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Kommentiertes
Register des Sachgebietes Folgen der Katastrophe von Fukushima
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Gesundheitsfolgen
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Umwelt- und Nahrungsmittelbelastungen
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Register
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Risikobewertung und Risikokommunikation
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Siehe auch die Website
der japanischen Organisation Cititzen’s Radioaktivity Measuring
Station in Fukushima
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Artikel-Nummer:
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Gesundheitsfolgen
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Gesundheitsfolgen
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Der lange Abschied von
der unschädlichen Dosisschwelle. Anerkannte Strahleneffekte im
Niederdosisbereich und ausstehende Korrekturen. Bereits vor langer Zeit
wurde das Prinzip des „stochastischen“ Schadens für strahlenbedingte Krebs-
und Erbkrankheiten von der internationalen Strahlenschutzkommission ICRP
eingeführt. Es sollte den als eher unwahrscheinlich beschriebenen Ernstfall
zur sicheren Seite hin abdecken, indem zugestanden wurde, dass ein einzelnes Strahlenquant im Prinzip einen
gravierenden Spätschaden auslösen kann. Grenzwerte mussten
seitdem stets mit einem entsprechend hohen gesellschaftlichen Nutzen
gerechtfertigt werden, da sie reale Schadensfälle zuließen. Anwender und
etliche Standesorganisationen sind bis heute gegen dieses Prinzip Sturm
gelaufen und nach Fukushima wurde vielstimmig die Behauptung lanciert,
unter 100 Millisievert (mSv) seien keine statistisch erkennbaren Schäden
möglich. Demgegenüber liegen Evidenzen aus den Bereichen vorgeburtliche
Röntgendiagnostik, Folgen bei den japanischen Atombombenüberlebenden, Radon
in Häusern und berufliche Expositionen vor, die man heute als den
akzeptierten Stand der Erkenntnis ansehen muss.
Hinzu kommen als Beleg für die Wirksamkeit chronischer Expositionen durch
Umweltradioaktivität die Befunde am Fluss Techa im Südural, wo die
Bevölkerung durch die Emissionen der Plutoniumaufarbeitungsanlage Mayak kontaminiert wurde. Umwelteffekte durch andere
kerntechnische Anlagen werden jedoch weiterhin offiziell geleugnet.
Nachgewiesene Spätfolgen diagnostischer Bestrahlungen von Kindern und
Erwachsenen werden nach wie vor ignoriert. Außerdem werden eine ganze Reihe
von strahlenbedingten Nicht-Krebserkrankungen, genetischen und teratogenen
Schäden nicht berücksichtigt, die insbesondere nach dem Tschernobylunfall
auffällig geworden sind. Von Inge Schmitz-Feuerhake, Gesellschaft für
Strahlenschutz e.V.
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Stx602-603.2012.4-10.7 (7 Seiten)
Zu den
Originalseiten im pdf-Format
Here you will find in Japanese the critique of the assertion, that radiation effects
are not observable below 100 Millisievert:
The paper was written by Dr. Inge Schmitz-Feuerhake of the German Society for Radiation
Protection, professor of physics at the university
of Bremen, Germany
(retired). The Japanese translation was accomplished by a member of ACSIR
(Association of Citizens and Scientists Concerned about Internal Radiation
Exposure), Japan.
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Gesundheitsfolgen
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Kalkulierter
Strahlentod. Die
Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in Japan und Europa sind
viel zu hoch und nehmen tausende Strahlenkrebstote in Kauf. Die Aufnahme von
Radionukliden mit der Nahrung ist nach Reaktorkatstrophen wie der von
Tschernobyl vor 25 Jahren und jetzt der von Fukushima mittel- und
langfristig der wichtigste Belastungspfad. Eine drastische Absenkung der
Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in Europa und Japan
fordern deshalb jetzt die Verbraucherorganisation foodwatch
und die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des
Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW). Nach den
Berechnungsgrundlagen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP)
würde eine Ausschöpfung der derzeit in Japan und in Europa für die Einfuhr
japanischer Lebensmittel geltenden Grenzwerte für Nahrungsmittel in
Deutschland zu mehr als 150.000 Krebstoten jährlich führen, heißt es in einem
am 20. September 2011 in Berlin vorgestellten Report der beiden
Organisationen. Und würde die gesamte deutsche Bevölkerung sich von
Lebensmitteln ernähren, die lediglich in Höhe von 5 Prozent dieser
Grenzwerte belastet sind, wäre immer noch mit mindestens 7.700 zusätzlichen
Krebstoten jährlich zu rechnen. Nach anderen Berechnungsgrundlagen als
jenen der ICRP könnten es noch deutlich mehr sein und hinzu käme ein
breites Spektrum verschiedenster Erkrankungen und genetischer Schädigungen.
foodwatch und IPPNW beziehen sich dabei auf ein
Gutachten der Vorstandsmitglieder der deutschen Gesellschaft für
Strahlenschutz Thomas Dersee und Sebastian Pflugbeil, die beide auch die
Redaktion des Fachinformationsdienstes Strahlentelex bilden. Report und
Gutachten sind im Internet auf den Webseiten von foodwatch,
IPPNW und Strahlentelex in deutscher, japanischer,
englischer
und französischer
Sprache frei abrufbar.
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Stx594-595.2011.1-4.4 (4 Seiten)
Zu den
Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Anzeichen für akute
Strahlenschäden unter der japanischen Bevölkerung. Spendenaufruf für
unabhängige Meßstellen in Japan. Aus Fukushima erreichten mich erschreckende Nachrichten
über die Folgeerscheinungen der atomaren Katastrophe, die man jetzt nicht
erwartet hatte. Dort soll es bereits Menschen geben, die violette Flecken
auf der Haut, die geschwollene Schilddrüsen haben oder die unter
Nasenbluten oder Blutungen des Zahnfleischs leiden. Die Eltern in Fukushima, die kleine Kinder haben, sind sehr
verunsichert. Von Bürgerinnen und Bürgern in Japan wurde deshalb das
Projekt 47 gegründet, das in jeder Präfektur eine Messstelle
für Bürger (CRMS: Citizens´ Radioactivity
Measuring Station) errichten will. In Japan gibt
es insgesamt 47 Präfekturen, und die erste Messstelle
ist bereits in der Stadt Fukushima errichtet worden. In der Messstelle soll nicht nur die Strahlendosis, sondern
auch die radioaktive Verseuchung von Lebensmitteln gemessen werden, die
sich nach und nach in ganz Japan verbreiten kann. Ein Bericht von Masao
FUKUMOTO
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Stx588-589.2011.1-2.2 (2 Seiten)
Zu den
Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Die japanische
Regierung und die Regierungen Europas fordern mit ihren Grenzwerten
Menschenopfer. Die
EU paßte ihre Nahrungsmittel-Grenzwerte an die in Japan geltenden an. Wie
in der vorigen Ausgabe des Strahlentelex berichtet, hatte die EU-Kommission
nach der Reaktorenkatastrophe von Fukushima
Dai-ichi höhere neue Grenzwerte für die Belastung von Nahrungsmitteln mit
Radionukliden eingeführt. Nachdem es Proteste dagegen gegeben hatte, daß
diese sogar höher waren als diejenigen, die in Japan gelten, haben die
Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten sich einer Mitteilung des
Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom
8. April 2011 zufolge am selben Tag in Brüssel auf die in Japan geltenden
zulässigen Belastungshöchstwerte als neue Grenzwerte für die
Radionuklidbelastung von Nahrungs- und Futtermitteln aus Japan verständigt.
Am 12. April 2011 ist diese Änderung zur Fukushima-Verordnung amtlich
bekannt gemacht worden. Die japanischen Werte ersetzen damit „vorläufig“
die alten Werte der EURATOM-Verordnung Nr. 779/90. „Vorläufig“ bedeutet
vorbehaltlich einer erneuten Anhebung der Grenzwerte bis hin zu den
Grenzwerten der alten EURATOM-Verordnung, sobald Japan seinerseits seine
Grenzwerte erhöhen sollte. Der Wert für konzentrierte Erzeugnisse und
Trockenerzeugnisse wird zudem „auf der Grundlage des für den unmittelbaren
Verbrauch rekonstruierten Erzeugnisses berechnet“, heißt es in der
EU-Verordnung, darf also entsprechend einer Verdünnung in der
verzehrfertigen Form noch höher sein. Strahlentelex hat berechnet, wie
viele zusätzliche Krebstote diese Grenzwerte zur Folge haben können, wenn
man sich mit Nahrungsmitteln ernährt, die diese Grenzwerte einhalten. Diese
Risikoberechnung finden Sie hier auch auf English.
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Stx584-585.2011.4-6.3 (3 Seiten)
Zu den Originalseiten
im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Empfehlungen zur
Minimierung des Strahlenrisikos in Japan. Zur Begrenzung des Strahlenrisikos durch die Aufnahme von
Radionukliden mit der Nahrung in Japan nach der Reaktorkatastrophe von
Fukushima haben die Gesellschaft für Strahlenschutz (German Society for Radiation Protection) und
der Informationsdienst Strahlentelex auf der Grundlage der Erfahrungen nach
der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und unter Berücksichtung
einer anderen Nuklidverteilung im Fallout von Fukushima Überlegungen und
Berechnungen durchgeführt und geben folgende Empfehlungen:
1. Wegen der aktuell hohen Belastungen durch Radiojod ist der Bevölkerung in Japan zu empfehlen,
derzeit auf den Verzehr von Salaten, Blattgemüsen und eßbaren Wildkräutern
zu verzichten.
2. Wegen Unsicherheiten der Bewertungsgrundlagen muß
empfohlen werden Säuglingen, Kindern und Jugendlichen keine Nahrung mit
mehr als 4 Becquerel des Leitnuklids Cäsium-137
pro Kilogramm Nahrungsmittel zu geben. Erwachsenen ist zu empfehlen,
Nahrungsmittel mit nicht mehr als 8 Becquerel des
Leitnuklids Cäsium-137 pro Kilogramm Nahrungsmittel zu sich zu nehmen.
3. Zur Kontrolle von Nahrungsmitteln in Japan und der
Veröffentlichung von Meßergebnisse ist es nützlich, wenn Bürgerinitiativen
und Stiftungen unabhängige Strahlenmeßstellen einrichten. In Europa wäre zu
überlegen, wie solche Initiativen in Japan gefördert werden können.
Die Empfehlungen und Berechnungen können hier auch in Englisch
und Japanisch
abgerufen werden.
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Stx582-583.2011.12-14.3 (3 Seiten)
Zu den
Originalseiten im pdf-Format
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Risikobewertung und Risikokommunikation
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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„Was für ein Glück“. - Jahrestagung 2012 der deutschen
Strahlenschutzkommission (SSK) in Hamburg.Bisher hat es noch keine Todesopfer
durch Strahlung aus der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan gegeben.
Und: Der Natur dort werde es später einmal wieder prächtig und besser als
zuvor gehen, wenn der Mensch sie notgedrungen wegen zu hoher radioaktiver
Verstrahlung längere Zeit in Ruhe lassen muß. Das festzustellen war
Professor Dr. Wolfgang-Ulrich Müller vom Institut für Strahlenbiologie am
Universitätsklinikum Essen am Ende der diesjährigen Jahrestagung der
deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) wichtig. Sie hat vom 14. bis 16.
März 2012 in Hamburg stattgefunden und stand unter dem Themenschwerpunkt
„Ein Jahr nach Fukushima – eine erste Bilanz aus der Sicht der
Strahlenschutzkommission“. Müller ist seit Januar 2012 erneut Vorsitzender
der SSK, nachdem er es schon einmal von 2004 bis 2007 gewesen war. Zu
diesen Feststellungen fühle er sich „dem Mann auf der Straße“ verpflichtet,
meinte Müller. Erst an zweiter Stelle wendet sich die SSK der zentralen
Fragestellung zu, nämlich der Frage nach den Folgen und Spätschäden der Katastrophe.
Bericht mit einem Kommentar von Thomas Dersee.
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Stx606-607.2012.1-3.pdf (3 Seiten)
Zu den
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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IPPNW-Studie: Die
Tsunami-Legende von Fukushima. IPPNW sieht sich durch GRS-Bericht in ihrer
Unfallanalyse bestätigt. Weltweit wird der Legende geglaubt,
ausschließlich der dem Erdbeben folgende Tsunami sei für die atomare
Katastrophe verantwortlich gewesen. Eine umfangreiche Unfall-Analyse der
atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW kommt hingegen zu dem Ergebnis, daß
am 11. März 2011 und den darauffolgenden Tagen im japanischen Atomkraftwerk
Fukushima Dai-ichi aufgrund eines Erdbebens und aufgrund einschlägig
bekannter, gravierender Auslegungsdefizite im Grunddesign der Anlage zu
dieser Nuklearkatastrophe mit massiven Freisetzungen von Radioaktivität
kam. Die IPPNW stützt sich dabei auf die offiziellen Berichte der
japanischen Regierung an die Internationale Atomenergieorganisation IAEA
sowie auf Berichte von Gutachterorganisationen.
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Stx606-607.2012.6.1 (1 Seite)
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Energiewirtschaft: Ab
5. Mai 2012 funktioniert Japan ohne Atomstrom. Seit dem 19. März 2012
erzeugt in Japan nur noch ein Atomkraftwerk (AKW) Strom. Die
Fukushima-Betreibergesellschaft Tepco betreibt noch das AKW Kashiwazak-Kariwa in Niigata, in dem jetzt der Block 6
zur regulären Wartung heruntergefahren wurde. Damit läuft keines der AKW
von Tepco mehr. Es ist geplant, am 5. Mai 2012 das letzte noch in Betrieb
befindliche japanische AKW Tomari auf der
nördlichen Insel Hokkaido zu Wartungsarbeiten
herunterzufahren. Dann läuft in Japan bis auf weiteres kein einziges AKW
mehr. Im Herbst 2011 wurde vor Flächenabschaltungen im Winter gewarnt,
jetzt gibt es Warnungen vor schweren Stromversorgungsengpässen im Sommer.
Bisher hat es trotz des Ausfalls von 53 von 54 AKW-Blöcken aber noch keine
ernsthaften Engpässe gegeben.
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Stx606-607.2012.14-15.2 (2 Seiten)
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Japan senkt seine Strahlen-Grenzwerte
für Nahrungsmittel. Ab
April 2012 will Japan seine nach den Nuklearkatastrophen im Atomkraftwerk
Fukushima festgesetzten Grenzwerte für radioaktiv belastete Nahrungsmittel
senken. Am 16. Februar 2012 stimmte das für Lebensmittelsicherheit
zuständige Gremium des japanischen Gesundheitsministeriums dieser Planung
zu. Demnach soll der Grenzwert der Cäsium-Gesamtaktivität (Cäsium-137 plus
Cäsium-134) für Lebensmittel wie Reis und Fleisch auf 100 Becquerel pro
Kilogramm gesenkt werden. Für Milch und Babynahrung sollen es noch 50
Becquerel pro Kilogramm sein und für Trinkwasser 10. Nach Beginn der
Atomkatastrophe in Folge des Erdbebens und des Tsunamis vom 11. März 2011
war in Japan für Trinkwasser, Milch und Milchprodukte zunächst ein Cäsium-Grenzwert
von 200 Becquerel pro Kilogramm festgelegt worden sowie von 500 Becquerel
pro Kilogramm für Gemüse, Getreide und andere Lebensmittel wie Fleisch,
Eier und Fisch.
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Stx604-605.2012.4-5.2 (2 Seiten)
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Der lange Abschied von der
unschädlichen Dosisschwelle. Anerkannte Strahleneffekte im
Niederdosisbereich und ausstehende Korrekturen. Bereits
vor langer Zeit wurde das Prinzip des „stochastischen“ Schadens für
strahlenbedingte Krebs- und Erbkrankheiten von der internationalen
Strahlenschutzkommission ICRP eingeführt. Es sollte den als eher
unwahrscheinlich beschriebenen Ernstfall zur sicheren Seite hin abdecken,
indem zugestanden wurde, dass ein einzelnes
Strahlenquant im Prinzip einen gravierenden Spätschaden auslösen kann.
Grenzwerte mussten seitdem stets mit einem
entsprechend hohen gesellschaftlichen Nutzen gerechtfertigt werden, da sie
reale Schadensfälle zuließen. Anwender und etliche Standesorganisationen
sind bis heute gegen dieses Prinzip Sturm gelaufen und nach Fukushima wurde
vielstimmig die Behauptung lanciert, unter 100 Millisievert (mSv) seien
keine statistisch erkennbaren Schäden möglich. Demgegenüber liegen
Evidenzen aus den Bereichen vorgeburtliche Röntgendiagnostik, Folgen bei
den japanischen Atombombenüberlebenden, Radon in Häusern und berufliche
Expositionen vor, die man heute als den akzeptierten Stand der Erkenntnis
ansehen muss. Hinzu kommen als Beleg für die
Wirksamkeit chronischer Expositionen durch Umweltradioaktivität die Befunde
am Fluss Techa im Südural, wo die Bevölkerung durch die Emissionen der
Plutoniumaufarbeitungsanlage Mayak kontaminiert
wurde. Umwelteffekte durch andere kerntechnische Anlagen werden jedoch
weiterhin offiziell geleugnet. Nachgewiesene Spätfolgen diagnostischer
Bestrahlungen von Kindern und Erwachsenen werden nach wie vor ignoriert.
Außerdem werden eine ganze Reihe von strahlenbedingten Nicht-Krebserkrankungen,
genetischen und teratogenen Schäden nicht berücksichtigt, die insbesondere
nach dem Tschernobylunfall auffällig geworden
sind. Von Inge Schmitz-Feuerhake, Gesellschaft für Strahlenschutz e.V.
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Stx602-603.2012.4-10.7 (7 Seiten)
Zu
den Originalseiten im pdf-Format
Here you will find in Japanese the critique of the assertion, that radiation effects
are not observable below 100 Millisievert:
The paper was written by Dr.
Inge Schmitz-Feuerhake
of the German Society for Radiation Protection, professor of physics at the
university of Bremen,
Germany
(retired). The Japanese translation was accomplished by a member of ACSIR
(Association of Citizens and Scientists Concerned about Internal Radiation
Exposure), Japan.
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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14.000 Tote in den USA? Kürzlich ging die Meldung durch die Medien, Wissenschaftler
hätten festgestellt, dass in den ersten Wochen
nach dem Unfall von Fukushima in den USA circa 14.000 Menschen mehr
gestorben seien als erwartet, darunter circa 800 Kinder unter einem Jahr.
Bei der Durchsicht der Arbeit zeigte sich jedoch, dass
der vermeintliche Effekt ein Artefakt ist: Nach Fukushima wurden von den
Autoren die Daten aus 119 Städten in die Studie einbezogen, in der Zeit
davor aber nur 104 Städte. Mit den offiziellen Daten für insgesamt 122
Städte ist kein Fukushima-Effekt erkennbar. Von Alfred Körblein.
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Stx600-601.2012.5-7.3 (3 Seiten)
Zu den
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Japan funktioniert auch ohne Atomkraft.
Untersuchungsbericht: Reaktion auf Fukushima „konfus und fehlerhaft“.
„Kaltabschaltung“ der havarierten Fukushima-Reaktoren verkündet. Derzeit
nur noch sechs Atomreaktoren in Japan in Betrieb. Neue
Lebensmittel-Grenzwerte angekündigt. Die Reaktionen der zuständigen Stellen auf die
Atomkatastrophen von Fukushima nach dem Erdbeben und dem darauf folgenden
Tsunami vom 11. März 2011 in Japan waren „konfus und fehlerhaft“. Das
stellt der Bericht einer im Mai 2011 von der japanischen Regierung
eingesetzten Untersuchungskommission unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Yotaro Hatamura fest, der am
26. Dezember 2011 in Tokyo veröffentlicht worden ist. Dem Bericht zufolge
war das Personal des Kraftwerksbetreibers Tepco nicht dafür ausgebildet, in
den Anlagen von Fukushima Notlagen wie einen Stromausfall nach dem Tsunami
zu bewältigen. Fälschlicherweise sei zudem angenommen worden, daß ein
Notkühlsystem funktioniere. Sowohl die Kommunikation des
Kraftwerkspersonals untereinander als auch mit der Regierung hat dem
Bericht zufolge nicht funktioniert. Die angerichteten Schäden seien
allerdings womöglich so schwer gewesen, daß es auch bei einwandfreier
Reaktion des Personals dennoch zu den Kernschmelzen gekommen wäre, heißt es
in dem Bericht.
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Stx600-601.2012.4-5.2 (2 Seiten)
Zu den
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Deutsche Meßtechnik erwies sich in Japan als unzureichend. Deutsche Meßtechnik erwies
sich in Japan als unzureichend. Die meßtechnische Herausforderung der
atomaren Katastrophe von Fukushima wurde nicht verstanden, potentielle
japanische Kunden wurden enttäuscht.
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Stx598-599.2011.6.1 (1 Seite)
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Das Europäische Komitee für Strahlenrisiken (ECRR) riskiert seinen
guten Ruf. Durch
Werbeaktivitäten seines ‚Scientific Secretary‘
für Nahrungsergänzungsmittel ist in Japan der Eindruck entstanden, das
European Committee on Radiation Risk (ECRR), eine Zusammenschluss
kritischer europäischer Strahlenexperten, wolle Geschäfte machen.
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Stx596-597.2011.3-5.3 (3 Seiten)
Zu den
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Kalkulierter Strahlentod. Die Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in
Japan und Europa sind viel zu hoch und nehmen tausende Strahlenkrebstote in
Kauf. Die Aufnahme von Radionukliden mit der Nahrung ist nach
Reaktorkatstrophen wie der von Tschernobyl vor 25 Jahren und jetzt der von
Fukushima mittel- und langfristig der wichtigste Belastungspfad. Eine
drastische Absenkung der Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel
in Europa und Japan fordern deshalb jetzt die Verbraucherorganisation foodwatch und die deutsche Sektion der Internationalen
Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung
(IPPNW). Nach den Berechnungsgrundlagen der Internationalen
Strahlenschutzkommission (ICRP) würde eine Ausschöpfung der derzeit in
Japan und in Europa für die Einfuhr japanischer Lebensmittel geltenden
Grenzwerte für Nahrungsmittel in Deutschland zu mehr als 150.000 Krebstoten
jährlich führen, heißt es in einem am 20. September 2011 in Berlin
vorgestellten Report der beiden Organisationen. Und würde die gesamte
deutsche Bevölkerung sich von Lebensmitteln ernähren, die lediglich in Höhe
von 5 Prozent dieser Grenzwerte belastet sind, wäre immer noch mit
mindestens 7.700 zusätzlichen Krebstoten jährlich zu rechnen. Nach anderen
Berechnungsgrundlagen als jenen der ICRP könnten es noch deutlich mehr sein
und hinzu käme ein breites Spektrum verschiedenster Erkrankungen und
genetischer Schädigungen. foodwatch und IPPNW
beziehen sich dabei auf ein Gutachten der Vorstandsmitglieder der deutschen
Gesellschaft für Strahlenschutz Thomas Dersee und Sebastian Pflugbeil, die
beide auch die Redaktion des Fachinformationsdienstes Strahlentelex bilden.
Report und Gutachten sind im Internet auf den Webseiten von foodwatch, IPPNW und Strahlentelex in deutscher,
japanischer,
englischer
und französischer
Sprache frei abrufbar.
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Stx594-595.2011.1-4.4 (4 Seiten)
Zu den
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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"Fukushima ist 168 mal Hiroshima". Die japanische Regierung
schätzt, daß in Folge der Havarie im Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi in
die Umwelt eine 168mal höhere Menge des radioaktiven Iso-tops Cäsium-137
freigesetzt worden ist als durch die Atombombe in Hiroshima im Jahre 1945.
Das schrieb am 25. August 2011 die japanische Zeitung Tokio Shimbun. Demnach soll die freigesetzte Menge an
Cäsium-137 aus den im März 2011 havarierten Reaktoren durch die dortigen
Behörden auf 15.000 Terabecquerel geschätzt
worden sein, während es bei der amerikanischen Atombombe Little Boy nur 89 Terabecquerel gewesen sein sollen.
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Stx592-593.2011.16.1 (1 Seite)
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Die ersten drei unabhängigen Meßstellen haben in Fukushima
ihre Arbeit aufgenommen. Auf einer internationalen Konferenz wollen sich am 11. und
12. September 2011 in Fukushima etwa 30 Vertreter des Wissenschaftlichen
Komitees der Vereinten Nationen für die Wirkung von Atomstrahlung
(UNSCEAR), der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP), der
Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) und der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit ihren japanischen Kollegen treffen.
Das kündigte die Japan-Stiftung am 26. August 2011 an. Zum
Organisationskomitee der Konferenz gehört der Berater der japanischen
Regierung Yamashita. Dieser war dadurch aufgefallen, daß er den Menschen
einreden will, bis zu einer Strahlendosis von 100 Millisievert pro Jahr
bestehe keine Gesundheitsgefahr. Yamashita wird jetzt damit zitiert, er wolle
sein Konzept zum Gesundheitsmanagement für Fukushima von der externen
Gruppe bewerten lassen und wünsche sich Empfehlungen, wie man die Mütter
von kleinen Kindern von ihrer unbegründeten Angst vor der Strahlung
befreien könne.
Weil derart die japanische Bevölkerung nach der Reaktorenkatastrophe von Fukushima von Regierung und
Behörden ungenügend und nicht sachgerecht informiert wird, sind japanische
Bürger unterdessen selbst aktiv geworden. Die ersten drei unabhängigen
Strahlenmeßstellen in Bürgerhand haben bereits in Fukushima ihre Arbeit
aufgenommen: eine in Fukushima-Stadt, eine in der Stadt Koriyama
und eine in der Stadt Soma. Das berichteten Aya Marumori und Wataru Iwata von der unabhängigen japanischen
Meßstellenorganisation Cititzens Radioactivity Measuring
Station (CRMS) in Fukushima bei ihrem Besuch der Gesellschaft für
Strahlenschutz und der IPPNW Mitte August 2011 in Berlin.
Bürgerinnen und Bürger in Japan gründeten das Projekt 47: In
jeder Präfektur soll eine Meßstelle für Bürger (CRMS: Cititzens
Radioactivity Measuring
Station) errichtet werden. In Japan gibt es insgesamt 47 Präfekturen, und
die erste Meßstelle ist bereits in der Stadt Fukushima errichtet worden. In
der Meßstelle soll die radioaktive Verseuchung von Lebensmitteln gemessen
werden, wie das nach Tschernobyl rund 40 Bürgerinitiativen im
deutschsprachigen Raum ebenfalls taten. Dem Projekt fehlen aber noch
Meßgeräte. Ein Gammameßplatz zur Messung von Nahrungsmittelbelastungen mit
ausreichender Nachweisgrenze kostet heute rund 30.000,- Euro. Das wird
dringend benötigt.
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Stx592-593.2011.1-4.4 (4 Seiten)
Zu den
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Unabhängige Meßstellen für Japan. Bürgerinnen und Bürger in Japan
gründeten das Projekt 47: In jeder Präfektur soll eine Meßstelle für Bürger
(CRMS: Cititzens‘ Radioactivity
Measuring Station) errichtet werden. In Japan
gibt es insgesamt 47 Präfekturen, und die erste Meßstelle ist bereits in
der Stadt Fukushima errichtet worden. In der Meßstelle soll die radioaktive
Verseuchung von Lebensmitteln gemessen werden, wie das nach Tschernobyl
rund 40 Bürgerinitiativen im deutschsprachigen Raum ebenfalls taten. Dem
Projekt fehlen aber noch Meßgeräte. Ein Gammameßplatz zur Messung von
Nahrungsmittelbelastungen mit ausreichender Nachweisgrenze kostet heute
rund 30.000,- Euro. Das wird dringend benötigt.
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Stx590-591.2011.13.1 (1 Seite)
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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tacet. Im
kulturellen Bereich hat Fukushima beeindruckende Bewegungen verursacht.
Viele Musiker und Personalvertretungen von Weltklasseorchestern befassen
sich mit der Frage, ob es akzeptabel ist, in nächster Zeit auf große Konzerttourneen
nach Japan zu gehen. Diese Frage ist mehr als berechtigt. Wissen wir doch
nun, daß Betreiber und Aufsichtsbehörden wochenlang Desinformation
betrieben haben. Wissen wir doch, daß erforderliche Evakuierungen nicht
erfolgen, daß die flächendeckende Kontrolle der Lebensmittel auf
Kontamination mit Radionukliden versagt, daß für Kinder nun soviel Strahlen
akzeptiert werden, wie für beruflich
Strahlenexponierte. Wissen wir doch auch, daß Japan noch auf „das große
Erdbeben“ wartet. Von Sebastian Pflugbeil.
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Stx588-589.2011.5-6.2 (2 Seiten)
Zu den
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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14. März 2011, 18.22 Uhr: "Ausstoß des gesamten
Brennstoffs von Reaktor 2". Am 14. März 2011 um 11.01 Uhr Ortszeit gab es eine
Wasserstoffexplosion im Gebäude von Reaktor 3 auf dem Kraftwerksgelände von
Fukushima Dai-ichi in Japan. Um 18.22 Uhr Ortszeit folgte der Ausstoß des
gesamten radioaktiven Inventars des Reaktors 2 mit nachfolgendem steilen
Anstieg der Ortsdosisleistung bis in Bereiche mehrerer Millisievert pro
Stunde (mSv/h) (wörtlich heißt es in der Beschriftung von Abbildung 1:
18.22 Ausstoß des gesamten Brennstoffes von Reaktor 2). An den folgenden
beiden Tagen gab es daraufhin weitere Brände und Explosionen, an denen dann
auch der Reaktor 4 beteiligt war mit erneuten dreimaligen steilen Anstiegen
der von der Betreiberfirma Tepco gemessenen Ortsdosisleistung bis 400 mSv/h
(15.03.2011, 10.22 Uhr, in der Umgebung von Reaktor 3). 400 Millisievert,
hier innerhalb einer einzigen Stunde erreicht, ist in Deutschland die
maximal zulässige Strahlenbelastung für einen Atomarbeiter während seines
ganzen Arbeitslebens. Diesen Ablauf der Reaktorenkatastrophe
von Fukushima Dai-ichi stellte KAWATA Toumio,
Fellow der Nuclear Waste
Management Organization of
Japan (NUMO), auf der 16. Sitzung der japanischen Atomkommission am 24. Mai
2011 seinen Kollegen vor. Strahlentelex ist sein Manuskript zugänglich
gemacht worden. Mit einem Kommentar von Thomas Dersee.
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Stx588-589.2011.2-5.4 (4 Seiten)
Zu den
Originalseiten im pdf-Format
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Das Bürgervertrauen in die Regierung schwindet und der Ärger
in Japan wächst. Mehr
als 100 stillende Mütter aus Fukushima und Umgebung haben sich für
Untersuchungen angemeldet, um den Grad der Verstrahlung ihrer Milch
feststellen zu lassen. Die Hilfe der japanischen Regierungen schlagen sie
aus. Das berichtet Suvendrini Kakuchi
aus Tokyo in einem Beitrag der Nachrichtenagentur IPS-Inter
Press Service vom 20. Mai 2011. „Die Frauen werden sich in einem
Laboratorium testen lassen, daß sie sich selbst ausgesucht haben“, wird die
Krankenschwester Saeko Uno zitiert, die sich der
Gruppe ‚Mütter für die Kontrolle ihrer strahlenbelasteten Milch‘
angeschlossen hat. „Das machen wir so, weil wir nicht sicher sein können,
ob uns die Regierung die korrekten Werte durchgeben würde.“
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Stx586-587.2011.5-6.2 (2 Seiten)
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Bislang wurden drei Kernschmelzen zugegeben. Auch in den Reaktoren 2
und 3 des Atomkraftwerks Fukushima Dai-ichi an der Ostküste von Japans
Hauptinsel Honshu ist es bereits in den ersten
Tagen nach dem Erdbeben vom 11. März 2011 zu weitgehenden Kernschmelzen
gekommen. In einem Bericht, den die Betreiberfirma Tepco am 24. Mai 2011
veröffentlichte, heißt es, die Brennstäbe der beiden Reaktoren seien
wahrscheinlich teilweise geschmolzen. Zuvor hatte Tepco am 15. Mai erstmals
zugegeben, daß die Brennstäbe des Reaktors 1 bereits kurz nach dem Erdbeben
durchgebrannt waren. Vollständig geschmolzen sollen sie den Angaben zufolge
bereits etwa 16 Stunden danach gewesen sein. Damit bestätigte Tepco die
Darstellung des Strahlentelex vom 7. April 2011 sowie die Analysen anderer
unabhängiger Experten, die seit langem von Kernschmelzen nach dem Erdbeben
ausgegangen waren.
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Stx586-587.2011.5-6.2 (2 Seiten)
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Die japanische Regierung und die Regierungen Europas fordern
mit ihren Grenzwerten Menschenopfer. Die EU paßte ihre Nahrungsmittel-Grenzwerte an die in Japan
geltenden an. Wie in der vorigen Ausgabe des Strahlentelex berichtet hatte
die EU-Kommission nach der Reaktorenkatastrophe
von Fukushima Dai-ichi höhere neue Grenzwerte für die Belastung von
Nahrungsmitteln mit Radionukliden eingeführt. Nachdem es Proteste dagegen
gegeben hatte, daß diese sogar höher waren als diejenigen, die in Japan
gelten, haben die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten sich
einer Mitteilung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz vom 8. April 2011 zufolge am selben Tag in Brüssel auf
die in Japan geltenden zulässigen Belastungshöchstwerte als neue Grenzwerte
für die Radionuklidbelastung von Nahrungs- und Futtermitteln aus Japan
verständigt. Am 12. April 2011 ist diese Änderung zur Fukushima-Verordnung
amtlich bekannt gemacht worden. Die japanischen Werte ersetzen damit
„vorläufig“ die alten Werte der EURATOM-Verordnung Nr. 779/90. „Vorläufig“
bedeutet vorbehaltlich einer erneuten Anhebung der Grenzwerte bis hin zu
den Grenzwerten der alten EURATOM-Verordnung, sobald Japan seinerseits
seine Grenzwerte erhöhen sollte. Der Wert für konzentrierte Erzeugnisse und
Trockenerzeugnisse wird zudem „auf der Grundlage des für den unmittelbaren
Verbrauch rekonstruierten Erzeugnisses berechnet“, heißt es in der
EU-Verordnung, darf also entsprechend einer Verdünnung in der
verzehrfertigen Form noch höher sein. Strahlentelex hat berechnet, wie
viele zusätzliche Krebstote diese Grenzwerte zur Folge haben können, wenn
man sich mit Nahrungsmitteln ernährt, die diese Grenzwerte einhalten. Diese
Risikoberechnung finden Sie hier auch auf English.
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Stx584-585.2011.4-6.3 (3 Seiten)
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Kinder werden in der Präfektur Fukushima wie Atomarbeiter
behandelt. Das
japanische Ministerium für Unterricht und Wissenschaft (MEXT) hat am 19.
April 2011 einen Grenzwert von 3,8 Mikrosievert pro Stunde (µSv/h) für
Kindergärten und Vor-, Grund- und Mittelschulen in der Präfektur Fukushima
festgelegt. Der Grenzwert gilt für den normalen Betrieb dieser
Bildungseinrichtungen. Weil auch im Normalbetrieb eine Jahresdosis von 20
Millisievert (mSv) überschritten sein kann, habe das Ministerium den
Bildungsausschuß der Präfektur Fukushima zudem angewiesen, in der
gegenwärtigen Phase an dreizehn Bildungseinrichtungen, an denen dieser
Grenzwert überschritten wird, die Aktivitäten außerhalb von Gebäuden auf 1
Stunde zu begrenzen. Davon sind insgesamt 3.560 Kleinkinder, Kinder und
Schüler betroffen, heißt es. Eine Ortsdosisleistung von 3,8 µSv/h ist das
100-fache des Normalen in Japan.
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Stx584-585.2011.2-3.2 (2 Seiten)
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Leben in Japan mit der Reaktorenkatastrophe. Das ganze Jahr über werden
die radioaktiven Emissionen aus den Anlagen von Fukushima Dai-ichi noch anhalten.
Etwa neun Monate werde es noch dauern, bis die sogenannten Kernschmelzen in
den Reaktoren und Lagerbecken für die Brennstäbe einen „trockenen“ Zustand
erreicht haben werden – sofern nichts Unvorhergesehenes geschieht. Das
erklärte am 17. April 2011 die japanische Betreiberfirma Tokyo Electric Power Company (Tepco). Im Juni beginnt zudem
die Regenzeit, in der die radioaktiven Partikel vermehrt über dem Land
niedergehen können, vor allem, wenn auch der Wind vom Pazifik fort dreht.
Wie mit dem Zustand in Japan umgegangen wird beschreiben Zuschriften, die
uns erreicht haben. Strahlentelex dokumentiert eine davon in einer
Übersetzung aus dem englischen Original.
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Stx584-585.2011.1-2.2 (2 Seiten)
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Risikobewertung
und Risiko-kommunikation
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Die neuen Nahrungsmittelgrenzwerte seit Fukushima. Seit der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl galten bislang für die Einfuhr von
Nahrungsmitteln lediglich Grenzwerte für Radiocäsium (Cäsium-134 und
Cäsium-137) und zwar in Höhe von 370 Becquerel pro
Liter bzw. Kilogramm für Milch und Milchprodukte sowie 600 Becquerel pro
Kilogramm für andere Nahrungsmittel. Seit dem GAU in Japan gelten nun
jedoch den entsprechenden Verordnungen der Europäischen Union zufolge
deutlich höheren Grenzwerte für importierte Nahrungsmittel, die zudem
überwiegend höher sind als die jetzt in Japan zulässigen Werte. Diese waren
bereits 1987 „vorsorglich“ für den Fall eines weiteren GAUs festgelegt
worden und sollten in einem solchen Fall automatisch in Kraft treten, ohne
weitere Diskussion und öffentliches Aufsehen. Begründet wurde die Höhe der
zulässigen Belastungswerte mit der Annahme, daß vielleicht nur 10 Prozent
derart belasteter Nahrungsmittel verzehrt würden. Still und leise und ohne
daß auch das deutsche Verbraucherschutzministerium aktiv darauf hinwies,
hat die EU-Kommission nun am 25. März 2011 mit einer
Durchführungsverordnung (EU) Nr. 297/2011 die Anwendung der neuen hohen
Grenzwerte auf die Einfuhr von Lebens- und Futtermitteln aus Japan
beschränkt. Strontium und Plutonium bleiben in dieser Verordnung unerwähnt,
es muß lediglich die Einhaltung der Grenzwerte für Jod-131, Cäsium-134 und
Cäsium-137 überprüft werden. Die EU erlaubt ohne Not den Import radioaktiv
belasteter Nahrungsmittel, die in Japan selbst nicht mehr zum Verzehr
zugelassen sind.
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Stx582-583.2011.1-2.2 (2 Seiten)
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Umwelt- und
Nahrungsmittelbelastungen
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Zurück zum
Anfang
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Nahrungsmittel-belastungen
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Lebensmittelsicherheit nach Fukushima: EU verschärft Grenzwert-Chaos beim Strahlenschutz. Deutschland und
Europa sind auf einen Atom-Unfall wie in Fukushima nicht vorbereitet.
Unzureichender Gesundheitsschutz in Deutschland und Europa. Die chaotische,
widersprüchliche und gesundheitsgefährdende Grenzwertpolitik bei der
Strahlenbelastung von Lebensmitteln in Europa kritisiert die
Verbraucherorganisation foodwatch. Während Japan
einen richtigen Schritt vollzieht und die Grenzwerte für radioaktiv
belastete Lebensmittel wie bereits berichtet zum 1. April 2012 drastisch
verschärft, übernimmt die Europäische Union (EU) diese neuen Werte zwar für
Importe aus Japan, läßt bei Lebensmitteln aus der EU und den von
Tschernobyl betroffenen Regionen jedoch ohne Not erheblich höhere
Belastungen zu.
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Stx606-607.2012.4.1 (1 Seite)
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Umwelt-
und Nahrungsmittel-belastungen
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48 unabhängige
Meßstellen wurden bisher in Japan aufgebaut. In einer Reportage für die
japanische Zeitschrift ‚Sekai’ (April 2012)
berichtet der Journalist MORITA Toshiya über die
Einrichtung von Radioaktivitätsmeßstellen in Bürgerhand in ganz Japan. Nach
dem Reaktorunfall von Fukushima, so Morita, sahen
sich die Bürger größtenteils in einer Lage, in der von der Regierung kein
Schutz und nur unzureichende Informationen zu erwarten waren. Auch der
überwiegende Teil der Massenmedien versagte. Während in der Präfektur
Fukushima, in Teilen der Präfekturen Iwate und Miyagi sowie in der Kanto-Region
die Strahlung anstieg, wußte man nicht, was nun eigentlich zu tun sei.
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Stx606-607.2012.5-6.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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„Was für ein Glück“. -
Jahrestagung 2012 der deutschen Strahlenschutz-kommission (SSK) in Hamburg. Bisher hat es noch keine
Todesopfer durch Strahlung aus der Reaktorkatastrophe von Fukushima in
Japan gegeben. Und: Der Natur dort werde es später einmal wieder prächtig
und besser als zuvor gehen, wenn der Mensch sie notgedrungen wegen zu hoher
radioaktiver Verstrahlung längere Zeit in Ruhe lassen muß. Das
festzustellen war Professor Dr. Wolfgang-Ulrich Müller vom Institut für
Strahlenbiologie am Universitätsklinikum Essen am Ende der diesjährigen
Jahrestagung der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) wichtig. Sie hat
vom 14. bis 16. März 2012 in Hamburg stattgefunden und stand unter dem
Themenschwerpunkt „Ein Jahr nach Fukushima – eine erste Bilanz aus der
Sicht der Strahlenschutzkommission“. Müller ist seit Januar 2012 erneut
Vorsitzender der SSK, nachdem er es schon einmal von 2004 bis 2007 gewesen
war. Zu diesen Feststellungen fühle er sich „dem Mann auf der Straße“
verpflichtet, meinte Müller. Erst an zweiter Stelle wendet sich die SSK der
zentralen Fragestellung zu, nämlich der Frage nach den Folgen und
Spätschäden der Katastrophe. Bericht mit einem Kommentar von Thomas Dersee.
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Stx606-607.2012.1-3.pdf (3 Seiten)
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Nahrungsmittel-belastungen
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Japan senkt seine
Strahlen-Grenzwerte für Nahrungsmittel. Ab April 2012 will Japan seine nach den
Nuklearkatastrophen im Atomkraftwerk Fukushima festgesetzten Grenzwerte für
radioaktiv belastete Nahrungsmittel senken. Am 16. Februar 2012 stimmte das
für Lebensmittelsicherheit zuständige Gremium des japanischen
Gesundheitsministeriums dieser Planung zu. Demnach soll der Grenzwert der
Cäsium-Gesamtaktivität (Cäsium-137 plus Cäsium-134) für Lebensmittel wie
Reis und Fleisch auf 100 Becquerel pro Kilogramm gesenkt werden. Für Milch
und Babynahrung sollen es noch 50 Becquerel pro Kilogramm sein und für
Trinkwasser 10. Nach Beginn der Atomkatastrophe in Folge des Erdbebens und
des Tsunamis vom 11. März 2011 war in Japan für Trinkwasser, Milch und
Milchprodukte zunächst ein Cäsium-Grenzwert von 200 Becquerel pro Kilogramm
festgelegt worden sowie von 500 Becquerel pro Kilogramm für Gemüse,
Getreide und andere Lebensmittel wie Fleisch, Eier und Fisch.
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Stx604-605.2012.4-5.2 (2 Seiten)
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Nahrungsmittel-belastungen
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Nahrungsmitteltest: Grüner
Tee - „Sehr leichte Hintergrundbelastung“. Die Zeitschrift „Ökotest“
veröffentlichte in ihrer Februarnummer 2012 einen Test von 22 Sorten Grüntee, die im deutschen Handel erhältlich sind und
vor allem auf Pestizide untersucht wurden. Bis auf drei aus Indien
stammende Tees wurden alle Grüntees auch auf
Radioaktivität untersucht. Vier von 19 untersuchten Tees wiesen laut
Ökotest eine „sehr leichte Hintergrundbelastung“ auf. Von diesen hatte nur
einer eine Herkunftsangabe, nämlich „China, Zhejiangs“
(vermutlich: Zhejiang, die südlich von Shanghai
gelegene Provinz). Der einzige Japantee im Test
wies keine radioaktive Belastung auf.
Was, bitte, ist eine „sehr leichte Hintergrundbelastung“?
Der Leser erfährt es nicht, erfährt nicht, nach welchen radioaktiven
Stoffen gesucht wurde, und welche Belastungen tatsächlich gemessen wurden.
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Stx604-605.2012.5.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Der Meeresgrund vor
Fukushima wird zubetoniert. Der Meeresgrund vor dem Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi
soll mit einer 60 Zentimeter dicken und 73.000 Quadratmeter großen Betonschicht
überdeckt werden. Das teilte die Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power Company (Tepco) der nach dem Erdbeben
vom 11. März 2011 havarierten japanischen Atomkraftwerke am 22. Februar
2012 in Tokyo mit. Damit solle die weitere Verseuchung des Pazifischen
Ozeans eingedämmt werden, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Bei
Messungen in der Bucht vor Fukushima seinen „relativ hohe Konzentrationen
radioaktiver Stoffe im Meeresboden“ festgestellt worden, hieß es. In den
Wochen und Monaten nach dem Beginn der Atomkatastrophe waren große Mengen
radioaktiv belasteten Kühlwassers in den Pazifik eingeleitet worden.
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Stx604-605.2012.5.1 (1 Seite)
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Nahrungsmittel-belastungen
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Deutsche Meßtechnik erwies sich in Japan als unzureichend. Deutsche Meßtechnik erwies
sich in Japan als unzureichend. Die meßtechnische Herausforderung der
atomaren Katastrophe von Fukushima wurde nicht verstanden, potentielle japanische
Kunden wurden enttäuscht.
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Stx598-599.2011.6.1 (1 Seite)
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Umwelt-
und Nahrungsmittel-belastungen
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Unabhängige Meßstellen für Japan. Bürgerinnen und Bürger in
Japan gründeten das Projekt 47: In jeder Präfektur soll eine Meßstelle für
Bürger (CRMS: Cititzens´ Radioactivity
Measuring Station) errichtet werden. In Japan
gibt es insgesamt 47 Präfekturen, und die ersten Meßstellen sind bereits in
der Präfektur Fukushima errichtet worden. In den Meßstellen soll die
radioaktive Verseuchung von Lebensmitteln gemessen werden, wie das nach
Tschernobyl rund 40 Bürgerinitiativen im deutschsprachigen Raum ebenfalls
taten. Dem Projekt fehlen aber noch weitere Meßgeräte. Ein Gammameßplatz zur
Messung von Nahrungsmittelbelastungen mit aus-reichender Nachweisgrenze
kostet heute rund 30.000,- Euro. Das wird dringend benötigt. Im November
2011 konnten die ersten 5.600,00 Euro Spenden nach Japan überwiesen werden.
Allen bisherigen Spenderinnen und Spendern sei hiermit herzlich gedankt. Aya Marumori, die Vorsitzende
des Vereins CRMS, schrieb uns jetzt.
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Stx598-599.2011.5.1 (1 Seite)
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Umwelt-
und Nahrungsmittel-belastungen
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Der radioaktive Fallout von Fukushima ist weiter verbreitet
und die Belastung höher als gedacht. Die neue Reisernte in Fukushima ist stark mit Radiocäsium
belastet. Die Nahrungsmittelproduktion in den östlichen Präfekturen Japans
könnte noch mehrere Jahrzehnte lang unmöglich sein. Der Fallout vom 15.
März 2011 ist die Hauptquelle der Belastung in der Präfektur Fukushima.
Verstrahlte Rinder zu Forschungszwecken. Stark erhöhte Strahlung in Tokyoter Stadtbezirken. Weitere Evakuierungen
notwendig. In Japan wurden jetzt erstmals seit der Atomkatastrophe in
Fukushima Radiocäsium-Werte in Reis gemessen, die über dem behördlich
verfügten Grenzwert liegen. Nach einer Mitte November 2011 in den Proceedings der US-amerikanischen Nationalen Akademie
der Wissenschaften (PNAS) veröffentlichten Studie japanischer
Wissenschaftler ist der Boden in weiten Teilen Ost- und Nordostjapans stark
mit Radiocäsium belastet.2 In der Präfektur Fukushima liege die Belastung
über dem Grenzwert von 5.000 Becquerel Cäsium-Gesamtaktivität je Kilogramm
Boden, ab dem die ja-panische Regierung Landwirtschaft und Viehzucht
verboten hat. Wie die Wissenschaftler kalkulieren, sollen insgesamt mehr
als 5,6 Billiarden Becquerel Cäsium-137 aus Fukushima über Japan und den
an-grenzenden Meeresgebieten abgelagert worden sein. In den meisten
östlichen Gebieten Japans, so das Fazit der Wissenschaftler, seien die
Bö-den mit mehr als 1000 Becquerel Cäsium-137 pro Quadratmeter kontaminiert
worden. In den Präfekturen nahe dem Kernkraftwerk lägen die Werte sogar bei
mehr als 10.000 Becquerel pro Quadratmeter. Am
höchsten sind die Werte in unmittelbarer Umgebung zu den Atomanlagen mit
mehr als 100.000 Becquerel Cäsium-137 pro
Quadratmeter.
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Stx598-599.2011.1-5.5 (5 Seiten)
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Umwelt-
und Nahrungsmittel-belastungen
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2 mal mehr Cäsium-137 freigesetzt, als bisher von
japanischen Behörden zugegeben und von der IAEA geschätzt. 2½ mal mehr radioaktives Xenon
freigesetzt als durch Tschernobyl. Freisetzungsbeginn unmittelbar nach dem
Erdbeben, noch vor dem Tsunami. Ein internationales Forscherteam aus
Norwegen, Österreich, Spanien und den USA kommt in einer am 21. Oktober
veröffentlichten Studie [1] zu dem Ergebnis, daß durch den Super-GAU in
Fukushima 2,5-mal so viel radioaktives Edelgas Xenon-133 freigesetzt wurde
wie durch Tschernobyl. Demnach gibt es zudem „starke Hinweise“ darauf, daß
die Freisetzung am 11. März 2011 infolge des Erdbebens bereits gegen 15 Uhr
japanischer Zeit und somit noch vor dem Eintreffen des
Tsunamis begann. Für die Wissenschaftler ist dies ein Hinweis auf
„strukturelle Schäden“ an den Reaktoren durch die Einwirkungen des
Erdbebens um 14.46 Uhr. Die
höchsten bisher gemessenen Strontium-Werte in der Präfektur Fukushima
betragen 22.000 Becquerel Strontium-89 pro Quadratmeter Erdboden. In Yokohama sind in Ablagerungen
auf einem Dach 29.775 Becquerel Cäsium-134, 33.659 Becquerel Cäsium-137 und
195 Becquerel Strontium-90 pro Kilogramm der Ablagerungen gefunden worden.
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Stx596-597.2011.1-2.2 (2 Seiten)
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Umwelt-
und Nahrungsmittel-belastungen
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Unabhängige Meßstellen für Japan. Bürgerinnen und Bürger in Japan
gründeten das Projekt 47: In jeder Präfektur soll eine Meßstelle für Bürger
(CRMS: Cititzens‘ Radioactivity
Measuring Station) errichtet werden. In Japan
gibt es insgesamt 47 Präfekturen, und die erste Meßstelle ist bereits in
der Stadt Fukushima errichtet worden. In der Meßstelle soll die radioaktive
Verseuchung von Lebensmitteln gemessen werden, wie das nach Tschernobyl
rund 40 Bürgerinitiativen im deutschsprachigen Raum ebenfalls taten. Dem
Projekt fehlen aber noch Meßgeräte. Ein Gammameßplatz zur Messung von
Nahrungsmittelbelastungen mit ausreichender Nachweisgrenze kostet heute
rund 30.000,- Euro. Das wird dringend benötigt.
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Stx596-597.2011.2.1 (1 Seite)
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Stx590-591.2011.13.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Industrieforschung in Fukushima. Ein internationales
Projekt unter Leitung der Universität von South Carolina und gemeinsam mit
der niederländischen Holdinggesellschaft Qiagen
will in Japan Langzeitdaten zu genetischen und ökologischen Folgen
radioaktiver Strahlung für Tiere und Pflanzen gewinnen. Erste
Forschungsergebnisse aus Japan würden bereits vor Ende 2011 erwartet, heißt
es.
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Stx590-591.2011.2.1 (1 Seite)
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Umwelt-
und
Nahrungsmittel-
belastungen
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Zu den Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Fukushima auf
den Pazifik und die Nahrungsketten. Die nukleare Katastrophe von Fukushima ist auch lange nach
dem Erdbeben vom 11. März 2011 nicht unter Kontrolle. Große Mengen
Radioaktivität werden nach wie vor freigesetzt, wodurch nicht nur weite
Landstriche unbewohnbar gemacht werden, sondern auch die Luft und das
Wasser des Pazifiks vor der Ostküste Japans betroffen sind. Die
Informationspolitik der Betreibergesellschaft TEPCO und der japanischen
Regierung sowie die dürftige Datenlage und fehlende Erfahrungswerte machen
eine Einschätzung der Verbreitung und der Gefährdung durch die freigesetzte
Radioaktivität nach wie vor sehr schwierig. Langfristige und weitreichende
Auswirkungen können aber erwartet werden. Von Stephan Moldzio,
Thomas Dersee, Dirk Zimmermann, Josef Lutz, Rolf Bertram, Anton Eisenhauer.
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Stx590-591.2011.3-13.11 (11 Seiten)
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Nahrungsmittel-
belastungen
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Radioaktives Rindfleisch und radioaktiver Tee in Japan. In Japan ist radioaktiv stark
belastetes Rindfleisch aus der Umgebung des havarierten Atomkraftwerks
Fukushima auf den Markt gelangt. Das Problem ist jedoch nicht auf
Erzeugnisse aus der Präfektur Fukushima beschränkt, sondern betrifft auch
weiter südlich von Tokio gelegene Gebiete. Neueren Zahlen des japanischen
Landwirtschafts-ministeriums zufolge sind mittlerweile mehr als 2.900 Fälle
bekannt, in denen Rinder mit stark radioaktiv belastetem Heu gefüttert
worden sind. Das Fleisch dieser Tiere sei in 46 der 47 japanischen Präfekturen
geliefert worden. Cäsium-Belastungen über den Grenzwerten wurde in Tokio
Meldungen des Gesundheitsministeriums zufolge auch in Tee gefunden, sowie
in Milch, Pflaumen, Algen und Fischen. Die Fundorte lagen bis zu 360
Kilometer von Fukushima Dai-ichi entfernt.
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Stx590-591.2011.1-2.2 (2 Seiten)
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Nahrungsmittel-
belastungen
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Anzeichen für akute Strahlenschäden unter der japanischen
Bevölkerung. Spendenaufruf für unabhängige Meßstellen. Aus Fukushima erreichten
mich erschreckende Nachrichten über die Folgeerscheinungen der atomaren
Katastrophe, die man jetzt nicht erwartet hatte. Dort soll es bereits
Menschen geben, die violette Flecken auf der Haut, die geschwollene
Schilddrüsen haben oder die unter Nasenbluten oder Blutungen des
Zahnfleischs leiden. Die Eltern
in Fukushima, die kleine Kinder haben, sind sehr verunsichert. Von
Bürgerinnen und Bürgern in Japan wurde deshalb das Projekt 47 gegründet,
das in jeder Präfektur eine Messstelle für Bürger
(CRMS: Citizens´ Radioactivity
Measuring Station) errichten will. In Japan gibt
es insgesamt 47 Präfekturen, und die erste Messstelle
ist bereits in der Stadt Fukushima errichtet worden. In der Messstelle soll nicht nur die Strahlendosis, sondern
auch die radioaktive Verseuchung von Lebensmitteln gemessen werden, die
sich nach und nach in ganz Japan verbreiten kann. Ein Bericht von Masao
FUKUMOTO
Siehe auch die Website der japanischen Organisation Cititzens‘ Radioactivity Measuring Station in Fukushima.
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Stx588-589.2011.1-2.2
(2 Seiten)
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Nahrungsmittel-
belastungen
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Zweifel an Nahrungsmittelmessungen in Japan. Das japanischen
Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales veröffentlichte am 3. Mai
2011 Meßergebnisse von Nahrungsmittelkontrollen aus der nordöstlich von
Tokyo und südlich von Fukushima gelegenen Präfektur Ibaraki,
die von dem dortigen Zentrum zur Überwachung der Umgebungsradioaktivität
der Abteilung für Landwirtschaft, Forsten und Wasserwirtschaft
zusammengestellt worden waren. Strahlentelex dokumentiert hier vorzugsweise
die Ergebnisse der Messungen von Blattgemüsen, weil diese im derzeitigen Stadium
des Havariegeschehens von Fukushima am ehesten
einen Eindruck vom Ausmaß des radioaktiven Fallouts vermitteln.
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Stx586-587.2011.7-8.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Die Meeresströmungen Kuroshio und Oyashio verbreiten die radioaktiven Emissionen aus
Fukushima im Pazifik. Die
radioaktive Verseuchung des Pazifiks wird noch Jahrzehnte anhalten und auch
den Äquator überschreiten. Das französische Institut IRSN hat eine erste
Studie zur Ausbreitung der Radionuklide im Pazifik vorgelegt.
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Stx584-585.2011.7-10 (4 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Erste Strontium-Meßwerte aus Japan. Für Strontium gibt es in
Japan keinen amtlichen Grenzwert. Das japanische Kultur- und
Wissenschaftsministerium (MEXT) gab am 12. April 2011 die Ergebnisse der
ersten Strontium-Messungen nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima
bekannt. Das Ministerium behauptete, daß „die Werte äußerst gering und ohne
Einfluß auf die Gesundheit“ seien. In den stark verstrahlten Orten Namie und Iitate wurden
demnach zwischen dem 16. und 19. März 2011 an insgesamt 3 Stellen
Bodenproben gezogen. Gefunden wurden dort Belastungen durch Strontium-89
von 13 bis 260 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg) und durch Strontium-90 von
3,3 bis 32 Bq/kg Boden.
Untersuchungen der Muttermilch von 9 Frauen in den letzten
Tagen des März 2011 ergaben bei 4 von ihnen Jodbelastungen (Jod-131)
bis zu 36,3 Bq/kg Milch.
In den Reisfeldern von Iitate
wurde nach einem Bericht von Asahi vom 13. April 2011 fast das 6-fache des
amtlichen Cäsium-137-Grenzwerts für den Reisanbau gefunden. Dieser liegt in
Japan bei 5.000 Bq/kg Boden.
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Stx584-585.2011.6-7.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Fukushima: Atomschock aus Japan. Eine Chronologie und ihre
Deutung. Am 11.
März 2011 ist Japan von einem Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala
und anschließend von einer großen Tsunami-Flutwelle sowie danach von
mehreren Nachbeben heimgesucht worden. Daraufhin verloren die dortigen
Techniker und Ingenieure der Atomkraftwerke von Fukushima I (Dai-ichi),
etwa 240 Kilometer nördlich von Tokio, die Kontrolle über ihre Anlagen. In
mehreren Atomreaktoren und Lagerbecken für Brennelemente setzten
Kernschmelzen ein, es kam zu Explosionen und Freisetzungen von
Radioaktivität. Die Menschen wurden aus dem engeren Umkreis der Anlagen
evakuiert und viele verstrahlt. Nach mehreren Wasserstoffexplosionen
(Knallgasexplosionen) kam es den Angaben der Betreibergesellschaft TEPCO
(Tokyo Electric Power Company) zufolge am Morgen
des 14. März 2011 um 11.01 Uhr Ortszeit zu einer Wasserstoffexplosion im
Reaktorblock 3 der Anlagen von Fukushima I und am 15. März 2011 um 6.10 Uhr
zu einer besonders schweren Explosion im Reaktorblock 2, von der es
angeblich keine Bildaufnahmen gibt. Von Strahlentelex dokumentierte
Abbildungen zeigen für diesen Zeitraum starke Anstiege der Ortsdosisleistung
in den umliegenden Präfekturen und auch bis nach Tokyo reichend. Innerhalb
einer Woche, das wurde später bekannt, hatte der Betreiber TEPCO nach
eigenen Angaben dreizehn Mal Neutronenstrahlung auf dem Kraftwerksgelände
von Fukushima I (Dai-ichi) gemessen. Das zeigt an, daß offenbar spontane,
unkontrollierte Kettenreaktionen stattgefunden haben und es sich nicht wie
behauptet nur um Wasserstoffexplosionen gehandelt hat. Am 3. April 2011
schließlich sprach auch die japanische Regierung davon, daß nun noch Monate
lang Radionuklide von den Anlagen in die Umwelt abgegeben werden und die
größte Gefahr von den Brennstäben in den Abklingbecken ausgehe. Offenbar
ist klar, daß das Inventar der havarierten Reaktoren bereits überwiegend in
die Atmosphäre entwichen ist.
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Stx582-583.2011.2-12 (11 Seiten)
Zu
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