StrahlenTelex [ Risikoabschätzung, Risiko-Kommunikation ]

 

 

Kommentiertes Register des Sachgebietes Risikoabschätzung, Risiko-Kommunikation

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Katastrophenplanung: Neue deutsche Notfallpläne bringen nur vergleichsweise reduzierten Strahlenschutz. Zum dritten Jahrestag der Reaktorenkatastrophe von Fukushima hat die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) jetzt neue Empfehlungen für die Notfallpläne rund um die deutschen Atomkraftwerke vorgelegt. Sie beziehen sich auf eine Analyse des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vom April 2012, „basierend auf den Erfahrungen aus dem Unfall in Fukushima“.

Stx654-655.2014.9-10.2 (2 Seiten)

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Buchankündigung: Politische Mediation. Im Februar 2014 soll das Buch „Politische Mediation. Prinzipien und Bedingungen gelingender Vermittlung in öffentlichen Konflikten“ von Christoph Besemer beim Verlag Stiftung Mitarbeit erscheinen. Das Thema ist angesagt: Dialog hier – Dialog da. Wirkliche Mitbestimmung ist dabei eher die Ausnahme, meist geht es den Initiatoren nur um ein wenig Information von oben nach unten. Die Anti-Atom-Bewegung hat mit derartigen Dialogen extrem viele – schlechte – Erfahrungen. Dass es und wie es anders gehen kann, zeigt unter anderem ein Aufsatz von Silke Freitag über den konsensorientierten Dialog um die Stilllegung der ehemaligen Atomforschungsanlage GKSS, die heute vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht betrieben wird. Dort hat der Betreiber im Herbst 2013 einen „konsensorientierten Dialog“ angeboten. Erst vor kurzem haben Betreiber und Begleitgruppe „Grundzüge für die Zusammenarbeit“ und das jeweilige Selbstverständnis im Rahmen dieses Prozesses veröffentlicht. http://umweltfairaendern.de/2014/01/politische-mediation-konsens orientierter-dialog-und-mitbestimmung-rueckbau-des-forschungsreaktors-in-geesthacht/ Von Dirk Seifert/Robin Wood

Stx650-651.2014.11.1 (1 Seite)

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Öffentlichkeitsarbeit: VDI-Richtlinie zur Öffentlichkeitsbeteiligung. Den Entwurf für eine Richtlinie VDI 7000 „Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung bei Industrie- und Infrastrukturprojekten“ hat der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) am 23. Januar 2014 in Berlin vorgestellt. Einsprüche werden bis zum 31. März 2014 vorzugsweise über das VDI-Richtlinien-Einspruchsportal www.vdi.de/einspruchsportal erbeten.

Stx650-651.2014.11.1 (1 Seite)

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Verbummelter Katastrophenschutz. Anläßlich der Innenministerkonferenz in der zweiten Maihälfte 2013 in Hannover kritisierte die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW die Verzögerung der dringend notwendigen Verbesserung der „Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz“ seitens der dafür verantwortlichen Innenminister der Länder. Unter anderem verweist sie auf nicht erforderliche langwierige neue Wahrscheinlichkeitsberechnungen für den Eintritt eines Atomunfalls. Eine Arbeitsgruppe „Fukushima“ der Länder brachte rund zwei Jahre damit zu, den „derzeitigen Ist-Stand der Katastrophenschutzplanungen“ zu erheben. Aus mehreren Antworten von Innenministern auf Anfragen der IPPNW geht zudem hervor, dass die Länder über das Bisherige hinaus fast keine Maßnahmen für einen verbesserten Katastrophenschutz ergreifen wollen, bis die neuen Rahmenempfehlungen in mehreren Jahren verabschiedet sein werden.

Stx634-635.2013.11-12.2 (2 Seiten)

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Katastrophenplanung: Der atomare Katastrophenschutz ist veraltet und zu kleinräumig. IPPNW: Die Innenminister sind tatenlos und die Katastrophenschutzbehörden sind überfordert. Anläßlich der Herbsttagung der Innenministerkonferenz vom 5. bis 7. Dezember 2012 in Rostock-Warnemünde wendet sich die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW mit einem Offenen Brief zum Katastrophenschutz an alle Innenminister Deutschlands. Auf der Konferenz wird über die Konsequenzen beraten, die sich aus dem Super-GAU von Fukushima für die noch laufenden Atomkraftwerke in Deutschland ergeben. Eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz vom Frühjahr 2012 zeigte die Unmöglichkeit auf, im Fall einer Atomkatastrophe notwendige Zwangsumsiedlungen von Hunderttausenden von Menschen zu realisieren.

Stx622-623.2012.14.1 (1 Seite)

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Katastrophenplanung: „Nichts gelernt aus Fukushima“. IPPNW: Der Richtwert für Evakuierungen im Katastrophenschutz ist zu hoch. Das Bundesumweltministerium hat bisher keinerlei Konsequenzen aus einer Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vom Herbst 2011 gezogen, in der die Folgen einer Atomkatastrophe in Deutschland nach Fukushima neu eingeschätzt werden. Das kritisierte am 15. August 2012 auf einer Pressekonferenz in Hannover ein Bündnis von Antiatominitiativen der „Regionalkonferenz Grohnde abschalten“, in der auch Mitglieder der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW mitarbeiten. Der Eingreifrichtwert von 100 Millisievert (mSv) für die dauerhafte Umsiedlung in Deutschland muß anhand der japanischen Erfahrungen neu diskutiert werden, fordert die IPPNW. Eine Absenkung auf 20 mSv wie in Japan würde die Zahl der zu Evakuierenden vervielfachen.

Stx616-617.2012.6.1 (1 Seite)

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Katastrophenschutz nach Fukushima: Der deutsche Richtwert für Evakuierungen ist zu hoch. Analyse des BfS zur deutschen Katastrophenschutzplanung veröffentlicht. Seit dem Herbst 2011 liegt dem Bundesumweltministerium eine Analyse des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vor, in der abgeschätzt wird, wie sich eine nukleare Katastrophe der Art, wie sie in Fukushima auftrat, in Deutschland auswirken würde. Nachdem diese Analyse dem Nachrichtenmagazin Spiegel zugänglich gemacht und in der Ausgabe vom 19. März 2012 unter der Überschrift „Die verdrängte Gefahr“ ein verheerendes Bild gezeichnet wurde, ist die Studie nun am 19. April 2012 in dem digitalen Online Repositorium und Informations-System (DORIS) des BfS auch öffentlich zugänglich gemacht worden. http://doris.bfs.de/jspui/handle/urn:nbn:de:0221-201204128010

Stx608-609.2012.6-7.2 (2 Seiten)

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Strahlenschutz: Kalkulierter Strahlentod. Die Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in Japan und Europa sind viel zu hoch und nehmen tausende Strahlenkrebstote in Kauf. Die Aufnahme von Radionukliden mit der Nahrung ist nach Reaktorkatstrophen wie der von Tschernobyl vor 25 Jahren und jetzt der von Fukushima mittel- und langfristig der wichtigste Belastungspfad. Eine drastische Absenkung der Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in Europa und Japan fordern deshalb jetzt die Verbraucherorganisation foodwatch und die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW). Nach den Berechnungsgrundlagen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) würde eine Ausschöpfung der derzeit in Japan und in Europa für die Einfuhr japanischer Lebensmittel geltenden Grenzwerte für Nahrungsmittel in Deutschland zu mehr als 150.000 Krebstoten jährlich führen, heißt es in einem am 20. September 2011 in Berlin vorgestellten Report der beiden Organisationen. Und würde die gesamte deutsche Bevölkerung sich von Lebensmitteln ernähren, die lediglich in Höhe von 5 Prozent dieser Grenzwerte belastet sind, wäre immer noch mit mindestens 7.700 zusätzlichen Krebstoten jährlich zu rechnen. Nach anderen Berechnungsgrundlagen als jenen der ICRP könnten es noch deutlich mehr sein und hinzu käme ein breites Spektrum verschiedenster Erkrankungen und genetischer Schädigungen. foodwatch und IPPNW beziehen sich dabei auf ein Gutachten der Vorstandsmitglieder der deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz Thomas Dersee und Sebastian Pflugbeil, die beide auch die Redaktion des Fachinformationsdienstes Strahlentelex bilden. Report und Gutachten sind im Internet auf den Webseiten von foodwatch, IPPNW und Strahlentelex in deutscher, japanischer, englischer und französischer Sprache frei abrufbar.

Stx594-595.2011.1-4.4 (4 Seiten)

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Personen: Die Gesichter des Störfalls. Entlassung und Rücktritte bei Vattenfall. Wie die Tagesmedien ausführlich berichteten, war es in den vom schwedischen Stromkonzern Vattenfall betriebenen deutschen Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel seit dem 28. Juni 2007 zu einer Pannenserie mit Bränden und weiteren Unregelmäßigkeiten gekommen. Zwei Wochen später stellte das Bundesumweltministerium Fehlverhalten des Personals fest und die schleswig-holsteinische Atomaufsicht warf Vattenfall Inkompetenz und Täuschung von Behörden und Öffentlichkeit vor. Am 13. Juli schließlich wurde die Polizei mit einem Durchsuchungsbeschluß in den Büroräumen des AKW Krümmel vorstellig, um die Namen des beteiligten Personals zu ermitteln, die Vattenfall zuvor nicht nennen wollte. Vattenfall räumte nun – nach zwei Wochen – Bedienungs- und Kommunikationsfehler ein und entließ am 16. Juli 2007 Bruno Thomauske, den Chef der deutschen Atomsparte. Gleichzeitig trat auch der PR-Chef und Pressesprecher Johannes Altmeppen von seiner Funktion zurück. Schließlich trat am 18. Juli auch der Chef von Vattenfall Europe, Klaus Rauscher, zurück und der Chef des schwedischen Mutterkonzerns, Lars Göran Josefsson, versprach einen „Neuanfang“ und „größtmögliche Offenheit“.

Stx494-495.2007.11-12.2 (2 Seiten)

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Atomwirtschaft: Deutsche Atomkraftwerke haben schwere Sicherheitsdefizite.Deutsche Atomkraftwerke schneiden im internationalen Vergleich schlecht ab. Gefährliche Fehlkonstruktion in deutschen Atomkraftwerken. Brände können zum Super-GAU führen. Brunsbüttel-Mängelliste dokumentiert gefährliche Kungelei von Atomindustrie, Gutachterorganisationen und Aufsichtsbehörde in Schleswig-Holstein. Die Ärzteorganisation IPPNW widerspricht Ansichten wie der des bayerischen Wirtschaftsministers Erwin Huber (CSU), die deutschen Atomreaktoren seien „die sichersten Kernkraftwerke der Welt“ (Bayern2Radio vom 16. Juli 2007). Die Ärzteorganisation verweist auf einen bereits 1997 von der OECD veröffentlichten internationalen Vergleich von Atomkraftwerken, eine Art „Pisa-Studie für Kernkraftwerke“. Demnach ist bei deutschen Atomkraftwerken die Gefahr extrem hoch, daß es bei einer Kernschmelze zu massiven Freisetzungen von Radioaktivität kommt. Der OECD-Vergleich ergab, daß in dem deutschen Referenz-Atomkraftwerk Biblis B die bei einer Kernschmelze zu erwartende Wasserstoffkonzentration im Sicherheitsbehälter mit 19 Prozent weitaus größer ist als in ausländischen Referenz-Anlagen (mit 10 bis 15 Prozent).

Stx494-495.2007.9-11.3 (3 Seiten)

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Atompolitik: Risiken werden verborgen. Die Bundesregierung läßt die Bevölkerung weiter im Unklaren über die Terrorgefährdung der Atomkraftwerke. Die Information der Parlamentarier im Umweltausschuß des Deutschen Bundestages durch das Bundesumweltministerium fand am 20. Juni 2007 hinter verschlossenen Türen statt. Die Weigerung der Bundesregierung, offen über die Terrorgefahr für Atomkraftwerke zu diskutieren, ist ein deutlicher Hinweis, daß die Gefahren ernst zu nehmen sind, erklärt Hans-Josef Fell, Sprecher für Energie- und Technologiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die Bundesregierung hatte zuvor in einer Antwort auf eine „Kleine Anfrage“ bestätigt, daß ein erfolgreicher Terrorangriff katastrophale Auswirkungen hätte und daß ein Angriff eine realistische Option ist.

Stx492-493.2007.8.1 (1 Seite)

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Katastrophenschutz: Nebelanlagen sind bereit. Die Vernebelungsanlagen am Atomkraftwerk Grohnde zum Schutz vor Terrorattacken aus der Luft sind betriebsbereit. Das erklärte am 10. November 2006 das niedersächsische Umweltministerium und lobte das Pilotprojekt als „in Deutschland und weltweit einzigartig“. Nach dem sogenannten „Tarnkonzept“ sollen im Falle eines Angriffs das AKW mit künstlichem Nebel verhüllt und Störsender eingesetzt werden, um die Wahrscheinlichkeit eines gezielten Flugzeugabsturzes auf das Reaktorgebäude zu vermindern.

Stx478-479.2006.6.1 (1 Seite)

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AKW Temelin: Atomkraftwerk als Ausflugsziel. In Temelin in Tschechien reißen die Störmeldungen und Unfälle in der Anlage nicht ab. Die Bevölkerung ist beunruhigt, auch in den angrenzenden Nachbarländern. Temelin liegt 50 Kilometer von der österreichischen, 60 Kilometer von der deutschen Grenze und rund 100 Kilometer Luftlinie von Passau entfernt. Die beiden AKW-Blöcke, gebaut nach russischem Design und ausgestattet mit amerikanischem Innenleben, stellen höchst umstrittene Prototyp-Anlagen dar und sind seit 2000 bzw. 2002 am Netz. Ein Bericht von Inge Lindemann.

Stx472-473.2006.3,4.2 (2 Seiten)

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Krisenmanagement und Krisenkommunikation: Tschernobyl – Forsmark – Brunsbüttel. Von Sebastian Pflugbeil. Der Störfall im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark des Betreibers Vattenfall am 25. Juli 2006 hat bereits gemachte Erfahrungen reaktiviert: • Störfälle treten auf, wenn niemand sie erwartet. • Sie treten in einer Art und Weise auf, die niemand vorhergesehen hat. • Während des Störfalls werden die Betriebsvorschriften ignoriert. Manchmal war das die Rettung, wie im Fall Forsmark, manchmal war das Bestandteil des Störfalls, wie im Fall Tschernobyl. • Die Betreiber und die Aufsichtsbehörden verstehen den Störfall als Beweis für ein funktionierendes Sicherheitssystem. • Der Bevölkerung wird erzählt, sie wäre zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen. • Zusammen mit der ersten internationalen Meldung zum Störfall wird in den Nachbarländern erklärt, daß ein solcher Störfall bei ihnen niemals auftreten könne. Wie platt insbesondere diese letzte Platitüde ist, erschließt sich nach kurzem Nachdenken, dennoch wurde sie bei vergleichbaren Anlässen regelmäßig zur Volksverdummung eingesetzt.

Stx472-473.2006.1-3.3 (3 Seiten)

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Krisenkommunikation und Krisenmanagement nach Tschernobyl: Zwischen staatlicher Unfähigkeit, Engagement und "Hysterie". Zwischen staatlicher Unfähigkeit, Engagement der Bürger und "Hysterie" bewegte sich das Spektrum der Reaktionen in Deutschland nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl. Ein Bericht über die Reaktionen der Regierung, von Behörden und Menschen nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und ihre Nachwirkungen. Erlebt und beschrieben von Thomas Dersee.

Stx396-397.2003.3-8.6 (6 Seiten)

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Risikobewertung und Risikokommunikation: Risikokommission wünscht sich einen "effektiveren Umgang mit Gesundheitsrisiken". Die sogenannte ad hoc-Kommission der Bundesregierung zur "Neuordnung der Verfahren und Strukturen zur Risikobewertung und Standardsetzung im gesundheitlichen Umweltschutz" (Risikokommission) hat am 6. Juni 2003 nach fast dreijähriger Tätigkeit ihren Abschlußbericht vorgelegt. Die beim Bundesamt für Strahlenschutz angesiedelte und mit 19, überwiegend aus Wissenschaft und Verwaltung stammenden Personen besetzte Kommission war im Oktober 2000 von den Bundesministerien für Gesundheit und für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eingesetzt worden. Sie sollte neue Ansätze zu Verfahren der Risikoregulierung im gesundheitlichen Umweltschutz entwickeln. Sie setzt nun auf mehr "Effektivität durch Harmonisierung" und auf "Kommunikation und Beteiligung zur Förderung von Vertrauen in Institutionen". Bericht mit einem Kommentar von Thomas Dersee.

Stx396-397.2003.1-3.3 (3 Seiten)

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Warnung gegen Angst. Gefahren, denen Menschen immer schon ausgesetzt waren, vor allem aber solche, die durch technische Entwicklungen hinzugekommen sind, werden zunehmend nicht mehr als unbeeinflußbares Schicksal hingenommen, sondern als wissenschaftlich berechenbar und politisch gestaltbar problematisiert. Dies ist charakteristisches Merkmal einer Risikogesellschaft. Öffentliche Auseinandersetzungen um Risiken besitzen jedoch Merkmale, die sie von anderen politischen Streitfragen unterscheiden. Auf der einen Seite beziehen sich die Konfliktparteien regelmäßig auf wissenschaftliche Daten, Theorien und Methoden, so daß den wissenschaftlichen Experten eine hohe Bedeutung zukommt. Auf der anderen Seite lassen die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die umstrittenen Risiken genug Raum für unterschiedliche Interpretationen. Die Kommunikation über technische Risiken und Umweltrisiken wird auch dadurch erschwert, daß es nicht allein um unterschiedliche Einschätzungen von Risiken und Nutzen geht. Gesellschaftspolitische und ideologische Aspekte und die Verfolgung von ökonomischen und anderen Interessen spielen - häufig unausgesprochen - eine Rolle. Das erklärt der Physiker und Sozialwissenschaftler Dr. Hans Peter Peters, Mitarbeiter der Programmgruppe "Mensch, Umwelt, Technik" des Forschungszentrums Jülich, im Funkkolleg Medien und Kommunikation des Deutschen Instituts für Fernstudien zum Thema Risikokommunikation.

Stx268-269.1998.10-12.3 (3 Seiten)

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Notfallschutz: Dialog zwischen Riskierern und Riskierten. Während es in den Vereinigten Staaten von Amerika eine gewachsene Kultur des Lernens zur Bewältigung des Lebens und von Katastrophen gibt, sind in Deutschland Manager und Beamte von einer obrigkeitsstaatlichen und bevormundenden Mentalität beherrscht, die sie nur zögernd auf die von Krisen- und Risikokommunikationsforschung propagierten diskursiven Verfahren der Meinungs- und Mehrheitsbildung zurückgreifen läßt. Wolf R. Dombrowsky von der Katastrophenforschungsstelle der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel verdeutlichte im Seminar des Arbeitskreises Notfallschutz des Fachverbandes für Strahlenschutz e.V., das vom 8. bis 10. Oktober 1997 in München stattfand, welche menschlichen Bedingungen die Wahrnehmung und Verarbeitung von Informationen beeinflussen. Am Beispiel von Forschungen zur Erstellung von Störfallinformationen nach Paragraph 11a des Bundesimmissionsschutzgesetzes zeigte er auf, welche erkenntnismäßigen Mißstimmungen zwischen Anlagenbetreibern, Behörden und Bevölkerung über Art, Umfang und Gestaltung von Gefahreninformationen bestehen, welche Vorurteile und Ängste eine sachliche Kommunikation behindern, welche gesellschaftlichen Faktoren bislang weitgehend übersehen wurden und was von wem für "stör- und unfallrelevant" gehalten wird.

Stx260-261.1997.13-16.4 (4 Seiten)

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Berlin: Das Bundesgesundheitsamt ist offiziell aufgelöst. Das Bundesgesundheitsamt hat aufgehört zu existieren. Per Gesetz wurde es zum 1. Juli 1994 in vier voneinander unabhängige Bereiche überführt.

Stx180-181.1994.6.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)

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Kommunikations-Management: Öffentlichkeitsarbeit bei Krisen. Es muß nicht immer gleich Tschernobyl, Seveso, Bhopal, Sandoz oder Höchst sein, oft reichen geringere Unfälle und Störfälle, um ein Unternehmen oder eine Technologie negativ in die Schlagzeilen zu bringen. Auch Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei der Verwendung oder Entsorgung von Produkten werden den Unternehmen von der Öffentlichkeit als Fehlverhalten angekreidet. Das kann dann neben dem konkreten Schaden mit einem Verlust an Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Ansehen verbunden sein, was sich langfristig auf die Unternehmensbilanz negativ auswirkt und manchmal ein Unternehmen sogar ruiniert. Die Gründe für solche Krisen sind Versäumnisse und Fehlverhalten der Verantwortlichen. Um solche Fehler zu vermeiden hat Dr. Peter Wiedemann, Psychologe bei der Programmgruppe Mensch-Umwelt-Technik des Forschungszentrums Jülich, einen "Leitfaden zur besseren Kommunikation" erstellt: "Öffentlichkeitsarbeit bei Krisen".

Stx150-151.1993.6.1 (1 Seite)

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Atompolitik: Mit Psychologie und Ethik für die Atomkraft. Mit Hilfe von Soziologen, Psychologen, und "ethisch" begründeten Argumenten soll die nicht nur wegen zahlreicher Störfälle "mangelnde Akzeptanz" der Atomenergie in der Bevölkerung bekämpft werden. Das sieht das neue Werbekonzept des "Arbeitskreises Zukunft der Kernenergie" vor, der Anfang 1990 auf Initiative von Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber ins Leben gerufen worden war und im September 1992 seinen "Ergebnisbericht" fertigstellte. Das "Risiko der Kernenergie" sei "in Wahrheit gering", befinden die 32 Mitglieder des Beraterkreises, bis auf einen Journalisten und zwei Sozialwissenschaftler sämtlich hauptberuflich mit dem Betrieb, der Herstellung oder der amtlichen Aufsicht von Atomkraftwerken beschäftigt. Kritische Bürger müßten mit Hinweisen auf die drohende Klimakatastrophe und die wachsende Not in der Welt unter Druck gesetzt werden. Wer "unausgewogene oder sogar unrealistische ökologische Ziele" proklamiere, wirke damit gegen den Umweltschutz und sei "mitschuldig an dem dadurch verursachten Schaden". Allerdings, so erkannten die Akzeptanz-Experten aus Atomwirtschaft und -politik, komme für die Vermittlung solcher Botschaften der "Glaubwürdigkeit der Informationsquellen eine besondere Bedeutung zu". Politik und Industrie würden "gerade in der Kernenergie der Interessenverflechtung verdächtigt". Deshalb gelte es, neue "Allianzen mit kritischen Gruppen und Institutionen aufzubauen".

Stx142-143.1992.4,5.2 (2 Seiten)

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Bonn: Zivilschutz testet Drogen gegen Angstreaktionen. Der Münchner Psychiatrieprofessor Hippius untersuchte im Rahmen eines von 1986 bis 1992 laufenden Forschungsvorhabens im Auftrag des Bundesamtes für Zivilschutz die Eignung von Psychopharmaka für die Angstbewältigung im Katastrophenfall. Das bestätigte das Bundesinnenministerium im August 1989.

Stx64-65.1989.10.1 (1 Seite)

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Leben unter atomarer Bedrohung: Alle haben Angst - aber das Leben geht weiter. Ergebnisse internationaler psychologischer Forschung. Seit den Atomexplosionen von Hiroshima und Nagasaki lebt die Menschheit mit dem Bewußtsein, sich selbst auslöschen zu können, im Verhalten zu dieser Bedrohung offenbaren sich jedoch bei vielen Menschen scheinbar große Widersprüchlichkeiten:

l In Großbritannien äußerten 77 Prozent der Erwachsenen Sorge über die atomare Bedrohung (Gallup, 1982). Die Stationierung von Cruise Missiles-Raketen lehnten aber nur 58 Prozent ab.

l 40 Prozent befragter 14- bis 19jähriger in Großbritannien fanden es wichtig, eine Bewegung für nukleare Abrüstung zu unterstützen. Nur 11 Prozent aber gaben an, dies auch tatsächlich getan zu haben.

l Zwei Drittel der Bundesbürger lehnten nach Untersuchungen der "Programmgruppe Technik und Gesellschaft der Kernforschungsanlage Jülich" ein Jahr nach Tschernobyl die Nutzung der Atomenergie grundsätzlich ab. Nur knapp 28 Prozent aber befürworteten einen möglichst schnellen Ausstieg innerhalb der nächsten Jahre.

l Mitte der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden Tatsachen aus Hiroshima und Nagasaki bekannt, die auf eine mehrfach höhere Gefährlichkeit von Radioaktivität schließen lassen als bis dahin angenommen (Dosisrevision). Die Internationale Strahlenschutzkommission nahm jedoch erst im September 1987 diese Erkenntnisse auch in ihre eigenen Überlegungen auf; noch im Dezember 1987 beschloß im Widerspruch dazu und in Vorbereitung auf einen nächsten Super-GAU der EG-Ministerrat neue Strahlengrenzwerte, die sogar mehr als zwei- bis dreifach über den bisherigen liegen. — Psychologen und Sozialwissenschaftlern kommen solche Befunde nicht mehr überraschend. Im Dezember 1987 fand im Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin (West) und in Zusammenarbeit zwischen der Freien Universität Berlin, dem ebenfalls in Berlin (West) angesiedelten Psycho-Social and Medical Research Centre und dem Berliner Bildungswerk für Demokratie und Umweltschutz unter dem Titel "Leben unter atomarer Bedrohung" eine Tagung statt, die Wissenschaft und politische Praxis zusammenführen sollte. Danach stellten der Psychologe Dr. Klaus Boehnke, der Direktor des Psycho-Social Centre Dr.med. Michael J. Macpherson und der Erziehungswissenschaftler Folker Schmidt unter dem selben Titel einen 1989 im Roland Ansager Verlag Heidelberg erschienenen Band mit Ergebnissen internationaler psychologischer Forschung zusammen.

Stx62-63.1989.1,3,4,7,8.5 (5 Seiten)

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1.500 Meter Abstand zu Atomanlagen. Seit dem 5. Dezember 1988 müssen alle Militärflugzeuge einen Abstand von 1,5 Kilometern zu Kernkraftwerken einhalten. Diese Auskunft gibt die Bundesregierung in ihrer Antwort vom 2. Januar 1989 auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag zur Gefährdung durch Übungsflüge im Umkreis der Atomkraftwerke Neckarwestheim I und II.

Stx52.1989.6.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

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Staatliche Strahlenmessungen: Strahlengefährdung durch Informationsbegrenzung. Rund 750 Lebensmittelproben wurden bis zum November 1988 in Berlin auf Weisung der Gesundheitsverwaltung der Stadt jeden Monat von der Strahlenmeßstelle des Senators für Stadtentwicklung und Umweltschutz auf Radioaktivität untersucht. Dabei wurden zunächst genaue Messungen vorgenommen. Nun werden dagegen die Lebensmittel überwiegend nur noch daraufhin überprüft, ob die radioaktiven Belastungen 300 Becquerel Cäsium pro Kilogramm nicht überschreiten. Ziel sei es nur noch, die Einhaltung der vom EG-Ministerrat beschlossenen Höchstwerte zu überprüfen.

Stx49.1989.1,3.2 (2 Seiten)

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Chemie: Neuer "Alarmplan" und neue Bewertungskriterien für Lebensmittelskandale. Nachdem Anfang 1987 das sogenannte Strahlenschutzvorsorgegesetz in Kraft gesetzt wurde, das die Bewertung von Radioaktivitäts-Daten allein dem Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vorbehält, haben die Erfahrungen nach dem Super-GAU von Tschernobyl auch für den Bereich chemischer Schadstoffe ihren Niederschlag gefunden. In einem 1987 bundesweit von den zuständigen obersten Landesbehörden. dem Bundesminister für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit (BMJFFG) und dem Bundesgesundheitsamt (BGA) für verbindlich erklärten "Alarmplan" zur Lebensmittelüberwachung heißt es: "Pressemitteilungen und Erklärungen in Massenmedien sollen nur durch die für die Lebensmittelüberwachung zuständigen obersten Landesbehörden und durch den BMJFFG herausgegeben werden. (...) Presseerklärungen oder Erklärungen in Medien durch örtliche Behörden einschließlich Untersuchungseinrichtungen sind nicht erwünscht."

Stx15.1987.5.1 (1 Seite)

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Atommüll: Bis zu 1.000-fach höheres Strahlenrisiko bei der Freigabe von Atommüll aus dem Abriss von Atomkraftwerken. Das Freigabekonzept erweist sich bei eingehender Prüfung der Kriterien, Annahmen und Voraussetzungen als Kartenhaus auf tönernen Füßen. Ein zentraler Aspekt des Abbaukonzeptes stillgelegter Atomkraftwerke beruht darauf, dass ein großer Anteil von über 80 und 90 Prozent der abzubauenden Materialien, die mit Radioaktivität aktiviert oder kontaminiert sind, aus dem Kontrollbereich des Atomgesetzes durch das Verfahren der „Freigabe“ gemäß Paragraph 29 der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV; sowie damit verbundener Anhänge, in denen die Anforderungen der Freigabe festgelegt sind) entlassen werden. Am Beispiel des Antrags der RWE Power AG auf Genehmigung zur Stilllegung und zu einer ersten Genehmigung zum Abbau von Anlagenteilen der Kernkraftwerksblöcke Biblis A und B wird gezeigt, daß die Freigaberegelung nach dem in der deutschen Strahlenschutzverordnung festgeschriebenen 10 Mikrosievert-Konzept auf tönernen Füßen steht und inakzeptabel ist. Von Dr. Werner Neumann

Stx662-663.2014.1-8.8 (8 Seiten)

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Katastrophenplanung: Kein Atomkraftwerk ist gegen Flugzeugabstürze geschützt. Wegen mangelhaften Schutzes gegen Flugzeugabstürze hatte das Oberverwaltungsgericht Schleswig Mitte Juni 2013 die Genehmigung des Zwischenlagers Brunsbüttel aufgehoben. Nicht nur die atomaren Zwischenlager, auch die Atomkraftwerke selbst sind jedoch gegen unfallbedingte oder erzwungene terroristische Flugzeugabstürze ungeschützt. Keines der zur Zeit in Deutschland betriebenen Atomkraftwerke ist gegen den Absturz eines Flugzeuges ab einer mittleren Größe ausgelegt. Und es gibt auch keine umfassenden Nachrüstmöglichkeiten zur Vermeidung der Risiken. Das bescheinigte der pensionierte Ministerialdirigent Dieter Majer jetzt in einer Gutachterlichen Stellungnahme vom 1. Juli 2013 für die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt.

Stx638-639.2013.7-8.2 (2 Seiten)

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Lehren aus Fukushima: Die Technik vom Ende her denken. Yôtarô Hatamura, Leiter der japanischen Regierungskommission zur Untersuchung der AKW-Havarie in Fukushima: „Es fehlt eine Kultur, die selbständig und aktiv handelnde Personen hervorbringt.“ „Mit eigenen Augen sehen, selbst denken, selbst entscheiden und initiativ handeln“ – dazu forderte Professor Dr. Yôtarô HATAMURA als Lehre aus der Atomkatastrophe von Fukushima Daiichi für die Zukunft auf: „Initiativ und aktiv handelnde Individuen werden gebraucht.“ Anläßlich des 2. Jahrestages der Katastrophe von Fukushima in Japan hatten die Japanische Botschaft in Deutschland, das Japanische Kulturinstitut Köln und die Technische Universität Berlin unter Mitwirkung des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin zum 11. März 2013 in das japanische Botschaftsgebäude im Berliner Tiergarten eingeladen. Dort sprachen zur Frage, welche Lehren man aus dem Atomunfall für die Zukunft ziehen könne, Dr. Yôtarô Hatamura, emeritierter Maschinenbau-Professor an der Universität Tôkyô, der von Juni 2011 bis September 2012 die Untersuchungs- und Gutachterkommission der japanischen Regierung zur Havarie im Atomkraftwerk der Firma TEPCO in Fukushima geleitet hatte, sowie Dr.-Ing. Masao FUCHIGAMI, Berater des japanischen Industriekonzerns Komatsu Ltd. und Technischer Berater dieser Regierungskommission.

Stx630-631.2013.2-3,2 (2 Seiten)

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Reaktorsicherheit: Forschungsreaktoren fielen durch Stresstest. Kein Schutz vor Flugzeugabstürzen bei den Reaktoren in Berlin-Wannsee und Mainz. Die deutsche Reaktorsicherheitskommission (RSK) zweifelt an der Sicherheit der Forschungsreaktoren in Berlin und Mainz. Das Expertengremium hatte nach der Atomkatastrophe in Fukushima auf Verlangen des Bundestages erstmals einen Stresstest auch für Forschungsreaktoren durchgeführt. Der Forschungsreaktor in Berlin-Wannsee würde selbst dem Absturz eines kleinen Verkehrsflugzeuges nicht standhalten, schreibt die Reaktorsicherheitskommission in einem am 18. Juni 2012 veröffentlichten Bericht. Lediglich drei Kilometer Östlich des Forschungsreaktors in Berlin-Wannsee führen mehrere Abflugrouten für den neuen Airport Berlin Brandenburg vorbei. Die Deutsche Flugsicherung will die Korridore jedoch nicht ändern, es gebe keine gesetzlichen Vorschriften, daß atomare Anlagen nicht Überflogen werden dürfen, wird deren Sprecher zitiert.

Stx612-613.2012.14-15.2 (2 Seiten)

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Katastrophenplanung: Der nukleare Super-GAU ist wahrscheinlicher als stets behauptet. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz: Westeuropa hat das weltweit höchste Verseuchungsrisiko durch schwere Reaktorunfälle und am höchsten ist das Risiko in Südwestdeutschland. Katastrophale nukleare Unfälle wie die Kernschmelzen in Tschernobyl und Fukushima sind häufiger zu erwarten als bislang angenommen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz haben anhand der bisherigen Laufzeiten aller zivilen Kernreaktoren weltweit und der aufgetretenen Kernschmelzen errechnet, daß solche Ereignisse im derzeitigen Kraftwerksbestand etwa einmal in 10 bis 20 Jahren auftreten können und damit 200 mal häufiger sind als in der Vergangenheit geschätzt. Zudem ermittelten die Forscher, daß die Hälfte des radioaktiven Cäsium-137 bei einem solchen größten anzunehmenden Unfall mehr als 1.000 Kilometer weit transportiert würde. Die Ergebnisse zeigen, daß Westeuropa – inklusive Deutschland – wahrscheinlich einmal in etwa 50 Jahren mit mehr als 40 Kilobecquerel radioaktivem Cäsium-137 pro Quadratmeter belastet wird.

Stx610-611.2012.4-5.2 (2 Seiten)

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Katastrophenschutz nach Fukushima: Der deutsche Richtwert für Evakuierungen ist zu hoch. Analyse des BfS zur deutschen Katastrophenschutzplanung veröffentlicht. Seit dem Herbst 2011 liegt dem Bundesumweltministerium eine Analyse des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vor, in der abgeschätzt wird, wie sich eine nukleare Katastrophe der Art, wie sie in Fukushima auftrat, in Deutschland auswirken würde. Nachdem diese Analyse dem Nachrichtenmagazin Spiegel zugänglich gemacht und in der Ausgabe vom 19. März 2012 unter der Überschrift „Die verdrängte Gefahr“ ein verheerendes Bild gezeichnet wurde, ist die Studie nun am 19. April 2012 in dem digitalen Online Repositorium und Informations-System (DORIS) des BfS auch öffentlich zugänglich gemacht worden. http://doris.bfs.de/jspui/handle/urn:nbn:de:0221-201204128010

Stx608-609.2012.6-7.2 (2 Seiten)

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Schwere AKW-Unfälle sind wahrscheinlicher als bisher angenommen. Studie: Atomaufsichten gehen von mangelhaften Sicherheitsanalysen aus. Schwere Unfälle in einem Atomkraftwerk sind erheblich wahrscheinlicher, als Atomaufsichten und Wissenschaft bisher annehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie unter der Leitung von Dr. Helmut Hirsch vom Beraterbüro cervus nuclear consulting, die Greenpeace am 29. Februar 2012 in Berlin vorstellte. Die Studie deckt gravierende Mängel in der sogenannten „Probabilistischen Risikoanalyse“ (PRA) auf, die unter anderem für die Ermittlung von Unfallwahrscheinlichkeiten verwendet wird.

Stx606-607.2012.12-13.2 (2 Seiten)

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Risiko-Bewertung

Epidemiologie und Politik: Erhöhte Krebshäufigkeit beim AKW Brokdorf. Eine mangelnde Aufklärungsbereitschaft von Landesregierung und Behörden in Schleswig-Holstein sowie des AKW-Betreibers E.on für die erhöhte Krebshäufigkeit in der Gemeinde Wewelsfleth beim AKW Brokdorf rügt die Bremer Meßstelle für Arbeits- und Umweltschutz e.V. (MAUS).

Stx606-607.2012.10-11.2 (2 Seiten)

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Folgen von Fukushima: „Was für ein Glück“. - Jahrestagung 2012 der deutschen Strahlenschutz-kommission (SSK) in Hamburg. Bisher hat es noch keine Todesopfer durch Strahlung aus der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan gegeben. Und: Der Natur dort werde es später einmal wieder prächtig und besser als zuvor gehen, wenn der Mensch sie notgedrungen wegen zu hoher radioaktiver Verstrahlung längere Zeit in Ruhe lassen muß. Das festzustellen war Professor Dr. Wolfgang-Ulrich Müller vom Institut für Strahlenbiologie am Universitätsklinikum Essen am Ende der diesjährigen Jahrestagung der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) wichtig. Sie hat vom 14. bis 16. März 2012 in Hamburg stattgefunden und stand unter dem Themenschwerpunkt „Ein Jahr nach Fukushima – eine erste Bilanz aus der Sicht der Strahlenschutzkommission“. Müller ist seit Januar 2012 erneut Vorsitzender der SSK, nachdem er es schon einmal von 2004 bis 2007 gewesen war. Zu diesen Feststellungen fühle er sich „dem Mann auf der Straße“ verpflichtet, meinte Müller. Erst an zweiter Stelle wendet sich die SSK der zentralen Fragestellung zu, nämlich der Frage nach den Folgen und Spätschäden der Katastrophe. Bericht mit einem Kommentar von Thomas Dersee.

Stx606-607.2012.1-3.pdf (3 Seiten)

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Der lange Abschied von der unschädlichen Dosisschwelle. Anerkannte Strahleneffekte im Niederdosisbereich und ausstehende Korrekturen. Bereits vor langer Zeit wurde das Prinzip des „stochastischen“ Schadens für strahlenbedingte Krebs- und Erbkrankheiten von der internationalen Strahlenschutzkommission ICRP eingeführt. Es sollte den als eher unwahrscheinlich beschriebenen Ernstfall zur sicheren Seite hin abdecken, indem zugestanden wurde, dass ein einzelnes Strahlenquant im Prinzip einen gravierenden Spätschaden auslösen kann. Grenzwerte mussten seitdem stets mit einem entsprechend hohen gesellschaftlichen Nutzen gerechtfertigt werden, da sie reale Schadensfälle zuließen. Anwender und etliche Standesorganisationen sind bis heute gegen dieses Prinzip Sturm gelaufen und nach Fukushima wurde vielstimmig die Behauptung lanciert, unter 100 Millisievert (mSv) seien keine statistisch erkennbaren Schäden möglich. Demgegenüber liegen Evidenzen aus den Bereichen vorgeburtliche Röntgendiagnostik, Folgen bei den japanischen Atombombenüberlebenden, Radon in Häusern und berufliche Expositionen vor, die man heute als den akzeptierten Stand der Erkenntnis ansehen muss. Hinzu kommen als Beleg für die Wirksamkeit chronischer Expositionen durch Umweltradioaktivität die Befunde am Fluss Techa im Südural, wo die Bevölkerung durch die Emissionen der Plutoniumaufarbeitungsanlage Mayak kontaminiert wurde. Umwelteffekte durch andere kerntechnische Anlagen werden jedoch weiterhin offiziell geleugnet. Nachgewiesene Spätfolgen diagnostischer Bestrahlungen von Kindern und Erwachsenen werden nach wie vor ignoriert. Außerdem werden eine ganze Reihe von strahlenbedingten Nicht-Krebserkrankungen, genetischen und teratogenen Schäden nicht berücksichtigt, die insbesondere nach dem Tschernobylunfall auffällig geworden sind. Von Inge Schmitz-Feuerhake, Gesellschaft für Strahlenschutz e.V.

Stx602-603.2012.4-10.7 (7 Seiten)

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Here you will find in Japanese the critique of the assertion, that radiation effects are not observable below 100 Millisievert:

無害な放射線閾値」からの時間のかかる決別

低線量領域内で認知されている放射線の影響と残された修正点

The paper was written by Dr. Inge Schmitz-Feuerhake of the German Society for Radiation Protection, professor of physics at the university of Bremen, Germany (retired). The Japanese translation was accomplished by a member of ACSIR (Association of Citizens and Scientists Concerned about Internal Radiation Exposure), Japan.

Shortened form in English

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Strahlenschutz: Kalkulierter Strahlentod. Die Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in Japan und Europa sind viel zu hoch und nehmen tausende Strahlenkrebstote in Kauf. Die Aufnahme von Radionukliden mit der Nahrung ist nach Reaktorkatstrophen wie der von Tschernobyl vor 25 Jahren und jetzt der von Fukushima mittel- und langfristig der wichtigste Belastungspfad. Eine drastische Absenkung der Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in Europa und Japan fordern deshalb jetzt die Verbraucherorganisation foodwatch und die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW). Nach den Berechnungsgrundlagen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) würde eine Ausschöpfung der derzeit in Japan und in Europa für die Einfuhr japanischer Lebensmittel geltenden Grenzwerte für Nahrungsmittel in Deutschland zu mehr als 150.000 Krebstoten jährlich führen, heißt es in einem am 20. September 2011 in Berlin vorgestellten Report der beiden Organisationen. Und würde die gesamte deutsche Bevölkerung sich von Lebensmitteln ernähren, die lediglich in Höhe von 5 Prozent dieser Grenzwerte belastet sind, wäre immer noch mit mindestens 7.700 zusätzlichen Krebstoten jährlich zu rechnen. Nach anderen Berechnungsgrundlagen als jenen der ICRP könnten es noch deutlich mehr sein und hinzu käme ein breites Spektrum verschiedenster Erkrankungen und genetischer Schädigungen. foodwatch und IPPNW beziehen sich dabei auf ein Gutachten der Vorstandsmitglieder der deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz Thomas Dersee und Sebastian Pflugbeil, die beide auch die Redaktion des Fachinformationsdienstes Strahlentelex bilden. Report und Gutachten sind im Internet auf den Webseiten von foodwatch, IPPNW und Strahlentelex in deutscher, japanischer, englischer und französischer Sprache frei abrufbar.

Stx594-595.2011.1-4.4 (4 Seiten)

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Strahlenschutzpolitik: „Unterhalb der Grenzwerte“. Von Dietrich Antelmann. Über die Risiken radioaktiver Strahlung verbreiten die Betreiber nuklearer Anlagen und die von ihnen beeinflußten Institutionen weltweit Desinformationen, Verharmlosungen und Verdrehungen. Die Gefährdung infolge Niedrigstrahlung ist bei weiten Teilen der Bevölkerung durch gezielte Propaganda und beharrliches Verschweigen der Risiken in Vergessenheit geraten. Strahlen sind mit unseren Sinnesorganen nicht wahrnehmbar. Damit auch unser Verstand sie nicht wahrnimmt, ist zum Beispiel das Berliner Hahn-Meitner-Institut für Kernforschung nach Tschernobyl in Hahn-Meitner-Institut (HMI) umbenannt worden. Nach Bekanntwerden der Kinderkrebsstudie (KiKK-Studie) soll auch der Name Hahn-Meitner nicht mehr an die Kernspaltung erinnern. Heute heißt das HMI etwas umständlich Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB). Beschreibung eines Betreibers von einem langjähriger Anwohner des Forschungsreaktors in Berlin-Wannsee.

Stx574-575.2010.6-8.3 (3 Seiten)

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Atomsicherheit: Die Bundesregierung verfügt über keine eigenständigen Sicherheitsbewertungen. Die Sicherheitsbewertung von Kernkraftwerken in Deutschland erfolgt durch die zuständigen Aufsichtsbehörden der Länder. Dies teilte die Bundesregierung jetzt in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit. Als Quellen dienten den Behörden vor allem die Sicherheitsüberprüfungen, die die Betreiber der Kraftwerke den Aufsichtsbehörden vorlegen, schreibt die Regierung. Somit lägen ihr keine vollständige technische Dokumentation der Anlagezustände vor.

Stx564-565.2010.6.1 (1 Seite)

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Risiko-Bewertung

AKW-Gefährdungsatlas. Der AKW-Gefährdungsatlas der Deutschen Umweltstiftung ist im Mai 2010 in 2. Auflage als DIN-A1-Deutschlandkarte erschienen, ergänzt durch die grenznahen Atomkraftwerke der angrenzenden Nachbarstaaten. Eine Arbeitsgruppe der Umweltstiftung hat die Bevölkerungszahlen in den Gefährdungsregionen der aktuell in Betrieb befindlichen deutschen Atomkraftwerke ermittelt. Berücksichtigt wurde dabei die Wohnbevölkerung in einem Umkreis von jeweils 150 Kilometer. Einzelne AKWs gefährden so laut Umweltstiftung bis zu 18 Millionen Menschen in ihrem Einzugsbereich. Die jetzt vorliegende Neuauflage berücksichtigt erstmals auch die grenznahen AKWs in Belgien, Frankreich, Tschechien und der Schweiz und zeichnet so ein realistisches Bild der Bedrohung für die Menschen in Deutschland. Besonders gefährdet, teils durch bis zu 6 AKWs in unmittelbarer Nähe, sind demnach die Regionen um Bremen, Südbaden, Nordwürttemberg und die westlichsten Regionen der Bundesländer Saarland, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Insgesamt erweisen sich 247 von 301 Landkreisen als gefährdet, das sind circa 82 Prozent der Landkreise in Deutschland sowie 103 kreisfreie Städte, insgesamt 350 Gebietskörperschaften. Diese sind zwischen ein- bis sechsmal im Umkreis von zwölf Atomkraftwerksstandorten gelegen. Die dort lebenden fast 64,3 Millionen Menschen in mehr als 60.000 Städten und Gemeinden werden durch mögliche Störfälle betroffen sein. Statistisch wird jeder Bundesbürger von rund 2 Atomkraftwerken unmittelbar gefährdet. Der Atlas kann zum Preis von 10,- Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-942466-00-4) oder direkt bei der Deutschen Umweltstiftung (www.deutscheumweltstiftung.de ) bestellt werden. Ausführliche Erläuterungen und Hintergrundinformationen zum AKW-Gefährdungsatlas, nebst einer Auflistung weiterer nuklearer Gefahrenquellen in Deutschland bietet zudem das Dokument: www.deutscheumweltstiftung.de/down/akw-gefaehrdungsatlas_erlaeuterungen.pdf

Stx562-563.2010.8.1 (1 Seite)

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Risiko-Bewertung

Atomunfälle: AKW-Gefährdungsatlas. Eine Arbeitsgruppe der Deutschen Umweltstiftung hat in mehrwöchiger Kleinarbeit die Bevölkerungszahlen in den Gefährdungsregionen der aktuell in Betrieb befindlichen deutschen Atomkraftwerke ermittelt und in einem Gefährdungsatlas dargestellt. Dabei ergaben sich gefährdete Bevölkerungen zwischen 5,4 Millionen (Gundremmingen) und bis zu 11,8 Millionen (Neckarwestheim). Besonders gefährdet sind demnach die Menschen um Bremen, die im unmittelbaren Einzugsbereich von 6 AKWs leben müssen. Der AKW-Gefährdungsatlas kann als Karte im Format DIN A1 über die Homepage www.deutscheumweltstiftung.de gegen eine Spende bestellt werden.

Stx554-555.2010.8.1 (1 Seite)

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Risiko-Bewertung

Kinderkrebs um Atomkraftwerke: „Das Ergebnis der KiKK-Studie verlangt eine kritische Überprüfung der Annahmen und Modelle des Strahlenschutzes“. Eine ausführliche Darstellung und Betrachtungen zur Bedeutung der Fall-Kontrollstudie des Mainzer Kinderkrebsregisters zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken in Deutschland (KiKK-Studie von Ende 2007 hat jetzt Rudi H. Nussbaum, emeritierter Professor der Physik an der Portland State University in Oregon (USA), in der Juli/September-Ausgabe 2009 des International Journal of Occupational and Environmental Health veröffentlicht. Nussbaum stellt die Studie im Kontext anderer aktueller wissenschaftlicher Arbeiten dar und befaßt sich ausführlich mit der unverständlichen Schlußfolgerung der Autoren der KiKK-Studie (Kaatsch, Spix, Schmiedel, Schulze-Rath, Mergenthaler und Blettner), daß Radioaktivität als Ursache für die vermehrten Krebserkrankungen von Kindern in der Umgebung von Atomkraftwerken grundsätzlich auszuschließen sei. „Diese nicht gerechtfertigte Schlußfolgerung illustriert die Dissonanz zwischen Annahmen und Beweisen“, kommentiert Nussbaum und rügt, daß der „gegenwärtige Kenntnisstand der Radiobiologie“ in seiner am weitesten verbreiteten Version eine ganze Reihe radiobiologischer und dosimetrischer Faktoren nicht zur Kenntnis nimmt.

Stx544-545.2009.2-3.2 (2 Seiten)

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Risiko-Bewertung

Das Mammographiescreening wird wie eine Versicherung beworben. Risikowahrnehmung beim Mammographiescreening. Zur individuellen Entscheidungsfindung über eine Teilnahme am Mammographiescreening sei die Risikoverringerung für Tod durch Brustkrebs im Erkrankungsfall ausschlaggebend. Diese Meinung vertreten Prof. Dr.rer.nat. Nikolaus Becker vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und Prof. Dr.med. Hans Junkermann von der Universitätsfrauenklinik Heidelberg im Deutschen Ärzteblatt. Sie empfehlen folgende Formulierung: Von 100 an Brustkrebs erkrankten Frauen sterben tumorbedingt innerhalb der folgenden zehn Jahre nach Diagnosestellung ohne Screening 31 Frauen an Brustkrebs, bei Teilnahme am Screening sterben nur 20 (35 Prozent weniger). Auf dieser Grundlage, so Becker und Junkermann, würden bisher etwa 70 Prozent der zum Mammographiescreening eingeladenen Frauen der Aufforderung zur Teilnahme folgen. Mit einem Kommentar von Thomas Dersee.

Stx510-511.2008.6-7.2 (2 Seiten)

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Risiko-Bewertung

Buchmarkt: Zur kausalen Unaufklärbarkeit toxischer Massenschäden. Eine rechtsvergleichende und interdisziplinäre Studie. Eine Proportionalhaftung und eine Marktanteilshaftung empfiehlt der Jurist Christian Seyfert in seiner Dissertation als Ausweg aus dem Problem der kausalen Unaufklärbarkeit toxischer Massenschäden.

Stx424-425.2004.4,5.2 (2 Seiten)

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Risiko-Bewertung

Risikokommission wünscht sich einen "effektiveren Umgang mit Gesundheitsrisiken". Die sogenannte ad hoc-Kommission der Bundesregierung zur "Neuordnung der Verfahren und Strukturen zur Risikobewertung und Standardsetzung im gesundheitlichen Umweltschutz" (Risikokommission) hat am 6. Juni 2003 nach fast dreijähriger Tätigkeit ihren Abschlußbericht vorgelegt. Die beim Bundesamt für Strahlenschutz angesiedelte und mit 19, überwiegend aus Wissenschaft und Verwaltung stammenden Personen besetzte Kommission war im Oktober 2000 von den Bundesministerien für Gesundheit und für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eingesetzt worden. Sie sollte neue Ansätze zu Verfahren der Risikoregulierung im gesundheitlichen Umweltschutz entwickeln. Sie setzt nun auf mehr "Effektivität durch Harmonisierung" und auf "Kommunikation und Beteiligung zur Förderung von Vertrauen in Institutionen". Bericht mit einem Kommentar von Thomas Dersee.

Stx396-397.2003.1-3.3 (3 Seiten)

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Risiko-Bewertung

Bundesamt für Strahlenschutz: Risikokommunikation im amtlichen Versuch. "Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit" der Bundesregierung soll der Bevölkerung vermittelt werden. Beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wird im Frühjahr 2000 eine Kommission gebildet, der 16 Vertreter von Behörden des Bundes und der Länder sowie externe Experten angehören. Diese sollen sich zwei Jahre lang damit befassen, wie Risiken wahrgenommen und bewertet werden und wie vergleichbare Verfahren der Standardsetzung entwickelt werden können.

Stx318-319.2000.5.1 (1 Seite)

Risiko-Bewertung

Die Wissenschaft spielt nur eine Nebenrolle bei der Bewertung technologischer Risiken. Seit 1992 sind Expertinnen und Experten im Auftrag der Landesregierung Niedersachsens und Schleswig-Holsteins damit beschäftigt, die Ursachen für die Leukämiehäufung in der Elbmarsch aufzudecken. Den offiziellen Pressemitteilungen ist zu entnehmen, daß die Wissenschaftler sich nicht auf eine einheitliche Beurteilung ihrer Untersuchungsergebnisse werden einigen können. Die Beantwortung der Frage, ob der Betrieb des Atomkraftwerkes Krümmel als ursächlich für die Erkrankungen ausgemacht werden kann, wird strittig bleiben. Die Landesregierung Schleswig-Holsteins sieht sich somit nicht in der Lage, eine Abschaltverfügung für das Atomkraftwerk zu erlassen. Der Diplom-Physiker Heiko Ziggel nimmt Stellung zu der Frage, inwieweit überhaupt mit einem anderen Ergebnis aus den so heterogen zusammengesetzten Expertengruppen zu rechnen gewesen wäre. Die angewandte Methode des Risiko-Managements zur Bewertung gesundheitlicher Gefahren ist seiner Ansicht nach nicht geeignet, eine ernst gemeinte Gefahrenabwehr vorzunehmen. er wirft den Politikerinnen und Politikern der Landesregierung Schleswig-Holstein vor, sich ihrer gesellschaftlich zukommenden Rolle als letztendliche Entscheidungsinstanz im Hinblick auf den Schutz der Bevölkerung zu verweigern.

Stx192-193.1995.3,4,9,10.4 (4 Seiten)

Risiko-Bewertung

Erfahrungswissen und Expertenwissen: Risikoabschätzung - eine technokratische Methode. Technokratische Problembewältigung wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und Entscheidungsfindungen versucht. Ein unerschütterlicher Glaube an den technischen Fortschritt, der Glaube an die umfassende Kontrollfähigkeit technisch ausgebildeter Eliten und die Idee, daß demokratische Entscheidungen durch wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse und Methoden ersetzt werden können, liegen dem zugrunde. Obwohl auch in den Institutionen des modernen Staates die technischen gegenüber den politischen und ökonomischen Eliten einen geringeren Einfluß haben, spielen ihr Weltbild und ihre Methoden der Entscheidungsfindung eine sehr bedeutsame Rolle. Dazu gehört auch die Risikoabschätzung als technokratische Methode. Die technokratischen Methoden waren jedoch ohne Erfolg. Die wissenschaftliche Risikoabschätzung hat das Problem mißverstanden und bedeutende technische Risiken verschleiert. Das erklärte 1991 Prof. Dr. Frank Fischer, Newark/USA. Fischer war Mitglied des "Political Science Department" an der Rutgers Universität New Jersey und hielt sich 1990 längere Zeit in Berlin auf. Er hat hier mit dem Wissenschaftszentrum zusammengearbeitet und am John F. Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der Freien Universität gelehrt.

Stx112-113.1991.2,3.2 (2 Seiten)

Risiko-Bewertung

Dosisrevision: Das Strahlenkrebs-Risiko ist 5 bis 17 mal größer als bisher angenommen. Im Herbst 1987 veröffentlichte die Radiation Effects Research Foundation (RERF; ehemals Atomic Bomb Casuality Commitee ABCC, das amerikanisch-japanische Projekt zur Erforschung der Langzeitwirkung von Atomwaffen) eine vorläufige Auswertung der aktuellen Hiroshima- und Nagasaki-Krebsstatistiken auf der Basis eines neuen dosimetrischen Modells. Viele Überlebende der Atombombenabwürfe in Japan waren danach geringeren Strahlendosen ausgesetzt gewesen als zuvor angenommen. Damit wurden Vermutungen bestätigt, nach denen das Krebsrisiko durch ionisierende Strahlung höher bewertet werden muß, als von den Internationalen Strahlenschutzgremien bis dahin verkündet. Vor dem Hintergrund der Grenzwertdiskussion hat der Physiker Mario Schmidt für das Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) 1989 eine vergleichende Bewertung vorgenommen.

Stx66-67.1989.3.1 (1 Seite)

Risiko-Bewertung

Flugzeugabstürze: Katastrophenalarm wird erst bei 10.000 mal höherer Luft-Radioaktivität als nach Tschernobyl ausgelöst. Dies beschreibt Dr. Karsten Hinrichsen als deprimierendstes Ergebnis seines Gutachtens über die Störfallrichtlinien und die Berechnungsgrundlagen des Bundesinnenministers, nachdem im Frühjahr 1988 mehrere Flugzeuge bei Tiefflugübungen in der Nähe von Atomkraftwerken und kerntechnischen Einrichtungen abgestürzt waren.

Stx37.1988.6.1 (1 Seite)

Risiko-Bewertung

Der Elefant und der Strahlenschutz. Stärkere Schadwirkungen bei geringer aber chronischer Strahlenbelastung. In Süddeutschland Anstieg der Säuglingssterblichkeit nach Tschernobyl. Ein indisches Gleichnis erzählt von den Blinden, die einen Elefanten betasten und sich streiten: "Der Elefant ist wie eine Säule", "nein - wie eine Bürste", "nein - wie eine Schlange" ... . Ähnlich ist es bestellt mit dem Streit um die Wirkung radioaktiver Strahlenmengen, bei dem Wissenschaftler sich streiten: "Bei Belastung von 1 Million Menschen durch 1 Rem sterben 7.000 an Strahlenkrebs", "nein - 1.000", "nein - 500". Diesen Vergleich zieht Dr. Jens Scheer, Professor am Fachbereich Physik der Universität Bremen in seinem Beitrag für das Strahlentelex vom 7. April 1988.

Stx30.1988.2,5.2 (2 Seiten)

Risiko-Bewertung

Norwegen: Schilddrüsenkrebs durch Atombombenfallout. Nach einem Vergleich mit der Belastung von Milch mit radioaktivem Jod-131 in den Jahren 1954 bis 1962 sind die radioaktiven Niederschläge der Atombombenversuche in der Atmosphäre verantwortlich für Schilddrüsenkrebs bei Frauen in 5,5 Fällen und bei Männern in 1,2 Fällen pro Million Menschen und pro Jahr, die einer Strahlendosis von einem rad ausgesetzt waren. Das ist das Ergebnis einer Arbeit von Oftedal und Lund, die 1986 in Norwegen veröffentlicht wurde. Die Risikofaktoren, die die Autoren ableiten, entsprechen denen der Veröffentlichung des Wissenschaftlichen Komitees der Vereinten Nationen für die Wirkung von Atomstrahlung (UNSCEAR) von 1977. Es ist jedoch das erste Mal, daß diese für Strahlendosen in der Größenordnung von nur 1 bis 2 rem gezeigt wurden.

Stx30.1988.5.1 (1 Seite)

Risiko-Bewertung

Strahlenschäden: Richtige Beurteilung des Strahlenrisikos setzt sich durch. Amerikanischer Physiker zeigt Übereinstimmung bei bisher als gegeneinander gerichtet gesehenen Studien. Nachdem bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts über den Marshall-Inseln mehrere Atombomben zur Explosion gebracht worden waren, traten bei den Bewohnern verschiedenartige schwere Gesundheitsschäden auf. Auch unter mehreren tausend amerikanischen Soldaten und Einwohnern der US-Bundesstaaten Utah und Nevada, die von radioaktiven Niederschlägen aus Atombombentests getroffen worden waren, nahm die Zahl der Krebs- und Leukämieerkrankungen stark zu. Als sich die Betroffenen daraufhin an die amerikanische Regierung um Entschädigung wandten, hielt man ihnen zur Abwehr ihrer Forderungen Gutachten der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP), des wissenschaftlichen Komitees der Vereinten Nationen für die Wirkung der Atomstrahlung (UNSCEAR) und der Kommission über biologische Wirkungen von ionisierender Strahlung der Akademie der Wissenschaften der Vereinigten Staaten (BEIR) entgegen. Danach, so erklärte man, könnten ihre Fehlgeburten, ihre Krebsfälle und ihre Blutkrankheiten unmöglich von radioaktiven Strahlen herrühren. Die Strahlendosen, denen sie ausgesetzt worden waren, seien viel zu gering, um diese Folgen zu erklären. Der Physiker Dr. Rudi H. Nussbaum, Professor an der Portland State University in Oregon (USA), kritisierte Ende Februar 1988 in Münster auf dem internationalen Symposium über die Wirkung niedriger Strahlendosen die Unzuverlässigkeit der Aussagen internationaler und nationaler Kommissionen. Nussbaum zeigte auf, daß auch die Daten der maßgeblichen und anerkannten Studien von Überlebenden höherer Strahlenbelastung bei richtiger Bewertung mit den weitaus größeren Risikoeinschätzungen übereinstimmen, die sich aus statistischen (epidemiologischen) Forschungen über die Wirkung niedriger Strahlendosen ergeben.

Stx29.1988.1,2,5,6.4 (4 Seiten)

Risiko-Bewertung

Dosisrevision: Krebsgefahr unterschätzt. 800 Wissenschaftler aus allen Ländern, darunter die Nobelpreisträger Linus Pauling und Georg Wald, haben im September 1987 die Internationale Strahlenschutzkommission (ICRP) aufgefordert, die bisher geltenden Grenzwerte für die tolerierbare radioaktive Höchstdosis auf 10 Millisievert pro Jahr zu senken. Neuere Studien über die Opfer der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki hätten gezeigt, daß die Risiken für die menschliche Gesundheit zwei- bis fünffach höher liegen als zuvor angenommen.

Stx21.1987.6.1 + Stx21.1987.6.1 (2 Seiten)

Risiko-Bewertung

Schadstoffbewertungen: Zwei Klassen von Krebs. Im Rahmen der Etablierung des Konzepts der "effektiven Dosis" soll nicht mehr die Gesamtzahl der Erkrankungen durch Radioaktivität zur Abschätzung von Strahlenwirkungen herangezogen werden, sondern nur noch derjeniger, die auch direkt zum Tode führen. Parallel dazu soll es für chemische Schadstoffe auch nicht mehr ausreichen, die krebserzeugende Wirkung von Stoffen im Tierversuch nachgewiesen zu haben, um dies ebenfalls für Menschen anzunehmen. Seit 1985 seien intensive Bemühungen im Gange, "zu einer Neufassung der Kriterien zu kommen und Stoffe besonders zu kennzeichnen, die zwar im Tierversuch (...) Krebs erzeugt haben, die aber (...) keinen Anhalt für ein krebserzeugendes Potential beim Menschen begründen lassen", schrieb im Juni 1987 der Vorsitzende der "Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe" (der sogenannten MAK-Kommission), Professor Henschler, an den Präsidenten des Bundesgesundheitsamtes. Der Brief wurde geschrieben anläßlich der bekanntgewordenen hohen Belastung von Anwohnern chemischer Reinigungsbetriebe mit Perchlorethylen und der öffentlich geführten Diskussion über die Krebsgefährdung durch diesen Stoff. Johannes Spatz, Gesundheitsstadtrat im Berliner Bezirk Wilmerdorf, und Mitarbeiter des Analyselabors des Berliner Wissenschaftsladens warnen davor, den vorbeugenden Gesundheitsschutz den Interessen der Industrie unterzuordnen.

Stx19.1987.2,5.2 + Stx15.1987.5.1 (3 Seiten)

Risiko-Bewertung

Umweltchemikalien: Muttermilch als Bioindikator. Im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellte in 1986 das Institut für Lebensmittelhygiene, Fleischhygiene und -technologie der Freien Universität Berlin eine Literaturstudie "Muttermilch als Bioindikator".

Stx19.1987.4,6.2 (2 Seiten)

Risiko-Bewertung

Gerichtsurteil: 55 Becquerel zu gefährlich für Kleinkinder. Zum ersten Mal hat 1987 ein bundesdeutsches Gericht einen Einzelhändler dazu verurteilt, radioaktiv belastete Babynahrung von der Käuferin zurückzunehmen und den Kaufpreis plus Zinsen zu erstatten. In einem rechtskräftigen Urteil entschied das Amtsgericht Kiel entsprechend einem Sachverständigengutachten, daß die bei einer Untersuchung der Babynahrung festgestellte Strahlenbelastung von 55,2 Becquerel pro Kilogramm "eine Gesundheitsgefährdung für Kleinkinder" darstelle, die "etwa den Umweltrisiken Rauchen und Autofahren vergleichbar" sei. Die in einem Drogeriemarkt gekaufte Babynahrung sei insofern "fehlerhaft und damit mangelhaft", da Babynahrung "keinerlei Gesundheitsgefährdung darstellen darf, hier eine solche aber durch die Strahlenbelastung gegeben ist", entschied das Gericht in den Urteil, gegen das keine Berufung möglich ist (Az.: 8 C 2/87).

Stx16.1987.6.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Risiko-Bewertung

Berlin: Senatsmeßstelle veröffentlicht Kaliumwerte. Zum ersten Mal in einem Bericht der Meßstelle des Berliner Senats tauchten für den Monat April 1987 neben den Cäsiumwerten auch Angaben über die Menge des natürlichen Radionuklids Kalium-40 in Milch, Gemüse, Obst und sonstigen Lebensmitteln auf. Es ist eine der Hauptursachen für die natürliche Strahlenbelastung des Menschen und liegt in einem praktisch gleichbleibenden Verhältnis zum nicht radioaktiven Kalium vor. Da der Mensch seinen Natrium-Kalium-Haushalt sehr genau und schnell auf immer konstante Werte einregelt und Überschüsse ausscheidet, ist es wenig sinnvoll, Kaliumgehalte in Lebensmitteln gegen die von Cäsium zu stellen. Ein Kurzkommentar von Dr. Peter Plieninger.

Stx10.1987.8.1 (1 Seite)

Risiko-Bewertung

Großbritannien: Krebs in der Nähe nuklearer Einrichtungen. Nicht die Zahl der Krebserkrankungen, sondern nur die Zahl der Todesfälle infolge Krebs werden bei der Risikoabschätzung im Rahmen der in die Strahlenschutzverordnung 1989 eingeführten sogenannten effektiven Äquivalentdosis berücksichtigt. Eine entsprechend höhere radioaktive Belastung wird deshalb der Bevölkerung zugemutet. Mit einem Blick zum Nachbarn Großbritannien wird die problematische Grundlage solcher Zahlenspiele klarer. Ein Bericht nach Paula Cook-Mozaffari in The Lancet vom 11. April 1987.

Stx9.1987.1,3.2 (2 Seiten)

Risiko-Bewertung

Tschernobyl und Krebs. Die Schätzwerte der Internationalen Strahlenschutzkommission ICRP sowohl für die Strahlendosis als auch für das Krebsrisiko nach Tschernobyl liegt am unteren Ende einer Serie von Werten, die, miteinander multipliziert, einen um das 100-fache höheren Wert ergibt, als die ICRP zulassen will. Das erklärte Russell Jones, Chairman der weltweiten Organisation "Freunde der Erde" in The Lancet vom 11. April 1987.

Stx9.1987.2,3.2 (2 Seiten)

Risiko-Bewertung

Das Strontium-Problem. Bereits bei einem Anteil von 1,4 Prozent Strontium-90 in der Nahrung bezogen auf die Aktivität von Cäsium-137 ist gemäß der Rechenvorschrift der seit 1976 geltenden Strahlenschutzverordnung die biologische Schadenswirkung von Strontium auf das strahlenbedrohteste, sogenannte kritische Organ eines Erwachsenen gleich hoch einzuschätzen wie die des Cäsiums. 1,4 Becquerel des Knochensuchers Strontium-90 sind also genauso schädlich wie 100 Becquerel Cäsium-137. Durch Einführung der "effektiven" Äquivalentdosis für den Gesamtkörper in den (1989 in Kraft gesetzten) Novellierungsvorschlägen des Instituts für Strahlenhygiene (ISH) des Bundesgesundheitsamtes für die Strahlenschutzverordnung erhöht sich dieser Anteil auf 3,8. Das wird unter anderem erreicht, indem nicht Krankheitsfälle durch radioaktive Belastung, sondern nur noch Krebs-Todesfälle und Erbschäden nur für die ersten beiden Generationen in die Risikobetrachtung eingehen. Erkrankungen, die nicht direkt oder nicht früh genug zum Tode führen, werden ignoriert.

Stx8.1987.1,3.2 (2 Seiten)

Risiko-Bewertung

Radionuklidstoffwechsel und Schädigung des Menschen. "Der Mangel an Kenntnis über den Stoffwechsel stellt den größten Unsicherheitsfaktor bei den Abschätzungen der zulässigen Effektivdosis dar", stellte auch die Internationale Strahlenschutzkommission (ICRP) fest. Nicht jeder wird ihren Optimismus teilen können, wenn sie weiter meint: "Wenn neue Daten zugänglich werden, sollte es möglich sein, Berichtigungen an den dosimetrischen Daten vorzunehmen." Dr. Dieter Gawlik arbeitet über Spurenelemente in Medizin und Biologie. Er erläutert in seinem Beitrag im Strahlentelex die Schwierigkeiten bei der Abschätzung der gesundheitlichen Schädigungen des Menschen durch im Körper aufgenommene Radionuklide und kritisiert, daß unvollkommene Kenntnisse über den Elementstoffwechsel zur Grundlage von verbindlichen Risikoabschätzungen gemacht werden.

Stx3.1987.1,2.2 (2 Seiten)

Risiko-Bewertung

Das Konzept der effektiven Dosis ist kein Heilmittel. Nicht mehr die Strahlendosis für einzelne Organe, sondern eine "effektive Dosis" wird nach dem Unglück von Tschernobyl häufig als Maß für die radioaktive Belastung der Bevölkerung genannt. Die Angabe wird so auf eine einzige kleine Zahl reduziert, wobei die Übernahme der neuen Einheit Sievert (1 Sievert = 100 rem) für eine zusätzliche Verkleinerung sorgt. Meist wird dann ein Vergleich mit der natürlichen Radioaktivität vorgenommen, eine Orientierung an der Strahlenschutzverordnung dagegen vermieden. Das Zahlenspiel ist nur schwer zu durchschauen. Dr. Ernst Rößler vom Institut für Atom- und Festkörperphysik der Freien Universität Berlin erläutert und kritisiert in seinem Beitrag im Strahlentelex das Modell der effektiven Dosis. Es wurde schließlich 1989 in die neugefaßte Strahlenschutzverordnung übernommen.

Stx2.1987.1,2.2 (2 Seiten)

Risiko-Bewertung

Grenzwerte und Unbedenklichkeitserklärungen. Amtliche Verlautbarungen über radioaktive Verseuchung der Nahrungsmittel enden meist mit der Beschwichtigungsformel, alles könne unbedenklich gegessen werden. Unsere Nahrung ist mit giftigen Chemikalien, mit Schwermetallen und seit dem Unglück von Tschernobyl auch verstärkt mit Radioaktivität beladen. Was kann heute noch unbedenklich verzehrt werden? Eigentlich nichts. Die Antwort auf die Frage, was als unbedenklich gelten soll, ist immer ein Abwägen von gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken. Die Entscheidung, welche Risiken eine Gesellschaft zu tolerieren bereit ist, kann nur ein Kompromiß sein. Darauf weist der Münchner Mediziner und Biochemiker Professor Dr.med. Roland Scholz hin. Scholz gibt in seinem Beitrag für die erste Ausgabe des Strahlentelex vom 15. Januar 1987 einen Einblick in die geltenden Vorschriften für den Strahlenschutz und macht Angaben zu den Grenzen für eine strahlenarme Ernährung. Seine Berechnungen und Vorschläge wurden bundesweit zum Maßstab für die Empfehlungen der Bürgerinitiativen und Eltern-Initiativgruppen nach Tschernobyl.

Stx1.1987.1-3.3 (3 Seiten)

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Strahlentelex
ISSN 09314288