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ISSN 0931-4288
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Kommentiertes
Register des Sachgebietes Tschernobyl-Folgen
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Gesundheitsfolgen
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Tschernobyl - Jahre danach
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Tschernobyl-Hilfe
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Tschernobyl-Sarkophag
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Umweltbelastungen
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Risikobewertung und Risikokommunikation
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siehe auch unter
20 Jahre nach
Tschernobyl
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siehe auch unter
25 Jahre Folgen
der Tschernobyl-Katastrophe
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Gesundheitsfolgen
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Gesundheitsfolgen
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Proteste von Tschernobyl-Veteranen.
In der Ukraine eskalierten am 1. November 2011 Demonstrationen von
Tschernobyl-Veteranen gegen die Sparpolitik des Landes. Bis zu 1000
Teilnehmer einer Kundgebung sogenannter Liquidatoren durchbrachen Berichten
zufolge die Absperrungen am Parlamentsgebäude in Kiew, bevor sie von
Spezialeinheiten der Polizei gestoppt wurden. Die Liquidatoren hatten 1986
unter Einsatz ihrer Gesundheit die Folgen der Reaktorkatastrophe im
ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl einzudämmen versucht. Nun will die
Regierung ihre Sonderrenten kürzen.
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Stx600-601.2012.7.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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An der Atomenergie festzuhalten ist
leichtfertige Realitätsverweigerung. Die amerikanische Organisation Physicians for Social Responsibility (PSR),
die sich auf den Schutz der öffentlichen Gesundheit verpflichtet hat, drängt
auf die Abschaltung aller zur Zeit in den USA betriebenen Kernkraftwerke und
fordert die Kongreßabgeordneten auf, die Subventionierung des Baus neuer
Kernkraftwerke durch staatliche Bürgschaften für Kredite und
Versicherungsprämien zu verweigern. Weshalb? Der emeritierte Professor für
Physik und Umweltwissenschaft an der Portland State University in Oregon (USA)
Rudi H. Nussbaum nennt die wissenschaftlichen und
die Vernunftgründe für einen so kompromißlosen Standpunkt. Von Rudi H. Nussbaum.
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Stx586-587.2011.4-5.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Die epigenetische Revolution in der
Strahlenbiologie. Heutige Lehren aus dem Reaktorunfall von Tschernobyl. Daß
die zusätzliche Strahlendosis sich lediglich im Rahmen der natürlichen
Schwankungsbreite bewege, wird gern angeführt, um unliebsame epidemiologische
Beobachtungen nach Katastrophen wie der von Tschernobyl oder in der Umgebung
von Kernkraftwerken im Normalbetrieb abzuwehren und künftige Schäden, jetzt
zum Beispiel nach Fukushima, zu bestreiten. Nach dem Muster, daß nicht sein
kann, was nicht sein darf, wird argumentiert, die beobachteten oder (im Falle
von Fukushima) zu erwartenden Schäden könnten jedenfalls nicht durch
Strahlung verursacht sein, denn die Dosis sei viel zu gering. Zudem fehle
jede plausible ätiologische Erklärung. Das Dosisargument gilt jedoch nur,
wenn man die Strahlendosen über größere Gebiete und längere Zeiträume
zusammenfaßt und dabei örtliche sowie kurzzeitige deutliche Dosisspitzen
heruntermittelt. Und zur Erklärung der beobachteten Effekte beschreiben jetzt
der Berliner Humangenetiker Karl Sperling sowie der Mathematiker Hagen Scherb aus Neuherberg in einem Beitrag im Mai-Heft 2011
der Naturwissenschaftlichen Rundschau das Prinzip der medizinisch-(epi)genetischen Strahlenwirkung.
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Stx586-587.2011.1-3.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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25 Jahre nach Tschernobyl: Kranke
Kinder und beschleunigte Alterung. Majak
(Rußland/UdSSR) 1957, Harrisburg (USA) 1979, Tschernobyl
(Ukraine/UdSSR) 1986, Fukushima (Japan) 2011 – auch ein Vierteljahrhundert
nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl werden die Folgen verdrängt,
vertuscht, verharmlost und bagatellisiert. Atomlobby und Politiker reden die
Gefährdung durch sogenannte Niedrigdosisstrahlung mit gezielter Propaganda
und beharrlichem Verschweigen der Risiken klein. Die Gesellschaft für
Strahlenschutz hatte für den 6. bis 8. April 2011 Ärzte und Wissenschaftler
aus den betroffenen Ländern Ukraine, Weißrußland und Rußland, eingeladen.
Diese sind zu ganz anderen Ergebnissen über die Folgen von Tschernobyl
gekommen als beispielsweise die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und
die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder das Wissenschaftliche Komitee der
Vereinten Nationen für die Wirkungen der Atomstrahlung (UNSCEAR). Doppelt so
schnell gealterte Katastrophenhelfer, Hirnschäden und Beeinträchtigung
kognitiver Funktionen, weniger und kranke, genetisch geschädigte Kinder,
angeborene Entwicklungsschäden, Schilddrüsenkrebs und Brustkrebs, Leukämien
und Lymphome – das sind Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, wie
sie jetzt berichtet wurden. Der Strahlenunfall von Tschernobyl zog schwere
ökologische Veränderungen nach sich, die zur Umsiedlung und Evakuierung der Bevölkerung
aus Verbotszonen und Umsiedlungszonen und zum notgedrungenen Weiterleben der
Bürger in radioaktiv verschmutzten Gebieten führte. Darauf wies unter anderem
die Moskauer Medizinprofessorin Larissa C. Baleva
vom Zentrum für Forschung und Praxis des Strahlenschutzes von Kindern am
wissenschaftlichen Forschungsinstitut für Pädiatrie und Kinderchirurgie des
russischen Gesundheitsministeriums hin. Ihr Institut betreut sowohl Kinder,
die noch in Gebieten leben, in denen die Bodenbelastung mit Cäsium-137 bis zu
1.665 kBq/m² beträgt, Kinder, die aus der Verbotszone und der Umsiedlungszone
evakuiert wurden, Kinder, die in der Phase der intrauterinen Entwicklung
radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren, Kinder von Liquidatoren und Kinder,
die der Bestrahlung durch Jod-131 ausgesetzt waren (Geburtsjahrgänge 1968 –
1986). Die bisher 25jährige Beobachtungszeit erlaubt, die Besonderheiten des
Gesundheitszustandes der Kinder aus jeder Gruppe herauszuarbeiten und das
Vorhandensein bestimmter Strahleneffekte, die sich bei den Kindern aus
Hochrisikogruppen entwickelten, festzustellen.
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Stx582-583.2011.14-15.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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25 Jahre nach Tschernobyl: Erhöhte
Sterblichkeit von Neugeborenen nach Tschernobyl. Trendanalysen der
Monatsdaten der Perinatalsterblichkeit aus
Westdeutschland und der Säuglingssterblichkeit aus Polen zeigen im Jahr 1987,
dem Jahr nach Tschernobyl, jeweils statistisch signifikante Zusammenhänge mit
der Cäsiumbelastung der Mütter über Milchverzehr. In beiden Datensätzen
treten Maxima der Sterblichkeit sieben Monate nach den Maxima der
Cäsiumbelastung auf. Die Dosis-Wirkungsbeziehung (DWB) ist stark nach oben
gekrümmt, der Schätzwert für den Dosisexponenten beträgt 3,7. Die Abweichung
der Dosis-Wirkungsbeziehung von einem linearen Verlauf ist deutlich
signifikant. Statistische Überlegungen lassen für die analytische Form der
Dosis-Wirkungsbeziehung eine kumulative Lognormalverteilung erwarten. In den höchstbelasteten Regionen der
Ukraine (Oblast Zhitomir) und Weißrusslands
(Oblast Gomel) zeigt sich nach Tschernobyl außer einer Erhöhung im Jahr 1987
ein deutlich größerer Anstieg in den 1990er Jahren, welcher mit der
verzögerten Wirkung von Strontium erklärt werden kann. Mit etwa 1.000
zusätzlich gestorbenen Neugeborenen in den Jahren 1990 bis 1997 ist der Strontiumeffekt mehr als 10-mal so groß wie der
Cäsiumeffekt im Jahr 1987. Immer
noch geht die internationale Strahlenschutzkommission von der Existenz einer
Schwellendosis für teratogene Schäden in Höhe von 100 Millisievert (mSv) aus.
Nach offiziellen Angaben betrug die mittlere Dosis im ersten Folgejahr nach
Tschernobyl in Deutschland aber nur 0,2 mSv. Die obigen Ergebnisse
widersprechen damit dem Konzept einer unschädlichen Dosis für teratogene
Schäden. Eine Analyse von Dr. Alfred Körblein.
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Stx580-581.2011.1-8.8 (8 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Geringere Intelligenz nach Strahlenbelastung im Mutterleib. Neue Studie
zeigt verringerte kognitive Fähigkeiten bei Heranwachsenden aus den am
stärksten vom Tschernobyl-Fallout betroffenen Gebieten Norwegens. Signifikant niedrigere Intelligentquotienten
(IQ) weisen Heranwachsende auf, die sich während der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl im Entwicklungsstadium der 8. bis 15. Schwangerschaftswoche
befanden und deren Mütter in den stärker vom Fallout betroffenen Gebieten
Norwegens lebten. Das berichten die Psychologin Kristin Sverdvik
Heiervang von der Universität Oslo und Kollegen
jetzt im Scandinavian Journal of
Psychology der Scandinavian
Psychological Associations in einer Arbeit über die
Auswirkungen einer Niedrigdosisstrahlenexposition im Mutterleib auf die
kognitiven Funktionen in der Adoleszenz. Die Arbeit stützt damit frühere
Ergebnisse aus Schweden (Almond et al. 2007), der Ukraine (Nyagu et al. 1998) und Weißrußland (Belarus; Loganovsky et. al 2008).
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Stx566-567.2010.5-6.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Angeborene Fehlbildungen in der Tschernobyl-Region. Eine Untersuchung von Wladimir Wertelecki von der Universität von Süd-Alabama über
angeborene Fehlbildungen in einer vom Tschernobyler
Reaktorunglück betroffenen Region im Norden der Ukraine erregte jetzt
besonderes Aufsehen, weil sie erhöhte Fehlbildungsraten aufdeckt.
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Stx564-565.2010.3-5.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Verlorene Kinder. Die Geschlechtschance des Menschen bei der Geburt in
Europa und in den USA nach den oberirdischen Atomwaffentests und nach
Tschernobyl. Seit der Entdeckung
der Mutagenität von ionisierender Strahlung im
Tierexperiment wurden schädigende strahlengenetische Effekte auch beim
Menschen immer wieder in Betracht gezogen und untersucht. Während das
Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkung von
Atomstrahlung (UNSCEAR) noch im Jahre 2000 die Auffassung vertrat,
strahleninduzierte vererbbare Effekte beim Menschen seien bisher nicht
belegt, kann man solche Effekte nach dem Unfall von Tschernobyl mit einfachen
Mitteln eindeutig nachweisen. Die Ergebnisse von Scherb
und Kollegen lassen bei Übertragung auf vollständige Zeiträume und auf die
gesamte Weltbevölkerung erahnen, dass die Anzahl
der verlorenen Kinder nach den globalen Freisetzungen ionisierender Strahlung
in der Größenordnung von mehreren Millionen liegen könnte. Verschärft wird
das Problem dadurch, dass auch strahleninduzierte
angeborene Fehlbildungen und Totgeburten nach Freisetzung von Radioaktivität
in die Biosphäre in etwa der gleichen Größenordung
von insgesamt mehren Millionen weltweit langfristig
aufgetreten sein könnten. Von Hagen Scherb
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Stx558-559.2010.1-4.4 (4 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Geschlechterverhältnis bei der Geburt in Bayern nach Tschernobyl. Im Januar 1987, 9 Monate nach dem
Reaktorunfall von Tschernobyl, war das Verhältnis zwischen männlichen und
weiblichen Geburten (Geschlechterverhältnis bei der Geburt) in Bayern
signifikant um 5,5 Prozent gegenüber dem Trend der Jahre 1980 bis 1992 erhöht
(p=0,0185). Außerdem zeigt sich in diesem Monat ein signifikanter Anstieg des
Geschlechterverhältnisses um 0,29 Prozent pro Kilobecquerel Cäsium-137 pro
Quadratmeter (kBq/m² Cäsium-137) Bodenbelastung (p=0,011). Nach 1987 ist
keine Abweichung des Geschlechterverhältnisses vom Wert vor Tschernobyl für
Bayern nachweisbar. Von Alfred Körblein.
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Stx556-557.2010.7-10.4 (4 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Epidemiologie: Säuglingssterblichkeit
nach Tschernobyl in skandinavischen Ländern. Von Alfred Körblein. Nach Tschernobyl war die Säuglingssterblichkeit
in Schweden wie auch in Finnland und Norwegen hochsignifikant um 15,8 Prozent
gegenüber dem Trend der Jahre 1976 bis 2006 erhöht. Für 1987 bis 1992
errechnen sich insgesamt 1.209 zusätzlich gestorbene Säuglinge
(95%-Vertrauensbereich: 875 bis 1.556).
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Stx510-511.2008.1-3.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Epidemiologie: Leukämien bei
Kindern in der Umgebung von Tschernobyl. Reanalyse
einer offiziellen deutschen Studie. Von Alfred Körblein.
In der Diskussion um die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse der Studie zu
Kinderkrebs um deutsche Kernkraftwerke (KiKK-Studie)
wird argumentiert, dass nach Tschernobyl keine
erhöhte Leukämierate in den an den Unglücksreaktor angrenzenden Regionen Weißrusslands, der Ukraine und Russlands
beobachtet worden sei. Das habe eine vom Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geförderte Studie ergeben. Nach
Durchsicht des Berichts kommt Körblein zu dem
Ergebnis, dass man aus den Zahlen auch andere
Schlüsse ziehen kann. Besonders auffällig ist eine signifikante Erhöhung der
Leukämierate bei Jungen im Jahr 1987, dem Jahr nach Tschernobyl. – Mit einem
Kommentar von Sebastian Pflugbeil.
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Stx508-509.2008.4-6.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Vorgeburtliche Strahlenbelastung
beeinträchtigt schulische Leistungen. Eine Studie von Ökonomen in
Schweden (Almond Douglas, Lena Eglund, Mårten Palme, 2007) zeigt die Beeinträchtigung der
geistigen Entwicklung von Kindern nach dem Tschernobyl-Fallout.
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Stx496-497.2007.10-11.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Perinatalsterblichkeit in der Ukraine nach Tschernobyl. Der
zeitliche Verlauf der Perinatalsterblichkeit – also
der Sterblichkeit, die sich aus den Totgeburten und den in den ersten 7 Lebenstagen
gestorbenen Neugeborenen zusammensetzt – in den drei vom Tschernobyl-Fallout
am stärksten belasteten ukrainischen Gebieten (oblasts)
Zhitomir, Kiew und der Stadt Kiew zeigt eine
auffällige Abweichung von einem gleichmäßig fallenden Trend mit Maximum um
das Jahr 1993. Unter vereinfachenden Modellannahmen lässt
sich der Verlauf der Daten mit der verzögerten Wirkung von inkorporiertem
radioaktivem Strontium erklären. Eine epidemiologische Untersuchung von Dr.
Alfred Körblein.
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Stx476-477.2006.1-3.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Streit um Tschernobyl-Opferzahlen.
„Den Behörden nicht vertrauen“. Nach Auffassung der atomkritischen
Ärzteorganisation IPPNW kann der Streit um die Opfer der Reaktorkatastrophe
von Tschernobyl beigelegt werden, wenn die zuständigen staatlichen oder
staatsnahen Behörden und wissenschaftlichen Fachgremien dazu übergehen,
seriöse und öffentlich nachvollziehbare wissenschaftliche Fakten zu veröffentlichen.
„Wir brauchen den makaberen Streit um die
Tschernobyl-Opfer nicht“, erklärte der IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz am 26. April 2006 anläßlich des 20. Jahrestages
der Atomkatastrophe. „Es würde uns vollständig genügen, wenn die zuständigen
Behörden und die offiziellen Organisationen damit aufhören würden, ihre
eigenen Zahlen zu manipulieren und die Öffentlichkeit zu täuschen.“ Die
Internationale Atomenergie Organisation IAEO und die
Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich nach Auffassung der IPPNW mit
ihrer Vorgehensweise selbst ins Abseits gestellt.
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Stx464-465.2006.6.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Wir gehen nicht vorsichtiger um mit
Radioaktivität, sondern nachlässiger. 20 Jahre Beobachtungen im
Strahlenschutz. Internationale Atomenergie Agentur (IAEA) und
Weltgesundheitsorganisation (WHO) versuchten mit ihrem „Tschernobylprojekt“
zu vertuschen und abzuwiegeln. Tagungen in Bern und in Berlin haben dagegen
gezeigt: ● Seit 20 Jahren befindet sich offenbar mehr Radioaktivität
aus dem Katastrophenreaktor von Tschernobyl in unserer Umwelt, als bisher
zugegeben und die Strahlendosen sind vielfach höher als nach physikalischen
Abschätzungen zu erwarten wäre. Es reicht nicht, lediglich das relativ leicht
meßbare und deshalb als Leitnuklid gewählte Radiocäsium zu betrachten. ●
Die gesundheitlichen Folgen beschränken sich nicht auf Erkrankungen und Krebs
der Schilddrüse. Wegen der größeren Einwohnerzahl ist in Westeuropa mit mehr
Gesundheitsschäden durch die Reaktorkatastrophe zu rechnen, als in den
Ländern nahe Tschernobyl, obwohl die durchschnittlich erhaltene Strahlendosis
des Einzelnen bei uns viel niedriger ist als dort. Wen es trifft, den trifft
es voll. Um so aufmerksamer sollten wir die Berichte über das Ausmaß und die
Vielfalt der gesundheitlichen Schäden in der Ukraine, in Weißrußland und in
Rußland verfolgen. ● In der Folge der Reaktorkatastrophe vor 20 Jahren
hat sich in der Wahrnehmung und Behandlung von Radioaktivität ein Wandel
vollzogen. In den Interessenkonflikten um den Atomausstieg hat das dazu
geführt, daß der Strahlenschutz in Deutschland abgeschwächt wurde, sogar über
das von der EU geforderte Maß hinaus. Eine ökonomische Deckelung wurde
eingeführt und der Grundsatz des Minimierungsgebots aufgegeben. Wir gehen
tatsächlich heute nicht vorsichtiger, sondern nachlässiger mit der
Radioaktivität um. Dem Fatalismus aber sollte nicht nachgegeben werden, denn
die gesundheitlichen Folgeschäden sind größer als gerne behauptet. Ein
Bericht von Thomas Dersee.
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Stx464-465.2006.1-6.6 (6 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Internationaler Kongreß „20 Jahre nach Tschernobyl“ vom 3. bis 5. April
2006 in der Berliner Charité: „Der
deutlich größte Teil des Reaktorinventars wurde infolge einer Kernexplosion
ausgestoßen. Einen größeren Unfall kann es nicht geben.“ 20 Jahre Mythenbildungen
vernebeln die Sicht auf die Wirklichkeit und müssen beendet werden. Führende
Wissenschaftler und Ärzte aus den betroffenen Ländern Ukraine, Weißrußland
und Rußland sind zu ganz anderen Ergebnissen über die Folgen der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 gekommen, als die
Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) im September 2005 auf ihrer Tagung in Wien und in dem Report des
sogenannten Tschernobylforums. Auf dem Kongreß der
deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz, den diese gemeinsam mit dem
European Committee on Radiation Risk
(ECRR) vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstaltete, wurde
das besonders deutlich.
Den
vollständigen Abstractband des Internationalen
Kongresses „20 Jahre nach Tschernobyl
- Erfahrungen und Lehren für die Zukunft“ der Gesellschaft für
Strahlenschutz e.V. und des European Committee on
Radiation Risk (ECRR), den diese vom 3. bis 5.
April 2006 in der Charité in Berlin veranstalteten, finden Sie hier als pdf-Datei. Die Datei ist 1,4 MB groß.
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Stx462-463.2006.1-2.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Krebs, Leukämien und Geisteskrankheiten finden russische, weißrussische
und ukrainische Forscher jetzt vermehrt bei ihren Mitbürgern.
PSR/IPPNW-Tagung in Bern deckt Falschdarstellungen des „Tschernobyl-Forums“
von WHO und IAEA auf. Etwa 90
Prozent der Aufräumarbeiter von Tschernobyl sind heute krank. Die körperliche
Verfassung von jungen Männern, die zur Zeit des Reaktorunglücks im Jahre 1986
als Soldaten im Alter von 18 bis 25 Jahren Katastrophenhilfe leisteten,
entspricht heute der von 50- bis 60-jährigen. Sie sind um 10 bis 15 Jahre
schneller gealtert. Auf psychische Effekte oder gar eine „Strahlenphobie“
zurückführen läßt sich das nicht. Denn auch in Tierversuchen zeigen sich nach
Niedrigdosisbestrahlung wie bei Menschen für den Alterungsprozeß charakteristische
Verschiebungen biophysikalischer und biochemischer Parameter. Das berichteten
russische, weißrussische und ukrainische Wissenschaftler am 12. November 2005
im Inselspital in Bern auf einer Tagung der schweizerischen Sektion der
Vereinigung der „Ärztinnen und Ärzte für soziale Verantwortung / zur
Verhütung des Atomkrieges“ (PSR/IPPNW). Ein Bericht von Thomas Dersee.
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Stx454-455.2005.1-4.4 (4 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Gesundheit und Atomanlagen.
Bereits die Kernschmelze 1979 im AKW Three Mile
Island bei Harrisburg / USA hatte Folgen wie heute
die von Tschernobyl. Auch das radioaktive Inventar des Reaktorkerns war
verschwunden. Ein Beitrag von Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake.
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Stx452-453.2005.2-5.4 (4 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Katastrophale Sprachregelung.
Im Jahre 2003 wurde das Tschernobylforum der Vereinten
Nationen gegründet – von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Es vereint
Organisationen mit klangvollen Namen: IAEA, WHO, FAO, UNDP, UNEP, UN-OCHA,
UNSCEAR, Weltbank, die Regierungen Belorußlands,
Rußlands und der Ukraine. Am 6. und 7. September 2005 wurden nun die
Arbeitsergebnisse während einer von der Internationalen Atomenergieagentur
(IAEA) in Wien organisierten Konferenz vorgelegt. Sinn der aufwendigen
mehrjährigen Zusammenarbeit war die Formulierung von Sprachregelungen im
Hinblick auf den 20. Jahrestag der Katastrophe im nächsten Jahr (2006), und
zwar auf der höchstmöglichen Ebene, nämlich der von UN-Organisationen und
Regierungen, außerdem der Abschluß sämtlicher Forschungsarbeiten zum Thema
Tschernobyl und die Vermittlung der These, daß das Hauptproblem der Region
die Armut sei und nicht Tschernobyl. Dr. M. Repacholi,
der Manager des WHO-Strahlenprogramms bringt es auf seine Weise auf den
Punkt: "Die Hauptbotschaft des Tschernobylforums
ist: 'kein Grund zur Beunruhigung'." Ein Bericht und Kommentar von
Sebastian Pflugbeil.
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Stx450-451.2005.1-5.5 (5 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Strahlenschäden: Wie verlässlich sind die
Grenzwerte? Neue Erkenntnisse über die Wirkung inkorporierter Radioaktivität.
Von Inge Schmitz-Feuerhake. Es werden unvollständige Annahmen über die zu
erwartenden Effekte bei niedriger Strahlendosis gemacht. Die japanischen
Atombombenüberlebenden sind keine geeignete Referenzbevölkerung zur Beurteilung
der Gesundheitsschäden durch Umweltradioaktivität. Das System zur Sicherung
der Einhaltung der Grenzwerte ist fehlerhaft. Angesichts der Fülle der zu
beobachtenden Effekte nach Tschernobyl wird klar, dass
sich die Dosis mit Hilfe der herkömmlichen und amtlich vorgeschriebenen
Methodik nicht bestimmen läßt. Außer in den direkten Anrainerländern Ukraine
und Weißrussland wurde nach dem Reaktorunfall von
Tschernobyl auch aus dem Nachbarland Türkei eine Zunahme von Fehlbildungen
bei Säuglingen gemeldet. Erstaunlich sind auch die Effekte in weit entfernten
europäischen Ländern. Das erklärte Frau Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake,
Köln, in ihrem Beitrag auf dem 2. Fachgespräch zur Situation im
Atommüll-Endlager Asse II in Wolfenbüttel am 23. April 2005. Strahlentelex
dokumentiert hier diesen Beitrag.
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Stx442-443.2005.1-6.6 (6 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Vermehrt Krebserkrankungen in Nordschweden nach der Katastrophe von Tschernobyl.
Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat nach Berechnungen von Martin Tondel von der Universität Linköping in Schweden und
Kollegen, bis 1996 zu 849 zusätzlichen Krebserkrankungen in den
Falloutgebieten Nordschwedens geführt. In der Ausgabe vom Dezember 2004 des
Journal of Epidemiology and Community Health stellen
sie eine Kohortenstudie vor, die alle bis 60 Jahre
alten Bewohner Nordschwedens zum Zeitpunkt der Reaktorkatastrophe umfaßt und
die Bodenbelastungen mit Cäsium-137 ins Verhältnis setzt zur Zahl der an
Krebs Erkrankten. Demnach stiegen das Gesamt-Krebsrisiko und das für
Lungenkrebs mit der Fallout-Belastung an. Bericht mit einem Kommentar von
Sebastian Pflugbeil.
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Stx430-431.2004.1,2.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Zuckerkrank nach Tschernobyl. Seit Tschernobyl erkranken in
Weißrußland zunehmend mehr Kinder und Jugendliche an Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit
– und zwar besonders in den hochbelasteten Gebieten. Das ermittelten
Endokrinologen der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und des
Belorussischen endokrinologischen Beratungszentrums
in Minsk mit einer bemerkenswerten Studie. Über den langen Zeitraum von 1980
bis 2002 wurde in zwei sehr unterschiedlich belasteten Gebieten Belorußlands die Inzidenzrate (Erkrankungshäufigkeit pro
Jahr) von Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen verfolgt.
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Stx416-417.2004.7.1 (1 Seite)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Fehlbildungen in Bayern nach Tschernobyl. Eine Neuauswertung der
Daten von angeborenen Fehlbildungen bei Neugeborenen in Bayern durch den
Münchner Physiker Dr. Alfred Körblein ergibt einen
deutlich signifikanten Zusammenhang der Fehlbildungsraten vor und nach
Tschernobyl mit der Cäsiumbelastung der Landkreise. Allerdings ist dieser
Zusammenhang nicht linear. Bei niedrigen Belastungen zeigt sich ein steiler
Anstieg, gefolgt von einem Rückgang und einem erneuten Anstieg mit
zunehmender Cäsiumbelastung. Die Erhöhung der Fehlbildungsrate pro
Dosiseinheit ist bei sehr niedriger Strahlendosis circa fünfmal größer als
bei hoher Dosis. Die bayerischen Fehlbildungsdaten könnten eine
Schlüsselrolle für das Verständnis der Wirkung kleiner Strahlendosen spielen.
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Stx416-417.2004.4-6.3 (3 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Die internationale Strahlenschutzgemeinschaft hat nach Tschernobyl versagt.Als
"realistischen Überblick über Probleme, die in Zusammenhang mit
Reaktorunfällen entstehen können," bezeichnet Dr. Mikhail Malko, Physiker an der Akademie der Wissenschaften in Minsk/Belarus
(Weißrußland) den im selben Strahlentelex-Heft dokumentierten Bericht von Lengfelder et al. und weist ergänzend auf das Versagen
der internationalen Strahlenschutzgemeinschaft hin: "Das ist eine
potentielle Gefahr auch für die Bürger der demokratischen Länder für den Fall
einer Katastrophe in einem westlichen AKW."
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Stx414-415.2004.5-7.3 (3 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Die Klärung von Gesundheitsfolgen des Tschernobyl-Unfalls stößt auf
Widerstand. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 hat
riesige Landflächen radioaktiv verseucht. Hunderttausende Menschen sind in
ihrer Gesundheit betroffen. Das Münchner Otto Hug Strahleninstitut - MHM
gehört mit seinen strahlenmedizinischen Experten zu den ersten westlichen
Organisationen, die seit 1990 medizinische Hilfsprojekte in der Region
aufgebaut und wirksame medizinische Hilfe geleistet haben. Die Tatsache, daß
die internationale Nuklearlobby medizinische Forschungsergebnisse über die
schweren kurz- und langfristigen Gesundheitsfolgen zu vertuschen sucht, ist
besonders abstoßend. Ein Bericht über den Einfluß verschiedener Faktoren auf
die Abschätzung der Gesundheitsfolgen nach Tschernobyl und den Beitrag internationaler
nicht-staatlicher Organisationen zur Forschung und zur Behandlung von
Schilddrüsenpathologien in Belarus. Von E. Lengfelder,
H. Rabes, H. Scherb, Chr.
Frenzel.
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Stx414-415.2004.2-5.4 (4 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Gesundheitsfolgen
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Epidemiologie: Vermehrt akute Leukämien bei Kindern um Tschernobyl.
Von dem radioaktiven Fallout des Tschernobyl-Unfalls 1986 waren allein in der
Ukraine mehr als 4 Millionen Menschen betroffen. Um die Wirkung der
Bestrahlung im Mutterleib und das Entstehen von Leukämie zu untersuchen haben
Wissenschaftler der Akademie der Wissenschaften der Ukraine und des Roswell Park Cancer Institute
in den USA das Vorkommen der verschiedenen Leukämietypen bei Kindern
untersucht, die im Jahr des Unglücks 1986 geboren worden waren. Die
Entwicklung der Kinder wurde 10 Jahre lang bis 1996 weiter verfolgt. Die
Risikoraten für die akute lymphatische Leukämie (ALL) war für Jungen
dramatisch erhöht und in nicht ganz so starker Ausprägung auch für Mädchen.
Für beide Geschlechter kombiniert war das relative Risiko für die akute
lymphatische Leukämie in belasteten Bezirken mehr als dreifach höher als in
unbelasteten (RR = 3,4). Die Ergebnisse dieser Untersuchung legen den Schluß
nahe, daß das erhöhte Risiko, an Leukämie zu erkranken, für die im Jahre 1986
geborenen und danach weiter in radioaktiv belasteten Gebieten lebenden Kinder
aus dem Tschernobyl-Fallout folgt.
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Stx408-409.2004.2,3.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Der Strontium-Fallout korreliert mit der frühen Säuglingssterblichkeit um
Tschernobyl. Der Strontium-Effekt überragt den Cäsium-Effekt um das Zehnfache.
Die frühe Säuglingssterblichkeit (perinatale Mortalität) in den ukrainischen
und weißrussischen Gebieten um Tschernobyl nahm 1987, dem Jahr nach dem
Reaktorunglück, zu. Für das selbe Jahr wurde auch
die Zunahme der frühen Säuglingssterblichkeit in Deutschland und Polen
untersucht, wobei sich der Effekt der Cäsiumbelastung schwangerer Frauen
zuordnen ließ. Nach 1989 gab es in Weißrußland und in der Ukraine einen zweiter unvermuteten Anstieg der frühen
Säuglingssterblichkeit. Für diesen erneuten Anstieg läßt sich eine
zufriedenstellende Beziehung zur Strontiumbelastung
schwangerer Frauen herstellen. Das zeigte Alfred Körblein
vom Umweltinstitut München jetzt in einer Untersuchung. (A. Körblein:
Strontium fallout from Chernobyl and perinatal
mortality in Ukraine and Belarus.
Radiats Biol Radioecol. 2003 Mar-Apr;43(2):197-202.)
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Stx398-399.2003.5.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Schilddrüsenkrebs: Sorgen um Tschernobyl-Kinder als Versuchskaninchen
der USA. Im Jahre 1994 wandte sich das amerikanische Energieministerium
an das Gesundheitsministerium von Weißrußland (Belarus), um ein auf
mindestens 30 Jahre geplantes gemeinsames Forschungsprojekt durchzuführen,
das BelAm-Projekt. Zweck ist die langfristige
Untersuchung, wie viele Krebsfälle und andere Pathologien der Schilddrüse in
belarussischen Bevölkerungsgruppen auftreten werden, die einer
unterschiedlich hohen Dosisbelastung durch radioaktives Jod aus Tschernobyl
ausgesetzt waren. Ausgewählt wurden etwa 13000 Personen, die über drei
Jahrzehnte regelmäßig untersucht werden sollen. Natürlich gefällt Weißrußland
eine internationale Kooperation zu den Tschernobyl-Folgen und die Förderung
der medizinischen Wissenschaft im Lande. Das Energieministerium der USA
finanziert das gemeinsame Projekt mit 10 Millionen US-Dollar.
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Stx390-391.2003.2-4.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Auch in Deutschland und anderen Ländern Europas starben nach
Tschernobyl deutlich mehr Säuglinge, gab es mehr Fehlbildungen und
Totgeburten. Die Studien von Alfred Körblein, Hagen
Scherb und Eveline Weigelt erschienen in den
Otto-Hug-Berichten der Gesellschaft für Strahlenschutz. In Vorbereitung
auf den 17. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe erschien im März 2003 der
Otto-Hug-Bericht Nr. 24 der Gesellschaft für Strahlenschutz mit zwei bemerkenswerten
Arbeiten. Die Autoren befassen sich seit vielen Jahren mit statistischen
Untersuchungen epidemiologischer Fragestellungen und haben viel dazu
publiziert. Ihre fachliche Kompetenz kann man vernünftigerweise nicht in
Frage stellen. Nun haben sie sich aber Themen zugewandt, von denen das
Establishment der deutschen Epidemiologen und
Strahlenmediziner/-biologen/-physiker bisher die Meinung vertreten hat, daß
es nicht sinnvoll ist, diese Themen zu bearbeiten, weil es gar nicht möglich
sei, dabei etwas Vernünftiges herauszubekommen. Es geht um die Untersuchung
von Veränderungen in den Daten der Säuglingssterblichkeit, der Totgeburten
und Fehlbildungen in Bayern, Deutschland und verschiedenen europäischen
Regionen nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl im April 1986.
Zu Vorwort, Abstracts, Zusammenfassung und
Bestellformular
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Stx388-389.2003.6,7.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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17 Jahre nach Tschernobyl: Gesundheitsfolgen bei Kindern in Weißrußland
und der Ukraine. In Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät der
Universität Basel veranstaltete die Schweizer Sektion von PSR/IPPNW (Physicians for Social Responsibility/Internationale
Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) am 15. Februar 2003 ein
Fortbildungs-Symposium zum Thema "Gesundheitsfolgen von Tschernobyl bei
Kindern". Berichtet wurde im Kantonsspital Basel über die Auswirkungen
radioaktiver Strahlung bei Kindern, die in den belasteten Gebieten von
Weißrußland und der Ukraine leben. Die Professoren Andreas Nidecker und Michel Fernex
schrieben darüber in der Schweizerischen Ärztezeitung.
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Stx388-389.2003.7,8.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Fehlbildungen in Europa und der Türkei. Das sich entwickelnde
Lebewesen gilt in der Strahlenbiologie als empfindlichstes System. In der
Strahlenschutzgesetzgebung findet das jedoch kaum Beachtung, weil
internationale Komitees überwiegend Schwellenwerte - also unschädliche
Dosisbereiche - für strahleninduzierte teratogene Effekte annehmen. Die
deutsche Strahlenschutzkommission setzt diesen unschädlichen Bereich bei 50
Millisievert (mSv) an. Daher dürfen schwangere Frauen nach der Novellierung
der Strahlenschutzverordnung im Jahre 2001 neuerdings im Kontrollbereich
arbeiten. Nach Tschernobyl hat die Strahlenschutzkommission deshalb
behauptet, daß dadurch in Deutschland eine "Schädigung des ungeborenen
Lebens nicht zu befürchten ist". Entgegen dieser Prognose wurden jedoch
in Deutschland und anderen Ländern in der näheren und weiteren Umgebung von
Tschernobyl Anstiege strahlentypischer Fehlbildungen beobachtet. Über diese
Befunde hat der Epidemiologe und Strahlenforscher
Wolfgang Hoffmann vom Bremer Institut für Präventionsforschung, Sozialmedizin
und Epidemiologie eine Übersichtsarbeit vorgelegt.
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Stx374-375.2002.9,10.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Verminderte Hirnfunktionen bei Katastrophenhelfern. Zehntausende
von Menschen, die nach der Tschernobylkatastrophe
vom 26. April 1986 mit Sanierungsarbeiten an der strahlenden Atomreaktorruine
beschäftigt waren, sind mittlerweile nicht nur von Krebserkrankungen
befallen. So klagen sie über vermindertes Sprechvermögen, Depressionen,
Gedächtnisstörungen und Konzentrationsprobleme. Das berichteten jetzt
russische Ärztinnen und Ärzte auf dem 18. UICC International Cancer Congress Oslo 2002.
Julia V. Malova, Psychiaterin beim Moskauer Zentrum
für Strahlenerkrankungen und dort speziell für Tschernobyl-ArbeiterInnen zuständig, erklärte demnach: "Unsere
Theorie ist, daß auf irgendeine Weise die Blutzufuhr zum Gehirn vermindert
worden war und möglicherweise noch wird."
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Stx374-375.2002.9.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Fehlbildungen bei Neugeborenen in Bayern. In Gesamt-Bayern war die
Fehlbildungsrate bei Neugeborenen im Jahr nach Tschernobyl gegenüber dem
Trend der Jahre 1984 bis 1991 nicht erhöht. Allerdings ist im südlichen Teil
des Freistaates, der durch den radioaktiven Fallout stärker belastet war, die
Fehlbildungsrate Ende 1987 nahezu doppelt so hoch wie in Nordbayern. Im
November und Dezember 1987 zeigt die Fehlbildungsrate in den bayerischen
Landkreisen eine hochsignifikante Abhängigkeit von der
Cäsium-Bodenkontamination. Das Verhältnis der Fehlbildungsraten in Süd- und Nordbayern
korreliert zeitlich mit der um sieben Monate verschobenen Cäsiumbelastung der
Schwangeren. Das ermittelte der Münchner Diplom-Physiker Dr. Alfred Körblein vom Umweltinstitut München.
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Stx360-361.2002.5,6.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Hohes Schilddrüsenkrebsrisiko für Kinder bis zu einem Alter von 10
Jahren bei Strahlenbelastung. Kurzlebige Anteile des Tschernobyl-Fallouts als
Ursache nachgewiesen. Der Ursache für die auffallende Zunahme der
Häufigkeit von Schilddrüsenkrebs bei Kindern, die in einem Radius von 150
Kilometern um den Unglücksreaktor von Tschernobyl leben, gingen japanische
und russische Wissenschaftler von der Nagasaki University School of Medicine, der Radiation Effects Research Foundation in Hiro-shima und dem belorussischen Gomel Specialized Medical Dispensary
nach. Wie Yoshisada Shibata und Kollegen jetzt in
der Zeitschrift The Lancet berichten, untersuchten sie dazu 21.601 Kinder, die
vor und nach dem Reaktorunglück vom 26. April 1986 geboren worden waren und
fanden dabei insgesamt 32 Schilddrüsenkrebserkrankungen (The Lancet, Vol.
358, Dec. 8, 2001, p. 1965-1966). Allein 31 der
Schilddrüsenkrebserkrankungen entfielen dabei auf die 9.720 Kinder, die
zwischen dem 1. Januar 1983 und dem 26. April 1986 geboren worden waren.
Dieses Ergebnis zeigt einen signifikanten Effekt des kurzlebigen radioaktiven
Tschernobyl-Fallouts, speziell von Jod-131 und Jod-133, erklärten Shibata und
Kollegen.
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Stx360-361.2002.5.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Erbgutschäden bei Kindern. Im Erbgut der Kinder von
Katastrophenhelfern von Tschernobyl sind ungewöhnlich viele Mutationen gefunden
worden. In Abschnitten des Genoms haben Wissenschaftler der Universität von
Haifa eine bis auf das Siebenfache erhöhte Zahl von Veränderungen
festgestellt. Wie die Forscher in den Proceedings
der Royal Society of London (Bd. 268, p. 1001)
berichten, gehen diese Mutationen zwar noch nicht mit schweren Krankheiten
einher, die Häufung von Erbveränderungen zeige jedoch, daß sie an die
Nachkommen weitergegeben werden.
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Stx346-347.2001.8.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Desinformation über Schilddrüsenerkrankungen nach Tschernobyl.
Staatliche Sponsoren wollen "wissenschaftliche Konkurrenz und
widersprüchliche Publikationen vermeiden". Unter den
Gesundheitsfolgen der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl im Jahre 1986 steht
in den betroffenen drei GUS-Republiken die dramatische Zunahme von
Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere von Schilddrüsenkrebs an vorderster
Stelle. Darauf wies auf dem internationalen Kongress
"Strahlenschutz nach der Jahrtausendwende" der Gesellschaft für
Strahlenschutz Professor Dr.med. Dr.h.c. Edmund Lengfelder vom Institut für Strahlenbiologie der
Universität München am 10. Juni 2000 in Bremen hin. Die meisten Fälle seien
in Belarus (Weißrußland) aufgetreten. Im Verwaltungsgebiet Gomel, das größer
ist als Baden-Württemberg, sei im Beobachtungszeitraum von 13 Jahren nach der
Reaktorkatastrophe (1986-1998) in der Altersstufe von 0 bis 18 Jahren die
Summe der jährlichen Neuerkrankungen an Schilddrüsenkrebs 58-fach höher als
im gleichen Zeitraum vor dem Unfall. Die Realität dieser Entwicklung stehe in
krassem Widerspruch zu den jahrelangen verharmlosenden Behauptungen von
Regierungen, internationalen Organisationen (zum Beispiel der Internationalen
Atomenergieagentur IAEA in Wien) und Industriezweigen, die an der
fortgesetzten Nutzung der Atomenergie starkes Interesse haben. Die Fakten zu
Tschernobyl hätten auch gezeigt, daß die bisherigen Konzepte des
Katastrophenschutzes für die Bevölkerung im Falle eines Super-GAUs in
Deutschland bezüglich Evakuierungszonen und Schilddrüsenkrebsprophylaxe
absolut untauglich sind.
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Stx326-327.2000.6,7.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Chromosomenstudie belegt: Belorussische Kinder sind durch die Tschernobyl-Katastrophe
mit bis zu 500 Milligray strahlenbelastet. In
einer Vielzahl von Veröffentlichungen werden Chromosomenanalysen an Personen
beschrieben, die durch den Tschernobylunfall am 26.
April 1986 verstrahlt wurden. Die Untersuchungen an Einzelpersonen oder
Personengruppen aus Belorussland, der Ukraine und Russland werden dabei nicht nur vorgenommen, um nach der
Reaktorkatastrophe eine Dosisermittlung durchzuführen, sie dienen auch einer
Risikoabschätzung der zu erwartenden strahlenbedingten Erkrankungen. In der
Ausgabe der Zeitschrift Radiation Protection Dosimetry No.2 2000, veröffentlichte L. S. Mikhalevich von der belorussischen Akademie der
Wissenschaften in Minsk und Kollegen das Ergebnis einer
Chromosomenuntersuchung an 86 belorussischen Kindern, denen kurz nach der
Reaktorkatastrophe Blutproben entnommen worden waren. Die dabei von den
Autoren ermittelten Dosiswerte liegen um ein Vielfaches über denen, die
offiziell angegeben werden. Ähnlich hohe Dosen, ermittelt durch biologische
Dosimetrie, mit Werten von 300 bis 500 Milligray,
sind nicht ungewöhnlich für Evakuierte aus der Stadt Pripjat
und benachbarten Gebieten wie Kharkov, stellen die
Autoren fest. Die Untersuchung zeige nochmals deutlich, dass
die erhaltene Dosis nicht mit den Bodenwerten der Cäsiumbelastung korreliert
werden dürfe und dass die physikalischen
Dosisabschätzungen das reale Ausmaß der Verstrahlung weit unterschätzen.
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Stx320-321.2000.5,6.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Berufskrankheit: Kernenergieopfer gestorben. Das erste von einem
deutschen Gericht anerkannte Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ist
gestorben.
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Stx.302-303.1999.5,6.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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13 Jahre nach Tschernobyl: "Weißrußland stirbt".
Demographische Probleme in Belorußland. Ein Bericht
von Dr. Sebastian Pflugbeil vom Ersten Internationalen
Wissenschaftlich-Praktischen Kongreß zu Demographischen Problemen Belorußlands, der vom 17. - 20. März 1999 in Minsk
stattfand.
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Stx294-295.1999.2,3.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Weißrußland: Schon mehr als 50.000 Patienten wurden im
Schilddrüsenzentrum Gomel behandelt. Bericht des Otto Hug
Strahleninstituts München.
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Stx286-287.1998.12.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Berufskrankheit: Speditionsarbeiter in Thüringen als Tschernobyl-Opfer
anerkannt.
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Stx276-277.1998.121 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Down-Syndrom nach Tschernobyl: Die Trisomie-21-Studie des Berliner
Humangenetikers Sperling wurde in einer Re-Analyse bestätigt. Exakt 9
Monate nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurden in Berlin
überdurchschnittlich viele Kinder mit der chromosomalen
Veränderung Trisomie 21, auch Down-Syndrom genannt, geboren. Eine von
Professor Karl Sperling vom Institut für Humangenetik der Humboldt
Universität Berlin veröffentlichte Studie über die unerwartet hohe Anzahl mit
Down-Syndrom geborener Kinder erregte international großes Aufsehen. Pierre Verger vom Institut für nukleare Sicherheit und
Strahlenschutz in Fontenay-aux Roses Cedex (Frankreich) sichtete die vorhandenen Arbeiten über
einen möglichen Zusammenhang von ionisierender Strahlung und dem Entstehen
der Chromosomenanomalie Down-Syndrom. Ein Bericht von Bettina Dannheim.
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Stx268-269.1998.1-4.4 (4 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Im Gebiet Rovno in der Ukraine nahm die Zahl
der Blutkrebserkrankungen in den letzten Jahren drastisch zu. Bereits
1994 berichteten Ja. I. Vygovskaja und Kollegen in
der russisch-sprachigen Fachzeitschrift "Hämatologie und Transfusiologie", daß die Zahl der bösartigen
Blutkrankheiten in der kindlichen und der erwachsenen Bevölkerung im Gebiet Rovno (Ukraine) in den Jahren nach der Reaktorkatastrophe
von Tschernobyl deutlich angestiegen sei. Die Bedeutung dieser Studie fand
bisher kaum Eingang in die westliche Debatte über mögliche gesundheitliche
Folgen der Reaktorkatastrophe. Das Strahlentelex veröffentlicht einige der
Ergebnisse dieser genannten Studie.
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Stx266-267.1998.1,2.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Kinderleukämien: Nach dem Tschernobyl-Unfall erkrankten mehr Säuglinge
in Deutschland an Blutkrebs. Nach der Katastrophe 1986 in dem
ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl sind in Westdeutschland anderthalb mal
soviele Kinder im ersten Lebensjahr an Leukämie
erkrankt wie im Durchschnitt der 80er Jahre. Das berichteten Jörg Michaelis
und Uwe Kaletsch vom Deutschen Kinderkrebsregister
am Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation der Universität
Mainz gemeinsam mit W. Burkart und B. Grosche vom Institut für
Strahlenhygiene des Bundesamtes für Strahlenschutz im Mai 1997.
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Stx252-253.1997.1,2.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Leukämie in Griechenland. In Griechenland erkranken Jinder, die zum Zeitpunkt der Reaktorkatstrophe von
Tschernobyl im Leib ihrer Mutter heranwuchsen, doppelt so häufig an Leukämie
wie andere Kinder. Das ist das Ergebnis einer im Juli 1996 veröffentlichten
Studie des Harvard-Zentrums für Krebsprävention.
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Stx230-231.1996.12.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Ukraine, Weißrußland: Erbgutveränderungen bei Kindern verdoppelt.
Erbgut-Mutationen haben sich bei Kindern, die in der Umgebung von Tschernobyl
leben, verdoppelt. Weil Kinder untersucht wurden, die 1996 zwei Jahre alt
waren, schließen Genetiker aus Moskau und Leicester auf genetische
Veränderungen der elterlichen Keimzellen.
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Stx228-229.1996.9.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Schilddrüsenkrebs nimmt schneller zu als erwartet. Wissenschaft sieht
sich vor ein "unlösbares Rätsel" gestellt. Vom 20. bis 23. November
1995 fand in Genf in der Schweiz eine von der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) organisierte internationale Konferenz zu den Gesundheitsfolgen der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und anderer nuklearer Unfälle statt. Ziel
der Konferenz war die Präsentation der Ergebnisse der ersten Phase des
"International Programme on the Health Effects of the Chernobyl
Accident", welches im Jahr 1991 begonnen
wurde. Die Konferenz sollte außerdem ein Forum für die Diskussion und den
Vergleich wissenschaftlicher Untersuchungen zu den gesundheitlichen Folgen
der Belastung durch ionisierende Strahlung bilden. Heiko Ziggel,
Physiker an der Universität Portsmouth, England, berichtet über die auf der
Konferenz vorgetragenen Arbeiten zu Schilddrüsenkrebserkrankungen bei
Kindern.
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Stx214-215.1995.1-4,9.5 (5 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Ukraine: Beleg für Krebs durch Tschernobyl. Der Super-GAU von
Tschernobyl ist für die Zunahme von Schilddrüsenkrebs in der Ukraine
verantwortlich. Das ergibt eine 1995 veröffentlichte Studie britischer und
ukrainischer Forscher.
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Stx206-207.1995.11.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Die Strahlenbelastung der Tschernobyl-Liquidatoren ist auch heute noch
meßbar. Nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl waren mehr als 600.000
Liquidatoren an der Dekontamination der verstrahlten Gebiete beteiligt. Das
Institut für Strahlenbiologie im Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
(GSF) in Neuherberg ermittelte retrospektiv die Strahlenbelastung von 15
Personen, die zu der am höchsten belasteten Gruppe der Strahlenopfer gehören
die Studie wurde im Frühjahr 1994 veröffentlicht.
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Stx198-199.1995.9.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Wissenschaftliche Nachlese: Behinderte Kinder in Berlin durch
Tschernobyl. Professor Dr. Karl Sperling bleibt dabei: Überzufällig viele
Kinder mit Down-Syndrom (Trisomie 21, "Mongolismus") sind neun
Monate nach Tschernobyl in Berlin zur Welt gekommen, für die als Ursache nur
der Unfall von Tschernobyl angegeben werden kann. Das ist das Ergebnis einer
ausführlichen Datenanalyse, die der Leiter des Instituts für Humangenetik an
der Freien Universität Berlin im British Medical Journal vom 16. Juli 1994
veröffentlicht hat. Sperling findet seine Vermutungen von 1987 bestätigt, die
damals noch von der Strahlenschutzkommission und von Politikern angegriffen
worden waren.
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Stx184-185.1994.1,2.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Kind und Umwelt: Neugeborenensterblichkeit
nach Tschernobyl. 10 Studien im Überblick: Deutschland, Griechenland,
Schweden, Ungarn, Finnland, Norwegen.
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Stx178-179.1994.7.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Niedrigdosisstrahlung: Tschernobylfolgen
auch in Deutschland meßbar. Entgegen den Beteuerungen von
Strahlenschutzkommission und Bundesregierung sind mit hoher
Wahrscheinlichkeit schwerwiegende gesundheitliche Folgen aus der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in höher belasteten Regionen Deutschlands
statistisch erfaßbar. Darauf machte der Lüneburger Arzt für öffentliches
Gesundheitswesen Dr. Hayo Dieckmann 1993
aufmerksam. Er stützt sich dabei auf das Neuroblastomrisiko
für den Geburtsjahrgang 1988 nach Zahlen des Kinderkrebsregisters Mainz von
1992.
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Stx166-167.1993.4.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Moskau: Nervenkrank durch Tschernobyl. Die bei den Aufräumarbeiten
nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl eingesetzten Katastrophenhelfer
(Liquidatoren) - mehr als 600.000 Arbeiter, Soldaten und Ingenieure - leiden
nach Angaben russischer Ärzte überdurchschnittlich häufig an
Nervenkrankheiten und Schädigungen des Immunsystems. Die Moskauer Zeitung Moscow Times zitierte in ihrer Ausgabe vom 13. Januar
1993 eine Studie, nach der 80 Prozent von 1600 in einer Klinik in St.
Petersburg untersuchten Katastrophenhelfern unter ernsten psychischen
Problemen leiden.
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Stx146-147.1993.4,5.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Weißrußland: Die Kinder erkranken jetzt öfter an Krebs. Schilddrüsenkrebs
bei Kindern tritt 1992 in Weißrußland bis zu 80mal so häufig auf wie im
weltweiten Durchschnitt. Das berichtet Vassili Kazakov
vom Gesundheitsministerium in Minsk in dem englischen Wissenschaftsmagazin
Nature vom 3. September 1992. Der Bericht steht im Widerspruch zu den
früheren Aussagen der sowjetischen Zentralregierung in Moskau und korrigiert
die Aussagen des Tschernobyl-Projektes der Internationalen Atomenergieagentur
(IAEA) vom Mai 1991. Die ehemalige sowjetische Regierung hatte verboten,
Verbindungen zwischen Strahlenbelastungen und Erkrankungen herzustellen.
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Stx138-139.1992.1-3.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Im Test: Unzuverlässige Ganzkörpermessungen. Ganzkörpermessungen in
Rußland und Deutschland sind in hohem Maße unzuverlässig und ungenau. Das ist
Ergebnis eines vergleichenden Tests, den Prof. Dr. Edmund Lengfelder
vom Strahlenbiologischen Institut der Universität München und Mitarbeiter
durchführten. Der 1991 durchgeführte Test von Ganzkörpermeßstellen in Rußland
sowie in Berlin und München ist im Bericht Nr. 5 des Otto Hug
Strahleninstituts dokumentiert.
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Stx138-139.1992.3,4.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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GUS: Bereits 13.000 tote Liquidatoren. 70.000 der Katastrophenhelfer
(Liquidatoren) von Tschernobyl sind bereits Invaliden, 13.000 sind gestorben.
Dabei beträgt das Durchschnittsalter der Männer 35 Jahre. Das erklärte Dr.
Georgiy F. Lepin aus Kiew (Ukraine), Vizepräsident
der Vereinigung der Liquidatoren von Tschernobyl, im September 1992 in
Berlin.
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Stx138-139.1992.8.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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"Aktion Sammelt Zähne" angelaufen. Zum Zwecke des
Strontium-Nachweises nach dem Vorbild vor 30 Jahren in den USA riefen 1992
die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) zum
Sammeln von ausgefallenen Zähnen von Kindern und Erwachsenen auf. Die hier
ermittelten radioaktiven Belastungen sollen denen der Tschernobyl-Region
gegenübergestellt werden.
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Stx136-137.1992.8.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Nervenschäden nach radioaktiver Strahlung. Die psychischen
Störungen, unter denen viele ehemalige Bewohner des Gebietes um Tschernobyl
leiden, könnten auf Schädigungen von Nervenzellen durch radioaktive Strahlung
zurückzuführen sein. Diese Ansicht vertrat 1992 Nadejda Gulaya
vom Pallaguin Institut für Biochemie in Kiew.
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Stx136-137.1992.8.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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GUS-Staaten: Bisher 6000 bis 8000 Tote durch Tschernobyl. In der Ukraine
sind 6000 bis 8000 Menschen an den Folgen der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl vom 26. April 1986 gestorben. Rund 15.000 Menschen leiden an
strahlenbedingten Krankheiten. Dies geht aus Statistiken hervor, die
ukrainische Regierungsvertreter auf einer Pressekonferenz zum Thema
"Sechs Jahre nach Tschernobyl" vorlegten. Wie die
Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete, ist die Sterblichkeit unter den
Mitgliedern der Rettungsmannschaften, die an den Dekontaminierungsarbeiten
teilgenommen hatten, drei- bis fünfmal so hoch wie bei anderen Menschen
gleichen Alters.
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Stx128-129.1992.1.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Krebsfälle nehmen um Tschernobyl deutlich zu. Sechs Jahre nach dem
Reaktorunfall im ukrainischen Tschernobyl nimmt die Zahl der
Krebserkrankungen in den radioaktiv verseuchten Gebieten offenbar deutlich
zu. Vor allem die Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern seien drastisch
gestiegen, erklärte der weißrussische Gesundheitsminister Wasili Kasakow im März 1992 in Gomel.
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Stx124-125.1992.1.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Vermehrt Neuroblastome bei Säuglingen in Süddeutschland. Für
Deutschland zeige sich in der Krebsstatistik im Jahre 1988 ein gehäuftes Auftreten
von Neuroblastomen, einer bösartigen Erkrankung des Nervensystems,
überwiegend bei Säuglingen und Kleinkindern. Darauf wies Prof. Dr. Günter
Henze von der Kinderklinik der Freien Universität Berlin 1991 hin.
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Stx122-123.1992.8.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Internationale Atomenergieagentur (IAEA). Die Diskussion der
internationalen Tschernobyl-Studie läuft verkürzt. Auf Wunsch der
Sowjetischen Regierung ist in der zweiten Hälfte des Jahres 1990 ein Projekt
zur Erfassung der gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen des
Reaktorunfalls von Tschernobyl (International Chernobyl
Project) durchgeführt worden. 200 Experten aus 25 Ländern und sieben
internationalen Organisationen waren unter der Schirmherrschaft der
Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) daran beteiligt, darunter die
Weltgesundheitsorganisation, das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten
Nationen für die Wirkung von Atomstrahlung (UNSCEAR) und die EG-Kommission.
Dr. I. Shigematsu, Chairman der Radiation Effects Research Foundation in
Hiroshima/Japan, stand der die Studie durchführenden "beratenden
Kommission", dem International Advisory Committee,
vor. Bei einem Treffen der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) in Wien
vom 18. bis 22. Mai 1991, wurden die Ergebnisse der Studie vorgelegt. Die
öffentliche Darstellung und Diskussion erfolgten ausgesprochen kontrovers.
Der Grund liegt im krassen Gegensatz zwischen dem hohen Grad der
Unzulänglichkeit der vorgelegten Studie und der Höhe der in sie gesetzten
Erwartungen.
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Stx110-111.1991.1,2.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Die Säuglingssterblichkeit war in Süddeutschland erhöht. Nach dem
Vorbild der Bremer Wissenschaftler Lüning, Schmidt, Scheer und Ziggel veröffentlichte das Umweltinstitut München 1991 eine
Untersuchung über die Auswirkungen des Reaktorunfalls von Tschernobyl im
April 1986 auf die Säuglingssterblichkeit in schwach und hoch radioaktiv
belasteten Gebieten der Bundesrepublik Deutschland. Danach zeigt der Verlauf
der Säuglingssterblichkeit bis eine Woche nach der Geburt im höher belasteten
Süddeutschland zwei deutliche Anstiege im Frühsommer 1986 und Winter 1986/87.
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Stx108-109.1991.4.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Tschernobyl-AIDS: In Milchzähnen nach Strontium suchen! Die ausfallenden
Milchzähne der Kinder in den durch den Tschernobyl-Unfall radioaktiv
verseuchten Gebieten der Sowjetunion sind zu sammeln und die Aktivität des in
ihnen eingebauten Knochensuchers Strontium ist zu bestimmen. Das empfahl der
Arzt und Biochemiker Dr. Roland Scholz, Professor am Institut für
Physiologische Chemie, Physikalische Biochemie und Zellbiologie der
Universität München im Jahre 1991. Denn: Vom Strontium gibt es keine
flächendeckende Kartierung der Verseuchung, im Gegensatz zum Cäsium, weder in
Westeuropa noch in der Sowjetunion. Strontium kann nicht durch
Ganzkörpermessungen erfaßt werden; denn als Beta-Strahler hat es nur eine
kurze Reichweite. Strontium ist die große Unbekannte. Am Strontium aber
könnte es liegen, wenn wir in Westeuropa noch einmal glimpflich davongekommen
sind, während es die Menschen in der Sowjetunion besonders hart trifft.
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Stx106-107.1991.1,2,3.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Chromosomenschäden in Salzburg. Unter der Federführung von Dr. J.
Pohl-Rüling von der Abteilung für Biophysik der
Universität Salzburg (Österreich), veröffentlichte 1991 eine international
zusammengesetzte Wissenschaftlergruppe die Ergebnisse ihrer Untersuchungen
über Chromosomenschäden in Lymphozyten von in Salzburg lebenden Menschen in
der Folge des Reaktorunglücks in Tschernobyl. Die aufgenommenen Strahlendosen
waren infolge des Tschernobyl-Fallouts bei den getesteten Personen im Jahre
1987 zwischen 15 und 68 Prozent gegenüber der vorherigen Strahlenbelastung
erhöht. Vor Tschernobyl lag die Strahlenbelastung in Salzburg im Mittel bei
0,9 Milligray oder 90 Millirad
pro Jahr, nach Tschernobyl bei 2 Milligray oder 200
Millirad pro Jahr. Dabei erhöhte sich die Zahl der
Chromosomenschäden in den Lymphozyten des peripheren Blutes der Testpersonen
im Vergleich zu vor Tschernobyl zunächst auf etwa das Sechsfache. Mit höheren
zusätzlichen Dosen verringerte sich die Zahl der Chromosomenschäden wieder.
Bei zwei Personen, die auch vorher und bis zu 4 Jahre nach dem Unfall von
Tschernobyl untersucht wurden, nahmen die Chromosomenschäden von 1984/85 bis
1987 zunächst deutlich zu und dann in 1988 und weiter in 1990 wieder ab. Die
gefundenen Dosis/Wirkungs-Kurven, so Pohl-Rüling et
al., zeigten dieselbe Tendenz wie die Ergebnisse früherer Untersuchungen und
stützten die Annahme, daß Reparaturenzyme durch ein gewisses Ausmaß an
DNA-Schäden stimuliert würden.
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Stx106-107.1991.1,3,4.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Bonn: Die Bundesregierung steckt den Kopf in den Sand. Die Bundesregierung
will gesundheitliche Strahlenfolgen des Unfalls von Tschernobyl in den
betroffenen Gebieten der Sowjetunion nicht anerkennen. Das ergibt sich aus
der Antwort der Bundesregierung vom 5. November 1990 auf eine Anfrage der
SPD-Fraktion im Bundestag (Bundestags-Drucksache 11/8421).
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Stx96-97.1991.8.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Bonn: Sowjetbürger als Studienobjekte deutscher Strahlenforscher.
1990 hat die bundesdeutsche Strahlenschutzkommission der Bundesregierung
empfohlen, Wissenschaftler aus der Bundesrepublik und der DDR sowie ein
halbes Dutzend Spezialbusse mit Meßgeräten in die Sowjetunion zu senden. In
den Bussen sollen sogenannte Ganzkörpermessungen durchgeführt werden.
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Stx86-87.1990.4.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Säuglingssterblichkeit nach Tschernobyl: "Die Wahrheit siegt nicht
- ihre Gegner sterben aus" (Planck). Für die Jahre von 1975 bis 1987
hatten die Wissenschaftler M. Schmidt, H. Ziggel
und G. Lüning um den Bremer Physiker Prof. Dr. Jens Scheer die Todesfälle bei
Säuglingen in den ersten sieben Tagen nach der Geburt untersucht. Während bis
zum Frühjahr 1986 die frühe Säuglingssterblichkeit im gesamten Bundesgebiet
abnahm, begann sich das in den folgenden Monaten nach Tschernobyl zu ändern:
Im Süden der Bundesrepublik, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, wo
die höchsten Strahlenbelastungen nach Tschernobyl festgestellt worden waren,
wurden deutlich mehr Todesfälle bei Neugeborenen registriert als in
(nördlichen) Gebieten, in denen der radioaktive Niederschlag geringer war.
Nach der Veröffentlichung der Untersuchung 1989/1990 geriet die
wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Öffentlichkeit in große
Aufregung, war doch von Seiten offizieller Strahlenschützer bisher jegliche
Schadensmöglichkeit hierzulande durch den Unfall von Tschernobyl strikt
ausgeschlossen worden. Professor Scheer meldete sich im Mai 1990 erneut zu
Wort.
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Stx78-79.1990.8.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Weißrußland: "Die Kinder von Tschernobyl". Nach Angaben
von Jelena Pankratowa und Wladimir Skworzow, Sprecher der 1989 gegründeten Minsker
Bürgerinitiative "Die Kinder von Tschernobyl" und Redakteure des
deutschsprachigen Programms von Radio Minsk, beträgt die Ganzkörperbelastung
eines Drittels der Menschen dort um 74.000 Becquerel Cäsium. Das berichteten
sie im Dezember 1989 in Berlin.
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Stx72-73.199012.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Knochenmarks-Transplantationen waren vergebens. Nur zwei von 13 Strahlenopfern
des Reaktorunglücks von Tschernobyl haben nach Knochenmarks-Transplantationen
durch ein sowjetisch/US-amerikanisches Medizinerteam bis 1989 überlebt.
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Stx62-63.1989.10.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Vermehrt Frühgeburten behinderter Kinder in Finnland. Keine
deutlichen Unterschiede in der Häufigkeit von Mißbildungen und Totgeburten,
jedoch eine signifikante Zunahme von Frühgeburten bei Kindern, deren Mütter
während der ersten drei Monate ihrer Schwangerschaft in den durch den
Tschernobyl-Fallout höher belasteten Gebieten Finnlands lebten, sind für den
Geburtszeitraum von August bis Dezember 1986 festgestellt worden. Dies ist
das Ergebnis einer 1989 im British Medical Journal (1989; 298: 995-7) veröffentlichten
Studie der Professoren L. Saxén und T. Rytömaa und Mitarbeiter von der Abteilung für Pathologie
der Universität Helsinki und dem dortigen Finnischen Zentrum für
Strahlenschutz und nukleare Sicherheit. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung
zeigen, so die Wissenschaftler, daß die Höhe des radioaktiven Fallouts, dem
die finnische Bevölkerung ausgesetzt war, nicht ausreichte, um fetale Schäden
bei den zum regulären Zeitpunkt geborenen Kindern hervorzurufen. Mit dieser
Studie sei jedoch nicht die Möglichkeit von Erbschäden bei Kindern mit
radioaktiver Belastung während ihrer fetalen Entwicklung ausgeschlossen, wird
betont. Die größere Häufigkeit von Frühgeburten behinderter Kinder in den
höher belasteten Gebieten Finnlands sei ihnen überdies unerklärlich.
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Stx60-61.1989.8.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Mehr Chromosomenschäden bei Reisenden aus der Sowjetunion. Etwa
eine Woche nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl kehrte eine Reihe
deutscher Staatsangehöriger von ihren unterschiedlichen Aufenthaltsorten in
der Ukrainischen Sowjetrepublik zurück in die Bundesrepublik Deutschland.
Chromosomenanalysen dieser Personen ergaben eine überraschend deutliche
Vermehrung von Chromosomenschäden: Azentrische
Chromosomenanomalien waren etwa doppelt so häufig wie dizentrische.
Zentrische Chromosomenringe wurden ebenfalls gefunden, während die Zahlen der
Chromatidbrüche sich bei den Reisenden aus der
Ukraine nicht signifikant von denen der Kontrollgruppe unterschieden. Dieses
Ergebnis ihrer Untersuchungen veröffentlichten G. Stephan und U. Oestreicher vom Institut für Strahlenhygiene des
Bundesgesundheitsamtes in Neuherberg im Mai 1989.
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Stx58-59.1989.2.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Strahlenbelastungen: "Selbstversorger" können stärker
gefährdet sein. Der Tschernobyl-Unfall habe die radioaktiven Belastungen
für die Einwohner Europas im Jahr danach im Mittel um etwa 30 Prozent der
natürlichen Strahlenbelastung erhöht. Das erklärte das Wissenschaftliche
Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkung der Atomstrahlen, UNSCEAR,
1988 in einem Bericht an die Vereinten Nationen (UN). Abhängig vom Wohnort
und von den Ernährungsgewohnheiten sind dagegen deutlich höhere Belastungen
möglich. Für landwirtschaftliche Arbeiter in Südostbayern errechnete das
Institut für Strahlenhygiene des Bundesgesundheitsamtes in einer Ende 1988
veröffentlichten Studie eine effektive Äquivalentdosis von mehr als 200 Millirem (2 Millisievert) pro Jahr.
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Stx47.1988.1,2.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Hamburg: Im Tschernobyl-Jahr 1986 vermehrt untergewichtige Säuglinge
geboren. Im Jahr 1986 gab es in Hamburg den seit 30 Jahren zweithöchsten
Anstieg in der Zahl der mangel- und frühgeborenen Säuglinge unter 2.500 Gramm
Geburtsgewicht. Das erklärte der Senat der Hansestadt im Oktober 1988.
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Stx47.1988.6.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Strahlenbelastungen: Die statistische Erfassung von Umweltschäden ist
in der Bundesrepublik unterentwickelt. Durch die freigesetzte radioaktive
Strahlung beim Reaktorunfall in Tschernobyl sei es in der Bundesrepublik
Deutschland nicht zu Fehlbildungen bei Neugeborenen gekommen. Das erklärte
Prof. Albrecht Keller, Direktor des Instituts für Strahlenheilkunde der
Universität Würzburg, 1988 in München auf einer Tagung "Medizinische
Genetik und Kinderheilkunde". Genauer: Etwaige Schäden für die
betroffenen Menschen in der Bundesrepublik werden sich seinen Angaben zufolge
mit statistischen Mitteln nicht nachweisen lassen. Mit 4 Karten des Bundesgesundheitsamtes
zu Schilddrüsendosen und effektiven Äquivalentdosen für Kinder und Erwachsene
im ersten Jahr nach Tschernobyl in europäischen Ländern.
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Stx45.1988.5,6.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Großbritannien: Mehr Leukämien in Schottland. Ein starker Anstieg
von Leukämie-Erkrankungen bei Kleinkindern in Schottland läßt Ärzte rätseln.
Da die Zunahme um 37 Prozent im Jahr 1987 nur Kinder unter vier Jahren
betrifft, werden Auswirkungen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im
Frühjahr 1986 nicht ausgeschlossen.
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Stx42.1988.6.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Ganzkörperbelastung: Personen in Südostbayern zwei- bis dreifach höher
belastet als die Münchner Bevölkerung. Das ergibt sich aus den Angaben
des Instituts für Strahlenhygiene des Bundesgesundheitsamtes im Bericht zur
Strahlenexposition im April 1988.
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Stx34.1988.5.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Vermehrt Zwitter, Totgeburten und Mißbildungen in süddeutschen
Ziegenherden. Einen überdurchschnittlichen Anstieg von Zwittern, Totgeburten
und Mißbildungen stellt eine Betriebserhebung des Instituts für Tierzucht und
Haustiergenetik der Universität Gießen unter der Leitung von Prof. Dr. J.
Steinbach für 1987 bei den Ziegenbeständen der südlichen Bundesländer fest.
Die Ziege ist das strahlenempfindlichste Nutztier.
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Stx31.1988.5.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Schweiz: Bewohner des Tessins mit fünfmal mehr Cäsium belastet.
Fünfmal mehr Cäsium-137 als ein deutschschweizer
Landwirt nimmt ein Tessiner Bauer nach Tschernobyl auf. Das wurde Anfang 1988
bekannt. Ein Bericht von Urs Jaeggi.
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Stx29.1988.4.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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USA: Anstieg der Todesrate in 1986. Vom 10. Mai bis Anfang Juni
1986 war an der Ostküste der USA radioaktives Jod-131 in der Milch gefunden worden,
das vermutlich aus dem Reaktor in Tschernobyl stammte. Höchstwerte von 1,5
Becquerel pro Liter waren zwischen dem 10. und 20. Mai gemessen worden und
nach dem 28. Mai 1986 weniger als 0,5 Becquerel pro Liter. In der
Bundesrepublik war radioaktives Jod bis zum Tausendfachen dieser Menge
vorhanden. In einem Vortrag am 18. November 1987 in Hamburg stellte der mit
dem US-amerikanischen Forscher Professor Sternglass
zusammenarbeitende Statistiker Dr. Jay M. Gould die Hypothese auf, dieses Jod
sei Ursache für eine erhöhte Sterberate in den USA in den Monaten Mai bis
August 1986. Dies bezweifelt der Kieler Physiker Dr. Henning Wendhausen und
gibt eine andere Deutung.
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Stx27.1988.2,5.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Ganzkörpermessungen: In Südost-Bayern achtmal höhere
Ganzkörperbelastungen als in Berlin. Die monatliche radioaktive Belastung
durch aufgenommenes Cäsium-134 und Cäsium-137 war 1986 und 1987 für Einwohner
von München etwa doppelt so hoch, im Voralpengebiet etwa dreimal so hoch und
in Südost-Bayern, dem Gebiet mit der höchsten niedergeschlagenen
Radioaktivität in Deutschland, im Mittel etwa achtmal so hoch wie in
Homburg/Saar, Frankfurt am Main, Karlsruhe und Berlin. Dies ist ein Ergebnis
der Auswertung von Ganzkörpermessungen in den genannten Städten und Gebieten
durch das Institut für Strahlenhygiene des Bundesgesundheitsamtes. Die
Inkorporations-Meßstelle Berlin am Klinikum Steglitz der Freien Universität
Berlin hatte unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. P. Koeppe
seit dem Unglück von Tschernobyl bis Ende Oktober 1987 mehr als 1.200
Ganzkörpermessungen durchgeführt. Davon sind 1.063 Messungen von Berliner
Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern. Ein erster Bericht mit
Dokumentation von Thomas Dersee.
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Stx21.1987.2,5.2 + Stx23.1987.2.1 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Hessen: Nach Tschernobyl vermehrt Kinder mit Schilddrüsenunterfunktion
geboren. Auch in Hessen wurde 1986 nach Tschernobyl bei Neugeborenen
vermehrt eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) im Rahmen der üblichen
Früherkennungsuntersuchungen festgestellte. Das teilte das Staatliche Medizinal-, Lebensmittel- und Veterinäruntersuchungsamt
Mittelhessen in Dillenburg mit.
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Stx20.1987.6.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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"Strahlenbelastung durch Jodmangel verstärkt". F.
Kollmann von der Universitätskinderklinik in Frankfurt am Main berichtete
1987 beim 6. Wiesbadener Schilddrüsengespräch, daß es nach dem Reaktorunglück
in Tschernobyl zu einer erstaunlich schnellen Aufnahme von radioaktivem
Jod-131 zunächst durch die Atemluft und später über die Nahrung bei 52
zufällig ausgewählten Kindern im Alter von 9 Monaten bis 16 Jahren im
Rhein-Main-Gebiet gekommen ist. Die höchsten Radioaktivitätswerte in der
Schilddrüse betrugen seinen Angaben zufolge bis zu 300 Becquerel. Die
Gesamt-Strahlenbelastung habe zwischen 100 und 200 Millirem
mit Spitzenwerten von über 300 Millirem gelegen.
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Stx17.1987.6.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Berlin: Vermehrt Schilddrüsenerkrankungen bei Neugeborenen.
Vierzehn Kinder wurden 1986 in Berlin mit einer Unterfunktion der Schilddrüse
(Hypothyreose) geboren. In den Jahren davor waren es im Mittel nur jeweils
drei bis vier, maximal sieben. Das wurde dem Strahlentelex Ende Juni 1987 aus
der Kinderklinik der Freien Universität Berlin im
Kaiserin-Auguste-Viktoria-Haus (KAVH) bestätigt.
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Stx12.1987.2.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Wiesbaden: Höheres Strahlenrisiko für Türken. In der Bundesrepublik
Deutschland lebende Türken, die sich vorwiegend mit Nahrungsmittelprodukten
aus ihrer Heimat ernähren, sind möglicherweise vielfach stärker radioaktiv
belastet, als ihre deutschen Mitbürger. Bei der Vorstellung des hessischen
Strahlenmeßberichtes vom 25. Juni 1987 teilte Landessozialminister Karl Heinz
Trageser (CDU) mit, daß an der Universität Gießen bei zwei Türken
durchgeführte Ganzkörpermessungen eine zehnmal höhere radioaktive Belastung
ergeben hätten, als bei nicht-türkischen Vergleichspersonen.
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Stx12.1987.6.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Die Ziege als Strahlenindikator. Züchter beklagen Verluste an
Ziegenlämmern. Mißbildungen bei Tieren gab es schon immer. Das
veterinärgenetische Institut der Universität Gießen besitzt allein 8.000
Präparate. Ein Jahr nach Tschernobyl aber kommt es anscheinend zu einem nie
dagewesenen Anstieg: Fehl- und Frühgeburten bei Kühen in Bayern und auf
Korsika, Ferkel ohne Augen, Küken mit drei Beinen, Kaninchen ohne Beine,
Schafe ohne Fell oder mit nur einem Auge, Fohlen mit fehlenden Hautpartien,
Ziegenlämmer mit Korkenzieherbeinen oder offenem Bauch. Einige Züchter melden
bis zu 40 Prozent Verluste an Jungtieren. Ein Bericht von Irene Noll.
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Stx9.1987.1,2.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Berlin: Ungewöhnlicher Anstieg der Säuglingssterblichkeit in 1986.
Im Vergleich zu 1985 hat 1986 die Säuglingssterblichkeit in Berlin von 10,6
auf 12,5 im ersten Lebensjahr gestorbene Säuglinge pro 1.000 lebend geborene
zugenommen. Die Sterblichkeit der nicht-deutschen Säuglinge stieg dabei
überproportional von 9,6 auf 14,3 pro Tausend. Die Sterblichkeit nach der
ersten Lebenswoche bis zum Abschluß des ersten Lebensjahres hat sogar um 26
Prozent zugenommen. Zuvor war die Säuglingssterblichkeit zurückgegangen.
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Stx7.1987.2.1 + Stx8.1987.3.1 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Trisomie 21: "Wirklich mehr Mißbildungen?"
Verdienstvollerweise hat der Berliner Humangenetiker Professor Dr. Karl
Sperling im März 1987 eine Rundfrage bei allen cytogenetischen
Labors in der Bundesrepublik durchgeführt. Überraschenderweise konnte die
Auswertung von insgesamt 28.737 Chromosomenproben den Verdacht, der zuerst
anhand einer kleinen Fallzahl geäußert wurde, nicht entkräften. Eine
Bewertung von Priv.-Doz. Dr.med. Horst Spielmann.
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Stx8.1987.8.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Studien und Umfragen: Tschernobylfolgen
bei Neugeborenen. In einer ersten, im April 1987 veröffentlichten Fassung
seiner Studie, vertritt der Berliner Humangenetiker Professor Dr. Karl Sperling
die Ansicht, ein Zusammenhang zwischen niedrigen Strahlendosen und dem
gehäuften Auftreten der Chromosomenanomalie Trisomie 21 (Down-Syndrom) sei
nicht auszuschließen. Die bundesdeutsche Strahlenschutzkommission bestellte
Sperling daraufhin nach Bonn ein, wobei offenkundig geworden sei, so Sperling
anschließend, "daß die Strahlenschutzkommission alles sehr viel
niedriger wertet als ich". Entsprechend schwächte Sperling einen Tag
später vor einer erneut einberufenen Pressekonferenz bei unverändertem
Datenmaterial in einer neu gefaßten Erklärung ab, daß sich "kein
Beweis" für einen Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe habe finden
lassen. Trotz offenbar massiver politischer Beeinflussungsversuche will
Sperling die Fragestellung der Tschernobyl-Folgen nicht einfach auf sich
beruhen lassen, beteuerte er vor der Presse.
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Stx7.1987.1,6.2 (2 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Hamburg: Krebserkrankungen durch Tschernobyl. Die Hamburger Gesundheitsbehörde
hat im April 1987 eine Abschätzung der gesundheitlichen Risiken des
Reaktorunfalls in Tschernobyl für die Menschen in Hamburg vorgelegt, nach der
in den nächsten 50 Jahren die Strahlenbelastung allein in den ersten sechs
Monaten nach der Reaktorkatastrophe zu einer Zunahme der Krebserkrankungen in
Hamburg führen wird.
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Stx7.1987.2.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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Hessisches Sozialministerium: Strahlenbelastung durch Nahrung seit
Tschernobyl 100 mal höher. "Die durch Nahrung aufgenommene
strahlenbiologische Belastung im vierten Quartal 1986 war bei Cäsium rund 100
mal höher als im Vergleichszeitraum 1983", erklärte der Hessische
Sozialminister Armin Clauss (SPD) am 19. März 1987
gegenüber der Presse.
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Stx6.1987.6.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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"Mongolismus" 9 Monate nach Tschernobyl. Zehn Fälle von
Trisomie 21, einer auch unter den Bezeichnungen Down-Syndrom und
"Mongolismus" bekannten angeborenen Mißbildung, sind im Institut
für Humangenetik der Freien Universität (FU) Berlin unter der Leitung von
Professor Dr. Karl Sperling bei im Januar 1987 in der Stadt geborenen Kindern
festgestellt worden. Diese Zahl wird als "statistisch hoch
signifikant" bezeichnet, und damit eine zufällige Schwankung
ausgeschlossen. Normalerweise treten in Berlin im Mittel zwei Fälle pro Monat
auf. Bericht von Thomas Dersee und Kommentar von Jannes Emmert:
Probleme für die Wissenschaft.
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Stx5.1987.1-3.3 (3 Seiten)
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Gesundheitsfolgen
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Akutfolgen nach Tschernobyl. Einen Anhaltspunkt für mögliche
Akutfolgen durch Niedrigdosisstrahlung liefern Ergebnisse über die Folgen der
oberirdischen Atombombentests in den sechziger Jahren, wie sie 1984 von D. Pisello und R. Piccioni
veröffentlicht wurden. Pisello und Piccioni zeigen einen Zusammenhang zwischen der Zahl der
Fehlgeburten und dem Strontium-90-Gehalt der Milch.
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Stx5.1987.2.1 (1 Seite)
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Gesundheitsfolgen
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München: Mongolismus nach Tschernobyl zwei- bis dreimal häufiger.
Zwei- bis dreimal häufiger als üblich hat der Kinderarzt Dr. Klaus Waldenmeyer im Januar 1987 in seinem Labor für genetische
Diagnostik in München bei Neugeborenen eine Trisomie 21 feststellen müssen.
Das erklärte der Mediziner im Februar 1987 gegenüber dem Strahlentelex.
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Stx3.1987.1,2.2 (2 Seiten)
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Risikobewertung und
Risikokommunikation
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Streit um Tschernobyl-Opferzahlen.
„Den Behörden nicht vertrauen“. Nach Auffassung der atomkritischen
Ärzteorganisation IPPNW kann der Streit um die Opfer der Reaktorkatastrophe
von Tschernobyl beigelegt werden, wenn die zuständigen staatlichen oder
staatsnahen Behörden und wissenschaftlichen Fachgremien dazu übergehen,
seriöse und öffentlich nachvollziehbare wissenschaftliche Fakten zu
veröffentlichen. „Wir brauchen den makaberen Streit
um die Tschernobyl-Opfer nicht“, erklärte der IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz am 26. April 2006 anläßlich des 20. Jahrestages
der Atomkatastrophe. „Es würde uns vollständig genügen, wenn die zuständigen
Behörden und die offiziellen Organisationen damit aufhören würden, ihre
eigenen Zahlen zu manipulieren und die Öffentlichkeit zu täuschen.“ Die
Internationale Atomenergie Organisation IAEO und die
Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich nach Auffassung der IPPNW mit
ihrer Vorgehensweise selbst ins Abseits gestellt.
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Stx464-465.2006.6.1 (1 Seite)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Wir gehen nicht vorsichtiger um mit
Radioaktivität, sondern nachlässiger. 20 Jahre Beobachtungen im
Strahlenschutz. Internationale Atomenergie Agentur (IAEA) und
Weltgesundheitsorganisation (WHO) versuchten mit ihrem „Tschernobylprojekt“
zu vertuschen und abzuwiegeln. Tagungen in Bern und in Berlin haben dagegen
gezeigt: ● Seit 20 Jahren befindet sich offenbar mehr Radioaktivität
aus dem Katastrophenreaktor von Tschernobyl in unserer Umwelt, als bisher
zugegeben und die Strahlendosen sind vielfach höher als nach physikalischen
Abschätzungen zu erwarten wäre. Es reicht nicht, lediglich das relativ leicht
meßbare und deshalb als Leitnuklid gewählte Radiocäsium zu betrachten. ●
Die gesundheitlichen Folgen beschränken sich nicht auf Erkrankungen und Krebs
der Schilddrüse. Wegen der größeren Einwohnerzahl ist in Westeuropa mit mehr
Gesundheitsschäden durch die Reaktorkatastrophe zu rechnen, als in den
Ländern nahe Tschernobyl, obwohl die durchschnittlich erhaltene Strahlendosis
des Einzelnen bei uns viel niedriger ist als dort. Wen es trifft, den trifft
es voll. Um so aufmerksamer sollten wir die Berichte über das Ausmaß und die
Vielfalt der gesundheitlichen Schäden in der Ukraine, in Weißrußland und in
Rußland verfolgen. ● In der Folge der Reaktorkatastrophe vor 20 Jahren
hat sich in der Wahrnehmung und Behandlung von Radioaktivität ein Wandel
vollzogen. In den Interessenkonflikten um den Atomausstieg hat das dazu
geführt, daß der Strahlenschutz in Deutschland abgeschwächt wurde, sogar über
das von der EU geforderte Maß hinaus. Eine ökonomische Deckelung wurde
eingeführt und der Grundsatz des Minimierungsgebots aufgegeben. Wir gehen
tatsächlich heute nicht vorsichtiger, sondern nachlässiger mit der
Radioaktivität um. Dem Fatalismus aber sollte nicht nachgegeben werden, denn
die gesundheitlichen Folgeschäden sind größer als gerne behauptet. Ein
Bericht von Thomas Dersee.
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Stx464-465.2006.1-6.6 (6 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Internationaler Kongreß „20 Jahre nach Tschernobyl“ vom 3. bis 5. April
2006 in der Berliner Charité: „Der
deutlich größte Teil des Reaktorinventars wurde infolge einer Kernexplosion
ausgestoßen. Einen größeren Unfall kann es nicht geben.“ 20 Jahre
Mythenbildungen vernebeln die Sicht auf die Wirklichkeit und müssen beendet
werden. Führende Wissenschaftler und Ärzte aus den betroffenen Ländern
Ukraine, Weißrußland und Rußland sind zu ganz anderen Ergebnissen über die Folgen
der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 gekommen, als die
Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) im September 2005 auf ihrer Tagung in Wien und in dem Report des
sogenannten Tschernobylforums. Auf dem Kongreß der
deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz, den diese gemeinsam mit dem
European Committee on Radiation Risk
(ECRR) vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstaltete, wurde
das besonders deutlich.
Den
vollständigen Abstractband des Internationalen
Kongresses „20 Jahre nach Tschernobyl
- Erfahrungen und Lehren für die Zukunft“ der Gesellschaft für
Strahlenschutz e.V. und des European Committee on
Radiation Risk (ECRR), den diese vom 3. bis 5.
April 2006 in der Charité in Berlin veranstalteten, finden Sie hier als pdf-Datei. Die Datei ist 1,4 MB groß.
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Stx462-463.2006.1-2.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Bürgerinitiativen gründen
Stiftungsfonds. Zum 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl
gründen Badisch-Elsässische Bürgerinitiativen jetzt einen Stiftungsfonds. Das
uneingelöste Versprechen zum schnellen Atomausstieg
vor 20 Jahren und die unglaubliche „Renaissance“ von Atomenergie-Optionen
verlangen ein nachhaltiges Handeln, erklärte Erhard Schulz für die
Bürgerinitiativen. Die Erträge des gemeinnützigen Stiftungsfonds sollen dem
Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, der Förderung des Bürgerengagements
und der Völkerverständigung dienen. Gezielt gefördert werden sollen
Umweltaufklärung und -erziehung sowie wissenschaftliche Untersuchungen und
Projekte zu Risiken und Gefährdungen von Natur und Umwelt durch die
Atomenergienutzung, Radioaktivität und Strahlenanwendung. Am dem
Stiftungsfonds kann sich jeder beteiligen. Weitere Informationen unter www.Badisch-Elsaessische.net
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Stx460-461.2006.8.1 (1 Seite)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Katastrophale Sprachregelung.
Im Jahre 2003 wurde das Tschernobylforum der
Vereinten Nationen gegründet – von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Es
vereint Organisationen mit klangvollen Namen: IAEA, WHO, FAO, UNDP, UNEP,
UN-OCHA, UNSCEAR, Weltbank, die Regierungen Belorußlands,
Rußlands und der Ukraine. Am 6. und 7. September 2005 wurden nun die
Arbeitsergebnisse während einer von der Internationalen Atomenergieagentur
(IAEA) in Wien organisierten Konferenz vorgelegt. Sinn der aufwendigen
mehrjährigen Zusammenarbeit war die Formulierung von Sprachregelungen im
Hinblick auf den 20. Jahrestag der Katastrophe im nächsten Jahr (2006), und
zwar auf der höchstmöglichen Ebene, nämlich der von UN-Organisationen und
Regierungen, außerdem der Abschluß sämtlicher Forschungsarbeiten zum Thema
Tschernobyl und die Vermittlung der These, daß das Hauptproblem der Region
die Armut sei und nicht Tschernobyl. Dr. M. Repacholi,
der Manager des WHO-Strahlenprogramms bringt es auf seine Weise auf den
Punkt: "Die Hauptbotschaft des Tschernobylforums
ist: 'kein Grund zur Beunruhigung'." Ein Bericht und Kommentar von
Sebastian Pflugbeil.
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Stx450-451.2005.1-5.5 (5 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Buchmarkt: "Eine Rückkehr gibt es nicht. Lebt wohl! Pripjat, 28. April 1986". "Sperrzonen - Pripjat und Tschernobyl" heißt der großformatige
farbige Bildband von Robert Polidori, der im April
2004 im Göttinger Steidl-Verlag erschienen ist. Polidori
ist professioneller Photograph, er lebt heute in New York und arbeitet
regelmäßig für The New Yorker, für Geo und den Architectural Digest. In Deutschland hat er sich vor
allem mit seinem Buch "Havana" einen
Namen gemacht, das 2001 ebenfalls im Steidl-Verlag erschien. Eine
Buchbesprechung von Dr. Sebastian Pflugbeil.
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Stx422-423.2004.7,8.2 (2 Seiten)
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Tagungsbericht: Tschernobyl und die DDR. Dokumentation einer Tagung an
der Hochschule Magdeburg-Stendal. "In den Wochen nach der
Katastrophe stapelte sich in den Läden der DDR ein bisher nie gekanntes
Angebot von Obst und Gemüse. Zeitzeugen berichten über ein reichliches
Angebot auch in den Kindertagesstätten. Kinder vorsichtiger Eltern lehnten
den Salat ab, andere genehmigten sich doppelte Portionen. Die Bevölkerung des
ehemaligen Bezirks Magdeburg war durch das Zusammentreffen der radioaktiven
Spaltstoffe mit zufälligen Niederschlägen Anfang Mai 1986 besonders
betroffen. Vergleichbare Kontaminationen dieser Intensität waren auf dem
Gebiet Gesamtdeutschlands nur im Voralpenraum erfolgt. Schon zwei Tage nach
der Katastrophe von Tschernobyl wurde in der DDR stark ansteigende
Radioaktivität festgestellt. So maß Anfang Mai 1986 das Magdeburger
Bezirkshygieneinstitut in Wiesenkräutern bis zu 76.000 Bq/kg und in
Bodenproben bis zu 40.000 Bq/kg. Aber nur ein einziges Mal standen ein paar
Zahlen über die Radioaktivität nach Tschernobyl in der Zeitung:
"Stabilisierung auf einem niedrigeren Niveau". Das "Neue
Deutschland" verschwieg, dass
Radioaktivitätswerte rund 1000-mal höher als üblich waren, ja sogar Anfang
Mai nochmals um etwa den Faktor 100 anstiegen. Was die Bürger der DDR nicht
erfuhren, wusste die Regierung ganz genau. Ihrem
Ziel, die Entwicklung des Sozialismus mit allen Mitteln, ordnete die
Sozialistische Einheitspartei in der DDR alles unter: den Umgang mit der
Natur genauso wie die Lebensqualität der Menschen. (...) die Umweltdaten
(wurden) als Geheime Verschlusssache eingestuft und
das Ministerium für Staatssicherheit beauftragt, Kritiker der Umweltpolitik
und anderer Bereiche zu verfolgen und auszuschalten. Hier wurden sogar bewusst DDR-Gesetze gebrochen." Das berichten
Joachim Schlütter, Leiter des Landesbüros
Sachsen-Anhalt der Friedrich-Ebert-Stiftung und Edda Ahrberg,
Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der
ehemaligen DDR in Sachsen-Anhalt, einleitend in der jetzt erschienenen
80-seitigen Broschüre zur Dokumentation der Ergebnisse eines gemeinsamen
Forums von Friedrich-Ebert-Stiftung, Greenkids
Magdeburg und der Hochschule Magdeburg-Stendal am 19. April 2002.
(Friedrich-Ebert-Stiftung Landesbüro Sachsen-Anhalt (Hrsg.), F. Beyer, Th. Hartmann (Red.): Tschernobyl und die DDR: Fakten und
Verschleierungen – Auswirkungen bis heute? Magdeburg 2003, ISBN
3-89892-185-9, 80 Seiten. Die Broschüre wird kostenlos abgegeben.
Bestellungen an: Friedrich-Ebert-Stiftung, Geißlerstr.1, D-39104 Magdeburg,
Fax: 0391/ 56876-15)
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Stx398-399.2003.6,7.2 (2 Seiten)
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Risiko-Bewertung und Kommunikation
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Krisenkommunikation und Krisenmanagement nach Tschernobyl: Zwischen
staatlicher Unfähigkeit, Engagement und "Hysterie". Zwischen
staatlicher Unfähigkeit, Engagement der Bürger und "Hysterie"
bewegte sich das Spektrum der Reaktionen in Deutschland nach dem
Reaktorunglück von Tschernobyl. Ein Bericht über die Reaktionen der
Regierung, von Behörden und Menschen nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
und ihre Nachwirkungen. Erlebt und beschrieben von Thomas Dersee.
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Stx396-397.2003.3-8.6 (6 Seiten)
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Tschernobyl - Jahre danach
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Zurück zum Anfang
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2011
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Proteste von Tschernobyl-Veteranen.
In der Ukraine eskalierten am 1. November 2011 Demonstrationen von
Tschernobyl-Veteranen gegen die Sparpolitik des Landes. Bis zu 1000
Teilnehmer einer Kundgebung sogenannter Liquidatoren durchbrachen Berichten
zufolge die Absperrungen am Parlamentsgebäude in Kiew, bevor sie von
Spezialeinheiten der Polizei gestoppt wurden. Die Liquidatoren hatten 1986
unter Einsatz ihrer Gesundheit die Folgen der Reaktorkatastrophe im
ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl einzudämmen versucht. Nun will die
Regierung ihre Sonderrenten kürzen.
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Stx600-601.2012.7.1 (1 Seite)
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2011
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Auch Tschernobyl ist noch nicht
gegessen. Der diesjährige Spitzenwert der Pilzmessungen des
Umweltinstituts München liegt bei 2.500 Becquerel
Cäsium-137 pro Kilogramm. Diese Belastung wiesen Maronenröhrlinge aus dem Gebiet
um Mark Oberdorf im Allgäu auf, gefunden im Oktober 2011. Werte im
4-stelligen Bereich sind leider noch keine Seltenheit, vor allem bei
Maronenröhrlingen und Semmelstoppelpilzen. Diese Sorten können Cäsium
besonders gut aufnehmen.
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Stx596-597.2011.11.1 (1 Seite)
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Tschernobyl – 25 Jahre danach
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Kranke Kinder und beschleunigte
Alterung. Majak (Rußland/UdSSR) 1957, Harrisburg (USA) 1979, Tschernobyl (Ukraine/UdSSR) 1986,
Fukushima (Japan) 2011 – auch ein Vierteljahrhundert nach der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl werden die Folgen verdrängt, vertuscht,
verharmlost und bagatellisiert. Atomlobby und Politiker reden die Gefährdung
durch sogenannte Niedrigdosisstrahlung mit gezielter Propaganda und
beharrlichem Verschweigen der Risiken klein. Die Gesellschaft für
Strahlenschutz hatte für den 6. bis 8. April 2011 Ärzte und Wissenschaftler
aus den betroffenen Ländern Ukraine, Weißrußland und Rußland, eingeladen.
Diese sind zu ganz anderen Ergebnissen über die Folgen von Tschernobyl
gekommen als beispielsweise die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und
die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder das Wissenschaftliche Komitee der
Vereinten Nationen für die Wirkungen der Atomstrahlung (UNSCEAR). Doppelt so
schnell gealterte Katastrophenhelfer, Hirnschäden und Beeinträchtigung
kognitiver Funktionen, weniger und kranke, genetisch geschädigte Kinder,
angeborene Entwicklungsschäden, Schilddrüsenkrebs und Brustkrebs, Leukämien
und Lymphome – das sind Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, wie
sie jetzt berichtet wurden. Der Strahlenunfall von Tschernobyl zog schwere
ökologische Veränderungen nach sich, die zur Umsiedlung und Evakuierung der
Bevölkerung aus Verbotszonen und Umsiedlungszonen und zum notgedrungenen
Weiterleben der Bürger in radioaktiv verschmutzten Gebieten führte. Darauf
wies unter anderem die Moskauer Medizinprofessorin Larissa C. Baleva vom Zentrum für Forschung und Praxis des
Strahlenschutzes von Kindern am wissenschaftlichen Forschungsinstitut für
Pädiatrie und Kinderchirurgie des russischen Gesundheitsministeriums hin. Ihr
Institut betreut sowohl Kinder, die noch in Gebieten leben, in denen die
Bodenbelastung mit Cäsium-137 bis zu 1.665 kBq/m² beträgt, Kinder, die aus
der Verbotszone und der Umsiedlungszone evakuiert wurden, Kinder, die in der
Phase der intrauterinen Entwicklung radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren,
Kinder von Liquidatoren und Kinder, die der Bestrahlung durch Jod-131
ausgesetzt waren (Geburtsjahrgänge 1968 – 1986). Die bisher 25jährige
Beobachtungszeit erlaubt, die Besonderheiten des Gesundheitszustandes der
Kinder aus jeder Gruppe herauszuarbeiten und das Vorhandensein bestimmter
Strahleneffekte, die sich bei den Kindern aus Hochrisikogruppen entwickelten,
festzustellen.
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Stx582-583.2011.14-15.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl – 25 Jahre danach
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Erhöhte Sterblichkeit von
Neugeborenen nach Tschernobyl. Trendanalysen der Monatsdaten der Perinatalsterblichkeit aus Westdeutschland und der
Säuglingssterblichkeit aus Polen zeigen im Jahr 1987, dem Jahr nach
Tschernobyl, jeweils statistisch signifikante Zusammenhänge mit der
Cäsiumbelastung der Mütter über Milchverzehr. In beiden Datensätzen treten
Maxima der Sterblichkeit sieben Monate nach den Maxima der Cäsiumbelastung
auf. Die Dosis-Wirkungsbeziehung (DWB) ist stark nach oben gekrümmt, der
Schätzwert für den Dosisexponenten beträgt 3,7. Die Abweichung der Dosis-Wirkungsbeziehung
von einem linearen Verlauf ist deutlich signifikant. Statistische
Überlegungen lassen für die analytische Form der Dosis-Wirkungsbeziehung eine
kumulative Lognormalverteilung erwarten.
In den höchstbelasteten Regionen der Ukraine (Oblast Zhitomir)
und Weißrusslands (Oblast Gomel) zeigt sich nach
Tschernobyl außer einer Erhöhung im Jahr 1987 ein deutlich größerer Anstieg
in den 1990er Jahren, welcher mit der verzögerten Wirkung von Strontium
erklärt werden kann. Mit etwa 1.000 zusätzlich gestorbenen Neugeborenen in
den Jahren 1990 bis 1997 ist der Strontiumeffekt
mehr als 10-mal so groß wie der Cäsiumeffekt im Jahr 1987. Immer noch geht die internationale
Strahlenschutzkommission von der Existenz einer Schwellendosis für teratogene
Schäden in Höhe von 100 Millisievert (mSv) aus. Nach offiziellen Angaben
betrug die mittlere Dosis im ersten Folgejahr nach Tschernobyl in Deutschland
aber nur 0,2 mSv. Die obigen Ergebnisse widersprechen damit dem Konzept einer
unschädlichen Dosis für teratogene Schäden. Eine Analyse von Dr. Alfred Körblein.
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Stx580-581.2011.1-8.8 (8 Seiten)
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Tschernobyl – 25 Jahre danach
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Berlin, 5. bis 10. April
2011: Einladung zu zwei internationalen
Kongressen der Gesellschaft für Strahlenschutz und der IPPNW. Die
Gesellschaft für Strahlenschutz (GSS) und die Internationalen Ärzte für die
Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) veranstalten im April 2011 zwei
aufeinanderfolgende Kongresse. Informationen und Anmeldungen unter www.strahlentelex.de/tschernobylkongress-gss2011.htm
und www.tschernobylkongress.de
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Stx576-577.2011.1.1 (1 Seite)
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Tschernobyl – 24 Jahre danach
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Buchmarkt: 24 Jahre nach
Tschernobyl. Die New Yorker Akademie der Wissenschaften hat in englischer
Sprache eine umfangreiche Übersicht aus dem russischen und ukrainischen
Sprachraum über die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
veröffentlicht. Wer Gelegenheit hatte, mit Geschädigten der Katastrophe von
Tschernobyl zu sprechen, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier Menschen infolge der äußeren Bestrahlung oder
der im Körper aufgenommenen radioaktiven Isotope in ihrer körperlichen und
geistigen Gesundheit zutiefst geschädigt wurden. Es ist ihm ein Anliegen,
Genaueres über diese Schäden zu erfahren und greift deshalb mit großem
Interesse nach diesem Heft der New Yorker Akademie der Wissenschaften: „Chernobyl. Consequences of the Catastrophe
for People and the Environment“. Es ist von Alexej V. Yablokov, Vassiliy B. Nesterenko und Alexej V. Nesterenko
zusammengestellt worden. Alexej V. Yablokov ist
Biologe, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, Vassily B. Nesterenko hat in
Minsk das wissenschaftliche Institut „BELRAD“ aufgebaut, das die Folgen des
Ereignisses vom 26. April 1986 verfolgt und registriert. Als einer der ersten
flog er im Helikopter über den Unglücksreaktor. Er starb im Herbst 2008.
Alexey V. Nesterenko ist sein Sohn, der jetzt das
Minsker Institut leitet und dessen Tradition weiter pflegt. Eine Rezension
von Jürg Ulrich. Alexej V. Yablokov, Vassiliy B. Nesterenko, Alexej
V. Nesterenko: Chernobyl.
Consequences of the
Catastrophe for People and the Environment. The New York Academy of Sciences,
Annals Vol 1181, Dec 2009, 335 p., www.nyas.org/Publications/Annals/Detail.aspx?cid=f3f3bd16-51ba-4d7b-a086-753f44b3bfc1
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Stx560-561.2010.13-15.3 (3 Seiten)
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Tschernobyl – 23 Jahre danach
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Weniger und mißgebildete Insekten
und Vögel. Die ökologischen Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl, die sich Ende dieses Monats zum 23. Mal jährt, sind größer als
früher angenommen und erhofft. Die freigesetzten Radionuklide dezimieren auch
weiterhin Insekten und Spinnen. Und mißgebildete Insekten sind auch schon im
Normalbetrieb von Atomkraftwerken deutlich vermehrt in deren Umgebung zu
finden. (A. P. Møller, T. A. Mousseau
2009; C. Hesse-Honegger, P. Wallimann 2008)
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Stx534-535.2009.1-2.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl – 21 Jahre danach
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Artenvielfalt und Populationsdichte
von Vögeln nehmen mit höherer Strahlung ab. Im Sommer 2007 haben A. P. Møller (Curie-Universität Paris) und T. A. Mousseau (University of South
Carolina) eine Arbeit über Waldvögel in der Umgebung des Atomkraftwerks
Tschernobyl vorgelegt, die die weitverbreitete Meinung angreift, daß die
Sperrzone um Tschernobyl ein blühendes Naturschutzreservat sei, in dem man
seit Jahren zunehmend den herrlichsten Wildarten begegnen könne. Tatsächlich
kann einem dort ein großer Elch oder ein Bär über den Weg laufen. Untersucht
man aber die Situation genauer, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Es gibt
bisher kein standardisiertes Vorgehen, wie man die Auswirkungen von
Radioaktivität auf gewöhnliche Tiere untersuchen sollte, deshalb blieb bisher
die Frage nach den ökologischen Folgen der Radioaktivität unbeantwortet. Die
Autoren haben sich nun der Artenvielfalt und Populationsdichte von Waldvögeln
gewidmet.
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Stx498-499.2007.5.1 (1 Seite)
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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Buchmarkt: Atomkraft als Risiko. Zum
20. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe
veranstaltete Lutz Mez im Wintersemester 2005/06 an
der Freien Universität in Berlin eine Ringvorlesung, in der Tschernobyl von
sehr verschiedenen Seiten diskutiert wurde. Zum 25. Tschernobyl-Jahrestag
liegen die Vorlesungen nun in überarbeiteter Form als Buch vor.
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Stx576-577.2011.8.1 (1 Seite)
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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In Norwegens Schafen steckt besonders
viel Radioaktivität. In norwegischen Schafen befindet sich auch 20 Jahre
nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl noch besonders viel künstliche
Radioaktivität. Das berichtet der britische „New Scientist“ (Nr. 2575, S. 7)
unter Berufung auf die norwegische Strahlenschutzbehörde. In diesem Jahr
(2006) habe sich die radioaktive Belastung mit Cäsium-137 auf bis zu 7.000
Becquerel pro Kilogramm Schaffleisch im Vergleich zu den Vorjahren
verdoppelt.
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Stx476-477.2006.6.1 (1 Seite)
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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Buchmarkt: Chernobyl: 20 Years On.
Der vorliegende englischsprachige Dokumentationsband des European Committee on Radiation Risk (ECRR)
bietet 14 sehr fakten- und materialreiche Überblicke: zu den gesundheitlichen
Konsequenzen im allgemeinen, sowie speziell bei den Liquidatoren (Yablokov, mit ca. 200 Literaturangaben), zu den
genetischen und zellbiologischen Auswirkungen beim Menschen (Burlakova und Nazarov), zu
Schädigungen des Zentralnervensystems und der geistig-seelischen Gesundheit
auch bei der nachfolgenden Generation (Loganovsky,
in kritischer Auseinandersetzung mit den Angaben des Tschernobyl-Forums), zu
den Folgen für wildlebende Wirbeltiere (Krysanov)
und Wild- und Nutzpflanzen (Grodzinsky, mit Fotos
der Fehlbildungen), zu Chromosomenaberrationen in menschlichen Lymphozyten (Snigiryova und Shevchenko), zu teratogenen Schäden in
mehreren europäischen Ländern (Schmitz-Feuerhake), zur Säuglingsleukämie in
Großbritannien, Griechenland und Deutschland (Busby),
zur perinatalen Sterblichkeit und angeborenen Mißbildungen (Körblein et al.). Imanaka
erweckt fundierte Zweifel an der Behauptung, es habe nach der Katastrophe
praktisch keine akuten Strahlenkrankheiten in der Umgebung von Tschernobyl
gegeben. Mit den – überwiegend unterlassenen – praktischen Maßnahmen zur
Reduzierung der Strahlenbelastung der Bevölkerung beschäftigen sich Nestrenko und Nestrenko; sie
empfehlen die Reduzierung der Cäsium-137-Belastung mittels industriell
hergestelltem Apfelpektin. - Busby, C. C.; Yablokov, A.V. (Hrsg.): Chernobyl:
20 Years On. Health Effects of the Chernobyl
Accident. Documents of the ECRR 2006, No. 1. Green Audit Press, Aberystwyth 2006. ISBN 1-897761-25-2. 250 S., zahlr.
Tabellen, Fotos und Karten. ₤ 55 (€ 90). Reduzierter Preis für
Studenten ₤ 20 (€ 32) über: admin@euradcom.org.
- Eine begrenzte Anzahl Exemplare ist für den verbilligten Preis von EUR 47,-
erhältlich bei der Geschäftsstelle der Gesellschaft für Strahlenschutz,
Peter-Michels-Str. 54, D-50827 Köln.
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Stx466-467.2006.7-8.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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Streit um Tschernobyl-Opferzahlen.
„Den Behörden nicht vertrauen“. Nach Auffassung der atomkritischen
Ärzteorganisation IPPNW kann der Streit um die Opfer der Reaktorkatastrophe
von Tschernobyl beigelegt werden, wenn die zuständigen staatlichen oder
staatsnahen Behörden und wissenschaftlichen Fachgremien dazu übergehen,
seriöse und öffentlich nachvollziehbare wissenschaftliche Fakten zu
veröffentlichen. „Wir brauchen den makaberen Streit
um die Tschernobyl-Opfer nicht“, erklärte der IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz am 26. April 2006 anläßlich des 20. Jahrestages
der Atomkatastrophe. „Es würde uns vollständig genügen, wenn die zuständigen
Behörden und die offiziellen Organisationen damit aufhören würden, ihre
eigenen Zahlen zu manipulieren und die Öffentlichkeit zu täuschen.“ Die
Internationale Atomenergie Organisation IAEO und die
Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich nach Auffassung der IPPNW mit
ihrer Vorgehensweise selbst ins Abseits gestellt.
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Stx464-465.2006.6.1 (1 Seite)
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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Wir gehen nicht vorsichtiger um mit
Radioaktivität, sondern nachlässiger. 20 Jahre Beobachtungen im
Strahlenschutz. Internationale Atomenergie Agentur (IAEA) und Weltgesundheitsorganisation
(WHO) versuchten mit ihrem „Tschernobylprojekt“ zu
vertuschen und abzuwiegeln. Tagungen in Bern und in Berlin haben dagegen
gezeigt: ● Seit 20 Jahren befindet sich offenbar mehr Radioaktivität
aus dem Katastrophenreaktor von Tschernobyl in unserer Umwelt, als bisher
zugegeben und die Strahlendosen sind vielfach höher als nach physikalischen
Abschätzungen zu erwarten wäre. Es reicht nicht, lediglich das relativ leicht
meßbare und deshalb als Leitnuklid gewählte Radiocäsium zu betrachten. ●
Die gesundheitlichen Folgen beschränken sich nicht auf Erkrankungen und Krebs
der Schilddrüse. Wegen der größeren Einwohnerzahl ist in Westeuropa mit mehr
Gesundheitsschäden durch die Reaktorkatastrophe zu rechnen, als in den
Ländern nahe Tschernobyl, obwohl die durchschnittlich erhaltene Strahlendosis
des Einzelnen bei uns viel niedriger ist als dort. Wen es trifft, den trifft
es voll. Um so aufmerksamer sollten wir die Berichte über das Ausmaß und die
Vielfalt der gesundheitlichen Schäden in der Ukraine, in Weißrußland und in
Rußland verfolgen. ● In der Folge der Reaktorkatastrophe vor 20 Jahren
hat sich in der Wahrnehmung und Behandlung von Radioaktivität ein Wandel
vollzogen. In den Interessenkonflikten um den Atomausstieg hat das dazu
geführt, daß der Strahlenschutz in Deutschland abgeschwächt wurde, sogar über
das von der EU geforderte Maß hinaus. Eine ökonomische Deckelung wurde
eingeführt und der Grundsatz des Minimierungsgebots aufgegeben. Wir gehen
tatsächlich heute nicht vorsichtiger, sondern nachlässiger mit der
Radioaktivität um. Dem Fatalismus aber sollte nicht nachgegeben werden, denn
die gesundheitlichen Folgeschäden sind größer als gerne behauptet. Ein
Bericht von Thomas Dersee.
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Stx464-465.2006.1-6.6 (6 Seiten)
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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Internationaler Kongreß „20 Jahre nach Tschernobyl“ vom 3. bis 5. April
2006 in der Berliner Charité: „Der deutlich
größte Teil des Reaktorinventars wurde infolge einer Kernexplosion
ausgestoßen. Einen größeren Unfall kann es nicht geben.“ 20 Jahre
Mythenbildungen vernebeln die Sicht auf die Wirklichkeit und müssen beendet
werden. Führende Wissenschaftler und Ärzte aus den betroffenen Ländern
Ukraine, Weißrußland und Rußland sind zu ganz anderen Ergebnissen über die
Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 gekommen, als die
Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) im September 2005 auf ihrer Tagung in Wien und in dem Report des
sogenannten Tschernobylforums. Auf dem Kongreß der
deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz, den diese gemeinsam mit dem
European Committee on Radiation Risk
(ECRR) vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstaltete, wurde
das besonders deutlich.
Den vollständigen Abstractband des Internationalen Kongresses „20 Jahre nach Tschernobyl - Erfahrungen
und Lehren für die Zukunft“ der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. und
des European Committee on Radiation Risk (ECRR), den diese vom 3. bis 5. April 2006 in der
Charité in Berlin veranstalteten, finden Sie hier als pdf-Datei.
Die Datei ist 1,33 MB groß.
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Stx462-463.2006.1-2.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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Bürgerinitiativen gründen
Stiftungsfonds. Zum 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl
gründen Badisch-Elsässische Bürgerinitiativen jetzt einen Stiftungsfonds. Das
uneingelöste Versprechen zum schnellen Atomausstieg
vor 20 Jahren und die unglaubliche „Renaissance“ von Atomenergie-Optionen
verlangen ein nachhaltiges Handeln, erklärte Erhard Schulz für die
Bürgerinitiativen. Die Erträge des gemeinnützigen Stiftungsfonds sollen dem
Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, der Förderung des Bürgerengagements
und der Völkerverständigung dienen. Gezielt gefördert werden sollen
Umweltaufklärung und -erziehung sowie wissenschaftliche Untersuchungen und
Projekte zu Risiken und Gefährdungen von Natur und Umwelt durch die
Atomenergienutzung, Radioaktivität und Strahlenanwendung. Am dem
Stiftungsfonds kann sich jeder beteiligen. Weitere Informationen unter www.Badisch-Elsaessische.net
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Stx460-461.2006.8.1 (1 Seite)
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Tschernobyl – 20 Jahre danach
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Katastrophale Sprachregelung. Im
Jahre 2003 wurde das Tschernobylforum der Vereinten
Nationen gegründet – von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Es vereint
Organisationen mit klangvollen Namen: IAEA, WHO, FAO, UNDP, UNEP, UN-OCHA,
UNSCEAR, Weltbank, die Regierungen Belorußlands,
Rußlands und der Ukraine. Am 6. und 7. September 2005 wurden nun die
Arbeitsergebnisse während einer von der Internationalen Atomenergieagentur
(IAEA) in Wien organisierten Konferenz vorgelegt. Sinn der aufwendigen
mehrjährigen Zusammenarbeit war die Formulierung von Sprachregelungen im
Hinblick auf den 20. Jahrestag der Katastrophe im nächsten Jahr (2006), und
zwar auf der höchstmöglichen Ebene, nämlich der von UN-Organisationen und
Regierungen, außerdem der Abschluß sämtlicher Forschungsarbeiten zum Thema Tschernobyl
und die Vermittlung der These, daß das Hauptproblem der Region die Armut sei
und nicht Tschernobyl. Dr. M. Repacholi, der
Manager des WHO-Strahlenprogramms bringt es auf seine Weise auf den Punkt:
"Die Hauptbotschaft des Tschernobylforums ist:
'kein Grund zur Beunruhigung'." Ein Bericht und Kommentar von Sebastian
Pflugbeil.
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Stx450-451.2005.1-5.5 (5 Seiten)
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Tschernobyl - 19 Jahre danach
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Radioaktive Belastungen im Bayerischen Wald. Untersuchung des
Bundesamt für Strahlenschutz – Keine Entwarnung für den Verzehr von Wildbret.
19 Jahre nach Tschernobyl ist Wildbret noch immer radioaktiv belastet. Das
belegt eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
in Auftrag gegebene Studie, bei der die radioaktive Belastung von Wildbret,
Pflanzen und Böden des Bayerischen Waldes gemessen wurden. Bei Wildschweinen
steigt die radioaktive Belastung seit 1996 sogar wieder an.
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Stx448-449.2005.3,4.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 20 Jahre danach
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Aufruf zu Tschernobyl-Kongreß war voreilig. Voreilig war eine Kongressankündigung in der Mai-Ausgabe von Strahlentelex.
Unter dem Motto "20 Jahre Leben mit Tschernobyl" wollte die
Gesellschaft für Strahlenschutz gemeinsam mit weiteren Organisationen für
März 2006 kritische Wissenschaftler, Politiker, Ärzte, engagierte Bürger und
Vertreter von Tschernobyl-Initiativen zu einem Fachkongreß nach Feldkirch in
Österreich einladen. Bisher unterdrückten Nachrichten über die Folgen der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl solle zu mehr Licht verholfen werden, hieß
es. Das scheint nun nicht mehr garantiert. "Die Form der Ankündigung im
Strahlentelex" stieß beim Mitveranstalter Otto Hug Strahleninstitut -
MHM e.V. in München und – Institutsleiter Prof. Dr. Edmund Lengfelder zufolge – bei der Luxemburger Stiftung
"Ein Herz für krebskranke Kinder" auf scharfe Kritik.
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Stx444-445.2005.8.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 20 Jahre danach
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9.-12. März 2006 in Feldkirch in Vorarlberg/Österreich: "20 Jahre
Leben mit Tschernobyl: Erfahrungen und Lehren für die Zukunft". Erste Ankündigung
und Einladung zum internationalen Kongreß der Gesellschaft für Strahlenschutz
und des Otto Hug Strahleninstituts - MHM. Unmittelbar nach der
Tschernobyl-Katastrophe hat der sowjetische Geheimdienst (KGB) eine lange
Liste von Themen als "streng geheim" klassifiziert. Das hat der
betroffenen Bevölkerung wenig geholfen: Es gab keine wahrheitsgemäße
Berichterstattung über die Ursachen der Katastrophe, keine wahrheitsgemäße
Dokumentation der Strahlenschäden bei der Bevölkerung und bei den Katastrophenhelfern,
keine wahrheitsgemäße Dokumentation der radioaktiven Kontamination der
betroffenen Gebiete. Wichtige Maßnahmen, die zum Schutz der Bevölkerung
hätten getroffen werden können, unterblieben. Bis heute wird nicht offen über
Tschernobyl geredet. International angesehene Gremien sprechen heute noch von
nur 31 Strahlentoten nach Tschernobyl. Es wird nahezu jede
Gesundheitsschädigung infolge von Tschernobyl abgestritten – bis auf
Schilddrüsenkrebs bei Kindern. Es gibt jedoch immer mehr Wissenschaftler in
Ost und West, die sich dafür einsetzen, die Wahrheit hinter den Nebelbänken
aufzuspüren und den betroffenen Menschen in der Region um Tschernobyl wirksam
zu helfen. Diese Wissenschaftler haben es schwer, ihre Analysen in den
international akzeptierten Journalen zu publizieren. Das Ziel der Tagung
besteht deshalb darin, ihnen Gehör zu verschaffen, 20 Jahre Leid zu
dokumentieren, Lügen und Lügner zu benennen und Konsequenzen zu ziehen. Die
Gesellschaft für Strahlenschutz, das Otto Hug Strahleninstitut - MHM, die
Stiftung Een Häerz fir kriibskrank Kanner asbl Luxembourg, der
Deutsche Verband für Tschernobyl-Hilfe, die Europäische Arbeitsgemeinschaft
"Mut zur Ethik" und die Vorarlberger Landesregierung laden zum 9.
bis 12. März 2006 nach Feldkirch in Vorarlberg/Österreich ein, behinderte und
schwer oder gar nicht publizierbare Forschungsergebnisse aus dem
Tschernobyl-Kontext vorzustellen und zu diskutieren. Interessierte Bürger und
Vertreter von Tschernobylinitiativen,
Energiewissenschaftler, Politiker und Ärzte sind eingeladen zu studieren, zu
fragen und gemeinsam nach vernünftigen Maßnahmen zu suchen, in denen das Wohl
der Tschernobylopfer Vorrang hat vor der
Unterstützung sinnarmer technischer Projekte im Bereich der Kerntechnik. Der
Kongreß beschäftigt sich mit den medizinischen und sozialökonomischen
Problemen und Aspekten in der Ukraine, in Weißrußland, Rußland und in Europa,
mit technischen Fragen, strukturellen Hintergründen, internationaler
Informationspolitik und Programmen zur Beseitigung der Folgen der Katastrophe
von Tschernobyl. Um die Anmeldung von Vorträgen und Postern und die Abgabe
der Abstracts (maxi-mal 300 Wörter in Deutsch und Englisch oder in Russisch
und Deutsch oder Englisch) wird bis zum 15. August 2005 gebeten.
Information und Kontakt: Tagungsbüro Tschernobyl 2006, Postfach
756, CH-8044 Zürich, mailto:tschernobyl2006@gmx.net.
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Stx440-441.2005.8.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 19 Jahre danach
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Britische Schafe sind immer noch radioaktiv verseucht. In
Großbritannien gelten der Food Standards Agency zufolge, der für
Lebensmittelsicherheit zuständigen Behörde, auch 19 Jahre nach der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wegen der anhaltenden radioaktiven
Verseuchung immer noch restriktive Maßnahmen für 379 landwirtschaftliche
Betriebe, die insgesamt eine Fläche von 74.000 Hektar und 200.000 Schafe
umfassen. Mit einem Kommentar von Thomas Dersee.
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Stx440-441.2005.6-7.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 17 Jahre danach
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Bisher geheimgehaltenes Archivmaterial über das AKW Tschernobyl
veröffentlicht. Der Sicherheitsdienst der Ukraine hat unmittelbar vor dem
17. Jahrestag der Havarie im Atomkraftwerk Tschernobyl auf seiner
Internetseite 121 Dokumente aus dem Archiv des KGB in der Ukrainischen
Sowjetischen Sozialistischen Republik aus der Zeit zwischen 1971 und 1988
veröffentlicht, die die Arbeiten am Atomkraftwerk Tschernobyl und die dortige
Havarie vom 26. April 1986 dokumentieren: http://www.sbu.gov.ua
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Stx392-393.2003.7.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 17 Jahre danach
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Gesundheitsfolgen bei Kindern in Weißrußland und der Ukraine. In
Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät der Universität Basel
veranstaltete die Schweizer Sektion von PSR/IPPNW (Physicians
for Social Responsibility/Internationale Ärzte für die Verhütung des
Atomkrieges) am 15. Februar 2003 ein Fortbildungs-Symposium zum Thema
"Gesundheitsfolgen von Tschernobyl bei Kindern". Berichtet wurde im
Kantonsspital Basel über die Auswirkungen radioaktiver Strahlung bei Kindern,
die in den belasteten Gebieten von Weißrußland und der Ukraine leben. Die
Professoren Andreas Nidecker und Michel Fernex schrieben darüber in der Schweizerischen
Ärztezeitung.
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Stx388-389.2003.7,8.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 16 Jahre danach
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Das Bundesamt für Strahlenschutz rät zur Minimierung der
Strahlenbelastung zum Verzicht auf Wildbret, Waldpilze und Waldbeeren.
Auch 16 Jahre nach Tschernobyl sind Auswirkungen der Reaktorkatastrophe in
Deutschland zu beobachten. Zwar seien die Nahrungsmittel insgesamt nur noch
sehr gering radioaktiv kontaminiert, einzelne Produkte wie Wild und bestimmte
Pilzarten seien aber immer noch hoch belastet. Das teilte das Bundesamt für
Strahlenschutz (BfS) mit. Wenn Wildbret,
wildwachsende Speisepilze und Waldbeeren in üblichen Mengen verzehrt würden,
sei die zusätzliche Strahlenexposition zwar vergleichsweise gering, aber
vermeidbar. Wer seine persönliche Exposition minimieren möchte, solle deshalb
auf den Genuß dieser Lebensmittel verzichten, meint das BfS.
Einen aufschlußreichen Überblick über die Folgen des Tschernobyl-Unfalls in
Weißrußland, der Ukraine und in Rußland, merkt das BfS
ergänzend an, gebe ein neuer Bericht der beiden UN-Organisationen UNICEF und
UNDP "The Human Consequences of the Chernobyl
Nuclear Accident" http://www.undp.org/dpa/publications/chernobyl.pdf.
Danach werde unter anderem die Zahl der Fälle von Schilddrüsenkrebs bei
Jugendlichen von rund 2.000 in den nächsten Jahren auf 8.000 bis 10.000
Erkrankungen ansteigen.
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Stx376-377.2002.5,6.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 15 Jahre danach
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Notfallvorsorge. Pünktlich zum 26. April 2001, dem 15. Jahrestag
des Atomunglücks von Tschernobyl, hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zwei neue Informationsblätter zu den Themen
"Notfallvorsorge des BfS" und "Die
Kontamination von Lebensmitteln durch den Reaktorunfall von Tschernobyl"
herausgegeben. Demzufolge führt die durch den Reaktorunfall auf den Boden in
Deutschland abgelagerte Radioaktivität noch immer zu einer Kontamination von
Nahrungsmitteln, vorwiegend mit dem künstlichen Radionuklid Cäsium-137. Vor
allem in Pilzen und Waldfrüchten sowie in Wildfleisch seien immer wieder
höhere Aktivitätskonzentrationen anzutreffen. Wer seine persönliche
Strahlenbelastung so gering wie möglich halten wolle, solle deshalb auf den
Verzehr übermäßig belasteter Produkte wie bestimmte Pilze und Wild
verzichten.
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Stx344-345.2001.7,8.2 (Kurzmitteilung, 2 Seiten)
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Tschernobyl - 15 Jahre danach
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Verzögerter Atomausstieg. 768 Millionen Dollar für einen neuen
Sarkophag des Atomreaktors in Tschernobyl. Der Ausstieg aus der Nutzung
der Atomenergie soll nach den Vorstellungen von Bundesumweltminister Jürgen
Trittin (Grüne) noch in diesem Jahr gesetzlich verankert werden. Das
verkündete er am 25. April 2001 in Berlin auf einer Pressekonferenz zum 15.
Jahrestag der Reaktorexplosion im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl. "Wir
sind noch nicht ganz fertig. Aber ich denke, wir sind kurz vorm
Abschluß", erklärte er. Neben der Festschreibung des Atomkonsenses im
Gesetz steht auch die formelle Unterschrift der Stromkonzerne noch aus.
Fragen nach den Gründen der Verzögerung beantwortete Trittin nicht.
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Stx344-345.2001.7.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 15 Jahre danach
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Schon geringe Strahlung erhöhte das Krebsrisiko. Jodtabletten müssen im
Katastrophenfall früher ausgegeben werden als bisher in Deutschland geplant. 15
Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl beginnen auch bislang weniger
kritische Beobachter die Folgen der radioaktiven Belastungen neu zu bewerten.
Untersuchungen der betroffenen Bevölkerung in Weißrußland, der Ukraine und
Rußland zeigen, daß schon niedrigere Strahlendosen als bislang angenommen das
Risiko erhöhen, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Die Ergebnisse könnten
dazu führen, daß die in Deutschland geltenden sogenannten Eingreifrichtwerte
des Katastrophenschutzes herabgesetzt werden müssen.
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Stx344-345.2001.6,7.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 15 Jahre danach
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Mindestens 300 Neugeborene sind in Deutschland in Folge von Tschernobyl
gestorben. Ergebnisse stehen im Widerspruch zu alten Vorstellungen von der
Existenz einer Schwellendosis. Anläßlich des 15. Jahrestages der
Atomkatastrophe von Tschernobyl präsentierte Dr. Alfred Körblein
vom Umweltinstitut München im April 2001 eine Studie über die Auswirkungen
von Tschernobyl auf die Säuglingssterblichkeit in Deutschland. Danach starben
hierzulande im Jahre 1987 vermutlich mehr als 300 Neugeborene in Folge von
Tschernobyl. Laut Körblein sind 1987 fünf Prozent
mehr Neugeborene gestorben als üblich. Die Auswertung der Monatsdaten ergebe
einen hochsignifikanten Zusammenhang zwischen der Strahlenexposition des
Embryos durch radioaktives Cäsium und der Perinatalsterblichkeit
7 Monate nach dem Super-GAU. Diese früheren Ergebnisse seiner Studie (vergl.
Stx296-297.1999.2,3.2) präsentierte jetzt Körblein
zusammen mit einer neuen Auswertung von polnischen Daten der
Säuglingssterblichkeit, die seine Befunde für Deutschland bestätigen.
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Stx344-345.2001.6.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 14 Jahre danach
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Bei Tschernobyl mutiert Weizen. Vierzehn Jahre nach der
Reaktorkatstrophe von Tschernobyl verändert sich das Erbgut neu gesetzter
Pflanzen in der Umgebung des Unglücksreaktors stärker als woanders. Einem
Bericht aus dem Baseler Friedrich Miescher-Institut
von Forschern um Olga Kovalchuk in der
Fachzeitschrift "Nature" (Nature, Bd. 407, S. 583) zufolge
ist die Mutationsrate von Weizen sechsfach erhöht.
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Stx332-333.2000.11,12.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 14 Jahre danach
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Chromosomenstudie belegt: Belorussische Kinder sind durch die
Tschernobyl-Katastrophe mit bis zu 500 Milligray
strahlenbelastet. In einer Vielzahl von Veröffentlichungen werden
Chromosomenanalysen an Personen beschrieben, die durch den Tschernobylunfall am 26. April 1986 verstrahlt wurden.
Die Untersuchungen an Einzelpersonen oder Personengruppen aus Belorussland, der Ukraine und Russland
werden dabei nicht nur vorgenommen, um nach der Reaktorkatastrophe eine
Dosisermittlung durchzuführen, sie dienen auch einer Risikoabschätzung der zu
erwartenden strahlenbedingten Erkrankungen. In der Ausgabe der Zeitschrift
Radiation Protection Dosimetry
No.2 2000, veröffentlichte L. S. Mikhalevich von
der belorussischen Akademie der Wissenschaften in Minsk und Kollegen das
Ergebnis einer Chromosomenuntersuchung an 86 belorussischen Kindern, denen
kurz nach der Reaktorkatastrophe Blutproben entnommen worden waren. Die dabei
von den Autoren ermittelten Dosiswerte liegen um ein Vielfaches über denen,
die offiziell angegeben werden. Ähnlich hohe Dosen, ermittelt durch
biologische Dosimetrie, mit Werten von 300 bis 500 Milligray,
sind nicht ungewöhnlich für Evakuierte aus der Stadt Pripjat
und benachbarten Gebieten wie Kharkov, stellen die
Autoren fest. Die Untersuchung zeige nochmals deutlich, dass
die erhaltene Dosis nicht mit den Bodenwerten der Cäsiumbelastung korreliert
werden dürfe und dass die physikalischen
Dosisabschätzungen das reale Ausmaß der Verstrahlung weit unterschätzen.
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Stx320-321.2000.5,6.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 13 Jahre danach
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"Weißrußland stirbt". Demographische Probleme in Belorußland. Ein Bericht von Dr. Sebastian Pflugbeil vom
Ersten Internationalen Wissenschaftlich-Praktischen Kongreß zu
Demographischen Problemen Belorußlands, der vom 17.
- 20. März 1999 in Minsk stattfand.
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Stx294-295.1999.2,3.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 11 Jahre danach
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Unterschiedliche Einschätzungen. Über die Zahl der Krankheitsfälle,
sinnvolle Grenzwerte, die Verseuchung der Böden und die Einschätzung der
Langzeitfolgen gibt es auch elf Jahre nach der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl unterschiedliche Angaben. Eine Dokumentation des
Ökologie-Instituts Wien hat Berichte zur Situation in den Republiken Ukraine,
Weißrußland und Rußland nach dem Unfall miteinander verglichen. Die
Zusammenschau zeigt, wie schwierig eine Bewertung grundsätzlich ist und wie
stark die jeweiligen Interessen und Rahmenbedingungen die Einschätzung der
Folgen beeinflussen. Grundlage der Dokumentation sind Berichte, die
internationale Organisationen, nationale Stellen und örtliche
wissenschaftliche Institute sowie Hilfsorganisationen anläßlich des 10.
Jahrestages 1996 der Öffentlichkeit präsentierten.
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Stx248-249.1997.10.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 10 Jahre danach
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Beherrschtes Entsetzen. 7 Buchbesprechungen zum Thema Tschernobyl. Susan Boos: Beherrschtes
Entsetzen. Yu. I. Bandazhevsky
et al.: Clinical and Experimental Aspects of the Effect of Incorporated
Radionuclides upon the Organism. W.B. Nesterenko:
Ausmaß und Folgen der Tschernobyl-Katastrophe in Belarus, Rußland und der
Ukraine. Ja. J. Serkis et al.: Tschernobyl und seine Folgen, Band 1,
Radiobiologische Aspekte der Tschernobyler
Katastrophe. L. I. Franzewitsch et al.: Tschernobyl
und seine Folgen, Band 2, Tiere im Strahlenfeld. GRS mbH: Tschernobyl - Zehn
Jahre danach. Ulrich Albrecht u.a.: Der Griff nach dem atomaren Feuer.
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Stx226-227.1996.10-12.3 (3 Seiten)
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Tschernobyl - 10 Jahre danach
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31 Sofort- und 25.000 Folgetote. Die von der Internationalen
Atomenergieagentur (IAEA) in Wien organisierte Konferenz "Zehn Jahre
nach Tschernobyl" war am 12. April 1996 ohne greifbare Ergebnisse zu
Ende gegangen. In der Abschlußerklärung der von der deutschen
Bundesumweltministerin Angela Merkel geleiteten Konferenz ist in dreister
Manier entsprechend der früheren sowjetischen Sprachregelung von lediglich 31
Kraftwerksmitarbeitern und Feuerwehrleuten die Rede, die in den ersten Wochen
nach der Atomexplosion in dem ukrainischen Reaktor an der Strahlung gestorben
seien. Insgesamt 237 Menschen seien verletzt worden und bis zum 1. März 1993
seien noch weitere 14 Liquidatoren verstorben, jedoch nicht unbedingt an
Strahlenfolgen, sondern zum Beispiel an Herzinfarkt. Dagegen wurde auf dem
internationalen Kongreß des Otto Hug Strahleninstituts - Medizinische
Hilfsmaßnahmen (MHM) e.V. und der Internationalen Ärzte für die Verhütung des
Atomkrieges (IPPNW) vom 19. bis 21. April 1996 in der Humboldt-Universität in
Berlin von bisher 25.000 Folgetoten nach dem Unglück von Tschernobyl
berichtet. Ein Kongreßbericht.
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Stx224-225.1996.1-5.5 (5 Seiten)
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Tschernobyl - 10 Jahre danach
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Richtspruch des Tschernobyl-Tribunals der Völker: IAEA und ICRP
verurteilt. Das Permanent Peoples' Tribunal der
International Medical Commission on Chernobyl verurteilte im Anschluß an seine Verhandlung
vom 12. bis 15. April 1996 in Wien in einem Richtspruch die Internationale
Atomenergie-Agentur (IAEA), die nationalen Atomenergie-Kommissionen und die
Regierungen, die diese im Interesse der Atomindustrie finanzieren und
unterstützen. Außerdem verurteilte das Tribunal die Internationale
Strahlenschutzkommission (ICRP), deren Priorität der Schutz und die Stärkung
der Atomindustrie anstelle des Schutzes potentieller Opfer sei.
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Stx224-225.1996.5.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 10 Jahre danach
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Schwierige Wege zur Realität. Gesundheit und Krankheit 10 Jahre nach
Tschernobyl - das Thema scheint einfach. Auch unter Fachleuten, die sich
sonst wenig mögen, gibt es kaum noch Streit darüber, daß sich der
Gesundheitszustand der Bevölkerung in den von Tschernobyl betroffenen
Gebieten der ehemaligen Sowjetunion verschlechtert. Geht man jedoch ins
Detail, hat man mit erheblichen Hindernissen zu kämpfen. Der Medizinphysiker
Dr. Sebastian Pflugbeil, Vorsitzender des Berliner Vereins Kinder von
Tschernobyl, für das Neue Forum ehemal Minister
ohne Geschäftsbereich in der Modrow-Regierung der DDR und danach Mitglied des
Abgeordnetenhauses von Berlin, stellt "offizielle" Krankheitsdaten
aus der Ukraine und Belorusland (Weißrußland) vor.
Er empfiehlt, sich an das Bettchen eines leukämiekranken Kindes zu setzen, um
den Spaß an Spitzfindigkeiten zu verlieren.
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Stx222-223.1996.1-5.5 (5 Seiten)
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Tschernobyl - 10 Jahre danach
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"Dem Versuch, Strahlenwirkungen zu belegen, wissenschaftlich
begründet begegnen". In der Nacht vom 25. zum 26. April 1986 begann die
wohl größte zivile Katastrophe, die Europa bisher heimgesucht hat. Im
Atomreaktor von Tschernobyl in der Ukraine fand eine Explosion statt, sein
radioaktives Inventar gelangte in die Umwelt. 10 Jahre danach finden sich
alle Befürchtungen bestätigt. Die Strahlenwirkungen reichen noch immer weit
in die Zukunft. Eine sichere Verwahrung des Unglücksreaktors ist nicht
gegeben. Die Kraftwerksblöcke von Tschernobyl sind weiterhin in Betrieb. Ein
Rückblick auf 10 Jahre öffentliche Reaktionen, von Thomas Dersee.
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Stx222-223.1996.6,11-14.5 (5 Seiten)
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Tschernobyl - 9 Jahre danach
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Zwischen Semipalatinsk und Tschernobyl. Das
Spektrum der Strahlenschäden ist breiter als vermutet. Die Kernspalter spalten nicht nur, sie haben eine
internationale Lobby, die "wissenschaftlich" erklärt, was zu diesem
Thema Tatsache, was Gerücht, was Hysterie oder Radiophobie und was überhaupt
nicht ist. Anhand von zwei Katastrophen - Semipalatinsk
und Tschernobyl - vermittelt der Medizinphysiker Dr. Sebastian Pflugbeil, daß
es möglich ist, das Multimonopol der Spalter zu
überwinden, zu umgehen, zu überlisten, daß Aufklärung auf diesem Gebiet
tatsächlich etwas zu tun hat mit dem Ausgang aus unserer selbstverschuldeten
Unmündigkeit. Pflugbeil war für das Neue Forum Minister ohne Geschäftsbereich
in der Modrow-Regierung der DDR und ist Vorsitzender des Berliner Vereins
Kinder von Tschernobyl.
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Stx200-201.1995.4,9-11.4 (4 Seiten)
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Tschernobyl - 9 Jahre danach
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Radioaktivität in Wildtieren: Auch nach 9 Jahren ist kein rasches Verschwinden
von Radiocäsium in Sicht. Seit 1993 nehmen die radioaktiven Belastungen von
Wildtieren und ihrer Futterpflanzen wieder zu. Im Gegensatz zu den
bewirtschafteten Flächen der Landwirtschaft nimmt die biologische
Verfügbarkeit von Cäsium-137 in Wäldern nur sehr langsam ab, so daß bereits
relativ kurze Zeit nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl der Verzehr von
Früchten, Pilzen und Wild aus Wäldern zum dosisbestimmenden Aufnahmepfad
wurde. Wegen der deutlich höheren Belastungen müsse dabei Süddeutschland und
vor allem dem Bayerische Wald besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Das
erklärt Dr. H. Hecht von der Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach
in seinem Projektbericht "Radiocäsium in Wildtieren" in dem Anfang
1995 erschienenen Programmreport 1994 des Bundesamtes für Strahlenschutz.
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Stx196-197.1995.1-3.3 (3 Seiten)
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Tschernobyl - 7 Jahre danach
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Hilfe zur Selbsthilfe: Schwierigkeiten bei der Tschernobyl-Hilfe.
Das langjährige Schweigen der russischen Behörden trotz angeblicher Glasnost
und die offensichtlich werdenden Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe
führten in der Ukraine und in Belorußland
(Weißrußland) seit 1988 zu einer zunehmenden Politisierung der Bevölkerung.
Der Protest gegen ökologische Mißstände und unzureichenden Ausgleich der
Tschernobyl-Schäden entwickelte sich zu einer Auseinandersetzung mit dem
politischen System, das heißt mit der kommunistischen Partei. In der Ukraine
spielte hierbei die Organisation "Zelenyj Svit" (Grüne Welt), 1988 von Jurij Šcerbak gegründet und Mitglied der ukrainischen
Nationalbewegung "Ruch" (Bewegung), eine besondere Rolle. In Belorußland gründeten Gennadij und Irina Gruševoj das Komitee "Kinder von Tschernobyl",
das bis Juni 1991 unter dem Dach der Belorussischen Volksfront "Adradzenne" (Wiedergeburt) agierte. Šcerbak und Gruševoj gehören
seit den Wahlen im März 1990 dem Obersten Sowjet ihrer jeweiligen Republik
an. Angesichts der Folgen von Tschernobyl übernahm die deutsche
Bürgerbewegung Patenschaften für die humanitäre Hilfeleistung. Die praktische
Konfrontation mit den dortigen Problemen aber überforderte zunächst und
ernüchterte viele der Helfenden mehr als zunächst vermutet.
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Stx156-157.1993.1-3.3 (3 Seiten)
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Tschernobyl - 7 Jahre danach
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Eine Orientierungshilfe. Untersuchungen aus der FKKS 5/1993,
Universität Frankfurt a. M.. Besonders demjenigen, der mit den Menschen in
den durch Tschernobyl verseuchten Gebieten in einen solidarischen Kontakt
treten möchte, bietet Astrid Sahm mit Ihrer Arbeit die Möglichkeit, eine
Vorstellung von den sozialen und politischen Folgen der Reaktorkatastrophe
von Tschernobyl jenseits parteipoltischer
Auseinandersetzungen und Glaubensrichtungen zu Gewinnen. Besprechung.
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Stx156-157.1993.3,4.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 7 Jahre danach
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Doch keine Schäden durch "Radiophobie"? "Zu
ermitteln, ob im Zusammenhang mit den durch den Reaktorunfall aufgetretenen
regionalen Strahlenexpositionen bzw. damit verbundenen Ängsten in der Bevölkerung
der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) vermehrt Frühgeburten
festzustellen waren", war Zielsetzung einer Erhebung von Infratest
Gesundheitsforschung, München, für das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Der Abschlußbericht wurde im September 1992
fertiggestellt und 1993 vom Institut für Strahlenhygiene des BfS veröffentlicht.
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Stx152-153.1993.1,2.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 6 Jahre danach
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Tschernobyl: Die Wahrheit. Hunderte Bücher und Artikel sind über
Tschernobyl erschienen. Ein Teil dieser Veröffentlichungen stammt von
Autoren, die über keine Fachkenntnisse verfügen und in erster Linie ihren
Gefühlen Ausdruck geben, den einen oder anderen Aspekt der Katastrophe zu
beleuchten versuchen und sich gewöhnlich auf die ersten Tage oder Wochen
konzentrieren. Ein zweiter Teil besteht aus Veröffentlichungen, die zwar von
Fachleuten geschrieben worden sind, jedoch von solchen, die keine Gelegenheit
hatten, die Situation i n Tschernobyl persönlich zu untersuchen, oder die
sich nur kurz am Ort des Geschehens aufgehalten haben - erst nach 1987 und
häufig nur zu dem Zweck, sich mit dem Sarkophag im Hintergrund fotografieren
zu lassen. Diese Bilder präsentieren sie dann in ihren Büchern als
Dokumentation ihrer persönlichen Beteiligung. Die meisten Informationen über
das Geschehen und die meisten ihrer Daten haben sie der offiziellen
sowjetischen Presse entnommen. Leider aber war die sowjetische Presse selbst
in den Zeiten von Perestrojka und Glasnost alles
andere als objektiv, die Wahrheit über die Tragödie von einer strengen Zensur
unterdrückt. Deshalb muß ich "zur Entlarvung einiger gefährlicher Mythen
beitragen", erklärt Wladimir M. Tschernousenko
zu Beginn seines 1992 bei Rowohlt in deutscher Sprache erschienenen Buches
"Tschernobyl: Die Wahrheit".
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Stx142-143.1992.8.1 (Kurzbesprechung, 1 Seite)
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Tschernobyl - 5 Jahre danach
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Bulgarien: Haftstrafe wegen Tschernobyl. In Bulgarien sind am 12.
Dezember 1991 zwei frühere Regierungsmitglieder zu Gefängnisstrafen
verurteilt worden. Sie hatten dem Urteil des Obersten Gerichtshofes zufolge
die Bevölkerung nach dem Unglück von Tschernobyl im Jahre 1986 nicht
ausreichend gegen radioaktive Strahlung geschützt.
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Stx124-125.1992.8.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 5 Jahre danach
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Einsichten aus Tschernobyl. Mythos 1: Der Tschernobyl-Reaktor
RBMK-1000 hatte keine Konstruktionsfehler. Es war einzig das
Bedienungspersonal, daß die Explosion verursachte. Mythos 2: Die vom
zerstörten Reaktor an die Umwelt abgegebenen Radionuklide machten nur drei
Prozent des radioaktiven Gesamtinventars von 192 Tonnen aus. Mythos 3: Die an
den 15 noch in Betrieb befindlichen Reaktoren vom Tschernobyl-Typ nach der
Katastrophe vorgenommenen Änderungen haben die Gefahr einer zweiten
Katastrophe gebannt. - Das sind drei von 21 erdichteten Legenden um die
Katastrophe von Tschernobyl, mit denen der Atomphysiker Wladimir Michailowitsch Tschernosenko in
seinem 1991 vom Springer-Verlag herausgegebenen Buch "Chernobyl - Insight from the Inside" aufräumt.
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Stx122-123.1992.7.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 5 Jahre danach
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Der Preis ist zu hoch. Infolge der durch radioaktive Strahlung nach
der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ausgelösten Immunschwäche stiegen im
Bezirk Vetka in Weißrußland die Zahl der
Tuberkulosefälle von 176 im Jahr 1985 und 170 in 1986 über 243 in 1987 und
239 in 1988 auf 1108 in 1989 und 1718 im Jahr 1990. Dies und weiteres
berichteten russische Referenten im April 1991 während einer Tagung in der
Berliner Charité.
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Stx104-105.1991.1-3.3 (3 Seiten)
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Tschernobyl - 5 Jahre danach
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Körperliche Erkrankungen und seelische Störungen in der Umgebung von
Tschernobyl. Am 27. Oktober 1990 berichteten auf einer Tagung des Vereins
"Kinder von Tschernobyl" in Berlin Dr. Maria Ankudowitsch
vom Institut für Klinische Strahlenmedizin in Minsk und Professor Valentin Timofeewitsch Kondrashenko,
ebenfalls aus Minsk, über den Gesundheitszustand der Kinder in der Umgebung
von Tschernobyl und Besonderheiten neuro-psychischer Störungen im Grenzbereich
zwischen gesund und krank bei Personen, die in den Gebieten mit erhöhter
radioaktiver Verseuchung leben.
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Stx102-103.1991.1-5.5 (5 Seiten)
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Tschernobyl - 4 Jahre danach
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"Fürsorge" bis zum Jahr 2000. Fast 4 Jahre nach der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurde 1990 für die Ukrainische
Sozialistische Sowjetrepublik (USSR) im Entwurf ein "Integriertes
Programm zur Beseitigung der Folgen des Unfalls von Tschernobyl"
vorgelegt. Unter dem Titel "Das Gebiet unserer Fürsorge" veröffentlichte
die ukrainische Regierungszeitung Pravda Ukrainy in ihrer Ausgabe vom 13. Februar 1990 einen
Bericht über diesen 15 Punkte umfassenden Plan. Er wurde unter Mitwirkung von
Behörden, Ministerien und wissenschaftlichen Institutionen erstellt, darunter
der Akademie der Wissenschaften der USSR, das Zentrum für Strahlenmedizin der
UdSSR (Kiew) und die ukrainische Zweigstelle des Forschungsinstitutes für
Landwirtschaftliche Radiologie der UdSSR. Die vorgeschlagenen Maßnahmen
sollen in den 10 Jahren von 1990 bis 2000 mit einem Kostenaufwand allein für
die Ukraine von 12,5 Milliarden Rubel durchgeführt werden, wobei auf die
Ukraine etwa 15 Prozent der hoch belasteten Bodenflächen entfallen. Der
Bericht der Pravda Ukrainy
vermittelt einen Eindruck davon, wie unabwendbar notwendig eine grundlegende
Umgestaltung des Lebens in den verseuchten Gebieten ist. Übersetzung und
Bearbeitung von Annette Hack.
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Stx76-77.1990.7-9.3 (3 Seiten)
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Tschernobyl - 3 Jahre danach
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Die Natur rächt sich. Drei Jahre nach dem Unfall von Tschernobyl
werden die Folgen hoher Strahlendosen in der Unglückszone dramatisch
offenbart. Der sowjetische Physiker Leonid Bolshow,
Erster Vizedirektor des Instituts für nukleare Sicherheit der sowjetischen
Akademie der Wissenschaften, hat 1989 anläßlich eines wissenschaftliches
Seminars über die friedliche Wiederumwandlung nuklearer Waffen in Erice auf
Sizilien 80 zum Teil ungläubig reagierenden Wissenschaftlern einige der
eklatantesten Beispiele vorgetragen.
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Stx66-67.1989.10.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 3 Jahre danach
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Unverändert hohe Cäsium-Werte in Schweden. "Das Problem mit
hohem Cäsiumgehalt in Rentierfleisch und Binnenseefisch wird noch jahrelang
bestehen", heißt es im Bericht des schwedischen Strahlenschutzinstituts
SSI von 1989. Die Strahlung, die Schwedens Gesamtbevölkerung nach dem Unglück
von Tschernobyl traf, liege drei- bis viermal höher als jene, die durch
oberirdische Atombombenversuche entstand. In Vaesternorrland
liege der Durchschnittswert für Binnenseefisch bei 8.000 Becquerel pro
Kilogramm.
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Stx56.1989.3.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 3 Jahre danach
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Radioaktive Lebensmittel werden immer noch gegessen. Wild wachsende
Pflanzen aus Wald und Heide, Wildfleisch, schwarzer Tee aus der Türkei und der
Sowjetunion, Haselnüsse aus der Türkei, Hartweizenprodukte aus Südeuropa und
Süßwasserraubfische gehören auch drei Jahre nach dem Unglück von Tschernobyl
weiterhin und auf absehbare Zeit zu den nicht empfehlenswerten
Nahrungsmitteln. Die strahlende Wolke aus Tschernobyl verteilte sich 1986 in
unterschiedlichem Maße über ganz Europa und darüber hinaus. 30 Jahre dauert
es, bis sich die Menge des in die Umwelt gelangten Cäsium-137 durch
radioaktiven Zerfall auch nur halbiert.
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Stx55.1989.1,3.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 3 Jahre danach
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Erstmals Belastungskarten aus der Sowjetunion. Erstmals sind im
Frühjahr 1989 von der sowjetischen Presse Karten über die Strahlenbelastung
in den durch das Unglück von Tschernobyl am höchsten verseuchten Gebieten der
Sowjetunion veröffentlicht worden. Unter dem Titel "Tschernobyl:
Vergangenheit und Prognose für die Zukunft" brachte die sowjetische
Zeitung Prawda dazu am 20. März 1989 einen ganzseitigen Artikel des
Vorsitzenden des Staatlichen Komitees der UdSSR für Hydrometeorologie, Juri
Israel. Israel geht in seinem Bericht auf die Tätigkeiten verschiedener
sowjetischer Instanzen wortreich ein, macht jedoch wenig Angaben, die
konkrete Schlußfolgerungen erlauben. Strahlentelex gibt daraus eine Übersicht
der genannten Daten, ergänzt durch Schilderungen aus einer Reportage von
Wladimir Kolinko in der Ausgabe der sowjetischen
Zeitung "Moskau News" vom April 1989. Bericht mit 3 Karten nach
einer Übersetzung aus dem Russischen von Annette Hack.
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Stx55.1989.1,2,5.3 (3 Seiten)
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Tschernobyl - 2 Jahre danach
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Vermutungen über vermehrte Leukämien und Krebs bei Säuglingen und
Kleinkindern in Berlin. "Wir haben in der letzten Zeit
verhältnismäßig viele neue Patienten", erklärte Prof. Dr.med. Henze,
Leiter der Abteilung für Haematologie der
Kinderklinik im Kaiserin Auguste Victoria Haus (KAVH) der Freien Universität
Berlin im April 1988 gegenüber dem Strahlentelex.
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Stx31.1988.1,6.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl - 1 Jahr danach
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Wendland: Höchstwerte April 1987. Im April 1987 gemessene
Höchstwerte aus dem Raum Gartow stellte Dieter
Schaarschmidt aus Kapern zusammen, gemessen vom Kernkraftwerk Krümmel, dem Meeresbiologischen Institut Kiel, dem
Veterinäramt und dem Landesamt für Immissionsschutz Hannover. Für die Arbeitsbelastung
beim Umgang mit Heu, gemessen auf einem Heuboden, werden 200 Mikroröntgen pro
Stunde beziehungsweise 0,2 Millirem oder 2
Mikro-Sievert pro Stunde angegeben. Dieser Wert liegt über dem in Labors
Zulässigen und solches Material dürfte auch nicht direkt, also nicht ohne
Schutzverpackung, im atomaren Zwischenlager in Gorleben eingelagert werden.
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Stx9.1987.8.1 (1 Seite)
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Tschernobyl - 1 Jahr danach
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Fehlerhafter Bericht des Landes Berlin. Nahezu zeitgleich
veröffentlichten im April 1987 die Länder Hessen, Nordrhein-Westfalen und
Berlin Berichte über die Auswirkungen des Reaktorunglücks von Tschernobyl in
1986. Einheitlich bleiben in allen Bundesländern bei den offiziellen
Verlautbarungen über die Bewertung der gesundheitlichen Gefahren die
Rechenvorschriften der geltenden Strahlenschutzverordnung unberücksichtigt.
Anstelle der geltenden Verordnung wird wie selbstverständlich eine Art
Diskussionsvorlage des Instituts für Strahlenhygiene des
Bundesgesundheitsamtes zur Novellierung dieser Verordnung zugrunde gelegt,
die eine geringere biologische Wirksamkeit behauptet. Wie darüber hinaus in
sich widersprüchlich und fehlerhaft zuständige Behörden Risikoabschätzungen
vornehmen, wird am Beispiel des vom Berliner Senators für Stadtentwicklung und
Umweltschutz Prof. Dr. Jürgen Starnick in
Zusammenarbeit mit dem Senator für Gesundheit und Soziales Ulf Fink
herausgegebenen Berichts besonders deutlich.
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Stx7.1987.1,2.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl-Hilfe
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Tschernobyl-Hilfe
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Belarus/Weißrußland: Keine Ausreise mehr für Tschernobyl-Kinder.
Der weißrussische Präsident Lukaschenka will die
Reisefreiheit für Minderjährige abschaffen. Nur in Ausnahmefällen solle
Kindern künftig eine Auslandsreise erlaubt sein. So zitierte die Zeitung
"Moscow Times" Lukaschenka
am 19. November 2004 einer Meldung des Evangelischen Pressedienstes zufolge.
Bei Aufenthalten im Westen würden weißrussische Kinder mit den schädlichen
Werten der westlichen Konsumgesellschaft konfrontiert. Bislang hatten viele
von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl betroffene Kinder Erholungsferien
in Westeuropa verbracht.
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Stx430-431.2004.6,7.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Tschernobyl-Hilfe
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Schilddrüsenkrebs: Sorgen um Tschernobyl-Kinder als Versuchskaninchen
der USA. Im Jahre 1994 wandte sich das amerikanische Energieministerium
an das Gesundheitsministerium von Weißrußland (Belarus), um ein auf mindestens
30 Jahre geplantes gemeinsames Forschungsprojekt durchzuführen, das BelAm-Projekt. Zweck ist die langfristige Untersuchung,
wie viele Krebsfälle und andere Pathologien der Schilddrüse in belarussischen
Bevölkerungsgruppen auftreten werden, die einer unterschiedlich hohen
Dosisbelastung durch radioaktives Jod aus Tschernobyl ausgesetzt waren.
Ausgewählt wurden etwa 13000 Personen, die über drei Jahrzehnte regelmäßig
untersucht werden sollen. Natürlich gefällt Weißrußland eine internationale
Kooperation zu den Tschernobyl-Folgen und die Förderung der medizinischen
Wissenschaft im Lande. Das Energieministerium der USA finanziert das
gemeinsame Projekt mit 10 Millionen US-Dollar.
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Stx390-391.2003.2-4.3 (3 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Tschernobyl-Hilfe
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Betrügerisches Vorgehen des Minsker Vereins "Den Kindern von
Tschernobyl" gerichtlich bestätigt.
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Stx286-287.1998.16.1 (1 Seite)
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Tschernobyl-Hilfe
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Urteil gegen unlauteren Kampf um Spendengelder. Seit mehreren
Jahren gibt es gravierende Vorwürfe und Vorbehalte gegen die Arbeitsweise des
großen Minsker Vereins "Den Kindern von Tschernobyl" und seinen
prominenten Vertretern Irina Grushewaja und
Gennadij Grushewoij.
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Stx246-247.1997.11,12.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl-Hilfe
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Bundesamt für Strahlenschutz: Messungen im Ganzkörperzähler an Kindern
aus der Sowjetunion. An 138 Personen aus der Sowjetunion, überwiegend
Kinder, die über den Verein "Kinder von Tschernobyl" zu einem
Ferienaufenthalt nach Deutschland gekommen waren, hat die Außenstelle Berlin
des Bundesamtes für Strahlenschutz in den Jahren 1990 und 1991 Messungen im
Ganzkörperzähler durchgeführt. Bericht mit Meßergebnissen.
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Stx122-123.1992.8.1 (1 Seite)
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Tschernobyl-Hilfe
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Kinder von Tschernobyl: Unverstrahlte
Kindernahrung. Hilfe zur Selbsthilfe angesichts der ökologischen
Bedrohung der Erde ist der Grundgedanke für die Errichtung einer
Produktionsstätte für unverstrahlte Kindernahrung
in Belorussland. Seit 1990 arbeitet daran der
Berliner Verein Mütter und Väter gegen atomare Bedrohung e.V..
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Stx120-121.1992.12.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Tschernobyl-Hilfe
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Sowjetunion: Tschernobyl-Kostenrechnung. Die Unfallauswirkungen
durch das Unglück im Atomkraftwerksblock Tschernobyl-4 im Jahre 1986 haben
nach Angaben des Politbüros der Kommunistischen Partei in der Sowjetunion
rund 8 Milliarden Rubel (rund 22 Milliarden DM) Kosten verursacht.
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Stx31.1988.6.1 (1 Seite)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Tschernobyl-Sarkophag
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Das Milliardengrab. Thesen zu einem zweiten Sarkophag für den
havarierten Atomreaktor von Tschernobyl. Von Sebastian Pflugbeil, Gesellschaft
für Strahlenschutz e.V.. Auf einer Geberkonferenz vom 19. bis 22. April 2011
in Kiew haben internationale Spender, allen voran die Europäische Union und
die Vereinigten Staaten von Amerika, ihre Finanzierungszusagen zur
vorläufigen Sicherung des 1986 explodierten Atomreaktors in Tschernobyl um
550 Millionen auf insgesamt 1,56 Milliarden Euro erhöht. Allerdings soll das
Gesamtprojekt eines zweiten Sarkophags nach bisherigen Schätzungen 1,75
Milliarden Euro kosten. Damit fehlen nun noch 190 Millionen Euro, die bis zum
geplanten Abschluß der Sicherungsarbeiten im Jahre 2015 aufgebracht werden
sollen. Sogar Rußland, der größte Nachfolgestaat der Sowjetunion, die das
Unglückskraftwerk einst gebaut hatte, ist jetzt erstmals mit einer Zusage in
Höhe von 45 Millionen Euro dabei. Der ukrainische Präsident Janukowitsch, der bisher stets den Atomstrom als
besonders kostengünstig pries,
beklagte, sein Land sei zu lange mit der Katastrophe von Tschernobyl allein
gelassen worden. Ein Land allein sei mit einem solchen Unglück überfordert.
Die neue Abdeckung über dem
ersten nach der Reaktorkatastrophe errichteten Sarkophag soll für weitere
einhundert Jahre Schutz vor dem strahlenden Material bieten, das sich noch im
Inneren der Anlage befindet. Allerdings gibt es begründete Zweifel, ob sich
überhaupt noch bedeutende Mengen des radioaktiven Reaktorinventars in der
Anlage befinden. Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Projekts eines zweiten
Sarkophags werden von der Politik trotzdem ignoriert.
Die in diesem Beitrag dokumentierten
Informationen wurden bereits am 11. November 2002 im Bundesumweltministerium
in Bonn vorgetragen. Es wurde dort als unmöglich eingeschätzt, die für den
zweiten Sarkophag bereits zugesagten Gelder umzuleiten in medizinische und
soziale Projekte. Man könne aber schon überlegen, ob man dafür einen anderen
„Topf“ mit einer vergleichbaren Summe schaffe. Das ist jedoch bis heute nicht
geschehen. Inzwischen wurden im Innern des Sarkophags
Stabilisierungsmaßnahmen durchgeführt, die den Einsturz des jetzigen
Sarkophags nun unwahrscheinlich erscheinen lassen. Außerdem wurde der
Untergrund für den Bau des zweiten Sarkophags vorbereitet. Trotz einigen
Aufwandes ist dieser Untergrund nach wie vor hochkontaminiert. Die
Verseuchung des Grundwassers ist weiterhin ein schwer kalkulierbares und
ungelöstes Problem. Der Bau des zweiten Sarkophags ist heute acht Jahre
hinter dem Zeitplan zurück. Die Kosten und die Forderungen an die westlichen
Sponsoren steigen und steigen.
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Stx584-585.2011.12-16.5 (5 Seiten)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Atomwirtschaft: Fortschritte in Tschernobyl. Strahlentelex hat über
den Plan berichtet, einen zweiten Sarkophag über dem zerstörten Tschernobylreaktor zu bauen. Langsam kommt Bewegung in
dieses gigantische Projekt. Praktische Bauarbeiten gibt es noch nicht, sie
sollen erst in drei bis vier Jahren beginnen. Berichten der deutschen
Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH zufolge wurde jedoch
bereits überlegt, daß das geplante Bauwerk ein solides Fundament braucht.
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Stx422-423.2004.6,7.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl-Sarkophag
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ÖKOMEDIA 2002: Filmpreise für Tschernobyl. 47 Natur- und
Umweltfilme aus 11 Ländern wetteiferten um die acht Auszeichnungen der
ÖKOMEDIA 2002, dem 19. Internationalen Umwelt Film Festival, das am 26.
Oktober 2002 in Freiburg zu Ende ging. Bemerkenswert ist, daß zwei
Auszeichnungen an Filme zum Thema Tschernobyl gingen. Die
Ökomedia-Auszeichnung der "Goldene Luchs für die beste künstlerische
Leistung" wurde dem japanischen Dokumentarfilm "Alexej to izumi" ("Alexej
und der Brunnen") von Motohashi Seiichi verliehen. Der als Wanderpreis vom Westdeutschen
Rundfunk gestiftete "Europäische Fernsehpreis" geht an den
dänischen Film "Spillet om
Tjernobyl" ("Tschernobyl – Der
Millionensarg") von Jorgen Pedersen, Bente
Milton und Sabine Kemper.
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Stx380-381.2002.7.1 (1 Seite)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Der zweite Sarkophag — Die Geldmaschine. In zwei Dokumentationen,
die im Januar und Anfang Februar 2002 von den Fernsehkanälen ARTE und vom ZDF
gesendet wurden ("Tschernobyl – Der Millionensarg"), stellten die
Redakteure Sabine Kemper, Bente Milton und Jörgen Pedersen den Sinn eines
zweiten Sarkophags über dem zerstörten Tschernobylreaktor
infrage. Da die rot-grüne Bundesregierung am
Zustandekommen dieses Projektes und an der Beschaffung der erforderlichen
Finanzen in Höhe von rund 768 Millionen Dollar maßgeblich beteiligt war,
haben die Filme Irritationen im Umweltministerium, unter
Bundestagsabgeordneten und bei der Gesellschaft für Reaktorsicherheit
ausgelöst. Weil in diesen Kreisen Stellungnahmen zu den Filmen erarbeitet und
verteilt wurden, die weniger darauf abzielen, Argumente zu diskutieren als
die Interviewpartner in den Filmen zu disqualifizieren, erscheint es
sinnvoll, die vier Hauptthesen des Films zu skizzieren. Ein Bericht von Dr.
Sebastian Pflugbeil.
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Stx362-363.2002.2,3.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Tschernobyl ist auf Sand gebaut. Meßgeräte im Sarkophag um die
Reaktorruine von Tschernobyl hatten im Jahre 1990 einen erhöhten
Neutronenfluß registriert. Dies wurde auf eine Kettenreaktion zurückgeführt,
die durch eindringendes Regenwasser ausgelöst sein könnte. Für September 1996
war erneut ein erhöhter Neutronenfluß gemeldet worden und die Medien
berichteten schließlich häufiger über solche Meßergebnisse und den
besorgniserregenden Zustand des Sarkophags. Diese Problematik wurde auch auf
der Tschernobyl-Tagung der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) in Wien
im April 1996 erörtert. Die Ausgabe 3/1996 des IAEA-Bulletins widmete sich
den Ergebnissen dieser Tagung, unter anderem auch der Sarkophag-Problematik.
Ein Bericht und Bewertung von Roland Wolff.
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Stx244-245.1997.13-16.4 (4 Seiten)
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Tschernobyl-Sarkophag
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"Atom-Alarm – Tschernobyl kocht wieder". So titelte am
18. September 1996 eine bundesweit gelesene Boulevardzeitung und verursachte
große Aufregung: Im 1986 zerstörten Reaktorblock 4 des ukrainischen
Atomkraftwerks hatten am 12. und 16. September 1996 Sensoren eine erhöte Neutronenaktivität gemessen.
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Stx234-235.1996.12.1 (1 Seite)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Kettenreaktion im Sarkophag. Nach der Explosion und dem Graphitbrand
im Block 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl 1986 wurde zum Einschluß der
Reaktorruine mit den verbliebenen radioaktiven Stoffen in aller Eile von Mai
bis Oktober 1986 der "Sarkophag" errichtet. Eine
Beton-Stahl-Konstruktion, für deren gründliche Planung keine Zeit war. Dieser
Sarkophag ist nicht, wie der Name suggeriert, für die Ewigkeit, sondern für
einen Betrieb von 30 Jahren geplant. Aber bereits nach zehn Jahren mehren
sich Zweifel an seiner Standsicherheit. Er ist spröde und brüchig. Nach dem
Unfall wurden vom Hubschrauber Sandsäcke, Lehm, Blei, Borcarbid und Dolomit
abgeworfen. Regewasser dringt ein, außerdem ist im Inneren Löschwasser
vorhanden. Der verbliebene Kernbrennstoff vermischte sich mit den
abgeworfenen Stoffen und den Reaktorfragmenten zu einer Art Lava und drang in
tiefer gelegene Räume ein. Experten beschäftigt die Frage, ob es durch Wasser
als Moderator zu einer atomaren Kettenreaktion im Sarkophag kommen kann. Auf
einer Tagung zur Sicherheit des Sarkophags 1994 in Zeleny
Mys in der Ukraine, wurde von einem Anstieg des
Neutronenflusses eines Detektors berichtet, der auf ein solches kritisches
Ereignis im Jahre 1990 zurückgeführt werden kann. Ein Bericht von Roland
Wolff.
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Stx226-227.1996.4,10.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Ukraine: Katastrophentourismus nach Tschernobyl. Zur Beschaffung
von Devisen bietet die ukrainische Regierung Touristen eine Reise in die
Todeszone von Tschernobyl an.
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Stx176-177.1994.8.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Symposium für einen neuen Sarkophag. Nachdem die ukrainische
Regierung 1992 einen internationalen Wettbewerb um die beste Möglichkeit zur
Versiegelung des undichten Katastrophenreaktors von Tschernobyl
ausgeschrieben hatte, sponserte die Internationale Kernenergie-Agentur (NEA)
der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) im April 1993 in
Kiew ein internationales Symposium, das sich mit diesem Thema befaßte.
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Stx152-153.1993.7,8.2 (2 Seiten)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Preiswettbewerb: Wer versiegelt den Tschernobyl-Reaktor am besten?
Einen internationalen Wettbewerb um die beste Möglichkeit zur Versiegelung
des weiterhin undichten Katastrophenreaktors von Tschernobyl hat die Ukrainische Regierung 1992 ausgeschrieben.
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Stx136-137.1992.8.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Tschernobyl-Sarkophag
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Der Sarkophag ist brüchig. Vom Unglücksreaktor in Tschernobyl geht
weiterhin akute Gefahr aus. An der Betonummantelung sind bereits 1.000
Quadratmeter Flächen undicht. Die im eingeschlossenen Reaktorkern weiter
entstehende Strahlung und Hitze zerstört das Baumaterial. Das berichtete 1990
Wladimir Schowkoschytnyi, bis 1987 leitender
Ingenieur in Tschernobyl. Auch ein zweiter Sarkophag werde dasselbe Schicksal
haben, meinte er.
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Stx86-87.1990.4.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Umweltbelastungen
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Auch Tschernobyl ist noch nicht
gegessen. Der diesjährige Spitzenwert der Pilzmessungen des
Umweltinstituts München liegt bei 2.500 Becquerel
Cäsium-137 pro Kilogramm. Diese Belastung wiesen Maronenröhrlinge aus dem
Gebiet um Mark Oberdorf im Allgäu auf, gefunden im Oktober 2011. Werte im
4-stelligen Bereich sind leider noch keine Seltenheit, vor allem bei
Maronenröhrlingen und Semmelstoppelpilzen. Diese Sorten können Cäsium
besonders gut aufnehmen.
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Stx596-597.2011.11.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Weißrussland will den durch Tschernobyl
verseuchten Boden landwirtschaftlich nutzen. Weißrussland will die Flächen landwirtschaftlich
nutzen, die durch den radioaktiven Fallout nach der Havarie des Tschernobyler Atomkraftwerkes im Jahre 1986 verseucht
wurden. Das geht aus einem Programm zur Liquidierung der Folgen der Tschernobyler Havarie bis zum Jahr 2020 hervor, das die
weißrussische Regierung am 22. Juli 2010 auf ihrer Webseite veröffentlichte.
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Stx568-569.2010.6.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Verbraucherinformation: „Keine
radioaktiv belasteten Holzpellets aus dem Baltikum auf dem deutschen Markt“.
Besonders gefährlich sind Asche und Rauch. Nach einer eilends gestarteten
Umfrage des Deutschen Energie-Pellet-Verbandes (DEPV) in der Branche sind in
Deutschland keine radioaktiv belasteten Pellets aus dem Baltikum auf dem
Markt. Das teilten der DEPV am 15. Juni 2009 und die Stiftung Warentest einen
Tag später mit. „Mir ist nicht bekannt, daß Pellets aus Litauen am deutschen
Markt verkauft werden“, sagte DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele
in Berlin. „Das würde auch keinen Sinn machen, denn anders als Italien kann
der heimische Markt komplett mit Pellets aus Deutschland versorgt werden.“
Importe kämen in geringem Umfang aus direkten Nachbarstaaten wie Österreich
oder Tschechien. In Italien hatten Staatsanwälte am Wochenende zuvor nach der
Entdeckung von erheblich belasteten Pellets aus Litauen über 10.000 Tonnen
des Brennstoffs aus dem Verkehr ziehen lassen. Das besondere Risiko von Asche
und Staub bestätigen Befunde des Umweltinstituts in München. Während die
Wissenschaftler dort in einer Probe Holzpellets aus Deutschland 2005 eine
vergleichsweise geringe Belastung von 6 Bq/kg fanden, enthielt die Asche
dieser Pellets bereits 440 Bq/kg.
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Stx540-541.2009.6-7.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Strahlenfolgen: Pflanzen reagieren
auf Radioaktivität. Pflanzen reagieren auf vermehrte Radioaktivität in
ihrer Umgebung. Sojapflanzen, die im Umkreis des Atomkraftwerks Tschernobyl
wachsen, produzieren Eiweiße in anderen Mengen und in anderer
Zusammensetzung, sind zudem kleiner und nehmen langsamer Wasser auf als
radioaktiv unbelastete Pflanzen. Obwohl der Boden in der Nähe von Tschernobyl
167 mal mehr mit Radiocäsium belastet sei, nähmen die Samen der dort
angepflanzten Sojabohnen dadurch weniger Radioaktivität auf als die in 100
Kilometer Entfernung angebauten. (M. Danchenko et
al. 2009)
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Stx540-541.2009.6.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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23 Jahre nach Tschernobyl: Weniger
und mißgebildete Insekten und Vögel. Die ökologischen Auswirkungen der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, die sich Ende dieses Monats zum 23. Mal
jährt, sind größer als früher angenommen und erhofft. Die freigesetzten
Radionuklide dezimieren auch weiterhin Insekten und Spinnen. Und mißgebildete
Insekten sind auch schon im Normalbetrieb von Atomkraftwerken deutlich
vermehrt in deren Umgebung zu finden. (A. P. Møller,
T. A. Mousseau 2009; C. Hesse-Honegger, P. Wallimann 2008)
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Stx534-535.2009.1-2.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Artenvielfalt und Populationsdichte
von Vögeln nehmen mit höherer Strahlung ab. Im Sommer 2007 haben A. P. Møller (Curie-Universität Paris) und T. A. Mousseau (University of South Carolina)
eine Arbeit über Waldvögel in der Umgebung des Atomkraftwerks Tschernobyl
vorgelegt, die die weitverbreitete Meinung angreift, daß die Sperrzone um
Tschernobyl ein blühendes Naturschutzreservat sei, in dem man seit Jahren
zunehmend den herrlichsten Wildarten begegnen könne. Tatsächlich kann einem
dort ein großer Elch oder ein Bär über den Weg laufen. Untersucht man aber
die Situation genauer, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Es gibt bisher kein
standardisiertes Vorgehen, wie man die Auswirkungen von Radioaktivität auf
gewöhnliche Tiere untersuchen sollte, deshalb blieb bisher die Frage nach den
ökologischen Folgen der Radioaktivität unbeantwortet. Die Autoren haben sich
nun der Artenvielfalt und Populationsdichte von Waldvögeln gewidmet.
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Stx498-499.2007.5.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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20 Jahre nach Tschernobyl: In
Norwegens Schafen steckt besonders viel Radioaktivität. In norwegischen
Schafen befindet sich auch 20 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl
noch besonders viel künstliche Radioaktivität. Das berichtet der britische
„New Scientist“ (Nr. 2575, S. 7) unter Berufung auf die norwegische
Strahlenschutzbehörde. In diesem Jahr (2006) habe sich die radioaktive
Belastung mit Cäsium-137 auf bis zu 7.000 Becquerel pro Kilogramm
Schaffleisch im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt.
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Stx476-477.2006.6.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Internationaler Kongreß „20 Jahre nach Tschernobyl“ vom 3. bis 5. April
2006 in der Berliner Charité: „Der
deutlich größte Teil des Reaktorinventars wurde infolge einer Kernexplosion
ausgestoßen. Einen größeren Unfall kann es nicht geben.“ 20 Jahre Mythenbildungen
vernebeln die Sicht auf die Wirklichkeit und müssen beendet werden. Führende
Wissenschaftler und Ärzte aus den betroffenen Ländern Ukraine, Weißrußland
und Rußland sind zu ganz anderen Ergebnissen über die Folgen der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 gekommen, als die
Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) im September 2005 auf ihrer Tagung in Wien und in dem Report des
sogenannten Tschernobylforums. Auf dem Kongreß der
deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz, den diese gemeinsam mit dem
European Committee on Radiation Risk
(ECRR) vom 3. bis 5. April 2006 in der Charité in Berlin veranstaltete, wurde
das besonders deutlich.
Den
vollständigen Abstractband des Internationalen
Kongresses „20 Jahre nach Tschernobyl
- Erfahrungen und Lehren für die Zukunft“ der Gesellschaft für
Strahlenschutz e.V. und des European Committee on
Radiation Risk (ECRR), den diese vom 3. bis 5.
April 2006 in der Charité in Berlin veranstalteten, finden Sie hier als pdf-Datei. Die Datei ist 1,4 MB groß.
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Stx462-463.2006.1-2.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Umweltbelastungen
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Radioaktive Belastungen im Bayerischen Wald. Untersuchung des
Bundesamt für Strahlenschutz – Keine Entwarnung für den Verzehr von Wildbret.
19 Jahre nach Tschernobyl ist Wildbret noch immer radioaktiv belastet. Das
belegt eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
in Auftrag gegebene Studie, bei der die radioaktive Belastung von Wildbret,
Pflanzen und Böden des Bayerischen Waldes gemessen wurden. Bei Wildschweinen
steigt die radioaktive Belastung seit 1996 sogar wieder an.
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Stx448-449.2005.3,4.2 (2 Seiten)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Umweltbelastungen
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Tschernobyl-Fallout: Belastungskarte von Frankreich vorgestellt. Die französische
Umweltorganisation CRIIRAD (Commission de Recherche
et d'Information Indépendante sur la Radioactivité) stellte
am 26. Februar 2002 an der Universität
Stendhal in Valence einen Atlas über die
radioaktive Belastung französischen Bodens durch den Tschernobyl-Fallout und
Belege über die Falschaussagen der Behörden von 1986 bis heute vor. Die Böden
waren im Auftrage von CRIIRAD auf Cäsium-137 hin analysiert worden. Der Atlas
stellt demnach klar, daß die radioaktive Belastung durch Tschernobyl von den
französischen Behörden heruntergespielt worden war. Die französische
Regierung hatte sogar behauptet, daß die radioaktiven Tschernobylwolken
die französische Grenze nicht erreicht hätten. Dem Atlas zufolge ist jedoch
ganz Ostfrankreich vom Elsass bis Korsika
kontaminiert worden. Höhere Belastungen finden sich im Jura, in den Hochalpen
und den Alpen der Haute-Provence. http://www.criirad.com
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Stx364-365.2002.8.1 (Kurzmitteilung 1 Seite)
Zu den Originalseiten im pdf-Format
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Umweltbelastungen
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Weißrußland: Berichte aus Minsk über erhöhte Strahlungswerte im Mai
2000 nicht bestätigt. Vom 17. bis 26. Mai 2000 hielt sich der
Strahlenmediziner Dr.med. Dr.h.c. Edmund Lengfelder, Professor am Strahlenbiologischen Institut
der Ludwig-Maximilians-Universität München, beruflich in Belarus
(Weißrußland) auf, als ihn am 18. Mai 2000 während seines Aufenthaltes in
Minsk die Deutsche Botschaft über Meldungen von einer angeblich erhöhten
Strahlungsaktivität in Minsk in Kenntnis setzte. Diese Meldung war auch in
Deutschland mit dem Hinweis auf Waldbrände um Tschernobyl verbreitet worden.
Von ihm selbst daraufhin in den folgenden Tagen durchgeführte Messungen der
Ortsdosisleistung hätten jedoch lediglich Werte ergeben, die dem entsprechen,
was auch in Deutschland üblich ist, berichtete Lengfelder
nach seiner Rückkehr nach Deutschland.
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Stx324-325.2000.7.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Das radioaktive Cäsium verharrt länger in der Umwelt und der Nahrung
als erhofft. Die Atomkatastrophe von Tschernobyl hat im Jahr 2000 immer
noch unerwartet hohe Dosen von Radioaktivität zur Folge, die weitere fünfzig
Jahre lang anhalten werden, warnen englische und holländische
Wissenschaftler. Sie zeigten, daß das radioaktive Cäsium-137 aus dem Fallout
des Unfalls von 1986 viel länger in der Umwelt verharren kann, als zuvor in
wissenschaftlichen Kreisen angenommen. Dr. Jim Smith und Kollegen vom Zentrum
für Ökologie und Hydrologie in Dorchester
(Südwest-England) haben im Rahmen eines internationalen Forschungsprojektes
die radioaktive Belastung von Pflanzen und von Fischen in den Seen von Cumbria (Nordengland) und Norwegen untersucht und
gefunden, daß die Belastung mit radioaktivem Cäsium immer noch unerwartet
hoch ist. Smith und Kollegen zufolge müssen Einschränkungen beim Verbrauch
von Lebensmitteln in Großbritannien und in der früheren Sowjetunion
möglicherweise bis zum Jahr 2010 oder 2015 aufrecht erhalten werden.
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Stx322-323.2000.6,7.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Skandinavien: Fische strahlen weiter. Der Fallout von Tschernobyl
wirkt in skandinavischen Seen länger als gedacht. Das berichteten norwegische
Wissenschaftler vom Institut für Naturforschung in Oslo in
"Nature".
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Stx304-305.1999.4,5.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Alpengipfel bleiben radioaktiv verseucht. Schwerpunkte sind die
Hohen Tauern in Österreich, Mercantour in den
französischen Alpen sowie in Italien die Region Cortina d'Ampezzo,
teilte eine Forschergruppe Anfang Mai 1998 in Paris mit.
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Stx276-277.1998.12.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Geochemische Aspekte der Katastrophe in Tschernobyl.
Kurzbesprechung. ISBN 3-9803645-4-2.
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Stx252-253.1997.12.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Pünktlich zum 11. Jahrestag erhöhte Radioaktivität in den Südalpen
gemessen. Die nahe Grenoble gemessene Belastung soll 52.000 Becquerel
radioaktives Cäsium je Kilogramm Erdboden betragen.
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Stx248-249.1997.12.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Weißrußland ist völlig überfordert. Mit der Bewältigung der Folgen
der radioaktiven Belastung seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl sowie der
fortdauernden Umweltgefährdung durch den zerstörten Reaktor und die weiterhin
Strom produzierenden Reaktorblöcke in Tschernobyl ist Weißrußland
offensichtlich völlig überfordert. Zu dieser Einschätzung gelangt das
Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einem am 25. August 1994
in Berlin veröffentlichten Bericht. Westliche Hilfen seien insbesondere bei
der medizinischen Betreuung der Bevölkerung, der Entseuchung verstrahlter
Flächen, bei der Ausstattung mit zuverlässigen Strahlenmeßgeräten sowie bei
der Kontrolle der Strahlenbelastung von Nahrungsmitteln erforderlich.
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Stx186-187.1994.7.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Norwegen: Tschernobyl kostet immer noch. Norwegen muß acht Jahre
nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl jährlich immer noch umgerechnet etwa
4,5 Millionen Mark aufwenden, um die durch die radioaktive Verseuchung entstandenen
Schäden aufzufangen.
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Stx186-187.1994.12.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Tschernobyl: Vier- bis fünfmal mehr Radioaktivität freigesetzt als
bisher zugegeben. Nach einer Anfang 1994 veröffentlichten Analyse des
amerikanischen Wissenschaftlers Alexander Sich vom Massachusetts Institute of Technologie (MIT) ist bei dem Reaktorunfall von
Tschernobyl vier bis fünfmal mehr Radioaktivität freigesetzt wordfen, als bisher zugegeben wurde (Science, Bd. 263, p.
750, 11.2.1994).
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Stx176-177.1994.3.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Schweden: 188.000 Rentiere vernichtet. Die durchschnittliche
radioaktive Cäsiumbelastung von schwedischen Rentieren ist bis Ende 1993 um
rund 65 Prozent ihres Ausgangswertes von 1986/87 gesunken. Trotzdem mußten
bei der Schlachtung 1993 noch 200 Tonnen Rentierfleisch wegen zu hoher
Belastungen vernichtet werden. Dagegen stieg der Cäsiumgehalt in Elchen eher
noch an. Auch Rehe, Fische, Beeren und Pilze sind in den am schlimmsten betroffenen
Gebieten Mittelschwedens anhaltend hoch belastet. Das berichtet Gösta
Karlsson in der schwedischen Zeitung Dagens Nyheter vom 8. Januar 1994. Bericht nach einer
Übersetzung von Ingeborg Kleinhans.
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Stx170-171.1994.4.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Hamburg: Müll nach Tschernobyl. Der Hamburger Reeder und
Schiffsmakler Arnold H. W. Ritscher bietet an, sämtlichen Hausmüll,
hausmüllartigen Gewerbeabfall und festen Sondermüll Hamburgs zu entsorgen:
"Ich schaffe den Müll in die Ukraine nach Tschernobyl".
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Stx150-151.1993.8.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Elsaß: Tschernobyl-Belastungen für Frankreich unterschätzt. Das
Elsaß und wahrscheinlich ebenso weite Teile Ostfrankreichs, haben ähnlich hohe
radioaktive Bodenbelastungen wie sie im Mittel in Süddeutschland vorhanden
sind. Damit wurde die radioaktive Belastung durch die Tschernobyl-Katastrophe
im April 1986 von der französischen Strahlenschutzbehörde SCPRI stark
unterschätzt. Das ist Ergebnis einer für Frankreich bis dahin einzigartigen
Studie, die von dem unabhängigen Forschungs- und Informationszentrum CRII-Rad
in Valence im Auftrag des elsässischen Regionalrats
durchgeführt und 1992 veröffentlicht worden ist.
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Stx144-145.1993.3.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Schweden: Rentierfleisch bleibt ungenießbar. Frisch geschlachtete
Rentiere in Schweden hatten 1992 immer noch Cäsiumbelastungen bis 12.500
Becquerel pro Kilogramm Fleisch.
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Stx138-139.1992.8.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Weißrußland: Erhöhte Radioaktivität bei Waldbränden. Die 1992 in
Weißrußland tobenden Waldbrände haben dort zu einer drastischen Erhöhung der
freigesetzten Radioaktivität geführt.
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Stx136-137.1992.5.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Berlin: Über 650 verschiedene Radionuklide aus Tschernobyl wurden
nach Angaben des Kernphysikers und wissenschaftlichen Leiters des
Katastropheneinsatzes vor Ort, Wladimir Tschernosenko,
Ende April 1986 freigesetzt.
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Stx136-137.1992.8.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Sowjetunion-Nachfolge: Plutonium-Verseuchung durch Tschernobyl-Unfall.
Plutonium aus dem Tschernobyl-Unfall liegt meist in Form heißer Teilchen (hot particles) vor, die außer Plutonium
auch Cäsium, Ruthenium und Cer enthalten. In großen Mengen kämen diese
Partikel speziell im Umkreis von 45 Kilometern um Tschernobyl vor. Das
erklärte 1991 der Chemiker Dr. Jevgeni Petrajev, Professor an der Staatlichen Universität Belorusslands.
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Stx120-121.1992.12.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Gewässerbelastungen: Der Starnberger See ist am radioaktivsten. Mit
zwischen 20 und 200 Becquerel pro Kilogramm Trockenmasse ist die Belastung
der Schwebstoffe und Sedimente in den bundesrepublikanischen Gewässern
gegenüber den Werten vor Tschernobyl auch nach viereinhalb Jahren deutlich
erhöht. Insbesondere in bayerischen Gewässern wurden höhere Werte gemessen.
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Stx98-99.1991.12.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Sowjetunion: Höherer Strontium- als Cäsiumgehalt im Kiewer Trinkwasser.
Im Winter 1989 wurde der Cäsiumgehalt im Trinkwasser-Reservoir des Dnepr-Stausees bei Kiew durch den des Knochensuchers
Strontium übertroffen. Auf 100 Becquerel Cäsium aus dem Tschernobyl-Fallout kam
in Deutschland 1 Becquerel Strontium-90. In der Ukraine waren es 1 Becquerel
Strontium auf 4 Becquerel Cäsium. Belastete Nahrungsmittel werden in
unbelasteten Gebieten verkauft. Mit solchen und weiteren Erkenntnissen kehrte
eine fünfköpfige deutsche Delegation aus Physikern, einem Arzt und einem
Biologen aus der Sowjetunion zurück, die in Kiew auf Einladung des örtlichen
Jugendverbandes vom 18. bis 22. Juli 1990 an einem Seminar teilnahmen. Die
deutsche Delegation besuchte das Kiewer Institut
für Kernphysik, das Institut für Hygiene von Wasser, Boden, Luft und
Lebensmitteln des Ukrainischen Gesundheitsministeriums, das Radiologische
All-Unionszentrum und ein Gebiet am Rande der 30 Kilometer-Sperrzone um
Tschernobyl. Die Physikerin Dr. Ute Boikat von der
Hamburger Gesundheitsbehörde, Mitglied der Delegation, berichtet.
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Stx86-87.1990.3,4.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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In der Sowjetunion gelten überhöhte Strahlengrenzwerte. Veraltete
Grenzwerte für beruflich Strahlenbelastete, wie sie in der Bundesrepublik
Deutschland für sogenannte Kontrollbereiche in kerntechnischen Anlagen gelten
und inzwischen als verringerungsbedürftig eingeschätzt werden, gelten in der
Sowjetunion für die Allgemeinbevölkerung. Das ergibt sich aus einem Vortrag
von Dr. V. Chumak vom Institut für
Strahlenforschung in Kiew über "ökologische und biologische Konsequenzen
des Tschernobyl-Unfalls", den er am 13. Juni 1990 auf einem Seminar des
Österreichischen Verbandes für Strahlenschutz an der Universität Wien hielt.
Ein Bericht der Physikerin Dr. Ute Boikat vom Amt
für Gesundheits- und Veterinärwesen in Hamburg.
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Stx82-83.1990.1,4,5.3 + Stx84-85.1990.2.1 (4 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Amtsberichte: Hohe Strahlendosis in Süddeutschland. Die durch den Reaktorunfall
in Tschernobyl ab Ende April 1986 verursachte Strahlung aus dem Fallout von
Cäsium-134 und Cäsium-137 habe im Jahre 1988 in der Bundesrepublik zu einer
effektiven Dosis von durchschnittlich 0,025 Millisievert (2,5 Millirem) geführt. Im Münchener Raum habe sie jedoch etwa
um das Vierfache, im Berchtesgadener Raum um das Zehnfache über diesem
Mittelwert gelegen. Dies geht aus dem Bericht der Bundesregierung über
Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung für das Jahr 1988 hervor.
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Stx80-81.1990.10.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Karten der radioaktiven Bodenbelastung in der DDR erstellt: DDR ähnlich
hoch wie die Bundesrepublik belastet. In Zusammenarbeit mit dem Neuen
Forum in der DDR hat die Radioaktivitätsmeßstelle des Fachbereichs Physik der
Universität Oldenburg 1990 erstmals flächendeckend auf dem Gebiet der DDR die
radioaktive Belastung des Bodens untersucht. Dabei wurden ähnlich hohe
Belastungen durch radioktives Cäsium festgestellt
wie in der Bundesrepublik, mit Durchschnittswerten zwischen 1.000 und 35.000
Becquerel Cäsium pro Quadratmeter. Für das offenbar am stärksten vom
Tschernobyl-Fallout verseuchte Gebiet der DDR, die Umgebung von Rathenow,
etwa 70 Kilometer westlich von Berlin, führte die Unabhängige Meßstelle
Berlin des Strahlentelex im Zusammenwirken mit der örtlichen Bevölkerung
weitergehende Messungen durch. Dabei wurden dort Belastungen bis 74.000
Becquerel Cäsium-Gesamtaktivität pro Quadratmeter Bodenfläche gefunden.
Bericht mit 3 Belastungskarten.
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Stx78-79.1990.1-4.4 (4 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Urlaub in Österreich: Ökologie-Institut Wien warnt vor Milch von der
Alm. Über 100.000 Becquerel radioaktives Cäsium-137 pro Quadratmeter
Bodenfläche fanden sich speziell in den höheren Lagen der Alpenregion. Mit
einer Belastungskarte des Ökologie-Instituts Wien von 1990.
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Stx78-79.1990.3.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Urlaub in Schweden: "Tausende schwedische Seen sind
cäsiumkrank". In über 14.000 schwedischen Seen befinden sich Fische,
die mehr radioaktives Cäsium enthalten, als es die Richtlinien der
schwedischen Lebensmittelbehörde zulassen. Bis zum Jahr 2020 könne es dauern,
bis die Hechte in den am stärksten betroffenen Seen gegessen werden könnten.
Das berichtete am 1. Februar 1990 Lasse Johansson von der Redaktion der
schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter in Uppsala. Bericht mit einer Karte der
Cäsiumbelastung schwedischer Süßwasserfische.
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Stx78-79.1990.3,4.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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"Le Cri du rad":
Tschernobyl hat auch Frankreich nicht verschont. Deutsche Hysterie und
französische Gleichgültigkeit nach Tschernobyl - diese in der Öffentlichkeit
vielfach dargestellte Aufteilung wird immer mehr zum Vorurteil. "Die
(radioaktive) Wolke" hätte Frankreich verschont, es sei nichts zu
befürchten, hieß es. Entsprechend geringe Reaktionen gab es nach Tschernobyl
in Frankreich. Vor dem Hintergrund von 56 Kernreaktoren mit über 56.000
Megawatt elektrischer Leistung und einem Atomstromanteil von etwa 70 Prozent,
gibt es eine relativ große Zustimmung der Bevölkerung zur französischen
Atomenergiepolitik. Groß war jedoch die Wirkung, als die Gruppe CRII-RAD aus Montélimar im Rhônetal eigene
Meßergebnisse veröffentlichte und damit offizielle Angaben Lügen strafte. Mit
der Präsidentin von CRII-RAD, Michele Rivasi,
sprach im August 1989 das Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des
Strahlentelex Dr. Werner Neumann, Frankfurt/M..
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Stx68-69.1989.2,9,10.3 (3 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Riesenwachstum. Die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl Ende April
1986 hat 200 Hektar Wald in der Nähe des Atomkraftwerks direkt geschädigt,
weitere 150.000 Hektar Wald um Tschernobyl mußten zum
"Schutzgebiet" erklärt werden. Dies erklärte Iwanowitsch Pisarenko, stellvertretender Vorsitzender des
Staatskomitees der UdSSR für Forstwirtschaft in Moskau, am 19. Juni 1989 vor
der Enquete-Kommission "Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre" des
Deutschen Bundestages in einer öffentlichen Anhörung.
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Stx62-63.1989.10.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Klärschlamm: Radioaktiver Abfall als Düngemittel verwendet. Rund 50
Millionen Kubikmeter Klärschlamm fallen jährlich bei der Abwasserbeseitigung
in der Bundesrepublik an. Über die Kompostierung und als nasser Faulschlamm
oder stichfester Klärschlamm von Trockenbeeten wird davon etwa ein Drittel
zur "Bodenverbesserung" landwirtschaftlich genutzt. Durch das
Unglück von Tschernobyl 1986 war dieser Klärschlamm mit radioaktiven Isotopen
hoch belastet. Ohne atomrechtliche Genehmigung ist auch dieser Klärschlamm
auf Felder ausgebracht worden. In einem im Juli 1987 fertiggestellten
Gutachten waren die Rechtsanwälte Dr. Günter Heine und Jörg Martin vom
Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in
Freiburg der Frage nachgegangen, ob dies eine strafbare Handlung ist
(Stx18.1987.6.1). Betreiber derartiger Anlagen und das Bayerische
Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen hatten die Ansicht
vertreten, das Atomgesetz und die Strahlenschutzverordnung seien auf die
Folgen von Tschernobyl nicht anwendbar. Dem widerspricht das Gutachten des
Max-Planck-Instituts. In der Zeitschrift "Natur und Recht" haben
die Autoren des Rechtsgutachtens dieses Problem Mitte 1989 erneut
aufgegriffen. Dr. Werner Neumann von der Arbeitsgemeinschaft Umweltkontrolle
(ARGUK) in Oberursel gibt eine kommentierende Bewertung.
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Stx60-61.1989.2,3.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Österreich: Radioaktive Belastungen im Gebiet des Nationalparks Hohe
Tauern. "Untersuchungen der radioaktiven Belastung durch die
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Gebiet des Nationalparks Hohe
Tauern" heißt eine von Peter Bossew, Antonia
Wenisch und Gabi Mraz vom Österreichischen
Ökologie-Institut in Wien 1989 fertiggestellte Studie.
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Stx60-61.1989.4.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Wien: Hochalmen strahlen weiter. Auch drei Jahre nach der
Katastrophe von Tschernobyl strahlt es insbesondere auf Hochalmen weiter. Das
Ökologieinstitut in Wien teilte mit, auf Hochalmen in Österreich werde eine
Belastung allein mit Cäsium-137 von mehr als 37.000 bis 148.000 Becqauerel pro Quadratmeter gemessen.
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Stx58-59.1989.3.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Bundesgesundheitsamt: Allein durch künstliche äußere Bodenstrahlung
Höchstwertüberschreitungen in der Bundesrepublik. In Südost-Bayern wird
für Kleinkinder auch 1989 noch allein durch die äußere Bodenstrahlung der
Tschernobyl-Radionuklide Cäsium-137 und Cäsium-134 der in der Strahlenschutzverordnung
vorgegebene Höchstwert von 30 Millirem (0,3
Millisievert) pro Jahr überschritten. Das ergibt sich aus dem Bericht des
Bundesgesundheitsamtes zur Strahlenexposition im 1. Quartal 1989.
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Stx57.1989.3.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Österreich/Bayern: Strahlenrisiko in den Alpen. In den bayerischen
Alpen besteht ebenso wie in denen Österreichs ein besonderes Strahlenrisiko
nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl.
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Stx51.1989.5.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Großbritannien: Strahlung in Schottland 40mal höher als zugegeben.
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Stx51.1989.5,6.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Deutschland: Über 300.000 Entschädigungsanträge abgewickelt. Nach dem
Reaktorunglück von Tschernobyl sind bis Anfang 1989 etwa 310 Millionen DM an
Entschädigungen gezahlt worden, überwiegend an Erzeuger und Händler von Milch
und Gemüse.
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Stx51.1989.6.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Österreich: Besonderes Strahlenrisiko in den Alpen. Radioaktive
Rekordbelastungen hat das Ökologie-Institut in Wien 1988 in den
österreichischen Alpen ermittelt. Wie mitgeteilt wurde, seinen auf kleinem
Raum sehr unterschiedliche Belastungen mit Extremwerten von mehr als 148.000
Becquerel Cäsium-137 pro Quadratmeter Bodenfläche gefunden worden. Die
Cäsium-Gesamtaktivität, einschließlich Cäsium-134, beträgt demnach mehr als
180.000 Becquerel pro Quadratmeter. Bis dahin waren in Österreich
Bodenbelastungen bis etwa 90.000 Becquerel Cäsium-Gesamtaktivität pro
Quadratmeter bekannt, in Wien zwischen etwa 4.000 und 10.000. In dem neu
untersuchten, als entlegen charakterisierten Gebiet, sei zwar die betroffene
Bevölkerung informiert, genaue Ortsangaben will das Institut jedoch noch nicht
machen. Das sei "den Betroffenen versprochen" worden. In dem Gebiet
seien im Herbst 1988 noch Milchbelastungen von mehr als 900, in frischem Gras
4.500 und in Moos 45.000 Becquerel Cäsium-Gesamtaktivität pro Liter
beziehungsweise Kilogramm festgestellt worden.
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Stx50.1989.1,3.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Schweden: In Rotwild zunehmende radioaktive Belastungen ermittelt.
Im Januar 1989 wurden radioaktive Cäsiumbelastungen zwischen 2.063 und 2.273
Becquerel pro Kilogramm ermittelt.
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Stx50.1989.6.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Sowjetunion: In der Nähe des Tschernobyl-Reaktors ist die tägliche
Strahlenbelastung so hoch wie in Deutschland in einem Jahr. Eine
Reisegruppe der "European Youth Forest
Action" ermittelte im August 1988 in direkter Nähe des
Tschernobyl-Sarkophags eine Ortsdosisleistung von etwa 3 Millirem
pro Stunde.
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Stx42.1988.6.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Schweiz: Starke Schwankungen in der Bodenbelastung innerhalb weniger
Meter. Starke Schwankungen weisen die Bodenbelastungen bei Engadin in der
Schweiz auf. Bei Probenahmen von unbearbeiteten Weideflächen und aus dem Wald
wurden 1988 in jeweils 100 Metern Abstand Cäsiumbelastungen von 70, 680 und
1.500 Becquerel pro Kilogramm, entsprechend etwa 5.000, 50.000 und 100.000
Becquerel pro Quadratmeter gefunden. Zuvor war für diese Region der Schweiz
von einer mittleren Bodenbelastung von 100 Becquerel pro Kilogramm oder 7.500
pro Quadratmeter ausgegangen worden.
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Stx41.1988.3.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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In Moosen, Flechten und Farnen 1987 höhere Belastungen als 1986
gefunden. Auch zwei Jahre nach dem Unglück von Tschernobyl erwiesen sich
Boden und Pflanzen in der Bundesrepublik Deutschland deutlich radioaktiv belastet,
herausragend hoch die niederen Pflanzen. Und: Das
Radioaktivitäts-Verteilungsmuster ist kleinflächig und sehr uneinheitlich,
eine Tatsache, die bereits unmittelbar nach dem Unfall von Tschernobyl
gegeben, aber weithin unbeachtet geblieben war. Das sind Ergebnisse aus einem
Zwischenbericht über die Untersuchungen des Botanischen Instituts der
Universität Essen zu den Folgen des Reaktorunfalls von Tschernobyl.
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Stx40.1988.2,5.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Die Strahlenbelastung Europas auf einen Blick. Eine Übersicht über
die Belastung der europäischen Länder mit radioaktivem Cäsium nach
Tschernobyl dokumentiert Strahlentelex in der Ausgabe vom 18. August 1988.
Abgesehen von den direkt betroffenen Gebieten in der Sowjetunion befinden
sich in Mittelschweden die am höchsten, in Spanien und Portugal die am
geringsten verseuchten Gebiete.
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Stx39.1988.1,3,4.3 + Stx40.1988.4.1 (4 Seiten)
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Umweltbelastungen
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130.000 Becquerel Cäsium pro Kilogramm im Staub auf Dächern meldete
im Sommer 1988 das "Bürgerforum Umwelt" in Vilshofen.
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Stx38.1988.6.1 (Kurzmitteilung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Niedersachsen: "Hot Spots" auch im Wendland. 55.640
Becquerel des radioaktiven Isotops Ruthenium-106 wurden pro Quadratmeter - zurückgerechnet
auf den 15. Mai 1986 - im Oktober 1987 auf der Oberfläche eines Zaunpfahls in
Pevestorf im Raum Lüchow-Dannenberg vom
Umweltinstitut München gemessen. Ruthenium-106 wirkt speziell schädigend auf
die Nieren und verringert sich jeweils innerhalb eines Jahres auf die Hälfte
seines Ausgangswertes.
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Stx30.1988.4.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Pflanzen als Strahlenindikator. Strahlenwirkungen auf Pflanzen.
Orchideenmißbildungen nach Tschernobyl. Bis 1959 hatten 167
Atomwaffentests stattgefunden, die unsere Böden zeitweilig mit 25.000 bis
über 40.000 Becquerel pro Quadratmeter Beta-Aktivität belastet hatten.
Bereits damals erregten Mißbildungen bei Pflanzen Aufmerksamkeit. Mit dem
Strahlenregen von Tschernobyl 1986 ging zwei- bis dreißigmal mehr
radioaktives Cäsium auf uns nieder als zuvor.
Zwischen Sommer 1986 und Frühjahr 1987 fielen in einem Gewächshaus in Neuß bei Düsseldorf schwere Blüten-Mißbildungen bei
Orchideen auf. Man hatte in diesem Gewächshaus mit Regenwasser, in einem
benachbarten Gewächshaus, in dem keine Mißbildungen aufgetreten sind, mit
Leitungswasser gegossen - eine zufällige Anordnung, die wissenschaftlichen
Anforderungen entspricht. Ein Bericht von Irene Noll.
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Stx15.1987.1,2,5.3 + Stx16.1987.2,5,6.3 (6 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Großbritannien: Schlachtverbot für eine halbe Million Schafe. Rund
eine halbe Million Schafe in Großbritannien waren im Sommer 1987 immer noch
gefährlich hoch radioaktiv verseucht und dürfen nicht geschlachtet werden.
Das entschied 15 Monate nach Tschernobyl die britische Regierung und
verlängerte und erweiterte das Schlachtverbot für mehr als 500
nordwestenglische, nordwalisische und schottische Hochlandfarmen. Die
britischen Behörden haben die Gefahrengrenze bei 1.000 Becquerel Cäsium pro
Kilogramm Schaffleisch angesetzt.
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Stx15.1987.6.1 (Kurzmeldung, 1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Belastungskarte der EG-Länder. Eine Karte über die radioaktive
Belastung der Länder der Europäischen Gemeinschaften (EG) veröffentlichte die
Kommission der EG im November 1986 in einem Bericht an den Ministerrat der
Gemeinschaft und das Europäische Parlament (KOM(86)607 endg.).
Strahlentelex dokumentierte diese Darstellung Anfang August 1987, nachdem bei
der Überprüfung in den Monaten zuvor zwar im einzelnen sehr viel höhere
Bodenbelastungen als von der EG-Kommission angegeben bekannt wurden, die
relativen Verhältnisse zwischen den Ländern jedoch zu stimmen scheinen. Die
tatsächliche Cäsiumbelastung liegt im Mittel offenbar mindestens fünffach
höher als angegeben.
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Stx14.1987.5.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Schweden: Lebensgrundlage der Samer durch Tschernobyl-Fallout schwer
getroffen. Ein Bericht von Annette Groth.
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Stx12.1987.5.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Finnland: "Unterschiedliche Belastungen", konstatierte im
Juni 1987 das Finnische Fremdenverkehrsamt auf der
Grundlage von Untersuchungsergebnissen der finnischen Strahlenschutzzentrale.
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Stx12.1987.5.1 (1 Seite)
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Umweltbelastungen
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Frankreich: Korsika ähnlich stark radioaktiv belastet wie Bayern.
Auf dem französischen Korsika war man lediglich durch die Maßnahmen, die die
italienische Regierung auf der benachbarten Insel Sardinien ergriff, auf das
Ausmaß des radioaktiven Fallouts aufmerksam geworden. Ein Bericht von Annette
Groth.
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Stx12.1987.5,6.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Berlin: Strahlenbelastung durch radioaktiv verseuchte Erde höher als
angenommen. Zwischen 35 und 97 Becquerel pro Kilogramm oder rund 3.000 bis
9.000 Becquerel pro Quadratmeter beträgt die Bodenbelastung durch die Radionuiklide Cäsium-137 und -134 im Berliner Stadtgebiet
in den ersten sechs Zentimetern der Erde. Das ergibt eine Auswertung der von
Januar bis Mai 1987 veröffentlichten Meßergebnisse der Meßstelle des Berliner
Senats durch die Unabhängige Strahlenmeßstelle Berlin. In den Berliner
Forsten ist danach der Boden mit 114 Becquerel pro Kilogramm Cäsium-137 und
-134 (rund 10.000 Becquerel pro Quadratmeter; im Jagen 95), 195 (17.500; im Spandauer
Forst, Jagen 27) und 230 (20.000; am Nymphenufer,
Am Großen Wannsee) radioaktiv belastet. Die Anteile Cäsium-137 zu Cäsium-134
verhalten sich dabei im Mittel wie 7 zu 3.
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Stx11.1987.1,6.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Berlin: Wieder hohe Radioaktivität in frischem Laub. Birken
enthielten 1987 noch immer zwei Drittel der letztjährigen Cäsiumaktivität,
bei Kastanienbäumen ist es die Hälfte und bei Buchen ein Drittel der
Vorjahreswerte. Das sind Ergebnisse der Strahlenmeßstelle des Berliner Senats.
Ein Bericht von Dr. Peter Plieninger.
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Stx10.1987.1,8.2 (2 Seiten)
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Umweltbelastungen
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Berlin: Strahlenbelastung in Sandkästen und auf Spielplätzen.
Gemeinsam mit dem Berliner Verein Mütter und Väter gegen atomare Bedrohung wurden
1987 von der Unabhängigen Strahlenmeßstelle Berlin Sandproben von 63
Kinderspielplätzen der Stadt untersucht. Bereits aus hygienischen Gründen
sind die Behörde gehalten, den Spielsand jedes Jahr auszutauschen. Den
Meßergebnissen zufolge ist das nur bei einem von sechs Spielplätzen
geschehen.
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Stx9.1987.8.1 (1 Seite)
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