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ISSN 0931-4288
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Kommentiertes Register
des Sachgebietes Tschernobyl-Folgen
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Gesundheitsfolgen
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Tschernobyl - Jahre danach
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Tschernobyl-Hilfe
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Tschernobyl-Sarkophag
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Umweltbelastungen
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Risikobewertung und Risikokommunikation
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siehe auch unter
20 Jahre nach
Tschernobyl
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Gesundheitsfolgen
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Gesundheitsfolgen
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Geringere Intelligenz nach Strahlenbelastung im Mutterleib. Neue Studie
zeigt verringerte kognitive Fähigkeiten bei Heranwachsenden aus den am
stärksten vom Tschernobyl-Fallout betroffenen Gebieten Norwegens. Signifikant niedrigere
Intelligentquotienten (IQ) weisen Heranwachsende auf, die sich während der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Entwicklungsstadium der 8. bis 15.
Schwangerschaftswoche befanden und deren Mütter in den stärker vom Fallout
betroffenen Gebieten Norwegens lebten. Das berichten die Psychologin Kristin
Sverdvik Heiervang von der Universität Oslo und Kollegen jetzt im
Scandinavian Journal of Psychology der Scandinavian Psychological
Associations in einer Arbeit über die Auswirkungen einer Niedrigdosisstrahlenexposition
im Mutterleib auf die kognitiven Funktionen in der Adoleszenz. Die Arbeit
stützt damit frühere Ergebnisse aus Schweden (Almond et al. 2007), der
Ukraine (Nyagu et al. 1998) und Weißrußland (Belarus; Loganovsky et. al
2008).
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Stx566-567.2010.5-6.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Angeborene Fehlbildungen in der Tschernobyl-Region. Eine Untersuchung von Wladimir Wertelecki
von der Universität von Süd-Alabama über angeborene Fehlbildungen in einer
vom Tschernobyler Reaktorunglück betroffenen Region im Norden der Ukraine
erregte jetzt besonderes Aufsehen, weil sie erhöhte Fehlbildungsraten
aufdeckt.
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Stx564-565.2010.3-5.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Verlorene Kinder. Die Geschlechtschance des Menschen bei der Geburt in
Europa und in den USA nach den oberirdischen Atomwaffentests und nach
Tschernobyl. Seit der Entdeckung
der Mutagenität von ionisierender Strahlung im Tierexperiment wurden
schädigende strahlengenetische Effekte auch beim Menschen immer wieder in
Betracht gezogen und untersucht. Während das Wissenschaftliche Komitee der
Vereinten Nationen für die Wirkung von Atomstrahlung (UNSCEAR) noch im Jahre
2000 die Auffassung vertrat, strahleninduzierte vererbbare Effekte beim
Menschen seien bisher nicht belegt, kann man solche Effekte nach dem Unfall
von Tschernobyl mit einfachen Mitteln eindeutig nachweisen. Die Ergebnisse
von Scherb und Kollegen lassen bei Übertragung auf vollständige Zeiträume und
auf die gesamte Weltbevölkerung erahnen, dass die Anzahl der verlorenen
Kinder nach den globalen Freisetzungen ionisierender Strahlung in der
Größenordnung von mehreren Millionen liegen könnte. Verschärft wird das
Problem dadurch, dass auch strahleninduzierte angeborene Fehlbildungen und
Totgeburten nach Freisetzung von Radioaktivität in die Biosphäre in etwa der
gleichen Größenordung von insgesamt mehren Millionen weltweit langfristig
aufgetreten sein könnten. Von Hagen Scherb
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Stx558-559.2010.1-4.4 (4 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Geschlechterverhältnis bei der Geburt in Bayern nach Tschernobyl. Im Januar 1987, 9 Monate nach dem
Reaktorunfall von Tschernobyl, war das Verhältnis zwischen männlichen und
weiblichen Geburten (Geschlechterverhältnis bei der Geburt) in Bayern
signifikant um 5,5 Prozent gegenüber dem Trend der Jahre 1980 bis 1992 erhöht
(p=0,0185). Außerdem zeigt sich in diesem Monat ein signifikanter Anstieg des
Geschlechterverhältnisses um 0,29 Prozent pro Kilobecquerel Cäsium-137 pro
Quadratmeter (kBq/m² Cäsium-137) Bodenbelastung (p=0,011). Nach 1987 ist
keine Abweichung des Geschlechterverhältnisses vom Wert vor Tschernobyl für
Bayern nachweisbar. Von Alfred Körblein.
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Stx556-557.2010.7-10.4 (4 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Epidemiologie: Säuglingssterblichkeit
nach Tschernobyl in skandinavischen Ländern. Von Alfred Körblein. Nach
Tschernobyl war die Säuglingssterblichkeit in Schweden wie auch in Finnland
und Norwegen hochsignifikant um 15,8 Prozent gegenüber dem Trend der Jahre
1976 bis 2006 erhöht. Für 1987 bis 1992 errechnen sich insgesamt 1.209 zusätzlich
gestorbene Säuglinge (95%-Vertrauensbereich: 875 bis 1.556).
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Stx510-511.2008.1-3.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Epidemiologie: Leukämien bei
Kindern in der Umgebung von Tschernobyl. Reanalyse einer offiziellen
deutschen Studie. Von Alfred Körblein. In der Diskussion um die kürzlich
veröffentlichten Ergebnisse der Studie zu Kinderkrebs um deutsche
Kernkraftwerke (KiKK-Studie) wird argumentiert, dass nach Tschernobyl keine
erhöhte Leukämierate in den an den Unglücksreaktor angrenzenden Regionen
Weißrusslands, der Ukraine und Russlands beobachtet worden sei. Das habe eine
vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
geförderte Studie ergeben. Nach Durchsicht des Berichts kommt Körblein zu dem
Ergebnis, dass man aus den Zahlen auch andere Schlüsse ziehen kann. Besonders
auffällig ist eine signifikante Erhöhung der Leukämierate bei Jungen im Jahr
1987, dem Jahr nach Tschernobyl. – Mit einem Kommentar von Sebastian
Pflugbeil.
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Stx508-509.2008.4-6.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Vorgeburtliche Strahlenbelastung
beeinträchtigt schulische Leistungen. Eine Studie von Ökonomen in
Schweden (Almond Douglas, Lena Eglund, Mårten Palme, 2007) zeigt die
Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung von Kindern nach dem
Tschernobyl-Fallout.
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Stx496-497.2007.10-11.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Perinatalsterblichkeit in der
Ukraine nach Tschernobyl. Der zeitliche Verlauf der
Perinatalsterblichkeit – also der Sterblichkeit, die sich aus den Totgeburten
und den in den ersten 7 Lebenstagen gestorbenen Neugeborenen zusammensetzt –
in den drei vom Tschernobyl-Fallout am stärksten belasteten ukrainischen
Gebieten (oblasts) Zhitomir, Kiew und der Stadt Kiew zeigt eine auffällige
Abweichung von einem gleichmäßig fallenden Trend mit Maximum um das Jahr
1993. Unter vereinfachenden Modellannahmen lässt sich der Verlauf der Daten
mit der verzögerten Wirkung von inkorporiertem radioaktivem Strontium
erklären. Eine epidemiologische Untersuchung von Dr. Alfred Körblein.
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Stx476-477.2006.1-3.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Streit um Tschernobyl-Opferzahlen.
„Den Behörden nicht vertrauen“. Nach Auffassung der atomkritischen
Ärzteorganisation IPPNW kann der Streit um die Opfer der Reaktorkatastrophe
von Tschernobyl beigelegt werden, wenn die zuständigen staatlichen oder
staatsnahen Behörden und wissenschaftlichen Fachgremien dazu übergehen,
seriöse und öffentlich nachvollziehbare wissenschaftliche Fakten zu veröffentlichen.
„Wir brauchen den makaberen Streit um die Tschernobyl-Opfer nicht“, erklärte
der IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz am 26. April 2006 anläßlich des 20.
Jahrestages der Atomkatastrophe. „Es würde uns vollständig genügen, wenn die
zuständigen Behörden und die offiziellen Organisationen damit aufhören
würden, ihre eigenen Zahlen zu manipulieren und die Öffentlichkeit zu
täuschen.“ Die Internationale Atomenergie Organisation IAEO und die
Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich nach Auffassung der IPPNW mit
ihrer Vorgehensweise selbst ins Abseits gestellt.
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Stx464-465.2006.6.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Wir gehen nicht vorsichtiger um mit
Radioaktivität, sondern nachlässiger. 20 Jahre Beobachtungen im
Strahlenschutz. Internationale Atomenergie Agentur (IAEA) und
Weltgesundheitsorganisation (WHO) versuchten mit ihrem „Tschernobylprojekt“
zu vertuschen und abzuwiegeln. Tagungen in Bern und in Berlin haben dagegen
gezeigt: ● Seit 20 Jahren befindet sich offenbar mehr Radioaktivität
aus dem Katastrophenreaktor von Tschernobyl in unserer Umwelt, als bisher
zugegeben und die Strahlendosen sind vielfach höher als nach physikalischen
Abschätzungen zu erwarten wäre. Es reicht nicht, lediglich das relativ leicht
meßbare und deshalb als Leitnuklid gewählte Radiocäsium zu betrachten. ●
Die gesundheitlichen Folgen beschränken sich nicht auf Erkrankungen und Krebs
der Schilddrüse. Wegen der größeren Einwohnerzahl ist in Westeuropa mit mehr
Gesundheitsschäden durch die Reaktorkatastrophe zu rechnen, als in den
Ländern nahe Tschernobyl, obwohl die durchschnittlich erhaltene Strahlendosis
des Einzelnen bei uns viel niedriger ist als dort. Wen es trifft, den trifft
es voll. Um so aufmerksamer sollten wir die Berichte über das Ausmaß und die
Vielfalt der gesundheitlichen Schäden in der Ukraine, in Weißrußland und in
Rußland verfolgen. ● In der Folge der Reaktorkatastrophe vor 20 Jahren
hat sich in der Wahrnehmung und Behandlung von Radioaktivität ein Wandel
vollzogen. In den Interessenkonflikten um den Atomausstieg hat das dazu
geführt, daß der Strahlenschutz in Deutschland abgeschwächt wurde, sogar über
das von der EU geforderte Maß hinaus. Eine ökonomische Deckelung wurde
eingeführt und der Grundsatz des Minimierungsgebots aufgegeben. Wir gehen
tatsächlich heute nicht vorsichtiger, sondern nachlässiger mit der
Radioaktivität um. Dem Fatalismus aber sollte nicht nachgegeben werden, denn
die gesundheitlichen Folgeschäden sind größer als gerne behauptet. Ein
Bericht von Thomas Dersee.
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Stx464-465.2006.1-6.6 (6 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Internationaler Kongreß „20 Jahre nach Tschernobyl“ vom 3. bis 5. April
2006 in der Berliner Charité: „Der
deutlich größte Teil des Reaktorinventars wurde infolge einer Kernexplosion
ausgestoßen. Einen größeren Unfall kann es nicht geben.“ 20 Jahre Mythenbildungen
vernebeln die Sicht auf die Wirklichkeit und müssen beendet werden. Führende
Wissenschaftler und Ärzte aus den betroffenen Ländern Ukraine, Weißrußland
und Rußland sind zu ganz anderen Ergebnissen über die Folgen der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 gekommen, als die
Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) im September 2005 auf ihrer Tagung in Wien und in dem Report des
sogenannten Tschernobylforums. Auf dem Kongreß der deutschen Gesellschaft für
Strahlenschutz, den diese gemeinsam mit dem European Committee on Radiation
Risk (ECRR) vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstaltete,
wurde das besonders deutlich.
Den
vollständigen Abstractband des Internationalen Kongresses „20 Jahre nach Tschernobyl - Erfahrungen
und Lehren für die Zukunft“ der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. und
des European Committee on Radiation Risk (ECRR), den diese vom 3. bis 5.
April 2006 in der Charité in Berlin veranstalteten, finden Sie hier als
pdf-Datei. Die Datei ist 1,4 MB groß.
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Stx462-463.2006.1-2.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Krebs, Leukämien und Geisteskrankheiten finden russische, weißrussische
und ukrainische Forscher jetzt vermehrt bei ihren Mitbürgern.
PSR/IPPNW-Tagung in Bern deckt Falschdarstellungen des „Tschernobyl-Forums“
von WHO und IAEA auf. Etwa 90
Prozent der Aufräumarbeiter von Tschernobyl sind heute krank. Die körperliche
Verfassung von jungen Männern, die zur Zeit des Reaktorunglücks im Jahre 1986
als Soldaten im Alter von 18 bis 25 Jahren Katastrophenhilfe leisteten,
entspricht heute der von 50- bis 60-jährigen. Sie sind um 10 bis 15 Jahre
schneller gealtert. Auf psychische Effekte oder gar eine „Strahlenphobie“
zurückführen läßt sich das nicht. Denn auch in Tierversuchen zeigen sich nach
Niedrigdosisbestrahlung wie bei Menschen für den Alterungsprozeß
charakteristische Verschiebungen biophysikalischer und biochemischer
Parameter. Das berichteten russische, weißrussische und ukrainische
Wissenschaftler am 12. November 2005 im Inselspital in Bern auf einer Tagung
der schweizerischen Sektion der Vereinigung der „Ärztinnen und Ärzte für
soziale Verantwortung / zur Verhütung des Atomkrieges“ (PSR/IPPNW). Ein
Bericht von Thomas Dersee.
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Stx454-455.2005.1-4.4 (4 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Gesundheit und Atomanlagen.
Bereits die Kernschmelze 1979 im AKW Three Mile Island bei Harrisburg / USA
hatte Folgen wie heute die von Tschernobyl. Auch das radioaktive Inventar des
Reaktorkerns war verschwunden. Ein Beitrag von Prof. Dr. Inge
Schmitz-Feuerhake.
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Stx452-453.2005.2-5.4 (4 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Katastrophale Sprachregelung.
Im Jahre 2003 wurde das Tschernobylforum der Vereinten Nationen gegründet –
von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Es vereint Organisationen mit
klangvollen Namen: IAEA, WHO, FAO, UNDP, UNEP, UN-OCHA, UNSCEAR, Weltbank,
die Regierungen Belorußlands, Rußlands und der Ukraine. Am 6. und 7.
September 2005 wurden nun die Arbeitsergebnisse während einer von der
Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) in Wien organisierten Konferenz
vorgelegt. Sinn der aufwendigen mehrjährigen Zusammenarbeit war die
Formulierung von Sprachregelungen im Hinblick auf den 20. Jahrestag der
Katastrophe im nächsten Jahr (2006), und zwar auf der höchstmöglichen Ebene,
nämlich der von UN-Organisationen und Regierungen, außerdem der Abschluß
sämtlicher Forschungsarbeiten zum Thema Tschernobyl und die Vermittlung der
These, daß das Hauptproblem der Region die Armut sei und nicht Tschernobyl.
Dr. M. Repacholi, der Manager des WHO-Strahlenprogramms bringt es auf seine
Weise auf den Punkt: "Die Hauptbotschaft des Tschernobylforums ist:
'kein Grund zur Beunruhigung'." Ein Bericht und Kommentar von Sebastian
Pflugbeil.
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Stx450-451.2005.1-5.5 (5 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Strahlenschäden: Wie verlässlich sind die Grenzwerte? Neue Erkenntnisse
über die Wirkung inkorporierter Radioaktivität. Von Inge Schmitz-Feuerhake.
Es werden unvollständige Annahmen über die zu erwartenden Effekte bei
niedriger Strahlendosis gemacht. Die japanischen Atombombenüberlebenden sind
keine geeignete Referenzbevölkerung zur Beurteilung der Gesundheitsschäden
durch Umweltradioaktivität. Das System zur Sicherung der Einhaltung der
Grenzwerte ist fehlerhaft. Angesichts der Fülle der zu beobachtenden Effekte
nach Tschernobyl wird klar, dass sich die Dosis mit Hilfe der herkömmlichen
und amtlich vorgeschriebenen Methodik nicht bestimmen läßt. Außer in den
direkten Anrainerländern Ukraine und Weißrussland wurde nach dem
Reaktorunfall von Tschernobyl auch aus dem Nachbarland Türkei eine Zunahme
von Fehlbildungen bei Säuglingen gemeldet. Erstaunlich sind auch die Effekte
in weit entfernten europäischen Ländern. Das erklärte Frau Prof. Dr. Inge
Schmitz-Feuerhake, Köln, in ihrem Beitrag auf dem 2. Fachgespräch zur
Situation im Atommüll-Endlager Asse II in Wolfenbüttel am 23. April 2005.
Strahlentelex dokumentiert hier diesen Beitrag.
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Stx442-443.2005.1-6.6 (6 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Vermehrt Krebserkrankungen in Nordschweden nach der Katastrophe von
Tschernobyl. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat nach Berechnungen
von Martin Tondel von der Universität Linköping in Schweden und Kollegen, bis
1996 zu 849 zusätzlichen Krebserkrankungen in den Falloutgebieten
Nordschwedens geführt. In der Ausgabe vom Dezember 2004 des Journal of
Epidemiology and Community Health stellen sie eine Kohortenstudie vor, die
alle bis 60 Jahre alten Bewohner Nordschwedens zum Zeitpunkt der
Reaktorkatastrophe umfaßt und die Bodenbelastungen mit Cäsium-137 ins
Verhältnis setzt zur Zahl der an Krebs Erkrankten. Demnach stiegen das
Gesamt-Krebsrisiko und das für Lungenkrebs mit der Fallout-Belastung an.
Bericht mit einem Kommentar von Sebastian Pflugbeil.
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Stx430-431.2004.1,2.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Zuckerkrank nach Tschernobyl. Seit Tschernobyl erkranken in
Weißrußland zunehmend mehr Kinder und Jugendliche an Diabetes mellitus, der
Zuckerkrankheit – und zwar besonders in den hochbelasteten Gebieten. Das
ermittelten Endokrinologen der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und des
Belorussischen endokrinologischen Beratungszentrums in Minsk mit einer
bemerkenswerten Studie. Über den langen Zeitraum von 1980 bis 2002 wurde in
zwei sehr unterschiedlich belasteten Gebieten Belorußlands die Inzidenzrate
(Erkrankungshäufigkeit pro Jahr) von Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern und
Jugendlichen verfolgt.
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Stx416-417.2004.7.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Fehlbildungen in Bayern nach Tschernobyl. Eine Neuauswertung der
Daten von angeborenen Fehlbildungen bei Neugeborenen in Bayern durch den Münchner
Physiker Dr. Alfred Körblein ergibt einen deutlich signifikanten Zusammenhang
der Fehlbildungsraten vor und nach Tschernobyl mit der Cäsiumbelastung der
Landkreise. Allerdings ist dieser Zusammenhang nicht linear. Bei niedrigen
Belastungen zeigt sich ein steiler Anstieg, gefolgt von einem Rückgang und
einem erneuten Anstieg mit zunehmender Cäsiumbelastung. Die Erhöhung der
Fehlbildungsrate pro Dosiseinheit ist bei sehr niedriger Strahlendosis circa
fünfmal größer als bei hoher Dosis. Die bayerischen Fehlbildungsdaten könnten
eine Schlüsselrolle für das Verständnis der Wirkung kleiner Strahlendosen
spielen.
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Stx416-417.2004.4-6.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Die internationale Strahlenschutzgemeinschaft hat nach Tschernobyl
versagt.Als "realistischen Überblick über Probleme, die in Zusammenhang
mit Reaktorunfällen entstehen können," bezeichnet Dr. Mikhail Malko,
Physiker an der Akademie der Wissenschaften in Minsk/Belarus (Weißrußland)
den im selben Strahlentelex-Heft dokumentierten Bericht von Lengfelder et al.
und weist ergänzend auf das Versagen der internationalen
Strahlenschutzgemeinschaft hin: "Das ist eine potentielle Gefahr auch
für die Bürger der demokratischen Länder für den Fall einer Katastrophe in
einem westlichen AKW."
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Stx414-415.2004.5-7.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Die Klärung von Gesundheitsfolgen des Tschernobyl-Unfalls stößt auf
Widerstand. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 hat
riesige Landflächen radioaktiv verseucht. Hunderttausende Menschen sind in
ihrer Gesundheit betroffen. Das Münchner Otto Hug Strahleninstitut - MHM
gehört mit seinen strahlenmedizinischen Experten zu den ersten westlichen
Organisationen, die seit 1990 medizinische Hilfsprojekte in der Region
aufgebaut und wirksame medizinische Hilfe geleistet haben. Die Tatsache, daß
die internationale Nuklearlobby medizinische Forschungsergebnisse über die
schweren kurz- und langfristigen Gesundheitsfolgen zu vertuschen sucht, ist
besonders abstoßend. Ein Bericht über den Einfluß verschiedener Faktoren auf
die Abschätzung der Gesundheitsfolgen nach Tschernobyl und den Beitrag
internationaler nicht-staatlicher Organisationen zur Forschung und zur
Behandlung von Schilddrüsenpathologien in Belarus. Von E. Lengfelder, H.
Rabes, H. Scherb, Chr. Frenzel.
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Stx414-415.2004.2-5.4 (4 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Epidemiologie: Vermehrt akute Leukämien bei Kindern um Tschernobyl.
Von dem radioaktiven Fallout des Tschernobyl-Unfalls 1986 waren allein in der
Ukraine mehr als 4 Millionen Menschen betroffen. Um die Wirkung der Bestrahlung
im Mutterleib und das Entstehen von Leukämie zu untersuchen haben
Wissenschaftler der Akademie der Wissenschaften der Ukraine und des Roswell
Park Cancer Institute in den USA das Vorkommen der verschiedenen
Leukämietypen bei Kindern untersucht, die im Jahr des Unglücks 1986 geboren
worden waren. Die Entwicklung der Kinder wurde 10 Jahre lang bis 1996 weiter
verfolgt. Die Risikoraten für die akute lymphatische Leukämie (ALL) war für
Jungen dramatisch erhöht und in nicht ganz so starker Ausprägung auch für
Mädchen. Für beide Geschlechter kombiniert war das relative Risiko für die
akute lymphatische Leukämie in belasteten Bezirken mehr als dreifach höher
als in unbelasteten (RR = 3,4). Die Ergebnisse dieser Untersuchung legen den
Schluß nahe, daß das erhöhte Risiko, an Leukämie zu erkranken, für die im
Jahre 1986 geborenen und danach weiter in radioaktiv belasteten Gebieten
lebenden Kinder aus dem Tschernobyl-Fallout folgt.
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Stx408-409.2004.2,3.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Der Strontium-Fallout korreliert mit der frühen Säuglingssterblichkeit
um Tschernobyl. Der Strontium-Effekt überragt den Cäsium-Effekt um das
Zehnfache. Die frühe Säuglingssterblichkeit (perinatale Mortalität) in
den ukrainischen und weißrussischen Gebieten um Tschernobyl nahm 1987, dem
Jahr nach dem Reaktorunglück, zu. Für das selbe Jahr wurde auch die Zunahme
der frühen Säuglingssterblichkeit in Deutschland und Polen untersucht, wobei
sich der Effekt der Cäsiumbelastung schwangerer Frauen zuordnen ließ. Nach
1989 gab es in Weißrußland und in der Ukraine einen zweiter unvermuteten
Anstieg der frühen Säuglingssterblichkeit. Für diesen erneuten Anstieg läßt
sich eine zufriedenstellende Beziehung zur Strontiumbelastung schwangerer
Frauen herstellen. Das zeigte Alfred Körblein vom Umweltinstitut München
jetzt in einer Untersuchung. (A.
Körblein: Strontium fallout from Chernobyl and
perinatal mortality in Ukraine
and Belarus.
Radiats Biol Radioecol. 2003 Mar-Apr;43(2):197-202.)
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Stx398-399.2003.5.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Schilddrüsenkrebs: Sorgen um Tschernobyl-Kinder als Versuchskaninchen
der USA. Im Jahre 1994 wandte sich das amerikanische Energieministerium
an das Gesundheitsministerium von Weißrußland (Belarus), um ein auf
mindestens 30 Jahre geplantes gemeinsames Forschungsprojekt durchzuführen,
das BelAm-Projekt. Zweck ist die langfristige Untersuchung, wie viele
Krebsfälle und andere Pathologien der Schilddrüse in belarussischen
Bevölkerungsgruppen auftreten werden, die einer unterschiedlich hohen
Dosisbelastung durch radioaktives Jod aus Tschernobyl ausgesetzt waren.
Ausgewählt wurden etwa 13000 Personen, die über drei Jahrzehnte regelmäßig
untersucht werden sollen. Natürlich gefällt Weißrußland eine internationale
Kooperation zu den Tschernobyl-Folgen und die Förderung der medizinischen
Wissenschaft im Lande. Das Energieministerium der USA finanziert das
gemeinsame Projekt mit 10 Millionen US-Dollar.
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Stx390-391.2003.2-4.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Auch in Deutschland und anderen Ländern Europas starben nach
Tschernobyl deutlich mehr Säuglinge, gab es mehr Fehlbildungen und
Totgeburten. Die Studien von Alfred Körblein, Hagen Scherb und Eveline
Weigelt erschienen in den Otto-Hug-Berichten der Gesellschaft für
Strahlenschutz. In Vorbereitung auf den 17. Jahrestag der
Tschernobyl-Katastrophe erschien im März 2003 der Otto-Hug-Bericht Nr. 24 der
Gesellschaft für Strahlenschutz mit zwei bemerkenswerten Arbeiten. Die
Autoren befassen sich seit vielen Jahren mit statistischen Untersuchungen
epidemiologischer Fragestellungen und haben viel dazu publiziert. Ihre
fachliche Kompetenz kann man vernünftigerweise nicht in Frage stellen. Nun
haben sie sich aber Themen zugewandt, von denen das Establishment der
deutschen Epidemiologen und Strahlenmediziner/-biologen/-physiker bisher die
Meinung vertreten hat, daß es nicht sinnvoll ist, diese Themen zu bearbeiten,
weil es gar nicht möglich sei, dabei etwas Vernünftiges herauszubekommen. Es
geht um die Untersuchung von Veränderungen in den Daten der
Säuglingssterblichkeit, der Totgeburten und Fehlbildungen in Bayern,
Deutschland und verschiedenen europäischen Regionen nach dem Reaktorunfall in
Tschernobyl im April 1986.
Zu Vorwort, Abstracts, Zusammenfassung und
Bestellformular
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Stx388-389.2003.6,7.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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17 Jahre nach Tschernobyl: Gesundheitsfolgen bei Kindern in Weißrußland
und der Ukraine. In Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät der
Universität Basel veranstaltete die Schweizer Sektion von PSR/IPPNW
(Physicians for Social Responsibility/Internationale Ärzte für die Verhütung
des Atomkrieges) am 15. Februar 2003 ein Fortbildungs-Symposium zum Thema
"Gesundheitsfolgen von Tschernobyl bei Kindern". Berichtet wurde im
Kantonsspital Basel über die Auswirkungen radioaktiver Strahlung bei Kindern,
die in den belasteten Gebieten von Weißrußland und der Ukraine leben. Die
Professoren Andreas Nidecker und Michel Fernex schrieben darüber in der
Schweizerischen Ärztezeitung.
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Stx388-389.2003.7,8.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Fehlbildungen in Europa und der Türkei. Das sich entwickelnde Lebewesen
gilt in der Strahlenbiologie als empfindlichstes System. In der
Strahlenschutzgesetzgebung findet das jedoch kaum Beachtung, weil
internationale Komitees überwiegend Schwellenwerte - also unschädliche
Dosisbereiche - für strahleninduzierte teratogene Effekte annehmen. Die
deutsche Strahlenschutzkommission setzt diesen unschädlichen Bereich bei 50
Millisievert (mSv) an. Daher dürfen schwangere Frauen nach der Novellierung
der Strahlenschutzverordnung im Jahre 2001 neuerdings im Kontrollbereich arbeiten.
Nach Tschernobyl hat die Strahlenschutzkommission deshalb behauptet, daß
dadurch in Deutschland eine "Schädigung des ungeborenen Lebens nicht zu
befürchten ist". Entgegen dieser Prognose wurden jedoch in Deutschland
und anderen Ländern in der näheren und weiteren Umgebung von Tschernobyl
Anstiege strahlentypischer Fehlbildungen beobachtet. Über diese Befunde hat
der Epidemiologe und Strahlenforscher Wolfgang Hoffmann vom Bremer Institut
für Präventionsforschung, Sozialmedizin und Epidemiologie eine Übersichtsarbeit
vorgelegt.
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Stx374-375.2002.9,10.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Verminderte Hirnfunktionen bei Katastrophenhelfern. Zehntausende
von Menschen, die nach der Tschernobylkatastrophe vom 26. April 1986 mit
Sanierungsarbeiten an der strahlenden Atomreaktorruine beschäftigt waren, sind
mittlerweile nicht nur von Krebserkrankungen befallen. So klagen sie über
vermindertes Sprechvermögen, Depressionen, Gedächtnisstörungen und
Konzentrationsprobleme. Das berichteten jetzt russische Ärztinnen und Ärzte
auf dem 18. UICC International Cancer Congress Oslo 2002. Julia V. Malova,
Psychiaterin beim Moskauer Zentrum für Strahlenerkrankungen und dort speziell
für Tschernobyl-ArbeiterInnen zuständig, erklärte demnach: "Unsere
Theorie ist, daß auf irgendeine Weise die Blutzufuhr zum Gehirn vermindert
worden war und möglicherweise noch wird."
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Stx374-375.2002.9.1 (1 Seite)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Fehlbildungen bei Neugeborenen in Bayern. In Gesamt-Bayern war die
Fehlbildungsrate bei Neugeborenen im Jahr nach Tschernobyl gegenüber dem
Trend der Jahre 1984 bis 1991 nicht erhöht. Allerdings ist im südlichen Teil
des Freistaates, der durch den radioaktiven Fallout stärker belastet war, die
Fehlbildungsrate Ende 1987 nahezu doppelt so hoch wie in Nordbayern. Im
November und Dezember 1987 zeigt die Fehlbildungsrate in den bayerischen
Landkreisen eine hochsignifikante Abhängigkeit von der
Cäsium-Bodenkontamination. Das Verhältnis der Fehlbildungsraten in Süd- und
Nordbayern korreliert zeitlich mit der um sieben Monate verschobenen
Cäsiumbelastung der Schwangeren. Das ermittelte der Münchner Diplom-Physiker
Dr. Alfred Körblein vom Umweltinstitut München.
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Stx360-361.2002.5,6.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Hohes Schilddrüsenkrebsrisiko für Kinder bis zu einem Alter von 10
Jahren bei Strahlenbelastung. Kurzlebige Anteile des Tschernobyl-Fallouts als
Ursache nachgewiesen. Der Ursache für die auffallende Zunahme der
Häufigkeit von Schilddrüsenkrebs bei Kindern, die in einem Radius von 150
Kilometern um den Unglücksreaktor von Tschernobyl leben, gingen japanische
und russische Wissenschaftler von der Nagasaki University School of Medicine,
der Radiation Effects Research Foundation in Hiro-shima und dem
belorussischen Gomel Specialized Medical Dispensary nach. Wie Yoshisada
Shibata und Kollegen jetzt in der Zeitschrift The Lancet berichten,
untersuchten sie dazu 21.601 Kinder, die vor und nach dem Reaktorunglück vom
26. April 1986 geboren worden waren und fanden dabei insgesamt 32
Schilddrüsenkrebserkrankungen (The Lancet, Vol. 358, Dec. 8, 2001, p.
1965-1966). Allein 31 der Schilddrüsenkrebserkrankungen entfielen dabei auf
die 9.720 Kinder, die zwischen dem 1. Januar 1983 und dem 26. April 1986
geboren worden waren. Dieses Ergebnis zeigt einen signifikanten Effekt des
kurzlebigen radioaktiven Tschernobyl-Fallouts, speziell von Jod-131 und
Jod-133, erklärten Shibata und Kollegen.
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Stx360-361.2002.5.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Erbgutschäden bei Kindern. Im Erbgut der Kinder von
Katastrophenhelfern von Tschernobyl sind ungewöhnlich viele Mutationen gefunden
worden. In Abschnitten des Genoms haben Wissenschaftler der Universität von
Haifa eine bis auf das Siebenfache erhöhte Zahl von Veränderungen
festgestellt. Wie die Forscher in den Proceedings der Royal Society of London
(Bd. 268, p. 1001) berichten, gehen diese Mutationen zwar noch nicht mit
schweren Krankheiten einher, die Häufung von Erbveränderungen zeige jedoch,
daß sie an die Nachkommen weitergegeben werden.
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Stx346-347.2001.8.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Desinformation über Schilddrüsenerkrankungen nach Tschernobyl.
Staatliche Sponsoren wollen "wissenschaftliche Konkurrenz und
widersprüchliche Publikationen vermeiden". Unter den
Gesundheitsfolgen der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl im Jahre 1986 steht
in den betroffenen drei GUS-Republiken die dramatische Zunahme von
Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere von Schilddrüsenkrebs an vorderster
Stelle. Darauf wies auf dem internationalen Kongress "Strahlenschutz
nach der Jahrtausendwende" der Gesellschaft für Strahlenschutz Professor
Dr.med. Dr.h.c. Edmund Lengfelder vom Institut für Strahlenbiologie der
Universität München am 10. Juni 2000 in Bremen hin. Die meisten Fälle seien
in Belarus (Weißrußland) aufgetreten. Im Verwaltungsgebiet Gomel, das größer
ist als Baden-Württemberg, sei im Beobachtungszeitraum von 13 Jahren nach der
Reaktorkatastrophe (1986-1998) in der Altersstufe von 0 bis 18 Jahren die
Summe der jährlichen Neuerkrankungen an Schilddrüsenkrebs 58-fach höher als
im gleichen Zeitraum vor dem Unfall. Die Realität dieser Entwicklung stehe in
krassem Widerspruch zu den jahrelangen verharmlosenden Behauptungen von
Regierungen, internationalen Organisationen (zum Beispiel der Internationalen
Atomenergieagentur IAEA in Wien) und Industriezweigen, die an der
fortgesetzten Nutzung der Atomenergie starkes Interesse haben. Die Fakten zu
Tschernobyl hätten auch gezeigt, daß die bisherigen Konzepte des
Katastrophenschutzes für die Bevölkerung im Falle eines Super-GAUs in
Deutschland bezüglich Evakuierungszonen und Schilddrüsenkrebsprophylaxe
absolut untauglich sind.
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Stx326-327.2000.6,7.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Chromosomenstudie belegt: Belorussische Kinder sind durch die
Tschernobyl-Katastrophe mit bis zu 500 Milligray strahlenbelastet. In
einer Vielzahl von Veröffentlichungen werden Chromosomenanalysen an Personen
beschrieben, die durch den Tschernobylunfall am 26. April 1986 verstrahlt
wurden. Die Untersuchungen an Einzelpersonen oder Personengruppen aus
Belorussland, der Ukraine und Russland werden dabei nicht nur vorgenommen, um
nach der Reaktorkatastrophe eine Dosisermittlung durchzuführen, sie dienen
auch einer Risikoabschätzung der zu erwartenden strahlenbedingten
Erkrankungen. In der Ausgabe der Zeitschrift Radiation Protection Dosimetry
No.2 2000, veröffentlichte L. S. Mikhalevich von der belorussischen Akademie
der Wissenschaften in Minsk und Kollegen das Ergebnis einer
Chromosomenuntersuchung an 86 belorussischen Kindern, denen kurz nach der
Reaktorkatastrophe Blutproben entnommen worden waren. Die dabei von den
Autoren ermittelten Dosiswerte liegen um ein Vielfaches über denen, die
offiziell angegeben werden. Ähnlich hohe Dosen, ermittelt durch biologische
Dosimetrie, mit Werten von 300 bis 500 Milligray, sind nicht ungewöhnlich für
Evakuierte aus der Stadt Pripjat und benachbarten Gebieten wie Kharkov,
stellen die Autoren fest. Die Untersuchung zeige nochmals deutlich, dass die
erhaltene Dosis nicht mit den Bodenwerten der Cäsiumbelastung korreliert
werden dürfe und dass die physikalischen Dosisabschätzungen das reale Ausmaß
der Verstrahlung weit unterschätzen.
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Stx320-321.2000.5,6.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Berufskrankheit: Kernenergieopfer gestorben. Das erste von einem
deutschen Gericht anerkannte Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ist
gestorben.
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Stx.302-303.1999.5,6.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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13 Jahre nach Tschernobyl: "Weißrußland stirbt".
Demographische Probleme in Belorußland. Ein Bericht von Dr. Sebastian
Pflugbeil vom Ersten Internationalen Wissenschaftlich-Praktischen Kongreß zu
Demographischen Problemen Belorußlands, der vom 17. - 20. März 1999 in Minsk
stattfand.
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Stx294-295.1999.2,3.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Weißrußland: Schon mehr als 50.000 Patienten wurden im
Schilddrüsenzentrum Gomel behandelt. Bericht des Otto Hug
Strahleninstituts München.
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Stx286-287.1998.12.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Berufskrankheit: Speditionsarbeiter in Thüringen als Tschernobyl-Opfer
anerkannt.
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Stx276-277.1998.121 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Down-Syndrom nach Tschernobyl: Die Trisomie-21-Studie des Berliner
Humangenetikers Sperling wurde in einer Re-Analyse bestätigt. Exakt 9
Monate nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurden in Berlin
überdurchschnittlich viele Kinder mit der chromosomalen Veränderung Trisomie
21, auch Down-Syndrom genannt, geboren. Eine von Professor Karl Sperling vom
Institut für Humangenetik der Humboldt Universität Berlin veröffentlichte
Studie über die unerwartet hohe Anzahl mit Down-Syndrom geborener Kinder
erregte international großes Aufsehen. Pierre Verger vom Institut für
nukleare Sicherheit und Strahlenschutz in Fontenay-aux Roses Cedex
(Frankreich) sichtete die vorhandenen Arbeiten über einen möglichen
Zusammenhang von ionisierender Strahlung und dem Entstehen der
Chromosomenanomalie Down-Syndrom. Ein Bericht von Bettina Dannheim.
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Stx268-269.1998.1-4.4 (4 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Im Gebiet Rovno in der Ukraine nahm die Zahl der Blutkrebserkrankungen
in den letzten Jahren drastisch zu. Bereits 1994 berichteten Ja. I.
Vygovskaja und Kollegen in der russisch-sprachigen Fachzeitschrift
"Hämatologie und Transfusiologie", daß die Zahl der bösartigen
Blutkrankheiten in der kindlichen und der erwachsenen Bevölkerung im Gebiet
Rovno (Ukraine) in den Jahren nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
deutlich angestiegen sei. Die Bedeutung dieser Studie fand bisher kaum
Eingang in die westliche Debatte über mögliche gesundheitliche Folgen der
Reaktorkatastrophe. Das Strahlentelex veröffentlicht einige der Ergebnisse
dieser genannten Studie.
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Stx266-267.1998.1,2.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Kinderleukämien: Nach dem Tschernobyl-Unfall erkrankten mehr Säuglinge
in Deutschland an Blutkrebs. Nach der Katastrophe 1986 in dem ukrainischen
Atomkraftwerk Tschernobyl sind in Westdeutschland anderthalb mal soviele
Kinder im ersten Lebensjahr an Leukämie erkrankt wie im Durchschnitt der 80er
Jahre. Das berichteten Jörg Michaelis und Uwe Kaletsch vom Deutschen
Kinderkrebsregister am Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation
der Universität Mainz gemeinsam mit W. Burkart und B. Grosche vom Institut
für Strahlenhygiene des Bundesamtes für Strahlenschutz im Mai 1997.
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Stx252-253.1997.1,2.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Leukämie in Griechenland. In Griechenland erkranken Jinder, die zum
Zeitpunkt der Reaktorkatstrophe von Tschernobyl im Leib ihrer Mutter
heranwuchsen, doppelt so häufig an Leukämie wie andere Kinder. Das ist das
Ergebnis einer im Juli 1996 veröffentlichten Studie des Harvard-Zentrums für
Krebsprävention.
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Stx230-231.1996.12.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Ukraine, Weißrußland: Erbgutveränderungen bei Kindern verdoppelt.
Erbgut-Mutationen haben sich bei Kindern, die in der Umgebung von Tschernobyl
leben, verdoppelt. Weil Kinder untersucht wurden, die 1996 zwei Jahre alt
waren, schließen Genetiker aus Moskau und Leicester auf genetische
Veränderungen der elterlichen Keimzellen.
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Stx228-229.1996.9.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Schilddrüsenkrebs nimmt schneller zu als erwartet. Wissenschaft sieht
sich vor ein "unlösbares Rätsel" gestellt. Vom 20. bis 23.
November 1995 fand in Genf in der Schweiz eine von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) organisierte internationale Konferenz zu
den Gesundheitsfolgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und anderer
nuklearer Unfälle statt. Ziel der Konferenz war die Präsentation der
Ergebnisse der ersten Phase des "International Programme on the Health
Effects of the Chernobyl Accident", welches im Jahr 1991 begonnen wurde.
Die Konferenz sollte außerdem ein Forum für die Diskussion und den Vergleich
wissenschaftlicher Untersuchungen zu den gesundheitlichen Folgen der
Belastung durch ionisierende Strahlung bilden. Heiko Ziggel, Physiker an der
Universität Portsmouth, England, berichtet über die auf der Konferenz
vorgetragenen Arbeiten zu Schilddrüsenkrebserkrankungen bei Kindern.
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Stx214-215.1995.1-4,9.5 (5 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Ukraine: Beleg für Krebs durch Tschernobyl. Der Super-GAU von
Tschernobyl ist für die Zunahme von Schilddrüsenkrebs in der Ukraine
verantwortlich. Das ergibt eine 1995 veröffentlichte Studie britischer und
ukrainischer Forscher.
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Stx206-207.1995.11.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Die Strahlenbelastung der Tschernobyl-Liquidatoren ist auch heute noch
meßbar. Nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl waren mehr als 600.000
Liquidatoren an der Dekontamination der verstrahlten Gebiete beteiligt. Das
Institut für Strahlenbiologie im Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
(GSF) in Neuherberg ermittelte retrospektiv die Strahlenbelastung von 15
Personen, die zu der am höchsten belasteten Gruppe der Strahlenopfer gehören
die Studie wurde im Frühjahr 1994 veröffentlicht.
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Stx198-199.1995.9.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Wissenschaftliche Nachlese: Behinderte Kinder in Berlin durch
Tschernobyl. Professor Dr. Karl Sperling bleibt dabei: Überzufällig viele
Kinder mit Down-Syndrom (Trisomie 21, "Mongolismus") sind neun
Monate nach Tschernobyl in Berlin zur Welt gekommen, für die als Ursache nur
der Unfall von Tschernobyl angegeben werden kann. Das ist das Ergebnis einer
ausführlichen Datenanalyse, die der Leiter des Instituts für Humangenetik an
der Freien Universität Berlin im British Medical Journal vom 16. Juli 1994
veröffentlicht hat. Sperling findet seine Vermutungen von 1987 bestätigt, die
damals noch von der Strahlenschutzkommission und von Politikern angegriffen
worden waren.
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Stx184-185.1994.1,2.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Kind und Umwelt: Neugeborenensterblichkeit nach Tschernobyl. 10
Studien im Überblick: Deutschland, Griechenland, Schweden, Ungarn, Finnland,
Norwegen.
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Stx178-179.1994.7.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Niedrigdosisstrahlung: Tschernobylfolgen auch in Deutschland meßbar.
Entgegen den Beteuerungen von Strahlenschutzkommission und Bundesregierung
sind mit hoher Wahrscheinlichkeit schwerwiegende gesundheitliche Folgen aus
der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in höher belasteten Regionen
Deutschlands statistisch erfaßbar. Darauf machte der Lüneburger Arzt für
öffentliches Gesundheitswesen Dr. Hayo Dieckmann 1993 aufmerksam. Er stützt
sich dabei auf das Neuroblastomrisiko für den Geburtsjahrgang 1988 nach Zahlen
des Kinderkrebsregisters Mainz von 1992.
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Stx166-167.1993.4.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Moskau: Nervenkrank durch Tschernobyl. Die bei den Aufräumarbeiten
nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl eingesetzten Katastrophenhelfer (Liquidatoren)
- mehr als 600.000 Arbeiter, Soldaten und Ingenieure - leiden nach Angaben
russischer Ärzte überdurchschnittlich häufig an Nervenkrankheiten und
Schädigungen des Immunsystems. Die Moskauer Zeitung Moscow Times zitierte in
ihrer Ausgabe vom 13. Januar 1993 eine Studie, nach der 80 Prozent von 1600
in einer Klinik in St. Petersburg untersuchten Katastrophenhelfern unter
ernsten psychischen Problemen leiden.
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Stx146-147.1993.4,5.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Weißrußland: Die Kinder erkranken jetzt öfter an Krebs.
Schilddrüsenkrebs bei Kindern tritt 1992 in Weißrußland bis zu 80mal so
häufig auf wie im weltweiten Durchschnitt. Das berichtet Vassili Kazakov vom
Gesundheitsministerium in Minsk in dem englischen Wissenschaftsmagazin Nature
vom 3. September 1992. Der Bericht steht im Widerspruch zu den früheren
Aussagen der sowjetischen Zentralregierung in Moskau und korrigiert die
Aussagen des Tschernobyl-Projektes der Internationalen Atomenergieagentur
(IAEA) vom Mai 1991. Die ehemalige sowjetische Regierung hatte verboten,
Verbindungen zwischen Strahlenbelastungen und Erkrankungen herzustellen.
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Stx138-139.1992.1-3.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Im Test: Unzuverlässige Ganzkörpermessungen. Ganzkörpermessungen in
Rußland und Deutschland sind in hohem Maße unzuverlässig und ungenau. Das ist
Ergebnis eines vergleichenden Tests, den Prof. Dr. Edmund Lengfelder vom
Strahlenbiologischen Institut der Universität München und Mitarbeiter
durchführten. Der 1991 durchgeführte Test von Ganzkörpermeßstellen in Rußland
sowie in Berlin und München ist im Bericht Nr. 5 des Otto Hug
Strahleninstituts dokumentiert.
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Stx138-139.1992.3,4.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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GUS: Bereits 13.000 tote Liquidatoren. 70.000 der
Katastrophenhelfer (Liquidatoren) von Tschernobyl sind bereits Invaliden,
13.000 sind gestorben. Dabei beträgt das Durchschnittsalter der Männer 35
Jahre. Das erklärte Dr. Georgiy F. Lepin aus Kiew (Ukraine), Vizepräsident
der Vereinigung der Liquidatoren von Tschernobyl, im September 1992 in
Berlin.
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Stx138-139.1992.8.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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"Aktion Sammelt Zähne" angelaufen. Zum Zwecke des
Strontium-Nachweises nach dem Vorbild vor 30 Jahren in den USA riefen 1992
die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) zum
Sammeln von ausgefallenen Zähnen von Kindern und Erwachsenen auf. Die hier
ermittelten radioaktiven Belastungen sollen denen der Tschernobyl-Region
gegenübergestellt werden.
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Stx136-137.1992.8.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Nervenschäden nach radioaktiver Strahlung. Die psychischen
Störungen, unter denen viele ehemalige Bewohner des Gebietes um Tschernobyl leiden,
könnten auf Schädigungen von Nervenzellen durch radioaktive Strahlung
zurückzuführen sein. Diese Ansicht vertrat 1992 Nadejda Gulaya vom Pallaguin
Institut für Biochemie in Kiew.
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Stx136-137.1992.8.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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GUS-Staaten: Bisher 6000 bis 8000 Tote durch Tschernobyl. In der Ukraine
sind 6000 bis 8000 Menschen an den Folgen der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl vom 26. April 1986 gestorben. Rund 15.000 Menschen leiden an
strahlenbedingten Krankheiten. Dies geht aus Statistiken hervor, die
ukrainische Regierungsvertreter auf einer Pressekonferenz zum Thema
"Sechs Jahre nach Tschernobyl" vorlegten. Wie die
Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete, ist die Sterblichkeit unter den
Mitgliedern der Rettungsmannschaften, die an den Dekontaminierungsarbeiten
teilgenommen hatten, drei- bis fünfmal so hoch wie bei anderen Menschen
gleichen Alters.
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Stx128-129.1992.1.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Krebsfälle nehmen um Tschernobyl deutlich zu. Sechs Jahre nach dem Reaktorunfall
im ukrainischen Tschernobyl nimmt die Zahl der Krebserkrankungen in den
radioaktiv verseuchten Gebieten offenbar deutlich zu. Vor allem die Fälle von
Schilddrüsenkrebs bei Kindern seien drastisch gestiegen, erklärte der
weißrussische Gesundheitsminister Wasili Kasakow im März 1992 in Gomel.
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Stx124-125.1992.1.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Vermehrt Neuroblastome bei Säuglingen in Süddeutschland. Für
Deutschland zeige sich in der Krebsstatistik im Jahre 1988 ein gehäuftes Auftreten
von Neuroblastomen, einer bösartigen Erkrankung des Nervensystems,
überwiegend bei Säuglingen und Kleinkindern. Darauf wies Prof. Dr. Günter
Henze von der Kinderklinik der Freien Universität Berlin 1991 hin.
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Stx122-123.1992.8.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Internationale Atomenergieagentur (IAEA). Die Diskussion der
internationalen Tschernobyl-Studie läuft verkürzt. Auf Wunsch der
Sowjetischen Regierung ist in der zweiten Hälfte des Jahres 1990 ein Projekt
zur Erfassung der gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen des
Reaktorunfalls von Tschernobyl (International Chernobyl Project) durchgeführt
worden. 200 Experten aus 25 Ländern und sieben internationalen Organisationen
waren unter der Schirmherrschaft der Internationalen Atomenergie-Organisation
(IAEO) daran beteiligt, darunter die Weltgesundheitsorganisation, das
Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkung von
Atomstrahlung (UNSCEAR) und die EG-Kommission. Dr. I. Shigematsu, Chairman
der Radiation Effects Research Foundation in Hiroshima/Japan, stand der die
Studie durchführenden "beratenden Kommission", dem International
Advisory Committee, vor. Bei einem Treffen der Internationalen
Atomenergieagentur (IAEA) in Wien vom 18. bis 22. Mai 1991, wurden die
Ergebnisse der Studie vorgelegt. Die öffentliche Darstellung und Diskussion
erfolgten ausgesprochen kontrovers. Der Grund liegt im krassen Gegensatz
zwischen dem hohen Grad der Unzulänglichkeit der vorgelegten Studie und der
Höhe der in sie gesetzten Erwartungen.
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Stx110-111.1991.1,2.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Die Säuglingssterblichkeit war in Süddeutschland erhöht. Nach dem
Vorbild der Bremer Wissenschaftler Lüning, Schmidt, Scheer und Ziggel veröffentlichte
das Umweltinstitut München 1991 eine Untersuchung über die Auswirkungen des
Reaktorunfalls von Tschernobyl im April 1986 auf die Säuglingssterblichkeit
in schwach und hoch radioaktiv belasteten Gebieten der Bundesrepublik
Deutschland. Danach zeigt der Verlauf der Säuglingssterblichkeit bis eine
Woche nach der Geburt im höher belasteten Süddeutschland zwei deutliche
Anstiege im Frühsommer 1986 und Winter 1986/87.
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Stx108-109.1991.4.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Tschernobyl-AIDS: In Milchzähnen nach Strontium suchen! Die
ausfallenden Milchzähne der Kinder in den durch den Tschernobyl-Unfall
radioaktiv verseuchten Gebieten der Sowjetunion sind zu sammeln und die
Aktivität des in ihnen eingebauten Knochensuchers Strontium ist zu bestimmen.
Das empfahl der Arzt und Biochemiker Dr. Roland Scholz, Professor am Institut
für Physiologische Chemie, Physikalische Biochemie und Zellbiologie der
Universität München im Jahre 1991. Denn: Vom Strontium gibt es keine
flächendeckende Kartierung der Verseuchung, im Gegensatz zum Cäsium, weder in
Westeuropa noch in der Sowjetunion. Strontium kann nicht durch
Ganzkörpermessungen erfaßt werden; denn als Beta-Strahler hat es nur eine
kurze Reichweite. Strontium ist die große Unbekannte. Am Strontium aber könnte
es liegen, wenn wir in Westeuropa noch einmal glimpflich davongekommen sind,
während es die Menschen in der Sowjetunion besonders hart trifft.
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Stx106-107.1991.1,2,3.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Chromosomenschäden in Salzburg. Unter der Federführung von Dr. J.
Pohl-Rüling von der Abteilung für Biophysik der Universität Salzburg
(Österreich), veröffentlichte 1991 eine international zusammengesetzte
Wissenschaftlergruppe die Ergebnisse ihrer Untersuchungen über
Chromosomenschäden in Lymphozyten von in Salzburg lebenden Menschen in der
Folge des Reaktorunglücks in Tschernobyl. Die aufgenommenen Strahlendosen
waren infolge des Tschernobyl-Fallouts bei den getesteten Personen im Jahre
1987 zwischen 15 und 68 Prozent gegenüber der vorherigen Strahlenbelastung
erhöht. Vor Tschernobyl lag die Strahlenbelastung in Salzburg im Mittel bei
0,9 Milligray oder 90 Millirad pro Jahr, nach Tschernobyl bei 2 Milligray
oder 200 Millirad pro Jahr. Dabei erhöhte sich die Zahl der Chromosomenschäden
in den Lymphozyten des peripheren Blutes der Testpersonen im Vergleich zu vor
Tschernobyl zunächst auf etwa das Sechsfache. Mit höheren zusätzlichen Dosen
verringerte sich die Zahl der Chromosomenschäden wieder. Bei zwei Personen,
die auch vorher und bis zu 4 Jahre nach dem Unfall von Tschernobyl untersucht
wurden, nahmen die Chromosomenschäden von 1984/85 bis 1987 zunächst deutlich
zu und dann in 1988 und weiter in 1990 wieder ab. Die gefundenen
Dosis/Wirkungs-Kurven, so Pohl-Rüling et al., zeigten dieselbe Tendenz wie
die Ergebnisse früherer Untersuchungen und stützten die Annahme, daß
Reparaturenzyme durch ein gewisses Ausmaß an DNA-Schäden stimuliert würden.
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Stx106-107.1991.1,3,4.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Bonn: Die Bundesregierung steckt den Kopf in den Sand. Die
Bundesregierung will gesundheitliche Strahlenfolgen des Unfalls von
Tschernobyl in den betroffenen Gebieten der Sowjetunion nicht anerkennen. Das
ergibt sich aus der Antwort der Bundesregierung vom 5. November 1990 auf eine
Anfrage der SPD-Fraktion im Bundestag (Bundestags-Drucksache 11/8421).
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Stx96-97.1991.8.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Bonn: Sowjetbürger als Studienobjekte deutscher Strahlenforscher. 1990
hat die bundesdeutsche Strahlenschutzkommission der Bundesregierung
empfohlen, Wissenschaftler aus der Bundesrepublik und der DDR sowie ein
halbes Dutzend Spezialbusse mit Meßgeräten in die Sowjetunion zu senden. In
den Bussen sollen sogenannte Ganzkörpermessungen durchgeführt werden.
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Stx86-87.1990.4.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Säuglingssterblichkeit nach Tschernobyl: "Die Wahrheit siegt nicht
- ihre Gegner sterben aus" (Planck). Für die Jahre von 1975 bis 1987
hatten die Wissenschaftler M. Schmidt, H. Ziggel und G. Lüning um den Bremer
Physiker Prof. Dr. Jens Scheer die Todesfälle bei Säuglingen in den ersten
sieben Tagen nach der Geburt untersucht. Während bis zum Frühjahr 1986 die
frühe Säuglingssterblichkeit im gesamten Bundesgebiet abnahm, begann sich das
in den folgenden Monaten nach Tschernobyl zu ändern: Im Süden der
Bundesrepublik, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, wo die höchsten
Strahlenbelastungen nach Tschernobyl festgestellt worden waren, wurden
deutlich mehr Todesfälle bei Neugeborenen registriert als in (nördlichen)
Gebieten, in denen der radioaktive Niederschlag geringer war. Nach der
Veröffentlichung der Untersuchung 1989/1990 geriet die wissenschaftliche und
nichtwissenschaftliche Öffentlichkeit in große Aufregung, war doch von Seiten
offizieller Strahlenschützer bisher jegliche Schadensmöglichkeit hierzulande
durch den Unfall von Tschernobyl strikt ausgeschlossen worden. Professor
Scheer meldete sich im Mai 1990 erneut zu Wort.
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Stx78-79.1990.8.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Weißrußland: "Die Kinder von Tschernobyl". Nach Angaben
von Jelena Pankratowa und Wladimir Skworzow, Sprecher der 1989 gegründeten
Minsker Bürgerinitiative "Die Kinder von Tschernobyl" und
Redakteure des deutschsprachigen Programms von Radio Minsk, beträgt die
Ganzkörperbelastung eines Drittels der Menschen dort um 74.000 Becquerel
Cäsium. Das berichteten sie im Dezember 1989 in Berlin.
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Stx72-73.199012.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Knochenmarks-Transplantationen waren vergebens. Nur zwei von 13
Strahlenopfern des Reaktorunglücks von Tschernobyl haben nach
Knochenmarks-Transplantationen durch ein sowjetisch/US-amerikanisches
Medizinerteam bis 1989 überlebt.
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Stx62-63.1989.10.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Vermehrt Frühgeburten behinderter Kinder in Finnland. Keine
deutlichen Unterschiede in der Häufigkeit von Mißbildungen und Totgeburten,
jedoch eine signifikante Zunahme von Frühgeburten bei Kindern, deren Mütter während
der ersten drei Monate ihrer Schwangerschaft in den durch den
Tschernobyl-Fallout höher belasteten Gebieten Finnlands lebten, sind für den
Geburtszeitraum von August bis Dezember 1986 festgestellt worden. Dies ist
das Ergebnis einer 1989 im British Medical Journal (1989; 298: 995-7)
veröffentlichten Studie der Professoren L. Saxén und T. Rytömaa und
Mitarbeiter von der Abteilung für Pathologie der Universität Helsinki und dem
dortigen Finnischen Zentrum für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit. Die
Ergebnisse ihrer Untersuchung zeigen, so die Wissenschaftler, daß die Höhe
des radioaktiven Fallouts, dem die finnische Bevölkerung ausgesetzt war,
nicht ausreichte, um fetale Schäden bei den zum regulären Zeitpunkt geborenen
Kindern hervorzurufen. Mit dieser Studie sei jedoch nicht die Möglichkeit von
Erbschäden bei Kindern mit radioaktiver Belastung während ihrer fetalen
Entwicklung ausgeschlossen, wird betont. Die größere Häufigkeit von
Frühgeburten behinderter Kinder in den höher belasteten Gebieten Finnlands
sei ihnen überdies unerklärlich.
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Stx60-61.1989.8.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Mehr Chromosomenschäden bei Reisenden aus der Sowjetunion. Etwa
eine Woche nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl kehrte eine Reihe deutscher
Staatsangehöriger von ihren unterschiedlichen Aufenthaltsorten in der
Ukrainischen Sowjetrepublik zurück in die Bundesrepublik Deutschland.
Chromosomenanalysen dieser Personen ergaben eine überraschend deutliche
Vermehrung von Chromosomenschäden: Azentrische Chromosomenanomalien waren
etwa doppelt so häufig wie dizentrische. Zentrische Chromosomenringe wurden
ebenfalls gefunden, während die Zahlen der Chromatidbrüche sich bei den
Reisenden aus der Ukraine nicht signifikant von denen der Kontrollgruppe
unterschieden. Dieses Ergebnis ihrer Untersuchungen veröffentlichten G.
Stephan und U. Oestreicher vom Institut für Strahlenhygiene des
Bundesgesundheitsamtes in Neuherberg im Mai 1989.
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Stx58-59.1989.2.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Strahlenbelastungen: "Selbstversorger" können stärker
gefährdet sein. Der Tschernobyl-Unfall habe die radioaktiven Belastungen
für die Einwohner Europas im Jahr danach im Mittel um etwa 30 Prozent der
natürlichen Strahlenbelastung erhöht. Das erklärte das Wissenschaftliche
Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkung der Atomstrahlen, UNSCEAR,
1988 in einem Bericht an die Vereinten Nationen (UN). Abhängig vom Wohnort
und von den Ernährungsgewohnheiten sind dagegen deutlich höhere Belastungen
möglich. Für landwirtschaftliche Arbeiter in Südostbayern errechnete das
Institut für Strahlenhygiene des Bundesgesundheitsamtes in einer Ende 1988
veröffentlichten Studie eine effektive Äquivalentdosis von mehr als 200
Millirem (2 Millisievert) pro Jahr.
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Stx47.1988.1,2.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Hamburg: Im Tschernobyl-Jahr 1986 vermehrt untergewichtige Säuglinge
geboren. Im Jahr 1986 gab es in Hamburg den seit 30 Jahren zweithöchsten
Anstieg in der Zahl der mangel- und frühgeborenen Säuglinge unter 2.500 Gramm
Geburtsgewicht. Das erklärte der Senat der Hansestadt im Oktober 1988.
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Stx47.1988.6.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Strahlenbelastungen: Die statistische Erfassung von Umweltschäden ist
in der Bundesrepublik unterentwickelt. Durch die freigesetzte radioaktive
Strahlung beim Reaktorunfall in Tschernobyl sei es in der Bundesrepublik
Deutschland nicht zu Fehlbildungen bei Neugeborenen gekommen. Das erklärte
Prof. Albrecht Keller, Direktor des Instituts für Strahlenheilkunde der
Universität Würzburg, 1988 in München auf einer Tagung "Medizinische
Genetik und Kinderheilkunde". Genauer: Etwaige Schäden für die
betroffenen Menschen in der Bundesrepublik werden sich seinen Angaben zufolge
mit statistischen Mitteln nicht nachweisen lassen. Mit 4 Karten des Bundesgesundheitsamtes
zu Schilddrüsendosen und effektiven Äquivalentdosen für Kinder und Erwachsene
im ersten Jahr nach Tschernobyl in europäischen Ländern.
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Stx45.1988.5,6.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Großbritannien: Mehr Leukämien in Schottland. Ein starker Anstieg
von Leukämie-Erkrankungen bei Kleinkindern in Schottland läßt Ärzte rätseln.
Da die Zunahme um 37 Prozent im Jahr 1987 nur Kinder unter vier Jahren
betrifft, werden Auswirkungen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im
Frühjahr 1986 nicht ausgeschlossen.
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Stx42.1988.6.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Ganzkörperbelastung: Personen in Südostbayern zwei- bis dreifach höher
belastet als die Münchner Bevölkerung. Das ergibt sich aus den Angaben des
Instituts für Strahlenhygiene des Bundesgesundheitsamtes im Bericht zur
Strahlenexposition im April 1988.
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Stx34.1988.5.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Vermehrt Zwitter, Totgeburten und Mißbildungen in süddeutschen
Ziegenherden. Einen überdurchschnittlichen Anstieg von Zwittern,
Totgeburten und Mißbildungen stellt eine Betriebserhebung des Instituts für
Tierzucht und Haustiergenetik der Universität Gießen unter der Leitung von
Prof. Dr. J. Steinbach für 1987 bei den Ziegenbeständen der südlichen
Bundesländer fest. Die Ziege ist das strahlenempfindlichste Nutztier.
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Stx31.1988.5.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Schweiz: Bewohner des Tessins mit fünfmal mehr Cäsium belastet. Fünfmal
mehr Cäsium-137 als ein deutschschweizer Landwirt nimmt ein Tessiner Bauer
nach Tschernobyl auf. Das wurde Anfang 1988 bekannt. Ein Bericht von Urs
Jaeggi.
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Stx29.1988.4.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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USA: Anstieg der Todesrate in 1986. Vom 10. Mai bis Anfang Juni
1986 war an der Ostküste der USA radioaktives Jod-131 in der Milch gefunden
worden, das vermutlich aus dem Reaktor in Tschernobyl stammte. Höchstwerte
von 1,5 Becquerel pro Liter waren zwischen dem 10. und 20. Mai gemessen worden
und nach dem 28. Mai 1986 weniger als 0,5 Becquerel pro Liter. In der
Bundesrepublik war radioaktives Jod bis zum Tausendfachen dieser Menge
vorhanden. In einem Vortrag am 18. November 1987 in Hamburg stellte der mit
dem US-amerikanischen Forscher Professor Sternglass zusammenarbeitende
Statistiker Dr. Jay M. Gould die Hypothese auf, dieses Jod sei Ursache für
eine erhöhte Sterberate in den USA in den Monaten Mai bis August 1986. Dies
bezweifelt der Kieler Physiker Dr. Henning Wendhausen und gibt eine andere
Deutung.
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Stx27.1988.2,5.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Ganzkörpermessungen: In Südost-Bayern achtmal höhere
Ganzkörperbelastungen als in Berlin. Die monatliche radioaktive Belastung
durch aufgenommenes Cäsium-134 und Cäsium-137 war 1986 und 1987 für Einwohner
von München etwa doppelt so hoch, im Voralpengebiet etwa dreimal so hoch und
in Südost-Bayern, dem Gebiet mit der höchsten niedergeschlagenen
Radioaktivität in Deutschland, im Mittel etwa achtmal so hoch wie in
Homburg/Saar, Frankfurt am Main, Karlsruhe und Berlin. Dies ist ein Ergebnis
der Auswertung von Ganzkörpermessungen in den genannten Städten und Gebieten
durch das Institut für Strahlenhygiene des Bundesgesundheitsamtes. Die
Inkorporations-Meßstelle Berlin am Klinikum Steglitz der Freien Universität
Berlin hatte unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. P. Koeppe seit dem
Unglück von Tschernobyl bis Ende Oktober 1987 mehr als 1.200
Ganzkörpermessungen durchgeführt. Davon sind 1.063 Messungen von Berliner
Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern. Ein erster Bericht mit
Dokumentation von Thomas Dersee.
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Stx21.1987.2,5.2 + Stx23.1987.2.1 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Hessen: Nach Tschernobyl vermehrt Kinder mit Schilddrüsenunterfunktion
geboren. Auch in Hessen wurde 1986 nach Tschernobyl bei Neugeborenen
vermehrt eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) im Rahmen der üblichen
Früherkennungsuntersuchungen festgestellte. Das teilte das Staatliche
Medizinal-, Lebensmittel- und Veterinäruntersuchungsamt Mittelhessen in
Dillenburg mit.
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Stx20.1987.6.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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"Strahlenbelastung durch Jodmangel verstärkt". F.
Kollmann von der Universitätskinderklinik in Frankfurt am Main berichtete 1987
beim 6. Wiesbadener Schilddrüsengespräch, daß es nach dem Reaktorunglück in
Tschernobyl zu einer erstaunlich schnellen Aufnahme von radioaktivem Jod-131
zunächst durch die Atemluft und später über die Nahrung bei 52 zufällig
ausgewählten Kindern im Alter von 9 Monaten bis 16 Jahren im
Rhein-Main-Gebiet gekommen ist. Die höchsten Radioaktivitätswerte in der
Schilddrüse betrugen seinen Angaben zufolge bis zu 300 Becquerel. Die
Gesamt-Strahlenbelastung habe zwischen 100 und 200 Millirem mit Spitzenwerten
von über 300 Millirem gelegen.
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Stx17.1987.6.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Berlin: Vermehrt Schilddrüsenerkrankungen bei Neugeborenen.
Vierzehn Kinder wurden 1986 in Berlin mit einer Unterfunktion der Schilddrüse
(Hypothyreose) geboren. In den Jahren davor waren es im Mittel nur jeweils
drei bis vier, maximal sieben. Das wurde dem Strahlentelex Ende Juni 1987 aus
der Kinderklinik der Freien Universität Berlin im
Kaiserin-Auguste-Viktoria-Haus (KAVH) bestätigt.
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Stx12.1987.2.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Wiesbaden: Höheres Strahlenrisiko für Türken. In der Bundesrepublik
Deutschland lebende Türken, die sich vorwiegend mit Nahrungsmittelprodukten
aus ihrer Heimat ernähren, sind möglicherweise vielfach stärker radioaktiv
belastet, als ihre deutschen Mitbürger. Bei der Vorstellung des hessischen
Strahlenmeßberichtes vom 25. Juni 1987 teilte Landessozialminister Karl Heinz
Trageser (CDU) mit, daß an der Universität Gießen bei zwei Türken
durchgeführte Ganzkörpermessungen eine zehnmal höhere radioaktive Belastung
ergeben hätten, als bei nicht-türkischen Vergleichspersonen.
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Stx12.1987.6.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Die Ziege als Strahlenindikator. Züchter beklagen Verluste an
Ziegenlämmern. Mißbildungen bei Tieren gab es schon immer. Das
veterinärgenetische Institut der Universität Gießen besitzt allein 8.000
Präparate. Ein Jahr nach Tschernobyl aber kommt es anscheinend zu einem nie
dagewesenen Anstieg: Fehl- und Frühgeburten bei Kühen in Bayern und auf
Korsika, Ferkel ohne Augen, Küken mit drei Beinen, Kaninchen ohne Beine,
Schafe ohne Fell oder mit nur einem Auge, Fohlen mit fehlenden Hautpartien,
Ziegenlämmer mit Korkenzieherbeinen oder offenem Bauch. Einige Züchter melden
bis zu 40 Prozent Verluste an Jungtieren. Ein Bericht von Irene Noll.
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Stx9.1987.1,2.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Berlin: Ungewöhnlicher Anstieg der Säuglingssterblichkeit in 1986.
Im Vergleich zu 1985 hat 1986 die Säuglingssterblichkeit in Berlin von 10,6 auf
12,5 im ersten Lebensjahr gestorbene Säuglinge pro 1.000 lebend geborene
zugenommen. Die Sterblichkeit der nicht-deutschen Säuglinge stieg dabei
überproportional von 9,6 auf 14,3 pro Tausend. Die Sterblichkeit nach der
ersten Lebenswoche bis zum Abschluß des ersten Lebensjahres hat sogar um 26
Prozent zugenommen. Zuvor war die Säuglingssterblichkeit zurückgegangen.
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Stx7.1987.2.1 + Stx8.1987.3.1 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Trisomie 21: "Wirklich mehr Mißbildungen?" Verdienstvollerweise
hat der Berliner Humangenetiker Professor Dr. Karl Sperling im März 1987 eine
Rundfrage bei allen cytogenetischen Labors in der Bundesrepublik
durchgeführt. Überraschenderweise konnte die Auswertung von insgesamt 28.737
Chromosomenproben den Verdacht, der zuerst anhand einer kleinen Fallzahl
geäußert wurde, nicht entkräften. Eine Bewertung von Priv.-Doz. Dr.med. Horst
Spielmann.
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Stx8.1987.8.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Studien und Umfragen: Tschernobylfolgen bei Neugeborenen. In einer
ersten, im April 1987 veröffentlichten Fassung seiner Studie, vertritt der
Berliner Humangenetiker Professor Dr. Karl Sperling die Ansicht, ein
Zusammenhang zwischen niedrigen Strahlendosen und dem gehäuften Auftreten der
Chromosomenanomalie Trisomie 21 (Down-Syndrom) sei nicht auszuschließen. Die
bundesdeutsche Strahlenschutzkommission bestellte Sperling daraufhin nach
Bonn ein, wobei offenkundig geworden sei, so Sperling anschließend, "daß
die Strahlenschutzkommission alles sehr viel niedriger wertet als ich".
Entsprechend schwächte Sperling einen Tag später vor einer erneut
einberufenen Pressekonferenz bei unverändertem Datenmaterial in einer neu
gefaßten Erklärung ab, daß sich "kein Beweis" für einen
Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe habe finden lassen. Trotz offenbar
massiver politischer Beeinflussungsversuche will Sperling die Fragestellung
der Tschernobyl-Folgen nicht einfach auf sich beruhen lassen, beteuerte er
vor der Presse.
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Stx7.1987.1,6.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Hamburg: Krebserkrankungen durch Tschernobyl. Die Hamburger
Gesundheitsbehörde hat im April 1987 eine Abschätzung der gesundheitlichen
Risiken des Reaktorunfalls in Tschernobyl für die Menschen in Hamburg
vorgelegt, nach der in den nächsten 50 Jahren die Strahlenbelastung allein in
den ersten sechs Monaten nach der Reaktorkatastrophe zu einer Zunahme der
Krebserkrankungen in Hamburg führen wird.
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Stx7.1987.2.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Hessisches Sozialministerium: Strahlenbelastung durch Nahrung seit
Tschernobyl 100 mal höher. "Die durch Nahrung aufgenommene
strahlenbiologische Belastung im vierten Quartal 1986 war bei Cäsium rund 100
mal höher als im Vergleichszeitraum 1983", erklärte der Hessische
Sozialminister Armin Clauss (SPD) am 19. März 1987 gegenüber der Presse.
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Stx6.1987.6.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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"Mongolismus" 9 Monate nach Tschernobyl. Zehn Fälle von
Trisomie 21, einer auch unter den Bezeichnungen Down-Syndrom und "Mongolismus"
bekannten angeborenen Mißbildung, sind im Institut für Humangenetik der
Freien Universität (FU) Berlin unter der Leitung von Professor Dr. Karl
Sperling bei im Januar 1987 in der Stadt geborenen Kindern festgestellt
worden. Diese Zahl wird als "statistisch hoch signifikant"
bezeichnet, und damit eine zufällige Schwankung ausgeschlossen. Normalerweise
treten in Berlin im Mittel zwei Fälle pro Monat auf. Bericht von Thomas
Dersee und Kommentar von Jannes Emmert: Probleme für die Wissenschaft.
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Stx5.1987.1-3.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Akutfolgen nach Tschernobyl. Einen Anhaltspunkt für mögliche
Akutfolgen durch Niedrigdosisstrahlung liefern Ergebnisse über die Folgen der
oberirdischen Atombombentests in den sechziger Jahren, wie sie 1984 von D.
Pisello und R. Piccioni veröffentlicht wurden. Pisello und Piccioni zeigen
einen Zusammenhang zwischen der Zahl der Fehlgeburten und dem
Strontium-90-Gehalt der Milch.
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Stx5.1987.2.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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München: Mongolismus nach Tschernobyl zwei- bis dreimal häufiger.
Zwei- bis dreimal häufiger als üblich hat der Kinderarzt Dr. Klaus
Waldenmeyer im Januar 1987 in seinem Labor für genetische Diagnostik in
München bei Neugeborenen eine Trisomie 21 feststellen müssen. Das erklärte
der Mediziner im Februar 1987 gegenüber dem Strahlentelex.
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Stx3.1987.1,2.2 (2 Seiten)
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Risikobewertung und
Risikokommunikation
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Streit um Tschernobyl-Opferzahlen.
„Den Behörden nicht vertrauen“. Nach Auffassung der atomkritischen
Ärzteorganisation IPPNW kann der Streit um die Opfer der Reaktorkatastrophe
von Tschernobyl beigelegt werden, wenn die zuständigen staatlichen oder
staatsnahen Behörden und wissenschaftlichen Fachgremien dazu übergehen,
seriöse und öffentlich nachvollziehbare wissenschaftliche Fakten zu
veröffentlichen. „Wir brauchen den makaberen Streit um die Tschernobyl-Opfer
nicht“, erklärte der IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz am 26. April 2006
anläßlich des 20. Jahrestages der Atomkatastrophe. „Es würde uns vollständig
genügen, wenn die zuständigen Behörden und die offiziellen Organisationen
damit aufhören würden, ihre eigenen Zahlen zu manipulieren und die Öffentlichkeit
zu täuschen.“ Die Internationale Atomenergie Organisation IAEO und die
Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich nach Auffassung der IPPNW mit
ihrer Vorgehensweise selbst ins Abseits gestellt.
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Stx464-465.2006.6.1 (1 Seite)
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Wir gehen nicht vorsichtiger um mit
Radioaktivität, sondern nachlässiger. 20 Jahre Beobachtungen im
Strahlenschutz. Internationale Atomenergie Agentur (IAEA) und Weltgesundheitsorganisation
(WHO) versuchten mit ihrem „Tschernobylprojekt“ zu vertuschen und
abzuwiegeln. Tagungen in Bern und in Berlin haben dagegen gezeigt: ●
Seit 20 Jahren befindet sich offenbar mehr Radioaktivität aus dem
Katastrophenreaktor von Tschernobyl in unserer Umwelt, als bisher zugegeben
und die Strahlendosen sind vielfach höher als nach physikalischen
Abschätzungen zu erwarten wäre. Es reicht nicht, lediglich das relativ leicht
meßbare und deshalb als Leitnuklid gewählte Radiocäsium zu betrachten. ●
Die gesundheitlichen Folgen beschränken sich nicht auf Erkrankungen und Krebs
der Schilddrüse. Wegen der größeren Einwohnerzahl ist in Westeuropa mit mehr
Gesundheitsschäden durch die Reaktorkatastrophe zu rechnen, als in den
Ländern nahe Tschernobyl, obwohl die durchschnittlich erhaltene Strahlendosis
des Einzelnen bei uns viel niedriger ist als dort. Wen es trifft, den trifft
es voll. Um so aufmerksamer sollten wir die Berichte über das Ausmaß und die
Vielfalt der gesundheitlichen Schäden in der Ukraine, in Weißrußland und in
Rußland verfolgen. ● In der Folge der Reaktorkatastrophe vor 20 Jahren
hat sich in der Wahrnehmung und Behandlung von Radioaktivität ein Wandel
vollzogen. In den Interessenkonflikten um den Atomausstieg hat das dazu
geführt, daß der Strahlenschutz in Deutschland abgeschwächt wurde, sogar über
das von der EU geforderte Maß hinaus. Eine ökonomische Deckelung wurde
eingeführt und der Grundsatz des Minimierungsgebots aufgegeben. Wir gehen
tatsächlich heute nicht vorsichtiger, sondern nachlässiger mit der
Radioaktivität um. Dem Fatalismus aber sollte nicht nachgegeben werden, denn
die gesundheitlichen Folgeschäden sind größer als gerne behauptet. Ein
Bericht von Thomas Dersee.
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Stx464-465.2006.1-6.6 (6 Seiten)
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Internationaler Kongreß „20 Jahre nach Tschernobyl“ vom 3. bis 5. April
2006 in der Berliner Charité: „Der
deutlich größte Teil des Reaktorinventars wurde infolge einer Kernexplosion
ausgestoßen. Einen größeren Unfall kann es nicht geben.“ 20 Jahre
Mythenbildungen vernebeln die Sicht auf die Wirklichkeit und müssen beendet
werden. Führende Wissenschaftler und Ärzte aus den betroffenen Ländern
Ukraine, Weißrußland und Rußland sind zu ganz anderen Ergebnissen über die
Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 gekommen, als die
Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) im September 2005 auf ihrer Tagung in Wien und in dem Report des
sogenannten Tschernobylforums. Auf dem Kongreß der deutschen Gesellschaft für
Strahlenschutz, den diese gemeinsam mit dem European Committee on Radiation
Risk (ECRR) vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstaltete,
wurde das besonders deutlich.
Den
vollständigen Abstractband des Internationalen Kongresses „20 Jahre nach Tschernobyl - Erfahrungen
und Lehren für die Zukunft“ der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. und
des European Committee on Radiation Risk (ECRR), den diese vom 3. bis 5.
April 2006 in der Charité in Berlin veranstalteten, finden Sie hier als
pdf-Datei. Die Datei ist 1,4 MB groß.
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Stx462-463.2006.1-2.2 (2 Seiten)
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Bürgerinitiativen gründen
Stiftungsfonds. Zum 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl gründen
Badisch-Elsässische Bürgerinitiativen jetzt einen Stiftungsfonds. Das
uneingelöste Versprechen zum schnellen Atomausstieg vor 20 Jahren und die
unglaubliche „Renaissance“ von Atomenergie-Optionen verlangen ein
nachhaltiges Handeln, erklärte Erhard Schulz für die Bürgerinitiativen. Die
Erträge des gemeinnützigen Stiftungsfonds sollen dem Schutz der natürlichen
Lebensgrundlagen, der Förderung des Bürgerengagements und der
Völkerverständigung dienen. Gezielt gefördert werden sollen Umweltaufklärung
und -erziehung sowie wissenschaftliche Untersuchungen und Projekte zu Risiken
und Gefährdungen von Natur und Umwelt durch die Atomenergienutzung,
Radioaktivität und Strahlenanwendung. Am dem Stiftungsfonds kann sich jeder
beteiligen. Weitere Informationen unter www.Badisch-Elsaessische.net
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Stx460-461.2006.8.1 (1 Seite)
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Katastrophale Sprachregelung.
Im Jahre 2003 wurde das Tschernobylforum der Vereinten Nationen gegründet – von
der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Es vereint Organisationen mit
klangvollen Namen: IAEA, WHO, FAO, UNDP, UNEP, UN-OCHA, UNSCEAR, Weltbank,
die Regierungen Belorußlands, Rußlands und der Ukraine. Am 6. und 7.
September 2005 wurden nun die Arbeitsergebnisse während einer von der
Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) in Wien organisierten Konferenz
vorgelegt. Sinn der aufwendigen mehrjährigen Zusammenarbeit war die
Formulierung von Sprachregelungen im Hinblick auf den 20. Jahrestag der
Katastrophe im nächsten Jahr (2006), und zwar auf der höchstmöglichen Ebene,
nämlich der von UN-Organisationen und Regierungen, außerdem der Abschluß
sämtlicher Forschungsarbeiten zum Thema Tschernobyl und die Vermittlung der
These, daß das Hauptproblem der Region die Armut sei und nicht Tschernobyl.
Dr. M. Repacholi, der Manager des WHO-Strahlenprogramms bringt es auf seine
Weise auf den Punkt: "Die Hauptbotschaft des Tschernobylforums ist:
'kein Grund zur Beunruhigung'." Ein Bericht und Kommentar von Sebastian
Pflugbeil.
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Stx450-451.2005.1-5.5 (5 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Buchmarkt: "Eine Rückkehr gibt es nicht. Lebt wohl! Pripjat, 28.
April 1986". "Sperrzonen - Pripjat und Tschernobyl" heißt
der großformatige farbige Bildband von Robert Polidori, der im April 2004 im
Göttinger Steidl-Verlag erschienen ist. Polidori ist professioneller
Photograph, er lebt heute in New York und arbeitet regelmäßig für The New
Yorker, für Geo und den Architectural Digest. In Deutschland hat er sich vor
allem mit seinem Buch "Havana" einen Namen gemacht, das 2001
ebenfalls im Steidl-Verlag erschien. Eine Buchbesprechung von Dr. Sebastian
Pflugbeil.
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Stx422-423.2004.7,8.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Tagungsbericht: Tschernobyl und die DDR. Dokumentation einer Tagung an
der Hochschule Magdeburg-Stendal. "In den Wochen nach der
Katastrophe stapelte sich in den Läden der DDR ein bisher nie gekanntes
Angebot von Obst und Gemüse. Zeitzeugen berichten über ein reichliches
Angebot auch in den Kindertagesstätten. Kinder vorsichtiger Eltern lehnten
den Salat ab, andere genehmigten sich doppelte Portionen. Die Bevölkerung des
ehemaligen Bezirks Magdeburg war durch das Zusammentreffen der radioaktiven
Spaltstoffe mit zufälligen Niederschlägen Anfang Mai 1986 besonders
betroffen. Vergleichbare Kontaminationen dieser Intensität waren auf dem
Gebiet Gesamtdeutschlands nur im Voralpenraum erfolgt. Schon zwei Tage nach
der Katastrophe von Tschernobyl wurde in der DDR stark ansteigende
Radioaktivität festgestellt. So maß Anfang Mai 1986 das Magdeburger
Bezirkshygieneinstitut in Wiesenkräutern bis zu 76.000 Bq/kg und in
Bodenproben bis zu 40.000 Bq/kg. Aber nur ein einziges Mal standen ein paar
Zahlen über die Radioaktivität nach Tschernobyl in der Zeitung:
"Stabilisierung auf einem niedrigeren Niveau". Das "Neue
Deutschland" verschwieg, dass Radioaktivitätswerte rund 1000-mal höher
als üblich waren, ja sogar Anfang Mai nochmals um etwa den Faktor 100
anstiegen. Was die Bürger der DDR nicht erfuhren, wusste die Regierung ganz
genau. Ihrem Ziel, die Entwicklung des Sozialismus mit allen Mitteln, ordnete
die Sozialistische Einheitspartei in der DDR alles unter: den Umgang mit der
Natur genauso wie die Lebensqualität der Menschen. (...) die Umweltdaten
(wurden) als Geheime Verschlusssache eingestuft und das Ministerium für Staatssicherheit
beauftragt, Kritiker der Umweltpolitik und anderer Bereiche zu verfolgen und
auszuschalten. Hier wurden sogar bewusst DDR-Gesetze gebrochen." Das
berichten Joachim Schlütter, Leiter des Landesbüros Sachsen-Anhalt der
Friedrich-Ebert-Stiftung und Edda Ahrberg, Landesbeauftragte für die
Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR in
Sachsen-Anhalt, einleitend in der jetzt erschienenen 80-seitigen Broschüre
zur Dokumentation der Ergebnisse eines gemeinsamen Forums von Friedrich-Ebert-Stiftung,
Greenkids Magdeburg und der Hochschule Magdeburg-Stendal am 19. April 2002.
(Friedrich-Ebert-Stiftung Landesbüro Sachsen-Anhalt (Hrsg.), F. Beyer, Th.
Hartmann (Red.): Tschernobyl und die DDR: Fakten und Verschleierungen –
Auswirkungen bis heute? Magdeburg 2003, ISBN 3-89892-185-9, 80 Seiten. Die
Broschüre wird kostenlos abgegeben. Bestellungen an:
Friedrich-Ebert-Stiftung, Geißlerstr.1, D-39104 Magdeburg, Fax: 0391/
56876-15)
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Stx398-399.2003.6,7.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Krisenkommunikation und Krisenmanagement nach Tschernobyl: Zwischen
staatlicher Unfähigkeit, Engagement und "Hysterie". Zwischen
staatlicher Unfähigkeit, Engagement der Bürger und "Hysterie"
bewegte sich das Spektrum der Reaktionen in Deutschland nach dem
Reaktorunglück von Tschernobyl. Ein Bericht über die Reaktionen der
Regierung, von Behörden und Menschen nach der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl und ihre Nachwirkungen. Erlebt und beschrieben von Thomas Dersee.
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Stx396-397.2003.3-8.6 (6 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Tschernobyl - Jahre danach
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Tschernobyl – 24 Jahre danach
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Buchmarkt: 24 Jahre nach
Tschernobyl. Die New Yorker Akademie der Wissenschaften hat in englischer
Sprache eine umfangreiche Übersicht aus dem russischen und ukrainischen
Sprachraum über die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
veröffentlicht. Wer Gelegenheit hatte, mit Geschädigten der Katastrophe von
Tschernobyl zu sprechen, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier
Menschen infolge der äußeren Bestrahlung oder der im Körper aufgenommenen
radioaktiven Isotope in ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit zutiefst
geschädigt wurden. Es ist ihm ein Anliegen, Genaueres über diese Schäden zu
erfahren und greift deshalb mit großem Interesse nach diesem Heft der New
Yorker Akademie der Wissenschaften: „Chernobyl. Consequences of the
Catastrophe for People and the Environment“. Es ist von Alexej V. Yablokov,
Vassiliy B. Nesterenko und Alexej V. Nesterenko zusammengestellt worden.
Alexej V. Yablokov ist Biologe, Mitglied der Russischen Akademie der
Wissenschaften, Vassily B. Nesterenko hat in Minsk das wissenschaftliche
Institut „BELRAD“ aufgebaut, das die Folgen des Ereignisses vom 26. April 1986
verfolgt und registriert. Als einer der ersten flog er im Helikopter über den
Unglücksreaktor. Er starb im Herbst 2008. Alexey V. Nesterenko ist sein Sohn,
der jetzt das Minsker Institut leitet und dessen Tradition weiter pflegt.
Eine Rezension von Jürg Ulrich. Alexej V. Yablokov, Vassiliy B. Nesterenko,
Alexej V. Nesterenko: Chernobyl. Consequences of the Catastrophe for People and the Environment. The
New York Academy of Sciences, Annals Vol 1181, Dec 2009, 335 p., www.nyas.org/Publications/Annals/Detail.aspx?cid=f3f3bd16-51ba-4d7b-a086-753f44b3bfc1
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Stx560-561.2010.13-15.3 (3 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Tschernobyl – 23 Jahre danach
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Weniger und mißgebildete Insekten
und Vögel. Die ökologischen Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl, die sich Ende dieses Monats zum 23. Mal jährt, sind größer als
früher angenommen und erhofft. Die freigesetzten Radionuklide dezimieren auch
weiterhin Insekten und Spinnen. Und mißgebildete Insekten sind auch schon im
Normalbetrieb von Atomkraftwerken deutlich vermehrt in deren Umgebung zu
finden. (A. P. Møller, T. A. Mousseau 2009; C. Hesse-Honegger, P. Wallimann
2008)
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Stx534-535.2009.1-2.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Tschernobyl – 21 Jahre danach
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Artenvielfalt und Populationsdichte
von Vögeln nehmen mit höherer Strahlung ab. Im Sommer 2007 haben A. P.
Møller (Curie-Universität Paris) und T. A. Mousseau (University of South
Carolina) eine Arbeit über Waldvögel in der Umgebung des Atomkraftwerks
Tschernobyl vorgelegt, die die weitverbreitete Meinung angreift, daß die
Sperrzone um Tschernobyl ein blühendes Naturschutzreservat sei, in dem man
seit Jahren zunehmend den herrlichsten Wildarten begegnen könne. Tatsächlich
kann einem dort ein großer Elch oder ein Bär über den Weg laufen. Untersucht
man aber die Situation genauer, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Es gibt
bisher kein standardisiertes Vorgehen, wie man die Auswirkungen von
Radioaktivität auf gewöhnliche Tiere untersuchen sollte, deshalb blieb bisher
die Frage nach den ökologischen Folgen der Radioaktivität unbeantwortet. Die
Autoren haben sich nun der Artenvielfalt und Populationsdichte von Waldvögeln
gewidmet.
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Stx498-499.2007.5.1 (1 Seite)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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In Norwegens Schafen steckt
besonders viel Radioaktivität. In norwegischen Schafen befindet sich auch
20 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl noch besonders viel
künstliche Radioaktivität. Das berichtet der britische „New Scientist“ (Nr.
2575, S. 7) unter Berufung auf die norwegische Strahlenschutzbehörde. In
diesem Jahr (2006) habe sich die radioaktive Belastung mit Cäsium-137 auf bis
zu 7.000 Becquerel pro Kilogramm Schaffleisch im Vergleich zu den Vorjahren
verdoppelt.
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Stx476-477.2006.6.1 (1 Seite)
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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Buchmarkt: Chernobyl: 20 Years On.
Der vorliegende englischsprachige Dokumentationsband des European Committee on
Radiation Risk (ECRR) bietet 14 sehr fakten- und materialreiche Überblicke:
zu den gesundheitlichen Konsequenzen im allgemeinen, sowie speziell bei den
Liquidatoren (Yablokov, mit ca. 200 Literaturangaben), zu den genetischen und
zellbiologischen Auswirkungen beim Menschen (Burlakova und Nazarov), zu
Schädigungen des Zentralnervensystems und der geistig-seelischen Gesundheit
auch bei der nachfolgenden Generation (Loganovsky, in kritischer
Auseinandersetzung mit den Angaben des Tschernobyl-Forums), zu den Folgen für
wildlebende Wirbeltiere (Krysanov) und Wild- und Nutzpflanzen (Grodzinsky,
mit Fotos der Fehlbildungen), zu Chromosomenaberrationen in menschlichen
Lymphozyten (Snigiryova und Shevchenko), zu teratogenen Schäden in mehreren
europäischen Ländern (Schmitz-Feuerhake), zur Säuglingsleukämie in
Großbritannien, Griechenland und Deutschland (Busby), zur perinatalen
Sterblichkeit und angeborenen Mißbildungen (Körblein et al.). Imanaka erweckt
fundierte Zweifel an der Behauptung, es habe nach der Katastrophe praktisch
keine akuten Strahlenkrankheiten in der Umgebung von Tschernobyl gegeben. Mit
den – überwiegend unterlassenen – praktischen Maßnahmen zur Reduzierung der
Strahlenbelastung der Bevölkerung beschäftigen sich Nestrenko und Nestrenko;
sie empfehlen die Reduzierung der Cäsium-137-Belastung mittels industriell
hergestelltem Apfelpektin. - Busby, C. C.; Yablokov, A.V. (Hrsg.): Chernobyl:
20 Years On. Health Effects
of the Chernobyl
Accident. Documents of the ECRR 2006, No. 1. Green Audit Press, Aberystwyth
2006. ISBN 1-897761-25-2. 250 S., zahlr. Tabellen, Fotos und Karten. ₤
55 (€ 90). Reduzierter Preis für Studenten ₤ 20 (€ 32) über: admin@euradcom.org. - Eine begrenzte
Anzahl Exemplare ist für den verbilligten Preis von EUR 47,- erhältlich bei
der Geschäftsstelle der Gesellschaft für Strahlenschutz, Peter-Michels-Str.
54, D-50827 Köln.
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Stx466-467.2006.7-8.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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Streit um Tschernobyl-Opferzahlen.
„Den Behörden nicht vertrauen“. Nach Auffassung der atomkritischen
Ärzteorganisation IPPNW kann der Streit um die Opfer der Reaktorkatastrophe
von Tschernobyl beigelegt werden, wenn die zuständigen staatlichen oder
staatsnahen Behörden und wissenschaftlichen Fachgremien dazu übergehen,
seriöse und öffentlich nachvollziehbare wissenschaftliche Fakten zu
veröffentlichen. „Wir brauchen den makaberen Streit um die Tschernobyl-Opfer
nicht“, erklärte der IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz am 26. April 2006
anläßlich des 20. Jahrestages der Atomkatastrophe. „Es würde uns vollständig
genügen, wenn die zuständigen Behörden und die offiziellen Organisationen
damit aufhören würden, ihre eigenen Zahlen zu manipulieren und die
Öffentlichkeit zu täuschen.“ Die Internationale Atomenergie Organisation IAEO
und die Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich nach Auffassung der IPPNW
mit ihrer Vorgehensweise selbst ins Abseits gestellt.
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Stx464-465.2006.6.1 (1 Seite)
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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Wir gehen nicht vorsichtiger um mit
Radioaktivität, sondern nachlässiger. 20 Jahre Beobachtungen im
Strahlenschutz. Internationale Atomenergie Agentur (IAEA) und
Weltgesundheitsorganisation (WHO) versuchten mit ihrem „Tschernobylprojekt“
zu vertuschen und abzuwiegeln. Tagungen in Bern und in Berlin haben dagegen
gezeigt: ● Seit 20 Jahren befindet sich offenbar mehr Radioaktivität
aus dem Katastrophenreaktor von Tschernobyl in unserer Umwelt, als bisher
zugegeben und die Strahlendosen sind vielfach höher als nach physikalischen
Abschätzungen zu erwarten wäre. Es reicht nicht, lediglich das relativ leicht
meßbare und deshalb als Leitnuklid gewählte Radiocäsium zu betrachten. ●
Die gesundheitlichen Folgen beschränken sich nicht auf Erkrankungen und Krebs
der Schilddrüse. Wegen der größeren Einwohnerzahl ist in Westeuropa mit mehr
Gesundheitsschäden durch die Reaktorkatastrophe zu rechnen, als in den
Ländern nahe Tschernobyl, obwohl die durchschnittlich erhaltene Strahlendosis
des Einzelnen bei uns viel niedriger ist als dort. Wen es trifft, den trifft
es voll. Um so aufmerksamer sollten wir die Berichte über das Ausmaß und die
Vielfalt der gesundheitlichen Schäden in der Ukraine, in Weißrußland und in
Rußland verfolgen. ● In der Folge der Reaktorkatastrophe vor 20 Jahren
hat sich in der Wahrnehmung und Behandlung von Radioaktivität ein Wandel
vollzogen. In den Interessenkonflikten um den Atomausstieg hat das dazu
geführt, daß der Strahlenschutz in Deutschland abgeschwächt wurde, sogar über
das von der EU geforderte Maß hinaus. Eine ökonomische Deckelung wurde
eingeführt und der Grundsatz des Minimierungsgebots aufgegeben. Wir gehen
tatsächlich heute nicht vorsichtiger, sondern nachlässiger mit der
Radioaktivität um. Dem Fatalismus aber sollte nicht nachgegeben werden, denn
die gesundheitlichen Folgeschäden sind größer als gerne behauptet. Ein
Bericht von Thomas Dersee.
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Stx464-465.2006.1-6.6 (6 Seiten)
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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Internationaler Kongreß „20 Jahre nach Tschernobyl“ vom 3. bis 5. April
2006 in der Berliner Charité: „Der deutlich
größte Teil des Reaktorinventars wurde infolge einer Kernexplosion
ausgestoßen. Einen größeren Unfall kann es nicht geben.“ 20 Jahre
Mythenbildungen vernebeln die Sicht auf die Wirklichkeit und müssen beendet
werden. Führende Wissenschaftler und Ärzte aus den betroffenen Ländern
Ukraine, Weißrußland und Rußland sind zu ganz anderen Ergebnissen über die
Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 gekommen, als die
Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) im September 2005 auf ihrer Tagung in Wien und in dem Report des
sogenannten Tschernobylforums. Auf dem Kongreß der deutschen Gesellschaft für
Strahlenschutz, den diese gemeinsam mit dem European Committee on Radiation
Risk (ECRR) vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstaltete,
wurde das besonders deutlich.
Den vollständigen Abstractband des
Internationalen Kongresses „20 Jahre
nach Tschernobyl - Erfahrungen und Lehren für die Zukunft“ der
Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. und des European Committee on Radiation
Risk (ECRR), den diese vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin
veranstalteten, finden Sie hier als pdf-Datei. Die Datei ist 1,33 MB groß.
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Stx462-463.2006.1-2.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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Bürgerinitiativen gründen
Stiftungsfonds. Zum 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl
gründen Badisch-Elsässische Bürgerinitiativen jetzt einen Stiftungsfonds. Das
uneingelöste Versprechen zum schnellen Atomausstieg vor 20 Jahren und die
unglaubliche „Renaissance“ von Atomenergie-Optionen verlangen ein
nachhaltiges Handeln, erklärte Erhard Schulz für die Bürgerinitiativen. Die
Erträge des gemeinnützigen Stiftungsfonds sollen dem Schutz der natürlichen
Lebensgrundlagen, der Förderung des Bürgerengagements und der
Völkerverständigung dienen. Gezielt gefördert werden sollen Umweltaufklärung
und -erziehung sowie wissenschaftliche Untersuchungen und Projekte zu Risiken
und Gefährdungen von Natur und Umwelt durch die Atomenergienutzung,
Radioaktivität und Strahlenanwendung. Am dem Stiftungsfonds kann sich jeder
beteiligen. Weitere Informationen unter www.Badisch-Elsaessische.net
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Stx460-461.2006.8.1 (1 Seite)
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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Katastrophale Sprachregelung.
Im Jahre 2003 wurde das Tschernobylforum der Vereinten Nationen gegründet –
von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Es vereint Organisationen mit klangvollen
Namen: IAEA, WHO, FAO, UNDP, UNEP, UN-OCHA, UNSCEAR, Weltbank, die
Regierungen Belorußlands, Rußlands und der Ukraine. Am 6. und 7. September
2005 wurden nun die Arbeitsergebnisse während einer von der Internationalen
Atomenergieagentur (IAEA) in Wien organisierten Konferenz vorgelegt. Sinn der
aufwendigen mehrjährigen Zusammenarbeit war die Formulierung von
Sprachregelungen im Hinblick auf den 20. Jahrestag der Katastrophe im
nächsten Jahr (2006), und zwar auf der höchstmöglichen Ebene, nämlich der von
UN-Organisationen und Regierungen, außerdem der Abschluß sämtlicher
Forschungsarbeiten zum Thema Tschernobyl und die Vermittlung der These, daß
das Hauptproblem der Region die Armut sei und nicht Tschernobyl. Dr. M.
Repacholi, der Manager des WHO-Strahlenprogramms bringt es auf seine Weise
auf den Punkt: "Die Hauptbotschaft des Tschernobylforums ist: 'kein
Grund zur Beunruhigung'." Ein Bericht und Kommentar von Sebastian
Pflugbeil.
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Stx450-451.2005.1-5.5 (5 Seiten)
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Tschernobyl - 19 Jahre danach
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Radioaktive Belastungen im Bayerischen Wald. Untersuchung des
Bundesamt für Strahlenschutz – Keine Entwarnung für den Verzehr von Wildbret.
19 Jahre nach Tschernobyl ist Wildbret noch immer radioaktiv belastet. Das
belegt eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Auftrag gegebene
Studie, bei der die radioaktive Belastung von Wildbret, Pflanzen und Böden
des Bayerischen Waldes gemessen wurden. Bei Wildschweinen steigt die
radioaktive Belastung seit 1996 sogar wieder an.
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Stx448-449.2005.3,4.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 20 Jahre danach
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Aufruf zu Tschernobyl-Kongreß war voreilig. Voreilig war eine
Kongressankündigung in der Mai-Ausgabe von Strahlentelex. Unter dem Motto
"20 Jahre Leben mit Tschernobyl" wollte die Gesellschaft für
Strahlenschutz gemeinsam mit weiteren Organisationen für März 2006 kritische
Wissenschaftler, Politiker, Ärzte, engagierte Bürger und Vertreter von
Tschernobyl-Initiativen zu einem Fachkongreß nach Feldkirch in Österreich
einladen. Bisher unterdrückten Nachrichten über die Folgen der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl solle zu mehr Licht verholfen werden, hieß
es. Das scheint nun nicht mehr garantiert. "Die Form der Ankündigung im
Strahlentelex" stieß beim Mitveranstalter Otto Hug Strahleninstitut -
MHM e.V. in München und – Institutsleiter Prof. Dr. Edmund Lengfelder zufolge
– bei der Luxemburger Stiftung "Ein Herz für krebskranke Kinder"
auf scharfe Kritik.
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Stx444-445.2005.8.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 20 Jahre danach
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9.-12. März 2006 in Feldkirch in Vorarlberg/Österreich: "20 Jahre
Leben mit Tschernobyl: Erfahrungen und Lehren für die Zukunft". Erste Ankündigung
und Einladung zum internationalen Kongreß der Gesellschaft für Strahlenschutz
und des Otto Hug Strahleninstituts - MHM. Unmittelbar nach der
Tschernobyl-Katastrophe hat der sowjetische Geheimdienst (KGB) eine lange
Liste von Themen als "streng geheim" klassifiziert. Das hat der
betroffenen Bevölkerung wenig geholfen: Es gab keine wahrheitsgemäße
Berichterstattung über die Ursachen der Katastrophe, keine wahrheitsgemäße
Dokumentation der Strahlenschäden bei der Bevölkerung und bei den Katastrophenhelfern,
keine wahrheitsgemäße Dokumentation der radioaktiven Kontamination der
betroffenen Gebiete. Wichtige Maßnahmen, die zum Schutz der Bevölkerung
hätten getroffen werden können, unterblieben. Bis heute wird nicht offen über
Tschernobyl geredet. International angesehene Gremien sprechen heute noch von
nur 31 Strahlentoten nach Tschernobyl. Es wird nahezu jede
Gesundheitsschädigung infolge von Tschernobyl abgestritten – bis auf
Schilddrüsenkrebs bei Kindern. Es gibt jedoch immer mehr Wissenschaftler in
Ost und West, die sich dafür einsetzen, die Wahrheit hinter den Nebelbänken
aufzuspüren und den betroffenen Menschen in der Region um Tschernobyl wirksam
zu helfen. Diese Wissenschaftler haben es schwer, ihre Analysen in den
international akzeptierten Journalen zu publizieren. Das Ziel der Tagung
besteht deshalb darin, ihnen Gehör zu verschaffen, 20 Jahre Leid zu
dokumentieren, Lügen und Lügner zu benennen und Konsequenzen zu ziehen. Die
Gesellschaft für Strahlenschutz, das Otto Hug Strahleninstitut - MHM, die
Stiftung Een Häerz fir kriibskrank Kanner asbl Luxembourg, der Deutsche
Verband für Tschernobyl-Hilfe, die Europäische Arbeitsgemeinschaft "Mut
zur Ethik" und die Vorarlberger Landesregierung laden zum 9. bis 12.
März 2006 nach Feldkirch in Vorarlberg/Österreich ein, behinderte und schwer
oder gar nicht publizierbare Forschungsergebnisse aus dem Tschernobyl-Kontext
vorzustellen und zu diskutieren. Interessierte Bürger und Vertreter von
Tschernobylinitiativen, Energiewissenschaftler, Politiker und Ärzte sind
eingeladen zu studieren, zu fragen und gemeinsam nach vernünftigen Maßnahmen
zu suchen, in denen das Wohl der Tschernobylopfer Vorrang hat vor der
Unterstützung sinnarmer technischer Projekte im Bereich der Kerntechnik. Der
Kongreß beschäftigt sich mit den medizinischen und sozialökonomischen
Problemen und Aspekten in der Ukraine, in Weißrußland, Rußland und in Europa,
mit technischen Fragen, strukturellen Hintergründen, internationaler
Informationspolitik und Programmen zur Beseitigung der Folgen der Katastrophe
von Tschernobyl. Um die Anmeldung von Vorträgen und Postern und die Abgabe
der Abstracts (maxi-mal 300 Wörter in Deutsch und Englisch oder in Russisch
und Deutsch oder Englisch) wird bis zum 15. August 2005 gebeten.
Information und Kontakt: Tagungsbüro Tschernobyl 2006, Postfach
756, CH-8044 Zürich, mailto:tschernobyl2006@gmx.net.
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Stx440-441.2005.8.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 19 Jahre danach
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Britische Schafe sind immer noch radioaktiv verseucht. In Großbritannien
gelten der Food Standards Agency zufolge, der für Lebensmittelsicherheit
zuständigen Behörde, auch 19 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl wegen der anhaltenden radioaktiven Verseuchung immer noch
restriktive Maßnahmen für 379 landwirtschaftliche Betriebe, die insgesamt
eine Fläche von 74.000 Hektar und 200.000 Schafe umfassen. Mit einem
Kommentar von Thomas Dersee.
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Stx440-441.2005.6-7.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 17 Jahre danach
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Bisher geheimgehaltenes Archivmaterial über das AKW Tschernobyl veröffentlicht.
Der Sicherheitsdienst der Ukraine hat unmittelbar vor dem 17. Jahrestag der
Havarie im Atomkraftwerk Tschernobyl auf seiner Internetseite 121 Dokumente
aus dem Archiv des KGB in der Ukrainischen Sowjetischen Sozialistischen
Republik aus der Zeit zwischen 1971 und 1988 veröffentlicht, die die Arbeiten
am Atomkraftwerk Tschernobyl und die dortige Havarie vom 26. April 1986
dokumentieren: http://www.sbu.gov.ua
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Stx392-393.2003.7.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 17 Jahre danach
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Gesundheitsfolgen bei Kindern in Weißrußland und der Ukraine. In
Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät der Universität Basel
veranstaltete die Schweizer Sektion von PSR/IPPNW (Physicians for Social Responsibility/Internationale
Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) am 15. Februar 2003 ein
Fortbildungs-Symposium zum Thema "Gesundheitsfolgen von Tschernobyl bei
Kindern". Berichtet wurde im Kantonsspital Basel über die Auswirkungen
radioaktiver Strahlung bei Kindern, die in den belasteten Gebieten von
Weißrußland und der Ukraine leben. Die Professoren Andreas Nidecker und
Michel Fernex schrieben darüber in der Schweizerischen Ärztezeitung.
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Stx388-389.2003.7,8.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 16 Jahre danach
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Das Bundesamt für Strahlenschutz rät zur Minimierung der
Strahlenbelastung zum Verzicht auf Wildbret, Waldpilze und Waldbeeren.
Auch 16 Jahre nach Tschernobyl sind Auswirkungen der Reaktorkatastrophe in Deutschland
zu beobachten. Zwar seien die Nahrungsmittel insgesamt nur noch sehr gering
radioaktiv kontaminiert, einzelne Produkte wie Wild und bestimmte Pilzarten
seien aber immer noch hoch belastet. Das teilte das Bundesamt für
Strahlenschutz (BfS) mit. Wenn Wildbret, wildwachsende Speisepilze und
Waldbeeren in üblichen Mengen verzehrt würden, sei die zusätzliche
Strahlenexposition zwar vergleichsweise gering, aber vermeidbar. Wer seine
persönliche Exposition minimieren möchte, solle deshalb auf den Genuß dieser
Lebensmittel verzichten, meint das BfS. Einen aufschlußreichen Überblick über
die Folgen des Tschernobyl-Unfalls in Weißrußland, der Ukraine und in
Rußland, merkt das BfS ergänzend an, gebe ein neuer Bericht der beiden
UN-Organisationen UNICEF und UNDP "The Human Consequences of the
Chernobyl Nuclear Accident" http://www.undp.org/dpa/publications/chernobyl.pdf.
Danach werde unter anderem die Zahl der Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Jugendlichen
von rund 2.000 in den nächsten Jahren auf 8.000 bis 10.000 Erkrankungen
ansteigen.
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Stx376-377.2002.5,6.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 15 Jahre danach
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Notfallvorsorge. Pünktlich zum 26. April 2001, dem 15. Jahrestag
des Atomunglücks von Tschernobyl, hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
zwei neue Informationsblätter zu den Themen "Notfallvorsorge des
BfS" und "Die Kontamination von Lebensmitteln durch den Reaktorunfall
von Tschernobyl" herausgegeben. Demzufolge führt die durch den
Reaktorunfall auf den Boden in Deutschland abgelagerte Radioaktivität noch
immer zu einer Kontamination von Nahrungsmitteln, vorwiegend mit dem
künstlichen Radionuklid Cäsium-137. Vor allem in Pilzen und Waldfrüchten
sowie in Wildfleisch seien immer wieder höhere Aktivitätskonzentrationen
anzutreffen. Wer seine persönliche Strahlenbelastung so gering wie möglich
halten wolle, solle deshalb auf den Verzehr übermäßig belasteter Produkte wie
bestimmte Pilze und Wild verzichten.
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Stx344-345.2001.7,8.2 (Kurzmitteilung, 2 Seiten)
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Tschernobyl - 15 Jahre danach
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Verzögerter Atomausstieg. 768 Millionen Dollar für einen neuen
Sarkophag des Atomreaktors in Tschernobyl. Der Ausstieg aus der Nutzung
der Atomenergie soll nach den Vorstellungen von Bundesumweltminister Jürgen
Trittin (Grüne) noch in diesem Jahr gesetzlich verankert werden. Das
verkündete er am 25. April 2001 in Berlin auf einer Pressekonferenz zum 15.
Jahrestag der Reaktorexplosion im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl.
"Wir sind noch nicht ganz fertig. Aber ich denke, wir sind kurz vorm
Abschluß", erklärte er. Neben der Festschreibung des Atomkonsenses im
Gesetz steht auch die formelle Unterschrift der Stromkonzerne noch aus.
Fragen nach den Gründen der Verzögerung beantwortete Trittin nicht.
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Stx344-345.2001.7.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 15 Jahre danach
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Schon geringe Strahlung erhöhte das Krebsrisiko. Jodtabletten müssen im
Katastrophenfall früher ausgegeben werden als bisher in Deutschland geplant. 15
Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl beginnen auch bislang weniger
kritische Beobachter die Folgen der radioaktiven Belastungen neu zu bewerten.
Untersuchungen der betroffenen Bevölkerung in Weißrußland, der Ukraine und
Rußland zeigen, daß schon niedrigere Strahlendosen als bislang angenommen das
Risiko erhöhen, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Die Ergebnisse könnten
dazu führen, daß die in Deutschland geltenden sogenannten Eingreifrichtwerte
des Katastrophenschutzes herabgesetzt werden müssen.
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Stx344-345.2001.6,7.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 15 Jahre danach
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Mindestens 300 Neugeborene sind in Deutschland in Folge von Tschernobyl
gestorben. Ergebnisse stehen im Widerspruch zu alten Vorstellungen von der
Existenz einer Schwellendosis. Anläßlich des 15. Jahrestages der
Atomkatastrophe von Tschernobyl präsentierte Dr. Alfred Körblein vom
Umweltinstitut München im April 2001 eine Studie über die Auswirkungen von
Tschernobyl auf die Säuglingssterblichkeit in Deutschland. Danach starben
hierzulande im Jahre 1987 vermutlich mehr als 300 Neugeborene in Folge von
Tschernobyl. Laut Körblein sind 1987 fünf Prozent mehr Neugeborene gestorben
als üblich. Die Auswertung der Monatsdaten ergebe einen hochsignifikanten
Zusammenhang zwischen der Strahlenexposition des Embryos durch radioaktives
Cäsium und der Perinatalsterblichkeit 7 Monate nach dem Super-GAU. Diese
früheren Ergebnisse seiner Studie (vergl. Stx296-297.1999.2,3.2) präsentierte
jetzt Körblein zusammen mit einer neuen Auswertung von polnischen Daten der
Säuglingssterblichkeit, die seine Befunde für Deutschland bestätigen.
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Stx344-345.2001.6.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 14 Jahre danach
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Bei Tschernobyl mutiert Weizen. Vierzehn Jahre nach der
Reaktorkatstrophe von Tschernobyl verändert sich das Erbgut neu gesetzter
Pflanzen in der Umgebung des Unglücksreaktors stärker als woanders. Einem
Bericht aus dem Baseler Friedrich Miescher-Institut von Forschern um Olga
Kovalchuk in der Fachzeitschrift "Nature" (Nature, Bd. 407, S.
583) zufolge ist die Mutationsrate von Weizen sechsfach erhöht.
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Stx332-333.2000.11,12.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 14 Jahre danach
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Chromosomenstudie belegt: Belorussische Kinder sind durch die
Tschernobyl-Katastrophe mit bis zu 500 Milligray strahlenbelastet. In
einer Vielzahl von Veröffentlichungen werden Chromosomenanalysen an Personen beschrieben,
die durch den Tschernobylunfall am 26. April 1986 verstrahlt wurden. Die
Untersuchungen an Einzelpersonen oder Personengruppen aus Belorussland, der
Ukraine und Russland werden dabei nicht nur vorgenommen, um nach der
Reaktorkatastrophe eine Dosisermittlung durchzuführen, sie dienen auch einer
Risikoabschätzung der zu erwartenden strahlenbedingten Erkrankungen. In der
Ausgabe der Zeitschrift Radiation Protection Dosimetry No.2 2000,
veröffentlichte L. S. Mikhalevich von der belorussischen Akademie der
Wissenschaften in Minsk und Kollegen das Ergebnis einer
Chromosomenuntersuchung an 86 belorussischen Kindern, denen kurz nach der
Reaktorkatastrophe Blutproben entnommen worden waren. Die dabei von den
Autoren ermittelten Dosiswerte liegen um ein Vielfaches über denen, die
offiziell angegeben werden. Ähnlich hohe Dosen, ermittelt durch biologische
Dosimetrie, mit Werten von 300 bis 500 Milligray, sind nicht ungewöhnlich für
Evakuierte aus der Stadt Pripjat und benachbarten Gebieten wie Kharkov, stellen
die Autoren fest. Die Untersuchung zeige nochmals deutlich, dass die
erhaltene Dosis nicht mit den Bodenwerten der Cäsiumbelastung korreliert
werden dürfe und dass die physikalischen Dosisabschätzungen das reale Ausmaß
der Verstrahlung weit unterschätzen.
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Stx320-321.2000.5,6.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 13 Jahre danach
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"Weißrußland stirbt". Demographische Probleme in
Belorußland. Ein Bericht von Dr. Sebastian Pflugbeil vom Ersten
Internationalen Wissenschaftlich-Praktischen Kongreß zu Demographischen
Problemen Belorußlands, der vom 17. - 20. März 1999 in Minsk stattfand.
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Stx294-295.1999.2,3.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 11 Jahre danach
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Unterschiedliche Einschätzungen. Über die Zahl der Krankheitsfälle,
sinnvolle Grenzwerte, die Verseuchung der Böden und die Einschätzung der
Langzeitfolgen gibt es auch elf Jahre nach der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl unterschiedliche Angaben. Eine Dokumentation des
Ökologie-Instituts Wien hat Berichte zur Situation in den Republiken Ukraine,
Weißrußland und Rußland nach dem Unfall miteinander verglichen. Die
Zusammenschau zeigt, wie schwierig eine Bewertung grundsätzlich ist und wie
stark die jeweiligen Interessen und Rahmenbedingungen die Einschätzung der
Folgen beeinflussen. Grundlage der Dokumentation sind Berichte, die
internationale Organisationen, nationale Stellen und örtliche
wissenschaftliche Institute sowie Hilfsorganisationen anläßlich des 10.
Jahrestages 1996 der Öffentlichkeit präsentierten.
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Stx248-249.1997.10.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 10 Jahre danach
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Beherrschtes Entsetzen. 7 Buchbesprechungen zum Thema Tschernobyl. Susan Boos: Beherrschtes
Entsetzen. Yu. I. Bandazhevsky et al.: Clinical and Experimental Aspects of
the Effect of Incorporated Radionuclides upon the Organism. W.B.
Nesterenko: Ausmaß und Folgen der Tschernobyl-Katastrophe in Belarus, Rußland
und der Ukraine. Ja. J. Serkis et al.: Tschernobyl und seine Folgen, Band 1,
Radiobiologische Aspekte der Tschernobyler Katastrophe. L. I. Franzewitsch et
al.: Tschernobyl und seine Folgen, Band 2, Tiere im Strahlenfeld. GRS mbH:
Tschernobyl - Zehn Jahre danach. Ulrich Albrecht u.a.: Der Griff nach dem
atomaren Feuer.
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Stx226-227.1996.10-12.3 (3 Seiten)
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Tschernobyl - 10 Jahre danach
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31 Sofort- und 25.000 Folgetote. Die von der Internationalen
Atomenergieagentur (IAEA) in Wien organisierte Konferenz "Zehn Jahre
nach Tschernobyl" war am 12. April 1996 ohne greifbare Ergebnisse zu
Ende gegangen. In der Abschlußerklärung der von der deutschen
Bundesumweltministerin Angela Merkel geleiteten Konferenz ist in dreister
Manier entsprechend der früheren sowjetischen Sprachregelung von lediglich 31
Kraftwerksmitarbeitern und Feuerwehrleuten die Rede, die in den ersten Wochen
nach der Atomexplosion in dem ukrainischen Reaktor an der Strahlung gestorben
seien. Insgesamt 237 Menschen seien verletzt worden und bis zum 1. März 1993
seien noch weitere 14 Liquidatoren verstorben, jedoch nicht unbedingt an
Strahlenfolgen, sondern zum Beispiel an Herzinfarkt. Dagegen wurde auf dem
internationalen Kongreß des Otto Hug Strahleninstituts - Medizinische
Hilfsmaßnahmen (MHM) e.V. und der Internationalen Ärzte für die Verhütung des
Atomkrieges (IPPNW) vom 19. bis 21. April 1996 in der Humboldt-Universität in
Berlin von bisher 25.000 Folgetoten nach dem Unglück von Tschernobyl
berichtet. Ein Kongreßbericht.
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Stx224-225.1996.1-5.5 (5 Seiten)
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Tschernobyl - 10 Jahre danach
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Richtspruch des Tschernobyl-Tribunals der Völker: IAEA und ICRP
verurteilt. Das Permanent Peoples' Tribunal der International Medical
Commission on Chernobyl verurteilte im Anschluß an seine Verhandlung vom 12.
bis 15. April 1996 in Wien in einem Richtspruch die Internationale
Atomenergie-Agentur (IAEA), die nationalen Atomenergie-Kommissionen und die
Regierungen, die diese im Interesse der Atomindustrie finanzieren und
unterstützen. Außerdem verurteilte das Tribunal die Internationale
Strahlenschutzkommission (ICRP), deren Priorität der Schutz und die Stärkung
der Atomindustrie anstelle des Schutzes potentieller Opfer sei.
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Stx224-225.1996.5.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 10 Jahre danach
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Schwierige Wege zur Realität. Gesundheit und Krankheit 10 Jahre
nach Tschernobyl - das Thema scheint einfach. Auch unter Fachleuten, die sich
sonst wenig mögen, gibt es kaum noch Streit darüber, daß sich der
Gesundheitszustand der Bevölkerung in den von Tschernobyl betroffenen
Gebieten der ehemaligen Sowjetunion verschlechtert. Geht man jedoch ins
Detail, hat man mit erheblichen Hindernissen zu kämpfen. Der Medizinphysiker
Dr. Sebastian Pflugbeil, Vorsitzender des Berliner Vereins Kinder von
Tschernobyl, für das Neue Forum ehemal Minister ohne Geschäftsbereich in der
Modrow-Regierung der DDR und danach Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin,
stellt "offizielle" Krankheitsdaten aus der Ukraine und Belorusland
(Weißrußland) vor. Er empfiehlt, sich an das Bettchen eines leukämiekranken
Kindes zu setzen, um den Spaß an Spitzfindigkeiten zu verlieren.
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Stx222-223.1996.1-5.5 (5 Seiten)
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Tschernobyl - 10 Jahre danach
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"Dem Versuch, Strahlenwirkungen zu belegen, wissenschaftlich
begründet begegnen". In der Nacht vom 25. zum 26. April 1986 begann
die wohl größte zivile Katastrophe, die Europa bisher heimgesucht hat. Im
Atomreaktor von Tschernobyl in der Ukraine fand eine Explosion statt, sein
radioaktives Inventar gelangte in die Umwelt. 10 Jahre danach finden sich
alle Befürchtungen bestätigt. Die Strahlenwirkungen reichen noch immer weit
in die Zukunft. Eine sichere Verwahrung des Unglücksreaktors ist nicht
gegeben. Die Kraftwerksblöcke von Tschernobyl sind weiterhin in Betrieb. Ein
Rückblick auf 10 Jahre öffentliche Reaktionen, von Thomas Dersee.
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Stx222-223.1996.6,11-14.5 (5 Seiten)
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Tschernobyl - 9 Jahre danach
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Zwischen Semipalatinsk und Tschernobyl. Das Spektrum der
Strahlenschäden ist breiter als vermutet. Die Kernspalter spalten nicht
nur, sie haben eine internationale Lobby, die "wissenschaftlich"
erklärt, was zu diesem Thema Tatsache, was Gerücht, was Hysterie oder
Radiophobie und was überhaupt nicht ist. Anhand von zwei Katastrophen -
Semipalatinsk und Tschernobyl - vermittelt der Medizinphysiker Dr. Sebastian
Pflugbeil, daß es möglich ist, das Multimonopol der Spalter zu überwinden, zu
umgehen, zu überlisten, daß Aufklärung auf diesem Gebiet tatsächlich etwas zu
tun hat mit dem Ausgang aus unserer selbstverschuldeten Unmündigkeit.
Pflugbeil war für das Neue Forum Minister ohne Geschäftsbereich in der
Modrow-Regierung der DDR und ist Vorsitzender des Berliner Vereins Kinder von
Tschernobyl.
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Stx200-201.1995.4,9-11.4 (4 Seiten)
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Tschernobyl - 9 Jahre danach
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Radioaktivität in Wildtieren: Auch nach 9 Jahren ist kein rasches
Verschwinden von Radiocäsium in Sicht. Seit 1993 nehmen die radioaktiven Belastungen
von Wildtieren und ihrer Futterpflanzen wieder zu. Im Gegensatz zu den
bewirtschafteten Flächen der Landwirtschaft nimmt die biologische
Verfügbarkeit von Cäsium-137 in Wäldern nur sehr langsam ab, so daß bereits
relativ kurze Zeit nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl der Verzehr von
Früchten, Pilzen und Wild aus Wäldern zum dosisbestimmenden Aufnahmepfad
wurde. Wegen der deutlich höheren Belastungen müsse dabei Süddeutschland und
vor allem dem Bayerische Wald besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Das
erklärt Dr. H. Hecht von der Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach
in seinem Projektbericht "Radiocäsium in Wildtieren" in dem Anfang
1995 erschienenen Programmreport 1994 des Bundesamtes für Strahlenschutz.
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Stx196-197.1995.1-3.3 (3 Seiten)
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Tschernobyl - 7 Jahre danach
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Hilfe zur Selbsthilfe: Schwierigkeiten bei der Tschernobyl-Hilfe.
Das langjährige Schweigen der russischen Behörden trotz angeblicher Glasnost
und die offensichtlich werdenden Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe
führten in der Ukraine und in Belorußland (Weißrußland) seit 1988 zu einer
zunehmenden Politisierung der Bevölkerung. Der Protest gegen ökologische
Mißstände und unzureichenden Ausgleich der Tschernobyl-Schäden entwickelte
sich zu einer Auseinandersetzung mit dem politischen System, das heißt mit
der kommunistischen Partei. In der Ukraine spielte hierbei die Organisation
"Zelenyj Svit" (Grüne Welt), 1988 von Jurij Šcerbak gegründet und
Mitglied der ukrainischen Nationalbewegung "Ruch" (Bewegung), eine
besondere Rolle. In Belorußland gründeten Gennadij und Irina Gruševoj das
Komitee "Kinder von Tschernobyl", das bis Juni 1991 unter dem Dach
der Belorussischen Volksfront "Adradzenne" (Wiedergeburt) agierte.
Šcerbak und Gruševoj gehören seit den Wahlen im März 1990 dem Obersten Sowjet
ihrer jeweiligen Republik an. Angesichts der Folgen von Tschernobyl übernahm
die deutsche Bürgerbewegung Patenschaften für die humanitäre Hilfeleistung.
Die praktische Konfrontation mit den dortigen Problemen aber überforderte
zunächst und ernüchterte viele der Helfenden mehr als zunächst vermutet.
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Stx156-157.1993.1-3.3 (3 Seiten)
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Tschernobyl - 7 Jahre danach
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Eine Orientierungshilfe. Untersuchungen aus der FKKS 5/1993, Universität
Frankfurt a. M.. Besonders demjenigen, der mit den Menschen in den durch
Tschernobyl verseuchten Gebieten in einen solidarischen Kontakt treten
möchte, bietet Astrid Sahm mit Ihrer Arbeit die Möglichkeit, eine Vorstellung
von den sozialen und politischen Folgen der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl jenseits parteipoltischer Auseinandersetzungen und
Glaubensrichtungen zu Gewinnen. Besprechung.
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Stx156-157.1993.3,4.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 7 Jahre danach
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Doch keine Schäden durch "Radiophobie"? "Zu
ermitteln, ob im Zusammenhang mit den durch den Reaktorunfall aufgetretenen
regionalen Strahlenexpositionen bzw. damit verbundenen Ängsten in der
Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) vermehrt
Frühgeburten festzustellen waren", war Zielsetzung einer Erhebung
von Infratest Gesundheitsforschung, München, für das Bundesamt für
Strahlenschutz (BfS). Der Abschlußbericht wurde im September 1992
fertiggestellt und 1993 vom Institut für Strahlenhygiene des BfS
veröffentlicht.
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Stx152-153.1993.1,2.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 6 Jahre danach
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Tschernobyl: Die Wahrheit. Hunderte Bücher und Artikel sind über
Tschernobyl erschienen. Ein Teil dieser Veröffentlichungen stammt von Autoren,
die über keine Fachkenntnisse verfügen und in erster Linie ihren Gefühlen
Ausdruck geben, den einen oder anderen Aspekt der Katastrophe zu beleuchten
versuchen und sich gewöhnlich auf die ersten Tage oder Wochen konzentrieren.
Ein zweiter Teil besteht aus Veröffentlichungen, die zwar von Fachleuten
geschrieben worden sind, jedoch von solchen, die keine Gelegenheit hatten,
die Situation i n Tschernobyl persönlich zu untersuchen, oder die sich nur
kurz am Ort des Geschehens aufgehalten haben - erst nach 1987 und häufig nur
zu dem Zweck, sich mit dem Sarkophag im Hintergrund fotografieren zu lassen.
Diese Bilder präsentieren sie dann in ihren Büchern als Dokumentation ihrer
persönlichen Beteiligung. Die meisten Informationen über das Geschehen und die
meisten ihrer Daten haben sie der offiziellen sowjetischen Presse entnommen.
Leider aber war die sowjetische Presse selbst in den Zeiten von Perestrojka
und Glasnost alles andere als objektiv, die Wahrheit über die Tragödie von
einer strengen Zensur unterdrückt. Deshalb muß ich "zur Entlarvung
einiger gefährlicher Mythen beitragen", erklärt Wladimir M.
Tschernousenko zu Beginn seines 1992 bei Rowohlt in deutscher Sprache
erschienenen Buches "Tschernobyl: Die Wahrheit".
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Stx142-143.1992.8.1 (Kurzbesprechung, 1 Seite)
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Tschernobyl - 5 Jahre danach
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Bulgarien: Haftstrafe wegen Tschernobyl. In Bulgarien sind am 12.
Dezember 1991 zwei frühere Regierungsmitglieder zu Gefängnisstrafen verurteilt
worden. Sie hatten dem Urteil des Obersten Gerichtshofes zufolge die
Bevölkerung nach dem Unglück von Tschernobyl im Jahre 1986 nicht ausreichend
gegen radioaktive Strahlung geschützt.
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Stx124-125.1992.8.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 5 Jahre danach
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Einsichten aus Tschernobyl. Mythos 1: Der Tschernobyl-Reaktor
RBMK-1000 hatte keine Konstruktionsfehler. Es war einzig das
Bedienungspersonal, daß die Explosion verursachte. Mythos 2: Die vom
zerstörten Reaktor an die Umwelt abgegebenen Radionuklide machten nur drei
Prozent des radioaktiven Gesamtinventars von 192 Tonnen aus. Mythos 3: Die an
den 15 noch in Betrieb befindlichen Reaktoren vom Tschernobyl-Typ nach der
Katastrophe vorgenommenen Änderungen haben die Gefahr einer zweiten
Katastrophe gebannt. - Das sind drei von 21 erdichteten Legenden um die
Katastrophe von Tschernobyl, mit denen der Atomphysiker Wladimir
Michailowitsch Tschernosenko in seinem 1991 vom Springer-Verlag
herausgegebenen Buch "Chernobyl - Insight from the Inside"
aufräumt.
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Stx122-123.1992.7.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 5 Jahre danach
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Der Preis ist zu hoch. Infolge der durch radioaktive Strahlung nach
der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ausgelösten Immunschwäche stiegen im Bezirk
Vetka in Weißrußland die Zahl der Tuberkulosefälle von 176 im Jahr 1985 und
170 in 1986 über 243 in 1987 und 239 in 1988 auf 1108 in 1989 und 1718 im
Jahr 1990. Dies und weiteres berichteten russische Referenten im April 1991
während einer Tagung in der Berliner Charité.
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Stx104-105.1991.1-3.3 (3 Seiten)
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Tschernobyl - 5 Jahre danach
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Körperliche Erkrankungen und seelische Störungen in der Umgebung von
Tschernobyl. Am 27. Oktober 1990 berichteten auf einer Tagung des Vereins
"Kinder von Tschernobyl" in Berlin Dr. Maria Ankudowitsch vom
Institut für Klinische Strahlenmedizin in Minsk und Professor Valentin
Timofeewitsch Kondrashenko, ebenfalls aus Minsk, über den Gesundheitszustand
der Kinder in der Umgebung von Tschernobyl und Besonderheiten neuro-psychischer
Störungen im Grenzbereich zwischen gesund und krank bei Personen, die in den
Gebieten mit erhöhter radioaktiver Verseuchung leben.
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Stx102-103.1991.1-5.5 (5 Seiten)
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Tschernobyl - 4 Jahre danach
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"Fürsorge" bis zum Jahr 2000. Fast 4 Jahre nach der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurde 1990 für die Ukrainische
Sozialistische Sowjetrepublik (USSR) im Entwurf ein "Integriertes
Programm zur Beseitigung der Folgen des Unfalls von Tschernobyl"
vorgelegt. Unter dem Titel "Das Gebiet unserer Fürsorge"
veröffentlichte die ukrainische Regierungszeitung Pravda Ukrainy in ihrer
Ausgabe vom 13. Februar 1990 einen Bericht über diesen 15 Punkte umfassenden
Plan. Er wurde unter Mitwirkung von Behörden, Ministerien und wissenschaftlichen
Institutionen erstellt, darunter der Akademie der Wissenschaften der USSR,
das Zentrum für Strahlenmedizin der UdSSR (Kiew) und die ukrainische
Zweigstelle des Forschungsinstitutes für Landwirtschaftliche Radiologie der
UdSSR. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen in den 10 Jahren von 1990 bis
2000 mit einem Kostenaufwand allein für die Ukraine von 12,5 Milliarden Rubel
durchgeführt werden, wobei auf die Ukraine etwa 15 Prozent der hoch
belasteten Bodenflächen entfallen. Der Bericht der Pravda Ukrainy vermittelt
einen Eindruck davon, wie unabwendbar notwendig eine grundlegende
Umgestaltung des Lebens in den verseuchten Gebieten ist. Übersetzung und
Bearbeitung von Annette Hack.
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Stx76-77.1990.7-9.3 (3 Seiten)
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Tschernobyl - 3 Jahre danach
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Die Natur rächt sich. Drei Jahre nach dem Unfall von Tschernobyl
werden die Folgen hoher Strahlendosen in der Unglückszone dramatisch
offenbart. Der sowjetische Physiker Leonid Bolshow, Erster Vizedirektor des
Instituts für nukleare Sicherheit der sowjetischen Akademie der
Wissenschaften, hat 1989 anläßlich eines wissenschaftliches Seminars über die
friedliche Wiederumwandlung nuklearer Waffen in Erice auf Sizilien 80 zum
Teil ungläubig reagierenden Wissenschaftlern einige der eklatantesten
Beispiele vorgetragen.
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Stx66-67.1989.10.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 3 Jahre danach
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Unverändert hohe Cäsium-Werte in Schweden. "Das Problem mit
hohem Cäsiumgehalt in Rentierfleisch und Binnenseefisch wird noch jahrelang
bestehen", heißt es im Bericht des schwedischen Strahlenschutzinstituts
SSI von 1989. Die Strahlung, die Schwedens Gesamtbevölkerung nach dem Unglück
von Tschernobyl traf, liege drei- bis viermal höher als jene, die durch
oberirdische Atombombenversuche entstand. In Vaesternorrland liege der
Durchschnittswert für Binnenseefisch bei 8.000 Becquerel pro Kilogramm.
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Stx56.1989.3.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 3 Jahre danach
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Radioaktive Lebensmittel werden immer noch gegessen. Wild wachsende
Pflanzen aus Wald und Heide, Wildfleisch, schwarzer Tee aus der Türkei und
der Sowjetunion, Haselnüsse aus der Türkei, Hartweizenprodukte aus Südeuropa
und Süßwasserraubfische gehören auch drei Jahre nach dem Unglück von
Tschernobyl weiterhin und auf absehbare Zeit zu den nicht empfehlenswerten
Nahrungsmitteln. Die strahlende Wolke aus Tschernobyl verteilte sich 1986 in
unterschiedlichem Maße über ganz Europa und darüber hinaus. 30 Jahre dauert
es, bis sich die Menge des in die Umwelt gelangten Cäsium-137 durch
radioaktiven Zerfall auch nur halbiert.
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Stx55.1989.1,3.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 3 Jahre danach
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Erstmals Belastungskarten aus der Sowjetunion. Erstmals sind im
Frühjahr 1989 von der sowjetischen Presse Karten über die Strahlenbelastung in
den durch das Unglück von Tschernobyl am höchsten verseuchten Gebieten der
Sowjetunion veröffentlicht worden. Unter dem Titel "Tschernobyl:
Vergangenheit und Prognose für die Zukunft" brachte die sowjetische
Zeitung Prawda dazu am 20. März 1989 einen ganzseitigen Artikel des
Vorsitzenden des Staatlichen Komitees der UdSSR für Hydrometeorologie, Juri
Israel. Israel geht in seinem Bericht auf die Tätigkeiten verschiedener
sowjetischer Instanzen wortreich ein, macht jedoch wenig Angaben, die
konkrete Schlußfolgerungen erlauben. Strahlentelex gibt daraus eine Übersicht
der genannten Daten, ergänzt durch Schilderungen aus einer Reportage von
Wladimir Kolinko in der Ausgabe der sowjetischen Zeitung "Moskau
News" vom April 1989. Bericht mit 3 Karten nach einer Übersetzung aus
dem Russischen von Annette Hack.
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Stx55.1989.1,2,5.3 (3 Seiten)
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Tschernobyl - 2 Jahre danach
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Vermutungen über vermehrte Leukämien und Krebs bei Säuglingen und
Kleinkindern in Berlin. "Wir haben in der letzten Zeit verhältnismäßig
viele neue Patienten", erklärte Prof. Dr.med. Henze, Leiter der
Abteilung für Haematologie der Kinderklinik im Kaiserin Auguste Victoria Haus
(KAVH) der Freien Universität Berlin im April 1988 gegenüber dem
Strahlentelex.
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Stx31.1988.1,6.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 1 Jahr danach
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Wendland: Höchstwerte April 1987. Im April 1987 gemessene
Höchstwerte aus dem Raum Gartow stellte Dieter Schaarschmidt aus Kapern
zusammen, gemessen vom Kernkraftwerk Krümmel, dem Meeresbiologischen Institut
Kiel, dem Veterinäramt und dem Landesamt für Immissionsschutz Hannover. Für
die Arbeitsbelastung beim Umgang mit Heu, gemessen auf einem Heuboden, werden
200 Mikroröntgen pro Stunde beziehungsweise 0,2 Millirem oder 2 Mikro-Sievert
pro Stunde angegeben. Dieser Wert liegt über dem in Labors Zulässigen und
solches Material dürfte auch nicht direkt, also nicht ohne Schutzverpackung,
im atomaren Zwischenlager in Gorleben eingelagert werden.
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Stx9.1987.8.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 1 Jahr danach
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Fehlerhafter Bericht des Landes Berlin. Nahezu zeitgleich
veröffentlichten im April 1987 die Länder Hessen, Nordrhein-Westfalen und
Berlin Berichte über die Auswirkungen des Reaktorunglücks von Tschernobyl in
1986. Einheitlich bleiben in allen Bundesländern bei den offiziellen
Verlautbarungen über die Bewertung der gesundheitlichen Gefahren die
Rechenvorschriften der geltenden Strahlenschutzverordnung unberücksichtigt.
Anstelle der geltenden Verordnung wird wie selbstverständlich eine Art
Diskussionsvorlage des Instituts für Strahlenhygiene des
Bundesgesundheitsamtes zur Novellierung dieser Verordnung zugrunde gelegt,
die eine geringere biologische Wirksamkeit behauptet. Wie darüber hinaus in
sich widersprüchlich und fehlerhaft zuständige Behörden Risikoabschätzungen
vornehmen, wird am Beispiel des vom Berliner Senators für Stadtentwicklung
und Umweltschutz Prof. Dr. Jürgen Starnick in Zusammenarbeit mit dem Senator
für Gesundheit und Soziales Ulf Fink herausgegebenen Berichts besonders
deutlich.
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Stx7.1987.1,2.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl-Hilfe
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Tschernobyl-Hilfe
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Belarus/Weißrußland: Keine Ausreise mehr für Tschernobyl-Kinder.
Der weißrussische Präsident Lukaschenka will die Reisefreiheit für Minderjährige
abschaffen. Nur in Ausnahmefällen solle Kindern künftig eine Auslandsreise
erlaubt sein. So zitierte die Zeitung "Moscow Times" Lukaschenka am
19. November 2004 einer Meldung des Evangelischen Pressedienstes zufolge. Bei
Aufenthalten im Westen würden weißrussische Kinder mit den schädlichen Werten
der westlichen Konsumgesellschaft konfrontiert. Bislang hatten viele von der
Reaktorkatastrophe in Tschernobyl betroffene Kinder Erholungsferien in
Westeuropa verbracht.
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Stx430-431.2004.6,7.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Tschernobyl-Hilfe
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Schilddrüsenkrebs: Sorgen um Tschernobyl-Kinder als Versuchskaninchen
der USA. Im Jahre 1994 wandte sich das amerikanische Energieministerium
an das Gesundheitsministerium von Weißrußland (Belarus), um ein auf
mindestens 30 Jahre geplantes gemeinsames Forschungsprojekt durchzuführen,
das BelAm-Projekt. Zweck ist die langfristige Untersuchung, wie viele
Krebsfälle und andere Pathologien der Schilddrüse in belarussischen
Bevölkerungsgruppen auftreten werden, die einer unterschiedlich hohen
Dosisbelastung durch radioaktives Jod aus Tschernobyl ausgesetzt waren.
Ausgewählt wurden etwa 13000 Personen, die über drei Jahrzehnte regelmäßig
untersucht werden sollen. Natürlich gefällt Weißrußland eine internationale
Kooperation zu den Tschernobyl-Folgen und die Förderung der medizinischen
Wissenschaft im Lande. Das Energieministerium der USA finanziert das
gemeinsame Projekt mit 10 Millionen US-Dollar.
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Stx390-391.2003.2-4.3 (3 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Tschernobyl-Hilfe
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Betrügerisches Vorgehen des Minsker Vereins "Den Kindern von
Tschernobyl" gerichtlich bestätigt.
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Stx286-287.1998.16.1 (1 Seite)
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Tschernobyl-Hilfe
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Urteil gegen unlauteren Kampf um Spendengelder. Seit mehreren
Jahren gibt es gravierende Vorwürfe und Vorbehalte gegen die Arbeitsweise des
großen Minsker Vereins "Den Kindern von Tschernobyl" und seinen
prominenten Vertretern Irina Grushewaja und Gennadij Grushewoij.
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Stx246-247.1997.11,12.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl-Hilfe
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Bundesamt für Strahlenschutz: Messungen im Ganzkörperzähler an Kindern
aus der Sowjetunion. An 138 Personen aus der Sowjetunion, überwiegend
Kinder, die über den Verein "Kinder von Tschernobyl" zu einem
Ferienaufenthalt nach Deutschland gekommen waren, hat die Außenstelle Berlin
des Bundesamtes für Strahlenschutz in den Jahren 1990 und 1991 Messungen im
Ganzkörperzähler durchgeführt. Bericht mit Meßergebnissen.
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Stx122-123.1992.8.1 (1 Seite)
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Tschernobyl-Hilfe
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Kinder von Tschernobyl: Unverstrahlte Kindernahrung. Hilfe zur
Selbsthilfe angesichts der ökologischen Bedrohung der Erde ist der
Grundgedanke für die Errichtung einer Produktionsstätte für unverstrahlte
Kindernahrung in Belorussland. Seit 1990 arbeitet daran der Berliner Verein
Mütter und Väter gegen atomare Bedrohung e.V..
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Stx120-121.1992.12.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Tschernobyl-Hilfe
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Sowjetunion: Tschernobyl-Kostenrechnung. Die Unfallauswirkungen
durch das Unglück im Atomkraftwerksblock Tschernobyl-4 im Jahre 1986 haben
nach Angaben des Politbüros der Kommunistischen Partei in der Sowjetunion
rund 8 Milliarden Rubel (rund 22 Milliarden DM) Kosten verursacht.
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Stx31.1988.6.1 (1 Seite)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Tschernobyl-Sarkophag
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Atomwirtschaft: Fortschritte in Tschernobyl. Strahlentelex hat über
den Plan berichtet, einen zweiten Sarkophag über dem zerstörten
Tschernobylreaktor zu bauen. Langsam kommt Bewegung in dieses gigantische
Projekt. Praktische Bauarbeiten gibt es noch nicht, sie sollen erst in drei
bis vier Jahren beginnen. Berichten der deutschen Gesellschaft für Anlagen-
und Reaktorsicherheit (GRS) mbH zufolge wurde jedoch bereits überlegt, daß
das geplante Bauwerk ein solides Fundament braucht.
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Stx422-423.2004.6,7.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Tschernobyl-Sarkophag
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ÖKOMEDIA 2002: Filmpreise für Tschernobyl. 47 Natur- und
Umweltfilme aus 11 Ländern wetteiferten um die acht Auszeichnungen der
ÖKOMEDIA 2002, dem 19. Internationalen Umwelt Film Festival, das am 26.
Oktober 2002 in Freiburg zu Ende ging. Bemerkenswert ist, daß zwei
Auszeichnungen an Filme zum Thema Tschernobyl gingen. Die
Ökomedia-Auszeichnung der "Goldene Luchs für die beste künstlerische
Leistung" wurde dem japanischen Dokumentarfilm "Alexej to
izumi" ("Alexej und der Brunnen") von Motohashi Seiichi verliehen.
Der als Wanderpreis vom Westdeutschen Rundfunk gestiftete "Europäische
Fernsehpreis" geht an den dänischen Film "Spillet om
Tjernobyl" ("Tschernobyl – Der Millionensarg") von Jorgen
Pedersen, Bente Milton und Sabine Kemper.
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Stx380-381.2002.7.1 (1 Seite)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Tschernobyl-Sarkophag
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Der zweite Sarkophag — Die Geldmaschine. In zwei Dokumentationen,
die im Januar und Anfang Februar 2002 von den Fernsehkanälen ARTE und vom ZDF
gesendet wurden ("Tschernobyl – Der Millionensarg"), stellten die
Redakteure Sabine Kemper, Bente Milton und Jörgen Pedersen den Sinn eines
zweiten Sarkophags über dem zerstörten Tschernobylreaktor infrage. Da die
rot-grüne Bundesregierung am Zustandekommen dieses Projektes und an der
Beschaffung der erforderlichen Finanzen in Höhe von rund 768 Millionen Dollar
maßgeblich beteiligt war, haben die Filme Irritationen im Umweltministerium,
unter Bundestagsabgeordneten und bei der Gesellschaft für Reaktorsicherheit
ausgelöst. Weil in diesen Kreisen Stellungnahmen zu den Filmen erarbeitet und
verteilt wurden, die weniger darauf abzielen, Argumente zu diskutieren als
die Interviewpartner in den Filmen zu disqualifizieren, erscheint es
sinnvoll, die vier Hauptthesen des Films zu skizzieren. Ein Bericht von Dr.
Sebastian Pflugbeil.
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Stx362-363.2002.2,3.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Tschernobyl-Sarkophag
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Tschernobyl ist auf Sand gebaut. Meßgeräte im Sarkophag um die
Reaktorruine von Tschernobyl hatten im Jahre 1990 einen erhöhten
Neutronenfluß registriert. Dies wurde auf eine Kettenreaktion zurückgeführt,
die durch eindringendes Regenwasser ausgelöst sein könnte. Für September 1996
war erneut ein erhöhter Neutronenfluß gemeldet worden und die Medien
berichteten schließlich häufiger über solche Meßergebnisse und den
besorgniserregenden Zustand des Sarkophags. Diese Problematik wurde auch auf
der Tschernobyl-Tagung der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) in Wien
im April 1996 erörtert. Die Ausgabe 3/1996 des IAEA-Bulletins widmete sich
den Ergebnissen dieser Tagung, unter anderem auch der Sarkophag-Problematik.
Ein Bericht und Bewertung von Roland Wolff.
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Stx244-245.1997.13-16.4 (4 Seiten)
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Tschernobyl-Sarkophag
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"Atom-Alarm – Tschernobyl kocht wieder". So titelte am
18. September 1996 eine bundesweit gelesene Boulevardzeitung und verursachte
große Aufregung: Im 1986 zerstörten Reaktorblock 4 des ukrainischen Atomkraftwerks
hatten am 12. und 16. September 1996 Sensoren eine erhöte Neutronenaktivität
gemessen.
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Stx234-235.1996.12.1 (1 Seite)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Kettenreaktion im Sarkophag. Nach der Explosion und dem
Graphitbrand im Block 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl 1986 wurde zum
Einschluß der Reaktorruine mit den verbliebenen radioaktiven Stoffen in aller
Eile von Mai bis Oktober 1986 der "Sarkophag" errichtet. Eine
Beton-Stahl-Konstruktion, für deren gründliche Planung keine Zeit war. Dieser
Sarkophag ist nicht, wie der Name suggeriert, für die Ewigkeit, sondern für
einen Betrieb von 30 Jahren geplant. Aber bereits nach zehn Jahren mehren
sich Zweifel an seiner Standsicherheit. Er ist spröde und brüchig. Nach dem
Unfall wurden vom Hubschrauber Sandsäcke, Lehm, Blei, Borcarbid und Dolomit
abgeworfen. Regewasser dringt ein, außerdem ist im Inneren Löschwasser
vorhanden. Der verbliebene Kernbrennstoff vermischte sich mit den
abgeworfenen Stoffen und den Reaktorfragmenten zu einer Art Lava und drang in
tiefer gelegene Räume ein. Experten beschäftigt die Frage, ob es durch Wasser
als Moderator zu einer atomaren Kettenreaktion im Sarkophag kommen kann. Auf
einer Tagung zur Sicherheit des Sarkophags 1994 in Zeleny Mys in der Ukraine,
wurde von einem Anstieg des Neutronenflusses eines Detektors berichtet, der
auf ein solches kritisches Ereignis im Jahre 1990 zurückgeführt werden kann.
Ein Bericht von Roland Wolff.
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Stx226-227.1996.4,10.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Ukraine: Katastrophentourismus nach Tschernobyl. Zur Beschaffung
von Devisen bietet die ukrainische Regierung Touristen eine Reise in die
Todeszone von Tschernobyl an.
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Stx176-177.1994.8.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Symposium für einen neuen Sarkophag. Nachdem die ukrainische
Regierung 1992 einen internationalen Wettbewerb um die beste Möglichkeit zur
Versiegelung des undichten Katastrophenreaktors von Tschernobyl
ausgeschrieben hatte, sponserte die Internationale Kernenergie-Agentur (NEA)
der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) im April 1993 in
Kiew ein internationales Symposium, das sich mit diesem Thema befaßte.
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Stx152-153.1993.7,8.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Preiswettbewerb: Wer versiegelt den Tschernobyl-Reaktor am besten?
Einen internationalen Wettbewerb um die beste Möglichkeit zur Versiegelung
des weiterhin undichten Katastrophenreaktors von Tschernobyl hat die
Ukrainische Regierung 1992 ausgeschrieben.
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Stx136-137.1992.8.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Der Sarkophag ist brüchig. Vom Unglücksreaktor in Tschernobyl geht
weiterhin akute Gefahr aus. An der Betonummantelung sind bereits 1.000
Quadratmeter Flächen undicht. Die im eingeschlossenen Reaktorkern weiter
entstehende Strahlung und Hitze zerstört das Baumaterial. Das berichtete 1990
Wladimir Schowkoschytnyi, bis 1987 leitender Ingenieur in Tschernobyl. Auch
ein zweiter Sarkophag werde dasselbe Schicksal haben, meinte er.
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Stx86-87.1990.4.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Umweltbelastungen
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Verbraucherinformation: „Keine
radioaktiv belasteten Holzpellets aus dem Baltikum auf dem deutschen Markt“.
Besonders gefährlich sind Asche und Rauch. Nach einer eilends gestarteten
Umfrage des Deutschen Energie-Pellet-Verbandes (DEPV) in der Branche sind in
Deutschland keine radioaktiv belasteten Pellets aus dem Baltikum auf dem
Markt. Das teilten der DEPV am 15. Juni 2009 und die Stiftung Warentest einen
Tag später mit. „Mir ist nicht bekannt, daß Pellets aus Litauen am deutschen
Markt verkauft werden“, sagte DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele in Berlin.
„Das würde auch keinen Sinn machen, denn anders als Italien kann der
heimische Markt komplett mit Pellets aus Deutschland versorgt werden.“
Importe kämen in geringem Umfang aus direkten Nachbarstaaten wie Österreich
oder Tschechien. In Italien hatten Staatsanwälte am Wochenende zuvor nach der
Entdeckung von erheblich belasteten Pellets aus Litauen über 10.000 Tonnen
des Brennstoffs aus dem Verkehr ziehen lassen. Das besondere Risiko von Asche
und Staub bestätigen Befunde des Umweltinstituts in München. Während die
Wissenschaftler dort in einer Probe Holzpellets aus Deutschland 2005 eine
vergleichsweise geringe Belastung von 6 Bq/kg fanden, enthielt die Asche
dieser Pellets bereits 440 Bq/kg.
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Stx540-541.2009.6-7.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Strahlenfolgen: Pflanzen reagieren
auf Radioaktivität. Pflanzen reagieren auf vermehrte Radioaktivität in
ihrer Umgebung. Sojapflanzen, die im Umkreis des Atomkraftwerks Tschernobyl
wachsen, produzieren Eiweiße in anderen Mengen und in anderer Zusammensetzung,
sind zudem kleiner und nehmen langsamer Wasser auf als radioaktiv unbelastete
Pflanzen. Obwohl der Boden in der Nähe von Tschernobyl 167 mal mehr mit
Radiocäsium belastet sei, nähmen die Samen der dort angepflanzten Sojabohnen
dadurch weniger Radioaktivität auf als die in 100 Kilometer Entfernung
angebauten. (M. Danchenko et al. 2009)
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Stx540-541.2009.6.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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23 Jahre nach Tschernobyl: Weniger und
mißgebildete Insekten und Vögel. Die ökologischen Auswirkungen der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, die sich Ende dieses Monats zum 23. Mal
jährt, sind größer als früher angenommen und erhofft. Die freigesetzten
Radionuklide dezimieren auch weiterhin Insekten und Spinnen. Und mißgebildete
Insekten sind auch schon im Normalbetrieb von Atomkraftwerken deutlich
vermehrt in deren Umgebung zu finden. (A. P. Møller, T. A. Mousseau 2009; C.
Hesse-Honegger, P. Wallimann 2008)
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Stx534-535.2009.1-2.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Artenvielfalt und Populationsdichte
von Vögeln nehmen mit höherer Strahlung ab. Im Sommer 2007 haben A. P.
Møller (Curie-Universität Paris) und T. A. Mousseau (University of South
Carolina) eine Arbeit über Waldvögel in der Umgebung des Atomkraftwerks
Tschernobyl vorgelegt, die die weitverbreitete Meinung angreift, daß die
Sperrzone um Tschernobyl ein blühendes Naturschutzreservat sei, in dem man
seit Jahren zunehmend den herrlichsten Wildarten begegnen könne. Tatsächlich
kann einem dort ein großer Elch oder ein Bär über den Weg laufen. Untersucht
man aber die Situation genauer, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Es gibt
bisher kein standardisiertes Vorgehen, wie man die Auswirkungen von
Radioaktivität auf gewöhnliche Tiere untersuchen sollte, deshalb blieb bisher
die Frage nach den ökologischen Folgen der Radioaktivität unbeantwortet. Die
Autoren haben sich nun der Artenvielfalt und Populationsdichte von Waldvögeln
gewidmet.
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Stx498-499.2007.5.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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20 Jahre nach Tschernobyl: In
Norwegens Schafen steckt besonders viel Radioaktivität. In norwegischen Schafen
befindet sich auch 20 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl noch
besonders viel künstliche Radioaktivität. Das berichtet der britische „New
Scientist“ (Nr. 2575, S. 7) unter Berufung auf die norwegische
Strahlenschutzbehörde. In diesem Jahr (2006) habe sich die radioaktive
Belastung mit Cäsium-137 auf bis zu 7.000 Becquerel pro Kilogramm
Schaffleisch im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt.
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Stx476-477.2006.6.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Internationaler Kongreß „20 Jahre nach Tschernobyl“ vom 3. bis 5. April
2006 in der Berliner Charité: „Der
deutlich größte Teil des Reaktorinventars wurde infolge einer Kernexplosion ausgestoßen.
Einen größeren Unfall kann es nicht geben.“ 20 Jahre Mythenbildungen
vernebeln die Sicht auf die Wirklichkeit und müssen beendet werden. Führende
Wissenschaftler und Ärzte aus den betroffenen Ländern Ukraine, Weißrußland
und Rußland sind zu ganz anderen Ergebnissen über die Folgen der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 gekommen, als die
Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) im September 2005 auf ihrer Tagung in Wien und in dem Report des
sogenannten Tschernobylforums. Auf dem Kongreß der deutschen Gesellschaft für
Strahlenschutz, den diese gemeinsam mit dem European Committee on Radiation
Risk (ECRR) vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstaltete,
wurde das besonders deutlich.
Den
vollständigen Abstractband des Internationalen Kongresses „20 Jahre nach Tschernobyl - Erfahrungen
und Lehren für die Zukunft“ der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. und
des European Committee on Radiation Risk (ECRR), den diese vom 3. bis 5.
April 2006 in der Charité in Berlin veranstalteten, finden Sie hier als
pdf-Datei. Die Datei ist 1,4 MB groß.
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Stx462-463.2006.1-2.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Radioaktive Belastungen im Bayerischen Wald. Untersuchung des
Bundesamt für Strahlenschutz – Keine Entwarnung für den Verzehr von Wildbret.
19 Jahre nach Tschernobyl ist Wildbret noch immer radioaktiv belastet. Das
belegt eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Auftrag gegebene
Studie, bei der die radioaktive Belastung von Wildbret, Pflanzen und Böden
des Bayerischen Waldes gemessen wurden. Bei Wildschweinen steigt die radioaktive
Belastung seit 1996 sogar wieder an.
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Stx448-449.2005.3,4.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Tschernobyl-Fallout: Belastungskarte von Frankreich vorgestellt. Die französische Umweltorganisation
CRIIRAD (Commission de Recherche et d'Information Indépendante sur la Radioactivité)
stellte am 26. Februar 2002 an der Universität Stendhal in Valence
einen Atlas über die radioaktive Belastung französischen Bodens durch den
Tschernobyl-Fallout und Belege über die Falschaussagen der Behörden von 1986
bis heute vor. Die Böden waren im Auftrage von CRIIRAD auf Cäsium-137 hin
analysiert worden. Der Atlas stellt demnach klar, daß die radioaktive
Belastung durch Tschernobyl von den französischen Behörden heruntergespielt
worden war. Die französische Regierung hatte sogar behauptet, daß die
radioaktiven Tschernobylwolken die französische Grenze nicht erreicht hätten.
Dem Atlas zufolge ist jedoch ganz Ostfrankreich vom Elsass bis Korsika
kontaminiert worden. Höhere Belastungen finden sich im Jura, in den Hochalpen
und den Alpen der Haute-Provence. http://www.criirad.com
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Stx364-365.2002.8.1 (Kurzmitteilung 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Weißrußland: Berichte aus Minsk über erhöhte Strahlungswerte im Mai
2000 nicht bestätigt. Vom 17. bis 26. Mai 2000 hielt sich der
Strahlenmediziner Dr.med. Dr.h.c. Edmund Lengfelder, Professor am
Strahlenbiologischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München,
beruflich in Belarus (Weißrußland) auf, als ihn am 18. Mai 2000 während
seines Aufenthaltes in Minsk die Deutsche Botschaft über Meldungen von einer
angeblich erhöhten Strahlungsaktivität in Minsk in Kenntnis setzte. Diese
Meldung war auch in Deutschland mit dem Hinweis auf Waldbrände um Tschernobyl
verbreitet worden. Von ihm selbst daraufhin in den folgenden Tagen
durchgeführte Messungen der Ortsdosisleistung hätten jedoch lediglich Werte
ergeben, die dem entsprechen, was auch in Deutschland üblich ist, berichtete
Lengfelder nach seiner Rückkehr nach Deutschland.
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Stx324-325.2000.7.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Das radioaktive Cäsium verharrt länger in der Umwelt und der Nahrung
als erhofft. Die Atomkatastrophe von Tschernobyl hat im Jahr 2000 immer
noch unerwartet hohe Dosen von Radioaktivität zur Folge, die weitere fünfzig
Jahre lang anhalten werden, warnen englische und holländische
Wissenschaftler. Sie zeigten, daß das radioaktive Cäsium-137 aus dem Fallout
des Unfalls von 1986 viel länger in der Umwelt verharren kann, als zuvor in
wissenschaftlichen Kreisen angenommen. Dr. Jim Smith und Kollegen vom Zentrum
für Ökologie und Hydrologie in Dorchester (Südwest-England) haben im Rahmen
eines internationalen Forschungsprojektes die radioaktive Belastung von
Pflanzen und von Fischen in den Seen von Cumbria (Nordengland) und Norwegen
untersucht und gefunden, daß die Belastung mit radioaktivem Cäsium immer noch
unerwartet hoch ist. Smith und Kollegen zufolge müssen Einschränkungen beim
Verbrauch von Lebensmitteln in Großbritannien und in der früheren Sowjetunion
möglicherweise bis zum Jahr 2010 oder 2015 aufrecht erhalten werden.
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Stx322-323.2000.6,7.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Skandinavien: Fische strahlen weiter. Der Fallout von Tschernobyl
wirkt in skandinavischen Seen länger als gedacht. Das berichteten norwegische
Wissenschaftler vom Institut für Naturforschung in Oslo in
"Nature".
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Stx304-305.1999.4,5.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Alpengipfel bleiben radioaktiv verseucht. Schwerpunkte sind die
Hohen Tauern in Österreich, Mercantour in den französischen Alpen sowie in
Italien die Region Cortina d'Ampezzo, teilte eine Forschergruppe Anfang Mai
1998 in Paris mit.
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Stx276-277.1998.12.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Geochemische Aspekte der Katastrophe in Tschernobyl. Kurzbesprechung.
ISBN 3-9803645-4-2.
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Stx252-253.1997.12.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Pünktlich zum 11. Jahrestag erhöhte Radioaktivität in den Südalpen
gemessen. Die nahe Grenoble gemessene Belastung soll 52.000 Becquerel
radioaktives Cäsium je Kilogramm Erdboden betragen.
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Stx248-249.1997.12.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Weißrußland ist völlig überfordert. Mit der Bewältigung der Folgen
der radioaktiven Belastung seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl sowie der fortdauernden
Umweltgefährdung durch den zerstörten Reaktor und die weiterhin Strom
produzierenden Reaktorblöcke in Tschernobyl ist Weißrußland offensichtlich
völlig überfordert. Zu dieser Einschätzung gelangt das Deutsche Institut für
Wirtschaftsforschung (DIW) in einem am 25. August 1994 in Berlin
veröffentlichten Bericht. Westliche Hilfen seien insbesondere bei der
medizinischen Betreuung der Bevölkerung, der Entseuchung verstrahlter
Flächen, bei der Ausstattung mit zuverlässigen Strahlenmeßgeräten sowie bei
der Kontrolle der Strahlenbelastung von Nahrungsmitteln erforderlich.
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Stx186-187.1994.7.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Norwegen: Tschernobyl kostet immer noch. Norwegen muß acht Jahre
nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl jährlich immer noch umgerechnet etwa
4,5 Millionen Mark aufwenden, um die durch die radioaktive Verseuchung
entstandenen Schäden aufzufangen.
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Stx186-187.1994.12.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Tschernobyl: Vier- bis fünfmal mehr Radioaktivität freigesetzt als
bisher zugegeben. Nach einer Anfang 1994 veröffentlichten Analyse des
amerikanischen Wissenschaftlers Alexander Sich vom Massachusetts Institute of
Technologie (MIT) ist bei dem Reaktorunfall von Tschernobyl vier bis fünfmal
mehr Radioaktivität freigesetzt wordfen, als bisher zugegeben wurde (Science,
Bd. 263, p. 750, 11.2.1994).
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Stx176-177.1994.3.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Schweden: 188.000 Rentiere vernichtet. Die durchschnittliche
radioaktive Cäsiumbelastung von schwedischen Rentieren ist bis Ende 1993 um
rund 65 Prozent ihres Ausgangswertes von 1986/87 gesunken. Trotzdem mußten
bei der Schlachtung 1993 noch 200 Tonnen Rentierfleisch wegen zu hoher
Belastungen vernichtet werden. Dagegen stieg der Cäsiumgehalt in Elchen eher
noch an. Auch Rehe, Fische, Beeren und Pilze sind in den am schlimmsten
betroffenen Gebieten Mittelschwedens anhaltend hoch belastet. Das berichtet
Gösta Karlsson in der schwedischen Zeitung Dagens Nyheter vom 8. Januar 1994.
Bericht nach einer Übersetzung von Ingeborg Kleinhans.
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Stx170-171.1994.4.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Hamburg: Müll nach Tschernobyl. Der Hamburger Reeder und Schiffsmakler
Arnold H. W. Ritscher bietet an, sämtlichen Hausmüll, hausmüllartigen
Gewerbeabfall und festen Sondermüll Hamburgs zu entsorgen: "Ich schaffe
den Müll in die Ukraine nach Tschernobyl".
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Stx150-151.1993.8.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Elsaß: Tschernobyl-Belastungen für Frankreich unterschätzt. Das
Elsaß und wahrscheinlich ebenso weite Teile Ostfrankreichs, haben ähnlich
hohe radioaktive Bodenbelastungen wie sie im Mittel in Süddeutschland vorhanden
sind. Damit wurde die radioaktive Belastung durch die Tschernobyl-Katastrophe
im April 1986 von der französischen Strahlenschutzbehörde SCPRI stark
unterschätzt. Das ist Ergebnis einer für Frankreich bis dahin einzigartigen
Studie, die von dem unabhängigen Forschungs- und Informationszentrum CRII-Rad
in Valence im Auftrag des elsässischen Regionalrats durchgeführt und 1992
veröffentlicht worden ist.
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Stx144-145.1993.3.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Schweden: Rentierfleisch bleibt ungenießbar. Frisch geschlachtete
Rentiere in Schweden hatten 1992 immer noch Cäsiumbelastungen bis 12.500
Becquerel pro Kilogramm Fleisch.
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Stx138-139.1992.8.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Weißrußland: Erhöhte Radioaktivität bei Waldbränden. Die 1992 in
Weißrußland tobenden Waldbrände haben dort zu einer drastischen Erhöhung der
freigesetzten Radioaktivität geführt.
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Stx136-137.1992.5.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Berlin: Über 650 verschiedene Radionuklide aus Tschernobyl wurden
nach Angaben des Kernphysikers und wissenschaftlichen Leiters des
Katastropheneinsatzes vor Ort, Wladimir Tschernosenko, Ende April 1986
freigesetzt.
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Stx136-137.1992.8.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Sowjetunion-Nachfolge: Plutonium-Verseuchung durch Tschernobyl-Unfall.
Plutonium aus dem Tschernobyl-Unfall liegt meist in Form heißer Teilchen (hot
particles) vor, die außer Plutonium auch Cäsium, Ruthenium und Cer enthalten.
In großen Mengen kämen diese Partikel speziell im Umkreis von 45 Kilometern
um Tschernobyl vor. Das erklärte 1991 der Chemiker Dr. Jevgeni Petrajev,
Professor an der Staatlichen Universität Belorusslands.
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Stx120-121.1992.12.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Gewässerbelastungen: Der Starnberger See ist am radioaktivsten. Mit
zwischen 20 und 200 Becquerel pro Kilogramm Trockenmasse ist die Belastung
der Schwebstoffe und Sedimente in den bundesrepublikanischen Gewässern
gegenüber den Werten vor Tschernobyl auch nach viereinhalb Jahren deutlich
erhöht. Insbesondere in bayerischen Gewässern wurden höhere Werte gemessen.
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Stx98-99.1991.12.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Sowjetunion: Höherer Strontium- als Cäsiumgehalt im Kiewer Trinkwasser.
Im Winter 1989 wurde der Cäsiumgehalt im Trinkwasser-Reservoir des
Dnepr-Stausees bei Kiew durch den des Knochensuchers Strontium übertroffen.
Auf 100 Becquerel Cäsium aus dem Tschernobyl-Fallout kam in Deutschland 1
Becquerel Strontium-90. In der Ukraine waren es 1 Becquerel Strontium auf 4
Becquerel Cäsium. Belastete Nahrungsmittel werden in unbelasteten Gebieten
verkauft. Mit solchen und weiteren Erkenntnissen kehrte eine fünfköpfige
deutsche Delegation aus Physikern, einem Arzt und einem Biologen aus der
Sowjetunion zurück, die in Kiew auf Einladung des örtlichen Jugendverbandes
vom 18. bis 22. Juli 1990 an einem Seminar teilnahmen. Die deutsche
Delegation besuchte das Kiewer Institut für Kernphysik, das Institut für
Hygiene von Wasser, Boden, Luft und Lebensmitteln des Ukrainischen
Gesundheitsministeriums, das Radiologische All-Unionszentrum und ein Gebiet
am Rande der 30 Kilometer-Sperrzone um Tschernobyl. Die Physikerin Dr. Ute
Boikat von der Hamburger Gesundheitsbehörde, Mitglied der Delegation, berichtet.
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Stx86-87.1990.3,4.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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In der Sowjetunion gelten überhöhte Strahlengrenzwerte. Veraltete
Grenzwerte für beruflich Strahlenbelastete, wie sie in der Bundesrepublik
Deutschland für sogenannte Kontrollbereiche in kerntechnischen Anlagen gelten
und inzwischen als verringerungsbedürftig eingeschätzt werden, gelten in der
Sowjetunion für die Allgemeinbevölkerung. Das ergibt sich aus einem Vortrag
von Dr. V. Chumak vom Institut für Strahlenforschung in Kiew über "ökologische
und biologische Konsequenzen des Tschernobyl-Unfalls", den er am 13.
Juni 1990 auf einem Seminar des Österreichischen Verbandes für Strahlenschutz
an der Universität Wien hielt. Ein Bericht der Physikerin Dr. Ute Boikat vom
Amt für Gesundheits- und Veterinärwesen in Hamburg.
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Stx82-83.1990.1,4,5.3 + Stx84-85.1990.2.1 (4 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Amtsberichte: Hohe Strahlendosis in Süddeutschland. Die durch den
Reaktorunfall in Tschernobyl ab Ende April 1986 verursachte Strahlung aus dem
Fallout von Cäsium-134 und Cäsium-137 habe im Jahre 1988 in der
Bundesrepublik zu einer effektiven Dosis von durchschnittlich 0,025
Millisievert (2,5 Millirem) geführt. Im Münchener Raum habe sie jedoch etwa
um das Vierfache, im Berchtesgadener Raum um das Zehnfache über diesem
Mittelwert gelegen. Dies geht aus dem Bericht der Bundesregierung über
Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung für das Jahr 1988 hervor.
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Stx80-81.1990.10.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Karten der radioaktiven Bodenbelastung in der DDR erstellt: DDR ähnlich
hoch wie die Bundesrepublik belastet. In Zusammenarbeit mit dem Neuen
Forum in der DDR hat die Radioaktivitätsmeßstelle des Fachbereichs Physik der
Universität Oldenburg 1990 erstmals flächendeckend auf dem Gebiet der DDR die
radioaktive Belastung des Bodens untersucht. Dabei wurden ähnlich hohe
Belastungen durch radioktives Cäsium festgestellt wie in der Bundesrepublik,
mit Durchschnittswerten zwischen 1.000 und 35.000 Becquerel Cäsium pro
Quadratmeter. Für das offenbar am stärksten vom Tschernobyl-Fallout
verseuchte Gebiet der DDR, die Umgebung von Rathenow, etwa 70 Kilometer
westlich von Berlin, führte die Unabhängige Meßstelle Berlin des
Strahlentelex im Zusammenwirken mit der örtlichen Bevölkerung weitergehende
Messungen durch. Dabei wurden dort Belastungen bis 74.000 Becquerel
Cäsium-Gesamtaktivität pro Quadratmeter Bodenfläche gefunden. Bericht mit 3
Belastungskarten.
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Stx78-79.1990.1-4.4 (4 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Urlaub in Österreich: Ökologie-Institut Wien warnt vor Milch von der
Alm. Über 100.000 Becquerel radioaktives Cäsium-137 pro Quadratmeter
Bodenfläche fanden sich speziell in den höheren Lagen der Alpenregion. Mit
einer Belastungskarte des Ökologie-Instituts Wien von 1990.
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Stx78-79.1990.3.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Urlaub in Schweden: "Tausende schwedische Seen sind
cäsiumkrank". In über 14.000 schwedischen Seen befinden sich Fische,
die mehr radioaktives Cäsium enthalten, als es die Richtlinien der
schwedischen Lebensmittelbehörde zulassen. Bis zum Jahr 2020 könne es dauern,
bis die Hechte in den am stärksten betroffenen Seen gegessen werden könnten.
Das berichtete am 1. Februar 1990 Lasse Johansson von der Redaktion der
schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter in Uppsala. Bericht mit einer Karte
der Cäsiumbelastung schwedischer Süßwasserfische.
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Stx78-79.1990.3,4.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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"Le Cri du rad": Tschernobyl hat auch Frankreich nicht
verschont. Deutsche Hysterie und französische Gleichgültigkeit nach
Tschernobyl - diese in der Öffentlichkeit vielfach dargestellte Aufteilung
wird immer mehr zum Vorurteil. "Die (radioaktive) Wolke" hätte
Frankreich verschont, es sei nichts zu befürchten, hieß es. Entsprechend
geringe Reaktionen gab es nach Tschernobyl in Frankreich. Vor dem Hintergrund
von 56 Kernreaktoren mit über 56.000 Megawatt elektrischer Leistung und einem
Atomstromanteil von etwa 70 Prozent, gibt es eine relativ große Zustimmung
der Bevölkerung zur französischen Atomenergiepolitik. Groß war jedoch die
Wirkung, als die Gruppe CRII-RAD aus Montélimar im Rhônetal eigene
Meßergebnisse veröffentlichte und damit offizielle Angaben Lügen strafte. Mit
der Präsidentin von CRII-RAD, Michele Rivasi, sprach im August 1989 das
Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Strahlentelex Dr. Werner Neumann,
Frankfurt/M..
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Stx68-69.1989.2,9,10.3 (3 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Riesenwachstum. Die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl Ende April
1986 hat 200 Hektar Wald in der Nähe des Atomkraftwerks direkt geschädigt,
weitere 150.000 Hektar Wald um Tschernobyl mußten zum
"Schutzgebiet" erklärt werden. Dies erklärte Iwanowitsch Pisarenko,
stellvertretender Vorsitzender des Staatskomitees der UdSSR für
Forstwirtschaft in Moskau, am 19. Juni 1989 vor der Enquete-Kommission
"Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre" des Deutschen Bundestages
in einer öffentlichen Anhörung.
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Stx62-63.1989.10.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Klärschlamm: Radioaktiver Abfall als Düngemittel verwendet. Rund 50
Millionen Kubikmeter Klärschlamm fallen jährlich bei der Abwasserbeseitigung
in der Bundesrepublik an. Über die Kompostierung und als nasser Faulschlamm
oder stichfester Klärschlamm von Trockenbeeten wird davon etwa ein Drittel
zur "Bodenverbesserung" landwirtschaftlich genutzt. Durch das
Unglück von Tschernobyl 1986 war dieser Klärschlamm mit radioaktiven Isotopen
hoch belastet. Ohne atomrechtliche Genehmigung ist auch dieser Klärschlamm
auf Felder ausgebracht worden. In einem im Juli 1987 fertiggestellten
Gutachten waren die Rechtsanwälte Dr. Günter Heine und Jörg Martin vom
Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in
Freiburg der Frage nachgegangen, ob dies eine strafbare Handlung ist
(Stx18.1987.6.1). Betreiber derartiger Anlagen und das Bayerische
Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen hatten die Ansicht
vertreten, das Atomgesetz und die Strahlenschutzverordnung seien auf die
Folgen von Tschernobyl nicht anwendbar. Dem widerspricht das Gutachten des
Max-Planck-Instituts. In der Zeitschrift "Natur und Recht" haben
die Autoren des Rechtsgutachtens dieses Problem Mitte 1989 erneut
aufgegriffen. Dr. Werner Neumann von der Arbeitsgemeinschaft Umweltkontrolle
(ARGUK) in Oberursel gibt eine kommentierende Bewertung.
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Stx60-61.1989.2,3.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Österreich: Radioaktive Belastungen im Gebiet des Nationalparks Hohe
Tauern. "Untersuchungen der radioaktiven Belastung durch die
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Gebiet des Nationalparks Hohe
Tauern" heißt eine von Peter Bossew, Antonia Wenisch und Gabi Mraz vom
Österreichischen Ökologie-Institut in Wien 1989 fertiggestellte Studie.
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Stx60-61.1989.4.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Wien: Hochalmen strahlen weiter. Auch drei Jahre nach der
Katastrophe von Tschernobyl strahlt es insbesondere auf Hochalmen weiter. Das
Ökologieinstitut in Wien teilte mit, auf Hochalmen in Österreich werde eine
Belastung allein mit Cäsium-137 von mehr als 37.000 bis 148.000 Becqauerel
pro Quadratmeter gemessen.
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Stx58-59.1989.3.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Bundesgesundheitsamt: Allein durch künstliche äußere Bodenstrahlung
Höchstwertüberschreitungen in der Bundesrepublik. In Südost-Bayern wird
für Kleinkinder auch 1989 noch allein durch die äußere Bodenstrahlung der
Tschernobyl-Radionuklide Cäsium-137 und Cäsium-134 der in der Strahlenschutzverordnung
vorgegebene Höchstwert von 30 Millirem (0,3 Millisievert) pro Jahr
überschritten. Das ergibt sich aus dem Bericht des Bundesgesundheitsamtes zur
Strahlenexposition im 1. Quartal 1989.
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Stx57.1989.3.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Österreich/Bayern: Strahlenrisiko in den Alpen. In den bayerischen
Alpen besteht ebenso wie in denen Österreichs ein besonderes Strahlenrisiko
nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl.
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Stx51.1989.5.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Großbritannien: Strahlung in Schottland 40mal höher als zugegeben.
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Stx51.1989.5,6.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Deutschland: Über 300.000 Entschädigungsanträge abgewickelt. Nach dem
Reaktorunglück von Tschernobyl sind bis Anfang 1989 etwa 310 Millionen DM an
Entschädigungen gezahlt worden, überwiegend an Erzeuger und Händler von Milch
und Gemüse.
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Stx51.1989.6.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Österreich: Besonderes Strahlenrisiko in den Alpen. Radioaktive
Rekordbelastungen hat das Ökologie-Institut in Wien 1988 in den
österreichischen Alpen ermittelt. Wie mitgeteilt wurde, seinen auf kleinem
Raum sehr unterschiedliche Belastungen mit Extremwerten von mehr als 148.000
Becquerel Cäsium-137 pro Quadratmeter Bodenfläche gefunden worden. Die
Cäsium-Gesamtaktivität, einschließlich Cäsium-134, beträgt demnach mehr als
180.000 Becquerel pro Quadratmeter. Bis dahin waren in Österreich
Bodenbelastungen bis etwa 90.000 Becquerel Cäsium-Gesamtaktivität pro
Quadratmeter bekannt, in Wien zwischen etwa 4.000 und 10.000. In dem neu
untersuchten, als entlegen charakterisierten Gebiet, sei zwar die betroffene
Bevölkerung informiert, genaue Ortsangaben will das Institut jedoch noch nicht
machen. Das sei "den Betroffenen versprochen" worden. In dem Gebiet
seien im Herbst 1988 noch Milchbelastungen von mehr als 900, in frischem Gras
4.500 und in Moos 45.000 Becquerel Cäsium-Gesamtaktivität pro Liter
beziehungsweise Kilogramm festgestellt worden.
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Stx50.1989.1,3.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Schweden: In Rotwild zunehmende radioaktive Belastungen ermittelt.
Im Januar 1989 wurden radioaktive Cäsiumbelastungen zwischen 2.063 und 2.273
Becquerel pro Kilogramm ermittelt.
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Stx50.1989.6.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Sowjetunion: In der Nähe des Tschernobyl-Reaktors ist die tägliche
Strahlenbelastung so hoch wie in Deutschland in einem Jahr. Eine
Reisegruppe der "European Youth Forest Action" ermittelte im August
1988 in direkter Nähe des Tschernobyl-Sarkophags eine Ortsdosisleistung von
etwa 3 Millirem pro Stunde.
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Stx42.1988.6.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Schweiz: Starke Schwankungen in der Bodenbelastung innerhalb weniger
Meter. Starke Schwankungen weisen die Bodenbelastungen bei Engadin in der
Schweiz auf. Bei Probenahmen von unbearbeiteten Weideflächen und aus dem Wald
wurden 1988 in jeweils 100 Metern Abstand Cäsiumbelastungen von 70, 680 und
1.500 Becquerel pro Kilogramm, entsprechend etwa 5.000, 50.000 und 100.000
Becquerel pro Quadratmeter gefunden. Zuvor war für diese Region der Schweiz
von einer mittleren Bodenbelastung von 100 Becquerel pro Kilogramm oder 7.500
pro Quadratmeter ausgegangen worden.
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Stx41.1988.3.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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In Moosen, Flechten und Farnen 1987 höhere Belastungen als 1986
gefunden. Auch zwei Jahre nach dem Unglück von Tschernobyl erwiesen sich
Boden und Pflanzen in der Bundesrepublik Deutschland deutlich radioaktiv
belastet, herausragend hoch die niederen Pflanzen. Und: Das
Radioaktivitäts-Verteilungsmuster ist kleinflächig und sehr uneinheitlich,
eine Tatsache, die bereits unmittelbar nach dem Unfall von Tschernobyl
gegeben, aber weithin unbeachtet geblieben war. Das sind Ergebnisse aus einem
Zwischenbericht über die Untersuchungen des Botanischen Instituts der
Universität Essen zu den Folgen des Reaktorunfalls von Tschernobyl.
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Stx40.1988.2,5.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Die Strahlenbelastung Europas auf einen Blick. Eine Übersicht über
die Belastung der europäischen Länder mit radioaktivem Cäsium nach
Tschernobyl dokumentiert Strahlentelex in der Ausgabe vom 18. August 1988.
Abgesehen von den direkt betroffenen Gebieten in der Sowjetunion befinden
sich in Mittelschweden die am höchsten, in Spanien und Portugal die am
geringsten verseuchten Gebiete.
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Stx39.1988.1,3,4.3 + Stx40.1988.4.1 (4 Seiten)
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Umweltbelastungen
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130.000 Becquerel Cäsium pro Kilogramm im Staub auf Dächern meldete
im Sommer 1988 das "Bürgerforum Umwelt" in Vilshofen.
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Stx38.1988.6.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Niedersachsen: "Hot Spots" auch im Wendland. 55.640
Becquerel des radioaktiven Isotops Ruthenium-106 wurden pro Quadratmeter -
zurückgerechnet auf den 15. Mai 1986 - im Oktober 1987 auf der Oberfläche
eines Zaunpfahls in Pevestorf im Raum Lüchow-Dannenberg vom Umweltinstitut
München gemessen. Ruthenium-106 wirkt speziell schädigend auf die Nieren und
verringert sich jeweils innerhalb eines Jahres auf die Hälfte seines
Ausgangswertes.
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Stx30.1988.4.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Pflanzen als Strahlenindikator. Strahlenwirkungen auf Pflanzen. Orchideenmißbildungen
nach Tschernobyl. Bis 1959 hatten 167 Atomwaffentests stattgefunden, die
unsere Böden zeitweilig mit 25.000 bis über 40.000 Becquerel pro Quadratmeter
Beta-Aktivität belastet hatten. Bereits damals erregten Mißbildungen bei
Pflanzen Aufmerksamkeit. Mit dem Strahlenregen von Tschernobyl 1986 ging
zwei- bis dreißigmal mehr radioaktives Cäsium auf uns nieder als zuvor.
Zwischen Sommer 1986 und Frühjahr 1987 fielen in einem Gewächshaus in Neuß
bei Düsseldorf schwere Blüten-Mißbildungen bei Orchideen auf. Man hatte in
diesem Gewächshaus mit Regenwasser, in einem benachbarten Gewächshaus, in dem
keine Mißbildungen aufgetreten sind, mit Leitungswasser gegossen - eine
zufällige Anordnung, die wissenschaftlichen Anforderungen entspricht. Ein Bericht
von Irene Noll.
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Stx15.1987.1,2,5.3 + Stx16.1987.2,5,6.3 (6 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Großbritannien: Schlachtverbot für eine halbe Million Schafe. Rund
eine halbe Million Schafe in Großbritannien waren im Sommer 1987 immer noch
gefährlich hoch radioaktiv verseucht und dürfen nicht geschlachtet werden.
Das entschied 15 Monate nach Tschernobyl die britische Regierung und
verlängerte und erweiterte das Schlachtverbot für mehr als 500
nordwestenglische, nordwalisische und schottische Hochlandfarmen. Die
britischen Behörden haben die Gefahrengrenze bei 1.000 Becquerel Cäsium pro
Kilogramm Schaffleisch angesetzt.
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Stx15.1987.6.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Belastungskarte der EG-Länder. Eine Karte über die radioaktive Belastung
der Länder der Europäischen Gemeinschaften (EG) veröffentlichte die
Kommission der EG im November 1986 in einem Bericht an den Ministerrat der
Gemeinschaft und das Europäische Parlament (KOM(86)607 endg.). Strahlentelex
dokumentierte diese Darstellung Anfang August 1987, nachdem bei der
Überprüfung in den Monaten zuvor zwar im einzelnen sehr viel höhere
Bodenbelastungen als von der EG-Kommission angegeben bekannt wurden, die
relativen Verhältnisse zwischen den Ländern jedoch zu stimmen scheinen. Die
tatsächliche Cäsiumbelastung liegt im Mittel offenbar mindestens fünffach
höher als angegeben.
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Stx14.1987.5.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Schweden: Lebensgrundlage der Samer durch Tschernobyl-Fallout schwer
getroffen. Ein Bericht von Annette Groth.
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Stx12.1987.5.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Finnland: "Unterschiedliche Belastungen", konstatierte im
Juni 1987 das Finnische Fremdenverkehrsamt auf der Grundlage von
Untersuchungsergebnissen der finnischen Strahlenschutzzentrale.
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Stx12.1987.5.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Frankreich: Korsika ähnlich stark radioaktiv belastet wie Bayern.
Auf dem französischen Korsika war man lediglich durch die Maßnahmen, die die italienische
Regierung auf der benachbarten Insel Sardinien ergriff, auf das Ausmaß des
radioaktiven Fallouts aufmerksam geworden. Ein Bericht von Annette Groth.
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Stx12.1987.5,6.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Berlin: Strahlenbelastung durch radioaktiv verseuchte Erde höher als
angenommen. Zwischen 35 und 97 Becquerel pro Kilogramm oder rund 3.000
bis 9.000 Becquerel pro Quadratmeter beträgt die Bodenbelastung durch die
Radionuiklide Cäsium-137 und -134 im Berliner Stadtgebiet in den ersten sechs
Zentimetern der Erde. Das ergibt eine Auswertung der von Januar bis Mai 1987
veröffentlichten Meßergebnisse der Meßstelle des Berliner Senats durch die
Unabhängige Strahlenmeßstelle Berlin. In den Berliner Forsten ist danach der
Boden mit 114 Becquerel pro Kilogramm Cäsium-137 und -134 (rund 10.000
Becquerel pro Quadratmeter; im Jagen 95), 195 (17.500; im Spandauer Forst,
Jagen 27) und 230 (20.000; am Nymphenufer, Am Großen Wannsee) radioaktiv
belastet. Die Anteile Cäsium-137 zu Cäsium-134 verhalten sich dabei im Mittel
wie 7 zu 3.
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Stx11.1987.1,6.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Berlin: Wieder hohe Radioaktivität in frischem Laub. Birken
enthielten 1987 noch immer zwei Drittel der letztjährigen Cäsiumaktivität,
bei Kastanienbäumen ist es die Hälfte und bei Buchen ein Drittel der
Vorjahreswerte. Das sind Ergebnisse der Strahlenmeßstelle des Berliner
Senats. Ein Bericht von Dr. Peter Plieninger.
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Stx10.1987.1,8.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Berlin: Strahlenbelastung in Sandkästen und auf Spielplätzen.
Gemeinsam mit dem Berliner Verein Mütter und Väter gegen atomare Bedrohung
wurden 1987 von der Unabhängigen Strahlenmeßstelle Berlin Sandproben von 63
Kinderspielplätzen der Stadt untersucht. Bereits aus hygienischen Gründen
sind die Behörde gehalten, den Spielsand jedes Jahr auszutauschen. Den
Meßergebnissen zufolge ist das nur bei einem von sechs Spielplätzen
geschehen.
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Stx9.1987.8.1 (1 Seite)
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