudie der Präfektur Fukushima gefunden wurden, auf 27 Fälle bei einer Gesamtzahl von 174.376 untersuchten Personen. Dr. Takamatsu zufolge ergibt sich das aus den Bekanntmachungen auf der Tagung des Forschungsausschusses der Gesundheitsstudie vom 5. Juni 2013. Nach seiner Darstellung wurden unter 40.302 Kindern und Jugendlichen, die überwiegend aus der Küstenregion Hama-dori der Präfektur Fukushima stammten und 2011 untersucht wurden, 11 Krebsfälle gefunden. Von diesen 11 wurden 7 durch Operation bestätigt und 4 durch Zelluntersuchungen. Unter den 134.074 Kindern und Jugendlichen, die 2012 untersucht wurden und überwiegend aus der weiter landeinwärts gelegenen Region Naka-dori stammten, wurden weitere 16 Fälle gefunden, von denen 5 durch Operation und 11 durch Zelluntersuchung bestätigt wurden.

Offiziell wird in Japan argumentiert, nach Tschernobyl habe es 4 bis 5 Jahre gedauert, bis dort ein Anstieg der Zahl der Schilddrüsenkrebserkrankungen zu verzeichnen war, weshalb die jetzt in Japan gefundenen Fällen nicht der Katastrophe von Fukushima zuzurechnen seien. Die Sowjetunion hatte damals jedoch ihren Ärzten untersagt, Beziehungen zwischen der Reaktorkatastrophe und Erkrankungen herzustellen. Insofern beginnen offizielle Statistiken darüber meist erst mit der Glasnost-Zeit. Tatsächlich traten nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 bereits früher vermehrt Schilddrüsenkrebserkrankungen auf.

Stx638-639.2013.3-4.2 (2 Seiten)

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Folgen von Fukushima / Atompolitik / Atomwirtschaft: Schockierte UNSCEAR-Mitglieder aus Belgien protestieren. „Man geht sogar noch hinter die Lehren aus Tschernobyl und anderen Studien zurück.“ – Die deutschen Mitglieder schweigen.

Die belgischen Delegierten bei UNSCEAR, dem wissenschaftlichen Komitee der Vereinten Nationen zur Wirkung der Atomstrahlung, waren sehr ungehalten über den Bericht, der auf der letzten Sitzung dieses Gremiums Ende Mai 2013 in Wien über die Folgen der Katastrophe von Fukushima vorgelegt wurde. Das berichtete der Journalist Marc Molitor im Newsletter des Belgischen Rundfunks und Fernsehens im Juli 2013.

Molitor zitiert die belgische Delegation unter der Leitung von Hans Vanmarcke, Direktor der Abteilung Strahlenschutzforschung am belgischen Atomforschungszentrum in Mol (SCK), mit dem Resümee: „Alles erscheint hergerichtet und redigiert, um die Folgen der Katastrophe von Fukushima kleinzureden. Man geht sogar noch hinter die Lehren aus Tschernobyl und anderen Studien zurück.“ Vanmarcke berichtete demnach der belgischen Vereinigung für Strahlenschutz (ABR) sehr kritisch über die vorläufigen Schlußfolgerungen von UNSCEAR. Nach Informationen des Journalisten Molitor waren die Diskussionen bei der UNSCEAR-Tagung so angespannt und die belgischen Teilnehmer so schockiert, daß sie drohten, den Abschlußbericht nicht zu unterzeichnen. Einige wollten sogar die Tagung verlassen. Man habe ihnen deshalb in Aussicht gestellt, ihre Einwendungen und die einiger anderer, vor allem englischer Experten, in einem neuen, umgearbeiteten Dokument zu berücksichtigen. Die Vergangenheit habe allerdings gezeigt, so Vanmarcke laut Molitor, daß das Sekretariat und die Berichterstatter über die Agenda und die endgültige Orientierung der Texte entschieden. Daher sei größte Wachsamkeit geboten, damit die endgültige Version auch die Debatten genau wiederspiegelten. UNSCEAR soll den Bericht im Herbst 2013 der Vollversammlung der Vereinten Nationen vorlegen.

Nach einer Übersetzung aus dem Französischen von Annette Hack.

Stx638-639.2013.1-3.3 (3 Seiten)

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Weitere Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern und Jugendlichen gefunden. Shun’ichi YAMASHITA durch Hokuto HOSHI ersetzt. In Fukushima wurde inzwischen bei 12 Personen unter 18 Jahren Schilddrüsenkrebs festgestellt und in weiteren 16 Fällen bestehe Verdacht darauf, hat das Komitee für die Untersuchung der Gesundheit der Einwohner der Präfektur Fukushima am 5. Juni 2013 bekanntgegeben. Das meldeten japanische Nachrichtenagenturen und Zeitungen am selben und die Online-Ausgabe der Zeitung Mainichi Shimbun am folgenden Tag. Dabei handelt sich um Ergebnisse der ersten Untersuchung von circa 174.000 Kindern und Jugendlichen. Die Gesamtzahl der Kinder und Jugendlichen, die zur Zeit der Reaktorenkatastrophe unter 18 Jahre alt waren, beträgt allerdings 360.000.

Die Sitzung des Untersuchungskomitees begann mit der Wahl eines neuen Vorsitzenden als Nachfolger von Shun‘ichi YAMASHITA, weil dieser für seine Öffentlichkeitsarbeit kritisiert worden war. Einstimmig wurde Hokuto HOSHI, ein Vorstandsmitglied des Ärzteverbandes der Präfektur Fukushima, zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Stx636-637.2013.7-8.2 (2 Seiten)

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Sammelklage von Fukushima-Geschädigten. Hunderte von Geschädigten der atomaren Katastrophe in Fukushima haben eine Sammelklage eingereicht, mit der sie eine Entschädigung für ihr Land erreichen wollen, das radioaktiv kontaminiert wurde. Die Anwälte der etwa 800 Kläger teilten mit, dass dieser Fall beim Regionalgericht Fukushima eingereicht worden sei. Die Kläger fordern etwa 540 US-Dollar pro Monat von der Regierung und der Betreiberfirma TEPCO, bis das Land wieder hergestellt ist.

Stx634-635.2013.10.1 (1 Seite)

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Gesundheitsfolgen

„Wir werden unser Leben damit verbringen, unser eigenes Grab zu schaufeln“. Die Evakuierungszonen um Fukushima Daiichi wurden jetzt 2 Jahre nach dem Katastrophenbeginn neu definiert und die ehemaligen Bewohner sollen zur Rückkehr animiert werden. Am 28. Mai 2013 trat eine Neueinteilung der Evakuierungszonen um die havarierten Atomkraftwerke von Fukushima Daiichi in Kraft. Um den wirtschaftlichen Wiederaufbau anzukurbeln, haben die Behörden beschlossen, die Evakuierungszone von 20 Kilometern um die havarierten Anlagen wieder zu öffnen. Darauf machen der in Japan lebende französische Wirtschaftswissenschaftler und Publizist Thierry Ribaut und Cécile Asanuma-Brice jetzt in einem Bericht aufmerksam. Es wirke zunächst einmal so, als habe sich mit der neuen Zoneneinteilung nicht viel geändert, schreibt Ribaut. Allerdings sei die verbotene Zone jetzt sehr viel kleiner als vorher. Auf diese und andere Weise werde ein Gefühl der Sicherheit und der wiedergewonnenen Bewegungsfreiheit verbreitet und die Gegend um das Kraftwerk Fukushima Daiichi wieder bevölkert.

Stx634-635.2013.9-10.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Japanisches Gericht erkennt eine Gesundheitsgefährdung zwar an, verweigert aber die Evakuierung. Die japanische Stadt Kōriyama in der Präfektur Fukushima ist circa 60 Kilometer von den havarierten Atom-kraftwerken Fukushima Dai-ichi entfernt. Einige Monate nach der nuklearen Katastrophe haben 14 Schulkinder aus Kōriyama bzw. deren Eltern den Entschluß gefaßt, eine Klage gegen die Stadt Kōriyama anzustrengen. Das Ziel der Klage ist einfach und klar: Die Kinder wollen in einer gesunden, radioaktiv „unbelasteten“ Umwelt leben, in der die Strahlenbelastung weniger als 1 Millisievert pro Jahr (mSv/a) beträgt. Darauf wies jetzt „The Fukushima Collective Evacuation Trial Team forthe Right to Education in a Safe Place“ hin.

Stx634-635.2013.8.1 (1 Seite)

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Fukushima Symposium in New York. Ein Symposium zu den gesundheitlichen und ökologischen Folgen der Atomkatastrophe in Fukushima fand am 11. und 12. März 2013 in New York statt. Es wurde von der Helen Caldicott Stiftung und den „Physicians für Social Responsibility“ organisiert. Videos und PowerPoint-Präsentationen von dem Symposium können auf

http://www.helencaldicottfoundation.org/ bzw. http://www.totalwebcasting.com/view/?id=hcf betrachtet und heruntergeladen werden.

Stx634-635.2013.7-8.2 (2 Seiten)

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Anstieg der Prävalenz von Schilddrüsenunterfunktion bei Neugeborenen im Westen der USA. Eine neue Studie aus den USA findet nach der Reaktorenkatastrophe von Fukushima Anfang März 2011 eine signifikant erhöhte Anzahl von Neugeborenen mit Schilddrüsenunterfunktion in 5 westlichen US-Staaten (Alaska, Washington, Oregon, Kalifornien und in Hawaii). Die Autoren führen dies auf die Aufnahme von radioaktivem Jod aus Fukushima während der Schwangerschaft zurück. Eine Überprüfung der Analyse ergibt, dass die Zunahme der Fallzahlen im Jahr 2011 gegenüber 2010 nicht signifikant ist (p=0,067), aber bezogen auf die jeweilige Anzahl der Lebendgeburten (Prävalenz) eine statistisch signifikante Erhöhung um 33 Prozent aufweist (p=0,004). Von Alfred Körblein

Stx632-633.2013.2-3.2 (2 Seiten)

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IPPNW und WHO erwarten mehrere zehntausend zusätzliche Krebsfälle in Japan. Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW legte jetzt eine Analyse zu den Folgen von Fukushima vor, um die politischen Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Reports von Weltgesundheitsorganisation (WHO) und IPPNW zu informieren, die in den Medien als völlig widersprüchlich dargestellt wurden. Beide Organisationen nahmen den 2. Jahrestag der Katastrophe von Fukushima zum Anlaß ihrer Veröffentlichungen. Mit einem Kommentar von Thomas Dersee.

Stx630-631.2013.3-4.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Vermehrt Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern und Jugendlichen in Japan. Bald nach dem Unfall von Fukushima begann die Präfektur mit Reihenuntersuchungen der Schilddrüsen an Kindern und Jugendlichen – vom Säugling bis zum Alter von unter 18 Jahren. Am 13. Februar 2013 fand erneut eine öffentliche Sitzung des Lenkungsausschusses für die Gesundheitsstudie an den Einwohnern der Präfektur Fukushima statt. Im Anschluß gab es eine Pressekonferenz. Thema waren die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchungen an 38.114 Kindern im Jahr 2011 (Heisei 23). Von diesen waren 186 aufgefordert worden, sich gründlichen Nachuntersuchungen zu unterziehen. 24 dieser Kinder erschienen nicht. Die Nachuntersuchungen sind für 151 Kinder inzwischen abgeschlossen, für 11 Kinder dauern sie noch an. 118 Kinder wurden wegen Verdachts auf ernste Erkrankungen in ärztliche Behandlung überwiesen. Zytologische Untersuchungen sind bei 76 Kindern abgeschlossen, bei 42 Kindern wurden sie noch nicht durchgeführt. Bei 10 der Kinder, die sich einer zytologischen Untersuchung unterziehen mußten, besteht im Ergebnis ein Krebsverdacht. Der Verdacht ist bei 3 Kindern nach einer Schilddrüsenoperation bestätigt worden – gefunden wurde bei jedem der drei Kinder ein papilläres Karzinom. Bei 7 Kindern ist der Verdacht noch nicht bestätigt.

Kalkulationen von UNSCEAR und WHO. Am 26. Februar 2013 gab das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkungen der Atomstrahlung (UNSCEAR) auf einer internationalen Konferenz in Fukushima ihre Berechnung der Schilddrüsendosis für einjährige Kinder in der 30-Kilometerzone um den havarierten Reaktor bekannt. Im Mai 2012 hatte bereits die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schilddrüsendosen geschätzt. Am 28. Februar 2013 veröffentlichte die WHO nun eine weitere vorläufige Abschätzung der Gesundheitsfolgen aus dem Atomunfall. Sie kommt zu dem Ergebnis, „daß für die allgemeine Bevölkerung innerhalb und außerhalb von Japan die prognostizierten Risiken gering sind und keine beobachtbaren Anstiege der Krebsraten zu erwarten sind.“ Lediglich für Menschen an den am stärksten kontaminierten Orten seien die geschätzten Risiken etwas über den Normalwerten erhöht. Bericht mit einem Kommentar von Annette Hack und Thomas Dersee.

Stx628-629.4-5.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Rückgang der Geburten in Japan 9 Monate nach Fukushima. Im Dezember 2011, 9 Monate nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima, zeigt sich ein signifikanter Rückgang der Geburten gegenüber dem Trend der Jahre 2006 bis 2011 um 4,7 Prozent (P=0,007) in Japan und um 15 Prozent (P=0,0001) in der Präfektur Fukushima. Ein ähnlicher Effekt findet sich in etlichen europäischen Ländern im Februar 1987, circa 9 Monate nach Tschernobyl. Dabei ist der Rückgang auf nur einen Monat beschränkt, was auf vermehrte spontane Aborte schließen lässt. Der Befund legt nahe, dass die Aborte auf die Strahlenbelastung zurückzuführen sind. Von Alfred Körblein.

Decline of live births in Japan 9 months after Fukushima. In December 2011, 9 months after the nuclear disaster at Fukushima Daiichi, a significant decline in live births occurred relative to the trend of the years 2006 to 2011 in Japan (P=0.007) and, simultaneously, in Fukushima prefecture (p=0.0001). A similar effect was observed in several European countries in February 1987, about 9 months after the Chernobyl accident. The decline in live births is limited to the months of December 2011 and February 1987. This distinct effect may indicate increased spontaneous abortions caused by the initial radiation exposure from the nuclear accidents.

Stx628-629.2013.2-3.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Die Schilddrüsendosiswerte von Bewohnern der japanischen Präfektur Fukushima sollen unbedenklich sein. Wirkliche Schilddrüsendosismessungen haben jedoch niemals stattgefunden. Auf einem Symposium am 27. Januar 2013 in Tokyo erklärten japanische Wissenschaftler, durch Auswertung von Schilddrüsentests die zeitnah nach dem Unglück durchgeführt worden waren, habe man errechnet, dass die Bevölkerung durch das bei der Atomkatastrophe von Fukushima freigesetzte radioaktive Jod nicht gefährdet sei. Das japanische Umweltministerium hatte 2012 das Nationale Institut für Radiologische Wissenschaften in Chiba (NIRS; Hoshasen sogo igaku kenkyu-sho; HōI-ken) beauftragt, die wirkliche Situation der Strahlenbelastung nach der Katastrophe von Fukushima wissenschaftlich zu untersuchen. Die Schlußfolgerungen der japanischen Wissenschaftler sind wagemutig. Wie in der Sowjetunion nach Tschernobyl wurden auch hier die Schilddrüsendosen nicht wirklich gemessen, sondern im nachhinein geschätzt und berechnet. Bericht und Kommentar von Thomas Dersee.

Stx626-627.2013.6-7.2 (2 Seiten)

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Japanese version

Gesundheitsfolgen

Säuglingssterblichkeit in Japan nach Fukushima. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima Dai-ichi zeigen sich in den japanischen Daten der Säuglingssterblichkeit ausgeprägte Peaks in den Monaten Mai und Dezember 2011, 2 bzw. 9 Monate nach Fukushima. Nach Tschernobyl ergab eine Auswertung von Daten der frühen Säuglingssterblichkeit aus Westdeutschland Maxima im Juni 1986 und im Februar 1987, also mit ähnlichem zeitlichem Abstand von der Reaktorkatastrophe am 26. April 1986.

Im Dezember 2011, 9 Monate nach Fukushima, zeigt sich in Japan ein deutliches Defizit bei der Anzahl der Geburten. In Südbayern, der vom Tschernobyl-Fallout am stärksten betroffenen Region Deutschlands, findet sich im Februar 1987 ebenfalls ein signifikanter Rückgang der Geburtenzahlen. In beiden Fällen ist der Effekt auf einen Monat beschränkt. Von Alfred Körblein.

Infant mortality in Japan after Fukushima. Following the nuclear disaster at Fukushima Dai-ichi, Japanese infant mortality monthly data exhibit distinct peaks in May 2011 and December 2011, 2 and 9 months after the melt-downs in March 2011. After Chernobyl, an analysis of data of early infant mortality in West Germany also found peaks in June 1986 and February 1987, i.e. 2 and 9 months after the Chernobyl disaster on 26 April 1986.

In December 2011, 9 months after Fukushima, there is a significant deficit in the number of live births in Japan. Similarly, a significant decline in birth numbers was found in February 1987 in southern Bavaria, the German region most affected by the Chernobyl fallout. In Japan as well as in Bavaria, the effect is limited to a single month. From Alfred Koerblein.

Stx622-623.2012.12-14.3 (3 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Knoten und Zysten nehmen in den Schilddrüsen japanischer Kinder stetig zu. Den ersten Fall von Schilddrüsenkrebs entdeckt. Wataru IWATA (CRMS, Fukushima), Nadine Ribault und Thierry Ribault berichteten kommentierend über die öffentliche Vorstellung der Ergebnisse des Schilddrüsenscreenings aus der Präfektur Fukushima. Shunichi YAMASHITA, Prorektor der Medizinischen Hochschule Fukushima, oberster Gesundheitsberater der Präfektur und oberster Leiter aller Reihenuntersuchungen und Studien nach dem Reaktorunfall, gab auf dieser Veranstaltung am 11. September 2012 bekannt, daß ein erster Fall von Schilddrüsenkrebs gefunden worden sei. Alter und Geschlecht des erkrankten Kindes wurden nicht mitgeteilt. Insgesamt haben bereits 43,7 Prozent von mehr als 42.000 untersuchten Kindern aus Fukushima-Stadt Veränderungen (Knoten und Zysten) an der Schilddrüse. Zuvor war noch von 36,1 Prozent berichtet worden. Knoten und Zysten in Schilddrüsen von Kindern treten normalerweise nur äußerst selten auf.

Stx618-621.2012.1-2.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Dosismessungen der Katastrophenhelfer wurden manipuliert. Im havarierten Atomkraftwerk von Fukushima Dai-ichi eingesetzte Arbeiter wurden Anfang Dezember 2011 angewiesen, ihre Dosimeter mit einer Bleiabschirmung zu versehen. Das meldete die japanische Tageszeitung Asahi Shimbun am 21. Juli 2012. Damit sollte die ermittelte Dosis kleiner gehalten werden als sie tatsächlich war, um die Arbeiter länger in dem verstrahlten Kraftwerk einsetzen zu können. Das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkungen der Atomstrahlung (UNSCEAR) arbeitet an einem Bericht über die Gesundheitsrisiken nach Fukushima, in dem die Daten von 20.115 Arbeitern ausgewertet werden sollen, die der AKW-Betreiber Tepco beschäftigt hat, um die Reaktorruinen von Fukushima zu stabilisieren. Diese Arbeit dürfte angesichts der jetzt bekannt gewordenen Dosisfälschungen wertlos geworden sein.

Stx614-615.2012.1-2.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Bereits sehr viele Kinder mit Schilddrüsenveränderungen. Dr. MATSUZAKI Hiroyuki, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Allgemeinen Städtischen Klinikum der Stadt Fukugawa (Hokkaido, Japan), hat unter dem Titel „Was geschieht jetzt mit den Kindern von Fukushima? - Eine Betrachtung der Schilddrüsenschäden, der Atemfunktionen und der Knochenmarksfunktionen vor dem Hintergrund der Resultate von Tschernobyl- und anderen Studien“ seine Überlegungen im Mai 2012 ins Internet gestellt.

Ende April 2012 hatte die Gesundheitsbehörde der Präfektur Fukushima als einen Teil der amtlichen Gesundheitsuntersuchungen nach dem Reaktorunglück die Ergebnisse der Schilddrüsenuntersuchungen an 38.114 Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren veröffentlicht. Die Gesundheitsbehörde hält 99,5 Prozent der Fälle für problemlos. Dagegen stellt Matsuzaki fest, daß die Befunde der Gesundheitsstudie von Fukushima deutlich höher als die früherer Studien liegen: Bei einem Drittel der untersuchten Kinder fanden sich Schilddrüsenzysten, das heißt mit Flüssigkeit gefüllte Taschen. Diese, so Matsuzaki sind ein Anzeichen dafür, daß sich im Innern der Schilddrüse etwas Außergewöhnliches abspielt.

Stx612-613.2012.1-2.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Die WHO will beruhigen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Komitee UNSCEAR legen erstaunliche Berichte vor. Der radioaktive Fallout von Fukushima werde kaum jemanden krank machen, meint die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem unter internationaler Beteiligung erstellten und mit „Vorläufige Dosisschätzung“ überschriebenen jetzt veröffentlichten ersten Report.

Die Autoren der WHO legten ihrem Bericht die offiziellen Angaben der japanischen Behörden zugrunde und schließen daraus, daß die große Mehrheit der Menschen nach dem GAU nur geringen Strahlendosen ausgesetzt gewesen sei. In der Präfektur Fukushima und den angrenzenden Präfekturen hätten die Menschen im ersten Jahr im allgemeinen nur weniger als 10 Millisievert abbekommen – von den Orten Namie und Iitate einmal abgesehen. Hier könnten es auch bis zu 50 Millisievert gewesen sein. Aber erst ab einer Dosis von 100 Millisievert meint man bei der WHO, gesundheitliche Auswirkungen nachweisen zu können.

Diese Angaben beruhen jedoch auf unvollständigen, oft nicht qualitätsgesicherten Daten. Bericht und Kommentar von Thomas Dersee.

Stx610-611.2012.1-2.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Abtreibungen und Fehlgeburten. Nach einem Bericht der Internetausgabe der Zeitung Asahi vom 16. April 2012 kommt eine Studie der Medizinischen Hochschule der Präfektur Fukushima zu dem Ergebnis, dass Befürchtungen oder Gerüchte über einen Anstieg der Fehlgeburten und der Abtreibungen nach dem Erdbeben und der Reaktorkatastrophe vom 11. März 2011 unbegründet seien. Die in der Fachzeitschrift Shūsanki Igaku (Perinatalmedizin; No. 3, März 2012) veröffentlichte Studie von Fujimori Takanari und Kollegen basiert auf einer Umfrage bei 81 medizinischen Einrichtungen mit Geburtsabteilungen in der Präfektur Fukushima, von denen 74 Antworten lieferten. Eine von der Zeitung Asahi erstellte graphische Darstellung der Ergebnisse lässt erkennen, dass die Monate von Januar bis November 2011, unterteilt in vier ungleiche Abschnitte, untersucht wurden. Weshalb der Dezember 2011 unberücksichtigt blieb, ist nicht ersichtlich. Man hätte auch gerne gewusst, in welchen Gegenden die sieben Krankenhäuser liegen, die sich nicht an der Umfrage beteiligten.

Stx608-609.2012.8.1 (1 Seite)

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Gesundheitsfolgen

Der lange Abschied von der unschädlichen Dosisschwelle. Anerkannte Strahleneffekte im Niederdosisbereich und ausstehende Korrekturen. Bereits vor langer Zeit wurde das Prinzip des „stochastischen“ Schadens für strahlenbedingte Krebs- und Erbkrankheiten von der internationalen Strahlenschutzkommission ICRP eingeführt. Es sollte den als eher unwahrscheinlich beschriebenen Ernstfall zur sicheren Seite hin abdecken, indem zugestanden wurde, dass ein einzelnes Strahlenquant im Prinzip einen gravierenden Spätschaden auslösen kann. Grenzwerte mussten seitdem stets mit einem entsprechend hohen gesellschaftlichen Nutzen gerechtfertigt werden, da sie reale Schadensfälle zuließen. Anwender und etliche Standesorganisationen sind bis heute gegen dieses Prinzip Sturm gelaufen und nach Fukushima wurde vielstimmig die Behauptung lanciert, unter 100 Millisievert (mSv) seien keine statistisch erkennbaren Schäden möglich. Demgegenüber liegen Evidenzen aus den Bereichen vorgeburtliche Röntgendiagnostik, Folgen bei den japanischen Atombombenüberlebenden, Radon in Häusern und berufliche Expositionen vor, die man heute als den akzeptierten Stand der Erkenntnis ansehen muss. Hinzu kommen als Beleg für die Wirksamkeit chronischer Expositionen durch Umweltradioaktivität die Befunde am Fluss Techa im Südural, wo die Bevölkerung durch die Emissionen der Plutoniumaufarbeitungsanlage Mayak kontaminiert wurde. Umwelteffekte durch andere kerntechnische Anlagen werden jedoch weiterhin offiziell geleugnet. Nachgewiesene Spätfolgen diagnostischer Bestrahlungen von Kindern und Erwachsenen werden nach wie vor ignoriert. Außerdem werden eine ganze Reihe von strahlenbedingten Nicht-Krebserkrankungen, genetischen und teratogenen Schäden nicht berücksichtigt, die insbesondere nach dem Tschernobylunfall auffällig geworden sind. Von Inge Schmitz-Feuerhake, Gesellschaft für Strahlenschutz e.V.

Stx602-603.2012.4-10.7 (7 Seiten)

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Here you will find in Japanese the critique of the assertion, that radiation effects are not observable below 100 Millisievert:

無害な放射線閾値」からの時間のかかる決別

低線量領域内で認知されている放射線の影響と残された修正点

The paper was written by Dr. Inge Schmitz-Feuerhake of the German Society for Radiation Protection, professor of physics at the university of Bremen, Germany (retired). The Japanese translation was accomplished by a member of ACSIR (Association of Citizens and Scientists Concerned about Internal Radiation Exposure), Japan.

Shortened form in English

Gesundheitsfolgen

Kalkulierter Strahlentod. Die Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in Japan und Europa sind viel zu hoch und nehmen tausende Strahlenkrebstote in Kauf. Die Aufnahme von Radionukliden mit der Nahrung ist nach Reaktorkatstrophen wie der von Tschernobyl vor 25 Jahren und jetzt der von Fukushima mittel- und langfristig der wichtigste Belastungspfad. Eine drastische Absenkung der Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in Europa und Japan fordern deshalb jetzt die Verbraucherorganisation foodwatch und die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW). Nach den Berechnungsgrundlagen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) würde eine Ausschöpfung der derzeit in Japan und in Europa für die Einfuhr japanischer Lebensmittel geltenden Grenzwerte für Nahrungsmittel in Deutschland zu mehr als 150.000 Krebstoten jährlich führen, heißt es in einem am 20. September 2011 in Berlin vorgestellten Report der beiden Organisationen. Und würde die gesamte deutsche Bevölkerung sich von Lebensmitteln ernähren, die lediglich in Höhe von 5 Prozent dieser Grenzwerte belastet sind, wäre immer noch mit mindestens 7.700 zusätzlichen Krebstoten jährlich zu rechnen. Nach anderen Berechnungsgrundlagen als jenen der ICRP könnten es noch deutlich mehr sein und hinzu käme ein breites Spektrum verschiedenster Erkrankungen und genetischer Schädigungen. foodwatch und IPPNW beziehen sich dabei auf ein Gutachten der Vorstandsmitglieder der deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz Thomas Dersee und Sebastian Pflugbeil, die beide auch die Redaktion des Fachinformationsdienstes Strahlentelex bilden. Report und Gutachten sind im Internet auf den Webseiten von foodwatch, IPPNW und Strahlentelex in deutscher, japanischer, englischer und französischer Sprache frei abrufbar.

Stx594-595.2011.1-4.4 (4 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Anzeichen für akute Strahlenschäden unter der japanischen Bevölkerung. Spendenaufruf für unabhängige Meßstellen in Japan. Aus Fukushima erreichten mich erschreckende Nachrichten über die Folgeerscheinungen der atomaren Katastrophe, die man jetzt nicht erwartet hatte. Dort soll es bereits Menschen geben, die violette Flecken auf der Haut, die geschwollene Schilddrüsen haben oder die unter Nasenbluten oder Blutungen des Zahnfleischs leiden. Die Eltern in Fukushima, die kleine Kinder haben, sind sehr verunsichert. Von Bürgerinnen und Bürgern in Japan wurde deshalb das Projekt 47 gegründet, das in jeder Präfektur eine Messstelle für Bürger (CRMS: Citizens´ Radioactivity Measuring Station) errichten will. In Japan gibt es insgesamt 47 Präfekturen, und die erste Messstelle ist bereits in der Stadt Fukushima errichtet worden. In der Messstelle soll nicht nur die Strahlendosis, sondern auch die radioaktive Verseuchung von Lebensmitteln gemessen werden, die sich nach und nach in ganz Japan verbreiten kann. Ein Bericht von Masao FUKUMOTO

Stx588-589.2011.1-2.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Die japanische Regierung und die Regierungen Europas fordern mit ihren Grenzwerten Menschenopfer. Die EU paßte ihre Nahrungsmittel-Grenzwerte an die in Japan geltenden an. Wie in der vorigen Ausgabe des Strahlentelex berichtet, hatte die EU-Kommission nach der Reaktorenkatastrophe von Fukushima Dai-ichi höhere neue Grenzwerte für die Belastung von Nahrungsmitteln mit Radionukliden eingeführt. Nachdem es Proteste dagegen gegeben hatte, daß diese sogar höher waren als diejenigen, die in Japan gelten, haben die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten sich einer Mitteilung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 8. April 2011 zufolge am selben Tag in Brüssel auf die in Japan geltenden zulässigen Belastungshöchstwerte als neue Grenzwerte für die Radionuklidbelastung von Nahrungs- und Futtermitteln aus Japan verständigt. Am 12. April 2011 ist diese Änderung zur Fukushima-Verordnung amtlich bekannt gemacht worden. Die japanischen Werte ersetzen damit „vorläufig“ die alten Werte der EURATOM-Verordnung Nr. 779/90. „Vorläufig“ bedeutet vorbehaltlich einer erneuten Anhebung der Grenzwerte bis hin zu den Grenzwerten der alten EURATOM-Verordnung, sobald Japan seinerseits seine Grenzwerte erhöhen sollte. Der Wert für konzentrierte Erzeugnisse und Trockenerzeugnisse wird zudem „auf der Grundlage des für den unmittelbaren Verbrauch rekonstruierten Erzeugnisses berechnet“, heißt es in der EU-Verordnung, darf also entsprechend einer Verdünnung in der verzehrfertigen Form noch höher sein. Strahlentelex hat berechnet, wie viele zusätzliche Krebstote diese Grenzwerte zur Folge haben können, wenn man sich mit Nahrungsmitteln ernährt, die diese Grenzwerte einhalten. Diese Risikoberechnung finden Sie hier auch auf English.

Stx584-585.2011.4-6.3 (3 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Empfehlungen zur Minimierung des Strahlenrisikos in Japan. Zur Begrenzung des Strahlenrisikos durch die Aufnahme von Radionukliden mit der Nahrung in Japan nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima haben die Gesellschaft für Strahlenschutz (German Society for Radiation Protection) und der Informationsdienst Strahlentelex auf der Grundlage der Erfahrungen nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und unter Berücksichtung einer anderen Nuklidverteilung im Fallout von Fukushima Überlegungen und Berechnungen durchgeführt und geben folgende Empfehlungen:

1. Wegen der aktuell hohen Belastungen durch Radiojod ist der Bevölkerung in Japan zu empfehlen, derzeit auf den Verzehr von Salaten, Blattgemüsen und eßbaren Wildkräutern zu verzichten.

2. Wegen Unsicherheiten der Bewertungsgrundlagen muß empfohlen werden Säuglingen, Kindern und Jugendlichen keine Nahrung mit mehr als 4 Becquerel des Leitnuklids Cäsium-137 pro Kilogramm Nahrungsmittel zu geben. Erwachsenen ist zu empfehlen, Nahrungsmittel mit nicht mehr als 8 Becquerel des Leitnuklids Cäsium-137 pro Kilogramm Nahrungsmittel zu sich zu nehmen.

3. Zur Kontrolle von Nahrungsmitteln in Japan und der Veröffentlichung von Meßergebnisse ist es nützlich, wenn Bürgerinitiativen und Stiftungen unabhängige Strahlenmeßstellen einrichten. In Europa wäre zu überlegen, wie solche Initiativen in Japan gefördert werden können.

Die Empfehlungen und Berechnungen können hier auch in Englisch und Japanisch abgerufen werden.

Stx582-583.2011.12-14.3 (3 Seiten)

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Risikobewertung und Risikokommunikation

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

Vulkanausbruch neben aktivem Atom-Komplex. Der aktive Vulkan Sakurajima auf Kyūshū im Südwesten Japans ist am 7. Februar 2016 zum wiederholten Mal ausgebrochen. Die Bewertung der Vulkan-Warnstufe wurde auf Stufe 3 erhöht. Der aktive Vulkan liegt 71 Kilometer entfernt von dem im August und November wieder angefahrenen Atom-Komplex Sendai mit zwei aktiven Reaktoren.

Stx700-701.2016.3.1 (1 Seite)

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

5 Jahre nach Fukushima, 30 Jahre nach Tschernobyl: Protestival: 5. März bis 22. Mai 2016 in Berlin und Leipzig. Sayonara Nukes Berlin, eine Gruppe von in und um Berlin lebenden Japanern gegen Atomenergie, organisieren zwischen dem 5. Jahrestag von Fukushima (11. März 2016) und dem 30. Jahrestag von Tschernobyl (26. April 2016) unter dem Titel „Protestival“ eine Reihe von Veranstaltungen zum Themenkomplex „Atomenergie und Demokratie“. Die Organisatoren nehmen die beiden Jahrestage zum Anlass, um erneut an die Gefahren der Atomenergie, an das Ausmaß und die andauernden Folgen der beiden Atomkatastrophen sowie die weltweit um die Kerntechnologie praktizierte Diskriminierung und Verletzung der Menschenrechte zu erinnern. Das ausführliche Programm finden Sie hier.

Stx698-699.2016.6-7.2 (2 Seiten)

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

Mehr als tausend Worte. Reisebericht der japanischen Übersetzerin KAJIKAWA Yu. Am Abend zuvor hat es angefangen zu schneien, man sagte mir, es sei der erste Schnee in diesem Winter. Es ist der 25. November 2015. Seit der dreifachen Katastrophe vor etwa fünf Jahren bin ich zum ersten Mal in Tôhoku, dem Nordosten Japans.

Stx698-699.2016.1-4.4 (4 Seiten)

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

Viereinhalb Jahre nach dem KKW-Unfall von Fukushima: Zurückkehren oder nicht. Reise-Tagebuch des japanischen Journalisten FUKUMOTO Masao. Die Staatsstraße Nr. 6 entlang der japanischen Küste, die die 20 Kilometer-Sperrzone um das Unfall-Kernkraftwerk (KKW) Fukushima-Daiichi durchquert, kann seit Mitte September 2014, dreieinhalb Jahre nach dem KKW-Unfall, in der ganzen Strecke befahren werden. Die 14 Kilometer lange Strecke innerhalb der Sperrzone wurde aber nur für den Autoverkehr freigegeben. Diese Strecke darf weder mit dem Zweirad befahren noch zu Fuß betreten werden. Die Freigabe wurde erteilt, weil die Straße für Dekontaminationsarbeiten in der Sperrzone gebraucht wird. Über seine Erlebnisse und Eindrücke während seiner Fahrt im September 2015 entlang der Staatsstraße Nr. 6 berichtet der in Berlin lebende japanische Journalist Masao FUKUMOTO.

Stx692-693.2015.1-7.7 (7 Seiten)

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

Heraufsetzung von Grenzwerten in Japan. Die japanische Atomregulierungsbehörde NRA gab am 21. Mai 2015 bekannt, sie werde die für beruflich Strahlenexponierte zulässige Dosis in Notfallsituationen von zur Zeit 100 Millisievert pro Jahr auf 250 Millisievert pro Jahr anheben. Die neue Regelung werde von April 2016 an gelten. Die IAEA hält je nach Dringlichkeit der zu erledigenden Arbeit bei nuklearen Notfällen zwischen 100 und 500 Millisievert als „kurzfristige“ Dosis für zulässig. Die ICRP empfiehlt einen Referenzbereich zwischen 500 und 1000 Millisievert für den Einsatz von Menschen, „um ernste deterministische Schäden zu vermeiden“. Am selben Tag stellte eine Gruppe aus der Regierungspartei LDP ein neues Konzept zur Rückkehr der aus Strahlenschutzgründen Evakuierten in ihre Heimatregionen vor. Die Gruppe um den früheren Staatssekretär im Umweltministerium INOUE Shinji fordert die Aufhebung der Evakuierungsanordnung für alle Gebiete mit einer Ortsdosis von bis zu 50 Millisievert pro Jahr. Am 12. Juni 2015 beschloß die japanische Regierung schließlich, die Evakuierungsanordnungen bis März 2017 aufzuheben. Ausgenommen seien „Gebiete mit hoher Strahlung“. Wie weiter mitgeteilt wird, plant die Regierung zugleich, die Entschädigungszahlungen Tepcos für Unternehmen im März 2017 und für Flüchtlinge im März 2018 enden zu lassen. Bericht von Annette Hack.

Stx684-685.2015.10.1 (1 Seite)

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

Gericht stoppte AKW-Betrieb. Das Bezirksgericht in Fukui in Westjapan hat es dem regionalen Energieversorger Kansai Electric Power untersagt, die Atomreaktoren 3 und 4 des Kraftwerkkomplexes Takahama wieder in Betrieb zu nehmen. Die nationale japanische Atomregulierungsbehörde hatte zwar bereits im Dezember 2014 grünes Licht für die Wiederinbetriebnahme gegeben, doch das Gericht urteilte nun, die Sicherheit der Reaktoren sei nicht gewährleistet: Die Reaktoren könnten bereits durch ein Erdbeben von geringerer Stärke beschädigt werden als in den neuen Sicherheitsstandards dargelegt, berichtete der japanische Sender NHK Mitte April 2015. Nach der Reaktorenkatastrophe von Fukushima vom März 2011 waren sämtliche japanischen Atomkraftwerke schrittweise vom Netz genommen worden.

Stx682-683.2015.12.1 (1 Seite)

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

Suche nach geschmolzenen Reaktorkernen. Tepco hat am 13. April 2015 erstmals Bilder aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters des Reaktorblocks 1 der havarierten Anlagen von Fukushima Dai-ichi veröffentlicht. Die Bewegtbilder wurden von einem Roboter aufgezeichnet, der allerdings nach kurzer Zeit versagte und aufgegeben wurde: http://www.asahi.com/articles/ASH4F5TVMH4FULBJ012.html

Mit einem zweiten Roboter klappte es danach besser:

http://www.asahi.com/articles/ASH4K6FYKH4KULBJ00V.html?iref=comtop_6_04

Die von den Robotern gemessenen Strahlendosen werden mit bis zu 24,9 Sievert pro Stunde angezeigt; für Menschen wäre eine solche Strahlendosis unmittelbar tödlich.

Stx680-681.2015.16.1 (1 Seite)

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

Vorstöße zur Anhebung der Lebensmittelgrenzwerte in Japan. Zu einer zweieinhalbstündigen Podiumsdiskussion lud die japanische Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation (JASC) für den Abend des 3. Februar 2015 nach Ryozen-machi ein. Ryozen-machi ist eine ländliche Kleinstadt, die von Land- und Forstwirtschaft und vom Tourismus, insbesondere dem Wintersport lebt(e), und verwaltungstechnisch Teil der Stadt Date-shi in der Präfektur Fukushima ist. Thema der Abendveranstaltung war ein „Vorschlag zur Einführung eines Lebensmittelgrenzwertes von 1.000 Becquerel/Kilogramm (Erwachsene) bzw. 100 Becquerel/Kilogramm (Kinder) für den Selbstverbrauch der ortsansässigen Bevölkerung. Bericht und Kommentar von Annette Hack.

Stx680-681.2015.4-7.4 (4 Seiten)

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

Wissen und Unwissen vier Jahre nach der Katastrophe von Fukushima – Vortrag von Wataru IWATA. Zu einem Vortrag von Wataru IWATA aus Japan über Wissen und Unwissen vier Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima lädt die Gesellschaft für Strahlenschutz am 10. April 2015 um 19 Uhr ins Berliner Haus der Demokratie ein. Gesicherte Perspektiven für die Bewältigung des Atomunfalls vom 11. März 2011 und die Stilllegung der Anlage gibt es nicht. Die schwere radioaktive Kontamination über Luft und Ozean ist weit ausgedehnt und betrifft nicht nur die Präfektur Fukushima, sondern ganz Ostjapan. Angesichts einer „Panik der Eliten“ haben Behörden und ihre Experten von Anfang an die Ausmaße des Unfalls und der Strahlenfolgen heruntergespielt. Das behindert die Wissenschaft bis heute und hält die Bevölkerung unwissend. Grundlegende Veränderungen sind notwendig.

Stx678-679.2015.3.1 (1 Seite)

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

Atommüll: 4 Jahre nach Fukushima – Eine Risikobetrachtung. Bedeutung, Fehler und Unlogik in den Konzepten des Umgangs mit dem Atommüll in Japan und Deutschland. Seit inzwischen vier Jahren sind alle kommerziellen Atomreaktoren in Japan nicht mehr am Netz. Nach dem Erdbeben, dem Tsunami und der Kernschmelze von drei Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im März 2011 wurden sie sämtlich abgeschaltet. Wer heute Japan besucht, erlebt in der Nacht trotzdem unvermindert taghell erleuchtete Städte, die deutsche Städte im Vergleich dazu als dunkle Löcher erscheinen lassen. Kein Fahrstuhl in den Hochhäusern und keine Rolltreppe in Bahnhöfen und Kaufhäusern hat mangels Atomstrom den Betrieb eingestellt. Technisch bereitet das offensichtlich keine Probleme. Auch der Tokyoter Stromerzeuger Tepco, Eigentümer der havarierten Anlagen von Fukushima, besaß bereits vor der Katastrophe mehr Kapazitäten zur Stromerzeugung aus Wasserkraft als aus Atomenergie. Trotzdem sollen nach dem Willen der Regierung unter dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe bis 2030 die Atomkraftwerke wieder einen Anteil von 15 bis 20 Pro-zent an der Stromerzeugung haben. In 2010, vor der Katastrophe von Fukushima, waren es noch 27 Prozent. Circa 20 Anträge der Betreiber zum Wiederanfahren liegen inzwischen vor. Für die ersten Reaktoren in Sendai auf der südwestlichen Insel Kyushu und in der Präfektur Fukui, 400 Kilometer westlich von Tokyo, hat die Regierung bereits die Genehmigungen dafür erteilt. Im Sommer 2015 sollen diese Reaktoren wieder hochgefahren werden. Das hatte sich verzögert, weil die Betreiber damit verbundene Auflagen nicht rechtzeitig erfüllen konnten. Von Thomas Dersee

Stx676-677.2015.1-6.6 (6 Seiten)

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

Japans Journalisten protestieren gegen das Gesetz zum Schutz von Staatsgeheimnissen. Die japanische Regierung hat trotz massiver Bedenken und Demonstrationen ihr umstrittenes Gesetz in Kraft gesetzt, mit dem der Verrat von Staatsgeheimnissen in Zukunft hart bestraft wird. Mit dem Gesetz wird der Ermessensspielraum deutlich ausgeweitet, in dem die Exekutive definieren kann, was ein Staatsgeheimnis ist. Eine Verfassungs- oder Verwaltungsgerichtsbarkeit wie in Deutschland, vor der Bürger gegen Entscheidungen des Staates klagen können, gibt es so in Japan nicht. Die Weitergabe — wie es heißt — „bestimmter Geheimnisse“ zum Schutz der nationalen Sicherheit durch Beamte, Abgeordnete oder andere Personen wird künftig mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft. Bisher drohte Whistleblowern, die Missstände öffentlich machten, im Höchstfall ein Jahr Haft.

Stx672.673.2015.11-12.2 (2 Seiten)

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Die Professoren Takamura und Zeeb in der Urania. Von Annette Hack. Professor TAKAMURA Noboru von der Universität Nagasaki (Japan) nahm Anfang Dezember 2014 in Berlin an einer epidemiologischen Tagung über Kindergesundheit mit Ärzten der Charité teil. Er tat dies auf Einladung der japanischen Botschaft und des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin, einer vom japanischen und deutschen Außenministerium finanzierten Einrichtung. Für das allgemeine Publikum gab es am 30. November 2014 in der Berliner Urania einen Vortrag zum Wiederaufbau in den durch die Reaktorkatastrophe von Fukushima kontaminierten Gebieten. Die veranstaltenden Institutionen hatten nicht eigens darauf hingewiesen, daß Professor TAKAMURA auch als Gesundheitsberater in der Präfektur Fukushima fungiert, eine regelmäßige Kolumne zu Strahlenfragen in der Regionalzeitung Fukushima Minpo verantwortet und daher als eingebetteter Experte gelten kann, analog zu den eingebetteten Journalisten, die Armeen auf Feldzüge begleiten.

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Das Abklingbecken von Fukushima-Reaktor 4 ist geleert. Die Betreiberfirma des zerstörten Atomkomplexes von Fukushima Daiichi, Tepco, hat am 5. November 2014 bekanntgegeben, daß nun endlich alle 1.331 abgebrannten Brennelemente aus dem Abklingbecken des Reaktors 4 geborgen werden konnten, inklusive 11 hochradioaktiver Brennelemente, die teilweise durch die Zerstörung der Reaktorhülle nach der Explosion am 15. März 2011 in "V"-Form verbogen worden waren und nicht in den Standard-Behältern transportiert und gelagert werden können.

Stx670-671.2014.3.1 (1 Seite)

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Unzureichend, unwissenschaftlich, unerheblich – das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkung von Atomstrahlung. Der Strahlenschutzexperte und langjährige WHO-Funktionär Keith Baverstock übt scharfe Kritik am Bericht des UNSCEAR zur Reaktorkatastrophe von Fukushima und fragt, ob man dieses Komitee noch braucht. (Bericht von Annette Hack)

Stx670-671.2014.1-3.3 (3 Seiten)

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Tokyo, 22.-24.11.2014: Symposium zum Strahlenschutz nach Fukushima. Vom 22. bis 24. November 2014 veranstaltet ein Bündnis von Bürgerinitiativen in Tokyo ihr 4. Internationales Symposium zu den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen des Strahlenschutzes für die Bevölkerung in den nach dem Unfall von Fukushima Dai’ichi belasteten Regionen. Nähere Informationen: http://www.csrp.jp , e-mail: info@csrp.jp

Stx668-669.2014.4.1 (1 Seite)

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Sparmaßnahmen bei Dekontaminationen in Japan. „Zielgerichtete Dekontamination“ soll Kosten sparen, ist das Ziel japanischer Behörden. Die bisherige Regelung, eine Dekontamination müsse unabhängig vom Standort, bis zu einem Umgebungswert von 0,23 Mikrosievert pro Stunde durchgeführt werden, wird vom japanischen Umweltministerium offenbar nicht länger als sinnvoll angesehen. Die Kosten sind wohl nicht der einzige Grund, die Dekontaminationsversuche zurückzufahren sondern auch die Hilflosigkeit, wie mit dem radioaktiven Müll vernünftig umzugehen sei. Allein in der Präfektur Fukushima werden das Volumen des angefallenen Dekontaminats und des noch nicht geräumten, verstrahlten Schutts durch den Tsunami auf 22 Millionen Kubikmeter geschätzt.

Stx664-665.2014.10-11.2 (2 Seiten)

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Bereits das Erdbeben am 11. März 2011 führte zur Katastrophe, nicht erst die Flutwelle des Tsunami. Extreme Belastungen in den ersten Tagen. – Die Bedeutung der Daten des Radioaktivitätsmonitorings der Präfektur Fukushima. Die japanische Tageszeitung Mainichi Shimbun hatte am 22. Februar 2013 gemeldet, daß bereits vor der am Reaktor 1 des Kraftwerks Fukushima Daiichi vorgenommen Druckentlastung vom 12. März 2011 Radioaktivität in großen Mengen freigesetzt wurde. Im Newsletter Nr. 1758 vom 26. Februar 2013 der japanischen Anti-Atominitiative ‚No Nukes Plaza Tokyo’ (japanisch: Tampoposha) wertete der Physiker YAMAZAKI Hisataka diese Informationen als „Beweise für eine Beschädigung von Reaktor 1 durch das Erdbeben – Radioaktive Substanzen wurden schon vor dem Venting über mehrere Kilometer verstreut“, so der Titel seines Artikels. KOIZUMI Yoshinobu vom japanischen People’s Research Institute on Energy and Environment (PRIEE) greift dies in einem Beitrag für den englischsprachigen Newsletter „HUMAN“ der Ohdake Foundation Tokyo auf. PRIEE hatte wenige Wochen nach dem Unfall selbst Messungen durchgeführt und nach kontinuierlichen Meßwerten aus der Zeit unmittelbar nach dem Unfall gesucht. Koizumi weist darauf hin, daß der Betreiber Tepco aus der Zeit unmittelbar nach dem Unfall keine verläßlichen Meßdaten lieferte. Keines der acht Geräte zur kontinuierlichen Radioaktivitätsmessung auf dem Kraftwerksgelände funktionierte, weil die Stromversorgung vollständig ausgefallen war.

Stx660-661.2014.4-9.6 (6 Seiten)

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Vertuschung von gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophe. UNSCEAR-Bericht zu den Folgen von Fukushima. Am 2. April 2014 hat das Komitee der Vereinten Nationen für die Folgen der Atomstrahlung (UNSCEAR) den Teil A seines Berichts über die Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima veröffentlicht. Er spielt das wahre Ausmaß der gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima systematisch herunter, kritisiert die deutsche Sektion der internationalen Ärztevereinigung IPPNW. UNSCEAR behauptet in seinem 300-seitigen Abschlussbericht, daß „keine signifikanten Veränderungen künftiger Krebsraten zu erwarten sind, die mit der Strahlenexposition durch den Unfall in Verbindung gebracht werden können“. Ärzte und Ärztinnen der IPPNW dagegen gehen in ihren Berechnungen von mehreren Zehntausend zusätzlichen Krebserkrankungen aus.

Stx656-657.2014.11-12.2 (2 Seiten)

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Buchmarkt: Fukushima 360°. Fukushima 360°‘ hat Alexander Neureuter seine Sammlung von Fotos und Reportagen über das nähere und weitere Umland der havarierten Reaktoren von Fukushima genannt. Aus einer dreiwöchigen Japan-Reise im Jahr 2013 ist ein sehr schönes Buch geworden. Es lädt zum Betrachten ebenso wie zum Lesen und Nachdenken ein. Und hat eine Fülle von Informationen über sehr unschöne Probleme zusammengetragen.

Stx652-653.2014.8-11.4 (4 Seiten)

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Buchmarkt: Ein Fukushima-Lesebuch. Zum Umweltbuch des Monats Dezember 2013 wählte die Deutsche Umweltstiftung das von Lisette Gebhardt und Steffi Richter herausgegebene „Lesebuch ‚Fukushima’“. Es umfaßt in vier Abschnitten 23 Beiträge, ein kleines Atom- und Strahlen-Vokabular Japanisch-Deutsch, ein Namens- und ein sehr ausführliches Sachregister. Die Beiträge sind teils Übersetzungen oder Zusammenfassungen aus dem Japanischen, teils Darstellungen und Analysen auf der Grundlage japanischer Bücher und zahlreicher Internetquellen. Die Autorinnen und Autoren arbeiteten am Projekt „Textinitiative Fukushima“ der japanologischen Institute in Frankfurt am Main und Leipzig mit. Homepage der Textinitiative: http://textinitiative-fukushima.de. Buchbesprechung von Annette Hack.

Stx648-649.2014.6-8.3 (3 Seiten)

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Olympia 2020: Sportler sollen nahe beim havarierten AKW wohnen. TEPCO-Arbeiter sollen olympischen Sportlern weichen. Seit Beginn der Katastrophe von Fukushima waren die Kraftwerksarbeiter des AKW Fukushima Daiichi in 20 Kilometer Entfernung im sogenannten „J-Village“ untergebracht. Zu den Olympischen Spielen im Jahr 2020 sollen sie nun Sportlern weichen.

Stx648-649.2014.5-6.2 (2 Seiten)

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Die Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 hat begonnen. TEPCO hat am Montag den 18. November 2013 die ersten 4 von 1.533 Brennelementen aus dem über dem havarierten Reaktorblock 4 in 30 Metern Höhe hängenden Abklingbecken in einen Transporttank umgeladen. Im Verlauf der Woche konnten insgesamt 22 Brennelemente erfolgreich aus dem Becken geborgen werden, wird berichtet. Danach wurden die Bergungsarbeiten unterbrochen. Nachdem sich Sand und Schwebeteilchen im Lagerbecken nachteilig auf die Sicht ausgewirkt hätten, wolle man zunächst mittels Pumparbeiten das Wassers klären.

Stx646-647.2013.12.1 (1 Seite)

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Die meisten Evakuierten wollen nicht zurückkehren. Eine im August und September 2013 durchgeführte Befragung von 5.677 Haushalten, die ursprünglich in der heutigen Evakuierungszone von Minamisoma ansässig waren, kommt zu dem Schluß, dass nur ein Drittel dieser Personen die Absicht hat, wieder zurückzukehren, selbst wenn die Evakuierungen jetzt aufgehoben würden..

Stx646-647.2013.11-12.2 (2 Seiten)

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Die IAEA lobt die Rückkehr von Evakuierten in die verseuchten Gebiete von Fukushima. Die enormen Anstrengungen, die Japan mit dem Ziel unternehme, „die Lebensbedingungen der von dem Nuklearunfall betroffenen Menschen zu verbessern und dabei auch Evakuierten die Rückkehr zu ermöglichen“, werden in einem vorläufigen Bericht einer Mission der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) sehr gelobt. Vom 14. bis 21. Oktober 2013 hielt sich ein Ausschuß der IAEA in Tokyo und Fukushima auf. Bericht und Kommentar von Annette Hack.

Stx646-647.2013.10-11.2 (2 Seiten)

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UN-Komitee verharmlost Fukushima-Unfall. Kritik an Filz zwischen den Vereinten Nationen (UN) und der Atomindustrie. Ärzte bezweifeln die Einschätzung des wissenschaftlichen Komitees der Vereinten Nationen für die Wirkungen der Atomstrahlung (UNSCEAR), daß der Atomunfall von Fukushima keine direkten Gesundheitsschäden bewirken werde. Der Bericht des UN-Komitees gehe von mehreren falschen Annahmen aus, sagte der Arzt Dr. Alex Rosen von der deutschen Sektion der internationalen Ärztevereinigung IPPNW in einer Sendung des Fernsehsenders 3sat.nano am 1. Oktober 2013: „Sie behaupten zum Beispiel, daß das ungeborene Kind eine ähnlich hohe Strahlenempfindlichkeit hat wie ein Kleinkind, das läuft jeder strahlenbiologischen Erkenntnis zuwider. Natürlich haben Föten eine viel höhere Strahlensensibilität, ihr Gewebe, ihre Zellen teilen sich viel schneller und sind deswegen viel empfänglicher für Strahlung und für Mutation.“ – Mit einem Kommentar von Thomas Dersee.

Stx644-645.2013.8-9.2 (2 Seiten)

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„Es scheint, der japanische Staat entwickelt sich in die Zeit des Militarismus zurück“. Die japanische Regierung will die Weitergabe von „bestimmten Geheimnissen“ stärker bestrafen. Die japanische Regierung hat am 25. Oktober 2013 einen Gesetzentwurf gegen den Verrat von Staatsgeheimnissen auf den Weg gebracht, mit dem die Presse- und Informationsfreiheit massiv eingeschränkt werden soll. Der Gesetzesvorlage zufolge, die das Kabinett des nationalkonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe verabschiedete, soll die Weitergabe von nicht näher definierten „bestimmten Geheimnissen“ zum Schutz der nationalen Sicherheit durch Beamte, Abgeordnete oder andere Personen mit bis zu 10 Jahren Freiheitsentzug bestraft werden. Weil die Formulierungen in dem Gesetz vage gehalten sind und die Behörden selbst festlegen können, was diese „bestimmten Geheimnisse“ sein sollen, sehen Kritiker darin einen massiven Eingriff in die Presse- und Informationsfreiheit der Bürger. Betroffen von dem Gesetz sind nicht nur militärische Informationen, sondern auch Informationen über die Pannen auf dem Gelände der havarierten Atomreaktoren von Fukushima Daiichi sowie der Höhe und Auswirkungen der radioaktiven Belastungen auf die Bevölkerung, fürchten Kritiker. Denn auch dies könne „Fragen der nationalen Sicherheit“ berühren.

Stx644-645.2013.7-8.2 (2 Seiten)

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Folgen von Fukushima / Atompolitik / Atomwirtschaft: Schockierte UNSCEAR-Mitglieder aus Belgien protestieren. „Man geht sogar noch hinter die Lehren aus Tschernobyl und anderen Studien zurück.“ – Die deutschen Mitglieder schweigen.

Die belgischen Delegierten bei UNSCEAR, dem wissenschaftlichen Komitee der Vereinten Nationen zur Wirkung der Atomstrahlung, waren sehr ungehalten über den Bericht, der auf der letzten Sitzung dieses Gremiums Ende Mai 2013 in Wien über die Folgen der Katastrophe von Fukushima vorgelegt wurde. Das berichtete der Journalist Marc Molitor im Newsletter des Belgischen Rundfunks und Fernsehens im Juli 2013.

Molitor zitiert die belgische Delegation unter der Leitung von Hans Vanmarcke, Direktor der Abteilung Strahlenschutzforschung am belgischen Atomforschungszentrum in Mol (SCK), mit dem Resümee: „Alles erscheint hergerichtet und redigiert, um die Folgen der Katastrophe von Fukushima kleinzureden. Man geht sogar noch hinter die Lehren aus Tschernobyl und anderen Studien zurück.“ Vanmarcke berichtete demnach der belgischen Vereinigung für Strahlenschutz (ABR) sehr kritisch über die vorläufigen Schlußfolgerungen von UNSCEAR. Nach Informationen des Journalisten Molitor waren die Diskussionen bei der UNSCEAR-Tagung so angespannt und die belgischen Teilnehmer so schockiert, daß sie drohten, den Abschlußbericht nicht zu unterzeichnen. Einige wollten sogar die Tagung verlassen. Man habe ihnen deshalb in Aussicht gestellt, ihre Einwendungen und die einiger anderer, vor allem englischer Experten, in einem neuen, umgearbeiteten Dokument zu berücksichtigen. Die Vergangenheit habe allerdings gezeigt, so Vanmarcke laut Molitor, daß das Sekretariat und die Berichterstatter über die Agenda und die endgültige Orientierung der Texte entschieden. Daher sei größte Wachsamkeit geboten, damit die endgültige Version auch die Debatten genau wiederspiegelten. UNSCEAR soll den Bericht im Herbst 2013 der Vollversammlung der Vereinten Nationen vorlegen.

Nach einer Übersetzung aus dem Französischen von Annette Hack.

Stx638-639.2013.1-3.3 (3 Seiten)

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Folgen von Tschernobyl: Leukämien und Lymphome bei Kindern in den am höchsten radioaktiv belasteten Regionen der Ukraine. Auf den Hinweis des Sonderberichterstatters des Menschenrechtsausschusses der Vereinten Nationen Anand Grover, man möge in Japan nach der Katastrophe von Fukushima auch die Leukämien im Auge behalten, entgegnet die japanische Regierung wie im vorstehenden Beitrag zitiert: „UNSCEAR 2008 hat berichtet, daß kein Anstieg der Leukämie aufgrund von Strahlung nach dem Unfall von Tschernobyl bei den Einwohnern gefunden wurde. Wir fordern, daß der [Grover-]Bericht mit den Ansichten anderer UN-Organisationen wie UNSCEAR, WHO und IAEA übereinstimmt.“ Dr. Alfred Körblein hatte im Februar dieses Jahres (2013) aufgedeckt, daß es sich bei den Behauptungen, es habe nach Tschernobyl in den hauptsächlich betroffenen Regionen keinen Anstieg von Leukämien gegeben, um nichts weiter als einen Wissenschaftsbetrug handelt. Denn in Weißrussland, dem Land mit den höchsten Falloutbelastungen, gab es sehr wohl deutlich vermehrt Leukämieerkrankungen bei Kindern nach Tschernobyl. (Strahlentelex 626-627 v. 7.2.2013 und Strahlentelex 628-629 v. 7.3.2013. In seinem hier dokumentierten neuen Beitrag zeigt Alfred Körblein das jetzt auch für die Ukraine.

Stx636-637.2013.5-6.2 (2 Seiten)

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Menschenrechte vor ALARA. Der Bericht von Anand Grover für den Menschen-rechtsausschuß der Vereinten Nationen. Der indische Rechtsanwalt Anand Grover ist Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht jedes Menschen auf den besten erreichbaren Standard körperlicher und geistig-seelischer Gesundheit. In dieser Eigenschaft besuchte er im November 2012 Japan, wo er nicht nur mit Regierungsvertretern, sondern mit Betroffenen und den sie unterstützenden Organisationen der Bürgergesellschaft sprach, um sich ein Bild über die Lage nach der Atomkatastrophe von Fukushima zu machen. Seit dem 2. Mai 2013 liegt sein Bericht für die 23. Sitzung des Menschenrechtsrates in einer unredigierten Vorabfassung vor. Das 28seitige Dokument besteht aus 82 Absätzen und 30 Empfehlungen an die japanische Regierung. Die japanische Regierung reagierte mit einer Kommentierung des Grover-Berichts, einem Mosaik von Mäkeleien. Ohne ausdrücklichen Bezug zum Grover-Bericht, jedoch offensichtlich aus diesem Anlaß und als Gegenpart, veröffentlichte das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkung der Atomstrahlung (UNSCEAR) am 31. Mai 2013 eine Pressemitteilung zum Thema Folgen von Fukushima. Diese fand weite Verbreitung in den Massenmedien, während der Bericht von Grover bisher praktisch unbeachtet blieb. Von Annette Hack.

Stx636-637.2013.1-5.5 (5 Seiten)

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Sammelklage von Fukushima-Geschädigten. Hunderte von Geschädigten der atomaren Katastrophe in Fukushima haben eine Sammelklage eingereicht, mit der sie eine Entschädigung für ihr Land erreichen wollen, das radioaktiv kontaminiert wurde. Die Anwälte der etwa 800 Kläger teilten mit, dass dieser Fall beim Regionalgericht Fukushima eingereicht worden sei. Die Kläger fordern etwa 540 US-Dollar pro Monat von der Regierung und der Betreiberfirma TEPCO, bis das Land wieder hergestellt ist.

Stx634-635.2013.10.1 (1 Seite)

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„Wir werden unser Leben damit verbringen, unser eigenes Grab zu schaufeln“. Die Evakuierungszonen um Fukushima Daiichi wurden jetzt 2 Jahre nach dem Katastrophenbeginn neu definiert und die ehemaligen Bewohner sollen zur Rückkehr animiert werden. Am 28. Mai 2013 trat eine Neueinteilung der Evakuierungszonen um die havarierten Atomkraftwerke von Fukushima Daiichi in Kraft. Um den wirtschaftlichen Wiederaufbau anzukurbeln, haben die Behörden beschlossen, die Evakuierungszone von 20 Kilometern um die havarierten Anlagen wieder zu öffnen. Darauf machen der in Japan lebende französische Wirtschaftswissenschaftler und Publizist Thierry Ribaut und Cécile Asanuma-Brice jetzt in einem Bericht aufmerksam. Es wirke zunächst einmal so, als habe sich mit der neuen Zoneneinteilung nicht viel geändert, schreibt Ribaut. Allerdings sei die verbotene Zone jetzt sehr viel kleiner als vorher. Auf diese und andere Weise werde ein Gefühl der Sicherheit und der wiedergewonnenen Bewegungsfreiheit verbreitet und die Gegend um das Kraftwerk Fukushima Daiichi wieder bevölkert.

Stx634-635.2013.9-10.2 (2 Seiten)

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Japanisches Gericht erkennt eine Gesundheitsgefährdung zwar an, verweigert aber die Evakuierung. Die japanische Stadt Kōriyama in der Präfektur Fukushima ist circa 60 Kilometer von den havarierten Atom-kraftwerken Fukushima Dai-ichi entfernt. Einige Monate nach der nuklearen Katastrophe haben 14 Schulkinder aus Kōriyama bzw. deren Eltern den Entschluß gefaßt, eine Klage gegen die Stadt Kōriyama anzustrengen. Das Ziel der Klage ist einfach und klar: Die Kinder wollen in einer gesunden, radioaktiv „unbelasteten“ Umwelt leben, in der die Strahlenbelastung weniger als 1 Millisievert pro Jahr (mSv/a) beträgt. Darauf wies jetzt „The Fukushima Collective Evacuation Trial Team forthe Right to Education in a Safe Place“ hin.

Stx634-635.2013.8.1 (1 Seite)

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Fukushima Symposium in New York. Ein Symposium zu den gesundheitlichen und ökologischen Folgen der Atomkatastrophe in Fukushima fand am 11. und 12. März 2013 in New York statt. Es wurde von der Helen Caldicott Stiftung und den „Physicians für Social Responsibility“ organisiert. Videos und PowerPoint-Präsentationen von dem Symposium können auf

http://www.helencaldicottfoundation.org/ bzw. http://www.totalwebcasting.com/view/?id=hcf betrachtet und heruntergeladen werden.

Stx634-635.2013.7-8.2 (2 Seiten)

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27 Jahre nach Tschernobyl, 2 Jahre nach Fukushima: Die Lage in Tschernobyl und Fukushima ist weiter kritisch. Nach den Atomunfällen von Tschernobyl im Jahr 1986 und Fukushima Dai-ichi im Jahr 2011 werden die Lage vor Ort und die Folgen für Menschen, Flora und Fauna von Experten als kritisch eingeschätzt. Eine Anhörung vor dem Umweltausschuß des Deutschen Bundestages.

Stx632-633.2013,3-4.2 (2 Seiten)

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Lehren aus Fukushima: Die Technik vom Ende her denken. Yôtarô Hatamura, Leiter der japanischen Regierungskommission zur Untersuchung der AKW-Havarie in Fukushima: „Es fehlt eine Kultur, die selbständig und aktiv handelnde Personen hervorbringt.“ „Mit eigenen Augen sehen, selbst denken, selbst entscheiden und initiativ handeln“ – dazu forderte Professor Dr. Yôtarô HATAMURA als Lehre aus der Atomkatastrophe von Fukushima Daiichi für die Zukunft auf: „Initiativ und aktiv handelnde Individuen werden gebraucht.“ Anläßlich des 2. Jahrestages der Katastrophe von Fukushima in Japan hatten die Japanische Botschaft in Deutschland, das Japanische Kulturinstitut Köln und die Technische Universität Berlin unter Mitwirkung des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin zum 11. März 2013 in das japanische Botschaftsgebäude im Berliner Tiergarten eingeladen. Dort sprachen zur Frage, welche Lehren man aus dem Atomunfall für die Zukunft ziehen könne, Dr. Yôtarô Hatamura, emeritierter Maschinenbau-Professor an der Universität Tôkyô, der von Juni 2011 bis September 2012 die Untersuchungs- und Gutachterkommission der japanischen Regierung zur Havarie im Atomkraftwerk der Firma TEPCO in Fukushima geleitet hatte, sowie Dr.-Ing. Masao FUCHIGAMI, Berater des japanischen Industriekonzerns Komatsu Ltd. und Technischer Berater dieser Regierungskommission.

Stx630-631.2013.2-3,2 (2 Seiten)

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Der Bürgermeister der evakuierten Stadt Futaba trat zurück. Futaba-machi ist der Ort, zu dem das Kernkraftwerk Fukushima Dai-ichi verwaltungstechnisch gehört. Die Gemeinde ist auf Anweisung der Behörden und mit gutem Grund evakuiert. Ihre etwa 7.000 Bewohner sind in ganz Japan verstreut. Allerdings leben viele von ihnen in drei weit voneinander entfernten Zentren mit provisorischen Unterkünften. Familien und Nachbarschaften sind oft getrennt. Viele Leute haben keine Arbeit. Die Gemeinde mit Bürgermeister, Gemeindevertretung und Gemeindeverwaltung existiert aber weiter. Nach einem Mißtrauensvotum und Neuwahlen der Gemeindevertretung trat der engagierte Bürgermeister zurück.

Stx628-629.2013.5-6.2 (2 Seiten)

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Katastrophenplanung: Neue „Schutzmaßnahmen bei Krisen“ in Japan. Vorsorgeplanung für die nächste Atomkatastrophe. Die japanische Nuclear Regulation Authority (NRA) beim japanischen Umweltministerium (Ministry of the Environment, MOE) hat am 13. Dezember 2012 „Überlegungen“ zur Festsetzung sogenannter Optimierter Eingreifrichtwerte (Optimized Intervention Level, OIL) für Schutzmaßnahmen bei Atomkatastrophen veröffentlicht. Sie bezieht sich bei ihrer Planung für neue Atomkatastrophen ausdrücklich auf die Methodik der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) – der internationalen Lobbyorganisation der Atommächte und der Atomindustrie. Deren Leitlinien konzentrieren sich jedoch lediglich auf die Vermeidung akuter Strahlenwirkungen und eine Optimierung von Maßnahmen im Sinne monetärer Kosten-Nutzen-Analysen.

Stx624-625.2013.3-6.4 (4 Seiten)

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Falsche Strahlenmessungen beim behördlichen Umweltmonitoring in Fukushima. 3.141 Monitoringpunkte mit Meßstationen zur Ermittlung der örtlichen Strahlenbelastung durch äußere Gammastrahlung haben die Behörden in der japanischen Präfektur Fukushima installiert, die durch die Reaktorenkatastrophe von Fukushima I (Dai-ichi) seit dem Frühjahr 2011 besonders schwer vom radioaktiven Fallout betroffen ist. Die Geräte werden solar betrieben und zeigen für alle Interessierten auf einem großen Display deutlich sichtbar die aktuelle Ortsdosisleistung in Mikrosievert pro Stunde (µSv/h) an. Weil Kontrollmessungen der Bevölkerung in der unmittelbaren Umgebung der Meßstation stets deutlich höhere Werte ergaben als die vom amtlichen Gerät angezeigten, haben Bürgergruppen in den Gebieten von Kōriyama (südlich von Fukushima-Stadt gelegen), Soma und Minami-Soma (an der Küste der Region Soma-Futaba) sowie von Iitate (in den Bergen der Region Soma-Futaba gelegen) eine systematische Überprüfung der amtlichen Messungen an insgesamt 116 Meßpunkten vorgenommen. Ihre Ergebnisse lassen sich so zusammenfassen: Die amtlichen Geräte zeigen häufig nur ein bis zwei Drittel des wahren Wertes an. Der Aufstellort der Geräte wurde offenbar besonders gereinigt oder es wurde eine Metallplatte unter dem Detektor plaziert. Weil auch unmittelbar am Gerät selbst andere Werte als die angezeigten ermittelt wurden, ist davon auszugehen, daß auch die amtlichen Geräte selbst manipuliert wurden. Die Abweichungen vom wahren Wert sind um so größer, je höher die Ortsdosisleistung ist. Von 50 in Soma und Minami-Soma überprüften Meßgeräten zeigten 42 (84 Prozent) zu geringe Werte an. Für Kōriyama und Iitate gilt dasselbe.

Stx624-625.2013.1-3.3 (3 Seiten)

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Ansprache vor dem Menschenrechtsausschuß der Vereinten Nationen in Genf, 30. Oktober 2012 von Katsutaka IDOGAWA, Bürgermeister von Futaba-machi, jetzt Evakuierungszone. Die japanische Regierung möchte nicht, daß die Menschen die Wahrheit erfahren. Das erklärt Katsutaka IDOGAWA, Bürgermeister von Futabamachi, der seine Stadt in der Evakuierungszone von Fukushima verloren hat und jetzt für die verstreut lebenden einstigen Bewohner spricht.

Stx622-623.2012.9-11.3 (3 Seiten)

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Zusatzinformationen:

Kriterien für die Evakuierung (600 KB)

Karte der Dosisbelastungen 2011.3.11 ~ (600 KB)

Karten der Dosisbelastungen und Nahrungsmittel-Restriktionen (5,7 MB)

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Durchhalteparolen und falsche Strahlenmessungen. Eindrücke aus Japan eineinhalb Jahre nach der Havarie der Atomreaktoren von Fukushima I (Daiichi).

Wer in dieser Zeit durch die Präfektur Fukushima im Nordteil der japanischen Hauptinsel Honshu reist, kann kaum vermeiden, auf höhere und niedrigere Chargen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP), der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Vereinten Nationen (UNO) zu stoßen. Außerdem bereisen Wissenschaftler diverser japanischer und ausländischer Hochschulen mit unterschiedlichen Motiven die Region.

Im März 2011 waren in der Folge eines Erdbebens die Atomkraftwerke von Fukushi-ma I (Daiichi) an der japanischen Pazifikküste außer Kontrolle geraten und explodiert. Es kam zu sogenannten Kernschmelzen und zu Frei-setzungen gewaltiger Mengen radioaktiver Stoffe.

Es gebe jetzt viele Forscher, die sich für die Lage der 4 Millionen betroffenen Bewohner im Umkreis der havarierten Fukushima-Reaktoren interessierten. Das helfe den Menschen jedoch nicht. Denn diese wollten wissen, wie sie sich jetzt schützen können. So beschrieb die japanische Ärztin Katsumi FURITSU, Preisträgerin des Nuclear-Free Future Award 2012, in einem Vortrag vor Frauen und Müttern in der Stadt Fukushima am 13. November 2012 die Situation heute. Sie geht davon aus, daß in Fukushima etwa die zehnfache Zahl an Bewohnern betroffen ist wie in Tschernobyl. – Ein Reisebericht von Annette Hack und Thomas Dersee.

Stx622-623.2012.1—9.9 (9 Seiten)

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Japanese version

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„Sayonara Genpatsu“ - Die Anti-Atom-Bewegung in Japan erhält immer mehr Zulauf. Am 16. Juli 2012 versammelten sich 170.000 Menschen im Yoyogi-Park in Tokyo, um gegen die Wiederinbetriebnahme von Atomkraftwerken zu demonstrieren. Direkt nach dem Unfall in Fukushima waren alle 50 noch funktionsfähigen Atomkraftwerke in Japan abgeschaltet worden, doch nun droht die Wiederinbetriebnahme, nachdem Premierminister Yoshihiko Noda das Wiederanfahren von Reaktoren verkündet hat. Anfang Juli 2012 wurden die Reaktoren 3 und 4 des Atomkraftwerks in Oi des Betreibers Kansai Electric Power gegen Widerstand aus der Bevölkerung wieder hochgefahren

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„Menschengemachtes Unglück“. Anfang Juli 2012 überreichte die im Dezember 2011 eingesetzte Unabhängige Parlamentarische Untersuchungskommission zur Untersuchung der Reaktorkatastrophe von Fukushima (NAIIC) beiden Häusern des japanischen Parlaments nach sechsmonatiger Arbeit ihren Bericht, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt

Stx614-615.2012.2-3.2 (2 Seiten)

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Dosismessungen der Katastrophenhelfer wurden manipuliert. Im havarierten Atomkraftwerk von Fukushima Dai-ichi eingesetzte Arbeiter wurden Anfang Dezember 2011 angewiesen, ihre Dosimeter mit einer Bleiabschirmung zu versehen. Das meldete die japanische Tageszeitung Asahi Shimbun am 21. Juli 2012. Damit sollte die ermittelte Dosis kleiner gehalten werden als sie tatsächlich war, um die Arbeiter länger in dem verstrahlten Kraftwerk einsetzen zu können. Das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkungen der Atomstrahlung (UNSCEAR) arbeitet an einem Bericht über die Gesundheitsrisiken nach Fukushima, in dem die Daten von 20.115 Arbeitern ausgewertet werden sollen, die der AKW-Betreiber Tepco beschäftigt hat, um die Reaktorruinen von Fukushima zu stabilisieren. Diese Arbeit dürfte angesichts der jetzt bekannt gewordenen Dosisfälschungen wertlos geworden sein.

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Warnung vor globaler Katastrophe in Fukushima. Ein weiteres Erdbeben kann eine weitere nukleare Katastrophe in Fukushima auslösen, mit weltweiten Folgen, die jahrzehntelang kaum in den Griff zu bekommen wären. Atomwissenschaftler und Politiker wie der US-Senator Ron Wyden, ein führendes Mitglied des US-Energie-Ausschusses, warnen vor hohen Risiken, die in Fukushima noch immer bestehen. In einem Brief an den japanischen Botschafter Fijisaki, den US-Energieminister, an Außenministerin Hillary Clinton und an die nukleare Aufsichtsbehörde warnte der Senator vor weiteren, noch größeren Gefahren in Fukushima. Es dauere zu lange, die gefährlichen Atom-Brennstäbe aus dem Abklingbecken des Reaktors 4 zu entfernen, die USA solle helfen.

Stx610-611.2012.3.1 (1 Seite)

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„Wer kritisiert wird ausgegrenzt“. Die Lage ist dramatischer als zugegeben. In Japan werden Informationen über die Reaktorenkatastrophe von Fukushima zurückgehalten und Messungen verfälscht. Das erklärte der in Japan lebende Journalist und frühere Fernsehmoderator Takashi Uesugi auf einer Veranstaltung der IPPNW, der Gesellschaft für Strahlenschutz und des Deutsch-Japanischen Friedensforums am Abend des 13. April 2012 in Berlin. So habe er sich lange gewundert, weshalb seine eigenen Messungen der Ortsdosisleistungen immer höhere Werte ergaben als sie den offiziellen Angaben zufolge hätten sein sollen. Dann habe er die Vorbereitungen für die offiziellen Messungen beobachtet: Die Oberflächenerde wurde nach beiden Seiten weggeschaufelt und der Messpunkt mehrmals mit Wasser übergossen, bevor das Messgerät abgelesen wurde. So werde garantiert, dass die Werte unter 0,9 Mikrosievert pro Stunde blieben.

Stx608-609.2012.7-8.2 (2 Seiten)

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

„Was für ein Glück“. - Jahrestagung 2012 der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) in Hamburg.Bisher hat es noch keine Todesopfer durch Strahlung aus der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan gegeben. Und: Der Natur dort werde es später einmal wieder prächtig und besser als zuvor gehen, wenn der Mensch sie notgedrungen wegen zu hoher radioaktiver Verstrahlung längere Zeit in Ruhe lassen muß. Das festzustellen war Professor Dr. Wolfgang-Ulrich Müller vom Institut für Strahlenbiologie am Universitätsklinikum Essen am Ende der diesjährigen Jahrestagung der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) wichtig. Sie hat vom 14. bis 16. März 2012 in Hamburg stattgefunden und stand unter dem Themenschwerpunkt „Ein Jahr nach Fukushima – eine erste Bilanz aus der Sicht der Strahlenschutzkommission“. Müller ist seit Januar 2012 erneut Vorsitzender der SSK, nachdem er es schon einmal von 2004 bis 2007 gewesen war. Zu diesen Feststellungen fühle er sich „dem Mann auf der Straße“ verpflichtet, meinte Müller. Erst an zweiter Stelle wendet sich die SSK der zentralen Fragestellung zu, nämlich der Frage nach den Folgen und Spätschäden der Katastrophe. Bericht mit einem Kommentar von Thomas Dersee.

Stx606-607.2012.1-3.pdf (3 Seiten)

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IPPNW-Studie: Die Tsunami-Legende von Fukushima. IPPNW sieht sich durch GRS-Bericht in ihrer Unfallanalyse bestätigt. Weltweit wird der Legende geglaubt, ausschließlich der dem Erdbeben folgende Tsunami sei für die atomare Katastrophe verantwortlich gewesen. Eine umfangreiche Unfall-Analyse der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW kommt hingegen zu dem Ergebnis, daß am 11. März 2011 und den darauffolgenden Tagen im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi aufgrund eines Erdbebens und aufgrund einschlägig bekannter, gravierender Auslegungsdefizite im Grunddesign der Anlage zu dieser Nuklearkatastrophe mit massiven Freisetzungen von Radioaktivität kam. Die IPPNW stützt sich dabei auf die offiziellen Berichte der japanischen Regierung an die Internationale Atomenergieorganisation IAEA sowie auf Berichte von Gutachterorganisationen.

Stx606-607.2012.6.1 (1 Seite)

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Energiewirtschaft: Ab 5. Mai 2012 funktioniert Japan ohne Atomstrom. Seit dem 19. März 2012 erzeugt in Japan nur noch ein Atomkraftwerk (AKW) Strom. Die Fukushima-Betreibergesellschaft Tepco betreibt noch das AKW Kashiwazak-Kariwa in Niigata, in dem jetzt der Block 6 zur regulären Wartung heruntergefahren wurde. Damit läuft keines der AKW von Tepco mehr. Es ist geplant, am 5. Mai 2012 das letzte noch in Betrieb befindliche japanische AKW Tomari auf der nördlichen Insel Hokkaido zu Wartungsarbeiten herunterzufahren. Dann läuft in Japan bis auf weiteres kein einziges AKW mehr. Im Herbst 2011 wurde vor Flächenabschaltungen im Winter gewarnt, jetzt gibt es Warnungen vor schweren Stromversorgungsengpässen im Sommer. Bisher hat es trotz des Ausfalls von 53 von 54 AKW-Blöcken aber noch keine ernsthaften Engpässe gegeben.

Stx606-607.2012.14-15.2 (2 Seiten)

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Japan senkt seine Strahlen-Grenzwerte für Nahrungsmittel. Ab April 2012 will Japan seine nach den Nuklearkatastrophen im Atomkraftwerk Fukushima festgesetzten Grenzwerte für radioaktiv belastete Nahrungsmittel senken. Am 16. Februar 2012 stimmte das für Lebensmittelsicherheit zuständige Gremium des japanischen Gesundheitsministeriums dieser Planung zu. Demnach soll der Grenzwert der Cäsium-Gesamtaktivität (Cäsium-137 plus Cäsium-134) für Lebensmittel wie Reis und Fleisch auf 100 Becquerel pro Kilogramm gesenkt werden. Für Milch und Babynahrung sollen es noch 50 Becquerel pro Kilogramm sein und für Trinkwasser 10. Nach Beginn der Atomkatastrophe in Folge des Erdbebens und des Tsunamis vom 11. März 2011 war in Japan für Trinkwasser, Milch und Milchprodukte zunächst ein Cäsium-Grenzwert von 200 Becquerel pro Kilogramm festgelegt worden sowie von 500 Becquerel pro Kilogramm für Gemüse, Getreide und andere Lebensmittel wie Fleisch, Eier und Fisch.

Stx604-605.2012.4-5.2 (2 Seiten)

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Der lange Abschied von der unschädlichen Dosisschwelle. Anerkannte Strahleneffekte im Niederdosisbereich und ausstehende Korrekturen. Bereits vor langer Zeit wurde das Prinzip des „stochastischen“ Schadens für strahlenbedingte Krebs- und Erbkrankheiten von der internationalen Strahlenschutzkommission ICRP eingeführt. Es sollte den als eher unwahrscheinlich beschriebenen Ernstfall zur sicheren Seite hin abdecken, indem zugestanden wurde, dass ein einzelnes Strahlenquant im Prinzip einen gravierenden Spätschaden auslösen kann. Grenzwerte mussten seitdem stets mit einem entsprechend hohen gesellschaftlichen Nutzen gerechtfertigt werden, da sie reale Schadensfälle zuließen. Anwender und etliche Standesorganisationen sind bis heute gegen dieses Prinzip Sturm gelaufen und nach Fukushima wurde vielstimmig die Behauptung lanciert, unter 100 Millisievert (mSv) seien keine statistisch erkennbaren Schäden möglich. Demgegenüber liegen Evidenzen aus den Bereichen vorgeburtliche Röntgendiagnostik, Folgen bei den japanischen Atombombenüberlebenden, Radon in Häusern und berufliche Expositionen vor, die man heute als den akzeptierten Stand der Erkenntnis ansehen muss. Hinzu kommen als Beleg für die Wirksamkeit chronischer Expositionen durch Umweltradioaktivität die Befunde am Fluss Techa im Südural, wo die Bevölkerung durch die Emissionen der Plutoniumaufarbeitungsanlage Mayak kontaminiert wurde. Umwelteffekte durch andere kerntechnische Anlagen werden jedoch weiterhin offiziell geleugnet. Nachgewiesene Spätfolgen diagnostischer Bestrahlungen von Kindern und Erwachsenen werden nach wie vor ignoriert. Außerdem werden eine ganze Reihe von strahlenbedingten Nicht-Krebserkrankungen, genetischen und teratogenen Schäden nicht berücksichtigt, die insbesondere nach dem Tschernobylunfall auffällig geworden sind. Von Inge Schmitz-Feuerhake, Gesellschaft für Strahlenschutz e.V.

Stx602-603.2012.4-10.7 (7 Seiten)

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Here you will find in Japanese the critique of the assertion, that radiation effects are not observable below 100 Millisievert:

無害な放射線閾値」からの時間のかかる決別

低線量領域内で認知されている放射線の影響と残された修正点

The paper was written by Dr. Inge Schmitz-Feuerhake of the German Society for Radiation Protection, professor of physics at the university of Bremen, Germany (retired). The Japanese translation was accomplished by a member of ACSIR (Association of Citizens and Scientists Concerned about Internal Radiation Exposure), Japan.

Shortened form in English

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14.000 Tote in den USA? Kürzlich ging die Meldung durch die Medien, Wissenschaftler hätten festgestellt, dass in den ersten Wochen nach dem Unfall von Fukushima in den USA circa 14.000 Menschen mehr gestorben seien als erwartet, darunter circa 800 Kinder unter einem Jahr. Bei der Durchsicht der Arbeit zeigte sich jedoch, dass der vermeintliche Effekt ein Artefakt ist: Nach Fukushima wurden von den Autoren die Daten aus 119 Städten in die Studie einbezogen, in der Zeit davor aber nur 104 Städte. Mit den offiziellen Daten für insgesamt 122 Städte ist kein Fukushima-Effekt erkennbar. Von Alfred Körblein.

Stx600-601.2012.5-7.3 (3 Seiten)

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Japan funktioniert auch ohne Atomkraft. Untersuchungsbericht: Reaktion auf Fukushima „konfus und fehlerhaft“. „Kaltabschaltung“ der havarierten Fukushima-Reaktoren verkündet. Derzeit nur noch sechs Atomreaktoren in Japan in Betrieb. Neue Lebensmittel-Grenzwerte angekündigt. Die Reaktionen der zuständigen Stellen auf die Atomkatastrophen von Fukushima nach dem Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami vom 11. März 2011 in Japan waren „konfus und fehlerhaft“. Das stellt der Bericht einer im Mai 2011 von der japanischen Regierung eingesetzten Untersuchungskommission unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Yotaro Hatamura fest, der am 26. Dezember 2011 in Tokyo veröffentlicht worden ist. Dem Bericht zufolge war das Personal des Kraftwerksbetreibers Tepco nicht dafür ausgebildet, in den Anlagen von Fukushima Notlagen wie einen Stromausfall nach dem Tsunami zu bewältigen. Fälschlicherweise sei zudem angenommen worden, daß ein Notkühlsystem funktioniere. Sowohl die Kommunikation des Kraftwerkspersonals untereinander als auch mit der Regierung hat dem Bericht zufolge nicht funktioniert. Die angerichteten Schäden seien allerdings womöglich so schwer gewesen, daß es auch bei einwandfreier Reaktion des Personals dennoch zu den Kernschmelzen gekommen wäre, heißt es in dem Bericht.

Stx600-601.2012.4-5.2 (2 Seiten)

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Deutsche Meßtechnik erwies sich in Japan als unzureichend. Deutsche Meßtechnik erwies sich in Japan als unzureichend. Die meßtechnische Herausforderung der atomaren Katastrophe von Fukushima wurde nicht verstanden, potentielle japanische Kunden wurden enttäuscht.

Stx598-599.2011.6.1 (1 Seite)

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Das Europäische Komitee für Strahlenrisiken (ECRR) riskiert seinen guten Ruf. Durch Werbeaktivitäten seines ‚Scientific Secretary‘ für Nahrungsergänzungsmittel ist in Japan der Eindruck entstanden, das European Committee on Radiation Risk (ECRR), eine Zusammenschluss kritischer europäischer Strahlenexperten, wolle Geschäfte machen.

Stx596-597.2011.3-5.3 (3 Seiten)

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Kalkulierter Strahlentod. Die Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in Japan und Europa sind viel zu hoch und nehmen tausende Strahlenkrebstote in Kauf. Die Aufnahme von Radionukliden mit der Nahrung ist nach Reaktorkatstrophen wie der von Tschernobyl vor 25 Jahren und jetzt der von Fukushima mittel- und langfristig der wichtigste Belastungspfad. Eine drastische Absenkung der Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in Europa und Japan fordern deshalb jetzt die Verbraucherorganisation foodwatch und die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW). Nach den Berechnungsgrundlagen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) würde eine Ausschöpfung der derzeit in Japan und in Europa für die Einfuhr japanischer Lebensmittel geltenden Grenzwerte für Nahrungsmittel in Deutschland zu mehr als 150.000 Krebstoten jährlich führen, heißt es in einem am 20. September 2011 in Berlin vorgestellten Report der beiden Organisationen. Und würde die gesamte deutsche Bevölkerung sich von Lebensmitteln ernähren, die lediglich in Höhe von 5 Prozent dieser Grenzwerte belastet sind, wäre immer noch mit mindestens 7.700 zusätzlichen Krebstoten jährlich zu rechnen. Nach anderen Berechnungsgrundlagen als jenen der ICRP könnten es noch deutlich mehr sein und hinzu käme ein breites Spektrum verschiedenster Erkrankungen und genetischer Schädigungen. foodwatch und IPPNW beziehen sich dabei auf ein Gutachten der Vorstandsmitglieder der deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz Thomas Dersee und Sebastian Pflugbeil, die beide auch die Redaktion des Fachinformationsdienstes Strahlentelex bilden. Report und Gutachten sind im Internet auf den Webseiten von foodwatch, IPPNW und Strahlentelex in deutscher, japanischer, englischer und französischer Sprache frei abrufbar.

Stx594-595.2011.1-4.4 (4 Seiten)

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"Fukushima ist 168 mal Hiroshima". Die japanische Regierung schätzt, daß in Folge der Havarie im Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi in die Umwelt eine 168mal höhere Menge des radioaktiven Iso-tops Cäsium-137 freigesetzt worden ist als durch die Atombombe in Hiroshima im Jahre 1945. Das schrieb am 25. August 2011 die japanische Zeitung Tokio Shimbun. Demnach soll die freigesetzte Menge an Cäsium-137 aus den im März 2011 havarierten Reaktoren durch die dortigen Behörden auf 15.000 Terabecquerel geschätzt worden sein, während es bei der amerikanischen Atombombe Little Boy nur 89 Terabecquerel gewesen sein sollen.

Stx592-593.2011.16.1 (1 Seite)

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Die ersten drei unabhängigen Meßstellen haben in Fukushima ihre Arbeit aufgenommen. Auf einer internationalen Konferenz wollen sich am 11. und 12. September 2011 in Fukushima etwa 30 Vertreter des Wissenschaftlichen Komitees der Vereinten Nationen für die Wirkung von Atomstrahlung (UNSCEAR), der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP), der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit ihren japanischen Kollegen treffen. Das kündigte die Japan-Stiftung am 26. August 2011 an. Zum Organisationskomitee der Konferenz gehört der Berater der japanischen Regierung Yamashita. Dieser war dadurch aufgefallen, daß er den Menschen einreden will, bis zu einer Strahlendosis von 100 Millisievert pro Jahr bestehe keine Gesundheitsgefahr. Yamashita wird jetzt damit zitiert, er wolle sein Konzept zum Gesundheitsmanagement für Fukushima von der externen Gruppe bewerten lassen und wünsche sich Empfehlungen, wie man die Mütter von kleinen Kindern von ihrer unbegründeten Angst vor der Strahlung befreien könne.

Weil derart die japanische Bevölkerung nach der Reaktorenkatastrophe von Fukushima von Regierung und Behörden ungenügend und nicht sachgerecht informiert wird, sind japanische Bürger unterdessen selbst aktiv geworden. Die ersten drei unabhängigen Strahlenmeßstellen in Bürgerhand haben bereits in Fukushima ihre Arbeit aufgenommen: eine in Fukushima-Stadt, eine in der Stadt Koriyama und eine in der Stadt Soma. Das berichteten Aya Marumori und Wataru Iwata von der unabhängigen japanischen Meßstellenorganisation Cititzens Radioactivity Measuring Station (CRMS) in Fukushima bei ihrem Besuch der Gesellschaft für Strahlenschutz und der IPPNW Mitte August 2011 in Berlin.

Bürgerinnen und Bürger in Japan gründeten das Projekt 47: In jeder Präfektur soll eine Meßstelle für Bürger (CRMS: Cititzens Radioactivity Measuring Station) errichtet werden. In Japan gibt es insgesamt 47 Präfekturen, und die erste Meßstelle ist bereits in der Stadt Fukushima errichtet worden. In der Meßstelle soll die radioaktive Verseuchung von Lebensmitteln gemessen werden, wie das nach Tschernobyl rund 40 Bürgerinitiativen im deutschsprachigen Raum ebenfalls taten. Dem Projekt fehlen aber noch Meßgeräte. Ein Gammameßplatz zur Messung von Nahrungsmittelbelastungen mit ausreichender Nachweisgrenze kostet heute rund 30.000,- Euro. Das wird dringend benötigt.

Stx592-593.2011.1-4.4 (4 Seiten)

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Unabhängige Meßstellen für Japan. Bürgerinnen und Bürger in Japan gründeten das Projekt 47: In jeder Präfektur soll eine Meßstelle für Bürger (CRMS: Cititzens‘ Radioactivity Measuring Station) errichtet werden. In Japan gibt es insgesamt 47 Präfekturen, und die erste Meßstelle ist bereits in der Stadt Fukushima errichtet worden. In der Meßstelle soll die radioaktive Verseuchung von Lebensmitteln gemessen werden, wie das nach Tschernobyl rund 40 Bürgerinitiativen im deutschsprachigen Raum ebenfalls taten. Dem Projekt fehlen aber noch Meßgeräte. Ein Gammameßplatz zur Messung von Nahrungsmittelbelastungen mit ausreichender Nachweisgrenze kostet heute rund 30.000,- Euro. Das wird dringend benötigt.

Stx590-591.2011.13.1 (1 Seite)

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tacet. Im kulturellen Bereich hat Fukushima beeindruckende Bewegungen verursacht. Viele Musiker und Personalvertretungen von Weltklasseorchestern befassen sich mit der Frage, ob es akzeptabel ist, in nächster Zeit auf große Konzerttourneen nach Japan zu gehen. Diese Frage ist mehr als berechtigt. Wissen wir doch nun, daß Betreiber und Aufsichtsbehörden wochenlang Desinformation betrieben haben. Wissen wir doch, daß erforderliche Evakuierungen nicht erfolgen, daß die flächendeckende Kontrolle der Lebensmittel auf Kontamination mit Radionukliden versagt, daß für Kinder nun soviel Strahlen akzeptiert werden, wie für beruflich Strahlenexponierte. Wissen wir doch auch, daß Japan noch auf „das große Erdbeben“ wartet. Von Sebastian Pflugbeil.

Stx588-589.2011.5-6.2 (2 Seiten)

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14. März 2011, 18.22 Uhr: "Ausstoß des gesamten Brennstoffs von Reaktor 2". Am 14. März 2011 um 11.01 Uhr Ortszeit gab es eine Wasserstoffexplosion im Gebäude von Reaktor 3 auf dem Kraftwerksgelände von Fukushima Dai-ichi in Japan. Um 18.22 Uhr Ortszeit folgte der Ausstoß des gesamten radioaktiven Inventars des Reaktors 2 mit nachfolgendem steilen Anstieg der Ortsdosisleistung bis in Bereiche mehrerer Millisievert pro Stunde (mSv/h) (wörtlich heißt es in der Beschriftung von Abbildung 1: 18.22 Ausstoß des gesamten Brennstoffes von Reaktor 2). An den folgenden beiden Tagen gab es daraufhin weitere Brände und Explosionen, an denen dann auch der Reaktor 4 beteiligt war mit erneuten dreimaligen steilen Anstiegen der von der Betreiberfirma Tepco gemessenen Ortsdosisleistung bis 400 mSv/h (15.03.2011, 10.22 Uhr, in der Umgebung von Reaktor 3). 400 Millisievert, hier innerhalb einer einzigen Stunde erreicht, ist in Deutschland die maximal zulässige Strahlenbelastung für einen Atomarbeiter während seines ganzen Arbeitslebens. Diesen Ablauf der Reaktorenkatastrophe von Fukushima Dai-ichi stellte KAWATA Toumio, Fellow der Nuclear Waste Management Organization of Japan (NUMO), auf der 16. Sitzung der japanischen Atomkommission am 24. Mai 2011 seinen Kollegen vor. Strahlentelex ist sein Manuskript zugänglich gemacht worden. Mit einem Kommentar von Thomas Dersee.

Stx588-589.2011.2-5.4 (4 Seiten)

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Das Bürgervertrauen in die Regierung schwindet und der Ärger in Japan wächst. Mehr als 100 stillende Mütter aus Fukushima und Umgebung haben sich für Untersuchungen angemeldet, um den Grad der Verstrahlung ihrer Milch feststellen zu lassen. Die Hilfe der japanischen Regierungen schlagen sie aus. Das berichtet Suvendrini Kakuchi aus Tokyo in einem Beitrag der Nachrichtenagentur IPS-Inter Press Service vom 20. Mai 2011. „Die Frauen werden sich in einem Laboratorium testen lassen, daß sie sich selbst ausgesucht haben“, wird die Krankenschwester Saeko Uno zitiert, die sich der Gruppe ‚Mütter für die Kontrolle ihrer strahlenbelasteten Milch‘ angeschlossen hat. „Das machen wir so, weil wir nicht sicher sein können, ob uns die Regierung die korrekten Werte durchgeben würde.“

Stx586-587.2011.5-6.2 (2 Seiten)

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Bislang wurden drei Kernschmelzen zugegeben. Auch in den Reaktoren 2 und 3 des Atomkraftwerks Fukushima Dai-ichi an der Ostküste von Japans Hauptinsel Honshu ist es bereits in den ersten Tagen nach dem Erdbeben vom 11. März 2011 zu weitgehenden Kernschmelzen gekommen. In einem Bericht, den die Betreiberfirma Tepco am 24. Mai 2011 veröffentlichte, heißt es, die Brennstäbe der beiden Reaktoren seien wahrscheinlich teilweise geschmolzen. Zuvor hatte Tepco am 15. Mai erstmals zugegeben, daß die Brennstäbe des Reaktors 1 bereits kurz nach dem Erdbeben durchgebrannt waren. Vollständig geschmolzen sollen sie den Angaben zufolge bereits etwa 16 Stunden danach gewesen sein. Damit bestätigte Tepco die Darstellung des Strahlentelex vom 7. April 2011 sowie die Analysen anderer unabhängiger Experten, die seit langem von Kernschmelzen nach dem Erdbeben ausgegangen waren.

Stx586-587.2011.5-6.2 (2 Seiten)

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Die japanische Regierung und die Regierungen Europas fordern mit ihren Grenzwerten Menschenopfer. Die EU paßte ihre Nahrungsmittel-Grenzwerte an die in Japan geltenden an. Wie in der vorigen Ausgabe des Strahlentelex berichtet hatte die EU-Kommission nach der Reaktorenkatastrophe von Fukushima Dai-ichi höhere neue Grenzwerte für die Belastung von Nahrungsmitteln mit Radionukliden eingeführt. Nachdem es Proteste dagegen gegeben hatte, daß diese sogar höher waren als diejenigen, die in Japan gelten, haben die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten sich einer Mitteilung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 8. April 2011 zufolge am selben Tag in Brüssel auf die in Japan geltenden zulässigen Belastungshöchstwerte als neue Grenzwerte für die Radionuklidbelastung von Nahrungs- und Futtermitteln aus Japan verständigt. Am 12. April 2011 ist diese Änderung zur Fukushima-Verordnung amtlich bekannt gemacht worden. Die japanischen Werte ersetzen damit „vorläufig“ die alten Werte der EURATOM-Verordnung Nr. 779/90. „Vorläufig“ bedeutet vorbehaltlich einer erneuten Anhebung der Grenzwerte bis hin zu den Grenzwerten der alten EURATOM-Verordnung, sobald Japan seinerseits seine Grenzwerte erhöhen sollte. Der Wert für konzentrierte Erzeugnisse und Trockenerzeugnisse wird zudem „auf der Grundlage des für den unmittelbaren Verbrauch rekonstruierten Erzeugnisses berechnet“, heißt es in der EU-Verordnung, darf also entsprechend einer Verdünnung in der verzehrfertigen Form noch höher sein. Strahlentelex hat berechnet, wie viele zusätzliche Krebstote diese Grenzwerte zur Folge haben können, wenn man sich mit Nahrungsmitteln ernährt, die diese Grenzwerte einhalten. Diese Risikoberechnung finden Sie hier auch auf English.

Stx584-585.2011.4-6.3 (3 Seiten)

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

Kinder werden in der Präfektur Fukushima wie Atomarbeiter behandelt. Das japanische Ministerium für Unterricht und Wissenschaft (MEXT) hat am 19. April 2011 einen Grenzwert von 3,8 Mikrosievert pro Stunde (µSv/h) für Kindergärten und Vor-, Grund- und Mittelschulen in der Präfektur Fukushima festgelegt. Der Grenzwert gilt für den normalen Betrieb dieser Bildungseinrichtungen. Weil auch im Normalbetrieb eine Jahresdosis von 20 Millisievert (mSv) überschritten sein kann, habe das Ministerium den Bildungsausschuß der Präfektur Fukushima zudem angewiesen, in der gegenwärtigen Phase an dreizehn Bildungseinrichtungen, an denen dieser Grenzwert überschritten wird, die Aktivitäten außerhalb von Gebäuden auf 1 Stunde zu begrenzen. Davon sind insgesamt 3.560 Kleinkinder, Kinder und Schüler betroffen, heißt es. Eine Ortsdosisleistung von 3,8 µSv/h ist das 100-fache des Normalen in Japan.

Stx584-585.2011.2-3.2 (2 Seiten)

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

Leben in Japan mit der Reaktorenkatastrophe. Das ganze Jahr über werden die radioaktiven Emissionen aus den Anlagen von Fukushima Dai-ichi noch anhalten. Etwa neun Monate werde es noch dauern, bis die sogenannten Kernschmelzen in den Reaktoren und Lagerbecken für die Brennstäbe einen „trockenen“ Zustand erreicht haben werden – sofern nichts Unvorhergesehenes geschieht. Das erklärte am 17. April 2011 die japanische Betreiberfirma Tokyo Electric Power Company (Tepco). Im Juni beginnt zudem die Regenzeit, in der die radioaktiven Partikel vermehrt über dem Land niedergehen können, vor allem, wenn auch der Wind vom Pazifik fort dreht. Wie mit dem Zustand in Japan umgegangen wird beschreiben Zuschriften, die uns erreicht haben. Strahlentelex dokumentiert eine davon in einer Übersetzung aus dem englischen Original.

Stx584-585.2011.1-2.2 (2 Seiten)

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Risikobewertung
 und Risiko-kommunikation

Die neuen Nahrungsmittelgrenzwerte seit Fukushima. Seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl galten bislang für die Einfuhr von Nahrungsmitteln lediglich Grenzwerte für Radiocäsium (Cäsium-134 und Cäsium-137) und zwar in Höhe von 370 Becquerel pro Liter bzw. Kilogramm für Milch und Milchprodukte sowie 600 Becquerel pro Kilogramm für andere Nahrungsmittel. Seit dem GAU in Japan gelten nun jedoch den entsprechenden Verordnungen der Europäischen Union zufolge deutlich höheren Grenzwerte für importierte Nahrungsmittel, die zudem überwiegend höher sind als die jetzt in Japan zulässigen Werte. Diese waren bereits 1987 „vorsorglich“ für den Fall eines weiteren GAUs festgelegt worden und sollten in einem solchen Fall automatisch in Kraft treten, ohne weitere Diskussion und öffentliches Aufsehen. Begründet wurde die Höhe der zulässigen Belastungswerte mit der Annahme, daß vielleicht nur 10 Prozent derart belasteter Nahrungsmittel verzehrt würden. Still und leise und ohne daß auch das deutsche Verbraucherschutzministerium aktiv darauf hinwies, hat die EU-Kommission nun am 25. März 2011 mit einer Durchführungsverordnung (EU) Nr. 297/2011 die Anwendung der neuen hohen Grenzwerte auf die Einfuhr von Lebens- und Futtermitteln aus Japan beschränkt. Strontium und Plutonium bleiben in dieser Verordnung unerwähnt, es muß lediglich die Einhaltung der Grenzwerte für Jod-131, Cäsium-134 und Cäsium-137 überprüft werden. Die EU erlaubt ohne Not den Import radioaktiv belasteter Nahrungsmittel, die in Japan selbst nicht mehr zum Verzehr zugelassen sind.

Stx582-583.2011.1-2.2 (2 Seiten)

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Umwelt- und Nahrungsmittelbelastungen

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Umweltbelastungen

Bis heute anhaltende radioaktive Niederschläge in Japan. Daß die Katastrophe in Fukushima noch nicht ihr Ende gefunden hat, zeigen monatliche Messungen, die die japanische Präfektur Fukushima veröffentlicht. Bis heute (Stand: Dezember 2015) gibt es nämlich dort weitere radioaktive Niederschläge und die Bodenbelastung mit den Indikatornukliden Cäsium-137 und Cäsium-134 erhöht sich weiter.

Stx700-701.2016.4.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

Immer noch und schon wieder Probleme mit dem Wasser in Fukushima Dai’ichi. Im April 2015 wurde erstmals festgestellt, daß sich durch chemische Reaktionen in den Wassertanks auf dem Gelände von Fukushima Dai‘ichi Wasserstoffgas bildete. Mit der Zeit hatten sich die festen Bestandteile des eingelagerten Schlamms am Boden der Behälter abgesetzt, darüber stand Wasser, das nun von den entstehenden Gasen durch den Verschluss nach außen gedrückt wurde. Der Verschluss erlaubt zwar das Entweichen von Gasen, daß aber auch Wasser nach außen gedrückt werden würde, hatte man nicht vorhergesehen. Der Ausdruck „Wasser“ ist hier vielleicht verharmlosend, denn die ausgetretene Brühe hatte einen Radiocäsiumgehalt von etwa 10.000 Becquerel pro Liter und einen Radiostrontiumgehalt von etwa 30.000.000 Becquerel pro Liter.

Stx698-699.2016.5-6.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Messungen zeigen deutlich höhere Kontaminationen als Simulationsrechnungen. Zusätzliche Kontaminationen durch Radiocäsium und Strontium-90 erfolgten in Minamisoma-shi nach Schutt- und Erdarbeiten auf dem Gelände von Fukushima Dai’ichi im August 2013.

Stx698-699.2016.4-5.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Radiocäsium in Schwalbennestern. Ein ornithologisches Forschungsinstitut in Abiko-shi, Präfektur Chiba in Japan, hatte im Herbst 2011 dazu aufgerufen, in ganz Japan Schwalbennester zu sammeln, um sie auf Radioaktivität in Folge der Atomkatastrophe von Fukushima zu untersuchen. Vogelkundler hatten nur solche Nester eingeschickt, die im Laufe des Jahres 2011 entstanden waren. Allein aus dem Gebiet der Präfektur Fukushima kamen 92 Nester. Die Untersuchung ergab, daß 150 der 197 Nester in einer Entfernung von bis zu 370 Kilometern von Fukushima Dai’ichi mit Radiocäsium belastet waren. Die Einsendungen aus der Präfektur Fukushima waren sämtlich belastet. Das Forschungsinstitut gab diese Belastungen mit „durchschnittlich 7.502 Becquerel pro Kilogramm“ (Bq/kg) an, wobei das höchstbelastete Nest 90.000 Bq/kg Radiocäsium aufwies.

Stx684-685.2015.10-11.2 (2 Seiten)

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Nahrungsmittelbelastungen

Freihandel EU-Japan. Das geplante umfassende Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und Japan kann noch vor dem transatlantischen Freihandelspakt TTIP und noch vor dem Jahresende ausgehandelt werden. Diese Erwartung äußerte die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström am 28. Mai 2015 in Tokyo vor Journalisten. Aktuell dringt Japan darauf, daß die EU Handelsbeschränkungen für Lebensmittel aus der Region Fukushima aufhebt. Malmström betonte, daß Lebensmittel aus der weiteren Region um Fukushima schon geprüft und als unbedenklich freigegeben worden seien. Nahrungsmittel aus der Stadt und dem engeren Umfeld würden dagegen noch von der Kommission geprüft.

Stx682-683.2015.12.1 (1 Seite)

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Umwelt- und Nahrungsmittelbelastungen

Die radioaktive Verseuchung des Pazifiks. Die Fische vor Fukushima sind stärker belastet als erwartet. Jegliches Fischen entlang der Küste südlich von Fukushima bleibt weiterhin verboten. Seit 2011 haben drei Viertel der 1.800 Berufsfischer aufgegeben. Ein paar wenige fahren gelegentlich noch hinaus – im Auftrag des Fischereiministeriums und für Michio Aoyama vom neuen Institut für Umweltradioaktivität der Universität Fukushima.

Stx672-673.2015.10-11.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Sparmaßnahmen bei Dekontaminationen in Japan. „Zielgerichtete Dekontamination“ soll Kosten sparen, ist das Ziel japanischer Behörden. Die bisherige Regelung, eine Dekontamination müsse unabhängig vom Standort, bis zu einem Umgebungswert von 0,23 Mikrosievert pro Stunde durchgeführt werden, wird vom japanischen Umweltministerium offenbar nicht länger als sinnvoll angesehen. Die Kosten sind wohl nicht der einzige Grund, die Dekontaminationsversuche zurückzufahren sondern auch die Hilflosigkeit, wie mit dem radioaktiven Müll vernünftig umzugehen sei. Allein in der Präfektur Fukushima werden das Volumen des angefallenen Dekontaminats und des noch nicht geräumten, verstrahlten Schutts durch den Tsunami auf 22 Millionen Kubikmeter geschätzt.

Stx664-665.2014.10-11.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Tepco leitet radioaktiv belastetes Grundwasser in den Pazifik. Die Betreibergesellschaft der havarierten Atomreaktoren in der japanischen Präfektur Fukushima, die Elektrizitätswerke von Tokio, Tepco, hat am 9. April 2014 damit begonnen, Grundwasser vom Gelände des Atomkraftwerks direkt in den Pazifischen Ozean zu leiten, wurde am selben Tag aus Tokio gemeldet. Täglich fließen demnach von den nahen Hügeln unkontrolliert rund 400 Tonnen Grundwasser zu den Atomrektoren und mischen sich dort mit 300 Tonnen radioaktiv kontaminiertem Kühlwasser, die den havarierten Reaktoren von Tepco zugeführt werden. Rund 100 Tonnen des Grundwassers werden nun der Meldung zufolge in Tanks umgeleitet, bevor sie sich mit dem hoch belasteten Kühlwasser mischen können, heißt es. Liege die radioaktive Belastung unterhalb von Grenzwerten, lasse man es in den Ozean abfließen.

Stx658-659.2014.14.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

Was ist los im Pazifik. In den vergangenen Wochen gab es wiederholt beunruhigende Meldungen über die pazifische Tierwelt. Bericht von Sebastian Pflugbeil.

Stx648-649.5.1 (1 Seite)

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Umwelt- und Nahrungsmittelbelastungen

„Chiisaki Hana“ - Eine Bürgerinitiative im Kampf gegen die radioaktive Verseuchung. Im März 2011 wurde ein großer Bereich in Nordostjapan bei der Atomkatastrophe von Fukushima radioaktiv verseucht. Die Messstelle „Chii-saki Hana“ befindet sich in der Präfektur Miyagi, der nördlich gelegenen Nachbarpräfektur Fukushimas. Auch jene ist großflächig radioaktiv belastet. Von Hidehiko ISHIMORI.

Stx644-645.2013.6-7.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Kontaminiertes Wasser fließt in den Pazifik. Seit Mitte Juli 2013 ist bekannt, daß kontaminiertes Wasser aus dem Untergrund im Gelände des Kraftwerks Fukushima Daiichi eine unterirdische Sperre aus glasverstärktem Beton überwunden hat und in das Hafenbecken vor den Unglücksreaktoren und von dort weiter in den Pazifik fließt. Es könne sich um eine Menge von etwa 400 Tonnen (400.000 Liter) täglich handeln, teilte die Betreiberfirma Tepco der japanischen Atomaufsicht am 2. August 2013 mit.

Stx640-641.2013.6-7.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Das Grundwasser in Fukushima ist zunehmend mit Strontium und Tritium belastet. Die Betreibergesellschaft Tepco der im März 2011 havarierten Atomreaktoren von Fukushima Daiichi hat jetzt zugegeben, daß dort das Grundwasser zunehmend mit radioaktiven Substanzen belastet wird. Wie der Generalmanager von Tepco Toshihiko FUKUDA am 19. Juni 2013 japanischen und internationalen Presseberichten zufolge mitteilte, stiegen die Belastungen mit dem Knochensucher Strontium-90 seit Dezember 2012 bis Mai 2013 um mehr als das Hundertfache an.

Stx636-637.2013.6-7.2 (2 Seiten)

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Nahrungsmittel- und Umweltbelastungen

Selbsthilfe, Aufklärung und beobachtende Teilnahme. Tätigkeitsbericht der japanischen CRMS-Bürgermeßstellen. Zum zweiten Jahrestag der Katastrophe von Fukushima hat die japanische Organisation der CRMS-Bürgermeßstellen im April 2013 einen ersten ausführlichen Tätigkeitsbericht vorgelegt. Dem Netzwerk gehören insgesamt 10 Meßstellen an, die CRMS-Meßstelle Fukushima-shi hat die Koordinierungsfunktion und ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. In der Präfektur Fukushima gibt es weitere 8 Meßstellen mit je eigenen Schwerpunkten. So beschäftigt sich die Meßstelle Koriyama regelmäßig mit den Mahlzeiten, die in Behinderteneinrichtungen angeboten werden. In Tamura wird der Aufbau eines eigenen Gemüseladens für das gemessene Gemüse vorbereitet. In Nihon-matsu sind die Vereinsmitglieder zumeist Bauern, die ihre eigenen Produkte regelmäßig messen lassen. Sukagawa mißt die Zutaten eines Restaurants, das gemessene Speisen und Veranstaltungen zu Themen der Strahlenbelastung anbietet. Die Meßstelle Minami-Soma arbeitet zur Umgebungsradioaktivität. [2] Die Meßstelle in Oguni, Stadtgemeinde Date, beschäftigt sich außer mit Messungen mit den Problemen, die durch partielle Evakuierung und Anbauverbote entstanden sind. Die zehnte Meßstelle liegt im Bezirk Setagaya von Tokyo  etwa 90 Minuten mit dem Shinkansen von Fukushima entfernt. Neben den Messungen unterstützen die Aktiven hier internationale Verbindungen und verschiedene japanische Bewegungen zur Entschädigung und Hilfe für die vom Atomunfall direkt Betroffenen.

Stx634-635.2013.6-7.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Messungen der Falloutbelastungen in Fukushima-Stadt durch Bürgermeßstelle ergeben hohe Aktivitätswerte und widersprechen offiziellen Darstellungen. Offizielle Darstellungen in Karten der Bodenbelastungen durch den radioaktiven Fallout aus den havarierten japanischen Atomreaktoren von Fukushima im März 2011 weisen für Fukushima-Stadt mittlere Werte im Bereich um 100.000 Becquerel pro Quadratmeter Bodenfläche (Bq/ m²) für das Leitnuklid Cäsium-137 auf. Solche Kartendarstellungen beruhen meist auf Angaben von Monitoring-Messungen aus der Luft. Daß solche Angaben unzuverlässig sind und einen falschen Eindruck vermitteln, zeigen jetzt von der Citizens‘ Radioactivity Measuring Station (CRMS) durchgeführte direkte Bodenmessungen in der Stadt Fukushima, die 10- bis 20-fach höher liegen.

Stx634-635.2013.5-6.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Japan: Ortsdosisleistungen vor Fukushima. Das japanische Amt für Wissenschaft und Technik (Kagaku gijutsu cho) dokumentiert Radioaktivitätsmessungen in Japan. Der 35. Band seiner Ergebnissammlungen befindet sich auch in der Staatsbibliothek zu Berlin. Er enthält unter anderem die Ergebnisse monatlicher Messungen der Ortsdosisleistungen von April 1993 bis März 1994 sowie das Mittel der drei Jahre zuvor für die Präfekturen Japans. Strahlentelex hat diese Ergebnisse zusammengestellt, sie können unter www.strahlentelex.de/Ortsdosisleistungen_in_Japan_1993-94.pdf abgerufen werden.

Stx630-631.2013.4.1 (1 Seite)

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Nahrungsmittel-belastungen

27 Jahre nach Tschernobyl: Weiterhin Tschernobyl-Radiocäsium in Heidelbeermarmelade. Die Bürgermeßstelle Yokohama in Japan hat in Heidelbeermarmelade der deutschen Marke Schwartau eine radioaktive Kontamination von 22,2±4,6 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm gemessen. Cäsium-134 war nicht enthalten. Es handelt sich um „Schwartau Extra Blueberry Jam“, Mindesthaltbarkeitsdatum 26.6.2014, im 340 Gramm-Glas mit der Herkunftsbezeichnung „Deutschland“. Das Herstelleretikett des Produkts war in englischer und griechischer Sprache beschriftet. Die Abwesenheit von Cäsium-134 läßt darauf schließen, daß die darin verarbeiteten Heidelbeeren aus Gebieten stammen, die durch den Tschernobyl-Fallout kontaminiert sind. Cäsium-137 aus der Katastrophe von Tschernobyl hat 27 Jahre danach noch nicht einmal seine erste Halbwertzeit erreicht.

Stx630-631.2013.1-2.2 (2 Seiten)

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Japanese version

 

Nahrungsmittel-belastungen

Radioaktive Belastung von Fischen und Meeresfrüchten aus japanischen Gewässern. Fische aller Art, Muscheln, Schnecken und Meeresalgen spielen in der japanischen Ernährung eine wichtige Rolle. Nur wer vollkommen auf tierische Produkte verzichten will oder muß, ißt keinen Fisch. Entsprechend groß ist die wirtschaftliche Bedeutung der Küstenfischerei, Aquakultur und Fischverarbeitung. Tabemono Tsūshin, eine verbraucherorientierte Zeitschrift, widmete ihre Novembernummer 2012 schwerpunktmäßig dem Thema der radioaktiven Belastung von Fisch.

Es wird angenommen, daß im Laufe der Reaktorkatastrophe allein an radioaktivem Cäsium (Cs-137 + Cs-134) 37 Billiarden Becquerel ins Meerwasser gelangten. Teils wurden die radioaktiven Substanzen mit der Strömung weitergetragen, verdünnt und verbreitet. An manchen Orten blieb die Belastung aber stabil. Auch die Binnengewässer – Flüsse, Seen und Moore – wurden kontaminiert. Außer Fang- bzw. Verzehrsverboten und ständigen Messungen gibt es keine Möglichkeit zu verhindern, daß Fisch mit Belastungen über den staatlichen Grenzwerten gehandelt und gegessen wird.

Am 16. November 2012 veröffentlichte zudem das japanische Umweltministerium die Ergebnisse von Radioaktivitätsmessungen an Süßwasser- und Meeresfischen sowie an Wasserinsekten. Es war dies die zweite Untersuchung des Umweltministeriums seit der Reaktorkatastrophe im März 2011. Zeitgleich veröffentlichte auch die Präfektur Fukushima Ergebnisse ihrer Untersuchungen des Meeresbodens an verschiedenen Stellen.

Bericht von Annette Hack

Stx626-627.2013.5-6.2 (2 Seiten)

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Nahrungsmittel-belastungen

Analyse japanischer Lebensmittel-Messungen. Eine Analyse der Messwerte der „Citizen’s Radioactivity Measuring Stations“ (CRMS) in Japan wurde von Michael Cosacchi durchgeführt und kann jetzt von der Internetseite des Strahlentelex abgerufen werden:

www.strahlentelex.de/Analyse_der_CRMS-Daten_von_Michael_Cosacchi.pdf

Michael Cosacchi lebt derzeit (2012/2013) im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes für ein Soziales Jahr in Japan und hat eine einfach verständliche, zweisprachige (deutsch und japanisch) „rote“ Liste von Lebensmitteln erstellt, die beim Einkauf in Japan vermieden werden sollten.

Stx626-627.2013.4.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

Frühe Messung von radioaktivem Fallout in Fukushima-Stadt. Anfang Dezember 2012 veröffentlichten die japanischen Wissenschaftler Masashi Takada, Toshikazu Suzuki vom National Institute of Radiological Sciences auf Chiba, Ergebnisse früher Messungen von radioaktivem Fallout und Dosisabschätzungen in der Stadt Fukushima. Sie untersuchten eineinhalb Tage nach Unfallbeginn genommene Proben gammaspektrometrisch aus dem Innen- und Außenbereich und identifizierten dabei elf künstliche und 5 natürliche Radionuklide.

Stx624-625.2013.6.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

Falsche Strahlenmessungen beim behördlichen Umweltmonitoring in Fukushima. 3.141 Monitoringpunkte mit Meßstationen zur Ermittlung der örtlichen Strahlenbelastung durch äußere Gammastrahlung haben die Behörden in der japanischen Präfektur Fukushima installiert, die durch die Reaktorenkatastrophe von Fukushima I (Dai-ichi) seit dem Frühjahr 2011 besonders schwer vom radioaktiven Fallout betroffen ist. Die Geräte werden solar betrieben und zeigen für alle Interessierten auf einem großen Display deutlich sichtbar die aktuelle Ortsdosisleistung in Mikrosievert pro Stunde (µSv/h) an. Weil Kontrollmessungen der Bevölkerung in der unmittelbaren Umgebung der Meßstation stets deutlich höhere Werte ergaben als die vom amtlichen Gerät angezeigten, haben Bürgergruppen in den Gebieten von Kōriyama (südlich von Fukushima-Stadt gelegen), Soma und Minami-Soma (an der Küste der Region Soma-Futaba) sowie von Iitate (in den Bergen der Region Soma-Futaba gelegen) eine systematische Überprüfung der amtlichen Messungen an insgesamt 116 Meßpunkten vorgenommen. Ihre Ergebnisse lassen sich so zusammenfassen: Die amtlichen Geräte zeigen häufig nur ein bis zwei Drittel des wahren Wertes an. Der Aufstellort der Geräte wurde offenbar besonders gereinigt oder es wurde eine Metallplatte unter dem Detektor plaziert. Weil auch unmittelbar am Gerät selbst andere Werte als die angezeigten ermittelt wurden, ist davon auszugehen, daß auch die amtlichen Geräte selbst manipuliert wurden. Die Abweichungen vom wahren Wert sind um so größer, je höher die Ortsdosisleistung ist. Von 50 in Soma und Minami-Soma überprüften Meßgeräten zeigten 42 (84 Prozent) zu geringe Werte an. Für Kōriyama und Iitate gilt dasselbe.

Stx624-625.2013.1-3.3 (3 Seiten)

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Umweltbelastungen

Verbrennung von kontaminiertem Schutt – Erfolg und Niederlage. Monatelange Bürgerproteste gegen die Verbrennung von kontaminiertem Müll aus der Präfektur Iwate haben die Verwaltung der Präfektur Niigata gezwungen, den bisher gelieferten Müll zurück nach Otsuchi-machi/Iwate zu schicken. Damit ist der Umgang mit diesem problematischen Müll zwar weiterhin offen, die Katastrophe der Verbrennung und der damit verbundenen Verbreitung der enthaltenen Nuklide über Abluft und Asche ist aber zunächst erfolgreich gestoppt.

Stx622-623.2012.11-12.2 (2 Seiten)

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Umwelt- und Nahrungsmittel-belastungen

Ansprache vor dem Menschenrechtsausschuß der Vereinten Nationen in Genf, 30. Oktober 2012 von Katsutaka IDOGAWA, Bürgermeister von Futaba-machi, jetzt Evakuierungszone. Die japanische Regierung möchte nicht, daß die Menschen die Wahrheit erfahren. Das erklärt Katsutaka IDOGAWA, Bürgermeister von Futabamachi, der seine Stadt in der Evakuierungszone von Fukushima verloren hat und jetzt für die verstreut lebenden einstigen Bewohner spricht.

Stx622-623.2012.9-11.3 (3 Seiten)

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Zusatzinformationen:

Kriterien für die Evakuierung (600 KB)

Karte der Dosisbelastungen 2011.3.11 ~ (600 KB)

Karten der Dosisbelastungen und Nahrungsmittel-Restriktionen (5,7 MB)

 

Umweltbelastungen

Durchhalteparolen und falsche Strahlenmessungen. Eindrücke aus Japan eineinhalb Jahre nach der Havarie der Atomreaktoren von Fukushima I (Daiichi).

Wer in dieser Zeit durch die Präfektur Fukushima im Nordteil der japanischen Hauptinsel Honshu reist, kann kaum vermeiden, auf höhere und niedrigere Chargen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP), der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Vereinten Nationen (UNO) zu stoßen. Außerdem bereisen Wissenschaftler diverser japanischer und ausländischer Hochschulen mit unterschiedlichen Motiven die Region.

Im März 2011 waren in der Folge eines Erdbebens die Atomkraftwerke von Fukushi-ma I (Daiichi) an der japanischen Pazifikküste außer Kontrolle geraten und explodiert. Es kam zu sogenannten Kernschmelzen und zu Frei-setzungen gewaltiger Mengen radioaktiver Stoffe.

Es gebe jetzt viele Forscher, die sich für die Lage der 4 Millionen betroffenen Bewohner im Umkreis der havarierten Fukushima-Reaktoren interessierten. Das helfe den Menschen jedoch nicht. Denn diese wollten wissen, wie sie sich jetzt schützen können. So beschrieb die japanische Ärztin Katsumi FURITSU, Preisträgerin des Nuclear-Free Future Award 2012, in einem Vortrag vor Frauen und Müttern in der Stadt Fukushima am 13. November 2012 die Situation heute. Sie geht davon aus, daß in Fukushima etwa die zehnfache Zahl an Bewohnern betroffen ist wie in Tschernobyl. – Ein Reisebericht von Annette Hack und Thomas Dersee.

Stx622-623.2012.1—9.9 (9 Seiten)

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Umweltbelastungen

Das Verhältnis Strontium-90 zu Cäsium-137 ist im Gebiet der Stadt Soma besonders hoch. Am 12. September 2012 veröffentlichte das japanische Ministerium für Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) erneut eine zusammenfassende Übersicht über die Bodenbelastungen mit Radiocäsium und Strontium seit der Reaktorenkatastrophe von Fukushima. Zuvor hatte es bereits frühere Übersichten über die Bodenbelastungen mit Plutonium und Strontium gegeben. Demnach schwanken die Verhältnisse Strontium-90 zu Cäsium-137 stark zwischen 1 zu 10 und 1 zu 1000. Das MEXT kommentiert dazu, in der Tendenz liege das Verhältnis Strontium-90 zu Cäsium-137 in dem auf dem Erdboden abgelagerten Fallout überwiegend bei 1 zu 1000. Mit einem Verhältnis von 1 zu 10 bei einem Strontium-90-Wert von 2400 Becquerel pro Quadratmeter wurde die größte Relation im Gebiet der Küstenstadt Soma gefunden, die sich etwa 40 Kilometer nördlich von den havarierten Reaktoren von Fukushima Dai-ichi befindet. Bericht mit einem Kommentar von Thomas Dersee.

Stx618-621.2012.2-5.4 (4 Seiten)

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Umweltbelastungen

Deformierte Schmetterlinge. Die Atomkatastrophe von Fukushima führte zu Mißbildungen bei Schmetterlingen in der Umgebung des japanischen Atomkraftwerks. Noch in dritter Generation führte die Radioaktivität in der Umgebung der Atomkraftwerke bei den Nachkommen von Schmetterlingen der Bläulingsart Zizeeria maha zu Gen-Mutationen. Das berichteten Wissenschaftler der Ryukuyu-Universität von Nishihara auf Okinawa/Japan im August 2012.

Stx616-617.2012.6-7.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

 „Die Strahlungswerte im Nordpazifik werden noch lange Jahre deutlich über denen vor der Katastrophe liegen“. Durch die Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 wurden große Mengen Radionuklide freigesetzt. Sie gelangten über die Atmosphäre und auch durch direkte Einleitung zu einem sehr großen Teil in den Pazifischen Ozean. Mit Hilfe von Computersimulationen haben Wissenschaftler des GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel unter der Leitung von Professor Claus W. Böning am Beispiel des Cäsium-137 die langfristige Ausbreitung untersucht. Die Stoffausbreitung wird demnach nicht nur durch die Hauptströmung, den Kuroshio vor Japan, sondern maßgeblich auch durch intensive und stark veränderliche Wirbel geprägt.

Stx614-615.2012.5.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

Strontium aus Fukushima in Japans Präfekturen und in Tokyo nachgewiesen. Am 24. Juli 2012 veröffentliche das japanische Ministerium für Wissenschaft und Kultur erstmals Ergebnisse über Falloutmessungen von Strontium-90 aus dem Reaktorunfall von Fukushima in den Präfekturen Japans und der Stadt Tokyo. In den hauptsächlich in Mitleidenschaft gezogenen Präfekturen Fukushima und Miyagi war es bereits zuvor in größerem Maße gefunden worden. Die jetzt veröffentlichten Fundorte liegen vor allem in den Präfekturen Iwate, Akita, Yamagata, Ibaraki, Tochigi, Gumma, Saitama, Chiba und Kanagawa sowie in der Metropolregion Tokyo. An allen Fundorten wurden die Höchstwerte überschritten, die zwischen 2000 und der Zeit vor dem Unfall gemessen worden waren und auf den Fallout der Atombombentests zurückzuführen sind,

Stx614-615.2012.4.1 (1 Seite)

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Umwelt- und Nahrungsmittel-belastungen

Radioaktiver Algen-Staub in Tokyo. Eine Bürger gruppe hat in Tokyo an zahlreichen Standorten radioaktiv strahlenden schwarzen Staub entdeckt. Dieser sei nahezu allgegenwärtig: am Straßenrand, in Parkanlagen, Böschungen, etc. zu finden. Pro Kilogramm wurden demnach bis zu 243.000 Becquerel Radiocäsium gemessen. Der schwarze Staub ist eine vertrocknete Blaualgenart, die Radioaktivität stark bindet. Die Gefahr sei groß, daß der Staub eingeatmet oder verschluckt wird. Eine Gruppe von Stadtparlamentariern hat zudem kürzlich Ergebnisse ihrer Messungen in Tokyo veröffentlicht.

Weitere Meldungen:

Verstrahlte Fischkonserven als Entwicklungshilfe

Auseinandersetzungen um das Wiederhochfahren zweier Reaktoren des japanischen Atomkraftwerks Oi

Stx612-613.2012.13.1 (1 Seite)

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Nahrungsmittel-belastungen

Radiocäsium aus Fukushima in Thunfischen an der Küste Kaliforniens gefunden. Vor der US-Küste ist in Thunfischen radioaktives Cäsium nachgewiesen worden, das bei der Reaktorkatastrophe in Fukushima freigesetzt worden war. Im August 2011 vor der kalifornischen Küste gefangene Blauflossen-Thunfische sind deutlich stärker mit Cäsium-137 und -134 belastet gewesen, berichten jetzt Wissenschaftler um Daniel Madigan von der Stanford University in den Proceedings der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften.

Stx610-611.2012.3.1 (1 Seite)

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Nahrungsmittel-belastungen

Radioaktivitätsmessungen in japanischen Wäldern. In 182 Wäldern auf der nördlichen Hälfte der japanischen Hauptinsel Honshū haben japanische Wissenschaftler Radioaktivitätsmessungen an Waldbäumen, speziell an der Japan-Zeder (Cryptomeria japonica; japanisch: sugi) durchgeführt. Das japanische Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei hatte damit das Institut für Wald- und Forstwissenschaft (Tsukuba) und die Graduiertenschule der Universität Nagoya, Abteilung für biologische Landwirtschaft, Fachbereich Waldökologie und -ressourcen beauftragt. Mit 132 Proben lag der Schwerpunkt der Untersuchungen in der Präfektur Fukushima, insbesondere in den Evakuierungsgebieten und Kontrollzonen rund um das havarierte AKW Fukushima Daiichi.

Stx608-609.2012.8-9.2 (2 Seiten)

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Nahrungsmittel-belastungen

 „Wer kritisiert wird ausgegrenzt“. Die Lage ist dramatischer als zugegeben. In Japan werden Informationen über die Reaktorenkatastrophe von Fukushima zurückgehalten und Messungen verfälscht. Das erklärte der in Japan lebende Journalist und frühere Fernsehmoderator Takashi Uesugi auf einer Veranstaltung der IPPNW, der Gesellschaft für Strahlenschutz und des Deutsch-Japanischen Friedensforums am Abend des 13. April 2012 in Berlin. So habe er sich lange gewundert, weshalb seine eigenen Messungen der Ortsdosisleistungen immer höhere Werte ergaben als sie den offiziellen Angaben zufolge hätten sein sollen. Dann habe er die Vorbereitungen für die offiziellen Messungen beobachtet: Die Oberflächenerde wurde nach beiden Seiten weggeschaufelt und der Messpunkt mehrmals mit Wasser übergossen, bevor das Messgerät abgelesen wurde. So werde garantiert, dass die Werte unter 0,9 Mikrosievert pro Stunde blieben.

Stx608-609.2012.7-8.2 (2 Seiten)

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Nahrungsmittel-belastungen

Lebensmittelsicherheit nach Fukushima: EU verschärft Grenzwert-Chaos beim Strahlenschutz. Deutschland und Europa sind auf einen Atom-Unfall wie in Fukushima nicht vorbereitet. Unzureichender Gesundheitsschutz in Deutschland und Europa. Die chaotische, widersprüchliche und gesundheitsgefährdende Grenzwertpolitik bei der Strahlenbelastung von Lebensmitteln in Europa kritisiert die Verbraucherorganisation foodwatch. Während Japan einen richtigen Schritt vollzieht und die Grenzwerte für radioaktiv belastete Lebensmittel wie bereits berichtet zum 1. April 2012 drastisch verschärft, übernimmt die Europäische Union (EU) diese neuen Werte zwar für Importe aus Japan, läßt bei Lebensmitteln aus der EU und den von Tschernobyl betroffenen Regionen jedoch ohne Not erheblich höhere Belastungen zu.

Stx606-607.2012.4.1 (1 Seite)

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Umwelt- und Nahrungsmittel-belastungen

48 unabhängige Meßstellen wurden bisher in Japan aufgebaut. In einer Reportage für die japanische Zeitschrift ‚Sekai’ (April 2012) berichtet der Journalist MORITA Toshiya über die Einrichtung von Radioaktivitätsmeßstellen in Bürgerhand in ganz Japan. Nach dem Reaktorunfall von Fukushima, so Morita, sahen sich die Bürger größtenteils in einer Lage, in der von der Regierung kein Schutz und nur unzureichende Informationen zu erwarten waren. Auch der überwiegende Teil der Massenmedien versagte. Während in der Präfektur Fukushima, in Teilen der Präfekturen Iwate und Miyagi sowie in der Kanto-Region die Strahlung anstieg, wußte man nicht, was nun eigentlich zu tun sei.

Stx606-607.2012.5-6.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

„Was für ein Glück“. - Jahrestagung 2012 der deutschen Strahlenschutz-kommission (SSK) in Hamburg. Bisher hat es noch keine Todesopfer durch Strahlung aus der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan gegeben. Und: Der Natur dort werde es später einmal wieder prächtig und besser als zuvor gehen, wenn der Mensch sie notgedrungen wegen zu hoher radioaktiver Verstrahlung längere Zeit in Ruhe lassen muß. Das festzustellen war Professor Dr. Wolfgang-Ulrich Müller vom Institut für Strahlenbiologie am Universitätsklinikum Essen am Ende der diesjährigen Jahrestagung der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) wichtig. Sie hat vom 14. bis 16. März 2012 in Hamburg stattgefunden und stand unter dem Themenschwerpunkt „Ein Jahr nach Fukushima – eine erste Bilanz aus der Sicht der Strahlenschutzkommission“. Müller ist seit Januar 2012 erneut Vorsitzender der SSK, nachdem er es schon einmal von 2004 bis 2007 gewesen war. Zu diesen Feststellungen fühle er sich „dem Mann auf der Straße“ verpflichtet, meinte Müller. Erst an zweiter Stelle wendet sich die SSK der zentralen Fragestellung zu, nämlich der Frage nach den Folgen und Spätschäden der Katastrophe. Bericht mit einem Kommentar von Thomas Dersee.

Stx606-607.2012.1-3.pdf (3 Seiten)

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Nahrungsmittel-belastungen

Japan senkt seine Strahlen-Grenzwerte für Nahrungsmittel. Ab April 2012 will Japan seine nach den Nuklearkatastrophen im Atomkraftwerk Fukushima festgesetzten Grenzwerte für radioaktiv belastete Nahrungsmittel senken. Am 16. Februar 2012 stimmte das für Lebensmittelsicherheit zuständige Gremium des japanischen Gesundheitsministeriums dieser Planung zu. Demnach soll der Grenzwert der Cäsium-Gesamtaktivität (Cäsium-137 plus Cäsium-134) für Lebensmittel wie Reis und Fleisch auf 100 Becquerel pro Kilogramm gesenkt werden. Für Milch und Babynahrung sollen es noch 50 Becquerel pro Kilogramm sein und für Trinkwasser 10. Nach Beginn der Atomkatastrophe in Folge des Erdbebens und des Tsunamis vom 11. März 2011 war in Japan für Trinkwasser, Milch und Milchprodukte zunächst ein Cäsium-Grenzwert von 200 Becquerel pro Kilogramm festgelegt worden sowie von 500 Becquerel pro Kilogramm für Gemüse, Getreide und andere Lebensmittel wie Fleisch, Eier und Fisch.

Stx604-605.2012.4-5.2 (2 Seiten)

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Nahrungsmittel-belastungen

Nahrungsmitteltest: Grüner Tee - „Sehr leichte Hintergrundbelastung“. Die Zeitschrift „Ökotest“ veröffentlichte in ihrer Februarnummer 2012 einen Test von 22 Sorten Grüntee, die im deutschen Handel erhältlich sind und vor allem auf Pestizide untersucht wurden. Bis auf drei aus Indien stammende Tees wurden alle Grüntees auch auf Radioaktivität untersucht. Vier von 19 untersuchten Tees wiesen laut Ökotest eine „sehr leichte Hintergrundbelastung“ auf. Von diesen hatte nur einer eine Herkunftsangabe, nämlich „China, Zhejiangs“ (vermutlich: Zhejiang, die südlich von Shanghai gelegene Provinz). Der einzige Japantee im Test wies keine radioaktive Belastung auf.

Was, bitte, ist eine „sehr leichte Hintergrundbelastung“? Der Leser erfährt es nicht, erfährt nicht, nach welchen radioaktiven Stoffen gesucht wurde, und welche Belastungen tatsächlich gemessen wurden.

Stx604-605.2012.5.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

Der Meeresgrund vor Fukushima wird zubetoniert. Der Meeresgrund vor dem Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi soll mit einer 60 Zentimeter dicken und 73.000 Quadratmeter großen Betonschicht überdeckt werden. Das teilte die Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power Company (Tepco) der nach dem Erdbeben vom 11. März 2011 havarierten japanischen Atomkraftwerke am 22. Februar 2012 in Tokyo mit. Damit solle die weitere Verseuchung des Pazifischen Ozeans eingedämmt werden, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Bei Messungen in der Bucht vor Fukushima seinen „relativ hohe Konzentrationen radioaktiver Stoffe im Meeresboden“ festgestellt worden, hieß es. In den Wochen und Monaten nach dem Beginn der Atomkatastrophe waren große Mengen radioaktiv belasteten Kühlwassers in den Pazifik eingeleitet worden.

Stx604-605.2012.5.1 (1 Seite)

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Nahrungsmittel-belastungen

Deutsche Meßtechnik erwies sich in Japan als unzureichend. Deutsche Meßtechnik erwies sich in Japan als unzureichend. Die meßtechnische Herausforderung der atomaren Katastrophe von Fukushima wurde nicht verstanden, potentielle japanische Kunden wurden enttäuscht.

Stx598-599.2011.6.1 (1 Seite)

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Umwelt- und Nahrungsmittel-belastungen

Unabhängige Meßstellen für Japan. Bürgerinnen und Bürger in Japan gründeten das Projekt 47: In jeder Präfektur soll eine Meßstelle für Bürger (CRMS: Cititzens´ Radioactivity Measuring Station) errichtet werden. In Japan gibt es insgesamt 47 Präfekturen, und die ersten Meßstellen sind bereits in der Präfektur Fukushima errichtet worden. In den Meßstellen soll die radioaktive Verseuchung von Lebensmitteln gemessen werden, wie das nach Tschernobyl rund 40 Bürgerinitiativen im deutschsprachigen Raum ebenfalls taten. Dem Projekt fehlen aber noch weitere Meßgeräte. Ein Gammameßplatz zur Messung von Nahrungsmittelbelastungen mit aus-reichender Nachweisgrenze kostet heute rund 30.000,- Euro. Das wird dringend benötigt. Im November 2011 konnten die ersten 5.600,00 Euro Spenden nach Japan überwiesen werden. Allen bisherigen Spenderinnen und Spendern sei hiermit herzlich gedankt. Aya Marumori, die Vorsitzende des Vereins CRMS, schrieb uns jetzt.

Stx598-599.2011.5.1 (1 Seite)

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Umwelt- und Nahrungsmittel-belastungen

Der radioaktive Fallout von Fukushima ist weiter verbreitet und die Belastung höher als gedacht. Die neue Reisernte in Fukushima ist stark mit Radiocäsium belastet. Die Nahrungsmittelproduktion in den östlichen Präfekturen Japans könnte noch mehrere Jahrzehnte lang unmöglich sein. Der Fallout vom 15. März 2011 ist die Hauptquelle der Belastung in der Präfektur Fukushima. Verstrahlte Rinder zu Forschungszwecken. Stark erhöhte Strahlung in Tokyoter Stadtbezirken. Weitere Evakuierungen notwendig. In Japan wurden jetzt erstmals seit der Atomkatastrophe in Fukushima Radiocäsium-Werte in Reis gemessen, die über dem behördlich verfügten Grenzwert liegen. Nach einer Mitte November 2011 in den Proceedings der US-amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlichten Studie japanischer Wissenschaftler ist der Boden in weiten Teilen Ost- und Nordostjapans stark mit Radiocäsium belastet.2 In der Präfektur Fukushima liege die Belastung über dem Grenzwert von 5.000 Becquerel Cäsium-Gesamtaktivität je Kilogramm Boden, ab dem die ja-panische Regierung Landwirtschaft und Viehzucht verboten hat. Wie die Wissenschaftler kalkulieren, sollen insgesamt mehr als 5,6 Billiarden Becquerel Cäsium-137 aus Fukushima über Japan und den an-grenzenden Meeresgebieten abgelagert worden sein. In den meisten östlichen Gebieten Japans, so das Fazit der Wissenschaftler, seien die Bö-den mit mehr als 1000 Becquerel Cäsium-137 pro Quadratmeter kontaminiert worden. In den Präfekturen nahe dem Kernkraftwerk lägen die Werte sogar bei mehr als 10.000 Becquerel pro Quadratmeter. Am höchsten sind die Werte in unmittelbarer Umgebung zu den Atomanlagen mit mehr als 100.000 Becquerel Cäsium-137 pro Quadratmeter.

Stx598-599.2011.1-5.5 (5 Seiten)

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Umwelt- und Nahrungsmittel-belastungen

2 mal mehr Cäsium-137 freigesetzt, als bisher von japanischen Behörden zugegeben und von der IAEA geschätzt. 2½ mal mehr radioaktives Xenon freigesetzt als durch Tschernobyl. Freisetzungsbeginn unmittelbar nach dem Erdbeben, noch vor dem Tsunami. Ein internationales Forscherteam aus Norwegen, Österreich, Spanien und den USA kommt in einer am 21. Oktober veröffentlichten Studie [1] zu dem Ergebnis, daß durch den Super-GAU in Fukushima 2,5-mal so viel radioaktives Edelgas Xenon-133 freigesetzt wurde wie durch Tschernobyl. Demnach gibt es zudem „starke Hinweise“ darauf, daß die Freisetzung am 11. März 2011 infolge des Erdbebens bereits gegen 15 Uhr japanischer Zeit und somit noch vor dem Eintreffen des Tsunamis begann. Für die Wissenschaftler ist dies ein Hinweis auf „strukturelle Schäden“ an den Reaktoren durch die Einwirkungen des Erdbebens um 14.46 Uhr. Die höchsten bisher gemessenen Strontium-Werte in der Präfektur Fukushima betragen 22.000 Becquerel Strontium-89 pro Quadratmeter Erdboden. In Yokohama sind in Ablagerungen auf einem Dach 29.775 Becquerel Cäsium-134, 33.659 Becquerel Cäsium-137 und 195 Becquerel Strontium-90 pro Kilogramm der Ablagerungen gefunden worden.

Stx596-597.2011.1-2.2 (2 Seiten)

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Umwelt- und Nahrungsmittel-belastungen

Unabhängige Meßstellen für Japan. Bürgerinnen und Bürger in Japan gründeten das Projekt 47: In jeder Präfektur soll eine Meßstelle für Bürger (CRMS: Cititzens‘ Radioactivity Measuring Station) errichtet werden. In Japan gibt es insgesamt 47 Präfekturen, und die erste Meßstelle ist bereits in der Stadt Fukushima errichtet worden. In der Meßstelle soll die radioaktive Verseuchung von Lebensmitteln gemessen werden, wie das nach Tschernobyl rund 40 Bürgerinitiativen im deutschsprachigen Raum ebenfalls taten. Dem Projekt fehlen aber noch Meßgeräte. Ein Gammameßplatz zur Messung von Nahrungsmittelbelastungen mit ausreichender Nachweisgrenze kostet heute rund 30.000,- Euro. Das wird dringend benötigt.

Stx596-597.2011.2.1 (1 Seite)

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Stx590-591.2011.13.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

Industrieforschung in Fukushima. Ein internationales Projekt unter Leitung der Universität von South Carolina und gemeinsam mit der niederländischen Holdinggesellschaft Qiagen will in Japan Langzeitdaten zu genetischen und ökologischen Folgen radioaktiver Strahlung für Tiere und Pflanzen gewinnen. Erste Forschungsergebnisse aus Japan würden bereits vor Ende 2011 erwartet, heißt es.

Stx590-591.2011.2.1 (1 Seite)

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Umwelt- und
Nahrungsmittel-
belastungen

Zu den Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Fukushima auf den Pazifik und die Nahrungsketten. Die nukleare Katastrophe von Fukushima ist auch lange nach dem Erdbeben vom 11. März 2011 nicht unter Kontrolle. Große Mengen Radioaktivität werden nach wie vor freigesetzt, wodurch nicht nur weite Landstriche unbewohnbar gemacht werden, sondern auch die Luft und das Wasser des Pazifiks vor der Ostküste Japans betroffen sind. Die Informationspolitik der Betreibergesellschaft TEPCO und der japanischen Regierung sowie die dürftige Datenlage und fehlende Erfahrungswerte machen eine Einschätzung der Verbreitung und der Gefährdung durch die freigesetzte Radioaktivität nach wie vor sehr schwierig. Langfristige und weitreichende Auswirkungen können aber erwartet werden. Von Stephan Moldzio, Thomas Dersee, Dirk Zimmermann, Josef Lutz, Rolf Bertram, Anton Eisenhauer.

Stx590-591.2011.3-13.11 (11 Seiten)

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Nahrungsmittel-
belastungen

Radioaktives Rindfleisch und radioaktiver Tee in Japan. In Japan ist radioaktiv stark belastetes Rindfleisch aus der Umgebung des havarierten Atomkraftwerks Fukushima auf den Markt gelangt. Das Problem ist jedoch nicht auf Erzeugnisse aus der Präfektur Fukushima beschränkt, sondern betrifft auch weiter südlich von Tokio gelegene Gebiete. Neueren Zahlen des japanischen Landwirtschafts-ministeriums zufolge sind mittlerweile mehr als 2.900 Fälle bekannt, in denen Rinder mit stark radioaktiv belastetem Heu gefüttert worden sind. Das Fleisch dieser Tiere sei in 46 der 47 japanischen Präfekturen geliefert worden. Cäsium-Belastungen über den Grenzwerten wurde in Tokio Meldungen des Gesundheitsministeriums zufolge auch in Tee gefunden, sowie in Milch, Pflaumen, Algen und Fischen. Die Fundorte lagen bis zu 360 Kilometer von Fukushima Dai-ichi entfernt.

Stx590-591.2011.1-2.2 (2 Seiten)

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Nahrungsmittel-
belastungen

Anzeichen für akute Strahlenschäden unter der japanischen Bevölkerung. Spendenaufruf für unabhängige Meßstellen. Aus Fukushima erreichten mich erschreckende Nachrichten über die Folgeerscheinungen der atomaren Katastrophe, die man jetzt nicht erwartet hatte. Dort soll es bereits Menschen geben, die violette Flecken auf der Haut, die geschwollene Schilddrüsen haben oder die unter Nasenbluten oder Blutungen des Zahnfleischs leiden. Die Eltern in Fukushima, die kleine Kinder haben, sind sehr verunsichert. Von Bürgerinnen und Bürgern in Japan wurde deshalb das Projekt 47 gegründet, das in jeder Präfektur eine Messstelle für Bürger (CRMS: Citizens´ Radioactivity Measuring Station) errichten will. In Japan gibt es insgesamt 47 Präfekturen, und die erste Messstelle ist bereits in der Stadt Fukushima errichtet worden. In der Messstelle soll nicht nur die Strahlendosis, sondern auch die radioaktive Verseuchung von Lebensmitteln gemessen werden, die sich nach und nach in ganz Japan verbreiten kann. Ein Bericht von Masao FUKUMOTO

Siehe auch die Website der japanischen Organisation Cititzens‘ Radioactivity Measuring Station in Fukushima.

Stx588-589.2011.1-2.2 (2 Seiten)

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Nahrungsmittel-
belastungen

Zweifel an Nahrungsmittelmessungen in Japan. Das japanischen Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales veröffentlichte am 3. Mai 2011 Meßergebnisse von Nahrungsmittelkontrollen aus der nordöstlich von Tokyo und südlich von Fukushima gelegenen Präfektur Ibaraki, die von dem dortigen Zentrum zur Überwachung der Umgebungsradioaktivität der Abteilung für Landwirtschaft, Forsten und Wasserwirtschaft zusammengestellt worden waren. Strahlentelex dokumentiert hier vorzugsweise die Ergebnisse der Messungen von Blattgemüsen, weil diese im derzeitigen Stadium des Havariegeschehens von Fukushima am ehesten einen Eindruck vom Ausmaß des radioaktiven Fallouts vermitteln.

Stx586-587.2011.7-8.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Die Meeresströmungen Kuroshio und Oyashio verbreiten die radioaktiven Emissionen aus Fukushima im Pazifik. Die radioaktive Verseuchung des Pazifiks wird noch Jahrzehnte anhalten und auch den Äquator überschreiten. Das französische Institut IRSN hat eine erste Studie zur Ausbreitung der Radionuklide im Pazifik vorgelegt.

Stx584-585.2011.7-10 (4 Seiten)

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Umweltbelastungen

Erste Strontium-Meßwerte aus Japan. Für Strontium gibt es in Japan keinen amtlichen Grenzwert. Das japanische Kultur- und Wissenschaftsministerium (MEXT) gab am 12. April 2011 die Ergebnisse der ersten Strontium-Messungen nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima bekannt. Das Ministerium behauptete, daß „die Werte äußerst gering und ohne Einfluß auf die Gesundheit“ seien. In den stark verstrahlten Orten Namie und Iitate wurden demnach zwischen dem 16. und 19. März 2011 an insgesamt 3 Stellen Bodenproben gezogen. Gefunden wurden dort Belastungen durch Strontium-89 von 13 bis 260 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg) und durch Strontium-90 von 3,3 bis 32 Bq/kg Boden.

Untersuchungen der Muttermilch von 9 Frauen in den letzten Tagen des März 2011 ergaben bei 4 von ihnen Jodbelastungen (Jod-131) bis zu 36,3 Bq/kg Milch.

In den Reisfeldern von Iitate wurde nach einem Bericht von Asahi vom 13. April 2011 fast das 6-fache des amtlichen Cäsium-137-Grenzwerts für den Reisanbau gefunden. Dieser liegt in Japan bei 5.000 Bq/kg Boden.

Stx584-585.2011.6-7.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Fukushima: Atomschock aus Japan. Eine Chronologie und ihre Deutung. Am 11. März 2011 ist Japan von einem Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala und anschließend von einer großen Tsunami-Flutwelle sowie danach von mehreren Nachbeben heimgesucht worden. Daraufhin verloren die dortigen Techniker und Ingenieure der Atomkraftwerke von Fukushima I (Dai-ichi), etwa 240 Kilometer nördlich von Tokio, die Kontrolle über ihre Anlagen. In mehreren Atomreaktoren und Lagerbecken für Brennelemente setzten Kernschmelzen ein, es kam zu Explosionen und Freisetzungen von Radioaktivität. Die Menschen wurden aus dem engeren Umkreis der Anlagen evakuiert und viele verstrahlt. Nach mehreren Wasserstoffexplosionen (Knallgasexplosionen) kam es den Angaben der Betreibergesellschaft TEPCO (Tokyo Electric Power Company) zufolge am Morgen des 14. März 2011 um 11.01 Uhr Ortszeit zu einer Wasserstoffexplosion im Reaktorblock 3 der Anlagen von Fukushima I und am 15. März 2011 um 6.10 Uhr zu einer besonders schweren Explosion im Reaktorblock 2, von der es angeblich keine Bildaufnahmen gibt. Von Strahlentelex dokumentierte Abbildungen zeigen für diesen Zeitraum starke Anstiege der Ortsdosisleistung in den umliegenden Präfekturen und auch bis nach Tokyo reichend. Innerhalb einer Woche, das wurde später bekannt, hatte der Betreiber TEPCO nach eigenen Angaben dreizehn Mal Neutronenstrahlung auf dem Kraftwerksgelände von Fukushima I (Dai-ichi) gemessen. Das zeigt an, daß offenbar spontane, unkontrollierte Kettenreaktionen stattgefunden haben und es sich nicht wie behauptet nur um Wasserstoffexplosionen gehandelt hat. Am 3. April 2011 schließlich sprach auch die japanische Regierung davon, daß nun noch Monate lang Radionuklide von den Anlagen in die Umwelt abgegeben werden und die größte Gefahr von den Brennstäben in den Abklingbecken ausgehe. Offenbar ist klar, daß das Inventar der havarierten Reaktoren bereits überwiegend in die Atmosphäre entwichen ist.

Stx582-583.2011.2-12 (11 Seiten)

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Strahlentelex
ISSN 09314288