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ISSN 0931-4288
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Kommentiertes
Register des Sachgebietes Risikoabschätzung, Risiko-Kommunikation
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Risiko-Bewältigung
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Strahlenschutz: Kalkulierter
Strahlentod. Die Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in Japan
und Europa sind viel zu hoch und nehmen tausende Strahlenkrebstote in Kauf.
Die Aufnahme von Radionukliden mit der Nahrung ist nach Reaktorkatstrophen
wie der von Tschernobyl vor 25 Jahren und jetzt der von Fukushima mittel- und
langfristig der wichtigste Belastungspfad. Eine drastische Absenkung der
Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in Europa und Japan
fordern deshalb jetzt die Verbraucherorganisation foodwatch
und die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des
Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW). Nach den
Berechnungsgrundlagen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP)
würde eine Ausschöpfung der derzeit in Japan und in Europa für die Einfuhr
japanischer Lebensmittel geltenden Grenzwerte für Nahrungsmittel in
Deutschland zu mehr als 150.000 Krebstoten jährlich führen, heißt es in einem
am 20. September 2011 in Berlin vorgestellten Report der beiden
Organisationen. Und würde die gesamte deutsche Bevölkerung sich von
Lebensmitteln ernähren, die lediglich in Höhe von 5 Prozent dieser Grenzwerte
belastet sind, wäre immer noch mit mindestens 7.700 zusätzlichen Krebstoten
jährlich zu rechnen. Nach anderen Berechnungsgrundlagen als jenen der ICRP
könnten es noch deutlich mehr sein und hinzu käme ein breites Spektrum
verschiedenster Erkrankungen und genetischer Schädigungen. foodwatch und IPPNW beziehen sich dabei auf ein Gutachten
der Vorstandsmitglieder der deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz Thomas
Dersee und Sebastian Pflugbeil, die beide auch die Redaktion des
Fachinformationsdienstes Strahlentelex bilden. Report und Gutachten sind im
Internet auf den Webseiten von foodwatch, IPPNW und
Strahlentelex in deutscher, japanischer, englischer und französischer Sprache frei abrufbar.
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Stx594-595.2011.1-4.4 (4 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewältigung
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Personen: Die Gesichter des
Störfalls. Entlassung und Rücktritte bei Vattenfall. Wie die Tagesmedien
ausführlich berichteten, war es in den vom schwedischen Stromkonzern
Vattenfall betriebenen deutschen Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel seit dem 28. Juni 2007 zu einer Pannenserie mit
Bränden und weiteren Unregelmäßigkeiten gekommen. Zwei Wochen später stellte
das Bundesumweltministerium Fehlverhalten des Personals fest und die
schleswig-holsteinische Atomaufsicht warf Vattenfall Inkompetenz und
Täuschung von Behörden und Öffentlichkeit vor. Am 13. Juli schließlich wurde
die Polizei mit einem Durchsuchungsbeschluß in den Büroräumen des AKW Krümmel vorstellig, um die Namen des beteiligten
Personals zu ermitteln, die Vattenfall zuvor nicht nennen wollte. Vattenfall
räumte nun – nach zwei Wochen – Bedienungs- und Kommunikationsfehler ein und
entließ am 16. Juli 2007 Bruno Thomauske, den Chef
der deutschen Atomsparte. Gleichzeitig trat auch der PR-Chef und
Pressesprecher Johannes Altmeppen von seiner Funktion zurück. Schließlich
trat am 18. Juli auch der Chef von Vattenfall Europe, Klaus Rauscher, zurück
und der Chef des schwedischen Mutterkonzerns, Lars Göran Josefsson,
versprach einen „Neuanfang“ und „größtmögliche Offenheit“.
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Stx494-495.2007.11-12.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewältigung
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Atomwirtschaft: Deutsche
Atomkraftwerke haben schwere Sicherheitsdefizite.Deutsche Atomkraftwerke
schneiden im internationalen Vergleich schlecht ab. Gefährliche Fehlkonstruktion
in deutschen Atomkraftwerken. Brände können zum Super-GAU führen.
Brunsbüttel-Mängelliste dokumentiert gefährliche Kungelei von Atomindustrie,
Gutachterorganisationen und Aufsichtsbehörde in Schleswig-Holstein. Die
Ärzteorganisation IPPNW widerspricht Ansichten wie der des bayerischen
Wirtschaftsministers Erwin Huber (CSU), die deutschen Atomreaktoren seien
„die sichersten Kernkraftwerke der Welt“ (Bayern2Radio vom 16. Juli 2007).
Die Ärzteorganisation verweist auf einen bereits 1997 von der OECD
veröffentlichten internationalen Vergleich von Atomkraftwerken, eine Art
„Pisa-Studie für Kernkraftwerke“. Demnach ist bei deutschen Atomkraftwerken
die Gefahr extrem hoch, daß es bei einer Kernschmelze zu massiven
Freisetzungen von Radioaktivität kommt. Der OECD-Vergleich ergab, daß in dem
deutschen Referenz-Atomkraftwerk Biblis B die bei einer Kernschmelze zu
erwartende Wasserstoffkonzentration im Sicherheitsbehälter mit 19 Prozent
weitaus größer ist als in ausländischen Referenz-Anlagen (mit 10 bis 15
Prozent).
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Stx494-495.2007.9-11.3 (3 Seiten)
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Risiko-Bewältigung
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Atompolitik: Risiken werden
verborgen. Die Bundesregierung läßt die Bevölkerung weiter im Unklaren
über die Terrorgefährdung der Atomkraftwerke. Die Information der
Parlamentarier im Umweltausschuß des Deutschen Bundestages durch das
Bundesumweltministerium fand am 20. Juni 2007 hinter verschlossenen Türen
statt. Die Weigerung der Bundesregierung, offen über die Terrorgefahr für
Atomkraftwerke zu diskutieren, ist ein deutlicher Hinweis, daß die Gefahren
ernst zu nehmen sind, erklärt Hans-Josef Fell, Sprecher für Energie- und
Technologiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die
Bundesregierung hatte zuvor in einer Antwort auf eine „Kleine Anfrage“
bestätigt, daß ein erfolgreicher Terrorangriff katastrophale Auswirkungen
hätte und daß ein Angriff eine realistische Option ist.
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Stx492-493.2007.8.1 (1 Seite)
Zur Originalseite
im pdf-Format
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Risiko-Bewältigung
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Katastrophenschutz: Nebelanlagen
sind bereit. Die Vernebelungsanlagen am Atomkraftwerk Grohnde
zum Schutz vor Terrorattacken aus der Luft sind betriebsbereit. Das erklärte
am 10. November 2006 das niedersächsische Umweltministerium und lobte das
Pilotprojekt als „in Deutschland und weltweit einzigartig“. Nach dem
sogenannten „Tarnkonzept“ sollen im Falle eines Angriffs das AKW mit
künstlichem Nebel verhüllt und Störsender eingesetzt werden, um die Wahrscheinlichkeit
eines gezielten Flugzeugabsturzes auf das Reaktorgebäude zu vermindern.
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Stx478-479.2006.6.1 (1 Seite)
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Risiko-Bewältigung
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AKW Temelin:
Atomkraftwerk als Ausflugsziel. In Temelin
in Tschechien reißen die Störmeldungen und Unfälle in der Anlage nicht ab.
Die Bevölkerung ist beunruhigt, auch in den angrenzenden Nachbarländern. Temelin liegt 50 Kilometer von der österreichischen, 60
Kilometer von der deutschen Grenze und rund 100 Kilometer Luftlinie von
Passau entfernt. Die beiden AKW-Blöcke, gebaut nach russischem Design und
ausgestattet mit amerikanischem Innenleben, stellen höchst umstrittene
Prototyp-Anlagen dar und sind seit 2000 bzw. 2002 am Netz. Ein Bericht von Inge
Lindemann.
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Stx472-473.2006.3,4.2 (2 Seiten)
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Risiko-Bewältigung
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Krisenmanagement und
Krisenkommunikation: Tschernobyl – Forsmark –
Brunsbüttel. Von Sebastian Pflugbeil. Der Störfall im schwedischen
Atomkraftwerk Forsmark des Betreibers Vattenfall am
25. Juli 2006 hat bereits gemachte Erfahrungen reaktiviert: • Störfälle
treten auf, wenn niemand sie erwartet. • Sie treten in einer Art und Weise
auf, die niemand vorhergesehen hat. • Während des Störfalls werden die
Betriebsvorschriften ignoriert. Manchmal war das die Rettung, wie im Fall Forsmark, manchmal war das Bestandteil des Störfalls, wie
im Fall Tschernobyl. • Die Betreiber und die Aufsichtsbehörden verstehen den
Störfall als Beweis für ein funktionierendes Sicherheitssystem. • Der
Bevölkerung wird erzählt, sie wäre zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen. •
Zusammen mit der ersten internationalen Meldung zum Störfall wird in den
Nachbarländern erklärt, daß ein solcher Störfall bei ihnen niemals auftreten
könne. Wie platt insbesondere diese letzte Platitüde ist, erschließt sich
nach kurzem Nachdenken, dennoch wurde sie bei vergleichbaren Anlässen
regelmäßig zur Volksverdummung eingesetzt.
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Stx472-473.2006.1-3.3 (3 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewältigung
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Krisenkommunikation und Krisenmanagement nach Tschernobyl: Zwischen
staatlicher Unfähigkeit, Engagement und "Hysterie". Zwischen staatlicher
Unfähigkeit, Engagement der Bürger und "Hysterie" bewegte sich das
Spektrum der Reaktionen in Deutschland nach dem Reaktorunglück von
Tschernobyl. Ein Bericht über die Reaktionen der Regierung, von Behörden und
Menschen nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und ihre Nachwirkungen.
Erlebt und beschrieben von Thomas Dersee.
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Stx396-397.2003.3-8.6 (6 Seiten)
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Risiko-Bewältigung
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Risikobewertung und Risikokommunikation: Risikokommission wünscht sich
einen "effektiveren Umgang mit Gesundheitsrisiken". Die
sogenannte ad hoc-Kommission der Bundesregierung zur "Neuordnung der
Verfahren und Strukturen zur Risikobewertung und Standardsetzung im
gesundheitlichen Umweltschutz" (Risikokommission) hat am 6. Juni 2003
nach fast dreijähriger Tätigkeit ihren Abschlußbericht vorgelegt. Die beim
Bundesamt für Strahlenschutz angesiedelte und mit 19, überwiegend aus
Wissenschaft und Verwaltung stammenden Personen besetzte Kommission war im
Oktober 2000 von den Bundesministerien für Gesundheit und für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit eingesetzt worden. Sie sollte neue Ansätze
zu Verfahren der Risikoregulierung im gesundheitlichen Umweltschutz
entwickeln. Sie setzt nun auf mehr "Effektivität durch Harmonisierung"
und auf "Kommunikation und Beteiligung zur Förderung von Vertrauen in
Institutionen". Bericht mit einem Kommentar von Thomas Dersee.
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Stx396-397.2003.1-3.3 (3 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewältigung
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Warnung gegen Angst. Gefahren, denen Menschen immer schon ausgesetzt
waren, vor allem aber solche, die durch technische Entwicklungen
hinzugekommen sind, werden zunehmend nicht mehr als unbeeinflußbares
Schicksal hingenommen, sondern als wissenschaftlich berechenbar und politisch
gestaltbar problematisiert. Dies ist charakteristisches Merkmal einer
Risikogesellschaft. Öffentliche Auseinandersetzungen um Risiken besitzen
jedoch Merkmale, die sie von anderen politischen Streitfragen unterscheiden.
Auf der einen Seite beziehen sich die Konfliktparteien regelmäßig auf
wissenschaftliche Daten, Theorien und Methoden, so daß den wissenschaftlichen
Experten eine hohe Bedeutung zukommt. Auf der anderen Seite lassen die
wissenschaftlichen Erkenntnisse über die umstrittenen Risiken genug Raum für
unterschiedliche Interpretationen. Die Kommunikation über technische Risiken
und Umweltrisiken wird auch dadurch erschwert, daß es nicht allein um
unterschiedliche Einschätzungen von Risiken und Nutzen geht.
Gesellschaftspolitische und ideologische Aspekte und die Verfolgung von ökonomischen
und anderen Interessen spielen - häufig unausgesprochen - eine Rolle. Das
erklärt der Physiker und Sozialwissenschaftler Dr. Hans Peter Peters,
Mitarbeiter der Programmgruppe "Mensch, Umwelt, Technik" des
Forschungszentrums Jülich, im Funkkolleg Medien und Kommunikation des
Deutschen Instituts für Fernstudien zum Thema Risikokommunikation.
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Stx268-269.1998.10-12.3 (3 Seiten)
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Risiko-Bewältigung
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Notfallschutz: Dialog zwischen Riskierern und
Riskierten. Während es in den Vereinigten Staaten von Amerika eine
gewachsene Kultur des Lernens zur Bewältigung des Lebens und von Katastrophen
gibt, sind in Deutschland Manager und Beamte von einer obrigkeitsstaatlichen
und bevormundenden Mentalität beherrscht, die sie nur zögernd auf die von
Krisen- und Risikokommunikationsforschung propagierten diskursiven Verfahren
der Meinungs- und Mehrheitsbildung zurückgreifen läßt. Wolf R. Dombrowsky von der Katastrophenforschungsstelle der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel verdeutlichte im Seminar des Arbeitskreises
Notfallschutz des Fachverbandes für Strahlenschutz e.V., das vom 8. bis 10.
Oktober 1997 in München stattfand, welche menschlichen Bedingungen die
Wahrnehmung und Verarbeitung von Informationen beeinflussen. Am Beispiel von
Forschungen zur Erstellung von Störfallinformationen nach Paragraph 11a des
Bundesimmissionsschutzgesetzes zeigte er auf, welche erkenntnismäßigen
Mißstimmungen zwischen Anlagenbetreibern, Behörden und Bevölkerung über Art,
Umfang und Gestaltung von Gefahreninformationen bestehen, welche Vorurteile
und Ängste eine sachliche Kommunikation behindern, welche gesellschaftlichen
Faktoren bislang weitgehend übersehen wurden und was von wem für "stör-
und unfallrelevant" gehalten wird.
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Stx260-261.1997.13-16.4 (4 Seiten)
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Risiko-Bewältigung
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Berlin: Das Bundesgesundheitsamt ist offiziell aufgelöst. Das
Bundesgesundheitsamt hat aufgehört zu existieren. Per Gesetz wurde es zum 1.
Juli 1994 in vier voneinander unabhängige Bereiche überführt.
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Stx180-181.1994.6.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Risiko-Bewältigung
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Kommunikations-Management: Öffentlichkeitsarbeit bei Krisen. Es muß
nicht immer gleich Tschernobyl, Seveso, Bhopal, Sandoz oder Höchst sein, oft
reichen geringere Unfälle und Störfälle, um ein Unternehmen oder eine Technologie
negativ in die Schlagzeilen zu bringen. Auch Umwelt- und Gesundheitsrisiken
bei der Verwendung oder Entsorgung von Produkten werden den Unternehmen von
der Öffentlichkeit als Fehlverhalten angekreidet. Das kann dann neben dem
konkreten Schaden mit einem Verlust an Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Ansehen
verbunden sein, was sich langfristig auf die Unternehmensbilanz negativ
auswirkt und manchmal ein Unternehmen sogar ruiniert. Die Gründe für solche
Krisen sind Versäumnisse und Fehlverhalten der Verantwortlichen. Um solche
Fehler zu vermeiden hat Dr. Peter Wiedemann, Psychologe bei der
Programmgruppe Mensch-Umwelt-Technik des Forschungszentrums Jülich, einen
"Leitfaden zur besseren Kommunikation" erstellt:
"Öffentlichkeitsarbeit bei Krisen".
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Stx150-151.1993.6.1 (1 Seite)
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Risiko-Bewältigung
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Atompolitik: Mit Psychologie und Ethik für die Atomkraft. Mit Hilfe
von Soziologen, Psychologen, und "ethisch" begründeten Argumenten
soll die nicht nur wegen zahlreicher Störfälle "mangelnde
Akzeptanz" der Atomenergie in der Bevölkerung bekämpft werden. Das sieht
das neue Werbekonzept des "Arbeitskreises Zukunft der Kernenergie"
vor, der Anfang 1990 auf Initiative von Bundesforschungsminister Heinz
Riesenhuber ins Leben gerufen worden war und im September 1992 seinen
"Ergebnisbericht" fertigstellte. Das "Risiko der
Kernenergie" sei "in Wahrheit gering", befinden die 32
Mitglieder des Beraterkreises, bis auf einen Journalisten und zwei
Sozialwissenschaftler sämtlich hauptberuflich mit dem Betrieb, der Herstellung
oder der amtlichen Aufsicht von Atomkraftwerken beschäftigt. Kritische Bürger
müßten mit Hinweisen auf die drohende Klimakatastrophe und die wachsende Not
in der Welt unter Druck gesetzt werden. Wer "unausgewogene oder sogar
unrealistische ökologische Ziele" proklamiere, wirke damit gegen den
Umweltschutz und sei "mitschuldig an dem dadurch verursachten
Schaden". Allerdings, so erkannten die Akzeptanz-Experten aus
Atomwirtschaft und -politik, komme für die Vermittlung solcher Botschaften
der "Glaubwürdigkeit der Informationsquellen eine besondere Bedeutung
zu". Politik und Industrie würden "gerade in der Kernenergie der
Interessenverflechtung verdächtigt". Deshalb gelte es, neue
"Allianzen mit kritischen Gruppen und Institutionen aufzubauen".
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Stx142-143.1992.4,5.2 (2 Seiten)
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Risiko-Bewältigung
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Bonn: Zivilschutz testet Drogen gegen Angstreaktionen. Der Münchner
Psychiatrieprofessor Hippius untersuchte im Rahmen
eines von 1986 bis 1992 laufenden Forschungsvorhabens im Auftrag des
Bundesamtes für Zivilschutz die Eignung von Psychopharmaka für die
Angstbewältigung im Katastrophenfall. Das bestätigte das
Bundesinnenministerium im August 1989.
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Stx64-65.1989.10.1 (1 Seite)
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Risiko-Bewältigung
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Leben unter atomarer Bedrohung: Alle haben Angst - aber das Leben geht
weiter. Ergebnisse internationaler psychologischer Forschung. Seit den
Atomexplosionen von Hiroshima und Nagasaki lebt die Menschheit mit dem
Bewußtsein, sich selbst auslöschen zu können, im Verhalten zu dieser Bedrohung
offenbaren sich jedoch bei vielen Menschen scheinbar große
Widersprüchlichkeiten: l In
Großbritannien äußerten 77 Prozent der Erwachsenen Sorge über die atomare
Bedrohung (Gallup, 1982). Die Stationierung von Cruise Missiles-Raketen
lehnten aber nur 58 Prozent ab. l
40 Prozent befragter 14- bis 19jähriger in Großbritannien fanden es wichtig,
eine Bewegung für nukleare Abrüstung zu unterstützen. Nur 11 Prozent aber
gaben an, dies auch tatsächlich getan zu haben. l Zwei Drittel der Bundesbürger lehnten nach Untersuchungen
der "Programmgruppe Technik und Gesellschaft der Kernforschungsanlage
Jülich" ein Jahr nach Tschernobyl die Nutzung der Atomenergie
grundsätzlich ab. Nur knapp 28 Prozent aber befürworteten einen möglichst
schnellen Ausstieg innerhalb der nächsten Jahre. l Mitte der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden
Tatsachen aus Hiroshima und Nagasaki bekannt, die auf eine mehrfach höhere
Gefährlichkeit von Radioaktivität schließen lassen als bis dahin angenommen
(Dosisrevision). Die Internationale Strahlenschutzkommission nahm jedoch erst
im September 1987 diese Erkenntnisse auch in ihre eigenen Überlegungen auf;
noch im Dezember 1987 beschloß im Widerspruch dazu und in Vorbereitung auf
einen nächsten Super-GAU der EG-Ministerrat neue Strahlengrenzwerte, die
sogar mehr als zwei- bis dreifach über den bisherigen liegen. — Psychologen
und Sozialwissenschaftlern kommen solche Befunde nicht mehr überraschend. Im
Dezember 1987 fand im Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin
(West) und in Zusammenarbeit zwischen der Freien Universität Berlin, dem
ebenfalls in Berlin (West) angesiedelten Psycho-Social
and Medical Research Centre und dem Berliner
Bildungswerk für Demokratie und Umweltschutz unter dem Titel "Leben
unter atomarer Bedrohung" eine Tagung statt, die Wissenschaft und
politische Praxis zusammenführen sollte. Danach stellten
der Psychologe Dr. Klaus Boehnke, der Direktor des
Psycho-Social Centre Dr.med. Michael J. Macpherson
und der Erziehungswissenschaftler Folker Schmidt unter dem selben Titel einen 1989 im Roland Ansager
Verlag Heidelberg erschienenen Band mit Ergebnissen internationaler
psychologischer Forschung zusammen.
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Stx62-63.1989.1,3,4,7,8.5 (5 Seiten)
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Risiko-Bewältigung
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1.500 Meter Abstand zu Atomanlagen. Seit dem 5. Dezember 1988
müssen alle Militärflugzeuge einen Abstand von 1,5 Kilometern zu
Kernkraftwerken einhalten. Diese Auskunft gibt die Bundesregierung in ihrer
Antwort vom 2. Januar 1989 auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag
zur Gefährdung durch Übungsflüge im Umkreis der Atomkraftwerke Neckarwestheim
I und II.
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Stx52.1989.6.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Risiko-Bewältigung
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Staatliche Strahlenmessungen: Strahlengefährdung durch
Informationsbegrenzung. Rund 750 Lebensmittelproben wurden bis zum
November 1988 in Berlin auf Weisung der Gesundheitsverwaltung der Stadt jeden
Monat von der Strahlenmeßstelle des Senators für Stadtentwicklung und
Umweltschutz auf Radioaktivität untersucht. Dabei wurden zunächst genaue
Messungen vorgenommen. Nun werden dagegen die Lebensmittel überwiegend nur
noch daraufhin überprüft, ob die radioaktiven Belastungen 300 Becquerel
Cäsium pro Kilogramm nicht überschreiten. Ziel sei es nur noch, die
Einhaltung der vom EG-Ministerrat beschlossenen Höchstwerte zu überprüfen.
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Stx49.1989.1,3.2 (2 Seiten)
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Risiko-Bewältigung
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Chemie: Neuer "Alarmplan" und neue Bewertungskriterien für
Lebensmittelskandale. Nachdem Anfang 1987 das sogenannte
Strahlenschutzvorsorgegesetz in Kraft gesetzt wurde, das die Bewertung von
Radioaktivitäts-Daten allein dem Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit vorbehält, haben die Erfahrungen nach dem Super-GAU von
Tschernobyl auch für den Bereich chemischer Schadstoffe ihren Niederschlag
gefunden. In einem 1987 bundesweit von den zuständigen obersten
Landesbehörden. dem Bundesminister für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit
(BMJFFG) und dem Bundesgesundheitsamt (BGA) für verbindlich erklärten
"Alarmplan" zur Lebensmittelüberwachung heißt es:
"Pressemitteilungen und Erklärungen in Massenmedien sollen nur durch die
für die Lebensmittelüberwachung zuständigen obersten Landesbehörden und durch
den BMJFFG herausgegeben werden. (...) Presseerklärungen oder Erklärungen in
Medien durch örtliche Behörden einschließlich Untersuchungseinrichtungen sind
nicht erwünscht."
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Stx15.1987.5.1 (1 Seite)
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Risiko-Bewertung
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Risiko-Bewertung
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Strahlenschutz: Kalkulierter
Strahlentod. Die Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in Japan
und Europa sind viel zu hoch und nehmen tausende Strahlenkrebstote in Kauf.
Die Aufnahme von Radionukliden mit der Nahrung ist nach Reaktorkatstrophen
wie der von Tschernobyl vor 25 Jahren und jetzt der von Fukushima mittel- und
langfristig der wichtigste Belastungspfad. Eine drastische Absenkung der
Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in Europa und Japan
fordern deshalb jetzt die Verbraucherorganisation foodwatch
und die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des
Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW). Nach den
Berechnungsgrundlagen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP)
würde eine Ausschöpfung der derzeit in Japan und in Europa für die Einfuhr
japanischer Lebensmittel geltenden Grenzwerte für Nahrungsmittel in
Deutschland zu mehr als 150.000 Krebstoten jährlich führen, heißt es in einem
am 20. September 2011 in Berlin vorgestellten Report der beiden
Organisationen. Und würde die gesamte deutsche Bevölkerung sich von
Lebensmitteln ernähren, die lediglich in Höhe von 5 Prozent dieser Grenzwerte
belastet sind, wäre immer noch mit mindestens 7.700 zusätzlichen Krebstoten
jährlich zu rechnen. Nach anderen Berechnungsgrundlagen als jenen der ICRP
könnten es noch deutlich mehr sein und hinzu käme ein breites Spektrum
verschiedenster Erkrankungen und genetischer Schädigungen. foodwatch und IPPNW beziehen sich dabei auf ein Gutachten
der Vorstandsmitglieder der deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz Thomas
Dersee und Sebastian Pflugbeil, die beide auch die Redaktion des
Fachinformationsdienstes Strahlentelex bilden. Report und Gutachten sind im
Internet auf den Webseiten von foodwatch, IPPNW und
Strahlentelex in deutscher, japanischer, englischer und französischer Sprache frei abrufbar.
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Stx594-595.2011.1-4.4 (4 Seiten)
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Risiko-Bewertung
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Strahlenschutzpolitik: „Unterhalb
der Grenzwerte“. Von Dietrich Antelmann. Über
die Risiken radioaktiver Strahlung verbreiten die Betreiber nuklearer Anlagen
und die von ihnen beeinflußten Institutionen weltweit Desinformationen,
Verharmlosungen und Verdrehungen. Die Gefährdung infolge Niedrigstrahlung ist
bei weiten Teilen der Bevölkerung durch gezielte Propaganda und beharrliches
Verschweigen der Risiken in Vergessenheit geraten. Strahlen sind mit unseren
Sinnesorganen nicht wahrnehmbar. Damit auch unser Verstand sie nicht
wahrnimmt, ist zum Beispiel das Berliner Hahn-Meitner-Institut für
Kernforschung nach Tschernobyl in Hahn-Meitner-Institut (HMI) umbenannt
worden. Nach Bekanntwerden der Kinderkrebsstudie (KiKK-Studie)
soll auch der Name Hahn-Meitner nicht mehr an die Kernspaltung erinnern.
Heute heißt das HMI etwas umständlich Helmholtz-Zentrum Berlin für
Materialien und Energie (HZB). Beschreibung eines Betreibers von einem
langjähriger Anwohner des Forschungsreaktors in Berlin-Wannsee.
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Stx574-575.2010.6-8.3 (3 Seiten)
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Risiko-Bewertung
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Atomsicherheit: Die Bundesregierung
verfügt über keine eigenständigen Sicherheitsbewertungen. Die
Sicherheitsbewertung von Kernkraftwerken in Deutschland erfolgt durch die
zuständigen Aufsichtsbehörden der Länder. Dies teilte die Bundesregierung
jetzt in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die
Grünen mit. Als Quellen dienten den Behörden vor allem die
Sicherheitsüberprüfungen, die die Betreiber der Kraftwerke den
Aufsichtsbehörden vorlegen, schreibt die Regierung. Somit lägen ihr keine
vollständige technische Dokumentation der Anlagezustände vor.
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Stx564-565.2010.6.1 (1 Seite)
Zur Originalseite im pdf-Format
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Risiko-Bewertung
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AKW-Gefährdungsatlas. Der
AKW-Gefährdungsatlas der Deutschen Umweltstiftung ist im Mai 2010 in 2.
Auflage als DIN-A1-Deutschlandkarte erschienen, ergänzt durch die grenznahen
Atomkraftwerke der angrenzenden Nachbarstaaten. Eine Arbeitsgruppe der Umweltstiftung
hat die Bevölkerungszahlen in den Gefährdungsregionen der aktuell in Betrieb
befindlichen deutschen Atomkraftwerke ermittelt. Berücksichtigt wurde dabei
die Wohnbevölkerung in einem Umkreis von jeweils 150 Kilometer. Einzelne AKWs
gefährden so laut Umweltstiftung bis zu 18 Millionen Menschen in ihrem
Einzugsbereich. Die jetzt vorliegende Neuauflage berücksichtigt erstmals auch
die grenznahen AKWs in Belgien, Frankreich, Tschechien und der Schweiz und
zeichnet so ein realistisches Bild der Bedrohung für die Menschen in
Deutschland. Besonders gefährdet, teils durch bis zu 6 AKWs in unmittelbarer
Nähe, sind demnach die Regionen um Bremen, Südbaden, Nordwürttemberg und die
westlichsten Regionen der Bundesländer Saarland, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
Insgesamt erweisen sich 247 von 301 Landkreisen als gefährdet, das sind circa
82 Prozent der Landkreise in Deutschland sowie 103 kreisfreie Städte,
insgesamt 350 Gebietskörperschaften. Diese sind zwischen ein- bis sechsmal im
Umkreis von zwölf Atomkraftwerksstandorten gelegen. Die dort lebenden fast
64,3 Millionen Menschen in mehr als 60.000 Städten und Gemeinden werden durch
mögliche Störfälle betroffen sein. Statistisch wird jeder Bundesbürger von
rund 2 Atomkraftwerken unmittelbar gefährdet. Der Atlas kann zum Preis von
10,- Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-942466-00-4) oder direkt bei der
Deutschen Umweltstiftung (www.deutscheumweltstiftung.de
) bestellt werden. Ausführliche Erläuterungen und Hintergrundinformationen
zum AKW-Gefährdungsatlas, nebst einer Auflistung weiterer nuklearer
Gefahrenquellen in Deutschland bietet zudem das Dokument: www.deutscheumweltstiftung.de/down/akw-gefaehrdungsatlas_erlaeuterungen.pdf
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Stx562-563.2010.8.1 (1 Seite)
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Risiko-Bewertung
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Atomunfälle: AKW-Gefährdungsatlas. Eine
Arbeitsgruppe der Deutschen Umweltstiftung hat in mehrwöchiger Kleinarbeit
die Bevölkerungszahlen in den Gefährdungsregionen der aktuell in Betrieb
befindlichen deutschen Atomkraftwerke ermittelt und in einem Gefährdungsatlas
dargestellt. Dabei ergaben sich gefährdete Bevölkerungen zwischen 5,4
Millionen (Gundremmingen) und bis zu 11,8 Millionen
(Neckarwestheim). Besonders gefährdet sind demnach die Menschen um Bremen,
die im unmittelbaren Einzugsbereich von 6 AKWs leben müssen. Der
AKW-Gefährdungsatlas kann als Karte im Format DIN A1 über die Homepage
www.deutscheumweltstiftung.de gegen eine Spende bestellt werden.
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Stx554-555.2010.1 (1 Seite)
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Risiko-Bewertung
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Kinderkrebs um Atomkraftwerke: „Das
Ergebnis der KiKK-Studie verlangt eine kritische
Überprüfung der Annahmen und Modelle des Strahlenschutzes“. Eine
ausführliche Darstellung und Betrachtungen zur Bedeutung der
Fall-Kontrollstudie des Mainzer Kinderkrebsregisters zu Kinderkrebs in der
Umgebung von Kernkraftwerken in Deutschland (KiKK-Studie
von Ende 2007 hat jetzt Rudi H. Nussbaum,
emeritierter Professor der Physik an der Portland State University in Oregon
(USA), in der Juli/September-Ausgabe 2009 des International Journal of Occupational and Environmental Health
veröffentlicht. Nussbaum stellt die Studie im
Kontext anderer aktueller wissenschaftlicher Arbeiten dar und befaßt sich
ausführlich mit der unverständlichen Schlußfolgerung der Autoren der KiKK-Studie (Kaatsch, Spix, Schmiedel, Schulze-Rath, Mergenthaler und Blettner), daß Radioaktivität als Ursache für die
vermehrten Krebserkrankungen von Kindern in der Umgebung von Atomkraftwerken
grundsätzlich auszuschließen sei. „Diese nicht gerechtfertigte
Schlußfolgerung illustriert die Dissonanz zwischen Annahmen und Beweisen“,
kommentiert Nussbaum und rügt, daß der
„gegenwärtige Kenntnisstand der Radiobiologie“ in seiner am weitesten
verbreiteten Version eine ganze Reihe radiobiologischer und dosimetrischer Faktoren nicht zur Kenntnis nimmt.
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Stx544-545.2009.2-3.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewertung
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Das Mammographiescreening
wird wie eine Versicherung beworben. Risikowahrnehmung beim Mammographiescreening. Zur individuellen
Entscheidungsfindung über eine Teilnahme am Mammographiescreening
sei die Risikoverringerung für Tod durch Brustkrebs im Erkrankungsfall
ausschlaggebend. Diese Meinung vertreten Prof. Dr.rer.nat.
Nikolaus Becker vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und Prof.
Dr.med. Hans Junkermann von der Universitätsfrauenklinik Heidelberg im
Deutschen Ärzteblatt. Sie empfehlen folgende Formulierung: Von 100 an
Brustkrebs erkrankten Frauen sterben tumorbedingt innerhalb der folgenden
zehn Jahre nach Diagnosestellung ohne Screening 31 Frauen an Brustkrebs, bei
Teilnahme am Screening sterben nur 20 (35 Prozent weniger). Auf dieser
Grundlage, so Becker und Junkermann, würden bisher etwa 70 Prozent der zum Mammographiescreening eingeladenen Frauen der
Aufforderung zur Teilnahme folgen. Mit einem Kommentar von Thomas Dersee.
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Stx510-511.2008.6-7.2 (2 Seiten)
Zu
den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewertung
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Buchmarkt: Zur kausalen Unaufklärbarkeit toxischer Massenschäden.
Eine rechtsvergleichende und interdisziplinäre Studie. Eine
Proportionalhaftung und eine Marktanteilshaftung empfiehlt der Jurist
Christian Seyfert in seiner Dissertation als Ausweg
aus dem Problem der kausalen Unaufklärbarkeit toxischer Massenschäden.
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Stx424-425.2004.4,5.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewertung
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Risikokommission wünscht sich einen "effektiveren Umgang mit
Gesundheitsrisiken". Die sogenannte ad hoc-Kommission der
Bundesregierung zur "Neuordnung der Verfahren und Strukturen zur
Risikobewertung und Standardsetzung im gesundheitlichen Umweltschutz"
(Risikokommission) hat am 6. Juni 2003 nach fast dreijähriger Tätigkeit ihren
Abschlußbericht vorgelegt. Die beim Bundesamt für Strahlenschutz angesiedelte
und mit 19, überwiegend aus Wissenschaft und Verwaltung stammenden Personen
besetzte Kommission war im Oktober 2000 von den Bundesministerien für
Gesundheit und für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eingesetzt
worden. Sie sollte neue Ansätze zu Verfahren der Risikoregulierung im
gesundheitlichen Umweltschutz entwickeln. Sie setzt nun auf mehr
"Effektivität durch Harmonisierung" und auf "Kommunikation und
Beteiligung zur Förderung von Vertrauen in Institutionen". Bericht mit
einem Kommentar von Thomas Dersee.
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Stx396-397.2003.1-3.3 (3 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewertung
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Bundesamt für Strahlenschutz: Risikokommunikation im amtlichen Versuch.
"Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit" der Bundesregierung soll
der Bevölkerung vermittelt werden. Beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wird im Frühjahr 2000 eine Kommission gebildet, der
16 Vertreter von Behörden des Bundes und der Länder sowie externe Experten
angehören. Diese sollen sich zwei Jahre lang damit befassen, wie Risiken
wahrgenommen und bewertet werden und wie vergleichbare Verfahren der
Standardsetzung entwickelt werden können.
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Stx318-319.2000.5.1 (1 Seite)
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Risiko-Bewertung
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Die Wissenschaft spielt nur eine Nebenrolle bei der Bewertung
technologischer Risiken. Seit 1992 sind Expertinnen und Experten im
Auftrag der Landesregierung Niedersachsens und Schleswig-Holsteins damit
beschäftigt, die Ursachen für die Leukämiehäufung in der Elbmarsch
aufzudecken. Den offiziellen Pressemitteilungen ist zu entnehmen, daß die
Wissenschaftler sich nicht auf eine einheitliche Beurteilung ihrer
Untersuchungsergebnisse werden einigen können. Die Beantwortung der Frage, ob
der Betrieb des Atomkraftwerkes Krümmel als
ursächlich für die Erkrankungen ausgemacht werden kann, wird strittig
bleiben. Die Landesregierung Schleswig-Holsteins sieht sich somit nicht in
der Lage, eine Abschaltverfügung für das Atomkraftwerk zu erlassen. Der
Diplom-Physiker Heiko Ziggel nimmt Stellung zu der
Frage, inwieweit überhaupt mit einem anderen Ergebnis aus den so heterogen
zusammengesetzten Expertengruppen zu rechnen gewesen wäre. Die angewandte
Methode des Risiko-Managements zur Bewertung gesundheitlicher Gefahren ist
seiner Ansicht nach nicht geeignet, eine ernst gemeinte
Gefahrenabwehr vorzunehmen. er wirft den Politikerinnen und Politikern der
Landesregierung Schleswig-Holstein vor, sich ihrer gesellschaftlich
zukommenden Rolle als letztendliche Entscheidungsinstanz im Hinblick auf den
Schutz der Bevölkerung zu verweigern.
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Stx192-193.1995.3,4,9,10.4 (4 Seiten)
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Risiko-Bewertung
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Erfahrungswissen und Expertenwissen: Risikoabschätzung - eine
technokratische Methode. Technokratische Problembewältigung wurde in der
zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei gesellschaftlichen
Auseinandersetzungen und Entscheidungsfindungen versucht. Ein
unerschütterlicher Glaube an den technischen Fortschritt, der Glaube an die
umfassende Kontrollfähigkeit technisch ausgebildeter Eliten und die Idee, daß
demokratische Entscheidungen durch wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse
und Methoden ersetzt werden können, liegen dem zugrunde. Obwohl auch in den
Institutionen des modernen Staates die technischen gegenüber den politischen
und ökonomischen Eliten einen geringeren Einfluß haben, spielen ihr Weltbild
und ihre Methoden der Entscheidungsfindung eine sehr bedeutsame Rolle. Dazu
gehört auch die Risikoabschätzung als technokratische Methode. Die
technokratischen Methoden waren jedoch ohne Erfolg. Die wissenschaftliche
Risikoabschätzung hat das Problem mißverstanden und bedeutende technische
Risiken verschleiert. Das erklärte 1991 Prof. Dr. Frank Fischer, Newark/USA.
Fischer war Mitglied des "Political Science Department" an der Rutgers Universität New Jersey und hielt sich 1990
längere Zeit in Berlin auf. Er hat hier mit dem Wissenschaftszentrum
zusammengearbeitet und am John F. Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der
Freien Universität gelehrt.
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Stx112-113.1991.2,3.2 (2 Seiten)
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Risiko-Bewertung
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Dosisrevision: Das Strahlenkrebs-Risiko ist 5 bis 17 mal größer als
bisher angenommen. Im Herbst 1987 veröffentlichte die Radiation Effects Research Foundation
(RERF; ehemals Atomic Bomb Casuality
Commitee ABCC, das amerikanisch-japanische Projekt
zur Erforschung der Langzeitwirkung von Atomwaffen) eine vorläufige
Auswertung der aktuellen Hiroshima- und Nagasaki-Krebsstatistiken auf der
Basis eines neuen dosimetrischen Modells. Viele
Überlebende der Atombombenabwürfe in Japan waren danach geringeren
Strahlendosen ausgesetzt gewesen als zuvor angenommen. Damit wurden
Vermutungen bestätigt, nach denen das Krebsrisiko durch ionisierende
Strahlung höher bewertet werden muß, als von den Internationalen
Strahlenschutzgremien bis dahin verkündet. Vor dem Hintergrund der
Grenzwertdiskussion hat der Physiker Mario Schmidt für das Heidelberger
Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu)
1989 eine vergleichende Bewertung vorgenommen.
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Stx66-67.1989.3.1 (1 Seite)
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Risiko-Bewertung
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Flugzeugabstürze: Katastrophenalarm wird erst bei 10.000 mal höherer
Luft-Radioaktivität als nach Tschernobyl ausgelöst. Dies beschreibt Dr.
Karsten Hinrichsen als deprimierendstes Ergebnis
seines Gutachtens über die Störfallrichtlinien und die Berechnungsgrundlagen
des Bundesinnenministers, nachdem im Frühjahr 1988 mehrere Flugzeuge bei
Tiefflugübungen in der Nähe von Atomkraftwerken und kerntechnischen
Einrichtungen abgestürzt waren.
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Stx37.1988.6.1 (1 Seite)
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Risiko-Bewertung
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Der Elefant und der Strahlenschutz. Stärkere Schadwirkungen bei
geringer aber chronischer Strahlenbelastung. In Süddeutschland Anstieg der
Säuglingssterblichkeit nach Tschernobyl. Ein indisches Gleichnis erzählt
von den Blinden, die einen Elefanten betasten und sich streiten: "Der
Elefant ist wie eine Säule", "nein - wie eine Bürste",
"nein - wie eine Schlange" ... . Ähnlich
ist es bestellt mit dem Streit um die Wirkung radioaktiver Strahlenmengen,
bei dem Wissenschaftler sich streiten: "Bei Belastung von 1 Million
Menschen durch 1 Rem sterben 7.000 an Strahlenkrebs", "nein -
1.000", "nein - 500". Diesen Vergleich zieht Dr. Jens Scheer,
Professor am Fachbereich Physik der Universität Bremen in seinem Beitrag für
das Strahlentelex vom 7. April 1988.
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Stx30.1988.2,5.2 (2 Seiten)
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Risiko-Bewertung
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Norwegen: Schilddrüsenkrebs durch Atombombenfallout. Nach einem
Vergleich mit der Belastung von Milch mit radioaktivem Jod-131 in den Jahren
1954 bis 1962 sind die radioaktiven Niederschläge der Atombombenversuche in
der Atmosphäre verantwortlich für Schilddrüsenkrebs bei Frauen in 5,5 Fällen
und bei Männern in 1,2 Fällen pro Million Menschen und pro Jahr, die einer
Strahlendosis von einem rad ausgesetzt waren. Das
ist das Ergebnis einer Arbeit von Oftedal und Lund,
die 1986 in Norwegen veröffentlicht wurde. Die Risikofaktoren, die die
Autoren ableiten, entsprechen denen der Veröffentlichung des
Wissenschaftlichen Komitees der Vereinten Nationen für die Wirkung von
Atomstrahlung (UNSCEAR) von 1977. Es ist jedoch das erste Mal, daß diese für
Strahlendosen in der Größenordnung von nur 1 bis 2 rem
gezeigt wurden.
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Stx30.1988.5.1 (1 Seite)
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Risiko-Bewertung
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Strahlenschäden: Richtige Beurteilung des Strahlenrisikos setzt sich
durch. Amerikanischer Physiker zeigt Übereinstimmung bei bisher als
gegeneinander gerichtet gesehenen Studien. Nachdem bis in die sechziger
Jahre des 20. Jahrhunderts über den Marshall-Inseln mehrere Atombomben zur
Explosion gebracht worden waren, traten bei den Bewohnern verschiedenartige
schwere Gesundheitsschäden auf. Auch unter mehreren tausend amerikanischen
Soldaten und Einwohnern der US-Bundesstaaten Utah und Nevada, die von
radioaktiven Niederschlägen aus Atombombentests getroffen worden waren, nahm
die Zahl der Krebs- und Leukämieerkrankungen stark zu. Als sich die
Betroffenen daraufhin an die amerikanische Regierung um Entschädigung
wandten, hielt man ihnen zur Abwehr ihrer Forderungen Gutachten der
Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP), des wissenschaftlichen
Komitees der Vereinten Nationen für die Wirkung der Atomstrahlung (UNSCEAR)
und der Kommission über biologische Wirkungen von ionisierender Strahlung der
Akademie der Wissenschaften der Vereinigten Staaten (BEIR) entgegen. Danach,
so erklärte man, könnten ihre Fehlgeburten, ihre Krebsfälle und ihre
Blutkrankheiten unmöglich von radioaktiven Strahlen herrühren. Die
Strahlendosen, denen sie ausgesetzt worden waren, seien viel zu gering, um
diese Folgen zu erklären. Der Physiker Dr. Rudi H. Nussbaum,
Professor an der Portland State University in Oregon (USA), kritisierte Ende
Februar 1988 in Münster auf dem internationalen Symposium über die Wirkung
niedriger Strahlendosen die Unzuverlässigkeit der Aussagen internationaler
und nationaler Kommissionen. Nussbaum zeigte auf,
daß auch die Daten der maßgeblichen und anerkannten Studien von Überlebenden
höherer Strahlenbelastung bei richtiger Bewertung mit den weitaus größeren
Risikoeinschätzungen übereinstimmen, die sich aus statistischen
(epidemiologischen) Forschungen über die Wirkung niedriger Strahlendosen
ergeben.
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Stx29.1988.1,2,5,6.4 (4 Seiten)
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Risiko-Bewertung
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Dosisrevision: Krebsgefahr unterschätzt. 800 Wissenschaftler aus
allen Ländern, darunter die Nobelpreisträger Linus Pauling und Georg Wald,
haben im September 1987 die Internationale Strahlenschutzkommission (ICRP)
aufgefordert, die bisher geltenden Grenzwerte für die tolerierbare
radioaktive Höchstdosis auf 10 Millisievert pro Jahr zu senken. Neuere
Studien über die Opfer der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki hätten
gezeigt, daß die Risiken für die menschliche Gesundheit zwei- bis fünffach
höher liegen als zuvor angenommen.
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Stx21.1987.6.1 + Stx21.1987.6.1 (2 Seiten)
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Risiko-Bewertung
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Schadstoffbewertungen: Zwei Klassen von Krebs. Im Rahmen der
Etablierung des Konzepts der "effektiven Dosis" soll nicht mehr die
Gesamtzahl der Erkrankungen durch Radioaktivität zur Abschätzung von
Strahlenwirkungen herangezogen werden, sondern nur noch derjeniger,
die auch direkt zum Tode führen. Parallel dazu soll es für chemische
Schadstoffe auch nicht mehr ausreichen, die krebserzeugende Wirkung von
Stoffen im Tierversuch nachgewiesen zu haben, um dies ebenfalls für Menschen
anzunehmen. Seit 1985 seien intensive Bemühungen im Gange, "zu einer
Neufassung der Kriterien zu kommen und Stoffe besonders zu kennzeichnen, die
zwar im Tierversuch (...) Krebs erzeugt haben, die aber (...) keinen Anhalt
für ein krebserzeugendes Potential beim Menschen begründen lassen",
schrieb im Juni 1987 der Vorsitzende der "Senatskommission der Deutschen
Forschungsgemeinschaft zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe"
(der sogenannten MAK-Kommission), Professor Henschler,
an den Präsidenten des Bundesgesundheitsamtes. Der Brief wurde geschrieben
anläßlich der bekanntgewordenen hohen Belastung von Anwohnern chemischer
Reinigungsbetriebe mit Perchlorethylen und der
öffentlich geführten Diskussion über die Krebsgefährdung durch diesen Stoff.
Johannes Spatz, Gesundheitsstadtrat im Berliner Bezirk Wilmerdorf,
und Mitarbeiter des Analyselabors des Berliner Wissenschaftsladens warnen
davor, den vorbeugenden Gesundheitsschutz den Interessen der Industrie
unterzuordnen.
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Stx19.1987.2,5.2 + Stx15.1987.5.1 (3 Seiten)
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Risiko-Bewertung
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Umweltchemikalien: Muttermilch als Bioindikator. Im Auftrag des
Umweltbundesamtes erstellte in 1986 das Institut für Lebensmittelhygiene,
Fleischhygiene und -technologie der Freien Universität Berlin eine
Literaturstudie "Muttermilch als Bioindikator".
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Stx19.1987.4,6.2 (2 Seiten)
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Risiko-Bewertung
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Gerichtsurteil: 55 Becquerel zu gefährlich für Kleinkinder. Zum
ersten Mal hat 1987 ein bundesdeutsches Gericht einen Einzelhändler dazu
verurteilt, radioaktiv belastete Babynahrung von der Käuferin zurückzunehmen
und den Kaufpreis plus Zinsen zu erstatten. In einem rechtskräftigen Urteil
entschied das Amtsgericht Kiel entsprechend einem Sachverständigengutachten,
daß die bei einer Untersuchung der Babynahrung festgestellte
Strahlenbelastung von 55,2 Becquerel pro Kilogramm "eine
Gesundheitsgefährdung für Kleinkinder" darstelle, die "etwa den
Umweltrisiken Rauchen und Autofahren vergleichbar" sei. Die in einem
Drogeriemarkt gekaufte Babynahrung sei insofern "fehlerhaft und damit
mangelhaft", da Babynahrung "keinerlei Gesundheitsgefährdung
darstellen darf, hier eine solche aber durch die Strahlenbelastung gegeben
ist", entschied das Gericht in den Urteil, gegen das keine Berufung
möglich ist (Az.: 8 C 2/87).
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Stx16.1987.6.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Risiko-Bewertung
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Berlin: Senatsmeßstelle veröffentlicht Kaliumwerte. Zum ersten Mal
in einem Bericht der Meßstelle des Berliner Senats tauchten für den Monat April
1987 neben den Cäsiumwerten auch Angaben über die Menge des natürlichen
Radionuklids Kalium-40 in Milch, Gemüse, Obst und sonstigen Lebensmitteln
auf. Es ist eine der Hauptursachen für die natürliche Strahlenbelastung des
Menschen und liegt in einem praktisch gleichbleibenden Verhältnis zum nicht
radioaktiven Kalium vor. Da der Mensch seinen Natrium-Kalium-Haushalt sehr
genau und schnell auf immer konstante Werte einregelt und Überschüsse
ausscheidet, ist es wenig sinnvoll, Kaliumgehalte in Lebensmitteln gegen die
von Cäsium zu stellen. Ein Kurzkommentar von Dr. Peter Plieninger.
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Stx10.1987.8.1 (1 Seite)
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Risiko-Bewertung
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Großbritannien: Krebs in der Nähe nuklearer Einrichtungen. Nicht
die Zahl der Krebserkrankungen, sondern nur die Zahl der Todesfälle infolge
Krebs werden bei der Risikoabschätzung im Rahmen der in die
Strahlenschutzverordnung 1989 eingeführten sogenannten effektiven
Äquivalentdosis berücksichtigt. Eine entsprechend höhere radioaktive
Belastung wird deshalb der Bevölkerung zugemutet. Mit einem Blick zum
Nachbarn Großbritannien wird die problematische Grundlage solcher
Zahlenspiele klarer. Ein Bericht nach Paula Cook-Mozaffari
in The Lancet vom 11. April 1987.
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Stx9.1987.1,3.2 (2 Seiten)
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Risiko-Bewertung
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Tschernobyl und Krebs. Die Schätzwerte der Internationalen
Strahlenschutzkommission ICRP sowohl für die Strahlendosis als auch für das
Krebsrisiko nach Tschernobyl liegt am unteren Ende einer Serie von Werten,
die, miteinander multipliziert, einen um das 100-fache höheren Wert ergibt,
als die ICRP zulassen will. Das erklärte Russell Jones, Chairman der
weltweiten Organisation "Freunde der Erde" in The Lancet vom 11.
April 1987.
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Stx9.1987.2,3.2 (2 Seiten)
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Risiko-Bewertung
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Das Strontium-Problem. Bereits bei einem Anteil von 1,4 Prozent
Strontium-90 in der Nahrung bezogen auf die Aktivität von Cäsium-137 ist
gemäß der Rechenvorschrift der seit 1976 geltenden Strahlenschutzverordnung
die biologische Schadenswirkung von Strontium auf das strahlenbedrohteste,
sogenannte kritische Organ eines Erwachsenen gleich hoch einzuschätzen wie
die des Cäsiums. 1,4 Becquerel des Knochensuchers Strontium-90 sind also
genauso schädlich wie 100 Becquerel Cäsium-137. Durch Einführung der
"effektiven" Äquivalentdosis für den Gesamtkörper in den (1989 in
Kraft gesetzten) Novellierungsvorschlägen des Instituts für Strahlenhygiene
(ISH) des Bundesgesundheitsamtes für die Strahlenschutzverordnung erhöht sich
dieser Anteil auf 3,8. Das wird unter anderem erreicht, indem nicht Krankheitsfälle
durch radioaktive Belastung, sondern nur noch Krebs-Todesfälle und Erbschäden
nur für die ersten beiden Generationen in die Risikobetrachtung eingehen.
Erkrankungen, die nicht direkt oder nicht früh genug zum Tode führen, werden
ignoriert.
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Stx8.1987.1,3.2 (2 Seiten)
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Risiko-Bewertung
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Radionuklidstoffwechsel und Schädigung des Menschen. "Der
Mangel an Kenntnis über den Stoffwechsel stellt den größten
Unsicherheitsfaktor bei den Abschätzungen der zulässigen Effektivdosis
dar", stellte auch die Internationale Strahlenschutzkommission (ICRP)
fest. Nicht jeder wird ihren Optimismus teilen können, wenn sie weiter meint:
"Wenn neue Daten zugänglich werden, sollte es möglich sein,
Berichtigungen an den dosimetrischen Daten
vorzunehmen." Dr. Dieter Gawlik arbeitet über
Spurenelemente in Medizin und Biologie. Er erläutert in seinem Beitrag im
Strahlentelex die Schwierigkeiten bei der Abschätzung der gesundheitlichen
Schädigungen des Menschen durch im Körper aufgenommene Radionuklide und
kritisiert, daß unvollkommene Kenntnisse über den Elementstoffwechsel zur
Grundlage von verbindlichen Risikoabschätzungen gemacht werden.
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Stx3.1987.1,2.2 (2 Seiten)
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Risiko-Bewertung
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Das Konzept der effektiven Dosis ist kein Heilmittel. Nicht mehr
die Strahlendosis für einzelne Organe, sondern eine "effektive
Dosis" wird nach dem Unglück von Tschernobyl häufig als Maß für die
radioaktive Belastung der Bevölkerung genannt. Die Angabe wird so auf eine
einzige kleine Zahl reduziert, wobei die Übernahme der neuen Einheit Sievert
(1 Sievert = 100 rem) für eine zusätzliche
Verkleinerung sorgt. Meist wird dann ein Vergleich mit der natürlichen
Radioaktivität vorgenommen, eine Orientierung an der Strahlenschutzverordnung
dagegen vermieden. Das Zahlenspiel ist nur schwer zu
durchschauen. Dr. Ernst Rößler vom Institut für Atom- und Festkörperphysik
der Freien Universität Berlin erläutert und kritisiert in seinem Beitrag im
Strahlentelex das Modell der effektiven Dosis. Es wurde schließlich 1989 in
die neugefaßte Strahlenschutzverordnung übernommen.
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Stx2.1987.1,2.2 (2 Seiten)
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Risiko-Bewertung
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Grenzwerte und Unbedenklichkeitserklärungen. Amtliche
Verlautbarungen über radioaktive Verseuchung der Nahrungsmittel enden meist mit
der Beschwichtigungsformel, alles könne unbedenklich gegessen werden. Unsere
Nahrung ist mit giftigen Chemikalien, mit Schwermetallen und seit dem Unglück
von Tschernobyl auch verstärkt mit Radioaktivität beladen. Was kann heute
noch unbedenklich verzehrt werden? Eigentlich nichts. Die Antwort auf die
Frage, was als unbedenklich gelten soll, ist immer ein Abwägen von
gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken. Die Entscheidung, welche
Risiken eine Gesellschaft zu tolerieren bereit ist, kann nur ein Kompromiß
sein. Darauf weist der Münchner Mediziner und Biochemiker Professor Dr.med.
Roland Scholz hin. Scholz gibt in seinem Beitrag für die erste Ausgabe des
Strahlentelex vom 15. Januar 1987 einen Einblick in die geltenden
Vorschriften für den Strahlenschutz und macht Angaben zu den Grenzen für eine
strahlenarme Ernährung. Seine Berechnungen und Vorschläge wurden bundesweit
zum Maßstab für die Empfehlungen der Bürgerinitiativen und
Eltern-Initiativgruppen nach Tschernobyl.
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Stx1.1987.1-3.3 (3 Seiten)
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