|
Risiko-Bewältigung
|
Zurück zum Anfang
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Katastrophenplanung: Der
atomare Katastrophenschutz ist veraltet und zu kleinräumig. IPPNW: Die
Innenminister sind tatenlos und die Katastrophenschutzbehörden sind
überfordert. Anläßlich der Herbsttagung der Innenministerkonferenz vom
5. bis 7. Dezember 2012 in Rostock-Warnemünde wendet sich die atomkritische
Ärzteorganisation IPPNW mit einem Offenen Brief zum Katastrophenschutz an
alle Innenminister Deutschlands. Auf der Konferenz wird über die
Konsequenzen beraten, die sich aus dem Super-GAU von Fukushima für die noch
laufenden Atomkraftwerke in Deutschland ergeben. Eine Studie des
Bundesamtes für Strahlenschutz vom Frühjahr 2012 zeigte die Unmöglichkeit
auf, im Fall einer Atomkatastrophe notwendige Zwangsumsiedlungen von
Hunderttausenden von Menschen zu realisieren.
|
Stx622-623.2012.14.1 (1 Seite)
Zur Originalseite im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Katastrophenplanung: „Nichts
gelernt aus Fukushima“. IPPNW: Der Richtwert für Evakuierungen im
Katastrophenschutz ist zu hoch. Das Bundesumweltministerium hat bisher
keinerlei Konsequenzen aus einer Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz
(BfS) vom Herbst 2011 gezogen, in der die Folgen
einer Atomkatastrophe in Deutschland nach Fukushima neu eingeschätzt
werden. Das kritisierte am 15. August 2012 auf einer Pressekonferenz in
Hannover ein Bündnis von Antiatominitiativen der „Regionalkonferenz Grohnde abschalten“, in der auch Mitglieder der
atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW mitarbeiten. Der Eingreifrichtwert
von 100 Millisievert (mSv) für die dauerhafte Umsiedlung in Deutschland muß
anhand der japanischen Erfahrungen neu diskutiert werden, fordert die
IPPNW. Eine Absenkung auf 20 mSv wie in Japan würde die Zahl der zu
Evakuierenden vervielfachen.
|
Stx616-617.2012.6.1 (1 Seite)
Zur Originalseite im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Katastrophenschutz nach Fukushima: Der deutsche Richtwert für Evakuierungen ist zu hoch. Analyse des BfS zur deutschen Katastrophenschutzplanung
veröffentlicht. Seit dem Herbst 2011 liegt dem Bundesumweltministerium
eine Analyse des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS)
vor, in der abgeschätzt wird, wie sich eine
nukleare Katastrophe der Art, wie sie in Fukushima auftrat, in Deutschland
auswirken würde. Nachdem diese Analyse dem Nachrichtenmagazin Spiegel
zugänglich gemacht und in der Ausgabe vom 19. März 2012 unter der
Überschrift „Die verdrängte Gefahr“ ein verheerendes Bild gezeichnet wurde,
ist die Studie nun am 19. April 2012 in dem digitalen Online Repositorium
und Informations-System (DORIS) des BfS auch
öffentlich zugänglich gemacht worden. http://doris.bfs.de/jspui/handle/urn:nbn:de:0221-201204128010
|
Stx608-609.2012.6-7.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Strahlenschutz: Kalkulierter
Strahlentod. Die Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in
Japan und Europa sind viel zu hoch und nehmen tausende Strahlenkrebstote in
Kauf. Die Aufnahme von Radionukliden mit der Nahrung ist nach
Reaktorkatstrophen wie der von Tschernobyl vor 25 Jahren und jetzt der von
Fukushima mittel- und langfristig der wichtigste Belastungspfad. Eine
drastische Absenkung der Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel
in Europa und Japan fordern deshalb jetzt die Verbraucherorganisation foodwatch und die deutsche Sektion der Internationalen
Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung
(IPPNW). Nach den Berechnungsgrundlagen der Internationalen
Strahlenschutzkommission (ICRP) würde eine Ausschöpfung der derzeit in
Japan und in Europa für die Einfuhr japanischer Lebensmittel geltenden
Grenzwerte für Nahrungsmittel in Deutschland zu mehr als 150.000 Krebstoten
jährlich führen, heißt es in einem am 20. September 2011 in Berlin
vorgestellten Report der beiden Organisationen. Und würde die gesamte
deutsche Bevölkerung sich von Lebensmitteln ernähren, die lediglich in Höhe
von 5 Prozent dieser Grenzwerte belastet sind, wäre immer noch mit
mindestens 7.700 zusätzlichen Krebstoten jährlich zu rechnen. Nach anderen
Berechnungsgrundlagen als jenen der ICRP könnten es noch deutlich mehr sein
und hinzu käme ein breites Spektrum verschiedenster Erkrankungen und
genetischer Schädigungen. foodwatch und IPPNW
beziehen sich dabei auf ein Gutachten der Vorstandsmitglieder der deutschen
Gesellschaft für Strahlenschutz Thomas Dersee und Sebastian Pflugbeil, die
beide auch die Redaktion des Fachinformationsdienstes Strahlentelex bilden.
Report und Gutachten sind im Internet auf den Webseiten von foodwatch, IPPNW und Strahlentelex in deutscher,
japanischer,
englischer
und französischer
Sprache frei abrufbar.
|
Stx594-595.2011.1-4.4 (4 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Personen: Die
Gesichter des Störfalls. Entlassung und Rücktritte bei Vattenfall. Wie die
Tagesmedien ausführlich berichteten, war es in den vom schwedischen
Stromkonzern Vattenfall betriebenen deutschen Atomkraftwerken Brunsbüttel
und Krümmel seit dem 28. Juni 2007 zu einer
Pannenserie mit Bränden und weiteren Unregelmäßigkeiten gekommen. Zwei
Wochen später stellte das Bundesumweltministerium Fehlverhalten des
Personals fest und die schleswig-holsteinische Atomaufsicht warf Vattenfall
Inkompetenz und Täuschung von Behörden und Öffentlichkeit vor. Am 13. Juli
schließlich wurde die Polizei mit einem Durchsuchungsbeschluß in den
Büroräumen des AKW Krümmel vorstellig, um die
Namen des beteiligten Personals zu ermitteln, die Vattenfall zuvor nicht
nennen wollte. Vattenfall räumte nun – nach zwei Wochen – Bedienungs- und
Kommunikationsfehler ein und entließ am 16. Juli 2007 Bruno Thomauske, den Chef der deutschen Atomsparte.
Gleichzeitig trat auch der PR-Chef und Pressesprecher Johannes Altmeppen
von seiner Funktion zurück. Schließlich trat am 18. Juli auch der Chef von
Vattenfall Europe, Klaus Rauscher, zurück und der Chef des schwedischen
Mutterkonzerns, Lars Göran Josefsson, versprach
einen „Neuanfang“ und „größtmögliche Offenheit“.
|
Stx494-495.2007.11-12.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Atomwirtschaft:
Deutsche Atomkraftwerke haben schwere Sicherheitsdefizite.Deutsche Atomkraftwerke
schneiden im internationalen Vergleich schlecht ab. Gefährliche
Fehlkonstruktion in deutschen Atomkraftwerken. Brände können zum Super-GAU
führen. Brunsbüttel-Mängelliste dokumentiert gefährliche Kungelei von
Atomindustrie, Gutachterorganisationen und Aufsichtsbehörde in
Schleswig-Holstein. Die Ärzteorganisation IPPNW widerspricht Ansichten wie
der des bayerischen Wirtschaftsministers Erwin Huber (CSU), die deutschen
Atomreaktoren seien „die sichersten Kernkraftwerke der Welt“ (Bayern2Radio
vom 16. Juli 2007). Die Ärzteorganisation verweist auf einen bereits 1997
von der OECD veröffentlichten internationalen Vergleich von Atomkraftwerken,
eine Art „Pisa-Studie für Kernkraftwerke“. Demnach ist bei deutschen
Atomkraftwerken die Gefahr extrem hoch, daß es bei einer Kernschmelze zu
massiven Freisetzungen von Radioaktivität kommt. Der OECD-Vergleich ergab,
daß in dem deutschen Referenz-Atomkraftwerk Biblis B die bei einer
Kernschmelze zu erwartende Wasserstoffkonzentration im Sicherheitsbehälter
mit 19 Prozent weitaus größer ist als in ausländischen Referenz-Anlagen
(mit 10 bis 15 Prozent).
|
Stx494-495.2007.9-11.3 (3 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Atompolitik: Risiken werden
verborgen. Die Bundesregierung läßt die Bevölkerung weiter im Unklaren
über die Terrorgefährdung der Atomkraftwerke. Die Information der Parlamentarier
im Umweltausschuß des Deutschen Bundestages durch das
Bundesumweltministerium fand am 20. Juni 2007 hinter verschlossenen Türen
statt. Die Weigerung der Bundesregierung, offen über die Terrorgefahr für
Atomkraftwerke zu diskutieren, ist ein deutlicher Hinweis, daß die Gefahren
ernst zu nehmen sind, erklärt Hans-Josef Fell, Sprecher für Energie- und
Technologiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die
Bundesregierung hatte zuvor in einer Antwort auf eine „Kleine Anfrage“ bestätigt,
daß ein erfolgreicher Terrorangriff katastrophale Auswirkungen hätte und
daß ein Angriff eine realistische Option ist.
|
Stx492-493.2007.8.1 (1 Seite)
Zur Originalseite im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Katastrophenschutz: Nebelanlagen
sind bereit. Die Vernebelungsanlagen am Atomkraftwerk Grohnde zum Schutz vor Terrorattacken aus der Luft sind
betriebsbereit. Das erklärte am 10. November 2006 das niedersächsische
Umweltministerium und lobte das Pilotprojekt als „in Deutschland und
weltweit einzigartig“. Nach dem sogenannten „Tarnkonzept“ sollen im Falle
eines Angriffs das AKW mit künstlichem Nebel verhüllt und Störsender
eingesetzt werden, um die Wahrscheinlichkeit eines gezielten
Flugzeugabsturzes auf das Reaktorgebäude zu vermindern.
|
Stx478-479.2006.6.1 (1 Seite)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewältigung
|
AKW Temelin:
Atomkraftwerk als Ausflugsziel. In Temelin
in Tschechien reißen die Störmeldungen und Unfälle in der Anlage nicht ab.
Die Bevölkerung ist beunruhigt, auch in den angrenzenden Nachbarländern. Temelin liegt 50 Kilometer von der österreichischen, 60
Kilometer von der deutschen Grenze und rund 100 Kilometer Luftlinie von
Passau entfernt. Die beiden AKW-Blöcke, gebaut nach russischem Design und
ausgestattet mit amerikanischem Innenleben, stellen höchst umstrittene
Prototyp-Anlagen dar und sind seit 2000 bzw. 2002 am Netz. Ein Bericht von
Inge Lindemann.
|
Stx472-473.2006.3,4.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Krisenmanagement und
Krisenkommunikation: Tschernobyl – Forsmark –
Brunsbüttel. Von Sebastian Pflugbeil. Der Störfall im schwedischen
Atomkraftwerk Forsmark des Betreibers Vattenfall
am 25. Juli 2006 hat bereits gemachte Erfahrungen reaktiviert: • Störfälle
treten auf, wenn niemand sie erwartet. • Sie treten in einer Art und Weise
auf, die niemand vorhergesehen hat. • Während des Störfalls werden die
Betriebsvorschriften ignoriert. Manchmal war das die Rettung, wie im Fall Forsmark, manchmal war das Bestandteil des Störfalls,
wie im Fall Tschernobyl. • Die Betreiber und die Aufsichtsbehörden
verstehen den Störfall als Beweis für ein funktionierendes
Sicherheitssystem. • Der Bevölkerung wird erzählt, sie wäre zu keinem
Zeitpunkt in Gefahr gewesen. • Zusammen mit der ersten internationalen
Meldung zum Störfall wird in den Nachbarländern erklärt, daß ein solcher
Störfall bei ihnen niemals auftreten könne. Wie platt insbesondere diese
letzte Platitüde ist, erschließt sich nach kurzem Nachdenken, dennoch wurde
sie bei vergleichbaren Anlässen regelmäßig zur Volksverdummung eingesetzt.
|
Stx472-473.2006.1-3.3 (3 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Krisenkommunikation und Krisenmanagement nach Tschernobyl:
Zwischen staatlicher Unfähigkeit, Engagement und "Hysterie". Zwischen staatlicher
Unfähigkeit, Engagement der Bürger und "Hysterie" bewegte sich
das Spektrum der Reaktionen in Deutschland nach dem Reaktorunglück von
Tschernobyl. Ein Bericht über die Reaktionen der Regierung, von Behörden
und Menschen nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und ihre
Nachwirkungen. Erlebt und beschrieben von Thomas Dersee.
|
Stx396-397.2003.3-8.6 (6 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Risikobewertung und Risikokommunikation: Risikokommission
wünscht sich einen "effektiveren Umgang mit Gesundheitsrisiken". Die sogenannte ad
hoc-Kommission der Bundesregierung zur "Neuordnung der Verfahren und
Strukturen zur Risikobewertung und Standardsetzung im gesundheitlichen
Umweltschutz" (Risikokommission) hat am 6. Juni 2003 nach fast
dreijähriger Tätigkeit ihren Abschlußbericht vorgelegt. Die beim Bundesamt
für Strahlenschutz angesiedelte und mit 19, überwiegend aus Wissenschaft
und Verwaltung stammenden Personen besetzte Kommission war im Oktober 2000
von den Bundesministerien für Gesundheit und für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit eingesetzt worden. Sie sollte neue Ansätze zu Verfahren
der Risikoregulierung im gesundheitlichen Umweltschutz entwickeln. Sie
setzt nun auf mehr "Effektivität durch Harmonisierung" und auf
"Kommunikation und Beteiligung zur Förderung von Vertrauen in
Institutionen". Bericht mit einem Kommentar von Thomas Dersee.
|
Stx396-397.2003.1-3.3 (3 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Warnung gegen Angst. Gefahren, denen Menschen immer schon ausgesetzt waren, vor
allem aber solche, die durch technische Entwicklungen hinzugekommen sind,
werden zunehmend nicht mehr als unbeeinflußbares Schicksal hingenommen,
sondern als wissenschaftlich berechenbar und politisch gestaltbar
problematisiert. Dies ist charakteristisches Merkmal einer
Risikogesellschaft. Öffentliche Auseinandersetzungen um Risiken besitzen
jedoch Merkmale, die sie von anderen politischen Streitfragen
unterscheiden. Auf der einen Seite beziehen sich die Konfliktparteien
regelmäßig auf wissenschaftliche Daten, Theorien und Methoden, so daß den
wissenschaftlichen Experten eine hohe Bedeutung zukommt. Auf der anderen
Seite lassen die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die umstrittenen
Risiken genug Raum für unterschiedliche Interpretationen. Die Kommunikation
über technische Risiken und Umweltrisiken wird auch dadurch erschwert, daß
es nicht allein um unterschiedliche Einschätzungen von Risiken und Nutzen
geht. Gesellschaftspolitische und ideologische Aspekte und die Verfolgung
von ökonomischen und anderen Interessen spielen - häufig unausgesprochen -
eine Rolle. Das erklärt der Physiker und Sozialwissenschaftler Dr. Hans
Peter Peters, Mitarbeiter der Programmgruppe "Mensch, Umwelt,
Technik" des Forschungszentrums Jülich, im Funkkolleg Medien und
Kommunikation des Deutschen Instituts für Fernstudien zum Thema
Risikokommunikation.
|
Stx268-269.1998.10-12.3 (3 Seiten)
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Notfallschutz: Dialog zwischen Riskierern
und Riskierten. Während es in den Vereinigten Staaten von Amerika eine
gewachsene Kultur des Lernens zur Bewältigung des Lebens und von
Katastrophen gibt, sind in Deutschland Manager und Beamte von einer
obrigkeitsstaatlichen und bevormundenden Mentalität beherrscht, die sie nur
zögernd auf die von Krisen- und Risikokommunikationsforschung propagierten
diskursiven Verfahren der Meinungs- und Mehrheitsbildung zurückgreifen
läßt. Wolf R. Dombrowsky von der
Katastrophenforschungsstelle der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
verdeutlichte im Seminar des Arbeitskreises Notfallschutz des Fachverbandes
für Strahlenschutz e.V., das vom 8. bis 10. Oktober 1997 in München
stattfand, welche menschlichen Bedingungen die Wahrnehmung und Verarbeitung
von Informationen beeinflussen. Am Beispiel von Forschungen zur Erstellung
von Störfallinformationen nach Paragraph 11a des
Bundesimmissionsschutzgesetzes zeigte er auf, welche erkenntnismäßigen
Mißstimmungen zwischen Anlagenbetreibern, Behörden und Bevölkerung über
Art, Umfang und Gestaltung von Gefahreninformationen bestehen, welche
Vorurteile und Ängste eine sachliche Kommunikation behindern, welche
gesellschaftlichen Faktoren bislang weitgehend übersehen wurden und was von
wem für "stör- und unfallrelevant" gehalten wird.
|
Stx260-261.1997.13-16.4 (4 Seiten)
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Berlin: Das Bundesgesundheitsamt ist offiziell aufgelöst.
Das Bundesgesundheitsamt hat aufgehört zu existieren. Per Gesetz wurde es
zum 1. Juli 1994 in vier voneinander unabhängige Bereiche überführt.
|
Stx180-181.1994.6.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Kommunikations-Management: Öffentlichkeitsarbeit bei
Krisen. Es muß nicht immer gleich Tschernobyl, Seveso, Bhopal, Sandoz
oder Höchst sein, oft reichen geringere Unfälle und Störfälle, um ein
Unternehmen oder eine Technologie negativ in die Schlagzeilen zu bringen.
Auch Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei der Verwendung oder Entsorgung von
Produkten werden den Unternehmen von der Öffentlichkeit als Fehlverhalten
angekreidet. Das kann dann neben dem konkreten Schaden mit einem Verlust an
Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Ansehen verbunden sein, was sich langfristig
auf die Unternehmensbilanz negativ auswirkt und manchmal ein Unternehmen
sogar ruiniert. Die Gründe für solche Krisen sind Versäumnisse und
Fehlverhalten der Verantwortlichen. Um solche Fehler zu vermeiden hat Dr.
Peter Wiedemann, Psychologe bei der Programmgruppe Mensch-Umwelt-Technik
des Forschungszentrums Jülich, einen "Leitfaden zur besseren
Kommunikation" erstellt: "Öffentlichkeitsarbeit bei Krisen".
|
Stx150-151.1993.6.1 (1 Seite)
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Atompolitik: Mit Psychologie und Ethik für die Atomkraft.
Mit Hilfe von Soziologen, Psychologen, und "ethisch" begründeten
Argumenten soll die nicht nur wegen zahlreicher Störfälle "mangelnde
Akzeptanz" der Atomenergie in der Bevölkerung bekämpft werden. Das
sieht das neue Werbekonzept des "Arbeitskreises Zukunft der
Kernenergie" vor, der Anfang 1990 auf Initiative von
Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber ins Leben gerufen worden war und
im September 1992 seinen "Ergebnisbericht" fertigstellte. Das
"Risiko der Kernenergie" sei "in Wahrheit gering",
befinden die 32 Mitglieder des Beraterkreises, bis auf einen Journalisten
und zwei Sozialwissenschaftler sämtlich hauptberuflich mit dem Betrieb, der
Herstellung oder der amtlichen Aufsicht von Atomkraftwerken beschäftigt.
Kritische Bürger müßten mit Hinweisen auf die drohende Klimakatastrophe und
die wachsende Not in der Welt unter Druck gesetzt werden. Wer
"unausgewogene oder sogar unrealistische ökologische Ziele"
proklamiere, wirke damit gegen den Umweltschutz und sei "mitschuldig
an dem dadurch verursachten Schaden". Allerdings, so erkannten die
Akzeptanz-Experten aus Atomwirtschaft und -politik, komme für die
Vermittlung solcher Botschaften der "Glaubwürdigkeit der
Informationsquellen eine besondere Bedeutung zu". Politik und
Industrie würden "gerade in der Kernenergie der Interessenverflechtung
verdächtigt". Deshalb gelte es, neue "Allianzen mit kritischen
Gruppen und Institutionen aufzubauen".
|
Stx142-143.1992.4,5.2 (2 Seiten)
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Bonn: Zivilschutz testet Drogen gegen Angstreaktionen.
Der Münchner Psychiatrieprofessor Hippius
untersuchte im Rahmen eines von 1986 bis 1992 laufenden Forschungsvorhabens
im Auftrag des Bundesamtes für Zivilschutz die Eignung von Psychopharmaka
für die Angstbewältigung im Katastrophenfall. Das bestätigte das
Bundesinnenministerium im August 1989.
|
Stx64-65.1989.10.1 (1 Seite)
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Leben unter atomarer Bedrohung: Alle haben Angst - aber
das Leben geht weiter. Ergebnisse internationaler psychologischer Forschung.
Seit den Atomexplosionen von Hiroshima und Nagasaki lebt die Menschheit mit
dem Bewußtsein, sich selbst auslöschen zu können, im Verhalten zu dieser
Bedrohung offenbaren sich jedoch bei vielen Menschen scheinbar große
Widersprüchlichkeiten:
l In Großbritannien äußerten 77 Prozent der Erwachsenen Sorge
über die atomare Bedrohung (Gallup, 1982). Die Stationierung von Cruise
Missiles-Raketen lehnten aber nur 58 Prozent ab.
l 40 Prozent befragter 14- bis 19jähriger in Großbritannien
fanden es wichtig, eine Bewegung für nukleare Abrüstung zu unterstützen.
Nur 11 Prozent aber gaben an, dies auch tatsächlich getan zu haben.
l Zwei Drittel der Bundesbürger lehnten nach Untersuchungen
der "Programmgruppe Technik und Gesellschaft der Kernforschungsanlage
Jülich" ein Jahr nach Tschernobyl die Nutzung der Atomenergie
grundsätzlich ab. Nur knapp 28 Prozent aber befürworteten einen möglichst
schnellen Ausstieg innerhalb der nächsten Jahre.
l Mitte der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden
Tatsachen aus Hiroshima und Nagasaki bekannt, die auf eine mehrfach höhere
Gefährlichkeit von Radioaktivität schließen lassen als bis dahin angenommen
(Dosisrevision). Die Internationale Strahlenschutzkommission nahm jedoch
erst im September 1987 diese Erkenntnisse auch in ihre eigenen Überlegungen
auf; noch im Dezember 1987 beschloß im Widerspruch dazu und in Vorbereitung
auf einen nächsten Super-GAU der EG-Ministerrat neue Strahlengrenzwerte,
die sogar mehr als zwei- bis dreifach über den bisherigen liegen. —
Psychologen und Sozialwissenschaftlern kommen solche Befunde nicht mehr
überraschend. Im Dezember 1987 fand im Max-Planck-Institut für
Bildungsforschung in Berlin (West) und in Zusammenarbeit zwischen der
Freien Universität Berlin, dem ebenfalls in Berlin (West) angesiedelten
Psycho-Social and
Medical Research Centre und dem Berliner Bildungswerk für Demokratie und
Umweltschutz unter dem Titel "Leben unter atomarer Bedrohung"
eine Tagung statt, die Wissenschaft und politische Praxis zusammenführen
sollte. Danach stellten der Psychologe Dr. Klaus Boehnke, der Direktor des Psycho-Social
Centre Dr.med. Michael J. Macpherson und der Erziehungswissenschaftler
Folker Schmidt unter dem selben
Titel einen 1989 im Roland Ansager Verlag Heidelberg erschienenen Band mit
Ergebnissen internationaler psychologischer Forschung zusammen.
|
Stx62-63.1989.1,3,4,7,8.5 (5 Seiten)
|
|
Risiko-Bewältigung
|
1.500 Meter Abstand zu Atomanlagen. Seit dem 5. Dezember 1988
müssen alle Militärflugzeuge einen Abstand von 1,5 Kilometern zu
Kernkraftwerken einhalten. Diese Auskunft gibt die Bundesregierung in ihrer
Antwort vom 2. Januar 1989 auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag
zur Gefährdung durch Übungsflüge im Umkreis der Atomkraftwerke
Neckarwestheim I und II.
|
Stx52.1989.6.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Staatliche Strahlenmessungen: Strahlengefährdung durch
Informationsbegrenzung. Rund 750 Lebensmittelproben wurden bis zum November
1988 in Berlin auf Weisung der Gesundheitsverwaltung der Stadt jeden Monat
von der Strahlenmeßstelle des Senators für Stadtentwicklung und
Umweltschutz auf Radioaktivität untersucht. Dabei wurden zunächst genaue
Messungen vorgenommen. Nun werden dagegen die Lebensmittel überwiegend nur
noch daraufhin überprüft, ob die radioaktiven Belastungen 300 Becquerel
Cäsium pro Kilogramm nicht überschreiten. Ziel sei es nur noch, die
Einhaltung der vom EG-Ministerrat beschlossenen Höchstwerte zu überprüfen.
|
Stx49.1989.1,3.2 (2 Seiten)
|
|
Risiko-Bewältigung
|
Chemie: Neuer "Alarmplan" und neue
Bewertungskriterien für Lebensmittelskandale. Nachdem Anfang 1987 das
sogenannte Strahlenschutzvorsorgegesetz in Kraft gesetzt wurde, das die
Bewertung von Radioaktivitäts-Daten allein dem Bundesminister für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit vorbehält, haben die Erfahrungen nach dem
Super-GAU von Tschernobyl auch für den Bereich chemischer Schadstoffe ihren
Niederschlag gefunden. In einem 1987 bundesweit von den zuständigen
obersten Landesbehörden. dem Bundesminister für Jugend, Familie, Frauen und
Gesundheit (BMJFFG) und dem Bundesgesundheitsamt (BGA) für verbindlich
erklärten "Alarmplan" zur Lebensmittelüberwachung heißt es:
"Pressemitteilungen und Erklärungen in Massenmedien sollen nur durch
die für die Lebensmittelüberwachung zuständigen obersten Landesbehörden und
durch den BMJFFG herausgegeben werden. (...) Presseerklärungen oder
Erklärungen in Medien durch örtliche Behörden einschließlich Untersuchungseinrichtungen
sind nicht erwünscht."
|
Stx15.1987.5.1 (1 Seite)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Zurück zum Anfang
|
|
Risiko-Bewertung
|
Lehren aus Fukushima: Die
Technik vom Ende her denken. Yôtarô Hatamura, Leiter der japanischen Regierungskommission
zur Untersuchung der AKW-Havarie in Fukushima: „Es fehlt eine Kultur, die
selbständig und aktiv handelnde Personen hervorbringt.“ „Mit eigenen
Augen sehen, selbst denken, selbst entscheiden und initiativ handeln“ –
dazu forderte Professor Dr. Yôtarô HATAMURA als
Lehre aus der Atomkatastrophe von Fukushima Daiichi
für die Zukunft auf: „Initiativ und aktiv handelnde Individuen werden
gebraucht.“ Anläßlich des 2. Jahrestages der Katastrophe von Fukushima in
Japan hatten die Japanische Botschaft in Deutschland, das Japanische
Kulturinstitut Köln und die Technische Universität Berlin unter Mitwirkung
des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin zum 11. März 2013 in das japanische
Botschaftsgebäude im Berliner Tiergarten eingeladen. Dort sprachen zur
Frage, welche Lehren man aus dem Atomunfall für die Zukunft ziehen könne,
Dr. Yôtarô Hatamura,
emeritierter Maschinenbau-Professor an der Universität Tôkyô,
der von Juni 2011 bis September 2012 die Untersuchungs- und
Gutachterkommission der japanischen Regierung zur Havarie im Atomkraftwerk
der Firma TEPCO in Fukushima geleitet hatte, sowie Dr.-Ing. Masao
FUCHIGAMI, Berater des japanischen Industriekonzerns Komatsu
Ltd. und Technischer Berater dieser Regierungskommission.
|
Stx630-631.2013.2-3,2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten
im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Reaktorsicherheit: Forschungsreaktoren
fielen durch Stresstest. Kein Schutz vor Flugzeugabstürzen
bei den Reaktoren in Berlin-Wannsee und Mainz. Die deutsche
Reaktorsicherheitskommission (RSK) zweifelt an der Sicherheit der
Forschungsreaktoren in Berlin und Mainz. Das Expertengremium hatte nach der
Atomkatastrophe in Fukushima auf Verlangen des Bundestages erstmals einen Stresstest auch für Forschungsreaktoren durchgeführt.
Der Forschungsreaktor in Berlin-Wannsee würde selbst dem Absturz eines
kleinen Verkehrsflugzeuges nicht standhalten, schreibt die
Reaktorsicherheitskommission in einem am 18. Juni 2012 veröffentlichten
Bericht. Lediglich drei Kilometer Östlich des Forschungsreaktors in
Berlin-Wannsee führen mehrere Abflugrouten für den neuen Airport Berlin
Brandenburg vorbei. Die Deutsche Flugsicherung will die Korridore jedoch
nicht ändern, es gebe keine gesetzlichen Vorschriften, daß atomare Anlagen
nicht Überflogen werden dürfen, wird deren Sprecher zitiert.
|
Stx612-613.2012.14-15.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Katastrophenplanung: Der
nukleare Super-GAU ist wahrscheinlicher als stets behauptet. Wissenschaftler
des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz: Westeuropa hat das weltweit
höchste Verseuchungsrisiko durch schwere Reaktorunfälle und am höchsten ist
das Risiko in Südwestdeutschland. Katastrophale nukleare Unfälle wie die
Kernschmelzen in Tschernobyl und Fukushima sind häufiger zu erwarten als
bislang angenommen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie in
Mainz haben anhand der bisherigen Laufzeiten aller zivilen Kernreaktoren
weltweit und der aufgetretenen Kernschmelzen errechnet, daß solche
Ereignisse im derzeitigen Kraftwerksbestand etwa einmal in 10 bis 20 Jahren
auftreten können und damit 200 mal häufiger sind als in der Vergangenheit
geschätzt. Zudem ermittelten die Forscher, daß die Hälfte des radioaktiven
Cäsium-137 bei einem solchen größten anzunehmenden Unfall mehr als 1.000
Kilometer weit transportiert würde. Die Ergebnisse zeigen, daß Westeuropa –
inklusive Deutschland – wahrscheinlich einmal in etwa 50 Jahren mit mehr
als 40 Kilobecquerel radioaktivem Cäsium-137 pro
Quadratmeter belastet wird.
|
Stx610-611.2012.4-5.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Katastrophenschutz nach Fukushima: Der deutsche Richtwert für Evakuierungen ist zu hoch. Analyse des BfS zur deutschen Katastrophenschutzplanung
veröffentlicht. Seit dem Herbst 2011 liegt dem Bundesumweltministerium
eine Analyse des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS)
vor, in der abgeschätzt wird, wie sich eine
nukleare Katastrophe der Art, wie sie in Fukushima auftrat, in Deutschland
auswirken würde. Nachdem diese Analyse dem Nachrichtenmagazin Spiegel
zugänglich gemacht und in der Ausgabe vom 19. März 2012 unter der
Überschrift „Die verdrängte Gefahr“ ein verheerendes Bild gezeichnet wurde,
ist die Studie nun am 19. April 2012 in dem digitalen Online Repositorium
und Informations-System (DORIS) des BfS auch
öffentlich zugänglich gemacht worden. http://doris.bfs.de/jspui/handle/urn:nbn:de:0221-201204128010
|
Stx608-609.2012.6-7.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Schwere
AKW-Unfälle sind wahrscheinlicher als bisher angenommen. Studie:
Atomaufsichten gehen von mangelhaften Sicherheitsanalysen aus. Schwere Unfälle in einem
Atomkraftwerk sind erheblich wahrscheinlicher, als Atomaufsichten und Wissenschaft
bisher annehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie unter der
Leitung von Dr. Helmut Hirsch vom Beraterbüro cervus
nuclear consulting, die
Greenpeace am 29. Februar 2012 in Berlin vorstellte. Die Studie deckt
gravierende Mängel in der sogenannten „Probabilistischen
Risikoanalyse“ (PRA) auf, die unter anderem für die Ermittlung von
Unfallwahrscheinlichkeiten verwendet wird.
|
Stx606-607.2012.12-13.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Epidemiologie und Politik: Erhöhte Krebshäufigkeit beim AKW Brokdorf. Eine mangelnde
Aufklärungsbereitschaft von Landesregierung und Behörden in
Schleswig-Holstein sowie des AKW-Betreibers E.on
für die erhöhte Krebshäufigkeit in der Gemeinde Wewelsfleth
beim AKW Brokdorf rügt die Bremer Meßstelle für Arbeits- und Umweltschutz
e.V. (MAUS).
|
Stx606-607.2012.10-11.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Folgen von Fukushima: „Was für ein Glück“. - Jahrestagung 2012 der deutschen
Strahlenschutz-kommission (SSK) in Hamburg. Bisher hat es noch keine
Todesopfer durch Strahlung aus der Reaktorkatastrophe von Fukushima in
Japan gegeben. Und: Der Natur dort werde es später einmal wieder prächtig
und besser als zuvor gehen, wenn der Mensch sie notgedrungen wegen zu hoher
radioaktiver Verstrahlung längere Zeit in Ruhe lassen muß. Das
festzustellen war Professor Dr. Wolfgang-Ulrich Müller vom Institut für
Strahlenbiologie am Universitätsklinikum Essen am Ende der diesjährigen
Jahrestagung der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) wichtig. Sie hat
vom 14. bis 16. März 2012 in Hamburg stattgefunden und stand unter dem
Themenschwerpunkt „Ein Jahr nach Fukushima – eine erste Bilanz aus der
Sicht der Strahlenschutzkommission“. Müller ist seit Januar 2012 erneut
Vorsitzender der SSK, nachdem er es schon einmal von 2004 bis 2007 gewesen
war. Zu diesen Feststellungen fühle er sich „dem Mann auf der Straße“ verpflichtet,
meinte Müller. Erst an zweiter Stelle wendet sich die SSK der zentralen
Fragestellung zu, nämlich der Frage nach den Folgen und Spätschäden der
Katastrophe. Bericht mit einem Kommentar von Thomas Dersee.
|
Stx606-607.2012.1-3.pdf (3 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Der lange
Abschied von der unschädlichen Dosisschwelle. Anerkannte Strahleneffekte im
Niederdosisbereich und ausstehende Korrekturen. Bereits vor langer Zeit
wurde das Prinzip des „stochastischen“ Schadens für strahlenbedingte Krebs-
und Erbkrankheiten von der internationalen Strahlenschutzkommission ICRP
eingeführt. Es sollte den als eher unwahrscheinlich beschriebenen Ernstfall
zur sicheren Seite hin abdecken, indem zugestanden wurde, dass ein
einzelnes Strahlenquant im Prinzip einen gravierenden Spätschaden auslösen
kann. Grenzwerte mussten seitdem stets mit einem
entsprechend hohen gesellschaftlichen Nutzen gerechtfertigt werden, da sie
reale Schadensfälle zuließen. Anwender und etliche Standesorganisationen
sind bis heute gegen dieses Prinzip Sturm gelaufen und nach Fukushima wurde
vielstimmig die Behauptung lanciert, unter 100 Millisievert (mSv) seien
keine statistisch erkennbaren Schäden möglich. Demgegenüber liegen
Evidenzen aus den Bereichen vorgeburtliche Röntgendiagnostik, Folgen bei
den japanischen Atombombenüberlebenden, Radon in Häusern und berufliche
Expositionen vor, die man heute als den akzeptierten Stand der Erkenntnis
ansehen muss. Hinzu kommen als Beleg für die
Wirksamkeit chronischer Expositionen durch Umweltradioaktivität die Befunde
am Fluss Techa im Südural, wo die Bevölkerung durch die Emissionen der
Plutoniumaufarbeitungsanlage Mayak kontaminiert
wurde. Umwelteffekte durch andere kerntechnische Anlagen werden jedoch
weiterhin offiziell geleugnet. Nachgewiesene Spätfolgen diagnostischer
Bestrahlungen von Kindern und Erwachsenen werden nach wie vor ignoriert.
Außerdem werden eine ganze Reihe von strahlenbedingten
Nicht-Krebserkrankungen, genetischen und teratogenen Schäden nicht
berücksichtigt, die insbesondere nach dem Tschernobylunfall
auffällig geworden sind. Von Inge Schmitz-Feuerhake, Gesellschaft für
Strahlenschutz e.V.
|
Stx602-603.2012.4-10.7 (7 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
Here you will find in Japanese
the critique of the assertion, that radiation effects are not observable
below 100 Millisievert:
「無害な放射線閾値」からの時間のかかる決別
低線量領域内で認知されている放射線の影響と残された修正点
The
paper was written by Dr. Inge
Schmitz-Feuerhake of the German Society for
Radiation Protection, professor of physics at the university
of Bremen, Germany
(retired). The Japanese translation was accomplished by a member of ACSIR
(Association of Citizens and Scientists Concerned about Internal Radiation
Exposure), Japan.
Shortened
form in English
|
|
Risiko-Bewertung
|
Strahlenschutz: Kalkulierter
Strahlentod. Die Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in
Japan und Europa sind viel zu hoch und nehmen tausende Strahlenkrebstote in
Kauf. Die Aufnahme von Radionukliden mit der Nahrung ist nach
Reaktorkatstrophen wie der von Tschernobyl vor 25 Jahren und jetzt der von
Fukushima mittel- und langfristig der wichtigste Belastungspfad. Eine
drastische Absenkung der Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel
in Europa und Japan fordern deshalb jetzt die Verbraucherorganisation foodwatch und die deutsche Sektion der Internationalen
Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung
(IPPNW). Nach den Berechnungsgrundlagen der Internationalen
Strahlenschutzkommission (ICRP) würde eine Ausschöpfung der derzeit in
Japan und in Europa für die Einfuhr japanischer Lebensmittel geltenden
Grenzwerte für Nahrungsmittel in Deutschland zu mehr als 150.000 Krebstoten
jährlich führen, heißt es in einem am 20. September 2011 in Berlin
vorgestellten Report der beiden Organisationen. Und würde die gesamte
deutsche Bevölkerung sich von Lebensmitteln ernähren, die lediglich in Höhe
von 5 Prozent dieser Grenzwerte belastet sind, wäre immer noch mit
mindestens 7.700 zusätzlichen Krebstoten jährlich zu rechnen. Nach anderen
Berechnungsgrundlagen als jenen der ICRP könnten es noch deutlich mehr sein
und hinzu käme ein breites Spektrum verschiedenster Erkrankungen und
genetischer Schädigungen. foodwatch und IPPNW
beziehen sich dabei auf ein Gutachten der Vorstandsmitglieder der deutschen
Gesellschaft für Strahlenschutz Thomas Dersee und Sebastian Pflugbeil, die
beide auch die Redaktion des Fachinformationsdienstes Strahlentelex bilden.
Report und Gutachten sind im Internet auf den Webseiten von foodwatch, IPPNW und Strahlentelex in deutscher,
japanischer,
englischer
und französischer
Sprache frei abrufbar.
|
Stx594-595.2011.1-4.4 (4 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Strahlenschutzpolitik: „Unterhalb
der Grenzwerte“. Von Dietrich Antelmann. Über
die Risiken radioaktiver Strahlung verbreiten die Betreiber nuklearer
Anlagen und die von ihnen beeinflußten Institutionen weltweit
Desinformationen, Verharmlosungen und Verdrehungen. Die Gefährdung infolge
Niedrigstrahlung ist bei weiten Teilen der Bevölkerung durch gezielte
Propaganda und beharrliches Verschweigen der Risiken in Vergessenheit
geraten. Strahlen sind mit unseren Sinnesorganen nicht wahrnehmbar. Damit
auch unser Verstand sie nicht wahrnimmt, ist zum Beispiel das Berliner
Hahn-Meitner-Institut für Kernforschung nach Tschernobyl in
Hahn-Meitner-Institut (HMI) umbenannt worden. Nach Bekanntwerden der
Kinderkrebsstudie (KiKK-Studie) soll auch der
Name Hahn-Meitner nicht mehr an die Kernspaltung erinnern. Heute heißt das
HMI etwas umständlich Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie
(HZB). Beschreibung eines Betreibers von einem langjähriger Anwohner des
Forschungsreaktors in Berlin-Wannsee.
|
Stx574-575.2010.6-8.3 (3 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Atomsicherheit: Die
Bundesregierung verfügt über keine eigenständigen Sicherheitsbewertungen. Die
Sicherheitsbewertung von Kernkraftwerken in Deutschland erfolgt durch die
zuständigen Aufsichtsbehörden der Länder. Dies teilte die Bundesregierung
jetzt in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die
Grünen mit. Als Quellen dienten den Behörden vor allem die
Sicherheitsüberprüfungen, die die Betreiber der Kraftwerke den
Aufsichtsbehörden vorlegen, schreibt die Regierung. Somit lägen ihr keine
vollständige technische Dokumentation der Anlagezustände vor.
|
Stx564-565.2010.6.1 (1 Seite)
Zur Originalseite im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
AKW-Gefährdungsatlas. Der AKW-Gefährdungsatlas
der Deutschen Umweltstiftung ist im Mai 2010 in 2. Auflage als
DIN-A1-Deutschlandkarte erschienen, ergänzt durch die grenznahen Atomkraftwerke
der angrenzenden Nachbarstaaten. Eine Arbeitsgruppe der Umweltstiftung hat
die Bevölkerungszahlen in den Gefährdungsregionen der aktuell in Betrieb
befindlichen deutschen Atomkraftwerke ermittelt. Berücksichtigt wurde dabei
die Wohnbevölkerung in einem Umkreis von jeweils 150 Kilometer. Einzelne
AKWs gefährden so laut Umweltstiftung bis zu 18 Millionen Menschen in ihrem
Einzugsbereich. Die jetzt vorliegende Neuauflage berücksichtigt erstmals
auch die grenznahen AKWs in Belgien, Frankreich, Tschechien und der Schweiz
und zeichnet so ein realistisches Bild der Bedrohung für die Menschen in
Deutschland. Besonders gefährdet, teils durch bis zu 6 AKWs in
unmittelbarer Nähe, sind demnach die Regionen um Bremen, Südbaden,
Nordwürttemberg und die westlichsten Regionen der Bundesländer Saarland,
Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Insgesamt erweisen sich 247 von
301 Landkreisen als gefährdet, das sind circa 82 Prozent der Landkreise in
Deutschland sowie 103 kreisfreie Städte, insgesamt 350 Gebietskörperschaften.
Diese sind zwischen ein- bis sechsmal im Umkreis von zwölf
Atomkraftwerksstandorten gelegen. Die dort lebenden fast 64,3 Millionen
Menschen in mehr als 60.000 Städten und Gemeinden werden durch mögliche
Störfälle betroffen sein. Statistisch wird jeder Bundesbürger von rund 2
Atomkraftwerken unmittelbar gefährdet. Der Atlas kann zum Preis von 10,-
Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-942466-00-4) oder direkt bei der Deutschen
Umweltstiftung (www.deutscheumweltstiftung.de ) bestellt
werden. Ausführliche Erläuterungen und Hintergrundinformationen zum
AKW-Gefährdungsatlas, nebst einer Auflistung weiterer nuklearer
Gefahrenquellen in Deutschland bietet zudem das Dokument: www.deutscheumweltstiftung.de/down/akw-gefaehrdungsatlas_erlaeuterungen.pdf
|
Stx562-563.2010.8.1 (1 Seite)
Zur Originalseite im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Atomunfälle: AKW-Gefährdungsatlas.
Eine Arbeitsgruppe der Deutschen Umweltstiftung hat in mehrwöchiger
Kleinarbeit die Bevölkerungszahlen in den Gefährdungsregionen der aktuell
in Betrieb befindlichen deutschen Atomkraftwerke ermittelt und in einem
Gefährdungsatlas dargestellt. Dabei ergaben sich gefährdete Bevölkerungen
zwischen 5,4 Millionen (Gundremmingen) und bis zu
11,8 Millionen (Neckarwestheim). Besonders gefährdet sind demnach die
Menschen um Bremen, die im unmittelbaren Einzugsbereich von 6 AKWs leben
müssen. Der AKW-Gefährdungsatlas kann als Karte im Format DIN A1 über die
Homepage www.deutscheumweltstiftung.de gegen eine Spende bestellt werden.
|
Stx554-555.2010.8.1 (1 Seite)
Zur Originalseite im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Kinderkrebs um Atomkraftwerke: „Das Ergebnis der KiKK-Studie verlangt
eine kritische Überprüfung der Annahmen und Modelle des Strahlenschutzes“. Eine
ausführliche Darstellung und Betrachtungen zur Bedeutung der
Fall-Kontrollstudie des Mainzer Kinderkrebsregisters zu Kinderkrebs in der
Umgebung von Kernkraftwerken in Deutschland (KiKK-Studie
von Ende 2007 hat jetzt Rudi H. Nussbaum,
emeritierter Professor der Physik an der Portland State University in
Oregon (USA), in der Juli/September-Ausgabe 2009 des International Journal of Occupational and Environmental Health
veröffentlicht. Nussbaum stellt die Studie im
Kontext anderer aktueller wissenschaftlicher Arbeiten dar und befaßt sich
ausführlich mit der unverständlichen Schlußfolgerung der Autoren der KiKK-Studie (Kaatsch, Spix, Schmiedel, Schulze-Rath, Mergenthaler und Blettner), daß Radioaktivität als Ursache für die
vermehrten Krebserkrankungen von Kindern in der Umgebung von
Atomkraftwerken grundsätzlich auszuschließen sei. „Diese nicht
gerechtfertigte Schlußfolgerung illustriert die Dissonanz zwischen Annahmen
und Beweisen“, kommentiert Nussbaum und rügt, daß
der „gegenwärtige Kenntnisstand der Radiobiologie“ in seiner am weitesten
verbreiteten Version eine ganze Reihe radiobiologischer und dosimetrischer Faktoren nicht zur Kenntnis nimmt.
|
Stx544-545.2009.2-3.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Das Mammographiescreening wird wie eine Versicherung
beworben.
Risikowahrnehmung beim Mammographiescreening. Zur
individuellen Entscheidungsfindung über eine Teilnahme am Mammographiescreening sei die Risikoverringerung für Tod
durch Brustkrebs im Erkrankungsfall ausschlaggebend. Diese Meinung
vertreten Prof. Dr.rer.nat. Nikolaus Becker vom
Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und Prof. Dr.med. Hans
Junkermann von der Universitätsfrauenklinik Heidelberg im Deutschen
Ärzteblatt. Sie empfehlen folgende Formulierung: Von 100 an Brustkrebs
erkrankten Frauen sterben tumorbedingt innerhalb der folgenden zehn Jahre
nach Diagnosestellung ohne Screening 31 Frauen an Brustkrebs, bei Teilnahme
am Screening sterben nur 20 (35 Prozent weniger). Auf dieser Grundlage, so
Becker und Junkermann, würden bisher etwa 70 Prozent der zum Mammographiescreening eingeladenen Frauen der
Aufforderung zur Teilnahme folgen. Mit einem Kommentar von Thomas Dersee.
|
Stx510-511.2008.6-7.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Buchmarkt: Zur kausalen Unaufklärbarkeit toxischer
Massenschäden. Eine rechtsvergleichende und interdisziplinäre Studie.
Eine Proportionalhaftung und eine Marktanteilshaftung empfiehlt der Jurist
Christian Seyfert in seiner Dissertation als
Ausweg aus dem Problem der kausalen Unaufklärbarkeit toxischer
Massenschäden.
|
Stx424-425.2004.4,5.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Risikokommission wünscht sich einen "effektiveren
Umgang mit Gesundheitsrisiken". Die sogenannte ad hoc-Kommission der Bundesregierung zur
"Neuordnung der Verfahren und Strukturen zur Risikobewertung und
Standardsetzung im gesundheitlichen Umweltschutz" (Risikokommission)
hat am 6. Juni 2003 nach fast dreijähriger Tätigkeit ihren Abschlußbericht
vorgelegt. Die beim Bundesamt für Strahlenschutz angesiedelte und mit 19,
überwiegend aus Wissenschaft und Verwaltung stammenden Personen besetzte
Kommission war im Oktober 2000 von den Bundesministerien für Gesundheit und
für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eingesetzt worden. Sie sollte
neue Ansätze zu Verfahren der Risikoregulierung im gesundheitlichen
Umweltschutz entwickeln. Sie setzt nun auf mehr "Effektivität durch
Harmonisierung" und auf "Kommunikation und Beteiligung zur
Förderung von Vertrauen in Institutionen". Bericht mit einem Kommentar
von Thomas Dersee.
|
Stx396-397.2003.1-3.3 (3 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
|
|
Risiko-Bewertung
|
Bundesamt für Strahlenschutz: Risikokommunikation im
amtlichen Versuch. "Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit" der
Bundesregierung soll der Bevölkerung vermittelt werden. Beim Bundesamt für
Strahlenschutz (BfS) wird im Frühjahr 2000 eine
Kommission gebildet, der 16 Vertreter von Behörden des Bundes und der
Länder sowie externe Experten angehören. Diese sollen sich zwei Jahre lang
damit befassen, wie Risiken wahrgenommen und bewertet werden und wie
vergleichbare Verfahren der Standardsetzung entwickelt werden können.
|
Stx318-319.2000.5.1 (1 Seite)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Die Wissenschaft spielt nur eine Nebenrolle bei der
Bewertung technologischer Risiken. Seit 1992 sind Expertinnen und Experten im Auftrag der
Landesregierung Niedersachsens und Schleswig-Holsteins damit beschäftigt,
die Ursachen für die Leukämiehäufung in der Elbmarsch aufzudecken. Den
offiziellen Pressemitteilungen ist zu entnehmen, daß die Wissenschaftler
sich nicht auf eine einheitliche Beurteilung ihrer Untersuchungsergebnisse
werden einigen können. Die Beantwortung der Frage, ob der Betrieb des Atomkraftwerkes
Krümmel als ursächlich für die Erkrankungen
ausgemacht werden kann, wird strittig bleiben. Die Landesregierung
Schleswig-Holsteins sieht sich somit nicht in der Lage, eine
Abschaltverfügung für das Atomkraftwerk zu erlassen. Der Diplom-Physiker Heiko
Ziggel nimmt Stellung zu der Frage, inwieweit
überhaupt mit einem anderen Ergebnis aus den so heterogen zusammengesetzten
Expertengruppen zu rechnen gewesen wäre. Die angewandte Methode des
Risiko-Managements zur Bewertung gesundheitlicher Gefahren ist seiner
Ansicht nach nicht geeignet, eine ernst gemeinte
Gefahrenabwehr vorzunehmen. er wirft den Politikerinnen und Politikern der
Landesregierung Schleswig-Holstein vor, sich ihrer gesellschaftlich
zukommenden Rolle als letztendliche Entscheidungsinstanz im Hinblick auf
den Schutz der Bevölkerung zu verweigern.
|
Stx192-193.1995.3,4,9,10.4 (4 Seiten)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Erfahrungswissen und Expertenwissen: Risikoabschätzung -
eine technokratische Methode. Technokratische Problembewältigung wurde
in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei gesellschaftlichen
Auseinandersetzungen und Entscheidungsfindungen versucht. Ein
unerschütterlicher Glaube an den technischen Fortschritt, der Glaube an die
umfassende Kontrollfähigkeit technisch ausgebildeter Eliten und die Idee,
daß demokratische Entscheidungen durch wissenschaftlich abgesicherte
Erkenntnisse und Methoden ersetzt werden können, liegen dem zugrunde.
Obwohl auch in den Institutionen des modernen Staates die technischen
gegenüber den politischen und ökonomischen Eliten einen geringeren Einfluß
haben, spielen ihr Weltbild und ihre Methoden der Entscheidungsfindung eine
sehr bedeutsame Rolle. Dazu gehört auch die Risikoabschätzung als
technokratische Methode. Die technokratischen Methoden waren jedoch ohne
Erfolg. Die wissenschaftliche Risikoabschätzung hat das Problem
mißverstanden und bedeutende technische Risiken verschleiert. Das erklärte
1991 Prof. Dr. Frank Fischer, Newark/USA. Fischer war Mitglied des
"Political Science Department" an der Rutgers
Universität New Jersey und hielt sich 1990 längere Zeit in Berlin auf. Er
hat hier mit dem Wissenschaftszentrum zusammengearbeitet und am John F.
Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der Freien Universität gelehrt.
|
Stx112-113.1991.2,3.2 (2 Seiten)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Dosisrevision: Das Strahlenkrebs-Risiko ist 5 bis 17 mal
größer als bisher angenommen. Im Herbst 1987 veröffentlichte die
Radiation Effects Research Foundation
(RERF; ehemals Atomic Bomb Casuality
Commitee ABCC, das amerikanisch-japanische
Projekt zur Erforschung der Langzeitwirkung von Atomwaffen) eine vorläufige
Auswertung der aktuellen Hiroshima- und Nagasaki-Krebsstatistiken auf der
Basis eines neuen dosimetrischen Modells. Viele
Überlebende der Atombombenabwürfe in Japan waren danach geringeren
Strahlendosen ausgesetzt gewesen als zuvor angenommen. Damit wurden
Vermutungen bestätigt, nach denen das Krebsrisiko durch ionisierende
Strahlung höher bewertet werden muß, als von den Internationalen
Strahlenschutzgremien bis dahin verkündet. Vor dem Hintergrund der
Grenzwertdiskussion hat der Physiker Mario Schmidt für das Heidelberger
Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu)
1989 eine vergleichende Bewertung vorgenommen.
|
Stx66-67.1989.3.1 (1 Seite)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Flugzeugabstürze: Katastrophenalarm wird erst bei 10.000
mal höherer Luft-Radioaktivität als nach Tschernobyl ausgelöst. Dies
beschreibt Dr. Karsten Hinrichsen als deprimierendstes
Ergebnis seines Gutachtens über die Störfallrichtlinien und die Berechnungsgrundlagen
des Bundesinnenministers, nachdem im Frühjahr 1988 mehrere Flugzeuge bei
Tiefflugübungen in der Nähe von Atomkraftwerken und kerntechnischen
Einrichtungen abgestürzt waren.
|
Stx37.1988.6.1 (1 Seite)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Der Elefant und der Strahlenschutz. Stärkere Schadwirkungen
bei geringer aber chronischer Strahlenbelastung. In Süddeutschland Anstieg
der Säuglingssterblichkeit nach Tschernobyl. Ein indisches Gleichnis
erzählt von den Blinden, die einen Elefanten betasten und sich streiten:
"Der Elefant ist wie eine Säule", "nein - wie eine
Bürste", "nein - wie eine Schlange" ...
. Ähnlich ist es bestellt mit dem Streit um die Wirkung radioaktiver
Strahlenmengen, bei dem Wissenschaftler sich streiten: "Bei Belastung
von 1 Million Menschen durch 1 Rem sterben 7.000 an Strahlenkrebs",
"nein - 1.000", "nein - 500". Diesen Vergleich zieht
Dr. Jens Scheer, Professor am Fachbereich Physik der Universität Bremen in
seinem Beitrag für das Strahlentelex vom 7. April 1988.
|
Stx30.1988.2,5.2 (2 Seiten)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Norwegen: Schilddrüsenkrebs durch Atombombenfallout.
Nach einem Vergleich mit der Belastung von Milch mit radioaktivem Jod-131
in den Jahren 1954 bis 1962 sind die radioaktiven Niederschläge der Atombombenversuche
in der Atmosphäre verantwortlich für Schilddrüsenkrebs bei Frauen in 5,5
Fällen und bei Männern in 1,2 Fällen pro Million Menschen und pro Jahr, die
einer Strahlendosis von einem rad ausgesetzt
waren. Das ist das Ergebnis einer Arbeit von Oftedal
und Lund, die 1986 in Norwegen veröffentlicht wurde. Die Risikofaktoren,
die die Autoren ableiten, entsprechen denen der Veröffentlichung des
Wissenschaftlichen Komitees der Vereinten Nationen für die Wirkung von
Atomstrahlung (UNSCEAR) von 1977. Es ist jedoch das erste Mal, daß diese
für Strahlendosen in der Größenordnung von nur 1 bis 2 rem
gezeigt wurden.
|
Stx30.1988.5.1 (1 Seite)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Strahlenschäden: Richtige Beurteilung des Strahlenrisikos
setzt sich durch. Amerikanischer Physiker zeigt Übereinstimmung bei bisher
als gegeneinander gerichtet gesehenen Studien. Nachdem bis in die
sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts über den Marshall-Inseln mehrere
Atombomben zur Explosion gebracht worden waren, traten bei den Bewohnern
verschiedenartige schwere Gesundheitsschäden auf. Auch unter mehreren
tausend amerikanischen Soldaten und Einwohnern der US-Bundesstaaten Utah
und Nevada, die von radioaktiven Niederschlägen aus Atombombentests
getroffen worden waren, nahm die Zahl der Krebs- und Leukämieerkrankungen
stark zu. Als sich die Betroffenen daraufhin an die amerikanische Regierung
um Entschädigung wandten, hielt man ihnen zur Abwehr ihrer Forderungen
Gutachten der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP), des
wissenschaftlichen Komitees der Vereinten Nationen für die Wirkung der
Atomstrahlung (UNSCEAR) und der Kommission über biologische Wirkungen von
ionisierender Strahlung der Akademie der Wissenschaften der Vereinigten
Staaten (BEIR) entgegen. Danach, so erklärte man, könnten ihre
Fehlgeburten, ihre Krebsfälle und ihre Blutkrankheiten unmöglich von
radioaktiven Strahlen herrühren. Die Strahlendosen, denen sie ausgesetzt
worden waren, seien viel zu gering, um diese Folgen zu erklären. Der
Physiker Dr. Rudi H. Nussbaum, Professor an der
Portland State University in Oregon (USA), kritisierte Ende Februar 1988 in
Münster auf dem internationalen Symposium über die Wirkung niedriger
Strahlendosen die Unzuverlässigkeit der Aussagen internationaler und
nationaler Kommissionen. Nussbaum zeigte auf, daß
auch die Daten der maßgeblichen und anerkannten Studien von Überlebenden
höherer Strahlenbelastung bei richtiger Bewertung mit den weitaus größeren
Risikoeinschätzungen übereinstimmen, die sich aus statistischen
(epidemiologischen) Forschungen über die Wirkung niedriger Strahlendosen
ergeben.
|
Stx29.1988.1,2,5,6.4 (4 Seiten)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Dosisrevision: Krebsgefahr unterschätzt. 800
Wissenschaftler aus allen Ländern, darunter die Nobelpreisträger Linus
Pauling und Georg Wald, haben im September 1987 die Internationale
Strahlenschutzkommission (ICRP) aufgefordert, die bisher geltenden
Grenzwerte für die tolerierbare radioaktive Höchstdosis auf 10 Millisievert
pro Jahr zu senken. Neuere Studien über die Opfer der Atombombenabwürfe in
Hiroshima und Nagasaki hätten gezeigt, daß die Risiken für die menschliche
Gesundheit zwei- bis fünffach höher liegen als zuvor angenommen.
|
Stx21.1987.6.1 + Stx21.1987.6.1 (2 Seiten)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Schadstoffbewertungen: Zwei Klassen von Krebs. Im
Rahmen der Etablierung des Konzepts der "effektiven Dosis" soll
nicht mehr die Gesamtzahl der Erkrankungen durch Radioaktivität zur
Abschätzung von Strahlenwirkungen herangezogen werden, sondern nur noch derjeniger, die auch direkt zum Tode führen. Parallel
dazu soll es für chemische Schadstoffe auch nicht mehr ausreichen, die
krebserzeugende Wirkung von Stoffen im Tierversuch nachgewiesen zu haben,
um dies ebenfalls für Menschen anzunehmen. Seit 1985 seien intensive
Bemühungen im Gange, "zu einer Neufassung der Kriterien zu kommen und
Stoffe besonders zu kennzeichnen, die zwar im Tierversuch (...) Krebs
erzeugt haben, die aber (...) keinen Anhalt für ein krebserzeugendes
Potential beim Menschen begründen lassen", schrieb im Juni 1987 der
Vorsitzende der "Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft
zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe" (der sogenannten
MAK-Kommission), Professor Henschler, an den
Präsidenten des Bundesgesundheitsamtes. Der Brief wurde geschrieben
anläßlich der bekanntgewordenen hohen Belastung von Anwohnern chemischer
Reinigungsbetriebe mit Perchlorethylen und der
öffentlich geführten Diskussion über die Krebsgefährdung durch diesen
Stoff. Johannes Spatz, Gesundheitsstadtrat im Berliner Bezirk Wilmerdorf, und Mitarbeiter des Analyselabors des
Berliner Wissenschaftsladens warnen davor, den vorbeugenden
Gesundheitsschutz den Interessen der Industrie unterzuordnen.
|
Stx19.1987.2,5.2 + Stx15.1987.5.1 (3 Seiten)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Umweltchemikalien: Muttermilch als Bioindikator. Im
Auftrag des Umweltbundesamtes erstellte in 1986 das Institut für
Lebensmittelhygiene, Fleischhygiene und -technologie der Freien Universität
Berlin eine Literaturstudie "Muttermilch als Bioindikator".
|
Stx19.1987.4,6.2 (2 Seiten)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Gerichtsurteil: 55 Becquerel zu gefährlich für
Kleinkinder. Zum ersten Mal hat 1987 ein bundesdeutsches Gericht einen
Einzelhändler dazu verurteilt, radioaktiv belastete Babynahrung von der
Käuferin zurückzunehmen und den Kaufpreis plus Zinsen zu erstatten. In
einem rechtskräftigen Urteil entschied das Amtsgericht Kiel entsprechend
einem Sachverständigengutachten, daß die bei einer Untersuchung der
Babynahrung festgestellte Strahlenbelastung von 55,2 Becquerel pro
Kilogramm "eine Gesundheitsgefährdung für Kleinkinder" darstelle,
die "etwa den Umweltrisiken Rauchen und Autofahren vergleichbar"
sei. Die in einem Drogeriemarkt gekaufte Babynahrung sei insofern
"fehlerhaft und damit mangelhaft", da Babynahrung "keinerlei
Gesundheitsgefährdung darstellen darf, hier eine solche aber durch die
Strahlenbelastung gegeben ist", entschied das Gericht in den Urteil,
gegen das keine Berufung möglich ist (Az.: 8 C 2/87).
|
Stx16.1987.6.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Berlin: Senatsmeßstelle veröffentlicht Kaliumwerte.
Zum ersten Mal in einem Bericht der Meßstelle des Berliner Senats tauchten
für den Monat April 1987 neben den Cäsiumwerten auch Angaben über die Menge
des natürlichen Radionuklids Kalium-40 in Milch, Gemüse, Obst und sonstigen
Lebensmitteln auf. Es ist eine der Hauptursachen für die natürliche
Strahlenbelastung des Menschen und liegt in einem praktisch
gleichbleibenden Verhältnis zum nicht radioaktiven Kalium vor. Da der
Mensch seinen Natrium-Kalium-Haushalt sehr genau und schnell auf immer
konstante Werte einregelt und Überschüsse ausscheidet, ist es wenig
sinnvoll, Kaliumgehalte in Lebensmitteln gegen die von Cäsium zu stellen.
Ein Kurzkommentar von Dr. Peter Plieninger.
|
Stx10.1987.8.1 (1 Seite)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Großbritannien: Krebs in der Nähe nuklearer Einrichtungen.
Nicht die Zahl der Krebserkrankungen, sondern nur die Zahl der Todesfälle
infolge Krebs werden bei der Risikoabschätzung im Rahmen der in die Strahlenschutzverordnung
1989 eingeführten sogenannten effektiven Äquivalentdosis berücksichtigt.
Eine entsprechend höhere radioaktive Belastung wird deshalb der Bevölkerung
zugemutet. Mit einem Blick zum Nachbarn Großbritannien wird die
problematische Grundlage solcher Zahlenspiele klarer. Ein Bericht nach
Paula Cook-Mozaffari in The Lancet vom 11. April
1987.
|
Stx9.1987.1,3.2 (2 Seiten)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Tschernobyl und Krebs. Die Schätzwerte der Internationalen
Strahlenschutzkommission ICRP sowohl für die Strahlendosis als auch für das
Krebsrisiko nach Tschernobyl liegt am unteren Ende einer Serie von Werten,
die, miteinander multipliziert, einen um das 100-fache höheren Wert ergibt,
als die ICRP zulassen will. Das erklärte Russell Jones, Chairman der
weltweiten Organisation "Freunde der Erde" in The Lancet vom 11.
April 1987.
|
Stx9.1987.2,3.2 (2 Seiten)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Das Strontium-Problem. Bereits bei einem Anteil von 1,4 Prozent Strontium-90 in der
Nahrung bezogen auf die Aktivität von Cäsium-137 ist gemäß der
Rechenvorschrift der seit 1976 geltenden Strahlenschutzverordnung die
biologische Schadenswirkung von Strontium auf das strahlenbedrohteste,
sogenannte kritische Organ eines Erwachsenen gleich hoch einzuschätzen wie
die des Cäsiums. 1,4 Becquerel des Knochensuchers Strontium-90 sind also
genauso schädlich wie 100 Becquerel Cäsium-137. Durch Einführung der
"effektiven" Äquivalentdosis für den Gesamtkörper in den (1989 in
Kraft gesetzten) Novellierungsvorschlägen des Instituts für Strahlenhygiene
(ISH) des Bundesgesundheitsamtes für die Strahlenschutzverordnung erhöht
sich dieser Anteil auf 3,8. Das wird unter anderem erreicht, indem nicht
Krankheitsfälle durch radioaktive Belastung, sondern nur noch
Krebs-Todesfälle und Erbschäden nur für die ersten beiden Generationen in
die Risikobetrachtung eingehen. Erkrankungen, die nicht direkt oder nicht
früh genug zum Tode führen, werden ignoriert.
|
Stx8.1987.1,3.2 (2 Seiten)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Radionuklidstoffwechsel und Schädigung des Menschen. "Der Mangel an
Kenntnis über den Stoffwechsel stellt den größten Unsicherheitsfaktor bei
den Abschätzungen der zulässigen Effektivdosis dar", stellte auch die
Internationale Strahlenschutzkommission (ICRP) fest. Nicht jeder wird ihren
Optimismus teilen können, wenn sie weiter meint: "Wenn neue Daten
zugänglich werden, sollte es möglich sein, Berichtigungen an den dosimetrischen Daten vorzunehmen." Dr. Dieter Gawlik arbeitet über Spurenelemente in Medizin und
Biologie. Er erläutert in seinem Beitrag im Strahlentelex die
Schwierigkeiten bei der Abschätzung der gesundheitlichen Schädigungen des
Menschen durch im Körper aufgenommene Radionuklide und kritisiert, daß
unvollkommene Kenntnisse über den Elementstoffwechsel zur Grundlage von
verbindlichen Risikoabschätzungen gemacht werden.
|
Stx3.1987.1,2.2 (2 Seiten)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Das Konzept der effektiven Dosis ist kein Heilmittel. Nicht mehr die
Strahlendosis für einzelne Organe, sondern eine "effektive Dosis"
wird nach dem Unglück von Tschernobyl häufig als Maß für die radioaktive
Belastung der Bevölkerung genannt. Die Angabe wird so auf eine einzige
kleine Zahl reduziert, wobei die Übernahme der neuen Einheit Sievert (1
Sievert = 100 rem) für eine zusätzliche
Verkleinerung sorgt. Meist wird dann ein Vergleich mit der natürlichen
Radioaktivität vorgenommen, eine Orientierung an der
Strahlenschutzverordnung dagegen vermieden. Das
Zahlenspiel ist nur schwer zu durchschauen. Dr. Ernst Rößler vom Institut
für Atom- und Festkörperphysik der Freien Universität Berlin erläutert und
kritisiert in seinem Beitrag im Strahlentelex das Modell der effektiven
Dosis. Es wurde schließlich 1989 in die neugefaßte Strahlenschutzverordnung
übernommen.
|
Stx2.1987.1,2.2 (2 Seiten)
|
|
Risiko-Bewertung
|
Grenzwerte und Unbedenklichkeitserklärungen. Amtliche Verlautbarungen
über radioaktive Verseuchung der Nahrungsmittel enden meist mit der
Beschwichtigungsformel, alles könne unbedenklich gegessen werden. Unsere
Nahrung ist mit giftigen Chemikalien, mit Schwermetallen und seit dem
Unglück von Tschernobyl auch verstärkt mit Radioaktivität beladen. Was kann
heute noch unbedenklich verzehrt werden? Eigentlich nichts. Die Antwort auf
die Frage, was als unbedenklich gelten soll, ist immer ein Abwägen von
gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken. Die Entscheidung, welche
Risiken eine Gesellschaft zu tolerieren bereit ist, kann nur ein Kompromiß
sein. Darauf weist der Münchner Mediziner und Biochemiker Professor Dr.med.
Roland Scholz hin. Scholz gibt in seinem Beitrag für die erste Ausgabe des
Strahlentelex vom 15. Januar 1987 einen Einblick in die geltenden
Vorschriften für den Strahlenschutz und macht Angaben zu den Grenzen für
eine strahlenarme Ernährung. Seine Berechnungen und Vorschläge wurden
bundesweit zum Maßstab für die Empfehlungen der Bürgerinitiativen und
Eltern-Initiativgruppen nach Tschernobyl.
|
Stx1.1987.1-3.3 (3 Seiten)
|
|
Zurück zum Register
|
Artikel oben bestellen
|
Zurück zum Anfang
|
|
|
|
|
|
|