StrahlenTelex [ Tschernobyl-Folgen ]

 

 

Kommentiertes Register des Sachgebietes Tschernobyl-Folgen

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5 Jahre nach Fukushima, 30 Jahre nach Tschernobyl: Materialien. Wie in der Dezemberausgabe 2015 angekündigt, fand vom 26. bis 28. Februar 2016 in der Berliner Urania der Kongress „5 Jahre Leben mit Fukushima, 30 Jahre Leben mit Tschernobyl“ der deutschen Sektion der internationalen Ärztevereinigung IPPNW statt. Er hat die Folgen der Katstrophen von Fukushima und Tschernobyl für Mensch und Umwelt eindrücklich in Erinnerung gebracht. Auf der Website www.tschernobylkongress.de haben die Veranstalter Materialien zu den Plenarsitzungen und Foren zur Verfügung gestellt, darunter viele Power-Point-Präsentationen, Manuskripte und Audio-Mitschnitte.

Stx702-703.2016.8.1 (1 Seite)

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Fehlbildungen: Höchste Raten an Neuralrohrdefekten und Mikrophthalmie bei vermehrt inkorporiertem Cäsium-137 im Gebiet Polissia in der Ukraine. Bald nach der Katastrophe von Tschernobyl behaupteten Regierungen und internationale Agenturen, die radioaktive Exposition verursache keine Fehlbildungen, habe keine teratogenen Wirkungen. Wladimir Wertelecki von der University of South Alabama (USA) sowie vom International Charitable Fund “OMNI-Net for Children”, einer non-profit- und non-government-Organisation, derzeit in Rivne (Ukraine), und Kollegen berichten jetzt dagegen von erhöhten Raten an Neuralrohrdefekten (wie Kiefer- und Gaumenspalten, Verschlußstörungen der Wirbelsäule u.a.) und abnorm kleinen Augen (Mikrophthalmie) in der Provinz Rivne in der Ukraine, die zu den am höchsten mit Radiocäsium belasteten Gebieten zählt.

Stx700-701.2016.6-7.2 (2 Seiten)

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30 Jahre nach Tschernobyl und 5 Jahre nach Fukushima:

Die Katastrophen gehen weiter. - IPPNW-Report „Gesundheitliche Folgen der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima“ -  „Kein Schlussstrich unter die Akten Tschernobyl und Fukushima“ schrieb die deutsche Sektion der internationalen Ärzteorganisation für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) anlässlich der Veröffentlichung ihres Reports „30 Jahre Leben mit Tschernobyl – 5 Jahre Leben mit Fukushima: Gesundheitliche Folgen der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima“. Diesen Bericht veröffentlichte die IPPNW zu ihrem Kongress, den sie mit Wissenschaftlern aus Japan, der ehemaligen Sowjetunion, aus Deutschland, den USA und aller Welt vom 26. bis 28. Februar 2016 in Berlin veranstaltete.

Der Report zeigt, daß die gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophen weiterhin andauern, und die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima sich noch jahrzehntelang fortsetzen werden. Die Autoren Dr. med. Angelika Claußen, Europa-Vorsitzende der IPPNW, und Dr. med. Alex Rosen, stellvertretender Vorsitzender der deutschen IPPNW-Sektion, geben einen Überblick über wissenschaftliche Forschungsergebnisse und erläutern den derzeitigen Stand des Wissens zu den Folgen der beiden Atomkatastrophen. Jenseits der Kontroversen um die Folgen langfristiger Strahlenexposition mehren sich anerkannte wissenschaftliche Publikationen, die nachweisen, daß sogenannte Niedrigdosisstrahlung wesentlich gefährlicher ist als bislang angenommen. Schon sehr kleine Strahlendosen führen zu signifikant er-höhten Risiken für Krebs, Herzkreislauferkrankungen, perinatale Sterblichkeit sowie Fehlbildungen bei Neugeborenen, schreiben die Autoren. Außerdem sei in großen Teilen Zentral- und Osteuropas und in Teilen Asiens das Geschlechterverhältnis neugeborener Jungen zu Mädchen nach Tschernobyl sprunghaft und hochsignifikant zu Lasten der Mädchen angestiegen. Dieser Effekt weise deutlich auf eine Beeinträchtigung der menschlichen Erbanlagen durch Niedrigdosisstrahlung hin.

Stx700-701.2016.1-3.3 (3 Seiten)

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Internationaler IPPNW-Kongress, 26. bis 28. Februar 2016 in Berlin: 5 Jahre Leben mit Fukushima – 30 Jahre Leben mit Tschernobyl. Eine aktuelle Bilanz der Folgen für Umwelt und Gesundheit. Die nukleare Kette – Vom Uranabbau zum Atommüll. Die Herausforderung Energiewende.

Stx694-695.2015.11-14.4 (4 Seiten)

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Buchmarkt: Die Politik der Unsichtbarmachung der Gesundheitsfolgen von Tschernobyl. Olga Kuchinskaya zeichnet Wellen der Sichtbar- und Unsichtbarmachung der Gesundheitsfolgen von Tschernobyl in Belarus nach. ‚Die Politik der Unsichtbarkeit‘ nannte Olga Kuchinskaya, Assistenzprofessorin an der Universität Pittsburgh (USA), ihre 2014 erschienene Arbeit über die öffentliche Wahrnehmung und Nicht-Wahrnehmung der gesundheitlichen Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl auf dem Gebiet der Republik Belarus. Die Autorin stützt sich auf die Auswertung gedruckter Quellen (Zeitungen, Zeitschriften, Informationsbroschüren, amtliche Berichte) und zahlreiche Interviews mit Beteiligten und Betroffenen aus dem Zeitraum 1986 bis etwa 2012 und zeichnet Wellen der Sichtbar- und Unsichtbarmachung der Gesundheitsfolgen von Tschernobyl in Belarus nach. Eine Buchvorstellung von Annette Hack.

Stx692-693.2015.10-12.3 (3 Seiten)

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Leukämie bei Kindern in Weißrussland. Die Leukämiehäufigkeit (Inzidenz) bei Kindern in Belarus ist nach Tschernobyl signifikant angestiegen. Für den Zeitraum 1986 bis 1995 ermittelten Malko und Ivanov 200 zusätzliche Leukämiefälle. Dieses Ergebnis hängt stark von verschiedenen Annahmen ab, unter anderem vom Studienzeitraum, dem Zuschnitt des Zeitfensters für den Test auf Erhöhung, und von der Wahl des Regressionsmodells. Auswertungen mit unterschiedlichen Regressionsmodellen ergeben für den Zeitraum 1987 bis 1995 zwischen 82 und 168 Exzessfälle. Für alle untersuchten Modelle ist die Erhöhung der Leukämieinzidenz in Belarus nach Tschernobyl statistisch signifikant. Von Alfred Körblein

Stx654-655.2014.7-9.3 (3 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Fukushima und Tschernobyl: Den Opfern der atomaren Katastrophen eine Stimme geben. Internationale Tagung zu den Folgen von Atom-katastrophen für Mensch und Umwelt. Zu den Folgen von Tschernobyl und Fukushima für Natur und Menschen veranstaltete die IPPNW Deutschland – Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. zusammen mit der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau im hessischen Arnoldshain eine Tagung mit internationalen Referenten und Teilnehmern. Bericht von Annette Hack.

Stx654-655.2014.4-7.4 (4 Seiten)

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Japanese version

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Fehlbildungsrate in Bayern vor und nach dem Unfall von Tschernobyl. Stratifiziert nach radioaktivem Fallout – Update 2014. In ihren Arbeiten zu genetischen Tschernobylfolgen haben Scherb und Voigt die langfristige Zunahme von Totgeburten, einzelnen Fehlbildungsdiagnosen und Chromosomenanomalien sowie langfristige Veränderungen im menschlichen Geburtengeschlechterverhältnis dokumentiert. Insbesondere mit der von ihnen entwickelten Methode „Analytical ecological epidemiology“ können Fehlbildungstrends in unterschiedlich hoch belasteten Regionen synoptisch betrachtet und im Hinblick auf eine Dosis-Wirkungsbeziehung räumlich-zeitlich analysiert werden. Es zeigen sich starke und hochsignifikante Anstiege der Fehlbildungshäufigkeit mit der Höhe der radioaktiven Belastung nach Tschernobyl in Bayern. Von Hagen Scherb und Kristina Voigt.

Stx652-653.2014.1-5.5 (5 Seiten)

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Leukämie bei Kindern in Weißrussland – „Kein Wissenschaftsbetrug“ – Von Mikhail V. Malko. 1998 hatten der weißrussische Mediziner Professor E. P. Ivanov und Kollegen sowie der umstrittene deutsche Strahlenbiologe A. M. Kellerer eine Arbeit veröffentlicht, in der sie von einer lediglich nicht-signifikanten Erhöhung der Leukämieraten von Kindern in Belarus (Weißrussland) um 26 Prozent nach der Katastrophe von Tschernobyl berichteten. [3] In der Folge und bis heute wurde dieses Argument, daß es in Belarus angeblich keine Auffälligkeiten bei der Leukämiehäufigkeit unter Kindern gegeben habe, benutzt, um die gegenteiligen auffälligen Befunde in Griechenland und Deutschland [4, 5] international in Frage zu stellen. Nachdem nun Dr. Alfred Körblein im Jahr 2013 die in dieser Arbeit aufgelisteten Leukämieraten in Belarus nachgerechnet hatte, ergab sich, daß 1987, ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe, die Leukämierate für bis 1 Jahr alte Kinder in Belarus tatsächlich signifikant um 89 Prozent gegenüber dem Trend der restlichen Jahre erhöht war. [1, 1a] Das hätte man also auch im Westen bereits 15 Jahre früher wissen können, weshalb Strahlentelex im März 2013 titelte: „Ein Wissenschaftsbetrug“.

Im russischen Sprachraum wurde die Tatsache der vermehrten Leukämieerkrankungen bei Kindern in Belarus dagegen nicht verschwiegen, merkt jetzt Dr. Mikhail V. Malko, Professor am Institut für Energiewirtschaft der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Belarus in Minsk/Belarus, an. In seinem Beitrag verteidigt er deshalb seinen Kollegen Ivanov gegen den Vorwurf des Wissenschaftsbetruges und zitiert eine Liste entsprechender Literatur, die außerhalb des russischen Sprachraums kaum oder gar nicht wahrgenommen wurde.

Stx650-651.2014.1-3.3 (3 Seiten)

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Tschernoblyfolgen: Gestörtes Geschlechterverhältnis in Kuba – ein Erklärungsversuch. Das Geschlechterverhältnis bei der Geburt stieg in Kuba nach 1986 hochsignifikant an mit einem Maximum im Jahr 1988. Zusätzlich zeigt sich aber ein zweiter Anstieg mit Maximum Mitte der 1990er Jahre. Erst nach dem Jahr 2000 erreicht das Geschlechterverhältnis wieder das Niveau der Zeit vor 1987. Eine mögliche Erklärung für diesen Langzeiteffekt könnte die verzögerte Wirkung von Strontium in importiertem Milchpulver aus der Sowjetunion sein. Von Alfred Körblein

Stx642-643.2013.9-11.3 (3 Seiten)

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Fehlende Mädchen in Kuba durch Radionuklide in importierter Nahrung. Wie Regierungen und Wirtschaft ihre Bevölkerung radioaktiv verstrahlen. Im Dezember 2011 wurde im „American Journal of Epidemiology“ die Arbeit einer Autorengruppe aus Kuba und Großbritannien veröffentlicht, die auf einen extrem angestiegenen Jungenanteil bei den Geburten in Kuba in den 1990er Jahren hinwies. Die Autoren erklärten dieses Phänomen durch die ökonomische Depression in der Folge des Zusammenbruchs des Ostblocks: Kuba unterlag einem US-amerikanischen Embargo, war bei Industrieprodukten und Energieträgern praktisch vollständig von Importen aus der Sowjetunion abhängig und bezog auch circa 60 Prozent seiner Lebensmittelimporte von dort. Im Austausch lieferte es Südfrüchte, Tabak und Zuckerrohr. Diese Handelsbeziehungen brachen mit dem Ende der internationalen Organisation der sozialistischen Staaten zur Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Integration (RGW) weg und ließen Kuba in eine schwere Wirtschaftskrise abgleiten, in der es auf allen Gebieten zu einer dramatischen Mangelversorgung kam und auch die verbrauchte Pro-Kopf-Nahrungsmenge erheblich zurückging. Das heißt, die Kubaner hungerten, wodurch diese Änderung im Geburtengeschlechterverhältnis ausgelöst worden sei.

Die Wissenschaftler Hagen Scherb und Kristina Voigt vom Münchener Helmholtz-Zentrum, die bereits zuvor entdeckt hatten, daß nach der Tschernobyl-Katastrophe im Jahr 1986 ab dem Folgejahr in denjenigen Ländern, die von dem radioaktiven Fallout betroffen waren, der Anteil der Mädchengeburten um so stärker zurückgegangen war, je höher die radioaktiven Immissionen waren, bezweifelten diese Erklärung. Die Daten der kubanischen Bevölkerungsstatistik zeigten nämlich, daß der Anstieg genau wie in Mittel- und Osteuropa bereits im Jahr 1987 begann, also zu einer Zeit, als es in Kuba noch keine gravierenden ökonomischen Schwierigkeiten gab. Sie hatten auch schon gezeigt, daß die Veränderung des normalerweise sehr stabilen sekundären Geschlechterverhältnisses spezifisch für die Folgen von Strahlenbelastungen ist. Aber wie kann Kuba durch radioaktiven Fallout aus Tschernobyl belastet sein, wenn es wie Amerika weit außerhalb der Reichweite der radioaktiven Wolken lag? Die Erklärung liefert die Autorengruppe Scherb, Kusmierz und Voigt, die auch schon die Mädchenlücke in der Umgebung von Atomkraftwerken und Nuklearanlagen entdeckt hatte, in einem im August 2013 im „Environmental Health Journal“ erschienen Beitrag, der in dieser Ausgabe vorgestellt wird. Demnach ist anzunehmen, daß Kuba mit radioaktiv belasteten Lebensmitteln aus Rußland beliefert wurde. Von Ralf Kusmierz

Stx640-641.2013.1-6.6 (6 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Leukämien und Lymphome bei Kindern in den am höchsten radioaktiv belasteten Regionen der Ukraine. Auf den Hinweis des Sonderberichterstatters des Menschenrechtsausschusses der Vereinten Nationen Anand Grover, man möge in Japan nach der Katastrophe von Fukushima auch die Leukämien im Auge behalten, entgegnet die japanische Regierung wie im vorstehenden Beitrag zitiert: „UNSCEAR 2008 hat berichtet, daß kein Anstieg der Leukämie aufgrund von Strahlung nach dem Unfall von Tschernobyl bei den Einwohnern gefunden wurde. Wir fordern, daß der [Grover-]Bericht mit den Ansichten anderer UN-Organisationen wie UNSCEAR, WHO und IAEA übereinstimmt.“ Dr. Alfred Körblein hatte im Februar dieses Jahres (2013) aufgedeckt, daß es sich bei den Behauptungen, es habe nach Tschernobyl in den hauptsächlich betroffenen Regionen keinen Anstieg von Leukämien gegeben, um nichts weiter als einen Wissenschaftsbetrug handelt. Denn in Weißrussland, dem Land mit den höchsten Falloutbelastungen, gab es sehr wohl deutlich vermehrt Leukämieerkrankungen bei Kindern nach Tschernobyl. (Strahlentelex 626-627 v. 7.2.2013 und Strahlentelex 628-629 v. 7.3.2013. In seinem hier dokumentierten neuen Beitrag zeigt Alfred Körblein das jetzt auch für die Ukraine.

Stx636-637.2013.5-6.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Leukämie bei Kindern in Weißrussland – Ein Wissenschaftsbetrug. In der vorigen Ausgabe des Strahlentelex vom 7. Februar 2013 veröffentlichte Dr. Alfred Körblein seine Berechnungen zu „Leukämie bei Kindern in Weißrussland“ www.strahlentelex.de/Stx_13_626-627_S01-04.pdf. Dort zitierte er zur Darstellung des Problemhintergrundes auch eine Arbeit des weißrussischen Mediziners Professor E. P. Ivanov und Kollegen. Diese Arbeit von Ivanov et al., die bereits 1998 veröffentlich wurde, enthält auch Daten für Kinder unter einem Jahr. Die Leukämieraten in Belarus (Weißrussland) sind darin für den Zeitraum 1982 bis 1994 aufgelistet. Eine logistische Regression dieser Daten ergibt für 1987, wie Alfred Körblein jetzt nachträglich berechnete, daß die Leukämierate für Kinder unter einem Jahr gegenüber dem Trend der restlichen Jahre signifikant um 89 Prozent erhöht war (RR = 1,89, p= 0,019).

Das hätte man also bereits vor 15 Jahren wissen können, machte es aber nicht bekannt. Statt dessen schrieben Ivanov und seine Mitautoren, darunter der umstrittene Münchner Strahlenbiologe A. M. Kellerer, lediglich von einer nichtsignifikanten Erhöhung um 26 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum. In der Folge wurde dieses Argument, daß es in Belarus angeblich keine Auffälligkeiten bei der „infant leukemia“ gegeben habe, benutzt, um die auffälligen Befunde in Griechenland und Deutschland international in Frage zu stellen.

In Belarus wird E. P. Ivanov jetzt damit verteidigt, der Professor und seine Mitarbeiter hätten das nicht selbst errechnen können. Professor Kellerer sei dagegen der eigentliche Autor dieser Studie gewesen und er und dessen Mitarbeiter hätten den Fehler Ivanovs gesehen, jedoch nichts getan, um ihn zu korrigieren. Inzwischen erkläre Ivanov zudem, Strahlung habe im Sinne der Hormesis eine positive Wirkung auf die Leukämieerkrankungen bei Kindern.

Alfred Körblein gebührt das Verdienst, diesen Wissenschaftsbetrug jetzt aufgedeckt zu haben.

Stx628-629.2013.1.1 (1 Seite)

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Gesundheitsfolgen

Leukämie bei Kindern in Weißrussland. Eine Trendanalyse von Daten aus Weißrussland (Belarus) findet für 1987, dem Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, eine statistisch signifikante, 33-prozentige Erhöhung der Leukämieinzidenz bei Kindern (P=0,004). Ein zweiter Anstieg zeigt sich im Zeitraum 1990 bis 1992. Bei Kindern unter einem Jahr ist die Erhöhung im Jahr 1987 mit 152 Prozent sehr viel größer (P=0,0007). Die Ergebnisse widersprechen offiziellen Aussagen, nach denen epidemiologische Studien in der Tschernobylregion bisher keinen eindeutigen Nachweis für eine erhöhte Inzidenz von Kinderleukämien erbracht haben. Von Alfred Körblein.

Increased leukemia rates in children from Belarus after Chernobyl. A trend analysis of data from Belarus finds a statistically significant 33% increase in the incidence of leukemia in children in 1987, following the Chernobyl nuclear disaster in 1986 (RR=1.33; P=0.004). The increase is much greater in children less than a year old (RR=2.68, P=0.0004). Another increase occurs in 1990-1992. The findings contradict the results of former studies and statements in two UNSCEAR reports that no evidence of an increased incidence of childhood leukemia in Belarus was found after Chernobyl. By Alfred Koerblein.

Stx626-627.2013.1-4.4 (4 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Perinatalsterblichkeit im Nahbereich des Tschernobylreaktors korreliert mit der Strontiumbelastung. Eine gemeinsame Analyse der Daten der Perinatalsterblichkeit aus Gomel und Zhytomir, den vom Tschernobyl-Fallout am stärksten verstrahlten Regionen Weißrusslands und der Ukraine, ergibt neben einem kurzzeitigen Anstieg im Jahr 1987 eine Erhöhung um bis zu 40 Prozent in den 1990er Jahren. Die Erhöhung korreliert mit der Strontiumbelastung der werdenden Mütter. Von Alfred Körblein.

Stx606-607.2012.7-9.3 (3 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Proteste von Tschernobyl-Veteranen. In der Ukraine eskalierten am 1. November 2011 Demonstrationen von Tschernobyl-Veteranen gegen die Sparpolitik des Landes. Bis zu 1000 Teilnehmer einer Kundgebung sogenannter Liquidatoren durchbrachen Berichten zufolge die Absperrungen am Parlamentsgebäude in Kiew, bevor sie von Spezialeinheiten der Polizei gestoppt wurden. Die Liquidatoren hatten 1986 unter Einsatz ihrer Gesundheit die Folgen der Reaktorkatastrophe im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl einzudämmen versucht. Nun will die Regierung ihre Sonderrenten kürzen.

Stx600-601.2012.7.1 (1 Seite)

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Gesundheitsfolgen

An der Atomenergie festzuhalten ist leichtfertige Realitätsverweigerung. Die amerikanische Organisation Physicians for Social Responsibility (PSR), die sich auf den Schutz der öffentlichen Gesundheit verpflichtet hat, drängt auf die Abschaltung aller zur Zeit in den USA betriebenen Kernkraftwerke und fordert die Kongreßabgeordneten auf, die Subventionierung des Baus neuer Kernkraftwerke durch staatliche Bürgschaften für Kredite und Versicherungsprämien zu verweigern. Weshalb? Der emeritierte Professor für Physik und Umweltwissenschaft an der Portland State University in Oregon (USA) Rudi H. Nussbaum nennt die wissenschaftlichen und die Vernunftgründe für einen so kompromißlosen Standpunkt. Von Rudi H. Nussbaum.

Stx586-587.2011.4-5.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Die epigenetische Revolution in der Strahlenbiologie. Heutige Lehren aus dem Reaktorunfall von Tschernobyl. Daß die zusätzliche Strahlendosis sich lediglich im Rahmen der natürlichen Schwankungsbreite bewege, wird gern angeführt, um unliebsame epidemiologische Beobachtungen nach Katastrophen wie der von Tschernobyl oder in der Umgebung von Kernkraftwerken im Normalbetrieb abzuwehren und künftige Schäden, jetzt zum Beispiel nach Fukushima, zu bestreiten. Nach dem Muster, daß nicht sein kann, was nicht sein darf, wird argumentiert, die beobachteten oder (im Falle von Fukushima) zu erwartenden Schäden könnten jedenfalls nicht durch Strahlung verursacht sein, denn die Dosis sei viel zu gering. Zudem fehle jede plausible ätiologische Erklärung. Das Dosisargument gilt jedoch nur, wenn man die Strahlendosen über größere Gebiete und längere Zeiträume zusammenfaßt und dabei örtliche sowie kurzzeitige deutliche Dosisspitzen heruntermittelt. Und zur Erklärung der beobachteten Effekte beschreiben jetzt der Berliner Humangenetiker Karl Sperling sowie der Mathematiker Hagen Scherb aus Neuherberg in einem Beitrag im Mai-Heft 2011 der Naturwissenschaftlichen Rundschau das Prinzip der medizinisch-(epi)genetischen Strahlenwirkung.

Stx586-587.2011.1-3.3 (3 Seiten)

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25 Jahre nach Tschernobyl: Kranke Kinder und beschleunigte Alterung. Majak (Rußland/UdSSR) 1957, Harrisburg (USA) 1979, Tschernobyl (Ukraine/UdSSR) 1986, Fukushima (Japan) 2011 – auch ein Vierteljahrhundert nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl werden die Folgen verdrängt, vertuscht, verharmlost und bagatellisiert. Atomlobby und Politiker reden die Gefährdung durch sogenannte Niedrigdosisstrahlung mit gezielter Propaganda und beharrlichem Verschweigen der Risiken klein. Die Gesellschaft für Strahlenschutz hatte für den 6. bis 8. April 2011 Ärzte und Wissenschaftler aus den betroffenen Ländern Ukraine, Weißrußland und Rußland, eingeladen. Diese sind zu ganz anderen Ergebnissen über die Folgen von Tschernobyl gekommen als beispielsweise die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkungen der Atomstrahlung (UNSCEAR). Doppelt so schnell gealterte Katastrophenhelfer, Hirnschäden und Beeinträchtigung kognitiver Funktionen, weniger und kranke, genetisch geschädigte Kinder, angeborene Entwicklungsschäden, Schilddrüsenkrebs und Brustkrebs, Leukämien und Lymphome – das sind Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, wie sie jetzt berichtet wurden. Der Strahlenunfall von Tschernobyl zog schwere ökologische Veränderungen nach sich, die zur Umsiedlung und Evakuierung der Bevölkerung aus Verbotszonen und Umsiedlungszonen und zum notgedrungenen Weiterleben der Bürger in radioaktiv verschmutzten Gebieten führte. Darauf wies unter anderem die Moskauer Medizinprofessorin Larissa C. Baleva vom Zentrum für Forschung und Praxis des Strahlenschutzes von Kindern am wissenschaftlichen Forschungsinstitut für Pädiatrie und Kinderchirurgie des russischen Gesundheitsministeriums hin. Ihr Institut betreut sowohl Kinder, die noch in Gebieten leben, in denen die Bodenbelastung mit Cäsium-137 bis zu 1.665 kBq/m² beträgt, Kinder, die aus der Verbotszone und der Umsiedlungszone evakuiert wurden, Kinder, die in der Phase der intrauterinen Entwicklung radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren, Kinder von Liquidatoren und Kinder, die der Bestrahlung durch Jod-131 ausgesetzt waren (Geburtsjahrgänge 1968 – 1986). Die bisher 25jährige Beobachtungszeit erlaubt, die Besonderheiten des Gesundheitszustandes der Kinder aus jeder Gruppe herauszuarbeiten und das Vorhandensein bestimmter Strahleneffekte, die sich bei den Kindern aus Hochrisikogruppen entwickelten, festzustellen.

Stx582-583.2011.14-15.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

25 Jahre nach Tschernobyl: Erhöhte Sterblichkeit von Neugeborenen nach Tschernobyl. Trendanalysen der Monatsdaten der Perinatalsterblichkeit aus Westdeutschland und der Säuglingssterblichkeit aus Polen zeigen im Jahr 1987, dem Jahr nach Tschernobyl, jeweils statistisch signifikante Zusammenhänge mit der Cäsiumbelastung der Mütter über Milchverzehr. In beiden Datensätzen treten Maxima der Sterblichkeit sieben Monate nach den Maxima der Cäsiumbelastung auf. Die Dosis-Wirkungsbeziehung (DWB) ist stark nach oben gekrümmt, der Schätzwert für den Dosisexponenten beträgt 3,7. Die Abweichung der Dosis-Wirkungsbeziehung von einem linearen Verlauf ist deutlich signifikant. Statistische Überlegungen lassen für die analytische Form der Dosis-Wirkungsbeziehung eine kumulative Lognormalverteilung erwarten. In den höchstbelasteten Regionen der Ukraine (Oblast Zhitomir) und Weißrusslands (Oblast Gomel) zeigt sich nach Tschernobyl außer einer Erhöhung im Jahr 1987 ein deutlich größerer Anstieg in den 1990er Jahren, welcher mit der verzögerten Wirkung von Strontium erklärt werden kann. Mit etwa 1.000 zusätzlich gestorbenen Neugeborenen in den Jahren 1990 bis 1997 ist der Strontiumeffekt mehr als 10-mal so groß wie der Cäsiumeffekt im Jahr 1987. Immer noch geht die internationale Strahlenschutzkommission von der Existenz einer Schwellendosis für teratogene Schäden in Höhe von 100 Millisievert (mSv) aus. Nach offiziellen Angaben betrug die mittlere Dosis im ersten Folgejahr nach Tschernobyl in Deutschland aber nur 0,2 mSv. Die obigen Ergebnisse widersprechen damit dem Konzept einer unschädlichen Dosis für teratogene Schäden. Eine Analyse von Dr. Alfred Körblein.

Stx580-581.2011.1-8.8 (8 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Geringere Intelligenz nach Strahlenbelastung im Mutterleib. Neue Studie zeigt verringerte kognitive Fähigkeiten bei Heranwachsenden aus den am stärksten vom Tschernobyl-Fallout betroffenen Gebieten Norwegens. Signifikant niedrigere Intelligentquotienten (IQ) weisen Heranwachsende auf, die sich während der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Entwicklungsstadium der 8. bis 15. Schwangerschaftswoche befanden und deren Mütter in den stärker vom Fallout betroffenen Gebieten Norwegens lebten. Das berichten die Psychologin Kristin Sverdvik Heiervang von der Universität Oslo und Kollegen jetzt im Scandinavian Journal of Psychology der Scandinavian Psychological Associations in einer Arbeit über die Auswirkungen einer Niedrigdosisstrahlenexposition im Mutterleib auf die kognitiven Funktionen in der Adoleszenz. Die Arbeit stützt damit frühere Ergebnisse aus Schweden (Almond et al. 2007), der Ukraine (Nyagu et al. 1998) und Weißrußland (Belarus; Loganovsky et. al 2008).

Stx566-567.2010.5-6.2 (2 Seiten)

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Angeborene Fehlbildungen in der Tschernobyl-Region. Eine Untersuchung von Wladimir Wertelecki von der Universität von Süd-Alabama über angeborene Fehlbildungen in einer vom Tschernobyler Reaktorunglück betroffenen Region im Norden der Ukraine erregte jetzt besonderes Aufsehen, weil sie erhöhte Fehlbildungsraten aufdeckt.

Stx564-565.2010.3-5.3 (3 Seiten)

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Verlorene Kinder. Die Geschlechtschance des Menschen bei der Geburt in Europa und in den USA nach den oberirdischen Atomwaffentests und nach Tschernobyl. Seit der Entdeckung der Mutagenität von ionisierender Strahlung im Tierexperiment wurden schädigende strahlengenetische Effekte auch beim Menschen immer wieder in Betracht gezogen und untersucht. Während das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkung von Atomstrahlung (UNSCEAR) noch im Jahre 2000 die Auffassung vertrat, strahleninduzierte vererbbare Effekte beim Menschen seien bisher nicht belegt, kann man solche Effekte nach dem Unfall von Tschernobyl mit einfachen Mitteln eindeutig nachweisen. Die Ergebnisse von Scherb und Kollegen lassen bei Übertragung auf vollständige Zeiträume und auf die gesamte Weltbevölkerung erahnen, dass die Anzahl der verlorenen Kinder nach den globalen Freisetzungen ionisierender Strahlung in der Größenordnung von mehreren Millionen liegen könnte. Verschärft wird das Problem dadurch, dass auch strahleninduzierte angeborene Fehlbildungen und Totgeburten nach Freisetzung von Radioaktivität in die Biosphäre in etwa der gleichen Größenordung von insgesamt mehren Millionen weltweit langfristig aufgetreten sein könnten. Von Hagen Scherb

Stx558-559.2010.1-4.4 (4 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Geschlechterverhältnis bei der Geburt in Bayern nach Tschernobyl. Im Januar 1987, 9 Monate nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl, war das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Geburten (Geschlechterverhältnis bei der Geburt) in Bayern signifikant um 5,5 Prozent gegenüber dem Trend der Jahre 1980 bis 1992 erhöht (p=0,0185). Außerdem zeigt sich in diesem Monat ein signifikanter Anstieg des Geschlechterverhältnisses um 0,29 Prozent pro Kilobecquerel Cäsium-137 pro Quadratmeter (kBq/m² Cäsium-137) Bodenbelastung (p=0,011). Nach 1987 ist keine Abweichung des Geschlechterverhältnisses vom Wert vor Tschernobyl für Bayern nachweisbar. Von Alfred Körblein.

Stx556-557.2010.7-10.4 (4 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Epidemiologie: Säuglingssterblichkeit nach Tschernobyl in skandinavischen Ländern. Von Alfred Körblein. Nach Tschernobyl war die Säuglingssterblichkeit in Schweden wie auch in Finnland und Norwegen hochsignifikant um 15,8 Prozent gegenüber dem Trend der Jahre 1976 bis 2006 erhöht. Für 1987 bis 1992 errechnen sich insgesamt 1.209 zusätzlich gestorbene Säuglinge (95%-Vertrauensbereich: 875 bis 1.556).

Stx510-511.2008.1-3.3 (3 Seiten)

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Epidemiologie: Leukämien bei Kindern in der Umgebung von Tschernobyl. Reanalyse einer offiziellen deutschen Studie. Von Alfred Körblein. In der Diskussion um die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse der Studie zu Kinderkrebs um deutsche Kernkraftwerke (KiKK-Studie) wird argumentiert, dass nach Tschernobyl keine erhöhte Leukämierate in den an den Unglücksreaktor angrenzenden Regionen Weißrusslands, der Ukraine und Russlands beobachtet worden sei. Das habe eine vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geförderte Studie ergeben. Nach Durchsicht des Berichts kommt Körblein zu dem Ergebnis, dass man aus den Zahlen auch andere Schlüsse ziehen kann. Besonders auffällig ist eine signifikante Erhöhung der Leukämierate bei Jungen im Jahr 1987, dem Jahr nach Tschernobyl. – Mit einem Kommentar von Sebastian Pflugbeil.

Stx508-509.2008.4-6.3 (3 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Vorgeburtliche Strahlenbelastung beeinträchtigt schulische Leistungen. Eine Studie von Ökonomen in Schweden (Almond Douglas, Lena Eglund, Mårten Palme, 2007) zeigt die Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung von Kindern nach dem Tschernobyl-Fallout.

Stx496-497.2007.10-11.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Perinatalsterblichkeit in der Ukraine nach Tschernobyl. Der zeitliche Verlauf der Perinatalsterblichkeit – also der Sterblichkeit, die sich aus den Totgeburten und den in den ersten 7 Lebenstagen gestorbenen Neugeborenen zusammensetzt – in den drei vom Tschernobyl-Fallout am stärksten belasteten ukrainischen Gebieten (oblasts) Zhitomir, Kiew und der Stadt Kiew zeigt eine auffällige Abweichung von einem gleichmäßig fallenden Trend mit Maximum um das Jahr 1993. Unter vereinfachenden Modellannahmen lässt sich der Verlauf der Daten mit der verzögerten Wirkung von inkorporiertem radioaktivem Strontium erklären. Eine epidemiologische Untersuchung von Dr. Alfred Körblein.

Stx476-477.2006.1-3.3 (3 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Streit um Tschernobyl-Opferzahlen. „Den Behörden nicht vertrauen“. Nach Auffassung der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW kann der Streit um die Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl beigelegt werden, wenn die zuständigen staatlichen oder staatsnahen Behörden und wissenschaftlichen Fachgremien dazu übergehen, seriöse und öffentlich nachvollziehbare wissenschaftliche Fakten zu veröffentlichen. „Wir brauchen den makaberen Streit um die Tschernobyl-Opfer nicht“, erklärte der IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz am 26. April 2006 anläßlich des 20. Jahrestages der Atomkatastrophe. „Es würde uns vollständig genügen, wenn die zuständigen Behörden und die offiziellen Organisationen damit aufhören würden, ihre eigenen Zahlen zu manipulieren und die Öffentlichkeit zu täuschen.“ Die Internationale Atomenergie Organisation IAEO und die Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich nach Auffassung der IPPNW mit ihrer Vorgehensweise selbst ins Abseits gestellt.

Stx464-465.2006.6.1 (1 Seite)

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Gesundheitsfolgen

Wir gehen nicht vorsichtiger um mit Radioaktivität, sondern nachlässiger. 20 Jahre Beobachtungen im Strahlenschutz. Internationale Atomenergie Agentur (IAEA) und Weltgesundheitsorganisation (WHO) versuchten mit ihrem „Tschernobylprojekt“ zu vertuschen und abzuwiegeln. Tagungen in Bern und in Berlin haben dagegen gezeigt: ● Seit 20 Jahren befindet sich offenbar mehr Radioaktivität aus dem Katastrophenreaktor von Tschernobyl in unserer Umwelt, als bisher zugegeben und die Strahlendosen sind vielfach höher als nach physikalischen Abschätzungen zu erwarten wäre. Es reicht nicht, lediglich das relativ leicht meßbare und deshalb als Leitnuklid gewählte Radiocäsium zu betrachten. ● Die gesundheitlichen Folgen beschränken sich nicht auf Erkrankungen und Krebs der Schilddrüse. Wegen der größeren Einwohnerzahl ist in Westeuropa mit mehr Gesundheitsschäden durch die Reaktorkatastrophe zu rechnen, als in den Ländern nahe Tschernobyl, obwohl die durchschnittlich erhaltene Strahlendosis des Einzelnen bei uns viel niedriger ist als dort. Wen es trifft, den trifft es voll. Um so aufmerksamer sollten wir die Berichte über das Ausmaß und die Vielfalt der gesundheitlichen Schäden in der Ukraine, in Weißrußland und in Rußland verfolgen. ● In der Folge der Reaktorkatastrophe vor 20 Jahren hat sich in der Wahrnehmung und Behandlung von Radioaktivität ein Wandel vollzogen. In den Interessenkonflikten um den Atomausstieg hat das dazu geführt, daß der Strahlenschutz in Deutschland abgeschwächt wurde, sogar über das von der EU geforderte Maß hinaus. Eine ökonomische Deckelung wurde eingeführt und der Grundsatz des Minimierungsgebots aufgegeben. Wir gehen tatsächlich heute nicht vorsichtiger, sondern nachlässiger mit der Radioaktivität um. Dem Fatalismus aber sollte nicht nachgegeben werden, denn die gesundheitlichen Folgeschäden sind größer als gerne behauptet. Ein Bericht von Thomas Dersee.

Stx464-465.2006.1-6.6 (6 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Internationaler Kongreß „20 Jahre nach Tschernobyl“ vom 3. bis 5. April 2006 in der Berliner Charité: „Der deutlich größte Teil des Reaktorinventars wurde infolge einer Kernexplosion ausgestoßen. Einen größeren Unfall kann es nicht geben.“ 20 Jahre Mythenbildungen vernebeln die Sicht auf die Wirklichkeit und müssen beendet werden. Führende Wissenschaftler und Ärzte aus den betroffenen Ländern Ukraine, Weißrußland und Rußland sind zu ganz anderen Ergebnissen über die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 gekommen, als die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im September 2005 auf ihrer Tagung in Wien und in dem Report des sogenannten Tschernobylforums. Auf dem Kongreß der deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz, den diese gemeinsam mit dem European Committee on Radiation Risk (ECRR) vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstaltete, wurde das besonders deutlich.

Den vollständigen Abstractband des Internationalen Kongresses „20 Jahre nach Tschernobyl - Erfahrungen und Lehren für die Zukunft“ der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. und des European Committee on Radiation Risk (ECRR), den diese vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstalteten, finden Sie hier als pdf-Datei. Die Datei ist 1,4 MB groß.

Stx462-463.2006.1-2.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Krebs, Leukämien und Geisteskrankheiten finden russische, weißrussische und ukrainische Forscher jetzt vermehrt bei ihren Mitbürgern. PSR/IPPNW-Tagung in Bern deckt Falschdarstellungen des „Tschernobyl-Forums“ von WHO und IAEA auf. Etwa 90 Prozent der Aufräumarbeiter von Tschernobyl sind heute krank. Die körperliche Verfassung von jungen Männern, die zur Zeit des Reaktorunglücks im Jahre 1986 als Soldaten im Alter von 18 bis 25 Jahren Katastrophenhilfe leisteten, entspricht heute der von 50- bis 60-jährigen. Sie sind um 10 bis 15 Jahre schneller gealtert. Auf psychische Effekte oder gar eine „Strahlenphobie“ zurückführen läßt sich das nicht. Denn auch in Tierversuchen zeigen sich nach Niedrigdosisbestrahlung wie bei Menschen für den Alterungsprozeß charakteristische Verschiebungen biophysikalischer und biochemischer Parameter. Das berichteten russische, weißrussische und ukrainische Wissenschaftler am 12. November 2005 im Inselspital in Bern auf einer Tagung der schweizerischen Sektion der Vereinigung der „Ärztinnen und Ärzte für soziale Verantwortung / zur Verhütung des Atomkrieges“ (PSR/IPPNW). Ein Bericht von Thomas Dersee.

Stx454-455.2005.1-4.4 (4 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Gesundheit und Atomanlagen. Bereits die Kernschmelze 1979 im AKW Three Mile Island bei Harrisburg / USA hatte Folgen wie heute die von Tschernobyl. Auch das radioaktive Inventar des Reaktorkerns war verschwunden. Ein Beitrag von Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake.

Stx452-453.2005.2-5.4 (4 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Katastrophale Sprachregelung. Im Jahre 2003 wurde das Tschernobylforum der Vereinten Nationen gegründet – von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Es vereint Organisationen mit klangvollen Namen: IAEA, WHO, FAO, UNDP, UNEP, UN-OCHA, UNSCEAR, Weltbank, die Regierungen Belorußlands, Rußlands und der Ukraine. Am 6. und 7. September 2005 wurden nun die Arbeitsergebnisse während einer von der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) in Wien organisierten Konferenz vorgelegt. Sinn der aufwendigen mehrjährigen Zusammenarbeit war die Formulierung von Sprachregelungen im Hinblick auf den 20. Jahrestag der Katastrophe im nächsten Jahr (2006), und zwar auf der höchstmöglichen Ebene, nämlich der von UN-Organisationen und Regierungen, außerdem der Abschluß sämtlicher Forschungsarbeiten zum Thema Tschernobyl und die Vermittlung der These, daß das Hauptproblem der Region die Armut sei und nicht Tschernobyl. Dr. M. Repacholi, der Manager des WHO-Strahlenprogramms bringt es auf seine Weise auf den Punkt: "Die Hauptbotschaft des Tschernobylforums ist: 'kein Grund zur Beunruhigung'." Ein Bericht und Kommentar von Sebastian Pflugbeil.

Stx450-451.2005.1-5.5 (5 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Strahlenschäden: Wie verlässlich sind die Grenzwerte? Neue Erkenntnisse über die Wirkung inkorporierter Radioaktivität. Von Inge Schmitz-Feuerhake. Es werden unvollständige Annahmen über die zu erwartenden Effekte bei niedriger Strahlendosis gemacht. Die japanischen Atombombenüberlebenden sind keine geeignete Referenzbevölkerung zur Beurteilung der Gesundheitsschäden durch Umweltradioaktivität. Das System zur Sicherung der Einhaltung der Grenzwerte ist fehlerhaft. Angesichts der Fülle der zu beobachtenden Effekte nach Tschernobyl wird klar, dass sich die Dosis mit Hilfe der herkömmlichen und amtlich vorgeschriebenen Methodik nicht bestimmen läßt. Außer in den direkten Anrainerländern Ukraine und Weißrussland wurde nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl auch aus dem Nachbarland Türkei eine Zunahme von Fehlbildungen bei Säuglingen gemeldet. Erstaunlich sind auch die Effekte in weit entfernten europäischen Ländern. Das erklärte Frau Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake, Köln, in ihrem Beitrag auf dem 2. Fachgespräch zur Situation im Atommüll-Endlager Asse II in Wolfenbüttel am 23. April 2005. Strahlentelex dokumentiert hier diesen Beitrag.

Stx442-443.2005.1-6.6 (6 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Vermehrt Krebserkrankungen in Nordschweden nach der Katastrophe von Tschernobyl. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat nach Berechnungen von Martin Tondel von der Universität Linköping in Schweden und Kollegen, bis 1996 zu 849 zusätzlichen Krebserkrankungen in den Falloutgebieten Nordschwedens geführt. In der Ausgabe vom Dezember 2004 des Journal of Epidemiology and Community Health stellen sie eine Kohortenstudie vor, die alle bis 60 Jahre alten Bewohner Nordschwedens zum Zeitpunkt der Reaktorkatastrophe umfaßt und die Bodenbelastungen mit Cäsium-137 ins Verhältnis setzt zur Zahl der an Krebs Erkrankten. Demnach stiegen das Gesamt-Krebsrisiko und das für Lungenkrebs mit der Fallout-Belastung an. Bericht mit einem Kommentar von Sebastian Pflugbeil.

Stx430-431.2004.1,2.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Zuckerkrank nach Tschernobyl. Seit Tschernobyl erkranken in Weißrußland zunehmend mehr Kinder und Jugendliche an Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit – und zwar besonders in den hochbelasteten Gebieten. Das ermittelten Endokrinologen der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und des Belorussischen endokrinologischen Beratungszentrums in Minsk mit einer bemerkenswerten Studie. Über den langen Zeitraum von 1980 bis 2002 wurde in zwei sehr unterschiedlich belasteten Gebieten Belorußlands die Inzidenzrate (Erkrankungshäufigkeit pro Jahr) von Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen verfolgt.

Stx416-417.2004.7.1 (1 Seite)

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Gesundheitsfolgen

Fehlbildungen in Bayern nach Tschernobyl. Eine Neuauswertung der Daten von angeborenen Fehlbildungen bei Neugeborenen in Bayern durch den Münchner Physiker Dr. Alfred Körblein ergibt einen deutlich signifikanten Zusammenhang der Fehlbildungsraten vor und nach Tschernobyl mit der Cäsiumbelastung der Landkreise. Allerdings ist dieser Zusammenhang nicht linear. Bei niedrigen Belastungen zeigt sich ein steiler Anstieg, gefolgt von einem Rückgang und einem erneuten Anstieg mit zunehmender Cäsiumbelastung. Die Erhöhung der Fehlbildungsrate pro Dosiseinheit ist bei sehr niedriger Strahlendosis circa fünfmal größer als bei hoher Dosis. Die bayerischen Fehlbildungsdaten könnten eine Schlüsselrolle für das Verständnis der Wirkung kleiner Strahlendosen spielen.

Stx416-417.2004.4-6.3 (3 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Die internationale Strahlenschutzgemeinschaft hat nach Tschernobyl versagt.Als "realistischen Überblick über Probleme, die in Zusammenhang mit Reaktorunfällen entstehen können," bezeichnet Dr. Mikhail Malko, Physiker an der Akademie der Wissenschaften in Minsk/Belarus (Weißrußland) den im selben Strahlentelex-Heft dokumentierten Bericht von Lengfelder et al. und weist ergänzend auf das Versagen der internationalen Strahlenschutzgemeinschaft hin: "Das ist eine potentielle Gefahr auch für die Bürger der demokratischen Länder für den Fall einer Katastrophe in einem westlichen AKW."

Stx414-415.2004.5-7.3 (3 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Die Klärung von Gesundheitsfolgen des Tschernobyl-Unfalls stößt auf Widerstand. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 hat riesige Landflächen radioaktiv verseucht. Hunderttausende Menschen sind in ihrer Gesundheit betroffen. Das Münchner Otto Hug Strahleninstitut - MHM gehört mit seinen strahlenmedizinischen Experten zu den ersten westlichen Organisationen, die seit 1990 medizinische Hilfsprojekte in der Region aufgebaut und wirksame medizinische Hilfe geleistet haben. Die Tatsache, daß die internationale Nuklearlobby medizinische Forschungsergebnisse über die schweren kurz- und langfristigen Gesundheitsfolgen zu vertuschen sucht, ist besonders abstoßend. Ein Bericht über den Einfluß verschiedener Faktoren auf die Abschätzung der Gesundheitsfolgen nach Tschernobyl und den Beitrag internationaler nicht-staatlicher Organisationen zur Forschung und zur Behandlung von Schilddrüsenpathologien in Belarus. Von E. Lengfelder, H. Rabes, H. Scherb, Chr. Frenzel.

Stx414-415.2004.2-5.4 (4 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Epidemiologie: Vermehrt akute Leukämien bei Kindern um Tschernobyl. Von dem radioaktiven Fallout des Tschernobyl-Unfalls 1986 waren allein in der Ukraine mehr als 4 Millionen Menschen betroffen. Um die Wirkung der Bestrahlung im Mutterleib und das Entstehen von Leukämie zu untersuchen haben Wissenschaftler der Akademie der Wissenschaften der Ukraine und des Roswell Park Cancer Institute in den USA das Vorkommen der verschiedenen Leukämietypen bei Kindern untersucht, die im Jahr des Unglücks 1986 geboren worden waren. Die Entwicklung der Kinder wurde 10 Jahre lang bis 1996 weiter verfolgt. Die Risikoraten für die akute lymphatische Leukämie (ALL) war für Jungen dramatisch erhöht und in nicht ganz so starker Ausprägung auch für Mädchen. Für beide Geschlechter kombiniert war das relative Risiko für die akute lymphatische Leukämie in belasteten Bezirken mehr als dreifach höher als in unbelasteten (RR = 3,4). Die Ergebnisse dieser Untersuchung legen den Schluß nahe, daß das erhöhte Risiko, an Leukämie zu erkranken, für die im Jahre 1986 geborenen und danach weiter in radioaktiv belasteten Gebieten lebenden Kinder aus dem Tschernobyl-Fallout folgt.

Stx408-409.2004.2,3.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Der Strontium-Fallout korreliert mit der frühen Säuglingssterblichkeit um Tschernobyl. Der Strontium-Effekt überragt den Cäsium-Effekt um das Zehnfache. Die frühe Säuglingssterblichkeit (perinatale Mortalität) in den ukrainischen und weißrussischen Gebieten um Tschernobyl nahm 1987, dem Jahr nach dem Reaktorunglück, zu. Für das selbe Jahr wurde auch die Zunahme der frühen Säuglingssterblichkeit in Deutschland und Polen untersucht, wobei sich der Effekt der Cäsiumbelastung schwangerer Frauen zuordnen ließ. Nach 1989 gab es in Weißrußland und in der Ukraine einen zweiter unvermuteten Anstieg der frühen Säuglingssterblichkeit. Für diesen erneuten Anstieg läßt sich eine zufriedenstellende Beziehung zur Strontiumbelastung schwangerer Frauen herstellen. Das zeigte Alfred Körblein vom Umweltinstitut München jetzt in einer Untersuchung. (A. Körblein: Strontium fallout from Chernobyl and perinatal mortality in Ukraine and Belarus. Radiats Biol Radioecol. 2003 Mar-Apr;43(2):197-202.)

Stx398-399.2003.5.1 (1 Seite)

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Gesundheitsfolgen

Schilddrüsenkrebs: Sorgen um Tschernobyl-Kinder als Versuchskaninchen der USA. Im Jahre 1994 wandte sich das amerikanische Energieministerium an das Gesundheitsministerium von Weißrußland (Belarus), um ein auf mindestens 30 Jahre geplantes gemeinsames Forschungsprojekt durchzuführen, das BelAm-Projekt. Zweck ist die langfristige Untersuchung, wie viele Krebsfälle und andere Pathologien der Schilddrüse in belarussischen Bevölkerungsgruppen auftreten werden, die einer unterschiedlich hohen Dosisbelastung durch radioaktives Jod aus Tschernobyl ausgesetzt waren. Ausgewählt wurden etwa 13000 Personen, die über drei Jahrzehnte regelmäßig untersucht werden sollen. Natürlich gefällt Weißrußland eine internationale Kooperation zu den Tschernobyl-Folgen und die Förderung der medizinischen Wissenschaft im Lande. Das Energieministerium der USA finanziert das gemeinsame Projekt mit 10 Millionen US-Dollar.

Stx390-391.2003.2-4.3 (3 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Auch in Deutschland und anderen Ländern Europas starben nach Tschernobyl deutlich mehr Säuglinge, gab es mehr Fehlbildungen und Totgeburten. Die Studien von Alfred Körblein, Hagen Scherb und Eveline Weigelt erschienen in den Otto-Hug-Berichten der Gesellschaft für Strahlenschutz. In Vorbereitung auf den 17. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe erschien im März 2003 der Otto-Hug-Bericht Nr. 24 der Gesellschaft für Strahlenschutz mit zwei bemerkenswerten Arbeiten. Die Autoren befassen sich seit vielen Jahren mit statistischen Untersuchungen epidemiologischer Fragestellungen und haben viel dazu publiziert. Ihre fachliche Kompetenz kann man vernünftigerweise nicht in Frage stellen. Nun haben sie sich aber Themen zugewandt, von denen das Establishment der deutschen Epidemiologen und Strahlenmediziner/-biologen/-physiker bisher die Meinung vertreten hat, daß es nicht sinnvoll ist, diese Themen zu bearbeiten, weil es gar nicht möglich sei, dabei etwas Vernünftiges herauszubekommen. Es geht um die Untersuchung von Veränderungen in den Daten der Säuglingssterblichkeit, der Totgeburten und Fehlbildungen in Bayern, Deutschland und verschiedenen europäischen Regionen nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl im April 1986.

Zu Vorwort, Abstracts, Zusammenfassung und Bestellformular

Stx388-389.2003.6,7.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

17 Jahre nach Tschernobyl: Gesundheitsfolgen bei Kindern in Weißrußland und der Ukraine. In Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät der Universität Basel veranstaltete die Schweizer Sektion von PSR/IPPNW (Physicians for Social Responsibility/Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) am 15. Februar 2003 ein Fortbildungs-Symposium zum Thema "Gesundheitsfolgen von Tschernobyl bei Kindern". Berichtet wurde im Kantonsspital Basel über die Auswirkungen radioaktiver Strahlung bei Kindern, die in den belasteten Gebieten von Weißrußland und der Ukraine leben. Die Professoren Andreas Nidecker und Michel Fernex schrieben darüber in der Schweizerischen Ärztezeitung.

Stx388-389.2003.7,8.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Fehlbildungen in Europa und der Türkei. Das sich entwickelnde Lebewesen gilt in der Strahlenbiologie als empfindlichstes System. In der Strahlenschutzgesetzgebung findet das jedoch kaum Beachtung, weil internationale Komitees überwiegend Schwellenwerte - also unschädliche Dosisbereiche - für strahleninduzierte teratogene Effekte annehmen. Die deutsche Strahlenschutzkommission setzt diesen unschädlichen Bereich bei 50 Millisievert (mSv) an. Daher dürfen schwangere Frauen nach der Novellierung der Strahlenschutzverordnung im Jahre 2001 neuerdings im Kontrollbereich arbeiten. Nach Tschernobyl hat die Strahlenschutzkommission deshalb behauptet, daß dadurch in Deutschland eine "Schädigung des ungeborenen Lebens nicht zu befürchten ist". Entgegen dieser Prognose wurden jedoch in Deutschland und anderen Ländern in der näheren und weiteren Umgebung von Tschernobyl Anstiege strahlentypischer Fehlbildungen beobachtet. Über diese Befunde hat der Epidemiologe und Strahlenforscher Wolfgang Hoffmann vom Bremer Institut für Präventionsforschung, Sozialmedizin und Epidemiologie eine Übersichtsarbeit vorgelegt.

Stx374-375.2002.9,10.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Verminderte Hirnfunktionen bei Katastrophenhelfern. Zehntausende von Menschen, die nach der Tschernobylkatastrophe vom 26. April 1986 mit Sanierungsarbeiten an der strahlenden Atomreaktorruine beschäftigt waren, sind mittlerweile nicht nur von Krebserkrankungen befallen. So klagen sie über vermindertes Sprechvermögen, Depressionen, Gedächtnisstörungen und Konzentrationsprobleme. Das berichteten jetzt russische Ärztinnen und Ärzte auf dem 18. UICC International Cancer Congress Oslo 2002. Julia V. Malova, Psychiaterin beim Moskauer Zentrum für Strahlenerkrankungen und dort speziell für Tschernobyl-ArbeiterInnen zuständig, erklärte demnach: "Unsere Theorie ist, daß auf irgendeine Weise die Blutzufuhr zum Gehirn vermindert worden war und möglicherweise noch wird."

Stx374-375.2002.9.1 (1 Seite)

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Gesundheitsfolgen

Fehlbildungen bei Neugeborenen in Bayern. In Gesamt-Bayern war die Fehlbildungsrate bei Neugeborenen im Jahr nach Tschernobyl gegenüber dem Trend der Jahre 1984 bis 1991 nicht erhöht. Allerdings ist im südlichen Teil des Freistaates, der durch den radioaktiven Fallout stärker belastet war, die Fehlbildungsrate Ende 1987 nahezu doppelt so hoch wie in Nordbayern. Im November und Dezember 1987 zeigt die Fehlbildungsrate in den bayerischen Landkreisen eine hochsignifikante Abhängigkeit von der Cäsium-Bodenkontamination. Das Verhältnis der Fehlbildungsraten in Süd- und Nordbayern korreliert zeitlich mit der um sieben Monate verschobenen Cäsiumbelastung der Schwangeren. Das ermittelte der Münchner Diplom-Physiker Dr. Alfred Körblein vom Umweltinstitut München.

Stx360-361.2002.5,6.2 (2 Seiten)

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Gesundheitsfolgen

Hohes Schilddrüsenkrebsrisiko für Kinder bis zu einem Alter von 10 Jahren bei Strahlenbelastung. Kurzlebige Anteile des Tschernobyl-Fallouts als Ursache nachgewiesen. Der Ursache für die auffallende Zunahme der Häufigkeit von Schilddrüsenkrebs bei Kindern, die in einem Radius von 150 Kilometern um den Unglücksreaktor von Tschernobyl leben, gingen japanische und russische Wissenschaftler von der Nagasaki University School of Medicine, der Radiation Effects Research Foundation in Hiro-shima und dem belorussischen Gomel Specialized Medical Dispensary nach. Wie Yoshisada Shibata und Kollegen jetzt in der Zeitschrift The Lancet berichten, untersuchten sie dazu 21.601 Kinder, die vor und nach dem Reaktorunglück vom 26. April 1986 geboren worden waren und fanden dabei insgesamt 32 Schilddrüsenkrebserkrankungen (The Lancet, Vol. 358, Dec. 8, 2001, p. 1965-1966). Allein 31 der Schilddrüsenkrebserkrankungen entfielen dabei auf die 9.720 Kinder, die zwischen dem 1. Januar 1983 und dem 26. April 1986 geboren worden waren. Dieses Ergebnis zeigt einen signifikanten Effekt des kurzlebigen radioaktiven Tschernobyl-Fallouts, speziell von Jod-131 und Jod-133, erklärten Shibata und Kollegen.

Stx360-361.2002.5.1 (1 Seite)

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Gesundheitsfolgen

Erbgutschäden bei Kindern. Im Erbgut der Kinder von Katastrophenhelfern von Tschernobyl sind ungewöhnlich viele Mutationen gefunden worden. In Abschnitten des Genoms haben Wissenschaftler der Universität von Haifa eine bis auf das Siebenfache erhöhte Zahl von Veränderungen festgestellt. Wie die Forscher in den Proceedings der Royal Society of London (Bd. 268, p. 1001) berichten, gehen diese Mutationen zwar noch nicht mit schweren Krankheiten einher, die Häufung von Erbveränderungen zeige jedoch, daß sie an die Nachkommen weitergegeben werden.

Stx346-347.2001.8.1 (1 Seite)

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Gesundheitsfolgen

Desinformation über Schilddrüsenerkrankungen nach Tschernobyl. Staatliche Sponsoren wollen "wissenschaftliche Konkurrenz und widersprüchliche Publikationen vermeiden". Unter den Gesundheitsfolgen der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl im Jahre 1986 steht in den betroffenen drei GUS-Republiken die dramatische Zunahme von Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere von Schilddrüsenkrebs an vorderster Stelle. Darauf wies auf dem internationalen Kongress "Strahlenschutz nach der Jahrtausendwende" der Gesellschaft für Strahlenschutz Professor Dr.med. Dr.h.c. Edmund Lengfelder vom Institut für Strahlenbiologie der Universität München am 10. Juni 2000 in Bremen hin. Die meisten Fälle seien in Belarus (Weißrußland) aufgetreten. Im Verwaltungsgebiet Gomel, das größer ist als Baden-Württemberg, sei im Beobachtungszeitraum von 13 Jahren nach der Reaktorkatastrophe (1986-1998) in der Altersstufe von 0 bis 18 Jahren die Summe der jährlichen Neuerkrankungen an Schilddrüsenkrebs 58-fach höher als im gleichen Zeitraum vor dem Unfall. Die Realität dieser Entwicklung stehe in krassem Widerspruch zu den jahrelangen verharmlosenden Behauptungen von Regierungen, internationalen Organisationen (zum Beispiel der Internationalen Atomenergieagentur IAEA in Wien) und Industriezweigen, die an der fortgesetzten Nutzung der Atomenergie starkes Interesse haben. Die Fakten zu Tschernobyl hätten auch gezeigt, daß die bisherigen Konzepte des Katastrophenschutzes für die Bevölkerung im Falle eines Super-GAUs in Deutschland bezüglich Evakuierungszonen und Schilddrüsenkrebsprophylaxe absolut untauglich sind.

Stx326-327.2000.6,7.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Chromosomenstudie belegt: Belorussische Kinder sind durch die Tschernobyl-Katastrophe mit bis zu 500 Milligray strahlenbelastet. In einer Vielzahl von Veröffentlichungen werden Chromosomenanalysen an Personen beschrieben, die durch den Tschernobylunfall am 26. April 1986 verstrahlt wurden. Die Untersuchungen an Einzelpersonen oder Personengruppen aus Belorussland, der Ukraine und Russland werden dabei nicht nur vorgenommen, um nach der Reaktorkatastrophe eine Dosisermittlung durchzuführen, sie dienen auch einer Risikoabschätzung der zu erwartenden strahlenbedingten Erkrankungen. In der Ausgabe der Zeitschrift Radiation Protection Dosimetry No.2 2000, veröffentlichte L. S. Mikhalevich von der belorussischen Akademie der Wissenschaften in Minsk und Kollegen das Ergebnis einer Chromosomenuntersuchung an 86 belorussischen Kindern, denen kurz nach der Reaktorkatastrophe Blutproben entnommen worden waren. Die dabei von den Autoren ermittelten Dosiswerte liegen um ein Vielfaches über denen, die offiziell angegeben werden. Ähnlich hohe Dosen, ermittelt durch biologische Dosimetrie, mit Werten von 300 bis 500 Milligray, sind nicht ungewöhnlich für Evakuierte aus der Stadt Pripjat und benachbarten Gebieten wie Kharkov, stellen die Autoren fest. Die Untersuchung zeige nochmals deutlich, dass die erhaltene Dosis nicht mit den Bodenwerten der Cäsiumbelastung korreliert werden dürfe und dass die physikalischen Dosisabschätzungen das reale Ausmaß der Verstrahlung weit unterschätzen.

Stx320-321.2000.5,6.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Berufskrankheit: Kernenergieopfer gestorben. Das erste von einem deutschen Gericht anerkannte Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ist gestorben.

Stx.302-303.1999.5,6.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

13 Jahre nach Tschernobyl: "Weißrußland stirbt". Demographische Probleme in Belorußland. Ein Bericht von Dr. Sebastian Pflugbeil vom Ersten Internationalen Wissenschaftlich-Praktischen Kongreß zu Demographischen Problemen Belorußlands, der vom 17. - 20. März 1999 in Minsk stattfand.

Stx294-295.1999.2,3.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Weißrußland: Schon mehr als 50.000 Patienten wurden im Schilddrüsenzentrum Gomel behandelt. Bericht des Otto Hug Strahleninstituts München.

Stx286-287.1998.12.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Berufskrankheit: Speditionsarbeiter in Thüringen als Tschernobyl-Opfer anerkannt.

Stx276-277.1998.121 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Down-Syndrom nach Tschernobyl: Die Trisomie-21-Studie des Berliner Humangenetikers Sperling wurde in einer Re-Analyse bestätigt. Exakt 9 Monate nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurden in Berlin überdurchschnittlich viele Kinder mit der chromosomalen Veränderung Trisomie 21, auch Down-Syndrom genannt, geboren. Eine von Professor Karl Sperling vom Institut für Humangenetik der Humboldt Universität Berlin veröffentlichte Studie über die unerwartet hohe Anzahl mit Down-Syndrom geborener Kinder erregte international großes Aufsehen. Pierre Verger vom Institut für nukleare Sicherheit und Strahlenschutz in Fontenay-aux Roses Cedex (Frankreich) sichtete die vorhandenen Arbeiten über einen möglichen Zusammenhang von ionisierender Strahlung und dem Entstehen der Chromosomenanomalie Down-Syndrom. Ein Bericht von Bettina Dannheim.

Stx268-269.1998.1-4.4 (4 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Im Gebiet Rovno in der Ukraine nahm die Zahl der Blutkrebserkrankungen in den letzten Jahren drastisch zu. Bereits 1994 berichteten Ja. I. Vygovskaja und Kollegen in der russisch-sprachigen Fachzeitschrift "Hämatologie und Transfusiologie", daß die Zahl der bösartigen Blutkrankheiten in der kindlichen und der erwachsenen Bevölkerung im Gebiet Rovno (Ukraine) in den Jahren nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl deutlich angestiegen sei. Die Bedeutung dieser Studie fand bisher kaum Eingang in die westliche Debatte über mögliche gesundheitliche Folgen der Reaktorkatastrophe. Das Strahlentelex veröffentlicht einige der Ergebnisse dieser genannten Studie.

Stx266-267.1998.1,2.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Kinderleukämien: Nach dem Tschernobyl-Unfall erkrankten mehr Säuglinge in Deutschland an Blutkrebs. Nach der Katastrophe 1986 in dem ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl sind in Westdeutschland anderthalb mal soviele Kinder im ersten Lebensjahr an Leukämie erkrankt wie im Durchschnitt der 80er Jahre. Das berichteten Jörg Michaelis und Uwe Kaletsch vom Deutschen Kinderkrebsregister am Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation der Universität Mainz gemeinsam mit W. Burkart und B. Grosche vom Institut für Strahlenhygiene des Bundesamtes für Strahlenschutz im Mai 1997.

Stx252-253.1997.1,2.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Leukämie in Griechenland. In Griechenland erkranken Jinder, die zum Zeitpunkt der Reaktorkatstrophe von Tschernobyl im Leib ihrer Mutter heranwuchsen, doppelt so häufig an Leukämie wie andere Kinder. Das ist das Ergebnis einer im Juli 1996 veröffentlichten Studie des Harvard-Zentrums für Krebsprävention.

Stx230-231.1996.12.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Ukraine, Weißrußland: Erbgutveränderungen bei Kindern verdoppelt. Erbgut-Mutationen haben sich bei Kindern, die in der Umgebung von Tschernobyl leben, verdoppelt. Weil Kinder untersucht wurden, die 1996 zwei Jahre alt waren, schließen Genetiker aus Moskau und Leicester auf genetische Veränderungen der elterlichen Keimzellen.

Stx228-229.1996.9.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Schilddrüsenkrebs nimmt schneller zu als erwartet. Wissenschaft sieht sich vor ein "unlösbares Rätsel" gestellt. Vom 20. bis 23. November 1995 fand in Genf in der Schweiz eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) organisierte internationale Konferenz zu den Gesundheitsfolgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und anderer nuklearer Unfälle statt. Ziel der Konferenz war die Präsentation der Ergebnisse der ersten Phase des "International Programme on the Health Effects of the Chernobyl Accident", welches im Jahr 1991 begonnen wurde. Die Konferenz sollte außerdem ein Forum für die Diskussion und den Vergleich wissenschaftlicher Untersuchungen zu den gesundheitlichen Folgen der Belastung durch ionisierende Strahlung bilden. Heiko Ziggel, Physiker an der Universität Portsmouth, England, berichtet über die auf der Konferenz vorgetragenen Arbeiten zu Schilddrüsenkrebserkrankungen bei Kindern.

Stx214-215.1995.1-4,9.5 (5 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Ukraine: Beleg für Krebs durch Tschernobyl. Der Super-GAU von Tschernobyl ist für die Zunahme von Schilddrüsenkrebs in der Ukraine verantwortlich. Das ergibt eine 1995 veröffentlichte Studie britischer und ukrainischer Forscher.

Stx206-207.1995.11.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Die Strahlenbelastung der Tschernobyl-Liquidatoren ist auch heute noch meßbar. Nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl waren mehr als 600.000 Liquidatoren an der Dekontamination der verstrahlten Gebiete beteiligt. Das Institut für Strahlenbiologie im Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF) in Neuherberg ermittelte retrospektiv die Strahlenbelastung von 15 Personen, die zu der am höchsten belasteten Gruppe der Strahlenopfer gehören die Studie wurde im Frühjahr 1994 veröffentlicht.

Stx198-199.1995.9.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Wissenschaftliche Nachlese: Behinderte Kinder in Berlin durch Tschernobyl. Professor Dr. Karl Sperling bleibt dabei: Überzufällig viele Kinder mit Down-Syndrom (Trisomie 21, "Mongolismus") sind neun Monate nach Tschernobyl in Berlin zur Welt gekommen, für die als Ursache nur der Unfall von Tschernobyl angegeben werden kann. Das ist das Ergebnis einer ausführlichen Datenanalyse, die der Leiter des Instituts für Humangenetik an der Freien Universität Berlin im British Medical Journal vom 16. Juli 1994 veröffentlicht hat. Sperling findet seine Vermutungen von 1987 bestätigt, die damals noch von der Strahlenschutzkommission und von Politikern angegriffen worden waren.

Stx184-185.1994.1,2.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Kind und Umwelt: Neugeborenensterblichkeit nach Tschernobyl. 10 Studien im Überblick: Deutschland, Griechenland, Schweden, Ungarn, Finnland, Norwegen.

Stx178-179.1994.7.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Niedrigdosisstrahlung: Tschernobylfolgen auch in Deutschland meßbar. Entgegen den Beteuerungen von Strahlenschutzkommission und Bundesregierung sind mit hoher Wahrscheinlichkeit schwerwiegende gesundheitliche Folgen aus der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in höher belasteten Regionen Deutschlands statistisch erfaßbar. Darauf machte der Lüneburger Arzt für öffentliches Gesundheitswesen Dr. Hayo Dieckmann 1993 aufmerksam. Er stützt sich dabei auf das Neuroblastomrisiko für den Geburtsjahrgang 1988 nach Zahlen des Kinderkrebsregisters Mainz von 1992.

Stx166-167.1993.4.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Moskau: Nervenkrank durch Tschernobyl. Die bei den Aufräumarbeiten nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl eingesetzten Katastrophenhelfer (Liquidatoren) - mehr als 600.000 Arbeiter, Soldaten und Ingenieure - leiden nach Angaben russischer Ärzte überdurchschnittlich häufig an Nervenkrankheiten und Schädigungen des Immunsystems. Die Moskauer Zeitung Moscow Times zitierte in ihrer Ausgabe vom 13. Januar 1993 eine Studie, nach der 80 Prozent von 1600 in einer Klinik in St. Petersburg untersuchten Katastrophenhelfern unter ernsten psychischen Problemen leiden.

Stx146-147.1993.4,5.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Weißrußland: Die Kinder erkranken jetzt öfter an Krebs. Schilddrüsenkrebs bei Kindern tritt 1992 in Weißrußland bis zu 80mal so häufig auf wie im weltweiten Durchschnitt. Das berichtet Vassili Kazakov vom Gesundheitsministerium in Minsk in dem englischen Wissenschaftsmagazin Nature vom 3. September 1992. Der Bericht steht im Widerspruch zu den früheren Aussagen der sowjetischen Zentralregierung in Moskau und korrigiert die Aussagen des Tschernobyl-Projektes der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) vom Mai 1991. Die ehemalige sowjetische Regierung hatte verboten, Verbindungen zwischen Strahlenbelastungen und Erkrankungen herzustellen.

Stx138-139.1992.1-3.3 (3 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Im Test: Unzuverlässige Ganzkörpermessungen. Ganzkörpermessungen in Rußland und Deutschland sind in hohem Maße unzuverlässig und ungenau. Das ist Ergebnis eines vergleichenden Tests, den Prof. Dr. Edmund Lengfelder vom Strahlenbiologischen Institut der Universität München und Mitarbeiter durchführten. Der 1991 durchgeführte Test von Ganzkörpermeßstellen in Rußland sowie in Berlin und München ist im Bericht Nr. 5 des Otto Hug Strahleninstituts dokumentiert.

Stx138-139.1992.3,4.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

GUS: Bereits 13.000 tote Liquidatoren. 70.000 der Katastrophenhelfer (Liquidatoren) von Tschernobyl sind bereits Invaliden, 13.000 sind gestorben. Dabei beträgt das Durchschnittsalter der Männer 35 Jahre. Das erklärte Dr. Georgiy F. Lepin aus Kiew (Ukraine), Vizepräsident der Vereinigung der Liquidatoren von Tschernobyl, im September 1992 in Berlin.

Stx138-139.1992.8.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)

Gesundheitsfolgen

"Aktion Sammelt Zähne" angelaufen. Zum Zwecke des Strontium-Nachweises nach dem Vorbild vor 30 Jahren in den USA riefen 1992 die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) zum Sammeln von ausgefallenen Zähnen von Kindern und Erwachsenen auf. Die hier ermittelten radioaktiven Belastungen sollen denen der Tschernobyl-Region gegenübergestellt werden.

Stx136-137.1992.8.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Nervenschäden nach radioaktiver Strahlung. Die psychischen Störungen, unter denen viele ehemalige Bewohner des Gebietes um Tschernobyl leiden, könnten auf Schädigungen von Nervenzellen durch radioaktive Strahlung zurückzuführen sein. Diese Ansicht vertrat 1992 Nadejda Gulaya vom Pallaguin Institut für Biochemie in Kiew.

Stx136-137.1992.8.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

GUS-Staaten: Bisher 6000 bis 8000 Tote durch Tschernobyl. In der Ukraine sind 6000 bis 8000 Menschen an den Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vom 26. April 1986 gestorben. Rund 15.000 Menschen leiden an strahlenbedingten Krankheiten. Dies geht aus Statistiken hervor, die ukrainische Regierungsvertreter auf einer Pressekonferenz zum Thema "Sechs Jahre nach Tschernobyl" vorlegten. Wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete, ist die Sterblichkeit unter den Mitgliedern der Rettungsmannschaften, die an den Dekontaminierungsarbeiten teilgenommen hatten, drei- bis fünfmal so hoch wie bei anderen Menschen gleichen Alters.

Stx128-129.1992.1.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Krebsfälle nehmen um Tschernobyl deutlich zu. Sechs Jahre nach dem Reaktorunfall im ukrainischen Tschernobyl nimmt die Zahl der Krebserkrankungen in den radioaktiv verseuchten Gebieten offenbar deutlich zu. Vor allem die Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern seien drastisch gestiegen, erklärte der weißrussische Gesundheitsminister Wasili Kasakow im März 1992 in Gomel.

Stx124-125.1992.1.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Vermehrt Neuroblastome bei Säuglingen in Süddeutschland. Für Deutschland zeige sich in der Krebsstatistik im Jahre 1988 ein gehäuftes Auftreten von Neuroblastomen, einer bösartigen Erkrankung des Nervensystems, überwiegend bei Säuglingen und Kleinkindern. Darauf wies Prof. Dr. Günter Henze von der Kinderklinik der Freien Universität Berlin 1991 hin.

Stx122-123.1992.8.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Internationale Atomenergieagentur (IAEA). Die Diskussion der internationalen Tschernobyl-Studie läuft verkürzt. Auf Wunsch der Sowjetischen Regierung ist in der zweiten Hälfte des Jahres 1990 ein Projekt zur Erfassung der gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen des Reaktorunfalls von Tschernobyl (International Chernobyl Project) durchgeführt worden. 200 Experten aus 25 Ländern und sieben internationalen Organisationen waren unter der Schirmherrschaft der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) daran beteiligt, darunter die Weltgesundheitsorganisation, das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkung von Atomstrahlung (UNSCEAR) und die EG-Kommission. Dr. I. Shigematsu, Chairman der Radiation Effects Research Foundation in Hiroshima/Japan, stand der die Studie durchführenden "beratenden Kommission", dem International Advisory Committee, vor. Bei einem Treffen der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) in Wien vom 18. bis 22. Mai 1991, wurden die Ergebnisse der Studie vorgelegt. Die öffentliche Darstellung und Diskussion erfolgten ausgesprochen kontrovers. Der Grund liegt im krassen Gegensatz zwischen dem hohen Grad der Unzulänglichkeit der vorgelegten Studie und der Höhe der in sie gesetzten Erwartungen.

Stx110-111.1991.1,2.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Die Säuglingssterblichkeit war in Süddeutschland erhöht. Nach dem Vorbild der Bremer Wissenschaftler Lüning, Schmidt, Scheer und Ziggel veröffentlichte das Umweltinstitut München 1991 eine Untersuchung über die Auswirkungen des Reaktorunfalls von Tschernobyl im April 1986 auf die Säuglingssterblichkeit in schwach und hoch radioaktiv belasteten Gebieten der Bundesrepublik Deutschland. Danach zeigt der Verlauf der Säuglingssterblichkeit bis eine Woche nach der Geburt im höher belasteten Süddeutschland zwei deutliche Anstiege im Frühsommer 1986 und Winter 1986/87.

Stx108-109.1991.4.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Tschernobyl-AIDS: In Milchzähnen nach Strontium suchen! Die ausfallenden Milchzähne der Kinder in den durch den Tschernobyl-Unfall radioaktiv verseuchten Gebieten der Sowjetunion sind zu sammeln und die Aktivität des in ihnen eingebauten Knochensuchers Strontium ist zu bestimmen. Das empfahl der Arzt und Biochemiker Dr. Roland Scholz, Professor am Institut für Physiologische Chemie, Physikalische Biochemie und Zellbiologie der Universität München im Jahre 1991. Denn: Vom Strontium gibt es keine flächendeckende Kartierung der Verseuchung, im Gegensatz zum Cäsium, weder in Westeuropa noch in der Sowjetunion. Strontium kann nicht durch Ganzkörpermessungen erfaßt werden; denn als Beta-Strahler hat es nur eine kurze Reichweite. Strontium ist die große Unbekannte. Am Strontium aber könnte es liegen, wenn wir in Westeuropa noch einmal glimpflich davongekommen sind, während es die Menschen in der Sowjetunion besonders hart trifft.

Stx106-107.1991.1,2,3.3 (3 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Chromosomenschäden in Salzburg. Unter der Federführung von Dr. J. Pohl-Rüling von der Abteilung für Biophysik der Universität Salzburg (Österreich), veröffentlichte 1991 eine international zusammengesetzte Wissenschaftlergruppe die Ergebnisse ihrer Untersuchungen über Chromosomenschäden in Lymphozyten von in Salzburg lebenden Menschen in der Folge des Reaktorunglücks in Tschernobyl. Die aufgenommenen Strahlendosen waren infolge des Tschernobyl-Fallouts bei den getesteten Personen im Jahre 1987 zwischen 15 und 68 Prozent gegenüber der vorherigen Strahlenbelastung erhöht. Vor Tschernobyl lag die Strahlenbelastung in Salzburg im Mittel bei 0,9 Milligray oder 90 Millirad pro Jahr, nach Tschernobyl bei 2 Milligray oder 200 Millirad pro Jahr. Dabei erhöhte sich die Zahl der Chromosomenschäden in den Lymphozyten des peripheren Blutes der Testpersonen im Vergleich zu vor Tschernobyl zunächst auf etwa das Sechsfache. Mit höheren zusätzlichen Dosen verringerte sich die Zahl der Chromosomenschäden wieder. Bei zwei Personen, die auch vorher und bis zu 4 Jahre nach dem Unfall von Tschernobyl untersucht wurden, nahmen die Chromosomenschäden von 1984/85 bis 1987 zunächst deutlich zu und dann in 1988 und weiter in 1990 wieder ab. Die gefundenen Dosis/Wirkungs-Kurven, so Pohl-Rüling et al., zeigten dieselbe Tendenz wie die Ergebnisse früherer Untersuchungen und stützten die Annahme, daß Reparaturenzyme durch ein gewisses Ausmaß an DNA-Schäden stimuliert würden.

Stx106-107.1991.1,3,4.3 (3 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Bonn: Die Bundesregierung steckt den Kopf in den Sand. Die Bundesregierung will gesundheitliche Strahlenfolgen des Unfalls von Tschernobyl in den betroffenen Gebieten der Sowjetunion nicht anerkennen. Das ergibt sich aus der Antwort der Bundesregierung vom 5. November 1990 auf eine Anfrage der SPD-Fraktion im Bundestag (Bundestags-Drucksache 11/8421).

Stx96-97.1991.8.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Bonn: Sowjetbürger als Studienobjekte deutscher Strahlenforscher. 1990 hat die bundesdeutsche Strahlenschutzkommission der Bundesregierung empfohlen, Wissenschaftler aus der Bundesrepublik und der DDR sowie ein halbes Dutzend Spezialbusse mit Meßgeräten in die Sowjetunion zu senden. In den Bussen sollen sogenannte Ganzkörpermessungen durchgeführt werden.

Stx86-87.1990.4.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Säuglingssterblichkeit nach Tschernobyl: "Die Wahrheit siegt nicht - ihre Gegner sterben aus" (Planck). Für die Jahre von 1975 bis 1987 hatten die Wissenschaftler M. Schmidt, H. Ziggel und G. Lüning um den Bremer Physiker Prof. Dr. Jens Scheer die Todesfälle bei Säuglingen in den ersten sieben Tagen nach der Geburt untersucht. Während bis zum Frühjahr 1986 die frühe Säuglingssterblichkeit im gesamten Bundesgebiet abnahm, begann sich das in den folgenden Monaten nach Tschernobyl zu ändern: Im Süden der Bundesrepublik, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, wo die höchsten Strahlenbelastungen nach Tschernobyl festgestellt worden waren, wurden deutlich mehr Todesfälle bei Neugeborenen registriert als in (nördlichen) Gebieten, in denen der radioaktive Niederschlag geringer war. Nach der Veröffentlichung der Untersuchung 1989/1990 geriet die wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Öffentlichkeit in große Aufregung, war doch von Seiten offizieller Strahlenschützer bisher jegliche Schadensmöglichkeit hierzulande durch den Unfall von Tschernobyl strikt ausgeschlossen worden. Professor Scheer meldete sich im Mai 1990 erneut zu Wort.

Stx78-79.1990.8.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Weißrußland: "Die Kinder von Tschernobyl". Nach Angaben von Jelena Pankratowa und Wladimir Skworzow, Sprecher der 1989 gegründeten Minsker Bürgerinitiative "Die Kinder von Tschernobyl" und Redakteure des deutschsprachigen Programms von Radio Minsk, beträgt die Ganzkörperbelastung eines Drittels der Menschen dort um 74.000 Becquerel Cäsium. Das berichteten sie im Dezember 1989 in Berlin.

Stx72-73.199012.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Knochenmarks-Transplantationen waren vergebens. Nur zwei von 13 Strahlenopfern des Reaktorunglücks von Tschernobyl haben nach Knochenmarks-Transplantationen durch ein sowjetisch/US-amerikanisches Medizinerteam bis 1989 überlebt.

Stx62-63.1989.10.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Vermehrt Frühgeburten behinderter Kinder in Finnland. Keine deutlichen Unterschiede in der Häufigkeit von Mißbildungen und Totgeburten, jedoch eine signifikante Zunahme von Frühgeburten bei Kindern, deren Mütter während der ersten drei Monate ihrer Schwangerschaft in den durch den Tschernobyl-Fallout höher belasteten Gebieten Finnlands lebten, sind für den Geburtszeitraum von August bis Dezember 1986 festgestellt worden. Dies ist das Ergebnis einer 1989 im British Medical Journal (1989; 298: 995-7) veröffentlichten Studie der Professoren L. Saxén und T. Rytömaa und Mitarbeiter von der Abteilung für Pathologie der Universität Helsinki und dem dortigen Finnischen Zentrum für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung zeigen, so die Wissenschaftler, daß die Höhe des radioaktiven Fallouts, dem die finnische Bevölkerung ausgesetzt war, nicht ausreichte, um fetale Schäden bei den zum regulären Zeitpunkt geborenen Kindern hervorzurufen. Mit dieser Studie sei jedoch nicht die Möglichkeit von Erbschäden bei Kindern mit radioaktiver Belastung während ihrer fetalen Entwicklung ausgeschlossen, wird betont. Die größere Häufigkeit von Frühgeburten behinderter Kinder in den höher belasteten Gebieten Finnlands sei ihnen überdies unerklärlich.

Stx60-61.1989.8.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Mehr Chromosomenschäden bei Reisenden aus der Sowjetunion. Etwa eine Woche nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl kehrte eine Reihe deutscher Staatsangehöriger von ihren unterschiedlichen Aufenthaltsorten in der Ukrainischen Sowjetrepublik zurück in die Bundesrepublik Deutschland. Chromosomenanalysen dieser Personen ergaben eine überraschend deutliche Vermehrung von Chromosomenschäden: Azentrische Chromosomenanomalien waren etwa doppelt so häufig wie dizentrische. Zentrische Chromosomenringe wurden ebenfalls gefunden, während die Zahlen der Chromatidbrüche sich bei den Reisenden aus der Ukraine nicht signifikant von denen der Kontrollgruppe unterschieden. Dieses Ergebnis ihrer Untersuchungen veröffentlichten G. Stephan und U. Oestreicher vom Institut für Strahlenhygiene des Bundesgesundheitsamtes in Neuherberg im Mai 1989.

Stx58-59.1989.2.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Strahlenbelastungen: "Selbstversorger" können stärker gefährdet sein. Der Tschernobyl-Unfall habe die radioaktiven Belastungen für die Einwohner Europas im Jahr danach im Mittel um etwa 30 Prozent der natürlichen Strahlenbelastung erhöht. Das erklärte das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkung der Atomstrahlen, UNSCEAR, 1988 in einem Bericht an die Vereinten Nationen (UN). Abhängig vom Wohnort und von den Ernährungsgewohnheiten sind dagegen deutlich höhere Belastungen möglich. Für landwirtschaftliche Arbeiter in Südostbayern errechnete das Institut für Strahlenhygiene des Bundesgesundheitsamtes in einer Ende 1988 veröffentlichten Studie eine effektive Äquivalentdosis von mehr als 200 Millirem (2 Millisievert) pro Jahr.

Stx47.1988.1,2.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Hamburg: Im Tschernobyl-Jahr 1986 vermehrt untergewichtige Säuglinge geboren. Im Jahr 1986 gab es in Hamburg den seit 30 Jahren zweithöchsten Anstieg in der Zahl der mangel- und frühgeborenen Säuglinge unter 2.500 Gramm Geburtsgewicht. Das erklärte der Senat der Hansestadt im Oktober 1988.

Stx47.1988.6.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Strahlenbelastungen: Die statistische Erfassung von Umweltschäden ist in der Bundesrepublik unterentwickelt. Durch die freigesetzte radioaktive Strahlung beim Reaktorunfall in Tschernobyl sei es in der Bundesrepublik Deutschland nicht zu Fehlbildungen bei Neugeborenen gekommen. Das erklärte Prof. Albrecht Keller, Direktor des Instituts für Strahlenheilkunde der Universität Würzburg, 1988 in München auf einer Tagung "Medizinische Genetik und Kinderheilkunde". Genauer: Etwaige Schäden für die betroffenen Menschen in der Bundesrepublik werden sich seinen Angaben zufolge mit statistischen Mitteln nicht nachweisen lassen. Mit 4 Karten des Bundesgesundheitsamtes zu Schilddrüsendosen und effektiven Äquivalentdosen für Kinder und Erwachsene im ersten Jahr nach Tschernobyl in europäischen Ländern.

Stx45.1988.5,6.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Großbritannien: Mehr Leukämien in Schottland. Ein starker Anstieg von Leukämie-Erkrankungen bei Kleinkindern in Schottland läßt Ärzte rätseln. Da die Zunahme um 37 Prozent im Jahr 1987 nur Kinder unter vier Jahren betrifft, werden Auswirkungen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im Frühjahr 1986 nicht ausgeschlossen.

Stx42.1988.6.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Ganzkörperbelastung: Personen in Südostbayern zwei- bis dreifach höher belastet als die Münchner Bevölkerung. Das ergibt sich aus den Angaben des Instituts für Strahlenhygiene des Bundesgesundheitsamtes im Bericht zur Strahlenexposition im April 1988.

Stx34.1988.5.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Vermehrt Zwitter, Totgeburten und Mißbildungen in süddeutschen Ziegenherden. Einen überdurchschnittlichen Anstieg von Zwittern, Totgeburten und Mißbildungen stellt eine Betriebserhebung des Instituts für Tierzucht und Haustiergenetik der Universität Gießen unter der Leitung von Prof. Dr. J. Steinbach für 1987 bei den Ziegenbeständen der südlichen Bundesländer fest. Die Ziege ist das strahlenempfindlichste Nutztier.

Stx31.1988.5.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Schweiz: Bewohner des Tessins mit fünfmal mehr Cäsium belastet. Fünfmal mehr Cäsium-137 als ein deutschschweizer Landwirt nimmt ein Tessiner Bauer nach Tschernobyl auf. Das wurde Anfang 1988 bekannt. Ein Bericht von Urs Jaeggi.

Stx29.1988.4.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

USA: Anstieg der Todesrate in 1986. Vom 10. Mai bis Anfang Juni 1986 war an der Ostküste der USA radioaktives Jod-131 in der Milch gefunden worden, das vermutlich aus dem Reaktor in Tschernobyl stammte. Höchstwerte von 1,5 Becquerel pro Liter waren zwischen dem 10. und 20. Mai gemessen worden und nach dem 28. Mai 1986 weniger als 0,5 Becquerel pro Liter. In der Bundesrepublik war radioaktives Jod bis zum Tausendfachen dieser Menge vorhanden. In einem Vortrag am 18. November 1987 in Hamburg stellte der mit dem US-amerikanischen Forscher Professor Sternglass zusammenarbeitende Statistiker Dr. Jay M. Gould die Hypothese auf, dieses Jod sei Ursache für eine erhöhte Sterberate in den USA in den Monaten Mai bis August 1986. Dies bezweifelt der Kieler Physiker Dr. Henning Wendhausen und gibt eine andere Deutung.

Stx27.1988.2,5.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Ganzkörpermessungen: In Südost-Bayern achtmal höhere Ganzkörperbelastungen als in Berlin. Die monatliche radioaktive Belastung durch aufgenommenes Cäsium-134 und Cäsium-137 war 1986 und 1987 für Einwohner von München etwa doppelt so hoch, im Voralpengebiet etwa dreimal so hoch und in Südost-Bayern, dem Gebiet mit der höchsten niedergeschlagenen Radioaktivität in Deutschland, im Mittel etwa achtmal so hoch wie in Homburg/Saar, Frankfurt am Main, Karlsruhe und Berlin. Dies ist ein Ergebnis der Auswertung von Ganzkörpermessungen in den genannten Städten und Gebieten durch das Institut für Strahlenhygiene des Bundesgesundheitsamtes. Die Inkorporations-Meßstelle Berlin am Klinikum Steglitz der Freien Universität Berlin hatte unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. P. Koeppe seit dem Unglück von Tschernobyl bis Ende Oktober 1987 mehr als 1.200 Ganzkörpermessungen durchgeführt. Davon sind 1.063 Messungen von Berliner Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern. Ein erster Bericht mit Dokumentation von Thomas Dersee.

Stx21.1987.2,5.2 + Stx23.1987.2.1 (3 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Hessen: Nach Tschernobyl vermehrt Kinder mit Schilddrüsenunterfunktion geboren. Auch in Hessen wurde 1986 nach Tschernobyl bei Neugeborenen vermehrt eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) im Rahmen der üblichen Früherkennungsuntersuchungen festgestellte. Das teilte das Staatliche Medizinal-, Lebensmittel- und Veterinäruntersuchungsamt Mittelhessen in Dillenburg mit.

Stx20.1987.6.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

"Strahlenbelastung durch Jodmangel verstärkt". F. Kollmann von der Universitätskinderklinik in Frankfurt am Main berichtete 1987 beim 6. Wiesbadener Schilddrüsengespräch, daß es nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl zu einer erstaunlich schnellen Aufnahme von radioaktivem Jod-131 zunächst durch die Atemluft und später über die Nahrung bei 52 zufällig ausgewählten Kindern im Alter von 9 Monaten bis 16 Jahren im Rhein-Main-Gebiet gekommen ist. Die höchsten Radioaktivitätswerte in der Schilddrüse betrugen seinen Angaben zufolge bis zu 300 Becquerel. Die Gesamt-Strahlenbelastung habe zwischen 100 und 200 Millirem mit Spitzenwerten von über 300 Millirem gelegen.

Stx17.1987.6.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Berlin: Vermehrt Schilddrüsenerkrankungen bei Neugeborenen. Vierzehn Kinder wurden 1986 in Berlin mit einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) geboren. In den Jahren davor waren es im Mittel nur jeweils drei bis vier, maximal sieben. Das wurde dem Strahlentelex Ende Juni 1987 aus der Kinderklinik der Freien Universität Berlin im Kaiserin-Auguste-Viktoria-Haus (KAVH) bestätigt.

Stx12.1987.2.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Wiesbaden: Höheres Strahlenrisiko für Türken. In der Bundesrepublik Deutschland lebende Türken, die sich vorwiegend mit Nahrungsmittelprodukten aus ihrer Heimat ernähren, sind möglicherweise vielfach stärker radioaktiv belastet, als ihre deutschen Mitbürger. Bei der Vorstellung des hessischen Strahlenmeßberichtes vom 25. Juni 1987 teilte Landessozialminister Karl Heinz Trageser (CDU) mit, daß an der Universität Gießen bei zwei Türken durchgeführte Ganzkörpermessungen eine zehnmal höhere radioaktive Belastung ergeben hätten, als bei nicht-türkischen Vergleichspersonen.

Stx12.1987.6.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Die Ziege als Strahlenindikator. Züchter beklagen Verluste an Ziegenlämmern. Mißbildungen bei Tieren gab es schon immer. Das veterinärgenetische Institut der Universität Gießen besitzt allein 8.000 Präparate. Ein Jahr nach Tschernobyl aber kommt es anscheinend zu einem nie dagewesenen Anstieg: Fehl- und Frühgeburten bei Kühen in Bayern und auf Korsika, Ferkel ohne Augen, Küken mit drei Beinen, Kaninchen ohne Beine, Schafe ohne Fell oder mit nur einem Auge, Fohlen mit fehlenden Hautpartien, Ziegenlämmer mit Korkenzieherbeinen oder offenem Bauch. Einige Züchter melden bis zu 40 Prozent Verluste an Jungtieren. Ein Bericht von Irene Noll.

Stx9.1987.1,2.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Berlin: Ungewöhnlicher Anstieg der Säuglingssterblichkeit in 1986. Im Vergleich zu 1985 hat 1986 die Säuglingssterblichkeit in Berlin von 10,6 auf 12,5 im ersten Lebensjahr gestorbene Säuglinge pro 1.000 lebend geborene zugenommen. Die Sterblichkeit der nicht-deutschen Säuglinge stieg dabei überproportional von 9,6 auf 14,3 pro Tausend. Die Sterblichkeit nach der ersten Lebenswoche bis zum Abschluß des ersten Lebensjahres hat sogar um 26 Prozent zugenommen. Zuvor war die Säuglingssterblichkeit zurückgegangen.

Stx7.1987.2.1 + Stx8.1987.3.1 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Trisomie 21: "Wirklich mehr Mißbildungen?" Verdienstvollerweise hat der Berliner Humangenetiker Professor Dr. Karl Sperling im März 1987 eine Rundfrage bei allen cytogenetischen Labors in der Bundesrepublik durchgeführt. Überraschenderweise konnte die Auswertung von insgesamt 28.737 Chromosomenproben den Verdacht, der zuerst anhand einer kleinen Fallzahl geäußert wurde, nicht entkräften. Eine Bewertung von Priv.-Doz. Dr.med. Horst Spielmann.

Stx8.1987.8.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Studien und Umfragen: Tschernobylfolgen bei Neugeborenen. In einer ersten, im April 1987 veröffentlichten Fassung seiner Studie, vertritt der Berliner Humangenetiker Professor Dr. Karl Sperling die Ansicht, ein Zusammenhang zwischen niedrigen Strahlendosen und dem gehäuften Auftreten der Chromosomenanomalie Trisomie 21 (Down-Syndrom) sei nicht auszuschließen. Die bundesdeutsche Strahlenschutzkommission bestellte Sperling daraufhin nach Bonn ein, wobei offenkundig geworden sei, so Sperling anschließend, "daß die Strahlenschutzkommission alles sehr viel niedriger wertet als ich". Entsprechend schwächte Sperling einen Tag später vor einer erneut einberufenen Pressekonferenz bei unverändertem Datenmaterial in einer neu gefaßten Erklärung ab, daß sich "kein Beweis" für einen Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe habe finden lassen. Trotz offenbar massiver politischer Beeinflussungsversuche will Sperling die Fragestellung der Tschernobyl-Folgen nicht einfach auf sich beruhen lassen, beteuerte er vor der Presse.

Stx7.1987.1,6.2 (2 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Hamburg: Krebserkrankungen durch Tschernobyl. Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat im April 1987 eine Abschätzung der gesundheitlichen Risiken des Reaktorunfalls in Tschernobyl für die Menschen in Hamburg vorgelegt, nach der in den nächsten 50 Jahren die Strahlenbelastung allein in den ersten sechs Monaten nach der Reaktorkatastrophe zu einer Zunahme der Krebserkrankungen in Hamburg führen wird.

Stx7.1987.2.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

Hessisches Sozialministerium: Strahlenbelastung durch Nahrung seit Tschernobyl 100 mal höher. "Die durch Nahrung aufgenommene strahlenbiologische Belastung im vierten Quartal 1986 war bei Cäsium rund 100 mal höher als im Vergleichszeitraum 1983", erklärte der Hessische Sozialminister Armin Clauss (SPD) am 19. März 1987 gegenüber der Presse.

Stx6.1987.6.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)

Gesundheitsfolgen

"Mongolismus" 9 Monate nach Tschernobyl. Zehn Fälle von Trisomie 21, einer auch unter den Bezeichnungen Down-Syndrom und "Mongolismus" bekannten angeborenen Mißbildung, sind im Institut für Humangenetik der Freien Universität (FU) Berlin unter der Leitung von Professor Dr. Karl Sperling bei im Januar 1987 in der Stadt geborenen Kindern festgestellt worden. Diese Zahl wird als "statistisch hoch signifikant" bezeichnet, und damit eine zufällige Schwankung ausgeschlossen. Normalerweise treten in Berlin im Mittel zwei Fälle pro Monat auf. Bericht von Thomas Dersee und Kommentar von Jannes Emmert: Probleme für die Wissenschaft.

Stx5.1987.1-3.3 (3 Seiten)

Gesundheitsfolgen

Akutfolgen nach Tschernobyl. Einen Anhaltspunkt für mögliche Akutfolgen durch Niedrigdosisstrahlung liefern Ergebnisse über die Folgen der oberirdischen Atombombentests in den sechziger Jahren, wie sie 1984 von D. Pisello und R. Piccioni veröffentlicht wurden. Pisello und Piccioni zeigen einen Zusammenhang zwischen der Zahl der Fehlgeburten und dem Strontium-90-Gehalt der Milch.

Stx5.1987.2.1 (1 Seite)

Gesundheitsfolgen

München: Mongolismus nach Tschernobyl zwei- bis dreimal häufiger. Zwei- bis dreimal häufiger als üblich hat der Kinderarzt Dr. Klaus Waldenmeyer im Januar 1987 in seinem Labor für genetische Diagnostik in München bei Neugeborenen eine Trisomie 21 feststellen müssen. Das erklärte der Mediziner im Februar 1987 gegenüber dem Strahlentelex.

Stx3.1987.1,2.2 (2 Seiten)

Risikobewertung und Risikokommunikation

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Risiko-Bewertung und Kommunikation

Frankreich: 30 Jahre CRIIRAD. Die französische „Kommission zur unabhängigen Forschung und Information über Radioaktivität“ (CRIIRAD) feierte im Mai 2016 den 30. Jahrestag ihrer Gründung. Mit 5.800 Mitgliedern und Unterstützern zählt CRIIRAD zu einer der stärksten Organisationen in Europa, die in vielfacher Weise sowohl eigenständige Messungen der Radioaktivität bei Atomkraftwerken und der Umwelt durchführt, als auch politisch für Strahlenschutz aktiv ist und eine breite Öffentlichkeitsarbeit durchführt. Von Werner Neumann.

Stx708-709.2016.15-16.2 (2 Seiten)

Zu den Originalseiten im pdf-Format

Risiko-Bewertung und Kommunikation

27 Jahre nach Tschernobyl, 2 Jahre nach Fukushima: Die Lage in Tschernobyl und Fukushima ist weiter kritisch. Nach den Atomunfällen von Tschernobyl im Jahr 1986 und Fukushima Dai-ichi im Jahr 2011 werden die Lage vor Ort und die Folgen für Menschen, Flora und Fauna von Experten als kritisch eingeschätzt. Eine Anhörung vor dem Umweltausschuß des Deutschen Bundestages.

Stx632-633.2013,3-4.2 (2 Seiten)

Zu den Originalseiten im pdf-Format

Risiko-Bewertung und Kommunikation

Beschränkungen bei Schafen in Großbritannien nach 26 Jahren aufgehoben. 26 Jahre nach dem 26. April 1986, als in Tschernobyl der Reaktor 4 explodierte, waren noch 334 Farmen in Nordwales und auf 8 Farmen in Cumbria in Großbritannien Beschränkungen der Vermarktung in Kraft. Mit dem 1. Juni 2012 hat nun die Food Standards Agency (FSA) die Beschränkungen auf diesen Bauernhöfen aufgehoben.

Stx614-615.2012.5.1 (1 Seite)

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Risiko-Bewertung und Kommunikation

Streit um Tschernobyl-Opferzahlen. „Den Behörden nicht vertrauen“. Nach Auffassung der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW kann der Streit um die Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl beigelegt werden, wenn die zuständigen staatlichen oder staatsnahen Behörden und wissenschaftlichen Fachgremien dazu übergehen, seriöse und öffentlich nachvollziehbare wissenschaftliche Fakten zu veröffentlichen. „Wir brauchen den makaberen Streit um die Tschernobyl-Opfer nicht“, erklärte der IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz am 26. April 2006 anläßlich des 20. Jahrestages der Atomkatastrophe. „Es würde uns vollständig genügen, wenn die zuständigen Behörden und die offiziellen Organisationen damit aufhören würden, ihre eigenen Zahlen zu manipulieren und die Öffentlichkeit zu täuschen.“ Die Internationale Atomenergie Organisation IAEO und die Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich nach Auffassung der IPPNW mit ihrer Vorgehensweise selbst ins Abseits gestellt.

Stx464-465.2006.6.1 (1 Seite)

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Risiko-Bewertung und Kommunikation

Wir gehen nicht vorsichtiger um mit Radioaktivität, sondern nachlässiger. 20 Jahre Beobachtungen im Strahlenschutz. Internationale Atomenergie Agentur (IAEA) und Weltgesundheitsorganisation (WHO) versuchten mit ihrem „Tschernobylprojekt“ zu vertuschen und abzuwiegeln. Tagungen in Bern und in Berlin haben dagegen gezeigt: ● Seit 20 Jahren befindet sich offenbar mehr Radioaktivität aus dem Katastrophenreaktor von Tschernobyl in unserer Umwelt, als bisher zugegeben und die Strahlendosen sind vielfach höher als nach physikalischen Abschätzungen zu erwarten wäre. Es reicht nicht, lediglich das relativ leicht meßbare und deshalb als Leitnuklid gewählte Radiocäsium zu betrachten. ● Die gesundheitlichen Folgen beschränken sich nicht auf Erkrankungen und Krebs der Schilddrüse. Wegen der größeren Einwohnerzahl ist in Westeuropa mit mehr Gesundheitsschäden durch die Reaktorkatastrophe zu rechnen, als in den Ländern nahe Tschernobyl, obwohl die durchschnittlich erhaltene Strahlendosis des Einzelnen bei uns viel niedriger ist als dort. Wen es trifft, den trifft es voll. Um so aufmerksamer sollten wir die Berichte über das Ausmaß und die Vielfalt der gesundheitlichen Schäden in der Ukraine, in Weißrußland und in Rußland verfolgen. ● In der Folge der Reaktorkatastrophe vor 20 Jahren hat sich in der Wahrnehmung und Behandlung von Radioaktivität ein Wandel vollzogen. In den Interessenkonflikten um den Atomausstieg hat das dazu geführt, daß der Strahlenschutz in Deutschland abgeschwächt wurde, sogar über das von der EU geforderte Maß hinaus. Eine ökonomische Deckelung wurde eingeführt und der Grundsatz des Minimierungsgebots aufgegeben. Wir gehen tatsächlich heute nicht vorsichtiger, sondern nachlässiger mit der Radioaktivität um. Dem Fatalismus aber sollte nicht nachgegeben werden, denn die gesundheitlichen Folgeschäden sind größer als gerne behauptet. Ein Bericht von Thomas Dersee.

Stx464-465.2006.1-6.6 (6 Seiten)

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Risiko-Bewertung und Kommunikation

Internationaler Kongreß „20 Jahre nach Tschernobyl“ vom 3. bis 5. April 2006 in der Berliner Charité: „Der deutlich größte Teil des Reaktorinventars wurde infolge einer Kernexplosion ausgestoßen. Einen größeren Unfall kann es nicht geben.“ 20 Jahre Mythenbildungen vernebeln die Sicht auf die Wirklichkeit und müssen beendet werden. Führende Wissenschaftler und Ärzte aus den betroffenen Ländern Ukraine, Weißrußland und Rußland sind zu ganz anderen Ergebnissen über die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 gekommen, als die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im September 2005 auf ihrer Tagung in Wien und in dem Report des sogenannten Tschernobylforums. Auf dem Kongreß der deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz, den diese gemeinsam mit dem European Committee on Radiation Risk (ECRR) vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstaltete, wurde das besonders deutlich.

Den vollständigen Abstractband des Internationalen Kongresses „20 Jahre nach Tschernobyl - Erfahrungen und Lehren für die Zukunft“ der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. und des European Committee on Radiation Risk (ECRR), den diese vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstalteten, finden Sie hier als pdf-Datei. Die Datei ist 1,4 MB groß.

Stx462-463.2006.1-2.2 (2 Seiten)

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Risiko-Bewertung und Kommunikation

Bürgerinitiativen gründen Stiftungsfonds. Zum 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl gründen Badisch-Elsässische Bürgerinitiativen jetzt einen Stiftungsfonds. Das uneingelöste Versprechen zum schnellen Atomausstieg vor 20 Jahren und die unglaubliche „Renaissance“ von Atomenergie-Optionen verlangen ein nachhaltiges Handeln, erklärte Erhard Schulz für die Bürgerinitiativen. Die Erträge des gemeinnützigen Stiftungsfonds sollen dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, der Förderung des Bürgerengagements und der Völkerverständigung dienen. Gezielt gefördert werden sollen Umweltaufklärung und -erziehung sowie wissenschaftliche Untersuchungen und Projekte zu Risiken und Gefährdungen von Natur und Umwelt durch die Atomenergienutzung, Radioaktivität und Strahlenanwendung. Am dem Stiftungsfonds kann sich jeder beteiligen. Weitere Informationen unter www.Badisch-Elsaessische.net

Stx460-461.2006.8.1 (1 Seite)

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Risiko-Bewertung und Kommunikation

Katastrophale Sprachregelung. Im Jahre 2003 wurde das Tschernobylforum der Vereinten Nationen gegründet – von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Es vereint Organisationen mit klangvollen Namen: IAEA, WHO, FAO, UNDP, UNEP, UN-OCHA, UNSCEAR, Weltbank, die Regierungen Belorußlands, Rußlands und der Ukraine. Am 6. und 7. September 2005 wurden nun die Arbeitsergebnisse während einer von der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) in Wien organisierten Konferenz vorgelegt. Sinn der aufwendigen mehrjährigen Zusammenarbeit war die Formulierung von Sprachregelungen im Hinblick auf den 20. Jahrestag der Katastrophe im nächsten Jahr (2006), und zwar auf der höchstmöglichen Ebene, nämlich der von UN-Organisationen und Regierungen, außerdem der Abschluß sämtlicher Forschungsarbeiten zum Thema Tschernobyl und die Vermittlung der These, daß das Hauptproblem der Region die Armut sei und nicht Tschernobyl. Dr. M. Repacholi, der Manager des WHO-Strahlenprogramms bringt es auf seine Weise auf den Punkt: "Die Hauptbotschaft des Tschernobylforums ist: 'kein Grund zur Beunruhigung'." Ein Bericht und Kommentar von Sebastian Pflugbeil.

Stx450-451.2005.1-5.5 (5 Seiten)

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Risiko-Bewertung und Kommunikation

Buchmarkt: "Eine Rückkehr gibt es nicht. Lebt wohl! Pripjat, 28. April 1986". "Sperrzonen - Pripjat und Tschernobyl" heißt der großformatige farbige Bildband von Robert Polidori, der im April 2004 im Göttinger Steidl-Verlag erschienen ist. Polidori ist professioneller Photograph, er lebt heute in New York und arbeitet regelmäßig für The New Yorker, für Geo und den Architectural Digest. In Deutschland hat er sich vor allem mit seinem Buch "Havana" einen Namen gemacht, das 2001 ebenfalls im Steidl-Verlag erschien. Eine Buchbesprechung von Dr. Sebastian Pflugbeil.

Stx422-423.2004.7,8.2 (2 Seiten)

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Risiko-Bewertung und Kommunikation

Tagungsbericht: Tschernobyl und die DDR. Dokumentation einer Tagung an der Hochschule Magdeburg-Stendal. "In den Wochen nach der Katastrophe stapelte sich in den Läden der DDR ein bisher nie gekanntes Angebot von Obst und Gemüse. Zeitzeugen berichten über ein reichliches Angebot auch in den Kindertagesstätten. Kinder vorsichtiger Eltern lehnten den Salat ab, andere genehmigten sich doppelte Portionen. Die Bevölkerung des ehemaligen Bezirks Magdeburg war durch das Zusammentreffen der radioaktiven Spaltstoffe mit zufälligen Niederschlägen Anfang Mai 1986 besonders betroffen. Vergleichbare Kontaminationen dieser Intensität waren auf dem Gebiet Gesamtdeutschlands nur im Voralpenraum erfolgt. Schon zwei Tage nach der Katastrophe von Tschernobyl wurde in der DDR stark ansteigende Radioaktivität festgestellt. So maß Anfang Mai 1986 das Magdeburger Bezirkshygieneinstitut in Wiesenkräutern bis zu 76.000 Bq/kg und in Bodenproben bis zu 40.000 Bq/kg. Aber nur ein einziges Mal standen ein paar Zahlen über die Radioaktivität nach Tschernobyl in der Zeitung: "Stabilisierung auf einem niedrigeren Niveau". Das "Neue Deutschland" verschwieg, dass Radioaktivitätswerte rund 1000-mal höher als üblich waren, ja sogar Anfang Mai nochmals um etwa den Faktor 100 anstiegen. Was die Bürger der DDR nicht erfuhren, wusste die Regierung ganz genau. Ihrem Ziel, die Entwicklung des Sozialismus mit allen Mitteln, ordnete die Sozialistische Einheitspartei in der DDR alles unter: den Umgang mit der Natur genauso wie die Lebensqualität der Menschen. (...) die Umweltdaten (wurden) als Geheime Verschlusssache eingestuft und das Ministerium für Staatssicherheit beauftragt, Kritiker der Umweltpolitik und anderer Bereiche zu verfolgen und auszuschalten. Hier wurden sogar bewusst DDR-Gesetze gebrochen." Das berichten Joachim Schlütter, Leiter des Landesbüros Sachsen-Anhalt der Friedrich-Ebert-Stiftung und Edda Ahrberg, Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR in Sachsen-Anhalt, einleitend in der jetzt erschienenen 80-seitigen Broschüre zur Dokumentation der Ergebnisse eines gemeinsamen Forums von Friedrich-Ebert-Stiftung, Greenkids Magdeburg und der Hochschule Magdeburg-Stendal am 19. April 2002. (Friedrich-Ebert-Stiftung Landesbüro Sachsen-Anhalt (Hrsg.), F. Beyer, Th. Hartmann (Red.): Tschernobyl und die DDR: Fakten und Verschleierungen – Auswirkungen bis heute? Magdeburg 2003, ISBN 3-89892-185-9, 80 Seiten. Die Broschüre wird kostenlos abgegeben. Bestellungen an: Friedrich-Ebert-Stiftung, Geißlerstr.1, D-39104 Magdeburg, Fax: 0391/ 56876-15)

Stx398-399.2003.6,7.2 (2 Seiten)

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Risiko-Bewertung und Kommunikation

Krisenkommunikation und Krisenmanagement nach Tschernobyl: Zwischen staatlicher Unfähigkeit, Engagement und "Hysterie". Zwischen staatlicher Unfähigkeit, Engagement der Bürger und "Hysterie" bewegte sich das Spektrum der Reaktionen in Deutschland nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl. Ein Bericht über die Reaktionen der Regierung, von Behörden und Menschen nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und ihre Nachwirkungen. Erlebt und beschrieben von Thomas Dersee.

Stx396-397.2003.3-8.6 (6 Seiten)

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Tschernobyl - Jahre danach

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2016

5 Jahre nach Fukushima, 30 Jahre nach Tschernobyl: Materialien. Wie in der Dezemberausgabe 2015 angekündigt, fand vom 26. bis 28. Februar 2016 in der Berliner Urania der Kongress „5 Jahre Leben mit Fukushima, 30 Jahre Leben mit Tschernobyl“ der deutschen Sektion der internationalen Ärztevereinigung IPPNW statt. Er hat die Folgen der Katstrophen von Fukushima und Tschernobyl für Mensch und Umwelt eindrücklich in Erinnerung gebracht. Auf der Website www.tschernobylkongress.de haben die Veranstalter Materialien zu den Plenarsitzungen und Foren zur Verfügung gestellt, darunter viele Power-Point-Präsentationen, Manuskripte und Audio-Mitschnitte.

Stx702-703.2016.8.1 (1 Seite)

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2016

30 Jahre nach Tschernobyl und 5 Jahre nach Fukushima:

Die Katastrophen gehen weiter. - IPPNW-Report „Gesundheitliche Folgen der Atom-katastrophen von Tschernobyl und Fukushima“ -  „Kein Schlussstrich unter die Akten Tschernobyl und Fukushima“ schrieb die deutsche Sektion der internationalen Ärzteorganisation für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) anlässlich der Veröffentlichung ihres Reports „30 Jahre Leben mit Tschernobyl – 5 Jahre Leben mit Fukushima: Gesundheitliche Folgen der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima“. Diesen Bericht veröffentlichte die IPPNW zu ihrem Kongress, den sie mit Wissenschaftlern aus Japan, der ehemaligen Sowjetunion, aus Deutschland, den USA und aller Welt vom 26. bis 28. Februar 2016 in Berlin veranstaltete.

Der Report zeigt, daß die gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophen weiterhin andauern, und die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima sich noch jahrzehntelang fortsetzen werden. Die Autoren Dr. med. Angelika Claußen, Europa-Vorsitzende der IPPNW, und Dr. med. Alex Rosen, stellvertretender Vorsitzender der deutschen IPPNW-Sektion, geben einen Überblick über wissenschaftliche Forschungsergebnisse und erläutern den derzeitigen Stand des Wissens zu den Folgen der beiden Atomkatastrophen. Jenseits der Kontroversen um die Folgen langfristiger Strahlenexposition mehren sich anerkannte wissenschaftliche Publikationen, die nachweisen, daß sogenannte Niedrigdosisstrahlung wesentlich gefährlicher ist als bislang angenommen. Schon sehr kleine Strahlendosen führen zu signifikant er-höhten Risiken für Krebs, Herzkreislauferkrankungen, perinatale Sterblichkeit sowie Fehlbildungen bei Neugeborenen, schreiben die Autoren. Außerdem sei in großen Teilen Zentral- und Osteuropas und in Teilen Asiens das Geschlechterverhältnis neugeborener Jungen zu Mädchen nach Tschernobyl sprunghaft und hochsignifikant zu Lasten der Mädchen angestiegen. Dieser Effekt weise deutlich auf eine Beeinträchtigung der menschlichen Erbanlagen durch Niedrigdosisstrahlung hin.

Stx700-701.2016.1-3.3 (3 Seiten)

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2015

29 Jahre nach Tschernobyl: Wildschweine in Bayern weiterhin mit höchsten radioaktiven Belastungen. Geheimniskrämerei um Radioaktivitätsmeßwerte. Knapp drei Jahrzehnte nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl ist die Strahlenbelastung der bayerischen Wildschweine höher als bislang bekannt. Darauf macht das Informationszentrum für die Landwirtschaft proplanta in einer Mitteilung vom 18. April 2015 aufmerksam. Doch die Messdaten sind großenteils unter Verschluss. Der Jagdverband fürchte Schaden für die Jäger.

Stx680-681.2015.11-12.2 (2 Seiten)

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2015

29 Jahre nach Tschernobyl: Die Fertigstellung des neuen Tschernobyl-Sarkophags ist nicht sichergestellt. Deutschland dringt im Rahmen seiner G7-Präsidentschaft auf eine zügige Fertigstellung des neuen Sarkophags für das zerstörte Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine und setzt sich für eine sichere Finanzierung der Baukosten im Rahmen des Chernobyl Shelter Fund (CSF) ein. Das erklärt das deutsche Bundesumweltministerium in einer Pressemitteilung vom 20. März 2015. Die Bundesregierung sei weiterhin bereit, ihren Anteil im Rahmen der vereinbarten Lastenteilung in den Fonds einzuzahlen. „Wir erwarten jedoch, dass auch die übrigen Geberländer ihren Anteil beisteuern.“

Stx678-679.2015.4.1 (1 Seite)

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2013

Tessin / Schweiz: Radioaktiv verseuchte Wildschweine. In Fleisch von im Schweizer Kanton Tessin erlegten Wildschweinen hat das schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) jetzt hohe Cäsiumwerte festgestellt. In drei von zehn Proben wurden mehr als 2.000 Becquerel pro Kilogramm (Bq/ kg) gemessen, davon in einer Probe sogar mehr als 3.000 Bq/kg. Der Grenzwert in der Schweiz beträgt 1.250 Bq/kg. Sieben der zehn Proben hätten darunter gelegen.

Stx638-639.2013.4.1 (1 Seite)

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2013

27 Jahre nach Tschernobyl, 2 Jahre nach Fukushima: Die Lage in Tschernobyl und Fukushima ist weiter kritisch. Nach den Atomunfällen von Tschernobyl im Jahr 1986 und Fukushima Dai-ichi im Jahr 2011 werden die Lage vor Ort und die Folgen für Menschen, Flora und Fauna von Experten als kritisch eingeschätzt. Eine Anhörung vor dem Umweltausschuß des Deutschen Bundestages.

Stx632-633.2013,3-4.2 (2 Seiten)

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2013

Test: Keine Heidelbeer-Konfitüre ohne Radionuklide aus Tschernobyl. Das radioaktive Erbe der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ist auch 27 Jahre danach bei uns immer noch präsent. Alle Heidelbeer-Konfitüren enthielten radioaktives Cäsium-137 aus dem Fallout von Tschernobyl. Das ergab jetzt ein Test der Zeitschrift Gesundheitstipp der schweizerischen Konsumenteninfo AG. Sie ließ 14 Heidel- und 6 Waldbeerkonfitüren untersuchen und veröffentlichte die Ergebnisse in ihrer April-Ausgabe 2013. Bei den Heidelbeerkonfitüren lagen die Belastungen demnach zwischen 0,36 und 133 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm. 9 Sorten enthielten weniger als 10 Becquerel pro Kilogramm und 5 Sorten lagen darüber. Am meisten strahlte die Konfitüre einer Bio-Marke. Die dafür verwendeten Heidelbeeren enthielten damit mehr als 200 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm (berechnet nach dem Fruchtanteil). Grund ist die Verwendung von belasteten Beeren aus Ost- und Nordeuropa. Die Herkunft der Beeren muß auf den Verpackungen nicht angegeben werden. Der vollständige Test ist aus dem Internet abrufbar unter www.gesundheitstipp.ch

Stx632-633.2013.1.1 (1 Seite)

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2013

27 Jahre nach Tschernobyl: Weiterhin Tschernobyl-Radiocäsium in Heidelbeermarmelade. Die Bürgermeßstelle Yokohama in Japan hat in Heidelbeermarmelade der deutschen Marke Schwartau eine radioaktive Kontamination von 22,2±4,6 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm gemessen. Cäsium-134 war nicht enthalten. Es handelt sich um „Schwartau Extra Blueberry Jam“, Mindesthaltbarkeitsdatum 26.6.2014, im 340 Gramm-Glas mit der Herkunftsbezeichnung „Deutschland“. Das Herstelleretikett des Produkts war in englischer und griechischer Sprache beschriftet. Die Abwesenheit von Cäsium-134 läßt darauf schließen, daß die darin verarbeiteten Heidelbeeren aus Gebieten stammen, die durch den Tschernobyl-Fallout kontaminiert sind. Cäsium-137 aus der Katastrophe von Tschernobyl hat 27 Jahre danach noch nicht einmal seine erste Halbwertzeit erreicht.

Stx630-631.2013.1,2-2 (2 Seiten)

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2012

Beschränkungen bei Schafen in Großbritannien nach 26 Jahren aufgehoben. 26 Jahre nach dem 26. April 1986, als in Tschernobyl der Reaktor 4 explodierte, waren noch 334 Farmen in Nordwales und auf 8 Farmen in Cumbria in Großbritannien Beschränkungen der Vermarktung in Kraft. Mit dem 1. Juni 2012 hat nun die Food Standards Agency (FSA) die Beschränkungen auf diesen Bauernhöfen aufgehoben.

Stx614-615.2012.5.1 (1 Seite)

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2011

Weiterhin Tschernobyl-Folgekosten auch in Deutschland. Die Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind auch 26 Jahre danach noch immer zu spüren. So ist das Fleisch vieler Wildschweine noch immer mit mehr als 600 Becquerel Radiocäsium pro Kilogramm belastet und darf deshalb bis heute nicht in den Handel gebracht werden. Im Jahr 2011 zahlte der Bund dafür an die Jäger 620.000 Euro Entschädigung.

Stx610-611.2012.12.1 (1 Seite)

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2011

Proteste von Tschernobyl-Veteranen. In der Ukraine eskalierten am 1. November 2011 Demonstrationen von Tschernobyl-Veteranen gegen die Sparpolitik des Landes. Bis zu 1000 Teilnehmer einer Kundgebung sogenannter Liquidatoren durchbrachen Berichten zufolge die Absperrungen am Parlamentsgebäude in Kiew, bevor sie von Spezialeinheiten der Polizei gestoppt wurden. Die Liquidatoren hatten 1986 unter Einsatz ihrer Gesundheit die Folgen der Reaktorkatastrophe im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl einzudämmen versucht. Nun will die Regierung ihre Sonderrenten kürzen.

Stx600-601.2012.7.1 (1 Seite)

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2011

Auch Tschernobyl ist noch nicht gegessen. Der diesjährige Spitzenwert der Pilzmessungen des Umweltinstituts München liegt bei 2.500 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm. Diese Belastung wiesen Maronenröhrlinge aus dem Gebiet um Mark Oberdorf im Allgäu auf, gefunden im Oktober 2011. Werte im 4-stelligen Bereich sind leider noch keine Seltenheit, vor allem bei Maronenröhrlingen und Semmelstoppelpilzen. Diese Sorten können Cäsium besonders gut aufnehmen.

Stx596-597.2011.11.1 (1 Seite)

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Tschernobyl – 25 Jahre danach

Kranke Kinder und beschleunigte Alterung. Majak (Rußland/UdSSR) 1957, Harrisburg (USA) 1979, Tschernobyl (Ukraine/UdSSR) 1986, Fukushima (Japan) 2011 – auch ein Vierteljahrhundert nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl werden die Folgen verdrängt, vertuscht, verharmlost und bagatellisiert. Atomlobby und Politiker reden die Gefährdung durch sogenannte Niedrigdosisstrahlung mit gezielter Propaganda und beharrlichem Verschweigen der Risiken klein. Die Gesellschaft für Strahlenschutz hatte für den 6. bis 8. April 2011 Ärzte und Wissenschaftler aus den betroffenen Ländern Ukraine, Weißrußland und Rußland, eingeladen. Diese sind zu ganz anderen Ergebnissen über die Folgen von Tschernobyl gekommen als beispielsweise die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkungen der Atomstrahlung (UNSCEAR). Doppelt so schnell gealterte Katastrophenhelfer, Hirnschäden und Beeinträchtigung kognitiver Funktionen, weniger und kranke, genetisch geschädigte Kinder, angeborene Entwicklungsschäden, Schilddrüsenkrebs und Brustkrebs, Leukämien und Lymphome – das sind Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, wie sie jetzt berichtet wurden. Der Strahlenunfall von Tschernobyl zog schwere ökologische Veränderungen nach sich, die zur Umsiedlung und Evakuierung der Bevölkerung aus Verbotszonen und Umsiedlungszonen und zum notgedrungenen Weiterleben der Bürger in radioaktiv verschmutzten Gebieten führte. Darauf wies unter anderem die Moskauer Medizinprofessorin Larissa C. Baleva vom Zentrum für Forschung und Praxis des Strahlenschutzes von Kindern am wissenschaftlichen Forschungsinstitut für Pädiatrie und Kinderchirurgie des russischen Gesundheitsministeriums hin. Ihr Institut betreut sowohl Kinder, die noch in Gebieten leben, in denen die Bodenbelastung mit Cäsium-137 bis zu 1.665 kBq/m² beträgt, Kinder, die aus der Verbotszone und der Umsiedlungszone evakuiert wurden, Kinder, die in der Phase der intrauterinen Entwicklung radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren, Kinder von Liquidatoren und Kinder, die der Bestrahlung durch Jod-131 ausgesetzt waren (Geburtsjahrgänge 1968 – 1986). Die bisher 25jährige Beobachtungszeit erlaubt, die Besonderheiten des Gesundheitszustandes der Kinder aus jeder Gruppe herauszuarbeiten und das Vorhandensein bestimmter Strahleneffekte, die sich bei den Kindern aus Hochrisikogruppen entwickelten, festzustellen.

Stx582-583.2011.14-15.2 (2 Seiten)

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Tschernobyl – 25 Jahre danach

Erhöhte Sterblichkeit von Neugeborenen nach Tschernobyl. Trendanalysen der Monatsdaten der Perinatalsterblichkeit aus Westdeutschland und der Säuglingssterblichkeit aus Polen zeigen im Jahr 1987, dem Jahr nach Tschernobyl, jeweils statistisch signifikante Zusammenhänge mit der Cäsiumbelastung der Mütter über Milchverzehr. In beiden Datensätzen treten Maxima der Sterblichkeit sieben Monate nach den Maxima der Cäsiumbelastung auf. Die Dosis-Wirkungsbeziehung (DWB) ist stark nach oben gekrümmt, der Schätzwert für den Dosisexponenten beträgt 3,7. Die Abweichung der Dosis-Wirkungsbeziehung von einem linearen Verlauf ist deutlich signifikant. Statistische Überlegungen lassen für die analytische Form der Dosis-Wirkungsbeziehung eine kumulative Lognormalverteilung erwarten. In den höchstbelasteten Regionen der Ukraine (Oblast Zhitomir) und Weißrusslands (Oblast Gomel) zeigt sich nach Tschernobyl außer einer Erhöhung im Jahr 1987 ein deutlich größerer Anstieg in den 1990er Jahren, welcher mit der verzögerten Wirkung von Strontium erklärt werden kann. Mit etwa 1.000 zusätzlich gestorbenen Neugeborenen in den Jahren 1990 bis 1997 ist der Strontiumeffekt mehr als 10-mal so groß wie der Cäsiumeffekt im Jahr 1987. Immer noch geht die internationale Strahlenschutzkommission von der Existenz einer Schwellendosis für teratogene Schäden in Höhe von 100 Millisievert (mSv) aus. Nach offiziellen Angaben betrug die mittlere Dosis im ersten Folgejahr nach Tschernobyl in Deutschland aber nur 0,2 mSv. Die obigen Ergebnisse widersprechen damit dem Konzept einer unschädlichen Dosis für teratogene Schäden. Eine Analyse von Dr. Alfred Körblein.

Stx580-581.2011.1-8.8 (8 Seiten)

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Tschernobyl – 25 Jahre danach

Berlin, 5. bis 10. April 2011: Einladung zu zwei internationalen Kongressen der Gesellschaft für Strahlenschutz und der IPPNW. Die Gesellschaft für Strahlenschutz (GSS) und die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) veranstalten im April 2011 zwei aufeinanderfolgende Kongresse. Informationen und Anmeldungen unter www.strahlentelex.de/tschernobylkongress-gss2011.htm

und www.tschernobylkongress.de

Stx576-577.2011.1.1 (1 Seite)

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Tschernobyl – 24 Jahre danach

Buchmarkt: 24 Jahre nach Tschernobyl. Die New Yorker Akademie der Wissenschaften hat in englischer Sprache eine umfangreiche Übersicht aus dem russischen und ukrainischen Sprachraum über die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl veröffentlicht. Wer Gelegenheit hatte, mit Geschädigten der Katastrophe von Tschernobyl zu sprechen, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier Menschen infolge der äußeren Bestrahlung oder der im Körper aufgenommenen radioaktiven Isotope in ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit zutiefst geschädigt wurden. Es ist ihm ein Anliegen, Genaueres über diese Schäden zu erfahren und greift deshalb mit großem Interesse nach diesem Heft der New Yorker Akademie der Wissenschaften: „Chernobyl. Consequences of the Catastrophe for People and the Environment“. Es ist von Alexej V. Yablokov, Vassiliy B. Nesterenko und Alexej V. Nesterenko zusammengestellt worden. Alexej V. Yablokov ist Biologe, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, Vassily B. Nesterenko hat in Minsk das wissenschaftliche Institut „BELRAD“ aufgebaut, das die Folgen des Ereignisses vom 26. April 1986 verfolgt und registriert. Als einer der ersten flog er im Helikopter über den Unglücksreaktor. Er starb im Herbst 2008. Alexey V. Nesterenko ist sein Sohn, der jetzt das Minsker Institut leitet und dessen Tradition weiter pflegt. Eine Rezension von Jürg Ulrich. Alexej V. Yablokov, Vassiliy B. Nesterenko, Alexej V. Nesterenko: Chernobyl. Consequences of the Catastrophe for People and the Environment. The New York Academy of Sciences, Annals Vol 1181, Dec 2009, 335 p., www.nyas.org/Publications/Annals/Detail.aspx?cid=f3f3bd16-51ba-4d7b-a086-753f44b3bfc1

Stx560-561.2010.13-15.3 (3 Seiten)

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Tschernobyl – 23 Jahre danach

Weniger und mißgebildete Insekten und Vögel. Die ökologischen Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, die sich Ende dieses Monats zum 23. Mal jährt, sind größer als früher angenommen und erhofft. Die freigesetzten Radionuklide dezimieren auch weiterhin Insekten und Spinnen. Und mißgebildete Insekten sind auch schon im Normalbetrieb von Atomkraftwerken deutlich vermehrt in deren Umgebung zu finden. (A. P. Møller, T. A. Mousseau 2009; C. Hesse-Honegger, P. Wallimann 2008)

Stx534-535.2009.1-2.2 (2 Seiten)

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Tschernobyl – 21 Jahre danach

Artenvielfalt und Populationsdichte von Vögeln nehmen mit höherer Strahlung ab. Im Sommer 2007 haben A. P. Møller (Curie-Universität Paris) und T. A. Mousseau (University of South Carolina) eine Arbeit über Waldvögel in der Umgebung des Atomkraftwerks Tschernobyl vorgelegt, die die weitverbreitete Meinung angreift, daß die Sperrzone um Tschernobyl ein blühendes Naturschutzreservat sei, in dem man seit Jahren zunehmend den herrlichsten Wildarten begegnen könne. Tatsächlich kann einem dort ein großer Elch oder ein Bär über den Weg laufen. Untersucht man aber die Situation genauer, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Es gibt bisher kein standardisiertes Vorgehen, wie man die Auswirkungen von Radioaktivität auf gewöhnliche Tiere untersuchen sollte, deshalb blieb bisher die Frage nach den ökologischen Folgen der Radioaktivität unbeantwortet. Die Autoren haben sich nun der Artenvielfalt und Populationsdichte von Waldvögeln gewidmet.

Stx498-499.2007.5.1 (1 Seite)

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Tschernobyl – 20 Jahre danach

Buchmarkt: Atomkraft als Risiko. Zum 20. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe veranstaltete Lutz Mez im Wintersemester 2005/06 an der Freien Universität in Berlin eine Ringvorlesung, in der Tschernobyl von sehr verschiedenen Seiten diskutiert wurde. Zum 25. Tschernobyl-Jahrestag liegen die Vorlesungen nun in überarbeiteter Form als Buch vor.

Stx576-577.2011.8.1 (1 Seite)

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Tschernobyl – 20 Jahre danach

In Norwegens Schafen steckt besonders viel Radioaktivität. In norwegischen Schafen befindet sich auch 20 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl noch besonders viel künstliche Radioaktivität. Das berichtet der britische „New Scientist“ (Nr. 2575, S. 7) unter Berufung auf die norwegische Strahlenschutzbehörde. In diesem Jahr (2006) habe sich die radioaktive Belastung mit Cäsium-137 auf bis zu 7.000 Becquerel pro Kilogramm Schaffleisch im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt.

Stx476-477.2006.6.1 (1 Seite)

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Tschernobyl – 20 Jahre danach

Buchmarkt: Chernobyl: 20 Years On. Der vorliegende englischsprachige Dokumentationsband des European Committee on Radiation Risk (ECRR) bietet 14 sehr fakten- und materialreiche Überblicke: zu den gesundheitlichen Konsequenzen im allgemeinen, sowie speziell bei den Liquidatoren (Yablokov, mit ca. 200 Literaturangaben), zu den genetischen und zellbiologischen Auswirkungen beim Menschen (Burlakova und Nazarov), zu Schädigungen des Zentralnervensystems und der geistig-seelischen Gesundheit auch bei der nachfolgenden Generation (Loganovsky, in kritischer Auseinandersetzung mit den Angaben des Tschernobyl-Forums), zu den Folgen für wildlebende Wirbeltiere (Krysanov) und Wild- und Nutzpflanzen (Grodzinsky, mit Fotos der Fehlbildungen), zu Chromosomenaberrationen in menschlichen Lymphozyten (Snigiryova und Shevchenko), zu teratogenen Schäden in mehreren europäischen Ländern (Schmitz-Feuerhake), zur Säuglingsleukämie in Großbritannien, Griechenland und Deutschland (Busby), zur perinatalen Sterblichkeit und angeborenen Mißbildungen (Körblein et al.). Imanaka erweckt fundierte Zweifel an der Behauptung, es habe nach der Katastrophe praktisch keine akuten Strahlenkrankheiten in der Umgebung von Tschernobyl gegeben. Mit den – überwiegend unterlassenen – praktischen Maßnahmen zur Reduzierung der Strahlenbelastung der Bevölkerung beschäftigen sich Nestrenko und Nestrenko; sie empfehlen die Reduzierung der Cäsium-137-Belastung mittels industriell hergestelltem Apfelpektin. - Busby, C. C.; Yablokov, A.V. (Hrsg.): Chernobyl: 20 Years On. Health Effects of the Chernobyl Accident. Documents of the ECRR 2006, No. 1. Green Audit Press, Aberystwyth 2006. ISBN 1-897761-25-2. 250 S., zahlr. Tabellen, Fotos und Karten. ₤ 55 (€ 90). Reduzierter Preis für Studenten ₤ 20 (€ 32) über: admin@euradcom.org. - Eine begrenzte Anzahl Exemplare ist für den verbilligten Preis von EUR 47,- erhältlich bei der Geschäftsstelle der Gesellschaft für Strahlenschutz, Peter-Michels-Str. 54, D-50827 Köln.

Stx466-467.2006.7-8.2 (2 Seiten)

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Tschernobyl – 20 Jahre danach

Streit um Tschernobyl-Opferzahlen. „Den Behörden nicht vertrauen“. Nach Auffassung der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW kann der Streit um die Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl beigelegt werden, wenn die zuständigen staatlichen oder staatsnahen Behörden und wissenschaftlichen Fachgremien dazu übergehen, seriöse und öffentlich nachvollziehbare wissenschaftliche Fakten zu veröffentlichen. „Wir brauchen den makaberen Streit um die Tschernobyl-Opfer nicht“, erklärte der IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz am 26. April 2006 anläßlich des 20. Jahrestages der Atomkatastrophe. „Es würde uns vollständig genügen, wenn die zuständigen Behörden und die offiziellen Organisationen damit aufhören würden, ihre eigenen Zahlen zu manipulieren und die Öffentlichkeit zu täuschen.“ Die Internationale Atomenergie Organisation IAEO und die Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich nach Auffassung der IPPNW mit ihrer Vorgehensweise selbst ins Abseits gestellt.

Stx464-465.2006.6.1 (1 Seite)

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Tschernobyl – 20 Jahre danach

Wir gehen nicht vorsichtiger um mit Radioaktivität, sondern nachlässiger. 20 Jahre Beobachtungen im Strahlenschutz. Internationale Atomenergie Agentur (IAEA) und Weltgesundheitsorganisation (WHO) versuchten mit ihrem „Tschernobylprojekt“ zu vertuschen und abzuwiegeln. Tagungen in Bern und in Berlin haben dagegen gezeigt: ● Seit 20 Jahren befindet sich offenbar mehr Radioaktivität aus dem Katastrophenreaktor von Tschernobyl in unserer Umwelt, als bisher zugegeben und die Strahlendosen sind vielfach höher als nach physikalischen Abschätzungen zu erwarten wäre. Es reicht nicht, lediglich das relativ leicht meßbare und deshalb als Leitnuklid gewählte Radiocäsium zu betrachten. ● Die gesundheitlichen Folgen beschränken sich nicht auf Erkrankungen und Krebs der Schilddrüse. Wegen der größeren Einwohnerzahl ist in Westeuropa mit mehr Gesundheitsschäden durch die Reaktorkatastrophe zu rechnen, als in den Ländern nahe Tschernobyl, obwohl die durchschnittlich erhaltene Strahlendosis des Einzelnen bei uns viel niedriger ist als dort. Wen es trifft, den trifft es voll. Um so aufmerksamer sollten wir die Berichte über das Ausmaß und die Vielfalt der gesundheitlichen Schäden in der Ukraine, in Weißrußland und in Rußland verfolgen. ● In der Folge der Reaktorkatastrophe vor 20 Jahren hat sich in der Wahrnehmung und Behandlung von Radioaktivität ein Wandel vollzogen. In den Interessenkonflikten um den Atomausstieg hat das dazu geführt, daß der Strahlenschutz in Deutschland abgeschwächt wurde, sogar über das von der EU geforderte Maß hinaus. Eine ökonomische Deckelung wurde eingeführt und der Grundsatz des Minimierungsgebots aufgegeben. Wir gehen tatsächlich heute nicht vorsichtiger, sondern nachlässiger mit der Radioaktivität um. Dem Fatalismus aber sollte nicht nachgegeben werden, denn die gesundheitlichen Folgeschäden sind größer als gerne behauptet. Ein Bericht von Thomas Dersee.

Stx464-465.2006.1-6.6 (6 Seiten)

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Tschernobyl – 20 Jahre danach

Internationaler Kongreß „20 Jahre nach Tschernobyl“ vom 3. bis 5. April 2006 in der Berliner Charité: „Der deutlich größte Teil des Reaktorinventars wurde infolge einer Kernexplosion ausgestoßen. Einen größeren Unfall kann es nicht geben.“ 20 Jahre Mythenbildungen vernebeln die Sicht auf die Wirklichkeit und müssen beendet werden. Führende Wissenschaftler und Ärzte aus den betroffenen Ländern Ukraine, Weißrußland und Rußland sind zu ganz anderen Ergebnissen über die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 gekommen, als die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im September 2005 auf ihrer Tagung in Wien und in dem Report des sogenannten Tschernobylforums. Auf dem Kongreß der deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz, den diese gemeinsam mit dem European Committee on Radiation Risk (ECRR) vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstaltete, wurde das besonders deutlich.

Den vollständigen Abstractband des Internationalen Kongresses „20 Jahre nach Tschernobyl - Erfahrungen und Lehren für die Zukunft“ der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. und des European Committee on Radiation Risk (ECRR), den diese vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstalteten, finden Sie hier als pdf-Datei. Die Datei ist 1,33 MB groß.

Stx462-463.2006.1-2.2 (2 Seiten)

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Tschernobyl – 20 Jahre danach

Bürgerinitiativen gründen Stiftungsfonds. Zum 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl gründen Badisch-Elsässische Bürgerinitiativen jetzt einen Stiftungsfonds. Das uneingelöste Versprechen zum schnellen Atomausstieg vor 20 Jahren und die unglaubliche „Renaissance“ von Atomenergie-Optionen verlangen ein nachhaltiges Handeln, erklärte Erhard Schulz für die Bürgerinitiativen. Die Erträge des gemeinnützigen Stiftungsfonds sollen dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, der Förderung des Bürgerengagements und der Völkerverständigung dienen. Gezielt gefördert werden sollen Umweltaufklärung und -erziehung sowie wissenschaftliche Untersuchungen und Projekte zu Risiken und Gefährdungen von Natur und Umwelt durch die Atomenergienutzung, Radioaktivität und Strahlenanwendung. Am dem Stiftungsfonds kann sich jeder beteiligen. Weitere Informationen unter www.Badisch-Elsaessische.net

Stx460-461.2006.8.1 (1 Seite)

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Tschernobyl – 20 Jahre danach

Katastrophale Sprachregelung. Im Jahre 2003 wurde das Tschernobylforum der Vereinten Nationen gegründet – von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Es vereint Organisationen mit klangvollen Namen: IAEA, WHO, FAO, UNDP, UNEP, UN-OCHA, UNSCEAR, Weltbank, die Regierungen Belorußlands, Rußlands und der Ukraine. Am 6. und 7. September 2005 wurden nun die Arbeitsergebnisse während einer von der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) in Wien organisierten Konferenz vorgelegt. Sinn der aufwendigen mehrjährigen Zusammenarbeit war die Formulierung von Sprachregelungen im Hinblick auf den 20. Jahrestag der Katastrophe im nächsten Jahr (2006), und zwar auf der höchstmöglichen Ebene, nämlich der von UN-Organisationen und Regierungen, außerdem der Abschluß sämtlicher Forschungsarbeiten zum Thema Tschernobyl und die Vermittlung der These, daß das Hauptproblem der Region die Armut sei und nicht Tschernobyl. Dr. M. Repacholi, der Manager des WHO-Strahlenprogramms bringt es auf seine Weise auf den Punkt: "Die Hauptbotschaft des Tschernobylforums ist: 'kein Grund zur Beunruhigung'." Ein Bericht und Kommentar von Sebastian Pflugbeil.

Stx450-451.2005.1-5.5 (5 Seiten)

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Tschernobyl - 19 Jahre danach

Radioaktive Belastungen im Bayerischen Wald. Untersuchung des Bundesamt für Strahlenschutz – Keine Entwarnung für den Verzehr von Wildbret. 19 Jahre nach Tschernobyl ist Wildbret noch immer radioaktiv belastet. Das belegt eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Auftrag gegebene Studie, bei der die radioaktive Belastung von Wildbret, Pflanzen und Böden des Bayerischen Waldes gemessen wurden. Bei Wildschweinen steigt die radioaktive Belastung seit 1996 sogar wieder an.

Stx448-449.2005.3,4.2 (2 Seiten)

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Tschernobyl - 20 Jahre danach

Aufruf zu Tschernobyl-Kongreß war voreilig. Voreilig war eine Kongressankündigung in der Mai-Ausgabe von Strahlentelex. Unter dem Motto "20 Jahre Leben mit Tschernobyl" wollte die Gesellschaft für Strahlenschutz gemeinsam mit weiteren Organisationen für März 2006 kritische Wissenschaftler, Politiker, Ärzte, engagierte Bürger und Vertreter von Tschernobyl-Initiativen zu einem Fachkongreß nach Feldkirch in Österreich einladen. Bisher unterdrückten Nachrichten über die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl solle zu mehr Licht verholfen werden, hieß es. Das scheint nun nicht mehr garantiert. "Die Form der Ankündigung im Strahlentelex" stieß beim Mitveranstalter Otto Hug Strahleninstitut - MHM e.V. in München und – Institutsleiter Prof. Dr. Edmund Lengfelder zufolge – bei der Luxemburger Stiftung "Ein Herz für krebskranke Kinder" auf scharfe Kritik.

Stx444-445.2005.8.1 (1 Seite)

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Tschernobyl - 20 Jahre danach

9.-12. März 2006 in Feldkirch in Vorarlberg/Österreich: "20 Jahre Leben mit Tschernobyl: Erfahrungen und Lehren für die Zukunft". Erste Ankündigung und Einladung zum internationalen Kongreß der Gesellschaft für Strahlenschutz und des Otto Hug Strahleninstituts - MHM. Unmittelbar nach der Tschernobyl-Katastrophe hat der sowjetische Geheimdienst (KGB) eine lange Liste von Themen als "streng geheim" klassifiziert. Das hat der betroffenen Bevölkerung wenig geholfen: Es gab keine wahrheitsgemäße Berichterstattung über die Ursachen der Katastrophe, keine wahrheitsgemäße Dokumentation der Strahlenschäden bei der Bevölkerung und bei den Katastrophenhelfern, keine wahrheitsgemäße Dokumentation der radioaktiven Kontamination der betroffenen Gebiete. Wichtige Maßnahmen, die zum Schutz der Bevölkerung hätten getroffen werden können, unterblieben. Bis heute wird nicht offen über Tschernobyl geredet. International angesehene Gremien sprechen heute noch von nur 31 Strahlentoten nach Tschernobyl. Es wird nahezu jede Gesundheitsschädigung infolge von Tschernobyl abgestritten – bis auf Schilddrüsenkrebs bei Kindern. Es gibt jedoch immer mehr Wissenschaftler in Ost und West, die sich dafür einsetzen, die Wahrheit hinter den Nebelbänken aufzuspüren und den betroffenen Menschen in der Region um Tschernobyl wirksam zu helfen. Diese Wissenschaftler haben es schwer, ihre Analysen in den international akzeptierten Journalen zu publizieren. Das Ziel der Tagung besteht deshalb darin, ihnen Gehör zu verschaffen, 20 Jahre Leid zu dokumentieren, Lügen und Lügner zu benennen und Konsequenzen zu ziehen. Die Gesellschaft für Strahlenschutz, das Otto Hug Strahleninstitut - MHM, die Stiftung Een Häerz fir kriibskrank Kanner asbl Luxembourg, der Deutsche Verband für Tschernobyl-Hilfe, die Europäische Arbeitsgemeinschaft "Mut zur Ethik" und die Vorarlberger Landesregierung laden zum 9. bis 12. März 2006 nach Feldkirch in Vorarlberg/Österreich ein, behinderte und schwer oder gar nicht publizierbare Forschungsergebnisse aus dem Tschernobyl-Kontext vorzustellen und zu diskutieren. Interessierte Bürger und Vertreter von Tschernobylinitiativen, Energiewissenschaftler, Politiker und Ärzte sind eingeladen zu studieren, zu fragen und gemeinsam nach vernünftigen Maßnahmen zu suchen, in denen das Wohl der Tschernobylopfer Vorrang hat vor der Unterstützung sinnarmer technischer Projekte im Bereich der Kerntechnik. Der Kongreß beschäftigt sich mit den medizinischen und sozialökonomischen Problemen und Aspekten in der Ukraine, in Weißrußland, Rußland und in Europa, mit technischen Fragen, strukturellen Hintergründen, internationaler Informationspolitik und Programmen zur Beseitigung der Folgen der Katastrophe von Tschernobyl. Um die Anmeldung von Vorträgen und Postern und die Abgabe der Abstracts (maxi-mal 300 Wörter in Deutsch und Englisch oder in Russisch und Deutsch oder Englisch) wird bis zum 15. August 2005 gebeten.

Information und Kontakt: Tagungsbüro Tschernobyl 2006, Postfach 756, CH-8044 Zürich, mailto:tschernobyl2006@gmx.net.

Stx440-441.2005.8.1 (1 Seite)

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Tschernobyl - 19 Jahre danach

Britische Schafe sind immer noch radioaktiv verseucht. In Großbritannien gelten der Food Standards Agency zufolge, der für Lebensmittelsicherheit zuständigen Behörde, auch 19 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wegen der anhaltenden radioaktiven Verseuchung immer noch restriktive Maßnahmen für 379 landwirtschaftliche Betriebe, die insgesamt eine Fläche von 74.000 Hektar und 200.000 Schafe umfassen. Mit einem Kommentar von Thomas Dersee.

Stx440-441.2005.6-7.2 (2 Seiten)

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Tschernobyl - 17 Jahre danach

Bisher geheimgehaltenes Archivmaterial über das AKW Tschernobyl veröffentlicht. Der Sicherheitsdienst der Ukraine hat unmittelbar vor dem 17. Jahrestag der Havarie im Atomkraftwerk Tschernobyl auf seiner Internetseite 121 Dokumente aus dem Archiv des KGB in der Ukrainischen Sowjetischen Sozialistischen Republik aus der Zeit zwischen 1971 und 1988 veröffentlicht, die die Arbeiten am Atomkraftwerk Tschernobyl und die dortige Havarie vom 26. April 1986 dokumentieren: http://www.sbu.gov.ua

Stx392-393.2003.7.1 (1 Seite)

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Tschernobyl - 17 Jahre danach

Gesundheitsfolgen bei Kindern in Weißrußland und der Ukraine. In Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät der Universität Basel veranstaltete die Schweizer Sektion von PSR/IPPNW (Physicians for Social Responsibility/Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) am 15. Februar 2003 ein Fortbildungs-Symposium zum Thema "Gesundheitsfolgen von Tschernobyl bei Kindern". Berichtet wurde im Kantonsspital Basel über die Auswirkungen radioaktiver Strahlung bei Kindern, die in den belasteten Gebieten von Weißrußland und der Ukraine leben. Die Professoren Andreas Nidecker und Michel Fernex schrieben darüber in der Schweizerischen Ärztezeitung.

Stx388-389.2003.7,8.2 (2 Seiten)

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Tschernobyl - 16 Jahre danach

Das Bundesamt für Strahlenschutz rät zur Minimierung der Strahlenbelastung zum Verzicht auf Wildbret, Waldpilze und Waldbeeren. Auch 16 Jahre nach Tschernobyl sind Auswirkungen der Reaktorkatastrophe in Deutschland zu beobachten. Zwar seien die Nahrungsmittel insgesamt nur noch sehr gering radioaktiv kontaminiert, einzelne Produkte wie Wild und bestimmte Pilzarten seien aber immer noch hoch belastet. Das teilte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mit. Wenn Wildbret, wildwachsende Speisepilze und Waldbeeren in üblichen Mengen verzehrt würden, sei die zusätzliche Strahlenexposition zwar vergleichsweise gering, aber vermeidbar. Wer seine persönliche Exposition minimieren möchte, solle deshalb auf den Genuß dieser Lebensmittel verzichten, meint das BfS. Einen aufschlußreichen Überblick über die Folgen des Tschernobyl-Unfalls in Weißrußland, der Ukraine und in Rußland, merkt das BfS ergänzend an, gebe ein neuer Bericht der beiden UN-Organisationen UNICEF und UNDP "The Human Consequences of the Chernobyl Nuclear Accident" http://www.undp.org/dpa/publications/chernobyl.pdf. Danach werde unter anderem die Zahl der Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Jugendlichen von rund 2.000 in den nächsten Jahren auf 8.000 bis 10.000 Erkrankungen ansteigen.

Stx376-377.2002.5,6.2 (2 Seiten)

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Tschernobyl - 15 Jahre danach

Notfallvorsorge. Pünktlich zum 26. April 2001, dem 15. Jahrestag des Atomunglücks von Tschernobyl, hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zwei neue Informationsblätter zu den Themen "Notfallvorsorge des BfS" und "Die Kontamination von Lebensmitteln durch den Reaktorunfall von Tschernobyl" herausgegeben. Demzufolge führt die durch den Reaktorunfall auf den Boden in Deutschland abgelagerte Radioaktivität noch immer zu einer Kontamination von Nahrungsmitteln, vorwiegend mit dem künstlichen Radionuklid Cäsium-137. Vor allem in Pilzen und Waldfrüchten sowie in Wildfleisch seien immer wieder höhere Aktivitätskonzentrationen anzutreffen. Wer seine persönliche Strahlenbelastung so gering wie möglich halten wolle, solle deshalb auf den Verzehr übermäßig belasteter Produkte wie bestimmte Pilze und Wild verzichten.

Stx344-345.2001.7,8.2 (Kurzmitteilung, 2 Seiten)

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Tschernobyl - 15 Jahre danach

Verzögerter Atomausstieg. 768 Millionen Dollar für einen neuen Sarkophag des Atomreaktors in Tschernobyl. Der Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie soll nach den Vorstellungen von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) noch in diesem Jahr gesetzlich verankert werden. Das verkündete er am 25. April 2001 in Berlin auf einer Pressekonferenz zum 15. Jahrestag der Reaktorexplosion im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl. "Wir sind noch nicht ganz fertig. Aber ich denke, wir sind kurz vorm Abschluß", erklärte er. Neben der Festschreibung des Atomkonsenses im Gesetz steht auch die formelle Unterschrift der Stromkonzerne noch aus. Fragen nach den Gründen der Verzögerung beantwortete Trittin nicht.

Stx344-345.2001.7.1 (1 Seite)

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Tschernobyl - 15 Jahre danach

Schon geringe Strahlung erhöhte das Krebsrisiko. Jodtabletten müssen im Katastrophenfall früher ausgegeben werden als bisher in Deutschland geplant. 15 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl beginnen auch bislang weniger kritische Beobachter die Folgen der radioaktiven Belastungen neu zu bewerten. Untersuchungen der betroffenen Bevölkerung in Weißrußland, der Ukraine und Rußland zeigen, daß schon niedrigere Strahlendosen als bislang angenommen das Risiko erhöhen, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Die Ergebnisse könnten dazu führen, daß die in Deutschland geltenden sogenannten Eingreifrichtwerte des Katastrophenschutzes herabgesetzt werden müssen.

Stx344-345.2001.6,7.2 (2 Seiten)

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Tschernobyl - 15 Jahre danach

Mindestens 300 Neugeborene sind in Deutschland in Folge von Tschernobyl gestorben. Ergebnisse stehen im Widerspruch zu alten Vorstellungen von der Existenz einer Schwellendosis. Anläßlich des 15. Jahrestages der Atomkatastrophe von Tschernobyl präsentierte Dr. Alfred Körblein vom Umweltinstitut München im April 2001 eine Studie über die Auswirkungen von Tschernobyl auf die Säuglingssterblichkeit in Deutschland. Danach starben hierzulande im Jahre 1987 vermutlich mehr als 300 Neugeborene in Folge von Tschernobyl. Laut Körblein sind 1987 fünf Prozent mehr Neugeborene gestorben als üblich. Die Auswertung der Monatsdaten ergebe einen hochsignifikanten Zusammenhang zwischen der Strahlenexposition des Embryos durch radioaktives Cäsium und der Perinatalsterblichkeit 7 Monate nach dem Super-GAU. Diese früheren Ergebnisse seiner Studie (vergl. Stx296-297.1999.2,3.2) präsentierte jetzt Körblein zusammen mit einer neuen Auswertung von polnischen Daten der Säuglingssterblichkeit, die seine Befunde für Deutschland bestätigen.

Stx344-345.2001.6.1 (1 Seite)

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Tschernobyl - 14 Jahre danach

Bei Tschernobyl mutiert Weizen. Vierzehn Jahre nach der Reaktorkatstrophe von Tschernobyl verändert sich das Erbgut neu gesetzter Pflanzen in der Umgebung des Unglücksreaktors stärker als woanders. Einem Bericht aus dem Baseler Friedrich Miescher-Institut von Forschern um Olga Kovalchuk in der Fachzeitschrift "Nature" (Nature, Bd. 407, S. 583) zufolge ist die Mutationsrate von Weizen sechsfach erhöht.

Stx332-333.2000.11,12.2 (2 Seiten)

Tschernobyl - 14 Jahre danach

Chromosomenstudie belegt: Belorussische Kinder sind durch die Tschernobyl-Katastrophe mit bis zu 500 Milligray strahlenbelastet. In einer Vielzahl von Veröffentlichungen werden Chromosomenanalysen an Personen beschrieben, die durch den Tschernobylunfall am 26. April 1986 verstrahlt wurden. Die Untersuchungen an Einzelpersonen oder Personengruppen aus Belorussland, der Ukraine und Russland werden dabei nicht nur vorgenommen, um nach der Reaktorkatastrophe eine Dosisermittlung durchzuführen, sie dienen auch einer Risikoabschätzung der zu erwartenden strahlenbedingten Erkrankungen. In der Ausgabe der Zeitschrift Radiation Protection Dosimetry No.2 2000, veröffentlichte L. S. Mikhalevich von der belorussischen Akademie der Wissenschaften in Minsk und Kollegen das Ergebnis einer Chromosomenuntersuchung an 86 belorussischen Kindern, denen kurz nach der Reaktorkatastrophe Blutproben entnommen worden waren. Die dabei von den Autoren ermittelten Dosiswerte liegen um ein Vielfaches über denen, die offiziell angegeben werden. Ähnlich hohe Dosen, ermittelt durch biologische Dosimetrie, mit Werten von 300 bis 500 Milligray, sind nicht ungewöhnlich für Evakuierte aus der Stadt Pripjat und benachbarten Gebieten wie Kharkov, stellen die Autoren fest. Die Untersuchung zeige nochmals deutlich, dass die erhaltene Dosis nicht mit den Bodenwerten der Cäsiumbelastung korreliert werden dürfe und dass die physikalischen Dosisabschätzungen das reale Ausmaß der Verstrahlung weit unterschätzen.

Stx320-321.2000.5,6.2 (2 Seiten)

Tschernobyl - 13 Jahre danach

"Weißrußland stirbt". Demographische Probleme in Belorußland. Ein Bericht von Dr. Sebastian Pflugbeil vom Ersten Internationalen Wissenschaftlich-Praktischen Kongreß zu Demographischen Problemen Belorußlands, der vom 17. - 20. März 1999 in Minsk stattfand.

Stx294-295.1999.2,3.2 (2 Seiten)

Tschernobyl - 11 Jahre danach

Unterschiedliche Einschätzungen. Über die Zahl der Krankheitsfälle, sinnvolle Grenzwerte, die Verseuchung der Böden und die Einschätzung der Langzeitfolgen gibt es auch elf Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl unterschiedliche Angaben. Eine Dokumentation des Ökologie-Instituts Wien hat Berichte zur Situation in den Republiken Ukraine, Weißrußland und Rußland nach dem Unfall miteinander verglichen. Die Zusammenschau zeigt, wie schwierig eine Bewertung grundsätzlich ist und wie stark die jeweiligen Interessen und Rahmenbedingungen die Einschätzung der Folgen beeinflussen. Grundlage der Dokumentation sind Berichte, die internationale Organisationen, nationale Stellen und örtliche wissenschaftliche Institute sowie Hilfsorganisationen anläßlich des 10. Jahrestages 1996 der Öffentlichkeit präsentierten.

Stx248-249.1997.10.1 (1 Seite)

Tschernobyl - 10 Jahre danach

Beherrschtes Entsetzen. 7 Buchbesprechungen zum Thema Tschernobyl. Susan Boos: Beherrschtes Entsetzen. Yu. I. Bandazhevsky et al.: Clinical and Experimental Aspects of the Effect of Incorporated Radionuclides upon the Organism. W.B. Nesterenko: Ausmaß und Folgen der Tschernobyl-Katastrophe in Belarus, Rußland und der Ukraine. Ja. J. Serkis et al.: Tschernobyl und seine Folgen, Band 1, Radiobiologische Aspekte der Tschernobyler Katastrophe. L. I. Franzewitsch et al.: Tschernobyl und seine Folgen, Band 2, Tiere im Strahlenfeld. GRS mbH: Tschernobyl - Zehn Jahre danach. Ulrich Albrecht u.a.: Der Griff nach dem atomaren Feuer.

Stx226-227.1996.10-12.3 (3 Seiten)

Tschernobyl - 10 Jahre danach

31 Sofort- und 25.000 Folgetote. Die von der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) in Wien organisierte Konferenz "Zehn Jahre nach Tschernobyl" war am 12. April 1996 ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. In der Abschlußerklärung der von der deutschen Bundesumweltministerin Angela Merkel geleiteten Konferenz ist in dreister Manier entsprechend der früheren sowjetischen Sprachregelung von lediglich 31 Kraftwerksmitarbeitern und Feuerwehrleuten die Rede, die in den ersten Wochen nach der Atomexplosion in dem ukrainischen Reaktor an der Strahlung gestorben seien. Insgesamt 237 Menschen seien verletzt worden und bis zum 1. März 1993 seien noch weitere 14 Liquidatoren verstorben, jedoch nicht unbedingt an Strahlenfolgen, sondern zum Beispiel an Herzinfarkt. Dagegen wurde auf dem internationalen Kongreß des Otto Hug Strahleninstituts - Medizinische Hilfsmaßnahmen (MHM) e.V. und der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) vom 19. bis 21. April 1996 in der Humboldt-Universität in Berlin von bisher 25.000 Folgetoten nach dem Unglück von Tschernobyl berichtet. Ein Kongreßbericht.

Stx224-225.1996.1-5.5 (5 Seiten)

Tschernobyl - 10 Jahre danach

Richtspruch des Tschernobyl-Tribunals der Völker: IAEA und ICRP verurteilt. Das Permanent Peoples' Tribunal der International Medical Commission on Chernobyl verurteilte im Anschluß an seine Verhandlung vom 12. bis 15. April 1996 in Wien in einem Richtspruch die Internationale Atomenergie-Agentur (IAEA), die nationalen Atomenergie-Kommissionen und die Regierungen, die diese im Interesse der Atomindustrie finanzieren und unterstützen. Außerdem verurteilte das Tribunal die Internationale Strahlenschutzkommission (ICRP), deren Priorität der Schutz und die Stärkung der Atomindustrie anstelle des Schutzes potentieller Opfer sei.

Stx224-225.1996.5.1 (1 Seite)

Tschernobyl - 10 Jahre danach

Schwierige Wege zur Realität. Gesundheit und Krankheit 10 Jahre nach Tschernobyl - das Thema scheint einfach. Auch unter Fachleuten, die sich sonst wenig mögen, gibt es kaum noch Streit darüber, daß sich der Gesundheitszustand der Bevölkerung in den von Tschernobyl betroffenen Gebieten der ehemaligen Sowjetunion verschlechtert. Geht man jedoch ins Detail, hat man mit erheblichen Hindernissen zu kämpfen. Der Medizinphysiker Dr. Sebastian Pflugbeil, Vorsitzender des Berliner Vereins Kinder von Tschernobyl, für das Neue Forum ehemal Minister ohne Geschäftsbereich in der Modrow-Regierung der DDR und danach Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, stellt "offizielle" Krankheitsdaten aus der Ukraine und Belorusland (Weißrußland) vor. Er empfiehlt, sich an das Bettchen eines leukämiekranken Kindes zu setzen, um den Spaß an Spitzfindigkeiten zu verlieren.

Stx222-223.1996.1-5.5 (5 Seiten)

Tschernobyl - 10 Jahre danach

"Dem Versuch, Strahlenwirkungen zu belegen, wissenschaftlich begründet begegnen". In der Nacht vom 25. zum 26. April 1986 begann die wohl größte zivile Katastrophe, die Europa bisher heimgesucht hat. Im Atomreaktor von Tschernobyl in der Ukraine fand eine Explosion statt, sein radioaktives Inventar gelangte in die Umwelt. 10 Jahre danach finden sich alle Befürchtungen bestätigt. Die Strahlenwirkungen reichen noch immer weit in die Zukunft. Eine sichere Verwahrung des Unglücksreaktors ist nicht gegeben. Die Kraftwerksblöcke von Tschernobyl sind weiterhin in Betrieb. Ein Rückblick auf 10 Jahre öffentliche Reaktionen, von Thomas Dersee.

Stx222-223.1996.6,11-14.5 (5 Seiten)

Tschernobyl - 9 Jahre danach

Zwischen Semipalatinsk und Tschernobyl. Das Spektrum der Strahlenschäden ist breiter als vermutet. Die Kernspalter spalten nicht nur, sie haben eine internationale Lobby, die "wissenschaftlich" erklärt, was zu diesem Thema Tatsache, was Gerücht, was Hysterie oder Radiophobie und was überhaupt nicht ist. Anhand von zwei Katastrophen - Semipalatinsk und Tschernobyl - vermittelt der Medizinphysiker Dr. Sebastian Pflugbeil, daß es möglich ist, das Multimonopol der Spalter zu überwinden, zu umgehen, zu überlisten, daß Aufklärung auf diesem Gebiet tatsächlich etwas zu tun hat mit dem Ausgang aus unserer selbstverschuldeten Unmündigkeit. Pflugbeil war für das Neue Forum Minister ohne Geschäftsbereich in der Modrow-Regierung der DDR und ist Vorsitzender des Berliner Vereins Kinder von Tschernobyl.

Stx200-201.1995.4,9-11.4 (4 Seiten)

Tschernobyl - 9 Jahre danach

Radioaktivität in Wildtieren: Auch nach 9 Jahren ist kein rasches Verschwinden von Radiocäsium in Sicht. Seit 1993 nehmen die radioaktiven Belastungen von Wildtieren und ihrer Futterpflanzen wieder zu. Im Gegensatz zu den bewirtschafteten Flächen der Landwirtschaft nimmt die biologische Verfügbarkeit von Cäsium-137 in Wäldern nur sehr langsam ab, so daß bereits relativ kurze Zeit nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl der Verzehr von Früchten, Pilzen und Wild aus Wäldern zum dosisbestimmenden Aufnahmepfad wurde. Wegen der deutlich höheren Belastungen müsse dabei Süddeutschland und vor allem dem Bayerische Wald besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Das erklärt Dr. H. Hecht von der Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach in seinem Projektbericht "Radiocäsium in Wildtieren" in dem Anfang 1995 erschienenen Programmreport 1994 des Bundesamtes für Strahlenschutz.

Stx196-197.1995.1-3.3 (3 Seiten)

Tschernobyl - 7 Jahre danach

Hilfe zur Selbsthilfe: Schwierigkeiten bei der Tschernobyl-Hilfe. Das langjährige Schweigen der russischen Behörden trotz angeblicher Glasnost und die offensichtlich werdenden Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe führten in der Ukraine und in Belorußland (Weißrußland) seit 1988 zu einer zunehmenden Politisierung der Bevölkerung. Der Protest gegen ökologische Mißstände und unzureichenden Ausgleich der Tschernobyl-Schäden entwickelte sich zu einer Auseinandersetzung mit dem politischen System, das heißt mit der kommunistischen Partei. In der Ukraine spielte hierbei die Organisation "Zelenyj Svit" (Grüne Welt), 1988 von Jurij Šcerbak gegründet und Mitglied der ukrainischen Nationalbewegung "Ruch" (Bewegung), eine besondere Rolle. In Belorußland gründeten Gennadij und Irina Gruševoj das Komitee "Kinder von Tschernobyl", das bis Juni 1991 unter dem Dach der Belorussischen Volksfront "Adradzenne" (Wiedergeburt) agierte. Šcerbak und Gruševoj gehören seit den Wahlen im März 1990 dem Obersten Sowjet ihrer jeweiligen Republik an. Angesichts der Folgen von Tschernobyl übernahm die deutsche Bürgerbewegung Patenschaften für die humanitäre Hilfeleistung. Die praktische Konfrontation mit den dortigen Problemen aber überforderte zunächst und ernüchterte viele der Helfenden mehr als zunächst vermutet.

Stx156-157.1993.1-3.3 (3 Seiten)

Tschernobyl - 7 Jahre danach

Eine Orientierungshilfe. Untersuchungen aus der FKKS 5/1993, Universität Frankfurt a. M.. Besonders demjenigen, der mit den Menschen in den durch Tschernobyl verseuchten Gebieten in einen solidarischen Kontakt treten möchte, bietet Astrid Sahm mit Ihrer Arbeit die Möglichkeit, eine Vorstellung von den sozialen und politischen Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl jenseits parteipoltischer Auseinandersetzungen und Glaubensrichtungen zu Gewinnen. Besprechung.

Stx156-157.1993.3,4.2 (2 Seiten)

Tschernobyl - 7 Jahre danach

Doch keine Schäden durch "Radiophobie"? "Zu ermitteln, ob im Zusammenhang mit den durch den Reaktorunfall aufgetretenen regionalen Strahlenexpositionen bzw. damit verbundenen Ängsten in der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) vermehrt Frühgeburten festzustellen waren", war Zielsetzung einer Erhebung von Infratest Gesundheitsforschung, München, für das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Der Abschlußbericht wurde im September 1992 fertiggestellt und 1993 vom Institut für Strahlenhygiene des BfS veröffentlicht.

Stx152-153.1993.1,2.2 (2 Seiten)

Tschernobyl - 6 Jahre danach

Tschernobyl: Die Wahrheit. Hunderte Bücher und Artikel sind über Tschernobyl erschienen. Ein Teil dieser Veröffentlichungen stammt von Autoren, die über keine Fachkenntnisse verfügen und in erster Linie ihren Gefühlen Ausdruck geben, den einen oder anderen Aspekt der Katastrophe zu beleuchten versuchen und sich gewöhnlich auf die ersten Tage oder Wochen konzentrieren. Ein zweiter Teil besteht aus Veröffentlichungen, die zwar von Fachleuten geschrieben worden sind, jedoch von solchen, die keine Gelegenheit hatten, die Situation i n Tschernobyl persönlich zu untersuchen, oder die sich nur kurz am Ort des Geschehens aufgehalten haben - erst nach 1987 und häufig nur zu dem Zweck, sich mit dem Sarkophag im Hintergrund fotografieren zu lassen. Diese Bilder präsentieren sie dann in ihren Büchern als Dokumentation ihrer persönlichen Beteiligung. Die meisten Informationen über das Geschehen und die meisten ihrer Daten haben sie der offiziellen sowjetischen Presse entnommen. Leider aber war die sowjetische Presse selbst in den Zeiten von Perestrojka und Glasnost alles andere als objektiv, die Wahrheit über die Tragödie von einer strengen Zensur unterdrückt. Deshalb muß ich "zur Entlarvung einiger gefährlicher Mythen beitragen", erklärt Wladimir M. Tschernousenko zu Beginn seines 1992 bei Rowohlt in deutscher Sprache erschienenen Buches "Tschernobyl: Die Wahrheit".

Stx142-143.1992.8.1 (Kurzbesprechung, 1 Seite)

Tschernobyl - 5 Jahre danach

Bulgarien: Haftstrafe wegen Tschernobyl. In Bulgarien sind am 12. Dezember 1991 zwei frühere Regierungsmitglieder zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Sie hatten dem Urteil des Obersten Gerichtshofes zufolge die Bevölkerung nach dem Unglück von Tschernobyl im Jahre 1986 nicht ausreichend gegen radioaktive Strahlung geschützt.

Stx124-125.1992.8.1 (1 Seite)

Tschernobyl - 5 Jahre danach

Einsichten aus Tschernobyl. Mythos 1: Der Tschernobyl-Reaktor RBMK-1000 hatte keine Konstruktionsfehler. Es war einzig das Bedienungspersonal, daß die Explosion verursachte. Mythos 2: Die vom zerstörten Reaktor an die Umwelt abgegebenen Radionuklide machten nur drei Prozent des radioaktiven Gesamtinventars von 192 Tonnen aus. Mythos 3: Die an den 15 noch in Betrieb befindlichen Reaktoren vom Tschernobyl-Typ nach der Katastrophe vorgenommenen Änderungen haben die Gefahr einer zweiten Katastrophe gebannt. - Das sind drei von 21 erdichteten Legenden um die Katastrophe von Tschernobyl, mit denen der Atomphysiker Wladimir Michailowitsch Tschernosenko in seinem 1991 vom Springer-Verlag herausgegebenen Buch "Chernobyl - Insight from the Inside" aufräumt.

Stx122-123.1992.7.1 (1 Seite)

Tschernobyl - 5 Jahre danach

Der Preis ist zu hoch. Infolge der durch radioaktive Strahlung nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ausgelösten Immunschwäche stiegen im Bezirk Vetka in Weißrußland die Zahl der Tuberkulosefälle von 176 im Jahr 1985 und 170 in 1986 über 243 in 1987 und 239 in 1988 auf 1108 in 1989 und 1718 im Jahr 1990. Dies und weiteres berichteten russische Referenten im April 1991 während einer Tagung in der Berliner Charité.

Stx104-105.1991.1-3.3 (3 Seiten)

Tschernobyl - 5 Jahre danach

Körperliche Erkrankungen und seelische Störungen in der Umgebung von Tschernobyl. Am 27. Oktober 1990 berichteten auf einer Tagung des Vereins "Kinder von Tschernobyl" in Berlin Dr. Maria Ankudowitsch vom Institut für Klinische Strahlenmedizin in Minsk und Professor Valentin Timofeewitsch Kondrashenko, ebenfalls aus Minsk, über den Gesundheitszustand der Kinder in der Umgebung von Tschernobyl und Besonderheiten neuro-psychischer Störungen im Grenzbereich zwischen gesund und krank bei Personen, die in den Gebieten mit erhöhter radioaktiver Verseuchung leben.

Stx102-103.1991.1-5.5 (5 Seiten)

Tschernobyl - 4 Jahre danach

"Fürsorge" bis zum Jahr 2000. Fast 4 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurde 1990 für die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik (USSR) im Entwurf ein "Integriertes Programm zur Beseitigung der Folgen des Unfalls von Tschernobyl" vorgelegt. Unter dem Titel "Das Gebiet unserer Fürsorge" veröffentlichte die ukrainische Regierungszeitung Pravda Ukrainy in ihrer Ausgabe vom 13. Februar 1990 einen Bericht über diesen 15 Punkte umfassenden Plan. Er wurde unter Mitwirkung von Behörden, Ministerien und wissenschaftlichen Institutionen erstellt, darunter der Akademie der Wissenschaften der USSR, das Zentrum für Strahlenmedizin der UdSSR (Kiew) und die ukrainische Zweigstelle des Forschungsinstitutes für Landwirtschaftliche Radiologie der UdSSR. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen in den 10 Jahren von 1990 bis 2000 mit einem Kostenaufwand allein für die Ukraine von 12,5 Milliarden Rubel durchgeführt werden, wobei auf die Ukraine etwa 15 Prozent der hoch belasteten Bodenflächen entfallen. Der Bericht der Pravda Ukrainy vermittelt einen Eindruck davon, wie unabwendbar notwendig eine grundlegende Umgestaltung des Lebens in den verseuchten Gebieten ist. Übersetzung und Bearbeitung von Annette Hack.

Stx76-77.1990.7-9.3 (3 Seiten)

Tschernobyl - 3 Jahre danach

Die Natur rächt sich. Drei Jahre nach dem Unfall von Tschernobyl werden die Folgen hoher Strahlendosen in der Unglückszone dramatisch offenbart. Der sowjetische Physiker Leonid Bolshow, Erster Vizedirektor des Instituts für nukleare Sicherheit der sowjetischen Akademie der Wissenschaften, hat 1989 anläßlich eines wissenschaftliches Seminars über die friedliche Wiederumwandlung nuklearer Waffen in Erice auf Sizilien 80 zum Teil ungläubig reagierenden Wissenschaftlern einige der eklatantesten Beispiele vorgetragen.

Stx66-67.1989.10.1 (1 Seite)

Tschernobyl - 3 Jahre danach

Unverändert hohe Cäsium-Werte in Schweden. "Das Problem mit hohem Cäsiumgehalt in Rentierfleisch und Binnenseefisch wird noch jahrelang bestehen", heißt es im Bericht des schwedischen Strahlenschutzinstituts SSI von 1989. Die Strahlung, die Schwedens Gesamtbevölkerung nach dem Unglück von Tschernobyl traf, liege drei- bis viermal höher als jene, die durch oberirdische Atombombenversuche entstand. In Vaesternorrland liege der Durchschnittswert für Binnenseefisch bei 8.000 Becquerel pro Kilogramm.

Stx56.1989.3.1 (1 Seite)

Tschernobyl - 3 Jahre danach

Radioaktive Lebensmittel werden immer noch gegessen. Wild wachsende Pflanzen aus Wald und Heide, Wildfleisch, schwarzer Tee aus der Türkei und der Sowjetunion, Haselnüsse aus der Türkei, Hartweizenprodukte aus Südeuropa und Süßwasserraubfische gehören auch drei Jahre nach dem Unglück von Tschernobyl weiterhin und auf absehbare Zeit zu den nicht empfehlenswerten Nahrungsmitteln. Die strahlende Wolke aus Tschernobyl verteilte sich 1986 in unterschiedlichem Maße über ganz Europa und darüber hinaus. 30 Jahre dauert es, bis sich die Menge des in die Umwelt gelangten Cäsium-137 durch radioaktiven Zerfall auch nur halbiert.

Stx55.1989.1,3.2 (2 Seiten)

Tschernobyl - 3 Jahre danach

Erstmals Belastungskarten aus der Sowjetunion. Erstmals sind im Frühjahr 1989 von der sowjetischen Presse Karten über die Strahlenbelastung in den durch das Unglück von Tschernobyl am höchsten verseuchten Gebieten der Sowjetunion veröffentlicht worden. Unter dem Titel "Tschernobyl: Vergangenheit und Prognose für die Zukunft" brachte die sowjetische Zeitung Prawda dazu am 20. März 1989 einen ganzseitigen Artikel des Vorsitzenden des Staatlichen Komitees der UdSSR für Hydrometeorologie, Juri Israel. Israel geht in seinem Bericht auf die Tätigkeiten verschiedener sowjetischer Instanzen wortreich ein, macht jedoch wenig Angaben, die konkrete Schlußfolgerungen erlauben. Strahlentelex gibt daraus eine Übersicht der genannten Daten, ergänzt durch Schilderungen aus einer Reportage von Wladimir Kolinko in der Ausgabe der sowjetischen Zeitung "Moskau News" vom April 1989. Bericht mit 3 Karten nach einer Übersetzung aus dem Russischen von Annette Hack.

Stx55.1989.1,2,5.3 (3 Seiten)

Tschernobyl - 2 Jahre danach

Vermutungen über vermehrte Leukämien und Krebs bei Säuglingen und Kleinkindern in Berlin. "Wir haben in der letzten Zeit verhältnismäßig viele neue Patienten", erklärte Prof. Dr.med. Henze, Leiter der Abteilung für Haematologie der Kinderklinik im Kaiserin Auguste Victoria Haus (KAVH) der Freien Universität Berlin im April 1988 gegenüber dem Strahlentelex.

Stx31.1988.1,6.2 (2 Seiten)

Tschernobyl - 1 Jahr danach

Wendland: Höchstwerte April 1987. Im April 1987 gemessene Höchstwerte aus dem Raum Gartow stellte Dieter Schaarschmidt aus Kapern zusammen, gemessen vom Kernkraftwerk Krümmel, dem Meeresbiologischen Institut Kiel, dem Veterinäramt und dem Landesamt für Immissionsschutz Hannover. Für die Arbeitsbelastung beim Umgang mit Heu, gemessen auf einem Heuboden, werden 200 Mikroröntgen pro Stunde beziehungsweise 0,2 Millirem oder 2 Mikro-Sievert pro Stunde angegeben. Dieser Wert liegt über dem in Labors Zulässigen und solches Material dürfte auch nicht direkt, also nicht ohne Schutzverpackung, im atomaren Zwischenlager in Gorleben eingelagert werden.

Stx9.1987.8.1 (1 Seite)

Tschernobyl - 1 Jahr danach

Fehlerhafter Bericht des Landes Berlin. Nahezu zeitgleich veröffentlichten im April 1987 die Länder Hessen, Nordrhein-Westfalen und Berlin Berichte über die Auswirkungen des Reaktorunglücks von Tschernobyl in 1986. Einheitlich bleiben in allen Bundesländern bei den offiziellen Verlautbarungen über die Bewertung der gesundheitlichen Gefahren die Rechenvorschriften der geltenden Strahlenschutzverordnung unberücksichtigt. Anstelle der geltenden Verordnung wird wie selbstverständlich eine Art Diskussionsvorlage des Instituts für Strahlenhygiene des Bundesgesundheitsamtes zur Novellierung dieser Verordnung zugrunde gelegt, die eine geringere biologische Wirksamkeit behauptet. Wie darüber hinaus in sich widersprüchlich und fehlerhaft zuständige Behörden Risikoabschätzungen vornehmen, wird am Beispiel des vom Berliner Senators für Stadtentwicklung und Umweltschutz Prof. Dr. Jürgen Starnick in Zusammenarbeit mit dem Senator für Gesundheit und Soziales Ulf Fink herausgegebenen Berichts besonders deutlich.

Stx7.1987.1,2.2 (2 Seiten)

Tschernobyl-Hilfe

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Tschernobyl-Hilfe

Spendenaufruf zur Solarsolidarität. Kinderzentrum Nadeshda auf dem Weg zur 100%igen Energieselbstversorgung.

Stx688-691.2015.22.1 (1 Seite)

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Tschernobyl-Hilfe

Belarus/Weißrußland: Keine Ausreise mehr für Tschernobyl-Kinder. Der weißrussische Präsident Lukaschenka will die Reisefreiheit für Minderjährige abschaffen. Nur in Ausnahmefällen solle Kindern künftig eine Auslandsreise erlaubt sein. So zitierte die Zeitung "Moscow Times" Lukaschenka am 19. November 2004 einer Meldung des Evangelischen Pressedienstes zufolge. Bei Aufenthalten im Westen würden weißrussische Kinder mit den schädlichen Werten der westlichen Konsumgesellschaft konfrontiert. Bislang hatten viele von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl betroffene Kinder Erholungsferien in Westeuropa verbracht.

Stx430-431.2004.6,7.2 (2 Seiten)

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Tschernobyl-Hilfe

Schilddrüsenkrebs: Sorgen um Tschernobyl-Kinder als Versuchskaninchen der USA. Im Jahre 1994 wandte sich das amerikanische Energieministerium an das Gesundheitsministerium von Weißrußland (Belarus), um ein auf mindestens 30 Jahre geplantes gemeinsames Forschungsprojekt durchzuführen, das BelAm-Projekt. Zweck ist die langfristige Untersuchung, wie viele Krebsfälle und andere Pathologien der Schilddrüse in belarussischen Bevölkerungsgruppen auftreten werden, die einer unterschiedlich hohen Dosisbelastung durch radioaktives Jod aus Tschernobyl ausgesetzt waren. Ausgewählt wurden etwa 13000 Personen, die über drei Jahrzehnte regelmäßig untersucht werden sollen. Natürlich gefällt Weißrußland eine internationale Kooperation zu den Tschernobyl-Folgen und die Förderung der medizinischen Wissenschaft im Lande. Das Energieministerium der USA finanziert das gemeinsame Projekt mit 10 Millionen US-Dollar.

Stx390-391.2003.2-4.3 (3 Seiten)

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Tschernobyl-Hilfe

Betrügerisches Vorgehen des Minsker Vereins "Den Kindern von Tschernobyl" gerichtlich bestätigt.

Stx286-287.1998.16.1 (1 Seite)

Tschernobyl-Hilfe

Urteil gegen unlauteren Kampf um Spendengelder. Seit mehreren Jahren gibt es gravierende Vorwürfe und Vorbehalte gegen die Arbeitsweise des großen Minsker Vereins "Den Kindern von Tschernobyl" und seinen prominenten Vertretern Irina Grushewaja und Gennadij Grushewoij.

Stx246-247.1997.11,12.2 (2 Seiten)

Tschernobyl-Hilfe

Bundesamt für Strahlenschutz: Messungen im Ganzkörperzähler an Kindern aus der Sowjetunion. An 138 Personen aus der Sowjetunion, überwiegend Kinder, die über den Verein "Kinder von Tschernobyl" zu einem Ferienaufenthalt nach Deutschland gekommen waren, hat die Außenstelle Berlin des Bundesamtes für Strahlenschutz in den Jahren 1990 und 1991 Messungen im Ganzkörperzähler durchgeführt. Bericht mit Meßergebnissen.

Stx122-123.1992.8.1 (1 Seite)

Tschernobyl-Hilfe

Kinder von Tschernobyl: Unverstrahlte Kindernahrung. Hilfe zur Selbsthilfe angesichts der ökologischen Bedrohung der Erde ist der Grundgedanke für die Errichtung einer Produktionsstätte für unverstrahlte Kindernahrung in Belorussland. Seit 1990 arbeitet daran der Berliner Verein Mütter und Väter gegen atomare Bedrohung e.V..

Stx120-121.1992.12.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)

Tschernobyl-Hilfe

Sowjetunion: Tschernobyl-Kostenrechnung. Die Unfallauswirkungen durch das Unglück im Atomkraftwerksblock Tschernobyl-4 im Jahre 1986 haben nach Angaben des Politbüros der Kommunistischen Partei in der Sowjetunion rund 8 Milliarden Rubel (rund 22 Milliarden DM) Kosten verursacht.

Stx31.1988.6.1 (1 Seite)

Tschernobyl-Sarkophag

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Tschernobyl-Sarkophag

Das Milliardengrab. Thesen zu einem zweiten Sarkophag für den havarierten Atomreaktor von Tschernobyl. Von Sebastian Pflugbeil, Gesellschaft für Strahlenschutz e.V.. Auf einer Geberkonferenz vom 19. bis 22. April 2011 in Kiew haben internationale Spender, allen voran die Europäische Union und die Vereinigten Staaten von Amerika, ihre Finanzierungszusagen zur vorläufigen Sicherung des 1986 explodierten Atomreaktors in Tschernobyl um 550 Millionen auf insgesamt 1,56 Milliarden Euro erhöht. Allerdings soll das Gesamtprojekt eines zweiten Sarkophags nach bisherigen Schätzungen 1,75 Milliarden Euro kosten. Damit fehlen nun noch 190 Millionen Euro, die bis zum geplanten Abschluß der Sicherungsarbeiten im Jahre 2015 aufgebracht werden sollen. Sogar Rußland, der größte Nachfolgestaat der Sowjetunion, die das Unglückskraftwerk einst gebaut hatte, ist jetzt erstmals mit einer Zusage in Höhe von 45 Millionen Euro dabei. Der ukrainische Präsident Janukowitsch, der bisher stets den Atomstrom als besonders  kostengünstig pries, beklagte, sein Land sei zu lange mit der Katastrophe von Tschernobyl allein gelassen worden. Ein Land allein sei mit einem solchen Unglück überfordert.

Die neue Abdeckung über dem ersten nach der Reaktorkatastrophe errichteten Sarkophag soll für weitere einhundert Jahre Schutz vor dem strahlenden Material bieten, das sich noch im Inneren der Anlage befindet. Allerdings gibt es begründete Zweifel, ob sich überhaupt noch bedeutende Mengen des radioaktiven Reaktorinventars in der Anlage befinden. Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Projekts eines zweiten Sarkophags werden von der Politik trotzdem ignoriert.

Die in diesem Beitrag dokumentierten Informationen wurden bereits am 11. November 2002 im Bundesumweltministerium in Bonn vorgetragen. Es wurde dort als unmöglich eingeschätzt, die für den zweiten Sarkophag bereits zugesagten Gelder umzuleiten in medizinische und soziale Projekte. Man könne aber schon überlegen, ob man dafür einen anderen „Topf“ mit einer vergleichbaren Summe schaffe. Das ist jedoch bis heute nicht geschehen. Inzwischen wurden im Innern des Sarkophags Stabilisierungsmaßnahmen durchgeführt, die den Einsturz des jetzigen Sarkophags nun unwahrscheinlich erscheinen lassen. Außerdem wurde der Untergrund für den Bau des zweiten Sarkophags vorbereitet. Trotz einigen Aufwandes ist dieser Untergrund nach wie vor hochkontaminiert. Die Verseuchung des Grundwassers ist weiterhin ein schwer kalkulierbares und ungelöstes Problem. Der Bau des zweiten Sarkophags ist heute acht Jahre hinter dem Zeitplan zurück. Die Kosten und die Forderungen an die westlichen Sponsoren steigen und steigen.

Stx584-585.2011.12-16.5 (5 Seiten)

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Tschernobyl-Sarkophag

Atomwirtschaft: Fortschritte in Tschernobyl. Strahlentelex hat über den Plan berichtet, einen zweiten Sarkophag über dem zerstörten Tschernobylreaktor zu bauen. Langsam kommt Bewegung in dieses gigantische Projekt. Praktische Bauarbeiten gibt es noch nicht, sie sollen erst in drei bis vier Jahren beginnen. Berichten der deutschen Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH zufolge wurde jedoch bereits überlegt, daß das geplante Bauwerk ein solides Fundament braucht.

Stx422-423.2004.6,7.2 (2 Seiten)

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Tschernobyl-Sarkophag

ÖKOMEDIA 2002: Filmpreise für Tschernobyl. 47 Natur- und Umweltfilme aus 11 Ländern wetteiferten um die acht Auszeichnungen der ÖKOMEDIA 2002, dem 19. Internationalen Umwelt Film Festival, das am 26. Oktober 2002 in Freiburg zu Ende ging. Bemerkenswert ist, daß zwei Auszeichnungen an Filme zum Thema Tschernobyl gingen. Die Ökomedia-Auszeichnung der "Goldene Luchs für die beste künstlerische Leistung" wurde dem japanischen Dokumentarfilm "Alexej to izumi" ("Alexej und der Brunnen") von Motohashi Seiichi verliehen. Der als Wanderpreis vom Westdeutschen Rundfunk gestiftete "Europäische Fernsehpreis" geht an den dänischen Film "Spillet om Tjernobyl" ("Tschernobyl – Der Millionensarg") von Jorgen Pedersen, Bente Milton und Sabine Kemper.

Stx380-381.2002.7.1 (1 Seite)

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Tschernobyl-Sarkophag

Der zweite Sarkophag — Die Geldmaschine. In zwei Dokumentationen, die im Januar und Anfang Februar 2002 von den Fernsehkanälen ARTE und vom ZDF gesendet wurden ("Tschernobyl – Der Millionensarg"), stellten die Redakteure Sabine Kemper, Bente Milton und Jörgen Pedersen den Sinn eines zweiten Sarkophags über dem zerstörten Tschernobylreaktor infrage. Da die rot-grüne Bundesregierung am Zustandekommen dieses Projektes und an der Beschaffung der erforderlichen Finanzen in Höhe von rund 768 Millionen Dollar maßgeblich beteiligt war, haben die Filme Irritationen im Umweltministerium, unter Bundestagsabgeordneten und bei der Gesellschaft für Reaktorsicherheit ausgelöst. Weil in diesen Kreisen Stellungnahmen zu den Filmen erarbeitet und verteilt wurden, die weniger darauf abzielen, Argumente zu diskutieren als die Interviewpartner in den Filmen zu disqualifizieren, erscheint es sinnvoll, die vier Hauptthesen des Films zu skizzieren. Ein Bericht von Dr. Sebastian Pflugbeil.

Stx362-363.2002.2,3.2 (2 Seiten)

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Tschernobyl-Sarkophag

Tschernobyl ist auf Sand gebaut. Meßgeräte im Sarkophag um die Reaktorruine von Tschernobyl hatten im Jahre 1990 einen erhöhten Neutronenfluß registriert. Dies wurde auf eine Kettenreaktion zurückgeführt, die durch eindringendes Regenwasser ausgelöst sein könnte. Für September 1996 war erneut ein erhöhter Neutronenfluß gemeldet worden und die Medien berichteten schließlich häufiger über solche Meßergebnisse und den besorgniserregenden Zustand des Sarkophags. Diese Problematik wurde auch auf der Tschernobyl-Tagung der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) in Wien im April 1996 erörtert. Die Ausgabe 3/1996 des IAEA-Bulletins widmete sich den Ergebnissen dieser Tagung, unter anderem auch der Sarkophag-Problematik. Ein Bericht und Bewertung von Roland Wolff.

Stx244-245.1997.13-16.4 (4 Seiten)

Tschernobyl-Sarkophag

"Atom-Alarm – Tschernobyl kocht wieder". So titelte am 18. September 1996 eine bundesweit gelesene Boulevardzeitung und verursachte große Aufregung: Im 1986 zerstörten Reaktorblock 4 des ukrainischen Atomkraftwerks hatten am 12. und 16. September 1996 Sensoren eine erhöte Neutronenaktivität gemessen.

Stx234-235.1996.12.1 (1 Seite)

Tschernobyl-Sarkophag

Kettenreaktion im Sarkophag. Nach der Explosion und dem Graphitbrand im Block 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl 1986 wurde zum Einschluß der Reaktorruine mit den verbliebenen radioaktiven Stoffen in aller Eile von Mai bis Oktober 1986 der "Sarkophag" errichtet. Eine Beton-Stahl-Konstruktion, für deren gründliche Planung keine Zeit war. Dieser Sarkophag ist nicht, wie der Name suggeriert, für die Ewigkeit, sondern für einen Betrieb von 30 Jahren geplant. Aber bereits nach zehn Jahren mehren sich Zweifel an seiner Standsicherheit. Er ist spröde und brüchig. Nach dem Unfall wurden vom Hubschrauber Sandsäcke, Lehm, Blei, Borcarbid und Dolomit abgeworfen. Regewasser dringt ein, außerdem ist im Inneren Löschwasser vorhanden. Der verbliebene Kernbrennstoff vermischte sich mit den abgeworfenen Stoffen und den Reaktorfragmenten zu einer Art Lava und drang in tiefer gelegene Räume ein. Experten beschäftigt die Frage, ob es durch Wasser als Moderator zu einer atomaren Kettenreaktion im Sarkophag kommen kann. Auf einer Tagung zur Sicherheit des Sarkophags 1994 in Zeleny Mys in der Ukraine, wurde von einem Anstieg des Neutronenflusses eines Detektors berichtet, der auf ein solches kritisches Ereignis im Jahre 1990 zurückgeführt werden kann. Ein Bericht von Roland Wolff.

Stx226-227.1996.4,10.2 (2 Seiten)

Tschernobyl-Sarkophag

Ukraine: Katastrophentourismus nach Tschernobyl. Zur Beschaffung von Devisen bietet die ukrainische Regierung Touristen eine Reise in die Todeszone von Tschernobyl an.

Stx176-177.1994.8.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Tschernobyl-Sarkophag

Symposium für einen neuen Sarkophag. Nachdem die ukrainische Regierung 1992 einen internationalen Wettbewerb um die beste Möglichkeit zur Versiegelung des undichten Katastrophenreaktors von Tschernobyl ausgeschrieben hatte, sponserte die Internationale Kernenergie-Agentur (NEA) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) im April 1993 in Kiew ein internationales Symposium, das sich mit diesem Thema befaßte.

Stx152-153.1993.7,8.2 (2 Seiten)

Tschernobyl-Sarkophag

Preiswettbewerb: Wer versiegelt den Tschernobyl-Reaktor am besten? Einen internationalen Wettbewerb um die beste Möglichkeit zur Versiegelung des weiterhin undichten Katastrophenreaktors von Tschernobyl hat die Ukrainische Regierung 1992 ausgeschrieben.

Stx136-137.1992.8.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Tschernobyl-Sarkophag

Der Sarkophag ist brüchig. Vom Unglücksreaktor in Tschernobyl geht weiterhin akute Gefahr aus. An der Betonummantelung sind bereits 1.000 Quadratmeter Flächen undicht. Die im eingeschlossenen Reaktorkern weiter entstehende Strahlung und Hitze zerstört das Baumaterial. Das berichtete 1990 Wladimir Schowkoschytnyi, bis 1987 leitender Ingenieur in Tschernobyl. Auch ein zweiter Sarkophag werde dasselbe Schicksal haben, meinte er.

Stx86-87.1990.4.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

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Umweltbelastungen

Virtuelle Schweinejagd. Computersimulation statt Messungen: Neues Programm zur Abschätzung des Radiocäsiumgehalts von Wildschweinen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) schläft nicht. Im Vorhaben „Bundesweiter Überblick über die Radiocäsiumkontamination von Wildschweinen“ des BfS wurden von U. Fielitz und K. Richter die bundesdeutschen Messungen zur Radiocäsiumkontamination von Wildschweinen sowie die kontaminationsbestimmenden Einflußfaktoren recherchiert und in ein Geographisches Informationssystem (GIS) zur ortsbezogenen Weiterverarbeitung überführt. Das wird in einem am 24. Oktober 2013 veröffentlichten Ressortforschungsbericht des BfS erklärt. Es wurde ein radioökologisches Modell (Eco Wild) entwickelt, mit dem die zu erwartende Radiocäsiumkontamination von Wildschweinen für beliebige Orte und Zeitpunkte berechnet und grafisch dargestellt werden kann.

Stx644-645.2013.9.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

2013 / Tessin / Schweiz: Radioaktiv verseuchte Wildschweine. In Fleisch von im Schweizer Kanton Tessin erlegten Wildschweinen hat das schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) jetzt hohe Cäsiumwerte festgestellt. In drei von zehn Proben wurden mehr als 2.000 Becquerel pro Kilogramm (Bq/ kg) gemessen, davon in einer Probe sogar mehr als 3.000 Bq/kg. Der Grenzwert in der Schweiz beträgt 1.250 Bq/kg. Sieben der zehn Proben hätten darunter gelegen.

Stx638-639.2013.4.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

27 Jahre nach Tschernobyl: Weiterhin Tschernobyl-Radiocäsium in Heidelbeermarmelade. Die Bürgermeßstelle Yokohama in Japan hat in Heidelbeermarmelade der deutschen Marke Schwartau eine radioaktive Kontamination von 22,2±4,6 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm gemessen. Cäsium-134 war nicht enthalten. Es handelt sich um „Schwartau Extra Blueberry Jam“, Mindesthaltbarkeitsdatum 26.6.2014, im 340 Gramm-Glas mit der Herkunftsbezeichnung „Deutschland“. Das Herstelleretikett des Produkts war in englischer und griechischer Sprache beschriftet. Die Abwesenheit von Cäsium-134 läßt darauf schließen, daß die darin verarbeiteten Heidelbeeren aus Gebieten stammen, die durch den Tschernobyl-Fallout kontaminiert sind. Cäsium-137 aus der Katastrophe von Tschernobyl hat 27 Jahre danach noch nicht einmal seine erste Halbwertzeit erreicht.

Stx630-631.2013.1,2-2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Weiterhin Spitzenwerte bei Pilzen. Tschernobyl ist noch immer nicht „gegessen“. Die Spitzenwerte der im Jahr 2012 vom Umweltinstitut München gemessenen Pilze liegen wie bereits im Jahr zuvor über 2000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm Frischgewicht (Bq/kg). Maronenröhrlinge aus Fischach im Landkreis Garmisch-Partenkirchen enthielten 2300 Bq/kg und Maronenröhrlinge aus Buchach im Ostallgäu immerhin 2000 Bq/kg. Werte im vierstelligen Becquerel-Bereich sind bei uns leider noch längst keine Seltenheit.

Stx624-625.2013.8.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

Beschränkungen bei Schafen in Großbritannien nach 26 Jahren aufgehoben. 26 Jahre nach dem 26. April 1986, als in Tschernobyl der Reaktor 4 explodierte, waren noch 334 Farmen in Nordwales und auf 8 Farmen in Cumbria in Großbritannien Beschränkungen der Vermarktung in Kraft. Mit dem 1. Juni 2012 hat nun die Food Standards Agency (FSA) die Beschränkungen auf diesen Bauernhöfen aufgehoben.

Stx614-615.2012.5.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

Reaktorunfälle schädigen die Ökosysteme über lange Zeit. Reaktorkatastrophen haben gravierendere und weit weniger absehbare Auswirkungen auf die Ökosysteme, als bisher angenommen. Ein Forscherteam um Dr. Henrik von Wehrden, Professor für Naturwissenschaftliche Methoden an der Leuphana Universität Lüneburg, hat 521 Studien über die Auswirkungen des Super-GAUs von Tschernobyl ausgewertet und die gewonnenen Erkenntnisse jetzt veröffentlicht.

Stx612-613.2012.13-14.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Weiterhin Tschernobyl-Folgekosten auch in Deutschland. Die Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind auch 26 Jahre danach noch immer zu spüren. So ist das Fleisch vieler Wildschweine noch immer mit mehr als 600 Becquerel Radiocäsium pro Kilogramm belastet und darf deshalb bis heute nicht in den Handel gebracht werden. Im Jahr 2011 zahlte der Bund dafür an die Jäger 620.000 Euro Entschädigung.

Stx610-611.2012.12.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

Auch Tschernobyl ist noch nicht gegessen. Der diesjährige Spitzenwert der Pilzmessungen des Umweltinstituts München liegt bei 2.500 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm. Diese Belastung wiesen Maronenröhrlinge aus dem Gebiet um Mark Oberdorf im Allgäu auf, gefunden im Oktober 2011. Werte im 4-stelligen Bereich sind leider noch keine Seltenheit, vor allem bei Maronenröhrlingen und Semmelstoppelpilzen. Diese Sorten können Cäsium besonders gut aufnehmen.

Stx596-597.2011.11.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

Weißrussland will den durch Tschernobyl verseuchten Boden landwirtschaftlich nutzen. Weißrussland will die Flächen landwirtschaftlich nutzen, die durch den radioaktiven Fallout nach der Havarie des Tschernobyler Atomkraftwerkes im Jahre 1986 verseucht wurden. Das geht aus einem Programm zur Liquidierung der Folgen der Tschernobyler Havarie bis zum Jahr 2020 hervor, das die weißrussische Regierung am 22. Juli 2010 auf ihrer Webseite veröffentlichte.

Stx568-569.2010.6.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

Verbraucherinformation: „Keine radioaktiv belasteten Holzpellets aus dem Baltikum auf dem deutschen Markt“. Besonders gefährlich sind Asche und Rauch. Nach einer eilends gestarteten Umfrage des Deutschen Energie-Pellet-Verbandes (DEPV) in der Branche sind in Deutschland keine radioaktiv belasteten Pellets aus dem Baltikum auf dem Markt. Das teilten der DEPV am 15. Juni 2009 und die Stiftung Warentest einen Tag später mit. „Mir ist nicht bekannt, daß Pellets aus Litauen am deutschen Markt verkauft werden“, sagte DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele in Berlin. „Das würde auch keinen Sinn machen, denn anders als Italien kann der heimische Markt komplett mit Pellets aus Deutschland versorgt werden.“ Importe kämen in geringem Umfang aus direkten Nachbarstaaten wie Österreich oder Tschechien. In Italien hatten Staatsanwälte am Wochenende zuvor nach der Entdeckung von erheblich belasteten Pellets aus Litauen über 10.000 Tonnen des Brennstoffs aus dem Verkehr ziehen lassen. Das besondere Risiko von Asche und Staub bestätigen Befunde des Umweltinstituts in München. Während die Wissenschaftler dort in einer Probe Holzpellets aus Deutschland 2005 eine vergleichsweise geringe Belastung von 6 Bq/kg fanden, enthielt die Asche dieser Pellets bereits 440 Bq/kg.

Stx540-541.2009.6-7.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Strahlenfolgen: Pflanzen reagieren auf Radioaktivität. Pflanzen reagieren auf vermehrte Radioaktivität in ihrer Umgebung. Sojapflanzen, die im Umkreis des Atomkraftwerks Tschernobyl wachsen, produzieren Eiweiße in anderen Mengen und in anderer Zusammensetzung, sind zudem kleiner und nehmen langsamer Wasser auf als radioaktiv unbelastete Pflanzen. Obwohl der Boden in der Nähe von Tschernobyl 167 mal mehr mit Radiocäsium belastet sei, nähmen die Samen der dort angepflanzten Sojabohnen dadurch weniger Radioaktivität auf als die in 100 Kilometer Entfernung angebauten. (M. Danchenko et al. 2009)

Stx540-541.2009.6.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

23 Jahre nach Tschernobyl: Weniger und mißgebildete Insekten und Vögel. Die ökologischen Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, die sich Ende dieses Monats zum 23. Mal jährt, sind größer als früher angenommen und erhofft. Die freigesetzten Radionuklide dezimieren auch weiterhin Insekten und Spinnen. Und mißgebildete Insekten sind auch schon im Normalbetrieb von Atomkraftwerken deutlich vermehrt in deren Umgebung zu finden. (A. P. Møller, T. A. Mousseau 2009; C. Hesse-Honegger, P. Wallimann 2008)

Stx534-535.2009.1-2.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Artenvielfalt und Populationsdichte von Vögeln nehmen mit höherer Strahlung ab. Im Sommer 2007 haben A. P. Møller (Curie-Universität Paris) und T. A. Mousseau (University of South Carolina) eine Arbeit über Waldvögel in der Umgebung des Atomkraftwerks Tschernobyl vorgelegt, die die weitverbreitete Meinung angreift, daß die Sperrzone um Tschernobyl ein blühendes Naturschutzreservat sei, in dem man seit Jahren zunehmend den herrlichsten Wildarten begegnen könne. Tatsächlich kann einem dort ein großer Elch oder ein Bär über den Weg laufen. Untersucht man aber die Situation genauer, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Es gibt bisher kein standardisiertes Vorgehen, wie man die Auswirkungen von Radioaktivität auf gewöhnliche Tiere untersuchen sollte, deshalb blieb bisher die Frage nach den ökologischen Folgen der Radioaktivität unbeantwortet. Die Autoren haben sich nun der Artenvielfalt und Populationsdichte von Waldvögeln gewidmet.

Stx498-499.2007.5.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

20 Jahre nach Tschernobyl: In Norwegens Schafen steckt besonders viel Radioaktivität. In norwegischen Schafen befindet sich auch 20 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl noch besonders viel künstliche Radioaktivität. Das berichtet der britische „New Scientist“ (Nr. 2575, S. 7) unter Berufung auf die norwegische Strahlenschutzbehörde. In diesem Jahr (2006) habe sich die radioaktive Belastung mit Cäsium-137 auf bis zu 7.000 Becquerel pro Kilogramm Schaffleisch im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt.

Stx476-477.2006.6.1 (1 Seite)

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Umweltbelastungen

Internationaler Kongreß „20 Jahre nach Tschernobyl“ vom 3. bis 5. April 2006 in der Berliner Charité: „Der deutlich größte Teil des Reaktorinventars wurde infolge einer Kernexplosion ausgestoßen. Einen größeren Unfall kann es nicht geben.“ 20 Jahre Mythenbildungen vernebeln die Sicht auf die Wirklichkeit und müssen beendet werden. Führende Wissenschaftler und Ärzte aus den betroffenen Ländern Ukraine, Weißrußland und Rußland sind zu ganz anderen Ergebnissen über die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 gekommen, als die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im September 2005 auf ihrer Tagung in Wien und in dem Report des sogenannten Tschernobylforums. Auf dem Kongreß der deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz, den diese gemeinsam mit dem European Committee on Radiation Risk (ECRR) vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstaltete, wurde das besonders deutlich.

Den vollständigen Abstractband des Internationalen Kongresses „20 Jahre nach Tschernobyl - Erfahrungen und Lehren für die Zukunft“ der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. und des European Committee on Radiation Risk (ECRR), den diese vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstalteten, finden Sie hier als pdf-Datei. Die Datei ist 1,4 MB groß.

Stx462-463.2006.1-2.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Radioaktive Belastungen im Bayerischen Wald. Untersuchung des Bundesamt für Strahlenschutz – Keine Entwarnung für den Verzehr von Wildbret. 19 Jahre nach Tschernobyl ist Wildbret noch immer radioaktiv belastet. Das belegt eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Auftrag gegebene Studie, bei der die radioaktive Belastung von Wildbret, Pflanzen und Böden des Bayerischen Waldes gemessen wurden. Bei Wildschweinen steigt die radioaktive Belastung seit 1996 sogar wieder an.

Stx448-449.2005.3,4.2 (2 Seiten)

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Umweltbelastungen

Tschernobyl-Fallout: Belastungskarte von Frankreich vorgestellt. Die französische Umweltorganisation CRIIRAD (Commission de Recherche et d'Information Indépendante sur la Radioactivité) stellte am 26. Februar 2002 an der Universität Stendhal in Valence einen Atlas über die radioaktive Belastung französischen Bodens durch den Tschernobyl-Fallout und Belege über die Falschaussagen der Behörden von 1986 bis heute vor. Die Böden waren im Auftrage von CRIIRAD auf Cäsium-137 hin analysiert worden. Der Atlas stellt demnach klar, daß die radioaktive Belastung durch Tschernobyl von den französischen Behörden heruntergespielt worden war. Die französische Regierung hatte sogar behauptet, daß die radioaktiven Tschernobylwolken die französische Grenze nicht erreicht hätten. Dem Atlas zufolge ist jedoch ganz Ostfrankreich vom Elsass bis Korsika kontaminiert worden. Höhere Belastungen finden sich im Jura, in den Hochalpen und den Alpen der Haute-Provence. http://www.criirad.com

Stx364-365.2002.8.1 (Kurzmitteilung 1 Seite)

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Umweltbelastungen

Weißrußland: Berichte aus Minsk über erhöhte Strahlungswerte im Mai 2000 nicht bestätigt. Vom 17. bis 26. Mai 2000 hielt sich der Strahlenmediziner Dr.med. Dr.h.c. Edmund Lengfelder, Professor am Strahlenbiologischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München, beruflich in Belarus (Weißrußland) auf, als ihn am 18. Mai 2000 während seines Aufenthaltes in Minsk die Deutsche Botschaft über Meldungen von einer angeblich erhöhten Strahlungsaktivität in Minsk in Kenntnis setzte. Diese Meldung war auch in Deutschland mit dem Hinweis auf Waldbrände um Tschernobyl verbreitet worden. Von ihm selbst daraufhin in den folgenden Tagen durchgeführte Messungen der Ortsdosisleistung hätten jedoch lediglich Werte ergeben, die dem entsprechen, was auch in Deutschland üblich ist, berichtete Lengfelder nach seiner Rückkehr nach Deutschland.

Stx324-325.2000.7.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Das radioaktive Cäsium verharrt länger in der Umwelt und der Nahrung als erhofft. Die Atomkatastrophe von Tschernobyl hat im Jahr 2000 immer noch unerwartet hohe Dosen von Radioaktivität zur Folge, die weitere fünfzig Jahre lang anhalten werden, warnen englische und holländische Wissenschaftler. Sie zeigten, daß das radioaktive Cäsium-137 aus dem Fallout des Unfalls von 1986 viel länger in der Umwelt verharren kann, als zuvor in wissenschaftlichen Kreisen angenommen. Dr. Jim Smith und Kollegen vom Zentrum für Ökologie und Hydrologie in Dorchester (Südwest-England) haben im Rahmen eines internationalen Forschungsprojektes die radioaktive Belastung von Pflanzen und von Fischen in den Seen von Cumbria (Nordengland) und Norwegen untersucht und gefunden, daß die Belastung mit radioaktivem Cäsium immer noch unerwartet hoch ist. Smith und Kollegen zufolge müssen Einschränkungen beim Verbrauch von Lebensmitteln in Großbritannien und in der früheren Sowjetunion möglicherweise bis zum Jahr 2010 oder 2015 aufrecht erhalten werden.

Stx322-323.2000.6,7.2 (2 Seiten)

Umweltbelastungen

Skandinavien: Fische strahlen weiter. Der Fallout von Tschernobyl wirkt in skandinavischen Seen länger als gedacht. Das berichteten norwegische Wissenschaftler vom Institut für Naturforschung in Oslo in "Nature".

Stx304-305.1999.4,5.2 (2 Seiten)

Umweltbelastungen

Alpengipfel bleiben radioaktiv verseucht. Schwerpunkte sind die Hohen Tauern in Österreich, Mercantour in den französischen Alpen sowie in Italien die Region Cortina d'Ampezzo, teilte eine Forschergruppe Anfang Mai 1998 in Paris mit.

Stx276-277.1998.12.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Umweltbelastungen

Geochemische Aspekte der Katastrophe in Tschernobyl. Kurzbesprechung. ISBN 3-9803645-4-2.

Stx252-253.1997.12.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Pünktlich zum 11. Jahrestag erhöhte Radioaktivität in den Südalpen gemessen. Die nahe Grenoble gemessene Belastung soll 52.000 Becquerel radioaktives Cäsium je Kilogramm Erdboden betragen.

Stx248-249.1997.12.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Umweltbelastungen

Weißrußland ist völlig überfordert. Mit der Bewältigung der Folgen der radioaktiven Belastung seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl sowie der fortdauernden Umweltgefährdung durch den zerstörten Reaktor und die weiterhin Strom produzierenden Reaktorblöcke in Tschernobyl ist Weißrußland offensichtlich völlig überfordert. Zu dieser Einschätzung gelangt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einem am 25. August 1994 in Berlin veröffentlichten Bericht. Westliche Hilfen seien insbesondere bei der medizinischen Betreuung der Bevölkerung, der Entseuchung verstrahlter Flächen, bei der Ausstattung mit zuverlässigen Strahlenmeßgeräten sowie bei der Kontrolle der Strahlenbelastung von Nahrungsmitteln erforderlich.

Stx186-187.1994.7.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Norwegen: Tschernobyl kostet immer noch. Norwegen muß acht Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl jährlich immer noch umgerechnet etwa 4,5 Millionen Mark aufwenden, um die durch die radioaktive Verseuchung entstandenen Schäden aufzufangen.

Stx186-187.1994.12.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Umweltbelastungen

Tschernobyl: Vier- bis fünfmal mehr Radioaktivität freigesetzt als bisher zugegeben. Nach einer Anfang 1994 veröffentlichten Analyse des amerikanischen Wissenschaftlers Alexander Sich vom Massachusetts Institute of Technologie (MIT) ist bei dem Reaktorunfall von Tschernobyl vier bis fünfmal mehr Radioaktivität freigesetzt wordfen, als bisher zugegeben wurde (Science, Bd. 263, p. 750, 11.2.1994).

Stx176-177.1994.3.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)

Umweltbelastungen

Schweden: 188.000 Rentiere vernichtet. Die durchschnittliche radioaktive Cäsiumbelastung von schwedischen Rentieren ist bis Ende 1993 um rund 65 Prozent ihres Ausgangswertes von 1986/87 gesunken. Trotzdem mußten bei der Schlachtung 1993 noch 200 Tonnen Rentierfleisch wegen zu hoher Belastungen vernichtet werden. Dagegen stieg der Cäsiumgehalt in Elchen eher noch an. Auch Rehe, Fische, Beeren und Pilze sind in den am schlimmsten betroffenen Gebieten Mittelschwedens anhaltend hoch belastet. Das berichtet Gösta Karlsson in der schwedischen Zeitung Dagens Nyheter vom 8. Januar 1994. Bericht nach einer Übersetzung von Ingeborg Kleinhans.

Stx170-171.1994.4.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Hamburg: Müll nach Tschernobyl. Der Hamburger Reeder und Schiffsmakler Arnold H. W. Ritscher bietet an, sämtlichen Hausmüll, hausmüllartigen Gewerbeabfall und festen Sondermüll Hamburgs zu entsorgen: "Ich schaffe den Müll in die Ukraine nach Tschernobyl".

Stx150-151.1993.8.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Elsaß: Tschernobyl-Belastungen für Frankreich unterschätzt. Das Elsaß und wahrscheinlich ebenso weite Teile Ostfrankreichs, haben ähnlich hohe radioaktive Bodenbelastungen wie sie im Mittel in Süddeutschland vorhanden sind. Damit wurde die radioaktive Belastung durch die Tschernobyl-Katastrophe im April 1986 von der französischen Strahlenschutzbehörde SCPRI stark unterschätzt. Das ist Ergebnis einer für Frankreich bis dahin einzigartigen Studie, die von dem unabhängigen Forschungs- und Informationszentrum CRII-Rad in Valence im Auftrag des elsässischen Regionalrats durchgeführt und 1992 veröffentlicht worden ist.

Stx144-145.1993.3.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Schweden: Rentierfleisch bleibt ungenießbar. Frisch geschlachtete Rentiere in Schweden hatten 1992 immer noch Cäsiumbelastungen bis 12.500 Becquerel pro Kilogramm Fleisch.

Stx138-139.1992.8.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Umweltbelastungen

Weißrußland: Erhöhte Radioaktivität bei Waldbränden. Die 1992 in Weißrußland tobenden Waldbrände haben dort zu einer drastischen Erhöhung der freigesetzten Radioaktivität geführt.

Stx136-137.1992.5.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Umweltbelastungen

Berlin: Über 650 verschiedene Radionuklide aus Tschernobyl wurden nach Angaben des Kernphysikers und wissenschaftlichen Leiters des Katastropheneinsatzes vor Ort, Wladimir Tschernosenko, Ende April 1986 freigesetzt.

Stx136-137.1992.8.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Sowjetunion-Nachfolge: Plutonium-Verseuchung durch Tschernobyl-Unfall. Plutonium aus dem Tschernobyl-Unfall liegt meist in Form heißer Teilchen (hot particles) vor, die außer Plutonium auch Cäsium, Ruthenium und Cer enthalten. In großen Mengen kämen diese Partikel speziell im Umkreis von 45 Kilometern um Tschernobyl vor. Das erklärte 1991 der Chemiker Dr. Jevgeni Petrajev, Professor an der Staatlichen Universität Belorusslands.

Stx120-121.1992.12.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Gewässerbelastungen: Der Starnberger See ist am radioaktivsten. Mit zwischen 20 und 200 Becquerel pro Kilogramm Trockenmasse ist die Belastung der Schwebstoffe und Sedimente in den bundesrepublikanischen Gewässern gegenüber den Werten vor Tschernobyl auch nach viereinhalb Jahren deutlich erhöht. Insbesondere in bayerischen Gewässern wurden höhere Werte gemessen.

Stx98-99.1991.12.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Sowjetunion: Höherer Strontium- als Cäsiumgehalt im Kiewer Trinkwasser. Im Winter 1989 wurde der Cäsiumgehalt im Trinkwasser-Reservoir des Dnepr-Stausees bei Kiew durch den des Knochensuchers Strontium übertroffen. Auf 100 Becquerel Cäsium aus dem Tschernobyl-Fallout kam in Deutschland 1 Becquerel Strontium-90. In der Ukraine waren es 1 Becquerel Strontium auf 4 Becquerel Cäsium. Belastete Nahrungsmittel werden in unbelasteten Gebieten verkauft. Mit solchen und weiteren Erkenntnissen kehrte eine fünfköpfige deutsche Delegation aus Physikern, einem Arzt und einem Biologen aus der Sowjetunion zurück, die in Kiew auf Einladung des örtlichen Jugendverbandes vom 18. bis 22. Juli 1990 an einem Seminar teilnahmen. Die deutsche Delegation besuchte das Kiewer Institut für Kernphysik, das Institut für Hygiene von Wasser, Boden, Luft und Lebensmitteln des Ukrainischen Gesundheitsministeriums, das Radiologische All-Unionszentrum und ein Gebiet am Rande der 30 Kilometer-Sperrzone um Tschernobyl. Die Physikerin Dr. Ute Boikat von der Hamburger Gesundheitsbehörde, Mitglied der Delegation, berichtet.

Stx86-87.1990.3,4.2 (2 Seiten)

Umweltbelastungen

In der Sowjetunion gelten überhöhte Strahlengrenzwerte. Veraltete Grenzwerte für beruflich Strahlenbelastete, wie sie in der Bundesrepublik Deutschland für sogenannte Kontrollbereiche in kerntechnischen Anlagen gelten und inzwischen als verringerungsbedürftig eingeschätzt werden, gelten in der Sowjetunion für die Allgemeinbevölkerung. Das ergibt sich aus einem Vortrag von Dr. V. Chumak vom Institut für Strahlenforschung in Kiew über "ökologische und biologische Konsequenzen des Tschernobyl-Unfalls", den er am 13. Juni 1990 auf einem Seminar des Österreichischen Verbandes für Strahlenschutz an der Universität Wien hielt. Ein Bericht der Physikerin Dr. Ute Boikat vom Amt für Gesundheits- und Veterinärwesen in Hamburg.

Stx82-83.1990.1,4,5.3 + Stx84-85.1990.2.1 (4 Seiten)

Umweltbelastungen

Amtsberichte: Hohe Strahlendosis in Süddeutschland. Die durch den Reaktorunfall in Tschernobyl ab Ende April 1986 verursachte Strahlung aus dem Fallout von Cäsium-134 und Cäsium-137 habe im Jahre 1988 in der Bundesrepublik zu einer effektiven Dosis von durchschnittlich 0,025 Millisievert (2,5 Millirem) geführt. Im Münchener Raum habe sie jedoch etwa um das Vierfache, im Berchtesgadener Raum um das Zehnfache über diesem Mittelwert gelegen. Dies geht aus dem Bericht der Bundesregierung über Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung für das Jahr 1988 hervor.

Stx80-81.1990.10.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Karten der radioaktiven Bodenbelastung in der DDR erstellt: DDR ähnlich hoch wie die Bundesrepublik belastet. In Zusammenarbeit mit dem Neuen Forum in der DDR hat die Radioaktivitätsmeßstelle des Fachbereichs Physik der Universität Oldenburg 1990 erstmals flächendeckend auf dem Gebiet der DDR die radioaktive Belastung des Bodens untersucht. Dabei wurden ähnlich hohe Belastungen durch radioktives Cäsium festgestellt wie in der Bundesrepublik, mit Durchschnittswerten zwischen 1.000 und 35.000 Becquerel Cäsium pro Quadratmeter. Für das offenbar am stärksten vom Tschernobyl-Fallout verseuchte Gebiet der DDR, die Umgebung von Rathenow, etwa 70 Kilometer westlich von Berlin, führte die Unabhängige Meßstelle Berlin des Strahlentelex im Zusammenwirken mit der örtlichen Bevölkerung weitergehende Messungen durch. Dabei wurden dort Belastungen bis 74.000 Becquerel Cäsium-Gesamtaktivität pro Quadratmeter Bodenfläche gefunden. Bericht mit 3 Belastungskarten.

Stx78-79.1990.1-4.4 (4 Seiten)

Umweltbelastungen

Urlaub in Österreich: Ökologie-Institut Wien warnt vor Milch von der Alm. Über 100.000 Becquerel radioaktives Cäsium-137 pro Quadratmeter Bodenfläche fanden sich speziell in den höheren Lagen der Alpenregion. Mit einer Belastungskarte des Ökologie-Instituts Wien von 1990.

Stx78-79.1990.3.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Urlaub in Schweden: "Tausende schwedische Seen sind cäsiumkrank". In über 14.000 schwedischen Seen befinden sich Fische, die mehr radioaktives Cäsium enthalten, als es die Richtlinien der schwedischen Lebensmittelbehörde zulassen. Bis zum Jahr 2020 könne es dauern, bis die Hechte in den am stärksten betroffenen Seen gegessen werden könnten. Das berichtete am 1. Februar 1990 Lasse Johansson von der Redaktion der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter in Uppsala. Bericht mit einer Karte der Cäsiumbelastung schwedischer Süßwasserfische.

Stx78-79.1990.3,4.2 (2 Seiten)

Umweltbelastungen

"Le Cri du rad": Tschernobyl hat auch Frankreich nicht verschont. Deutsche Hysterie und französische Gleichgültigkeit nach Tschernobyl - diese in der Öffentlichkeit vielfach dargestellte Aufteilung wird immer mehr zum Vorurteil. "Die (radioaktive) Wolke" hätte Frankreich verschont, es sei nichts zu befürchten, hieß es. Entsprechend geringe Reaktionen gab es nach Tschernobyl in Frankreich. Vor dem Hintergrund von 56 Kernreaktoren mit über 56.000 Megawatt elektrischer Leistung und einem Atomstromanteil von etwa 70 Prozent, gibt es eine relativ große Zustimmung der Bevölkerung zur französischen Atomenergiepolitik. Groß war jedoch die Wirkung, als die Gruppe CRII-RAD aus Montélimar im Rhônetal eigene Meßergebnisse veröffentlichte und damit offizielle Angaben Lügen strafte. Mit der Präsidentin von CRII-RAD, Michele Rivasi, sprach im August 1989 das Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Strahlentelex Dr. Werner Neumann, Frankfurt/M..

Stx68-69.1989.2,9,10.3 (3 Seiten)

Umweltbelastungen

Riesenwachstum. Die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl Ende April 1986 hat 200 Hektar Wald in der Nähe des Atomkraftwerks direkt geschädigt, weitere 150.000 Hektar Wald um Tschernobyl mußten zum "Schutzgebiet" erklärt werden. Dies erklärte Iwanowitsch Pisarenko, stellvertretender Vorsitzender des Staatskomitees der UdSSR für Forstwirtschaft in Moskau, am 19. Juni 1989 vor der Enquete-Kommission "Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre" des Deutschen Bundestages in einer öffentlichen Anhörung.

Stx62-63.1989.10.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Klärschlamm: Radioaktiver Abfall als Düngemittel verwendet. Rund 50 Millionen Kubikmeter Klärschlamm fallen jährlich bei der Abwasserbeseitigung in der Bundesrepublik an. Über die Kompostierung und als nasser Faulschlamm oder stichfester Klärschlamm von Trockenbeeten wird davon etwa ein Drittel zur "Bodenverbesserung" landwirtschaftlich genutzt. Durch das Unglück von Tschernobyl 1986 war dieser Klärschlamm mit radioaktiven Isotopen hoch belastet. Ohne atomrechtliche Genehmigung ist auch dieser Klärschlamm auf Felder ausgebracht worden. In einem im Juli 1987 fertiggestellten Gutachten waren die Rechtsanwälte Dr. Günter Heine und Jörg Martin vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg der Frage nachgegangen, ob dies eine strafbare Handlung ist (Stx18.1987.6.1). Betreiber derartiger Anlagen und das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen hatten die Ansicht vertreten, das Atomgesetz und die Strahlenschutzverordnung seien auf die Folgen von Tschernobyl nicht anwendbar. Dem widerspricht das Gutachten des Max-Planck-Instituts. In der Zeitschrift "Natur und Recht" haben die Autoren des Rechtsgutachtens dieses Problem Mitte 1989 erneut aufgegriffen. Dr. Werner Neumann von der Arbeitsgemeinschaft Umweltkontrolle (ARGUK) in Oberursel gibt eine kommentierende Bewertung.

Stx60-61.1989.2,3.2 (2 Seiten)

Umweltbelastungen

Österreich: Radioaktive Belastungen im Gebiet des Nationalparks Hohe Tauern. "Untersuchungen der radioaktiven Belastung durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Gebiet des Nationalparks Hohe Tauern" heißt eine von Peter Bossew, Antonia Wenisch und Gabi Mraz vom Österreichischen Ökologie-Institut in Wien 1989 fertiggestellte Studie.

Stx60-61.1989.4.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Wien: Hochalmen strahlen weiter. Auch drei Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl strahlt es insbesondere auf Hochalmen weiter. Das Ökologieinstitut in Wien teilte mit, auf Hochalmen in Österreich werde eine Belastung allein mit Cäsium-137 von mehr als 37.000 bis 148.000 Becqauerel pro Quadratmeter gemessen.

Stx58-59.1989.3.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Bundesgesundheitsamt: Allein durch künstliche äußere Bodenstrahlung Höchstwertüberschreitungen in der Bundesrepublik. In Südost-Bayern wird für Kleinkinder auch 1989 noch allein durch die äußere Bodenstrahlung der Tschernobyl-Radionuklide Cäsium-137 und Cäsium-134 der in der Strahlenschutzverordnung vorgegebene Höchstwert von 30 Millirem (0,3 Millisievert) pro Jahr überschritten. Das ergibt sich aus dem Bericht des Bundesgesundheitsamtes zur Strahlenexposition im 1. Quartal 1989.

Stx57.1989.3.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Österreich/Bayern: Strahlenrisiko in den Alpen. In den bayerischen Alpen besteht ebenso wie in denen Österreichs ein besonderes Strahlenrisiko nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl.

Stx51.1989.5.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Großbritannien: Strahlung in Schottland 40mal höher als zugegeben.

Stx51.1989.5,6.2 (2 Seiten)

Umweltbelastungen

Deutschland: Über 300.000 Entschädigungsanträge abgewickelt. Nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl sind bis Anfang 1989 etwa 310 Millionen DM an Entschädigungen gezahlt worden, überwiegend an Erzeuger und Händler von Milch und Gemüse.

Stx51.1989.6.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Umweltbelastungen

Österreich: Besonderes Strahlenrisiko in den Alpen. Radioaktive Rekordbelastungen hat das Ökologie-Institut in Wien 1988 in den österreichischen Alpen ermittelt. Wie mitgeteilt wurde, seinen auf kleinem Raum sehr unterschiedliche Belastungen mit Extremwerten von mehr als 148.000 Becquerel Cäsium-137 pro Quadratmeter Bodenfläche gefunden worden. Die Cäsium-Gesamtaktivität, einschließlich Cäsium-134, beträgt demnach mehr als 180.000 Becquerel pro Quadratmeter. Bis dahin waren in Österreich Bodenbelastungen bis etwa 90.000 Becquerel Cäsium-Gesamtaktivität pro Quadratmeter bekannt, in Wien zwischen etwa 4.000 und 10.000. In dem neu untersuchten, als entlegen charakterisierten Gebiet, sei zwar die betroffene Bevölkerung informiert, genaue Ortsangaben will das Institut jedoch noch nicht machen. Das sei "den Betroffenen versprochen" worden. In dem Gebiet seien im Herbst 1988 noch Milchbelastungen von mehr als 900, in frischem Gras 4.500 und in Moos 45.000 Becquerel Cäsium-Gesamtaktivität pro Liter beziehungsweise Kilogramm festgestellt worden.

Stx50.1989.1,3.2 (2 Seiten)

Umweltbelastungen

Schweden: In Rotwild zunehmende radioaktive Belastungen ermittelt. Im Januar 1989 wurden radioaktive Cäsiumbelastungen zwischen 2.063 und 2.273 Becquerel pro Kilogramm ermittelt.

Stx50.1989.6.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Sowjetunion: In der Nähe des Tschernobyl-Reaktors ist die tägliche Strahlenbelastung so hoch wie in Deutschland in einem Jahr. Eine Reisegruppe der "European Youth Forest Action" ermittelte im August 1988 in direkter Nähe des Tschernobyl-Sarkophags eine Ortsdosisleistung von etwa 3 Millirem pro Stunde.

Stx42.1988.6.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Schweiz: Starke Schwankungen in der Bodenbelastung innerhalb weniger Meter. Starke Schwankungen weisen die Bodenbelastungen bei Engadin in der Schweiz auf. Bei Probenahmen von unbearbeiteten Weideflächen und aus dem Wald wurden 1988 in jeweils 100 Metern Abstand Cäsiumbelastungen von 70, 680 und 1.500 Becquerel pro Kilogramm, entsprechend etwa 5.000, 50.000 und 100.000 Becquerel pro Quadratmeter gefunden. Zuvor war für diese Region der Schweiz von einer mittleren Bodenbelastung von 100 Becquerel pro Kilogramm oder 7.500 pro Quadratmeter ausgegangen worden.

Stx41.1988.3.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)

Umweltbelastungen

In Moosen, Flechten und Farnen 1987 höhere Belastungen als 1986 gefunden. Auch zwei Jahre nach dem Unglück von Tschernobyl erwiesen sich Boden und Pflanzen in der Bundesrepublik Deutschland deutlich radioaktiv belastet, herausragend hoch die niederen Pflanzen. Und: Das Radioaktivitäts-Verteilungsmuster ist kleinflächig und sehr uneinheitlich, eine Tatsache, die bereits unmittelbar nach dem Unfall von Tschernobyl gegeben, aber weithin unbeachtet geblieben war. Das sind Ergebnisse aus einem Zwischenbericht über die Untersuchungen des Botanischen Instituts der Universität Essen zu den Folgen des Reaktorunfalls von Tschernobyl.

Stx40.1988.2,5.2 (2 Seiten)

Umweltbelastungen

Die Strahlenbelastung Europas auf einen Blick. Eine Übersicht über die Belastung der europäischen Länder mit radioaktivem Cäsium nach Tschernobyl dokumentiert Strahlentelex in der Ausgabe vom 18. August 1988. Abgesehen von den direkt betroffenen Gebieten in der Sowjetunion befinden sich in Mittelschweden die am höchsten, in Spanien und Portugal die am geringsten verseuchten Gebiete.

Stx39.1988.1,3,4.3 + Stx40.1988.4.1 (4 Seiten)

Umweltbelastungen

130.000 Becquerel Cäsium pro Kilogramm im Staub auf Dächern meldete im Sommer 1988 das "Bürgerforum Umwelt" in Vilshofen.

Stx38.1988.6.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)

Umweltbelastungen

Niedersachsen: "Hot Spots" auch im Wendland. 55.640 Becquerel des radioaktiven Isotops Ruthenium-106 wurden pro Quadratmeter - zurückgerechnet auf den 15. Mai 1986 - im Oktober 1987 auf der Oberfläche eines Zaunpfahls in Pevestorf im Raum Lüchow-Dannenberg vom Umweltinstitut München gemessen. Ruthenium-106 wirkt speziell schädigend auf die Nieren und verringert sich jeweils innerhalb eines Jahres auf die Hälfte seines Ausgangswertes.

Stx30.1988.4.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Pflanzen als Strahlenindikator. Strahlenwirkungen auf Pflanzen. Orchideenmißbildungen nach Tschernobyl. Bis 1959 hatten 167 Atomwaffentests stattgefunden, die unsere Böden zeitweilig mit 25.000 bis über 40.000 Becquerel pro Quadratmeter Beta-Aktivität belastet hatten. Bereits damals erregten Mißbildungen bei Pflanzen Aufmerksamkeit. Mit dem Strahlenregen von Tschernobyl 1986 ging zwei- bis dreißigmal mehr radioaktives Cäsium auf uns nieder als zuvor. Zwischen Sommer 1986 und Frühjahr 1987 fielen in einem Gewächshaus in Neuß bei Düsseldorf schwere Blüten-Mißbildungen bei Orchideen auf. Man hatte in diesem Gewächshaus mit Regenwasser, in einem benachbarten Gewächshaus, in dem keine Mißbildungen aufgetreten sind, mit Leitungswasser gegossen - eine zufällige Anordnung, die wissenschaftlichen Anforderungen entspricht. Ein Bericht von Irene Noll.

Stx15.1987.1,2,5.3 + Stx16.1987.2,5,6.3 (6 Seiten)

Umweltbelastungen

Großbritannien: Schlachtverbot für eine halbe Million Schafe. Rund eine halbe Million Schafe in Großbritannien waren im Sommer 1987 immer noch gefährlich hoch radioaktiv verseucht und dürfen nicht geschlachtet werden. Das entschied 15 Monate nach Tschernobyl die britische Regierung und verlängerte und erweiterte das Schlachtverbot für mehr als 500 nordwestenglische, nordwalisische und schottische Hochlandfarmen. Die britischen Behörden haben die Gefahrengrenze bei 1.000 Becquerel Cäsium pro Kilogramm Schaffleisch angesetzt.

Stx15.1987.6.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)

Umweltbelastungen

Belastungskarte der EG-Länder. Eine Karte über die radioaktive Belastung der Länder der Europäischen Gemeinschaften (EG) veröffentlichte die Kommission der EG im November 1986 in einem Bericht an den Ministerrat der Gemeinschaft und das Europäische Parlament (KOM(86)607 endg.). Strahlentelex dokumentierte diese Darstellung Anfang August 1987, nachdem bei der Überprüfung in den Monaten zuvor zwar im einzelnen sehr viel höhere Bodenbelastungen als von der EG-Kommission angegeben bekannt wurden, die relativen Verhältnisse zwischen den Ländern jedoch zu stimmen scheinen. Die tatsächliche Cäsiumbelastung liegt im Mittel offenbar mindestens fünffach höher als angegeben.

Stx14.1987.5.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Schweden: Lebensgrundlage der Samer durch Tschernobyl-Fallout schwer getroffen. Ein Bericht von Annette Groth.

Stx12.1987.5.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Finnland: "Unterschiedliche Belastungen", konstatierte im Juni 1987 das Finnische Fremdenverkehrsamt auf der Grundlage von Untersuchungsergebnissen der finnischen Strahlenschutzzentrale.

Stx12.1987.5.1 (1 Seite)

Umweltbelastungen

Frankreich: Korsika ähnlich stark radioaktiv belastet wie Bayern. Auf dem französischen Korsika war man lediglich durch die Maßnahmen, die die italienische Regierung auf der benachbarten Insel Sardinien ergriff, auf das Ausmaß des radioaktiven Fallouts aufmerksam geworden. Ein Bericht von Annette Groth.

Stx12.1987.5,6.2 (2 Seiten)

Umweltbelastungen

Berlin: Strahlenbelastung durch radioaktiv verseuchte Erde höher als angenommen. Zwischen 35 und 97 Becquerel pro Kilogramm oder rund 3.000 bis 9.000 Becquerel pro Quadratmeter beträgt die Bodenbelastung durch die Radionuiklide Cäsium-137 und -134 im Berliner Stadtgebiet in den ersten sechs Zentimetern der Erde. Das ergibt eine Auswertung der von Januar bis Mai 1987 veröffentlichten Meßergebnisse der Meßstelle des Berliner Senats durch die Unabhängige Strahlenmeßstelle Berlin. In den Berliner Forsten ist danach der Boden mit 114 Becquerel pro Kilogramm Cäsium-137 und -134 (rund 10.000 Becquerel pro Quadratmeter; im Jagen 95), 195 (17.500; im Spandauer Forst, Jagen 27) und 230 (20.000; am Nymphenufer, Am Großen Wannsee) radioaktiv belastet. Die Anteile Cäsium-137 zu Cäsium-134 verhalten sich dabei im Mittel wie 7 zu 3.

Stx11.1987.1,6.2 (2 Seiten)

Umweltbelastungen

Berlin: Wieder hohe Radioaktivität in frischem Laub. Birken enthielten 1987 noch immer zwei Drittel der letztjährigen Cäsiumaktivität, bei Kastanienbäumen ist es die Hälfte und bei Buchen ein Drittel der Vorjahreswerte. Das sind Ergebnisse der Strahlenmeßstelle des Berliner Senats. Ein Bericht von Dr. Peter Plieninger.

Stx10.1987.1,8.2 (2 Seiten)

Umweltbelastungen

Berlin: Strahlenbelastung in Sandkästen und auf Spielplätzen. Gemeinsam mit dem Berliner Verein Mütter und Väter gegen atomare Bedrohung wurden 1987 von der Unabhängigen Strahlenmeßstelle Berlin Sandproben von 63 Kinderspielplätzen der Stadt untersucht. Bereits aus hygienischen Gründen sind die Behörde gehalten, den Spielsand jedes Jahr auszutauschen. Den Meßergebnissen zufolge ist das nur bei einem von sechs Spielplätzen geschehen.

Stx9.1987.8.1 (1 Seite)

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Strahlentelex
ISSN 09314288